Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 5

Stille Tage in Clichy. An den Titel dachte ich gestern Abend als ich zu Bett ging. Obwohl der Film und der Roman von Henry Miller an sich alles andere als still waren….
Er spielt sogar teilweise in Luxemburg, und wurde dort bei seiner Erstaufführung von der prüden und zugeknöpften Staatsanwaltschaft kurz vor seiner Luxemburgpremiere beschlagnahmt. Der damalige Minster Emile Schaus gab ihn dann kurze Zeit später wieder frei.
Ich schweife ab…

Das Buch von Alan Bennett ‚Handauflegen‘, von dem ich gestern sprach, ist übrigens sehr schön.

Als ich heute Morgen erwachte, tröpfelte es immer wieder kurz. Wir frühstückten im Dorf und machten anschließend eine kleine Wandertour auf der anderen Seite des Dorfes. Dabei schoß ich folgende Fotos

Ein Esel ohne menschliche Begleitung kam uns entgegen. Niemand störte sich weiter daran. Er trottete an uns vorbei, grüßte höflich, und stieg dann seitlich in eine Wiese hoch, wo ein anderer Esel ihn lautstark empfing.

Das Dorf vom gegenüberliegenden Hang aus gesehen. Es ist so malerisch dass es beinah kitschig erscheint.

Wenn man sich umdreht, hat man diesen Berg im Blickfeld.

Eine der letzten Rosen an den Sträuchern die um das Haus stehen. Die meisten sind für dieses Jahr schon verblüht.

Am Nachmittag las ich dass die großartige Jeanne Moreau verstorben ist. In den vielen Jahren in denen ich nach Cannes fuhr bin ich zwei mal begegnet. Mit ihr zusammengearbeitet habe ich leider nie, obwohl sie mehrfach in Luxemburg zu Dreharbeiten war.

Wir wanderten am Nachmittag zu einem weitern Bassin das von einem Gebirgsbach gespeist wird. Das Wasser ist kalt aber ich war drin.
Hier der Beweis:

Es war sogar recht angenehm.

Und während die A. und ihr Freund auf den Felsen herum kletterten, lag ich im Schatten und fing das dritte Buch von Alan Bennett an, ‚ Miss Fozzard findet ihre Füße‘.

Für das Abendmahl hatte die A. Lust auf hausgemachte Pizza. Und so sah sie aus:

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 4

Ich erwache morgens fast immer so gegen 7 Uhr.
Von ganz weit her hört man einen Hahn krähen. Die Grillen sind früh am Morgen seltsamerweise still. Dafür hört man die Vögel. Und von der anderen Seite des Tals, näher zum Dorfkern hin, hört man das Rauschen des Gebirgsbaches, in dem ich gestern gebadet hatte.
Die A. meinte dass wir heute noch ein weiteres Bassin aufsuchen könnten. Es gäbe insgesamt drei Stück um das Dorf herum und die Kletterei wäre auch nicht so schlimm.

Das mit dem Runterrechnen und einfügen der Fotos ist, wenn man alles nur über das iPhone tätigt, wirklich nicht so einfach. Das versprochene Panoramafoto von gestern ist kleiner geworden als ich wollte.

Aber das alles hier ist eine gute Übung für kommendes Jahr wenn die richtig lange Reise beginnt. Und ich werde auch noch nach anderen Lösungen suchen, wie ich mir das Bloggen vereinfachen kann. Konstruktive Ratschläge sind willkommen. Denn ihr wollt doch mit dabei sein, wenn es einmal rund um die Welt geht, oder?

Das ist der Berg über dem Dorf an dem auch das Haus im unteren Teil des Hanges liegt.

Der Tag begann sehr gemütlich mit spätem Frühstück, Bloglesen und anschließendem Lesen und rumlümmeln auf der Terrasse. Es war bewölkt und es fielen ein paar Regentropfen, die man alle mit Namen nennen könnte, denn es waren recht wenige.

Wenn ich die Tür vom Gästezimmer öffne stehe ich unter alten Weinreben. Reif sind die Trauben aber noch.

Ich verbrachte den Nachmittag mit Lesen. Ich las von Alan Bennett ‚Ein Cracker unterm Cannapé‘ aus und fing vom gleichen Author ‚Handauflegen‘ an.
Alles in allem ein sehr ruhiger Tag.

Am frühen Abend kam der Freund von der A. aus Luxemburg an.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 3

Das Haus ist in 4 Ebenen aufgeteilt. Die unterste ist der Garten.

Ein sehr alte, sehr malerische Bank unter einem Kirschbaum (der leider keine Früchte mehr trug) und einer Kaffeetasse. (Meiner Tasse… räusper)

Auf der Ebene darüber, befindet sich eine Art Gästezimmer in dem ich untergebracht bin.

Es hat einen eigenen kleinen Balkon mit einer Aussicht über das ganze Tal.
Als ich diese Aussicht fotografierte, sah ich zum ersten mal einer dieser seltsamen Untertassenwolken die sich nur sehr selten bilden.

Sie zwar nicht perfekt aber der untere Teil stimmt schon mal.

Den Rest der Morgens verbrachten wir im Nachbardorf auf den Wochenmarkt. Es ist schließlich Samstag und gute Gewohnheiten sollte man nicht aufgeben.

Am Nachmittag kraxelte die A. mit mir den Berg hoch zu einem Bach aus den Bergen, der eine kleines Naturbassin speist. Als wir endlich oben ankamen ( wir spazierten ziemlich flott hinauf) war ich völlig k.o. und triefte aus allen Poren.

Doch der Anblick, das glasklare Wasser und Rauschen des Baches waren die Mühe wert.
(Hier werde ich später noch ein Panoramafoto einsetzen. Mit der App ist das etwas schwierig.)
Gern hätte ich euch noch noch ein Foto von mir im Wasser gezeigt. (Ja ich war drin!) Aber uns verjagte ein Gewitter, das aber wieder abzog.

Ein wenig später waren wir in der Bar du Nord und genossen den ersten Pastis des Tages. Herrlich!

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 2

Es ist ein kleines Paradies das die A. hier hat.

Auf der Fahrt hierher träumten wir von einem eiskalten Pastis. In Luxemburg fällt es mir im Traum nicht ein Pastis zu trinken. Doch hier gehört es einfach dazu.

Nach einer sehr friedlichen Nacht ( so still dass es schon fast unheimlich war) entdeckte ich am Morgen folgendes vor der Eingangstür:

In diesem etwas vertrockneten Lavendelstrauch sitzt ein Tierchen das ich bis jetzt nur aus Tiersendugen kannte. Live hatte ich es noch nie gesehen.

Eine noch recht kleine Gottesanbeterin.

Ansonsten verbrachten wir den Tag in dieser recht dünnen besiedelten Gegend mit der Suche nach einem Zahnarzt, weil die A. mit akuten Zahnschmerzen geplagt war. Der nächst gelegene Zahnarzt war 25 km entfernt bei dem die A. Gott sei dank noch am späten Nachmittag ein Termin bekam. Uff… Sie wurde mit knallharten Schmerztabletten und Antibiotika versorgt, weil der Arzt eh nichts weiter für sie tun konnte.

Es wurde somit ein sehr ruhiger Abend.

Da ich nicht alles gleich am ersten Tag erzählen möchte, was er hier so alles gibt, werde ich euch die nächsten Tage ein bisschen was über die Gegend zeigen.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 1

Die Fahrt hat dann doch ungleich länger gedauert als wir dachten. Ich schrieb auch im Beitrag davor, dass wir in der Provence wären. Ein Bisschen südlicher wäre es es fast der Fall.

Nein, wir befinden uns in einem kleinen Dorf weitab von allem. Die Großeltern der A. haben das Haus in 60er Jahren gekauft und es ist seitdem das Familienferiendomizil.
Ich sitze auf der unteren Terrasse und es wird langsam dunkel. Gerne würde ich euch eine Kostprobe vom Zirpen der Grillen hören lassen, denn es ist alles was ich an Geräusch höre. Sonst nichts.

Es werden ruhige Tage in V.

