Vum Lämmes gebass

Der Ursprung das Titels weiss ich nicht. Ist mir auch jetzt zu mühsam das herauszufinden. Kann ja jemand von euch tun wenn er Lust hat.

A propos Lust: Die Lust am Beißen vor allem in blanke Hälse, ist seit geraumer Zeit wieder groß in Mode, vor allem beim jüngeren Publikum. Vampirgeschichten haben einen ungebrochen großen Erfolg, und das so sehr, dass ich letzte Woche auf Stippvisite in Stuttgart war um mir den Tanz der Vampire anzusehen.
Nein ich bin nicht von denen gebissen worden und ich schwimme auch nicht auf der Welle der Kleinmädchen Romane von Stephenie Meyer mit.
Ab nächster Woche läuft im großen Theater, das gleiche Musical mit neunzig Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der „UGDA“ und dem „Service National de la Jeunesse“.
Ratet mal wer die Maske macht?

Info: tanzdervampire.lu

Am Morgen getanzt

Kultnacht – The Best Disco In Town, hieß es letzte Nacht bei ZDF neo. Ich wollte ins Bett weil ich müde und schlecht gelaunt war und mich selbst nicht konnte.
Und dann sah ich all die verrückten Kostüme, Haarschnitte, bisweilen ziemlich bizarre Designs. Die Musik tat den Rest. Und plötzlich war ich so gut gelaunt und voller Energie, dass Zu-Bett-Gehen ein Fremdwort war. Mir ging es gut.

Und heute Morgen stellte ich mir die dreier Kombination zusammen.

Stacy Lattisaw – Jump to the Beat

Nick Straker Band – A Walk In The Park

MFSB feat. The Three Degrees – TSOP (The Sound Of Philadelphia)

Wie Schall und Rauch

Vorgestern schwirrte mir bei der Autofahrt plötzlich ein Name durch den Kopf den ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gehört hatte.

Aztec Camera
Eine Indie Pop Band aus den Achzigern von denen ich irgendwo wahrscheinlich auch noch ein Vinylalbum habe. So richtig groß raus sind sie nie gekommen, aber es gab ein Lied von der Gruppe das ich damals stundenlang hörte: How Men are.

Die original Version, fand ich ohne lange zu suchen bei diversen Downloadportalen, aber das Video ist nicht auffindbar. Der Frontman der Band, die sich 1995 auflöste, hat das Lied immer noch in seinem Repertoire. Roddy Frame singt es in einer Accousticversion.

Sex (2)

… weiter dem F&A:

Sex im Internet?
Eine etwas seltsame Fragestellung. Aber ich lasse sie absichtlich so vage. Ich würde lügen wenn ich sagen würde ich hätte nicht schon so einiges ausprobiert. (Wobei wir wieder bei den Erfahrungswerten wären und der Tatsache dass ich da besser einiges nicht versucht hätte) Nun gibt es für jeden noch so ausgefallenen Geschmack tonnenweise Material im Netz und ich muss keine Beispiele oder Links zeigen, das tun andere zur Genüge. Sex spielt sich ja zum größten Teil im Kopf ab. Aber diese ganzen Sexseiten turnen mich eher ab als an. 95% von dem was ich dort sehe regt meine Phantasie nicht an. Und um nach diesen 5% zu suchen ist mir zu zeitaufwendig und mühsam.

Wenn wir schon bei dem Thema Internet sind. Partnersuche im Internet?
Ich glaube dazu habe ich schon mal was geschrieben. Ich habs versucht. Die anschließenden Treffen fielen von „Himmelhochjauchzend“ bis „Zu Tode betrübt“ aus. Ich bin auch bei zwei verschiedenen Datingseiten noch immer gelistet, doch ich nutze sie heute wie ein soziales Netzwerk, ohne die unangenehmen Nebenwirkungen á la Facebook.

