Joël sieht fern

Ich dachte mir, dass ich mir für die Wintermonate ein Bouquet an Fernsehsendern freischalten würde, weil ich in der dunklen Jahreszeit verstärkt zu hause bin. Da ich in den 110 Sendern die ich eh schon zur Verfügung habe schmerzlichst englische Sender vermisse, war die Wahl schnell getroffen. Das sogenannte „World“ Bouquet“ der „Télé vun der Post“, das als das englische Senderpaket bezeichnet wird, schaltete ich mir frei und erhielt für 12 € pro Monat, zehn weitere Sender wovon einer doppelt ist.  Die letzten Tage habe ich mich mit diesen Sendern befasst und das Ergebnis ist… ernüchternd bis niederschmetternd.

TCM & TCM HD, Turner Classic Movies (nicht zu verwechseln mit TMC Télé Monté Carlo) sind alte Kinofilme und bisweilen eine kleine Schatztruhe an Perlen. Er ist in französisch, aber man kann alle Filme auch in original englisch sehen. Und da es nur Hollywoodfilme sind ist eh alles auf englisch.

Cartoon Network ist ebenfalls die französische Version, die man auf englisch umschalten kann. Ich kannte den Sender noch von der alten Heimat her und freute mich auf Klassiker wie Dexter mit seinem Labor, die Powerpuff Girls, oder Courage der feige Hund. Nichts davon ist noch vorhanden. Es sind lauter sehr seltsame Cartoons, von denen mir nicht einer gefällt.

Boomerang, ein weiterer Cartoon Sender ist theoretisch für jüngere Kinder gedacht. Es gibst viel Shaun the Speep zu sehen und Mister Bean als Comicfigur. Beides Serien die keiner Sprache bedürfen und somit die Umschaltfunktion der Sprache schlechthin unnötig machen.

Nick Jr. ist AUCH ein Cartoon Sender für die ganz Kleinen, ebenfalls umschaltbar von französisch auf englisch. Eine Sendung schlimmer als die andere. Sie sind alles auf mitmachen angelegt auf einem Niveau das kein Mensch im Kopf aushält und ich bin davon überzeugt dass Kinder regelrecht verblöden wenn sie dem länger ausgesetzt sind.

Bloomberg TV ein Börsensender, ist was es ist, und tangiert mich sowas von peripher das es schon fast ein  Lüge ist.

C music TV ist ein Musiksender der sich auf klassische und moderne klassische Musik spezialisiert hat. Hier sind modernisierte Klassik, Filmmusik und Rock goes Klassik zu hause. Ein Sender ohne jegliche Moderation und ich frage mich was er in einem englischen Sender Paket zu suchen hat.

Film box Arthouse ist einer der seltsamsten Sender. Was mich sehr dabei stört, ist dass hier die Programmvorschau nicht funktioniert. Man schaltet also willkürlich in einen Film hinein, von denen ich glaube, dass sie nur teilweise echtes Arthouse sind und eher Schrott. Ich habe mich jetzt mal mit den Homepage befasst und es scheint dann noch nicht alles Schrott zu sein… ich werde das im Auge behalten.

BBC Entertainment war der Sender warum ich das Paket eigentlich genommen habe. Ich kannte ihn bereits. Doch zeigt er viele Serien deren Rechte bereits weltweit verkauft wurden. Das ist sehr schade, denn ich hatte mir neuere Sachen erwartet.

Und jetzt meine Damen und Herren kommen die beiden Sender weswegen dieses Paket keinen Heller mehr Wert ist.

Fashion TV. Oh…My…Good. Wenn man das für eine Stunde ansieht, sinkt der IQ fühlbar. Es gibt nur Satements von Modells und anderen Leuten die einem sehr strikten fast diktatorischen Mode- und Schönheitsideal entsprechen. Es ist nicht mal informativ in Sinne dass man erfährt welcher Modemacher gerade welche Kollektion entworfen hat. Es geht schlicht und ergreifend um Glimmer und Glitter und wie toll das funkelt und aussieht und wie es hinter den Kulissen einer Modenschau aussieht. Wenn ich als Maskenbildner dort arbeiten müsste hätte ich schon lange Attentat verübt.

E! Entertainemnt ist der aber mit Abstand der schrecklichste Sender und präsentiert nur die verkrüppelten Auswüchse einer übersättigten Gesellschaft. Es ist der Homesender von Sendungen wie die Kardashians oder die Casting Show von Diane von Fürstenberg. Ich erinnerte mich an eine Reportage die ich vor langen Jahren im Rolling Stone Magazin gelesen habe, in der ein Journalist sich eine Woche lang in einem Hotelzimmer einsperrte und 24 Stunden am Tag MTV laufen ließ und sonst keinen Kontakt mit der Außenwelt hatte.  Wenn er den Versuch mit E! Entertainment gemacht hätte, wäre er zum IS übergelaufen. Davon bin ich überzeugt. Die schlimmste Sendung  war „New Money“. Eine Sendung in der unbekannte Neureiche sich vorführen lassen wie viel Geld sie für Dinge ausgeben, die sie nicht brauchen.  Mir vielen keine Adjektive mehr ein die die Schlechtigkeit dieser Sendung und Senders bezeichnen könnten.

Fazit: Ich werde das Paket wieder abbestellen.