Neues von der Baustelle 4 & Und was die nächsten Tage wichtig wird

Seuftz.

Es ist offiziell.

Ich werde nicht vor September umziehen.Es macht mich schon etwas wütend, da ich da ich gehofft hatte, ich könnte mich im August in aller Ruhe einrichten und Anfang September noch mal für ein paar Tage verduften, bevor die Theatersaison mit voller Wucht zuschlägt. Aber das wird wohl nichts.

Die Maler sind nicht fertig geworden vor dem Kollektivurlaub. Das einzige was fast fertig wurde ist das Badezimmer…

und das Wohnzimmer,…

mit dem alten Parkettboden, der abgeschliffen und seidenmatt versiegelt wurde.

Die Küche sieht aus wie eine Müllhalde und ich habe kein Foto davon gemacht… Stattdessen zeige ich euch wie es demnächst aussehen soll.

Baustelle

***

Es war noch bis vor ein paar Tagen nicht ganz klar, aber ich werde nach Südfrankreich fahren, zusammen mit der A., die dort ein kleines Haus in der Provence hat. Es ist mitten in der Pampa und ich weiß nicht ob ich von dort aus bloggen kann, werde es aber versuchen.

Wir lesen uns.

Der digitale Nachlass

Nachlass
© Pixabay

Von der Überschrift her könnte man meinen dass es sich um praktische Tipps handeln würde, wie man seinen eigenen digitalen Nachlass regelt, doch ich möchte mit diesem Posting noch einen Schritt weiter gehen. Denn es gibt schon genug praktische Anleitungen wie man sich zu Lebzeiten anlegen kann, das mit den E-mail Konten und sozialen Netzwerken zu regeln.  Hier ein paar Links bei denen man das nachlesen kann:

Wikipedia: Digitaler Nachlass
Zeit Online : Datenerben ist kompliziert
SZ.de : Das Digitale Erbe regeln

Hier geht es um mein Blog und was damit passiert wenn ich das zeitliche segne.

Das Gedanke kam mir gestern Abend, als mich zu einer WordPress Veranstaltung in Luxemburg anmeldete. Ich musste dazu, (wie bei fast allem) ein Konto anlegen und mich als Mitglied anmelden. Das war in diesem speziellen Fall mit ein paar Fragen hinsichtlich WordPress verbunden. Eine davon war wie lange ich WordPress bereits nutze. Ich wollte automatisch das Geburtsdatum des Blogs eintragen (Januar 2004), doch dann fiel mir ein, dass es nicht stimmt. Ich habe mit Blogger.com angefangen. Also suchte ich im Bolg nach wann genau ich zu WordPress wechselte und kam auf Juni 2006.

Mein Blog ist somit auch für mich ein historisches Zeitdokument, in dem ich diese Dinge festhalte. Dieses Datum vom Wechsel zu WordPress ist jetzt für niemanden so sehr von Belang wie für mich selbst, doch was ist mit anderen Beiträgen?

Ich habe viel Zeitgeschichtliches verbloggt. Die Serie „Moment mal..“ z.B. behandelt die Lebensgeschichte von Menschen, die mir wichtig waren oder immer noch sind. Es gibt Theaterkritiken, Einblicke hinter die Kulissen und Begebenheiten die sich an Drehorten abgespielt haben. Es gibt Restaurantkritiken (siehe den letzten Beitrag) Filmkritiken (siehe die ‚Kino am Mittag‘ Beiträge) und es gibt Spaziergänge durch Stadt die ich mit Fotos versehen habe, über Dinge die mir auffielen. Es gibt auch ein paar fiktive Kurzgeschichten.

Ich möchte mich auf keinen Fall als Historiker oder Schriftsteller hinstellen, denn das bin ich ich nicht. Ich möchte auch nicht dass dieser Beitrag aufgeblasen und großkotzig daherkommt. Wer mich kennt weiß dass ich das nicht bin. Aber ich investiere viel Zeit und Arbeit in mein Blog, und wer hier schon eine Weile mitliest weiß, dass ich vor kurzem zwei böse technische Havarien hinter mir habe, die mich das Blog noch mehr schätzen lassen als je zuvor. Um ein Haar wäre alles weggewesen. Und der Gedanke daran lässt mich immer noch schaudern.

Ich stricke den Gedanken mal weiter, und ziehe auch andere Blogger in Betracht die kein Tagebuchblogging machen sondern sich einem bestimmten Thema verschrieben haben. Ein Fashionblogger erstellt über Jahre hinweg ein geschichtliches Dokument, das für Modehistoriker von großem Nutzen sein kann. Ich kann mir auch vorstellen, dass Maskenbildner es in 20 Jahren viel einfacher haben, eine Recherche zu starten, wie die man sich heute schminkte und zurecht machte, dank der ganzen Beautyblogger und Vlogger, die über jeden noch so verrückten Trend berichten.

Ein sehr schönes Beispiel ist das Techniktagebuch, das schon seit Jahren eine großartige Pionierarbeit leistet in Sachen Alltagstechnik.

Was passiert also mit meiner Arbeit von all den Jahren, wenn ich einmal nicht mehr bin? Ich habe keine Nachkommen denen ich es vererben könnte. Ich könnte einen Nachlassverwalter ernennen, doch wer garantiert mir dass er das Blog von einem Tag auf den andern nicht schließt und alle Daten vernichtet?

Es gibt in Luxemburg ein nationales Literaturarchiv, bei dem schon feststeht, dass ein paar der großen Schriftsteller, wie Gast Gröber oder Lambert Schlechter, dass deren Blog auf jeden Fall in das Archiv aufgenommen wird. Genau so verhält es sich mit den Tages- und Wochenzeitungen die von der Nationalbibliothek archiviert werden.

Aber was ist mit rein digitalen Aufzeichnungen?

Ich bin gespannt auf die Kommentare. Ich werde diesen Beitrag auch an das Nationale Literaturachiv weiterleiten, denn ich weiß, dass sie sich bereits mit dieser Thematik beschäftigen.

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Ein Besuch im Restaurant Le Strogoff

Vor langer Zeit hieß das Restaurant noch „Le Cordial“ und war eines der liebsten Restaurants meines angeheirateten Onkels, der gern und oft dort speiste. Ich habe ihn und meine Tante ein einziges mal begleitet, aber wie es damals eingerichtet war, weiß ich nicht mehr. Es ist mindestens 30 Jahre her…
Es war ein traditionsgeladener Ort, bis er schloss, und sich ein Italiener niederließ.

 

Strogoff

So sah es noch im Februar aus.

Im unteren Teil des Fotos sieht man auch noch den Namen des italienischen Restaurants das nach den Cordial ansässig  war. La Voglia Matta. Ich war ein einziges mal mit der N. dort. Und obwohl das Essen ganz ok war, war das Ambiente fürchterlich. Es war durch den Steinboden und die kahlen Wände sehr kühl und man saß an billigen Plastik Tischen und Stühlen die an Aldi Gartenmobiliar erinnerten.  Für ein Restaurant dass sich preislich in einem oberen Segment ansiedeln wollte, ziemlich undenkbar.

Es hat dann doch ein wenig länger gedauert bis das neue Restaurant Le Strogoff eröffnete. Es wurde Mai statt April. Seltsamerweise habe ich bei den hiesigen Bloggern noch keinen Beitrag darüber gelesen. (Vielleicht habe ich es auch verpasst.) Doch ich scheine der erste zu sein der darüber berichtet, obwohl diese Woche ein Bloggerevent dort stattfinden wird.

Von der Einrichtung her haben sie richtig Mühe gegeben. Da das Restaurant ein riesengroße Fensterfront mit Blick auf die Place de Paris hat, und einen sehr altmodischen Steinboden, den man unbedingt in das restliche Design integrieren muss (was man davor nicht tat) war es bestimmt nicht einfach. Es ist ein Mix aus modernen und alten Objekten, der meiner Meinung nach, sehr gut gelungen ist.