Wie ist das mit Sex, Liebe und Treue?
Sex ist Sex, Liebe ist was anderes. Ich gehöre zu der denen die beides von einander unterscheiden können und das eine sowohl wie das andere haben, manchmal ergänzend manchmal getrennt. Das mag für viele keine Option sein. Ich bin darin liberal eingestellt. (was aber nicht heißt dass ich für alles und jeden Freiwild bin!!!)

Wie stehst du zu den Blogs in denen etwas über Sex stehst.
Ha, jetzt kommst’s! Ich bin überzeugt davon, dass in jedem dieser Beiträge und sei er noch so fiktiv immer ein Körnchen Wahrheit steckt.

Ich könnte noch lange so weitermachen, aber ich finde das reicht für’s erste…

Sex

Alle (fast alle) Blogs die ich lese schreiben über Sex. Nur ich nicht. Dabei stellt sich die Frage warum? Weil es die letzte Bastion ist ich wacker halte und dem Internet nicht preisgebe?
Seltsamerweise wüsste ich nicht mal was ich drüber schreiben sollte.
Eben las ich ein Beitrag im postapokaliptischen Blog mit dem Titel Analsex mit Fremden. Nun muss ich ehrlich gestehen dass ich beim Lesen solcher Titel (egal ob sie aus reiner Provokation geschrieben sind oder ein Schwank aus dem eigenen Erfahrungsschatz erzählen) emotional völlig ungerührt bin. Dabei handelte der Beitrag an sich sich nicht darüber sondern über etwas ganz anderes.
Ich schweife ab…
Versuchen wir es mal mit F&A

Bin ich prüde?
Nö, überhaupt nicht. Aber daran liegt es wahrscheinlich auch nicht.

Bin ich lustlos?
Nein auch nicht. Zumindest funktionieren alle dazu nötigen Organe einwandfrei und hatten noch nie ungewollte Aussetzer.

Mangelt es mir an Erfahrung?
Das nun wirklich nicht. Es gibt sogar die eine oder andere Erfahrung auf die ich im Nachhinein gerne verzichtet hätte. Aber zumindest weiß ich jetzt was ich mag und was nicht.

Geht das etwas präziser?
Ja. Zum Beispiel finde ich diese ganze Fetischzeug total überbewertet und bisweilen sehr lächerlich. Genau so Rollenspiele wie z.B Sado/Maso mit einem Feuerwerk an Utensilien erscheint mir äußerst mühsam und kompliziert.

Ich bin also ein 08/15 Typ?
Nein das nun auch wieder nicht. Obwohl eine 08/15 Nummer mir näher liegt als kopfüber an einem Seil zu hängen und einen Arm bis zum Ellbogen im Darm zu spüren. Dazwischen gibt es noch sehr viel anderes.

(Fortsetzung folgt)

Annie Girardot

Gestern war die letzte Vorstellung der „Kassette“ für Oktober. In dem langen Gang im Keller des Kapuzinertheaters hängen jede Menge an alten Theaterplakaten von vergangenen Produktionen. Ein Plakat davon ist keine hauseigene Produktion sondern ein Tourneestück.

Als ich das Bild mit der Widmung von Annie Girardot ablichtete, war ich neugierig was aus der Schauspielerin geworden ist. Umso mehr erschrak ich als ich las, dass sie schwer an Alzheimer erkrankt ist und bisweilen nicht mehr weiß dass sie einmal Schauspielerin war.
Die Widmung auf dem Plakat gewinnt damit sehr an Bedeutung:

Pour toute l’équipe du théâtre des Capucins / Merci de votre acceuil / Vive la la vie. Oh oui… la vie!!!

Sie wechselte vom Leben in eine Welt der vergangenen Träume.

Interview mit ihrer Tochter Giulia Salvatori:

Veuillez installer Flash Player pour lire la vidéo

Am Morgen gelacht

Und weil die Serie so schrill und grell ist und ich mich immer wieder wegschreien könnte, hier noch einmal die „party de scrabble“ und gleich dahinter die Aufnahmen der gleichen Szene die nichts wurden weil die Schauspieler fast umkamen vor lachen. (ab 5:35)

Bloggen ist das einzig wahre

Jetzt habe ich den Titel schon vier mal neu geschrieben und er ist noch immer nicht so wie ich ihn haben will.