 

Das Essen jedoch war weniger erfreulich. Wir hatten zum Aperitif Bruschetta und ein paar Streifen Gurke in Tempura Teig frittiert. Es war ganz ok, aber Bruschetta und Tempura Gemüse sind nicht irre schwer herzustellen.  Anschließend hatte ich ein Tartare vom Rind auf traditionelle französische Art mit Pommes und einem Ruccola Salat,  und so gerne ich es loben möchte, es schmeckte mir nicht. Es war auf seltsame Art sehr trocken und hatte wenig Geschmack.  Auch der Salat mit frischem Buffala für meine Begleitung, war lieblos und fade, trotz der frischen einwandfreien Zutaten.

Das ist sehr schade, denn der Ort an sich ist ein absoluter Knaller. Es ist sehr gemütlich und man verweilt gerne länger dort. Auch die Bedienung ist supernett und tadellos.

Da sie aber auch traditionelle Pasta, Risotto und Pizzen haben werde ich das nächste Mal davon etwas probieren, und berichten. Es wäre sehr schade wenn es nur an der Küche liegen würde, dass der Ort ein schlechte Note bekommt.

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Klassentreffen 2017

Für manche sind Klassentreffen ein Gräuel. Der Gedanke daran lässt bei vielen Erinnerungen hochsteigen, die man besser ruhen lässt. Bei mir siegte die Neugierde als die M-F. vor sieben Jahren den ersten Aufruf zu einem Klassentreffen startete. Doch leider war ich in Frankreich unterwegs mit dem Film Vertraute Fremde. In einer der Hauptrollen, die Dame neben mir, Alexandra Maria Lara.

Ich schweife ab….

***

Nach 7 Jahren war es wieder soweit. Um 11 sollten wir uns vor dem ältesten Gebäude der Stadt treffen, wir, die in den Jahren 1966/67 geboren wurden und in der „Alten Heimat“ zur Grundschule gingen.

Da ich am Tag davor die Premiere des Freilichtspektakel hatte, viel die Nacht etwas kurz aus, doch ich kam pünktlich an.  Erstes Beschnuppern. Die meisten kannte ich auf den ersten Blick wieder. Doch ein paar davon hatte weit über 20 Jahre nicht gesehen es dauerte etwas länger bis der Groschen fiel.
Die M. war die Erste die mir um den Hals fiel. Sie war meine Nachbarin quer hinter meinem Elternhaus. Sie hatte mir vor Jahren einmal bei Schulvorstellung geholfen für die ich engagiert worden war.
Die M-F. die zusammen mit dem G. des Treffen organisiert hatte, war die zweite. Mit ihr habe ich sporadisch Kontakt, denn sie liest eifrig im Blog mit.
Die C. erdrückte mich fast. Sie hat sich kein bisschen verändert, man erkennt sie sofort. Sie hat noch immer ihre wilden unbändigen Locken und ist noch immer ein prall gefülltes Bündel an Energie und Herzlichkeit.
Und dann sah ich die A. die seit der Schulzeit nicht wieder gesehen habe. Die A. die hinter mir in der Schulbank saß, und in die der Großteil der Jungs aus der Klasse heimlich verknallt war. (Und wenn ich den Blick vom einigen der Jungs richtig deutete, sind sie es heute immer noch)
Auch der A. schien selig zu sein. Er ist einer der Wenigen der den Familienbetrieb, ein Hotel mit Restaurant, übernahm und somit in der „Alten Heimat“ geblieben ist. Der Großteil wohnt, so wie ich, nicht mehr dort.

Und so wie dem A. ging es Vielen. Ich hatte nicht erwartet dass das Wiedersehen mit einer so großen Freude und Glückseligkeit verbunden wäre.

Wie die M-F. und der G. es angestellt hatten, dass wir zu einem Ehrenwein vom Bürgermeister empfangen wurde, weiß ich nicht. Aber er selbst schien auch hocherfreut so viel bekannte Gesichter wiederzusehen. Was ihn aber am meisten begeisterte war, dass sich auch ein paar der LehrerInnen eingefunden hatten um mit uns zu feiern. Leider war keine von meinen Lehrerinnen dabei. (Ja ich hatte nur Lehrerinnen)

Nach dem ersten Ehrenwein ging weiter in das nahegelegene Wirtshaus das dem A2. gehört der uns das ein Aperitif spendierte. (Der zweite Ehrenwein…)Da ich morgens weiter nichts gegessen hatte, war das zweite Glas Wein schon fast ein Glas zu viel.

Wir schlenderten weiter zum Hotel des A. in dem ein Tisch für uns reserviert war. Auf den Menü:

Haugemachte Ravioli mit Foie Gars und Parmesan /Faux-Filet dry age mit Bearnaise oder Pfeffersauce, Gratin Dauphinois und Pfannengemüse. Das Dessert habe ich weggelassen. (Fotos habe ich leider keine davon gemacht)

Wie so oft im Leben wenn man alte vertraute Gesichter wieder sieht, kamen bei manchen auch die Emotionen hoch, und es wurden ein paar Tränchen vergossen. Der D. erzählte von seiner Ehe die völlig aus dem Ruder gelaufen ist und wie sehr er darunter leidet.  Die A. erzählte eher nüchtern, dass sie sich nach über 20 Jahren geschieden wurde und bis dahin nur Hausfrau und Mutter gewesen war. Sie hat mit 50 nochmal ganz von vorn angefangen und gibt jetzt Unterricht in einer Schule für Erwachsenenbildung.
Der L. erzählte mir von dem N. der einer seiner besten Freunde gewesen war und sie hatten jahrelang immer noch Kontakt. Doch etwas muss zwischen dem N. und seinen Eltern passiert sein, denn er brach den Kontakt völlig ab zu allem und jedem. auch zum L.

Und so schien jeder sein Bündel an Sorgen und Problemen mit sich zu tragen.

Es war trotz allem ein wunderschöner Nachmittag an dem auch viel gelacht wurde. Und wir schworen uns nicht 7 Jahre zu warten bis zum nächsten Treffen.

Klassentreffen

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Fotoausbeute der letzten Tage

Als ich gestern Abend von der Premiere des Freilichtspektakel in Grosbous zurück fuhr, wurde mir endlich bewusst dass ich das letzte Projekt, die letzte Baustelle  für diese Spielzeit abgeschlossen habe. Juchuuuu!

Auf einer großen grünen Fläche zwischen Bauernhöfen, einer Mühle, und einem Bach steht die Bühne. Die Gänse, nebst ein paar Hühnern spielen auch mit. Die Premiere war ein voller Erfolg. Wenn ihr euch den Revisor ansehen wollt, Eintrittskarten gibt es hier.

Die Hauptdarstellerin, die fürs Foto ein gewaltiges Duckface zeigte, dass sie kaum wiederzuerkennen ist.

***

Nachtrag vom Vorabend des französischen Nationalfreitages.

Ich speiste mit der N. im Annexe, draußen, als sie mich plötzlich darauf aufmerksam machte, dass eines der Hochhäuser auf Kirchberg, rot, blau und weiß horizontal gestreift sei. Fast wie die französische Flagge, nur die Reihenfolge der Farben war falsch.

***

Am Samstag auf dem Weg zum Wochenmarkt entdeckte ich zum ersten Mal dieses Jahr das Beduinen „Trio“, das fast jedes Jahr an der Place d’Armes sitzt. Ich wollte noch immer ein Foto von ihnen machen für’s Blog.

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Ein Casting Aufruf

Gestern erreichte mich der ein Casting Aufruf. Und als ich las was es genau ist, biss ich mir auf die Unterlippe.

Ich kann guten Gewissens darüber schreiben, denn das Stück ist kein Geheimnis, es steht bereits im Spielplan 2017/18 des Grand Théâtre.

Meine gute Freundin die Anne, wird ein Stück im Grand Théâtre inszenieren, in Koproduktion mit dem Queen’s Theatre in England. Es heißt „Kindertransport“ von Diane Samules, und es geht um 10.000 meist jüdische Kinder die, kurz bevor der zweite Weltkrieg ausbrach, ein Visum für England bekamen um auszureisen. Ein spannendes Thema, ein spannendes Stück.

Ich habe bis jetzt fast an fast allen Theaterstücken von Anne mitgearbeitet; das letzte war Ashcan. Doch hier wird es leider nicht klappen, da es genau die Zeit der Weltreise fallen wird.

Lesen hier auch ein paar Schauspieler mit? Wenn ja und ihr passt in das Schema der gesuchten Protagonist/innen , bitte schön

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KINDERSTRANSPORT
CASTING CALL

For their upcoming production of Kindertransport, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg and Hornchurch Queen’s Theatre are happy to share the following casting call:

Summary
In November 1938 in reaction to the “Kristallnacht”, the growing violence against Jews, Social Democrats and Bolsheviks and the rising Nazi threat, the British government made available permits for children – and only children – from Germany, Austria and other Nazi-occupied territories in Europe to enter the UK safely. Before World War II erupted, nearly 10.000 youngsters, most of them Jewish, had made it to England.
To mark the 80th anniversary of that rescue operation – which became known as the “Kindertransport” – the Théâtres de la Ville are embarking on an international collaboration to produce Diane Samuels’ play inspired by those events. Anne Simon will direct a mixed cast and work with an international team on a production that is set to be performed in the UK and in Luxembourg. Kindertransport approaches the experience of surviving the Holocaust from the unusual perspective of a child who thankfully escapes its horrors but pays a heavy price long after it is over.
Tagged like a piece of luggage, Eva Schlesinger leaves her mother in Hamburg and travels to England, where the well-meaning Lil takes over her upbringing. Little by little, the distraught child grows into a reserved young woman. Her accent fades. And so, presumably, do the old traumas but also her connection with her roots. As a result, she finds a way to cope that redefines her sense of self and creates a new identity. These processes profoundly affect the relationships between all the women in the play. When her own daughter, Faith, preparing to move out of the family home, discovers a box carefully tucked away in the attic, she uncovers links to Eva Schlesinger from all those years before.
With its profound drama of separation, cultural and linguistic dislocation, painful loss of one family then formation of another, and with its attendant sense of betrayal and guilt, Kindertransport draws a simple yet truthful portrait of one child in one time that easily expands to many similar experiences across history. It is even more relevant today than ever.

» The play is not about the Holocaust, not a history play at all. It explores the question of how human beings survive after they have suffered deep emotional trauma and how the damage caused is passed onto the following generation. Also, at its heart, the play is about that universal and timeless aspect of human experience: the separation of a child from its parent. Every person on earth, whatever their age, can relate to that. Diane Samuels, May 1999

Production details:
Directed by Anne Simon
Designed by Marie-Luce Theis

Rehearsing Luxembourg 29th Jan – 17th Feb 2018
Rehearsing UK 19th Feb – 3rd March 2018
Technical rehearsals at Queen’s Theatre 5th March 2018
Performances 8th – 24th March 2018, including previews
Move to Luxembourg 25th March – 26th March 2018
Shows in Luxembourg 27th, 28th, 30th, 31st March 2018

Casting details (Luxembourg casting)
Casting location Grand Théâtre, Luxembourg, 1, Rond-point Schuman,
L-2525 Luxembourg
ROOM 0.18 (enter via entrée des artistes)
July 27th 2017
10am – 1pm: first rounds
2pm – 5pm: callback

Diane Samuel’s multi-layered play calls for a quick-minded cast as it oscillates between times and states of mind. Ease to change situations and to work emotional breaks are essential. The play jumps between:
• Three times periods; pre-war, war and post-war.
• Three cities; Hamburg, Manchester, London.
• Three mothers; Helga, Lil and Evelyn and the impact of choices
that a parent has to make for the protection of their child.

Please double check the exact language requirements for each role before applying.
Please prepare one monologue of maximum 5 minutes. A short dialogue will be sent to you with the casting call confirmation.
Send your CV to the 3 following people:
Ben Bauler: bbauler(at)vdl.lu
Tamara Fascella: tfascella(at)vdl.lu
Anne Simon: simonanne(at)icloud.com
with the header:
Kindertransport casting application

 

PARTS to be cast

Evelyn
A middle-classed English, white woman in her fifties. Basic knowledge of German could be handy but is no obligation. Evelyn has buried her past and taken on a new identity.
Faith
Evelyn’s only daughter. In her 20s. Native English speaking, white. Faith is struggling with the decision of leaving the security of the mother’s home in order to make a life of her own.
Eva Schlesinger
Evelyn’s younger self. The Jewish girl that was on the Kindertransport from Germany to Britain. At the beginning of the play she is 9 years old and grows to 17. Must be fluent in German and English.
Lil Miller
Working-class English woman from Manchester. Eva’s/Evelyn’s adoptive mother. Although she appears at different time periods from around 40 years to 80 years of age, we will cast her at a playing age of around 75-80 years old.
Helga Schlesinger
Mother of Eva, German Jewish woman. In her 30s. Helga has taken the painful decision to protect her child by sending her away. She comes to meet Eva as a teenager to take her away to the US, but has to realize that Eva’s roots have been displaced. Must be fluent in German and English. A Yiddish accent can be of advantage. Singing skills.
The Pied Piper
Border Officer, Post Man, etc. Male, Playing age 25-45. Fluent in English and German. Singing skills, playing a musical instrument can be of advantage. Good movement skills are a requirement.

Erinnerungen an die J.

©Pixabay

 

Während der Fahrt nach Grosbous wo ich das Freilichtspektakel betreue, muss ich durch ein Dorf fahren, das mir durch seinen etwas ungewöhnlichen Namen, seit meiner Kindheit ein Begriff ist. Der Ort ist nichts besonderes, er hat meiner Kenntnis nach weder Sehenswürdigkeiten, noch ist er für irgendetwas anderes bekannt. Ich habe ihn mir als Kind immer irgendwie mitten im Wald vorgestellt (was teilweise auch der Fall ist) Und ich verbinde mit einer Klassenkameradin, der J.

Ich habe, glaube ich, kein Foto von ihr. (Oder doch?)*

Ihr Gesicht habe ich nur von ihren letzten Jahren in Erinnerung, das immer sehr blass war, zeitenweise sogar bläulich. Die J. hatte einen angeborenen Herzfehler der nie richtig behandelt wurde oder werden konnte.

Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder war sie im Kinderheim meiner alten Heimat. Sie waren Halbwaisen. Ihre Mutter lebte nicht mehr. Warum ihr Vater die beiden ins Heim gab weiß ich nicht.  Die J. saß ein Jahr lang hinter mir in der Bank, und war eine der seltenen Kameradinnen die mich nicht hänselte. (Aber das ist eine andere Geschichte)

Sie hatte ein Foto von ihrem Vater in ihrer kleinen Geldbörse. Sie zeigte ihn mir einmal. Es war ein seltenes Privileg, weil sie noch nie jemandem das Foto gezeigt hatte. Es war ein alter Mann mit strengen Gesichtszügen und, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war er  Förster von Beruf.

Was mir seltsamerweise an dieser kleinen Begebenheit mit dem Foto in Erinnerung geblieben ist, war der Umstand, dass ich ihr das mit dem Foto nicht abnahm. Er sah so „anders“ aus. Nicht wie mein Vater oder die andern Väter. Er schien wie aus einer vergangenen Epoche.  Auf mich hatte er dir gleiche Wirkung wie das riesengroße Porträt vom Urgroßvater, das die Großmutter Thérèse im Salon hängen hatte. J’s Vater hatte genau den gleichen riesigen Schnauzer, der das halbe Gesicht verdeckte.  Die J. musste das irgendwie gespürt haben dass ich ihr nicht glaubte und sagte mir sehr fester Stimme: Das…ist…mein…Vater!“ Sie steckte das Foto wieder ein und niemand bekam es je wieder gezeigt.

Erst Jahre später zur Firmung, sollte ich den Vater einmal kurz zu Gesicht bekommen. Er stand nach der Messe ein wenig verstohlen abseits der Kirche und schien sehr verlegen, als die J. auf ihn zurannte und ihn ganz fest drückte. Er war groß und hager und hatte tatsächlich den gewaltigen Schnauzer.  Ich weiß noch dass sich ein paar der anderen Kinder fragten wer das denn sei. Ich wusste die Antwort.