Ob Bloggen nun tatsächlich das einzig Wahre ist kann ich so nicht beurteilen, letztendlich schlussfolgert das jeder für sich selbst.

Meine heiß geliebte Else Buschheuer, schreibt wieder in ihrem Blog, das sie über Monate wenn nicht Jahre lang vernachlässigt hat. Das Bloggen hatte aufgegeben nachdem sich voll und ganz den sozialen Netzwerken hingab, sprich Twitter und seit neustem auch Facebook. Jetzt hat sie eine Abhandlung darüber geschrieben und Vergleiche angestellt.  Auf ihrem Blog steht nun die neuste Version des Textes. Ich habe,dank Google Reader, drei verschiedene davon gelesen.

Und ich bin nach dem lesen des Textes nach wie vor davon überzeugt dass ich richtig gehandelt habe bei Facebook zu verduften und mit Twitter gar nicht erst anzufangen.

Meine Hassliebe

Eigentlich wollte ich heute gar nichts schreiben, weil ich seit Tagen im Keller des Kapuzinertheaters sitze und mir diese halbe Stunde zum schreiben aus meinem Zeitplan gradezu klaue. Deshalb wird dieser Beitrag auch so wie er in der ersten Version ist, veröffentlicht. Er könnte auch unter dem Begriff „Free Writing“ stehen.

Die Ode der Hassliebe gilt einem Gegenstand mit dem ich fast tagtäglich zu tun habe. Perücken.

Perücken, Haarteile, Schnauzbärte, Backenbärte, Kinnbärte und was noch alles in diese Kategorie fällt.  Wenn ich mich stunden- und tagelang mit diesen „toten Tieren“, wie ich sie ab und zu nenne, beschäftigt, bekomme ich Zustände. In dem Stück „Die Kassette“ das ich gerade betreue haben 80% der Akteure ein totes Tier auf dem Kopf oder im Gesicht kleben. Da es ausnahmslos Echthaarprücken sind, sehen sie zwar besser aus als die Synthetischen aber sie brauchen auch wesentlich mehr Pflege.

Gestern hatte ich zum ersten mal einen Schreikrampf und zwei von den Teilen flogen durch die Gegend. Danach ging es mir nicht unbedingt besser, weil ich sie ja doch machen musste, doch der Hass auf die Viecher war größer als je zuvor.

Als die Schauspieler die Dinger abends auf den Köpfen hatten während der Probe, sah es richtig gut aus und man Hass war beinah verflogen. Nur gut dass der- oder diejenige nicht weiß dass sein Haarteil kurz davor war im Klo ersäuft zu werden…

Zudem hätte mich der Prrückenmord ein paar tausend Euro gekostet, da, und das ahnt man nicht, diese Viecher unbeschreiblich teuer sind.

Sucht

Dass ich in meinem Alter nochmal einer neuen Sucht verfalle hätte ich auch nicht gedacht.

Rune Scape ist ein Rollenspiel das es schon seit  Jahren gibt. Man wird in einer Phantasiewelt zum Abenteurer in der man so ziemlich alles machen kann was nur denkbar ist. Das tolle daran ist dass man es tatsächlich für lau spielen kann und das ungefähr 5000 Stunden und das ohne lästige Werbung. Wenn man dann weiter gehen möchte kostet es ein bissel was, aber bis dahin ist es eine sehr lange Zeit.

Keine Frage, ich bin süchtig.

So wie der Sommer endet

…und der Herbst mit großen Schritten herbei eilt, so ändert sich draußen die Natur. Es mag vielleicht nur ein Trugschluss sein doch auch ich muss zwangsweise ein paar liebgewonnene Gewohnheiten im Net aufgeben.