Er kam selten zu Besuch. Die J. blieb auch an den meisten Wochenenden im Heim.

Ansonsten war die J. war sehr still und sprach kaum. Eine besonders gute Schülerin war sie nicht. Nach den Grundschuljahren verlor ich sie aus den Augen, weil ich anschließend ins Internat kam.

Es war seltsam, die J. Jahre später im Supermarkt zu sehen. Sie war nach der Schule nicht zurück in ihr Dorf gezogen sondern in meiner ‚alten Heimat‘ geblieben, arbeitete in dem kleinen Supermarkt und füllte die Regale auf.

Wir waren nicht wirklich gute Freunde. Wir kannten uns halt von der Grundschule her und grüßten uns wann immer wir uns trafen.

Doch dann plötzlich war sie nicht mehr da. Man sagte sie läge wieder im Krankenhaus. Kurze Zeit später fing sie in der Großküche vom  Altenheim an zu arbeiten, in dem meine Mutter Oberkrankenschwester war. Doch lange blieb sie nicht. Sie ging mit Mitte 30 in Rente, da sie nicht mehr arbeiten konnte.

Irgendwann erzählte meine Mutter dass sie in bei den Zeugen Jehovas eingetreten sei. Niemand schien das für eine gute Idee zu halten, wegen der ganzen Indoktrinierung und so. Doch ich fand letztendlich war es gar nicht so verkehrt. Die J. war immer ein Einzelgänger gewesen und hatte nie richtig irgendwo Anschluss gefunden, wahrscheinlich weil sie auch keinen wollte. Hier hatte sie zumindest ein paar Bekannte von den Jehovas die sich um sie kümmerten, besonders dann, wenn es ihr gesundheitlic nicht gut ging. Jeder wusste, einschließlich sie selbst, dass ihre Zeit kurz bemessen war.  Doch immer wenn ich sie sah, war sie guter Dinge und irgendwie schien sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben. Es sah zumindest nie so aus, als ob sie damit hadere.

Irgendwann Anfang der 2000er starb die J.

Immer wenn ich den Namen des Dorfes höre, muss ich an die J. denken, weil es die einzige Person war, die ich von dort kannte.

***

*Als ich den Beitrag zu Ende geschrieben hatte, kramte ich in alten Fotos rum. Nein, ich habe kein Foto von ihr.

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Von Strecken und falschen Springbrunnen

Es fängt wieder richtig heiß zu werden und die Wohnung ist wieder ein Backofen. Ich muss eine Technik entwickeln wie ich das erfolgreich ignorieren kann.

***

Mir fällt auf, dass es nicht mehr gewohnt bin lange Fahrtzeiten wegen der Arbeit auf mich zu nehmen. Ich bin nun fast 5 Jahre in der Hauptstadt angesiedelt und hier sind die Wege kurz. Doch das Freilichtspektakel in Grosbous ist 40 km von Luxemburg entfernt. Als ich noch in der alten Heimat wohnte, brauchte ich für solche Strecken kein Navi, da ich sämtliche Strecken wie meine Westentasche kannte.  Grosbous gehörte auch dazu. Doch da ich nun anders fahren muss um hinzukommen, gab es verschiedene Optionen und ich zog das Navi zu Rate. Seltsamerweise leitete es mich immer wieder anders, je nachdem von welchem Punkt der Hauptstadt aus ich es startete. Gestern habe ich nun endlich die logischste und schnellste Stecke gefunden.  Erfreulicherweise brauchte ich nur noch knappe 35-40 Minuten. Dabei ist es nicht die kürzeste Strecke.

***

Da es weit nach Mitternacht war, bevor ich gestern (bzw heute) nach hause kam, erlebte ich zum ersten Mal die Sprinkelanlage der Place des Marthys, die meiner Meinung nach aber eine gewaltige undichte Stelle hat, oder es hat jemand daran herumgefummelt.

Dieser kleine Springbrunnen mitten in der Anlage sieht sehr falsch aus. Ein weiteres Kuriosum war, dass das Wasser irgendwo hinläuft, nur nicht auf die Straße. Ich hoffe dass es nicht in der darunterliegenden Tiefgarage landet. Ich schwimme an sich gerne, aber nicht unbedingt in der Tiefgarage bis zu meinem Auto hin…

 

Neues von der Baustelle 3

©Pixabay

Ein Baustellentermin in der Wohnung gestern morgen, zusammen mit der Innenarchitektin, fiel ernüchternd und negativ aus. Dabei hatte mein Bauchgefühl es mir schon angekündigt, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Merke: Man sollte grundsätzlich keine Erwartungshaltung einnehmen, denn die Erwartung wird meistens nicht erfüllt.

Die Maler- und die Fliesenfirma haben getrödelt. Zudem rückt der Kollektivurlaub der Baufirmen immer näher, und es wird nicht alles termingerecht fertig.

Den Umzugstermin den ich für Mitte August angesetzt habe, kann ich knicken. Es wird sich alles gute zwei Wochen nach hinten verschieben. Wenn wir nicht noch ein richtig tollen Idian Summer haben, sehe jegliche Hoffnung schwinden den neuen Balkon noch vollen Zügen genießen zu können.

Das läßt jedoch meine angedachten Pläne, eine paar Tage zu verduften, wieder aufleben. Die A. hatte mich eingeladen mit ihr zusammen in ihrem Haus in der Ardèche in Frankreich ein paar Tage zu verbringen. Ich hatte zu Anfang abgelehnt weil alles zu eng getaktet schien, doch jetzt…

Wir werden sehen…

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Was heute und die nächsten Tage wichtig wird

Es ist meine letzte Produktion für die Saison 2016/2017, die außerordentlich gut gefüllt war. So sehr, dass es mir fast zu viel wurde.  Und danach ist erst mal Ruhe bis September.

Der Revisor von Nikolai Gogol wurde ins Luxemburgische übersetzt von meinem geschätzten Freund Claude Mangen, der ebenfalls die Inszenierung übernimmt.

Das Foto entstand vorab, während der Proben.

Aufgeführt wird es von der Schankemännchen a.s.b.l. ,eine Laientruppe die alle zwei Jahre ein großes Freilichtspektakel auf die Bühne bringt. Was ich ganz besonders finde, ist dass sie seit ein paar Jahren keine Boulevardstücke mehr nehmen, sondern sich an die ganz großen Klassiker herantrauen, und diese ins luxemburgische übersetzen. Das vorletzte Stück z,B.  war „Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt.

Premiere ist am Donnerstag. Wenn ihr Lust habt euch das Stück anzusehen, solltest ihr euch sputen Karten zu bekommen. Es gibt noch welche aber ein paar der Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Karten bekommt ihr auf der Seite von Schankemännchen.

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Links, zwei, drei ,vier… Links!

©Pixabay

Erst mal was in eigener Sache. Da ich auf das Angebot von Facebook nie eingehe, mich für ein paar Euro häufiger zu verlinken, als sie es automatisch tun, verlinken sie mich immer weniger. Zumal wenn ich etwas mehr Zeit habe und darum mehr schreibe, werden die Links ungleich weniger oft bei Facebook angezeigt. Zudem nehmen sie immer öfter das Foto nicht an und zeigen nur einen textbasierten Eintrag.

Ich habe deswegen beschlossen nicht mehr jeden Beitrag zu verlinken. Wenn ihr trotzdem wissen wollt was bei Joel.lu abgeht, versucht es doch mal mit einen altmodischen aber effektiven Abo der RSS Feed. Den Link dazu findet ihr ganz unten auf der Seite. Es gibt zudem Programme zu Hauf die das für euch regeln. Bloglovin‘ z.B. oder eine App für den Firefox Browser wie Bamboo Feed Reader (nutze ich selbst auch)
Oder wie wäre es mit dem guten alten Bookmark? Weiß noch jemand was das ist?

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Nachtrag: Hier gibt es ab der Minute 9:40 die RTL Reportage über die Afterwork Party.

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Links!

Ich werde immer mehr ein Fan der Artikel von Stephen Greenblatt im New Yorker. Letztens verlinkte ich von ihm den Beitrag über die Erfindung des Sex. Heute der Artikel was Shakespeare ihm beigebracht hat.  Sehr lesenswert.

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© Wikipedia

Ein Zwischenfall in einer Berlin Ausstellung im Martin Gropius Bau.  Franz Kafka. Der ganze Prozess. von Read on my Dear. Lesenswert und erhebend.

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12von12 im Juli

Ha!
Diesmal hab ich dran gedacht!
Wer nicht weiß was 12 von 12 ist, schaut bitte hier nach.

Ich erwachte spät da ich keinen Wecker gestellt hatte.

Am Vorabend hatte ich diesen Artikel über Kaffee von SpOn gepostet (nicht auf den Blog).
Per Whats App erreichte mich dann das hier worüber ich sehr lachen musste. Der Tag fing gut an.


Ich schmiss die Waschmaschine an.

Und während die Maschine die Klamotten wusch, reinigte ich den Unterbau der Kleidung; ich duschte.

Die Wohnung ist von den letzten Hitzetagen noch immer sehr aufgeheizt. Da ich in diesem Mini Studio aber nur ein Fenster habe, kann ich nicht durchlüften. Und so steht seit gestern Abend der Ventilator vor dem weit geöffneten Fenster und pumpt nur halbherzig frische Luft in die Wohnung.

Wäscheaufhängen, anziehen, los!

Ein trister, trüber Tag, so wie ich sie nicht mag.

 

Ich musste nach Trier zum Perückenladen meines Vertrauens. Die einzige Perücke die im Freilufttheaterstück vorkommen wird, war in den drei Fundussen*, die mir zur Verfügung stehen, nicht so richtig vorhanden. Das ist egentlich immer so, wenn man etwas ganz Spezifisches sucht. Also muss eine Neue her.
Da ich erst kurz nach Mittag in Trier ankam, und der Laden über Mittagsstunde geschlossen hat (einer der seltenen Läden der das noch macht) ging ich wie gewöhnlich in die Trier Brasserie.

Als Tagesmenü Kalbskotelett mit Pfifferlingen. Es wäre zum ersten mal seit gefühlten 30 Jahren, dass ich ein Kotelett esse. Ich mag Kotelett nicht, weder vom Schwein noch vom Rind. Lammkotelett ja, aber nur wenn sie als Krone gebraten werden. Es gab nur eine Frau auf der ganzen Welt, die Schweine- und Kalbskotelett so braten konnte, dass sie nicht trocken und zäh schmeckten, nämlich meine Großmutter Thérèse. Sogar ihre Tochter (meine Mutter) die wirklich sehr gut kochen konnte, bekam es nicht hin.

„Was soll das, Joël, stell dich nicht so an! Du isst jetzt ein Kotelett! Vielleicht schmeckt es dir ja doch, nach all den Jahren.“

Es sah sehr gut aus und war es eine gewaltige Portion. Aber geschmeckt hat es nicht, sorry.

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In Trier, weitaus mehr als in Luxemburg, sieht man oft Leute, die wie aus der Zeit gefallen aussehen. Für mich als Maskenbildner sind das natürlich spannende Studienobjekte. Und als solches möchte ich auch folgendes Foto verstanden wissen. Denn gegen die Frau selbst habe ich nichts und es geht mir auch nicht darum sie in irgendeiner Form zu dissen. Sie ist nur Firsurtechnisch in einer anderen Zeit hängen geblieben. Sie ist Anfang/ Mitte 70, genau so schlank wie sie mit 20 oder 30 Jahren war. Eine lange naturkrause wallende Mähne fast bis zur Taille, massiv mit Strähnchen durchgebleicht. Dazu ein bauschiger Pony bis zu den Wimpern. Ein wenig wie die letztes Jahr verstorbene Sonja Rykiel, aber in Blond.

Zum Ausgleich frönte ich meiner Leidenschaft: Schuhe. Ich fand im Step by Step ein paar Grashopper, die ich als Kind immer potthässlich fand aber trotzdem, wegen der Einlagen tragen musste. Damals nannte man sie Waldläufer.  Wenn sie, wie dieses Paar, in giftgrün mit weißen Sohlen gewesen wären, hätte ich sie angezogen.

12von12 im Juli

Auf dem Heimweg stand ich im Stau.

Am frühen Abend machte ich auf zum Dipso. Unterwegs machte ich ein Foto von dem Kopf, der inzwischen gruselig weiß angestrichen wurde.

Es wurde ein angenehmer Abend. Die S. und der M. waren da, sowie den N. , mit der ich vor etlichen Jahren die erste luxemburger Sitcom bestritt. Ich in der Maske, sie in der PR. Wir kramten viel in alten Erinnerungen und stellten fest, dass wir demnächst wieder zusammen auf einem Projekt arbeiten werden. Es wird sehr spannend werden, aber davon berichte ich im September, wenn es soweit ist.

Auf dem Rückweg bestellte ich mir ein Taxi. Ich machte noch ein Foto von der Ecke in der das Dipso verschachtelt zwischen all den anderen Lokalen liegt.

Und das, meine Damen und Herren waren meine 12von12 im Juli. Ich bin froh, dass ich sie nicht verpasst habe.

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* ja, ich war auch perplex bei der Pluralbildung von Fundus, aber ich habe extra nachgesehen. Fundi geht, Fundusse auch.

Neues von der Baustelle 2

Ein Baustellentreffen zwischen Innenarchitektin, Bauleitung und mir, letzte Woche Freitag, viel ein wenig ernüchternd aus. Die Maler- und Gipserfirma hat getrödelt und dadurch alles in Verzug gebracht. Zudem wurden ein paar Mängel entdeckt, die den Job der Bauleitung in Frage stellen. Nun ja…

Es sind aber ein paar Neuerungen zu verzeichnen die ich euch zeigen möchte.

Baustelle 2
So sah die Küche aus als ich die Wohnung bekam

 

Und so sieht es jetzt aus.

Der Heizungskörper und die Fensterbank wurde entfernt, da dort das Kochfeld hinkommt. Der Heizkörper kommt an die Wand hinter mir, dort wo ich stand, um das Foto zu machen. Auch der Sicherungskasten, der sich über Tür befand, wurde neben die Tür verlegt.

Die falsche Decke im Wohnzimmer wurde eingezogen.

Und auf dem Balkon steht bereits die Wanne, noch eingepackt, und wartet darauf im Badezimmer installiert zu werden.

Die Wandfarbe auf dem Balkon wird auch eine andere werden.

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O.J. : Made in America

Als die Fernsehserie Inside Look: The People v. O.J. Simpson, American Crime Story erschien, mit Cuba Gooding Jr. in der Hauptrolle, war ich nicht besonders angetan. Ich hatte zwei Episoden gesehen, ließ es dann aber bleiben.

Die Dokuserie von O.J.: Made in America jedoch ist etwas anderes. Sie lief am Freitag und Samstag auf Arte, dauerte volle 7 ½ Stunden und ist in 5 Episoden aufgeteilt. Sie gewann 2016 den Oskar für die beste Dokumentation. Ich hatte sie aufgenommen und schaute sie mir am Sonntag und Montag an.

Was ich hier zum ersten Mal verstand, sind die Umstände in denen O.J. groß wurde und wie es eigentlich soweit kommen konnte. Wie er erfolgreich wurde. Wie er es schaffte, dass die weiße Gesellschaft ihn ganz akzeptierte und seine Hautfarbe plötzlich nicht mehr relevant war, er sich jedoch dabei selbst verlor. Was mir lange auch nicht klar war, wie sehr die Rassenfrage hier eine Rolle gespielt hat und wie sein Fall ein ganzes Land spaltete. Interessant fand ich den Anfang der Doku in der sein Lebenslauf beschrieben wird, wie sehr er dafür kämpfte Erfolg und ganz besonders Anerkennung zu haben.