Vor ein paar Tagen erreichte mich folgende Mail von Xmarks:

Dear Xmarks User,
We’ve always said we won’t email you unless it’s important; this is one of those occasions:
Xmarks will be shutting down our free browser synchronization services on January 10, 2011. For details on how to transition to recommended alternatives, consult this page.

Xmarks ist ein Addon im Browser das die Lesezeichen zwischen meinen verschiedenen Computern automatisch synchronisiert. Das ist äußerst praktisch zumal ich ja viel unterwegs bin und wie ohne gross nachzudenken immer auf meine vertraute Lesezeichen Tabelle zurückgreifen kann.
Im Erklärungstext schreibt Xmarks dass es inzwischen dafür ein vorinstalliertes Tool von Firefox und Opera selbst gibt. Wo denn Bitteschön?

Auf der Seite von Bloglines steht seit kurzem zu lesen.

The Bloglines service will officially close November 1, 2010.
More detail can be found on the Ask.com blog – http://blog.ask.com.

Genial bei der Seite ist, dass ich alle RSS Feeds auf eine Blick durchsehen kann und Bloglines mir anzeigt bei welchem Blog neue Feeds seit meinem letzten Besuch hinzugekommen sind. Das erspart mir viel Zeit alle Blogs einzeln durchzusehen.
Kennt jemand dafür eine Alternative?

Zeitvertreib

Früher, als Nintendo den ersten GameBoy heraus brachte, gab es zu jeder Konsole ein Spiel gleich mit. Tetris. Ich habe stundenlang Tetris gespielt.

Dann kam die ersten Variationen davon, die mir alle nicht so gut gefielen wie das Original.
Heute fand ich Tetris 3D, das sehr an das Original angelehnt ist, aber eben rund. Und da es nicht von Nintendo ist, heisst es Torus.

Torus

Menschliche Makel

…sind mir nicht fremd, da ich mich tagein tagaus damit beschäftige und der Frage, wie man sie am Besten kaschiert.

Das abstehende Ohr sah ich gestern auf einer Terrasse und viel mir sofort auf, da die Sonne es zusätzlich zum leuchten brachte.
Bei solch krassen Fällen endet aber mein Wissen. Da hilft nur noch ein chirurgischer Eingriff.

Themesongs

Wenn ihr je die Kult Serie Aly McBeal gesehen habt, müsstet ist wissen was ein Themesong ist und zu was er gut sein soll. Themesongs bestärken, trösten, erheben je nach Lebenslage.

Ich habe mir immer Themesongs gesucht wenn die Trauer zu groß wurde und ich sie auf etwas reflektieren musste. Der Song wirkte dann so ähnlich wie ein Schwamm und danach Pandoras Box. Wenn ich ihn hörte war der ganze Schmerz wieder da.

Es war eine Zeit in der ich nicht nur einen Song brauchte sondern gleich mehrere und ich hatte sie eher wahllos erkoren, Hauptsache schnulzig. Einer davon war von LeAnn Rhymes – How Do I Live, der andere ( ich wage es kaum zu sagen) von Britney Spears – Sometimes
Ich dachte damals dass die Songs ihren Job nicht getan hätten, dass es einfach nur billige Schnulzen waren, die zur der Zeit im Radio rauf und runter nudelten, doch nicht genug Tiefe besaßen, als das Leid aufzusaugen das ich in mir hatte. Deshalb habe hatte ich mir auch zwei Songs gesucht.
Das positive daran war, dass man sie später nicht mehr hörte, weil man sie ob ihrer extremen Schnulzigkeit peinlich fand.

Ende letzter Woche hörte ich einen davon per Zufall wieder, ganz kurz in einer Castingsshow. Und wisst ihr was? Sie haben all das was ich damals in sie hineingelegt habe nicht verloren. Ich saß da plötzlich da und fühlte mich unendlich traurig und spürte den ganzen Schmerz wieder den ich damals auch hatte.
Und obwohl ich mich in dem Moment richtig schlecht fühlte, wurde mir klar wie wichtig Themesongs sind.