Zeitenweise, ganz besonders im dritten und vierten Teil, in dem es um den achtmonatigen Prozess geht, habe ich nicht zugesehen, weil ich die Bilder noch von CNN kannte. Ich hörte stattdessen zu und werkelte im Haushalt. Das machte mich dann doch stutzig hinsichtlich der Doku selbst, die bisweilen besser als Hörspiel den als Film funktioniert. Auch nicht so besonders fand ich wie am Ende der vierten Episode versucht wird eine Spannung aufzubauen, wie das Urteil denn jetzt lautet, denn war ja bekannt. Bekannt war mir auch dass er im anschließenden Zivilprozess für schuldig befunden wurde, und sein ganzes Vermögen verlor.

Wie es dann weiter ging war wusste ich nicht, weil das auch hier in Europa nicht mehr weiter thematisiert wurde. Man erlebt einen gebrochenen O.J. der immer noch noch glaubt, er sei ein Held, und versucht seine Andenken und Trophäen von einem Memorabilia Händler zu stehlen und dabei erwischt wird. Dafür sitzt er heute ein und bekam dafür die Maximalstrafe.

Ich war froh und erleichtert dass ich die vollen 7 ½ Stunden durchgehalten habe, weil ich jetzt aber auch so einiges besser verstehe, z.B. wie das korrupte amerikanische Rechtssystem funktionniert und wie sehr der Promistatus und die Hautfarbe eine Rolle spielen.

Die Doku ist noch bis Anfang August in der Arte Mediathek zu sehen.

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Die Pilgerreise nach Abydos

Es fiel mir heute morgen dann doch einer schöner Vergleich ein, um den Samstag zu beschreiben, den ich ja schon vorab als emotionalen Spagat bezeichnet hatte. Zu den Bestattungsriten der alten Ägypter gehörte die Pilgerreise nach Abydos, zu der der Leichnam mit einem Boot befördert wurde das auch anschließend eine Grabbeigabe war.

Am späten Samstag Nachmittag wurde Françoise beigesetzt, und keine drei Stunden später befand ich mich auf einem Boot in Remich auf der Mosel.

Die I. hatte zu ihrem 50.Geburtstag eingeladen, und es kostete mich einiges an Überwindung hinzugehen. Ich war kurz davor abzusagen, doch konnte die I. ja nichts dafür, dass beides nun mal am gleichen Tag stattfand. Also holte ich tief Luft schnallte den Gürtel fester und ging trotzdem hin. Schließlich arbeite ich im Showbusiness und die Show muss weitergehen…

Und die Fahrt auf dem Boot erwies sich als äußerst vergnüglich aber auch beruhigend für mein Gemüt.

Vor der Schleuse von Stadtbredimus bei Vollmond
Die A. und ich

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Da Remich doch fast eine Stunde per Auto von Luxemburg City entfernt ist und ich den Teufel nicht herausfordern wollte, hatte ich mir vorab ein Hotelzimmer auf der Esplanade gebucht.

Das alte Hotel du Cygne, das sehr lange geschlossen war, wurde in The Nest umgetauft und erfuhr eine komplette Renovierung.

Ich hatte eines der letzten Einzelzimmer bekommen das zwar sehr schön renoviert, aber auch sehr klein war. Es erinnerte mich ein wenig an die Hotelzimmer in London, die auch alle immer ein Idee zu klein sind. Bei Booking.com hat es die wohlverdiente Note 8,3, die meiner Meinung nach sogar noch ein wenig höher sein könnte. Eine empfehlenswerte Adresse in Remich, bei der ich irgendwann das Restaurant ausprobiere.

Alle Bilder sind wieder da!

Das Bild oben seht ihr jetzt zum letzten mal.

Ich hatte ja bereits über die korrupte Aktion von Photobucket geschrieben.
Aber es war gar nicht so schwer das Problem zu lösen. Ich kaufte beim Provider 5GB Speicherplatz, die nicht so teuer sind. Es kostet mich jetzt jedes Jahr 150.-€ mehr. Das sind aber noch immer keine 400$ die Photobucket von mir haben wollte!

Letztendlich hat aber ein sehr nützliches Plugin, das man mir im WordPress Forum empfohlen hat, den Rest getan. Es heißt „Better Search Replace“ und ist auch auf Deutsch verfügbar. Es hat mir mit einem Klick sämtliche Bilder URL in der Datenbank geändert. Es hat sogar die URLs ersetzt die sich mit früheren Umzügen und Namensänderungen des Blogs auch verschoben hatten. Somit sind ALLE Bilder wieder sichtbar!

Die nächste Aktion ist, alle Bilder von Imgur hochzuladen und die URL ebenfalls zu ändern. Das wird für euch, meine Leser, nichts ändern, denn die Hotlinks von Imgur sind ja alle da. Doch ich will nicht noch einmal ein solches Desaster erleben.

Hach, der Samstag fängt gut an!
Aber er wird noch ein emotionales Spagat werden, das weiß ich jetzt schon, doch darüber schreibe ich morgen.

Die Kurx mit dem Fuchs. Eine Facebook Story

Ja, der Titel des Beitrags gefällt mir. Ja, ich gebe es zu, bisweilen bin ich jemand der Facebook liest wie andere die Tageszeitung. Ich bin auch nicht stolz drauf.

Als ich diese beiden Fotos bei P. sah dachte ich ‚Randale in Consdorf‘, ein Nachbardorf aus meiner alten Heimat. In gewisser Weise sind es Randale, aber keiner geht gegen den Missetäter vor.

Es ist ein Fuchs, der jeden Dienstag, wenn die Mülltonnen vor der Tür stehen, alles durchwühlt um Fressbares für seine Jungen zu finden. P., der Bäcker ist, schreibt, wenn er nicht früh genug  loszieht, um die Straße zu kehren, sind bereits gute 50 Autos durchgefahren und es sieht dann wie auf den Fotos aus.

Fuchs

Fuchs

Bemerkenswert ist dass,in den ganzen Kommentaren ( und es sind deren nicht wenige): NIEMAND dem Fuchs die Schuld gibt. Es werden Ratschläge und Vorsichtsmaßnahmen diskutiert. Es wird sogar ein Politiker dazu aufgefordert jede Woche die Straße zu säubern. Der Missetäter selbst bleibt verschont. Sehr bemerkenswert.

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Ein Pink Flamingo Abend & ein entzündeter Ischiasnerv

Ladies Afterwork

Es war ein schöner Abend und ich hatte mächtig zu tun.

Pink Flamingo

Diese Ladies Afterwork Partys werden regelmäßig von der Revue organisiert. Mady fragte mich bereits mehrfach ob ich keine Lust hätte mitzumachen, aber es ergab sich nie. Meistens hatte ich im Theater zu tun. Doch für gestern Abend sagte ich zu. Zudem war es mal wieder ein gute Gelegenheit „normales“ Fußvolk zu schminken, als nur Schauspieler und Modells. Vom Restaurant du Sud, wurde sie kurzfristig ins Ikki verlegt, weil die Musikanlage einen Schaden hatte und nicht klar war ob man das noch vor der Party beheben könne. Ich wurde sehr oft nach falschen permanenten Wimpern gefragt. Da dies jedoch in den Bereich der Schönheitsinstitiute fällt, konnte ich nur Auskunft geben aber kleben konnte ich keine.

Das wäre mal eine Maßnahme für die Afterworkparty ein Kosmetikerin die sich damit auskennt.

Da die Party das Thema Pink Flamingo hatte, standen überall ein paar von den Viechern rum.

Ein gelungener Abend. RTL war auch zugegen und wenn die Reportage online ist werde ich sie nachreichen.

***

Seit Montag plagt mich der Ischiasnerv im rechten Bein. Ich hatte am Sonntag während der Probe keinen trockenen Sitzplatz gefunden und stand volle 2 Stunden auf einer krummen feuchten Wiese rum. Es ist zum ersten Mal dass ich überhaupt damit geplagt bin. Somit schalt ich nur selbst am Montag und Dienstag und solle mich nicht so anstellen. Doch am Mittwoch war es immer noch keinen Deut besser. Also ging ich in die Apotheke und kaufte Schmerztabletten und orderte einen Termin beim Osteopathen… Mit dem Schmerztabletten überstand ich aber die Afterworkparty ohne beständig zu hinken.