In Lille (3)

Obwohl heute ein Tag war der sich anfühlte als ob er ewig dauern würde und wir gleich morgens eine heftige Liebesszene abdrehen mussten, (Liebsszenen sind immer eine Wahnsinnsaufwand für die Maske) blieb die Stimmung gelassen und heiter.
Ihr fragt euch jetzt warum Liebesszenen so aufwendig sind. Beim drehen sind solche Szenen alles andere als erotisch. Im Gegenteil, der Lippenstift verschmiert, die Grundierung geht flöten, frisierte Haare stehen wild zu Berge und es muss quasi zwischen jeder Aufnahme wieder alles neu gemacht werden. Dasist nicht ermüdend für mich sondern auch für den Rest der Crew und die Schauspieler. Zudem müssen die Darsteller sich oft so komisch verrenken und in den selsamsten Positionen immer noch leidenschaftlich und prickelnd sein, was sie aber in Wahrheit nicht sind.
Doch all meine morgendlichen Befürchtungen waren wie weggelblasen, da die allgemeine Stimmung nicht abrutschte.
Sogar der abendliche Regen ließ meine Stimmung nicht sinken. ICh fotographierte gut gelaunt den Regenbogen vom Hotelzimmer aus, den euch nicht vorenthalten möchte.

In Lille (2)

Mit rumgammeln war nix.
Ich bin ein bisschen durch die Stadt gelaufen.
Lille hat zwei Gesichter das alte und das neue, wobei das alte wesentlich reizvoller ist als das neue.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Chambre de Commerce, ein Gebäude mitten in der Stadt das so ausschaut. So ähnlich schaut den auch der ganze alte Stadtkern aus.

Das neue Gesicht der Stadt befindet sich auf der anderen Seite des alten Bahnhofes wenn in Richtung des neuen Bahnhofes geht.

Ein spektakuläres Hochhaus in der Form eines recht unbequemen Untersuchungsstuhl eines Frauenarztes. Es thront mitten auf dem neuen Bahnhof. Links daneben das kupferfarbene Crown Plaza Hotel.

Die ganze Ecke erinnerte mich irgendwie an die Straßen rund um den Potsdamer Platz in Berlin, bei dem ich die Architektur anfangs noch ganz schön fand, inzwischen finde ich sie potthässlich.

In Lille

Ich bin nun seit zwei Wochen in Lille und es kommt mir vor als ob ich schon 6 Monate hier wäre.

Gerne würde ich jetzt hier eine Unmenge an Begebenheiten beschreiben und darüber meckern aber es hilft ja nicht, also lass ich es.

Von der Stadt habe ich noch nicht viel gesehen, denn bei Drehschluss, meistens eine oder anderthalb Stunden später als vorgesehen, sind die Geschäfte der Innenstadt zu und ich falle wie ein Stein ins Bett.

Gestern sagte mir eine Kollegin sie komme sich wie eingesperrt vor. Sie habe erst jetzt in den Nachrichten gesehen dass Millionen an Menschen in Pakistan zu Grunde gehen. Sie bekäme nichts mehr vom Rest der Welt mit.
Nun ist es seit Jahren so dass, wenn ich an zeitaufwendigen Projekten arbeite, mir immer die Zeit nehme mindestens einmal am Tag, Nachrichten zu hören oder zu sehen. Dann habe ich dieses Gefühl nicht, mich selbst eingesperrt zu haben. Dann hat plötzlich eine Hintergrundmusik wie die von DW-TV, wenn die Programmvorschau läuft, etwas Vertrautes Anheimelndes an sich.

Es hat was bequemes wenn man morgens nicht elend lange Anfahrtszeiten zum Drehort hat, doch habe ich auch festgestellt dass ich diese Zeiten manchmal vermisse, da sie Gelegenheit dazu geben Radio zu hören oder ein Hörbuch. So ergab es sich diese Woche dass wir einen Tag am Meer drehten, nicht weit von Calais entfernt, aber mit satten 120 KM Anfahrt. Unterwegs hörte ich France Inter, ein Sender der immer wieder interessante Sendungen hat. So wurde ich aufmerksam auf einen Dokumentarfilm den man über Arte im Internet sehen kann.
Ich wusste nicht dass es im Staate Colorado ein County mitten im Canon gibt in dem es dreizehn Gefängnisse gibt. Um diese Gefängnisse hat eine ganze Stadt gebildet mit von Menschen die alle für diese Gefängnisse arbeiten. Interessant an dem Film ist dass er so interaktiv ist wie es davor noch nicht gesehen habe.
Prison Valley.

Und so lebe ich heute an einem freien Sonntag in den Tag hinein, ohne wirklich einen Plan zu haben was ich anstellen soll. Vielleicht werde ich spazieren gehen,vielleicht werde gleich zum Bahnhof gehen und mir den Spiegel von letzter Woche besorgen, vielleicht gehe ich ins Kino, (denn darin ist Lille wirklich gut bestückt) viellecht werde ich den Tag im Hotelzimmer verbringen mit lesen und gammeln.

Morgen geht es dann nochmal ran mit fünf Drehtagen die es in sich haben…

An einem Freitag den 13.

Ich bin seit ein paar Wochen nur noch von Tod und Feuersbrunst umgeben.

-Im vorigen Beitrag schreib ich von einem Bekannten der den Freitod wählte.
-Eine Woche davor erfuhr ich vom Tod des Vaters einer sehr guten Freundin, den ich sehr bedauert habe, da ich ihn kennenlernte und letztes Jahr im November auf dem Letzteburger Filmpräis noch einmal sah.
-Heute wurde der grandiose Schauspieler Bruno Cremer beerdigt mit dem ich das Glück und die Ehre hatte einmal zu arbeiten.
Und heute in den Nachmittagsstunden rief ein Reporter von RTL bei mir an um etwas über das Philo’soff‘ zu erfahren das letzte Nacht abgebrannt ist. Mich sollte der Schlag der treffen.

Ich bin nicht abergläubisch, aber mir ist nicht wohl zumute…

Und ich bin arbeitsbedingt immer noch in Frankreich unterwegs…

Und die Welt dreht sich weiter

Vor zwei Tagen erfuhr ich dass ein Bekannter sich das Leben nahm. Aus den allerseits bekannten Zeitgründen konnte ich nicht drüber schreiben, geschweige denn, darüber nachdenken.

Ich kannte den Mann mehr schlecht als recht.
Er hat eine Methode gewählt sich umzubringen die eine der grausamsten ist.
Er hat sich erhängt…

Und wir die noch da sind, sind ratlos.
Fragen bleiben unbeantwortet.
Es ist sinnlos zu fragen nach dem Warum und Weshalb.
Keine Antwort wird sie zur Zufriedenheit beantworten.

Für ihn blieb die Welt stehen.
Für alle die die ihn kannten blieb die Welt auch stehen für einen kurzen Augenblick.
Doch in Wirklichkeit dreht sie sich weiter, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und ich bin in Lille in Frankreich und frage mich was ich hier soll…

Der ewige K(r)ampf mit Wiederholungen

Ich bin mal wieder an diesem Punkt in meinem Bloggerleben angelangt, wo ich den Sinn und Zweck vom Bloggen nicht mehr erkenne.

Abgesehen davon dass ich zur Zeit eh nicht viel über meine Arbeit schreiben kann, weil ich vertraglich daran gebunden bin nichts preiszugeben, passiert nichts außergewöhnliches.
Zudem sind die Aufträge nicht grad der Brüller.
Und bevor ich mich in Teufels Küche bringe, verbiete ich mir den Mund.
Denn das einzig interessante wäre dass ich etwas daran auszusetzen habe…

Zudem plagt mich wie schon mal vor Jahren die Idee der Wiederholung.
Ein Film ist ein Film.
Ein Theaterstück ist ein Theaterstück.
Ein Fotoshooting ist ein Fotoshooting.
Es kommt mir so vor als ich ob ich schon zu oft davon berichtet hätte.