 

Der Skyliner (endlich) & Was morgen wichtig wird

Der Tag gestern schob sich so endlos dahin.  Ich dachte viel an Françoise, an die vielen Cannes Reisen, an tolle Begegnungen die ich nie gehabt hätte, wenn sie nicht gewesen wäre… Es ist ein großer Verlust für mich und ich bin untröstlich dass sie nicht mehr da ist…

Am späten Nachmittag wohnte ich noch einer Bauprobe im Grossen Theater bei für ein Stück der nächsten Spielzeit.

Ich konnte und wollte nicht nach hause gehen und ich beschlos noch ein wenig durch die Stadt zu wandern.

Da das Wetter heute endlich nach zwei sehr nasskalten Tagen wieder etwas besser war, beschloss ich den Skyliner zu besteigen.

Danach schlenderte ich zum Annexe, dort wo ich Françoise zum letzten mal glücklich sah. Danach ging es bergab…

Das Annexe ist und bleibt eines meiner Lieblingsrestaurants. Der Küchenchef der letztes Jahr den Preis gewann, und für das Menü an meinem Geburtstag verantwortlich war, ist nicht mehr da. Stattdessen ist der Souschef zum Chef aufgestiegen. Und es ist immer noch so lecker wie davor.  Kochen IST eine Kunst.

***

Meine Freundin Mady, die die tolle Reportage von mir in der Revue machte (ich berichtete davon) fragte mich vor kurzem wieder ob ich denn dieses Mal Zeit hätte, für die Laydies Afterwork Party. Ich musste ihr mehrfach absagen, da ich zeitgleich immer im Theater beschäftigt war. Aber dieses mal bin ich mit dabei.

morgen

Wenn ich ihr also Schminktipps von mir haben wollt, dann schaut morgen Abend im Restaurant Le Sud vorbei. Ich stehe euch ab 18:00 Uhr für zwei Stunden zur Verfügung.

Männer sind übrigens zu diesem Abend auch herzlich willkommen. (Im Gegensatz zu der Ladiesnight im Kino, wo ich weiß, dass Männer ausgebuht werden!!!)

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Ein trauriger Start in die Woche – Äddi Françoise

Heute Morgen, kurz nach 8:00 erreichte mich die SMS. Françoise, meine langjährige Freundin schloss zum letzten Mal ihre Augen.

Es war abzusehen. Die Chemo, die sie schon über ein Jahr über sich ergehen ließ, hatte nicht die gewünschte Wirkung. Ich hatte sie noch vor ein paar Tagen besucht. Doch ich hätte nicht gedacht dass jetzt so schnell gehen würde…

Sie mochte nicht wenn man Bilder von ihr machte. Sie sah sich nicht gern auf Fotos. Das letzte Foto von ihr das ich habe, entstand letztes Jahr an meinem 50. Geburtstag.

 

Ich lernte Françoise in dem kleinen Kinoshop vom Utopia kennen, den sie regelmäßig betreute. Es war ihr Beitrag als Mitglied der Utopiagruppe, eine Bande von Filmfreaks die es weit gebracht hatten, und ein Kino mit 5 Sälen aufgebaut hatten. Damals konnte sie noch an Krücken gehen und fuhr selbst Auto.

Sie war einer der letzten Fälle in Luxemburg die an Kinderlähmung erkrankt waren, bevor die Schluckimpfung gefunden wurde und war ab der Hüfte nach unten hin gelähmt.

Ihr erlernter Beruf war Übersetzerin. Sie arbeitete für die EU in der Terminologie Abteilung für Französisch. Manchmal erzählte sie davon welche abenteuerlichen Recherchen sie machen musste, um einen Begriff ins Französische zu übersetzen, was meistens in einer Umschreibung des Begriffes endete. Aber um es zu Umschreiben musste sie selbst verstehen um was es ging. Somit arbeitete sie auch aktiv am Eurodicautom mit.

Weil sie ebenfalls Mitglied des Office du Film war, der für Luxemburg die Filme indizierte (in Deutschlad ist das die FSK) fuhr sie jedes Jahr nach Cannes zum Filmfestival um sich schon vorab eine Menge Filme anzusehen. Das ersparte ein wenig Arbeit über das Jahr hinweg. Ich begleitete sie über 10 Jahre dorthin. Ein paar der Festivals habe ich auch verbloggt. (Sucht einfach nach „Cannes“ im Blog)

Aus praktischen Gründen war es für Cannes einfacher wenn sie im Rollstuhl saß. Manchmal mussten wir zwischen zwei Filmen je nach Anfangszeiten der Filme regelrecht rennen um in den nächsten Kinosaal zu kommen. Ein anderer Vorteil war, dass das Schlangestehen vor den Sälen entfiel. Somit schafften wir an manchen Tagen 6 Filme. In der Regel waren es meistens fünf.

Es war eine schöne Zeit einmal im Jahr so nah am Geschehen dabei zu sein. Wir mieden mit einer Ausnahme immer die Abendvorführungen bei denen ich einen Smoking tragen müsste. Abends fielen wir Steine in Bett um morgens dann wieder in aller Frühe aufzustehen weil der Erste Film bereits um 8:30 lief. Nach 10 Tagen waren wir völlig k.o. aber voll von neuen Eindrücken aus der ganzen Welt.

Es waren wunderbare Jahre. Wir besuchten am Anfang und am Ende des Festivals immer ihre Freundin Rosemarie in Bedoin bei der wir übernachteten. Ich hatte hier einmal etwas über sie geschrieben.  Es war wie ein Ritual, das ich in den ersten Jahren einfach mitmachte, doch danach hätte ich es um keinen Preis der Welt missen wollen.

2006 oder 2007  waren wir zum letzten mal dort. Danach hatte sie einen schlimmen Muskelriss in der Schulter und war komplett an den Rollstuhl gefesselt. Es brauchte über ein Jahr bis er ganz ausheilte. Danach traute sie sich nicht mehr die lange Reise nach Südfrankreich auf sich zu nehmen und das Apartment, das wir jedes Jahr bezogen, war auch nicht komplett Rollstuhl geeignet.

Bis heute versetzt es mir jedes Jahr einen leichten Stich von Wehmut, wenn das Festival in Cannes im Mai losgeht…

Hier zwei Bilder von ihr die ich 2005 in Bedoin machte.

Françoise

Äddi Françoise

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Warum Photobucket meine Fotos kidnappt und nur gegen ein Lösegeld von 400$ pro Jahr freigibt

Ich hatte es ja schon in einem Beitrag davor angedeutet.
Für die, die es noch nicht mitbekommen haben, Photobucket hat den Zugang als 3rd Party gesperrt und über 3000 Fotos erscheinen nicht mehr im Blog. Es fühlt sich an als ob man mir meine Arbeit von 13 Jahren gekidnappt hat.

Wenn, dann müsste ich ein Abo nehmen für satte 400$ im Jahr. Dass man plötzlich für etwas bezahlen muss das davor gratis war, ist nichts Ungewöhnliches. Dass man es aber so drastisch umsetzt, ohne Vorwarnung, lässt vermuten dass Photobucket in massiven finanziellen Schwierigkeiten steckt.

 

Ich habe schon davor, mehrfach ihren Kundenservice angeschrieben, weil es immer wieder Probleme mit dem Upload gab. Nichts, null, keine Reaktion. Dabei war Photobucket mal einer der größten Anbieter in Sachen Fotohosting und über Jahre hinweg vertrauenswürdig.

Aber alles Geschrei und Wüten wie Rumpelstilzchen hilft nicht. Ich muss ein Lösung finden. Und ich glaube, ich hab sie gefunden mit Hilfe von meinem bloggenden Namensvetter Joel A.

Es ist machbar, wird aber nicht so einfach werden. Mit ein bisschen Glück und Hilfe von Experten…

Wir werden sehen.

Update:
Das schreibt die Tech-Presse

The Register: Photobucket says photo-f**k-it, starts off-site image shakedown
Petapixel: Photobucket Just Broke Billions of Photos Across the Web
Ghacks.net: PhotoBucket now charges $399 for third-party hosted images