Es wird ab nächster Woche sowieso noch ruhiger im Blog werden, da ich drei Wochen in Frankreich drehe. Und da ich immer davon ausgehe dass ich KEIN Internet Zugang habe, kann es sein dass hier gar nichts passiert.

Aber vielleicht ist die Pause auch mal ganz gut.

Riten und Bräuche

Ich arbeite zur Zeit an einem Open Air Theaterstück, dessen Hauptfigur, der Comicheld Superjhemp ist. Das ganze läuft in Kehlen etwas außerhalb des Dorfes auf einem Platz der „op Schéimerech“ heißt.
Die Bühne sieht so aus:

Ein riesiges Schiff aus Gummireifen. Doch die Bühne birgt ein kleines Geheimnis.

Als die Leute des Dorfes sich zusammen taten um 2000 das erste Mal ein Open Air Theaterstück zu produzieren, war die Aufregung groß. Es war sehr viel Geld im Spiel, da eine große Tribüne ausgeliehen werden musste, nebst einem großen Zelt für Getränke und Speisen, und und und…
Die Eintrittsgelder mussten alle Unkosten decken. Doch was wenn das Wetter nicht mitspielen würde? Da stiftete eine ältere Frau aus dem Dorf eine Muttergottes Statue. Sie würde helfen und dafür sorgen dass es nicht regnen würde.
Und in der Tat, seit 2000 alle zwei Jahre spielt der inzwischen eingetragene Verein ein Stück auf dem offenen Feld und es hat, gestern mit eingerechnet, nur während vier Vorstellungen ein bisschen genieselt. Die Statue wird immer im Bühnenbild irgendwo unauffällig eingebaut.

Wenn ich schwach werde

Als ich neulich in Berlin weilte, entbrannte eine zugegeben leicht alkoholisierte Diskussion darüber warum ich nicht (mehr) bei Facebook bin. Ich ließ mich fast dazu überreden den Datensammel- und Zeitverschwendungsclub wieder beizutreten.
Denn ausnahmslos alle die mit mir am Tisch saßen, hatten ein Facebook Profil.
Ich erspare euch den Inhalt der Diskussion. Den könnt ihr euch lebhaft mit allen pro und contras vorstellen.

Aber wenn ich je nochmal schwach werden sollte, werde ich mir das ansehen und dann hoffentlich geheilt sein.

Zu Besuch bei Frida

Ich habe seit ein paar Tagen nichts geschrieben und das aus einem gutem Grund.
Dem hier:

Ja, ich war vorgestern und gestern in Berlin, ganz spontan.
Ja ich habe die Ausstellung der Frida Khalo Retrospektive gesehen.
Ja ich musste elend lange Schlange stehen.
Ja der Martin Gropius Bau hat ein Problem mit der Luftfeuchtigkeit und ist technisch nicht auf der Höhe.
Ja es gab einen Tumult in der Halle weil der Direktor des Martin Gropuis Bau’s und die Kuratorin der Ausstellung organisatorische Nullen sind.

Aber die Ausstellung ist es Wert dass man sie einmal gesehen hat. Eines der Kunstwerke bescherte mir eine Gänsehaut. Es war eine Gipskorsage die Frida tragen musste wegen ihrem Rückleiden. Sie hat die Korsage mit einem Bild bemalt.

Hinzu kommen sehr viele Fotos und handgeschriebene Briefe, manche davon stammen aus privatem Besitz und waren noch nie öffentlich zu sehen. (Sie hatte übrigens eine sehr schöne Schrift.)
Leider konnte ich in der Ausstellung keine Fotos machen, auch nicht heimlich, denn es patrouillierte einfach zu viel Sicherheitspersonal durch die Säle.

Es bleibt zu hoffen dass man aus all den Unannehmlichkeiten gelernt hat und in Wien wo die gleiche Ausstellung demnächst zu sehen sein wird, die organisatorischen und technischen Abläufe besser im Griff hat.