 

Mord ist schlecht fürs Geschäft

Vielleicht hat ja jemand mitbekommen, dass das Buch „auf dem Nachttisch“ gewechselt hat. Zugegeben ich war die letzte Zeit lesefaul. Ich gelobe Besserung.

Mord ist schlecht fürs Geschäft von Jean G. Goodhint ist der erste Kriminalroman der Reihe über Honey Driver, einer Hotelfachfrau in Bath die vom Hotelverband dazu beordert wird, mit der Polizei zusammenarbeiten. Ein etwas seltsamer Plot zumal Honey von Anfang den Posten nicht haben will. In einer kleinen Pension verschwindet ein Gast spurlos und Honey ist die erste am Tatort. Zur Seite stellt man ihr einen dusseligen Polizisten…

Zu Anfang schien mir die Geschichte etwas an den Haaren herbeigezogen zu sein. Zudem ist sie von Anfang an so angelegt dass eine ganze Reihe von weiteren Protagonisten mit agieren und darauf spekulieren lassen dass sie in weiteren Geschichten größere Rollen spielen.  Die Geschichte an sich liest sich leicht und locker weg, doch  die Dialoge sind mühselig und manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Irgendwann im letzten Drittel ging mir das Buch auf die Nerven und ich legte es weg.
Keine Empfehlung von mir.

… and life’s goes on.

Es geht wieder los.
Die Endjahresfeierlichkeit die ich seit ein paar Jahren nicht mehr mag, schlägt wieder mit ihrer Deko zu.

Die Eispiste steht bereits auf der Place Guillaume.
Gebrochene Knöchel und blaue Flecken…
Not for me, my dear…

Die Flagge auf dem Palais hängt auf Halbmast. Paris lässt grüßen…

Und die Erinnerungen verschwimmen mit jedem Tag und jedem Jahr ein wenig mehr zu einer diffusen Masse die sich langsam auflöst.

***

Blogger_LU hatte gestern geladen zum monatlichen Treffen. Die Gaststätte die man ausgesucht hatte, war ein neues Burgerrestaurant in der rue Phillipe II. Das Snooze ist im Holzlook gehalten und sieht heimelig aus. Die Beleuchtung war für mich etwas spärlich und könnte weniger gedimmt sein. Aber der Burger war ganz gut. Ich aß ein sogenannten Snoozeburger mit Angusrind, Speckstreifen, Salat, Tomate und einer Sauce die sich Snoozesauce nennt. Dazu normale Pommes.

Im Gegensatz zum letzten Mal als ich mich zum Treffen angemeldet hatte, hin ging und wieder spurlos verschwand, blieb ich da. Die Organisatorin von Blogger_LU ist ein junge Studentin, die die ganzen Events und die Facebookgruppe alleine schmeißt. Ein großes Kompliment an sie.

Ich lernte ein paar neue Blogger Köpfe in Luxemburg kennen und machte ein sehr nette Bekanntschaften. Es war eine sehr entspannte Atmosphäre, doch da es mitten in Woche war, machten wir beizeiten Schluss. Gerne wieder!

Die Geschichte des A.

Der A. wurde nur 51 Jahre alt.

Dass ich heute an ihn dachte, kam durch ein Foto, das ich in einer Kiste wiederfand. Es war das Foto seiner Hochzeit wo er gemeinsam mit seiner frisch Vermählten die Hochzeitstochte anschnitt. es war wahrscheinlich einer der glücklichsten Momente in seinem Leben. Es war das Jahr in dem Luxemburg zu letzten mal den Grand Prix d’Eurivisions da la Chanson gewann. In einem Nebenzimmer des Restaurants an der Sauer (das es schon lange nicht mehr gibt) lief der Fernseher mit der Show und jeder schaute ab und an vorbei.

Der A. war ein Zwilling. Er hatte einen Zwillingsbruder der tot geboren wurde. Man erzählte mir später, dass A.’s Mutter nie Kinder haben wollte. Sie war eine kleine dicke gedrungene Frau, die sehr gläubig war und viel Zeit in der Kirche mit beten verbrachte. A’s Vater war ein großer stattlicher Mann der ein paar Jahre seines Lebens in russischer Gefangenschaft verbracht hatte. Er war meistens sehr still.

Dar A. hatte gentechnisch nicht das große Los gezogen. Er war von Anfang an kränkliches Kind. Er wurde zudem von seiner Mutter mit Essen vollgestopft, weil sie keinen anderen Weg wusste ihm ihre Liebe zu zeigen. So war der A. zeitlebens dick und rund.  Er sprach nie über seine Kindheit die wahrscheinlich nicht die schönste Zeit gewesen sein muss. Wahrscheinlich musste er viele Hänseleien aushalten.  Doch war er gut in der Schule und konnte gut mit Zahlen. Er wurde Wirtschaftsprüfer auf einer damals großen und angesehenen Bank.

Er lebte lange zuhause und war die Unselbstständigkeit in Person. Er profitierte vom Hotel Mama. Er sang auf Geheiß seiner Mutter im Kirchenchor mit. Dort lernte er seine zukünftige Frau kennen, die 15 Jahre älter war als er. Wenn man sie zusammen sah, schien es wirklich die große Liebe zu sein. Heute weiß ich dass es für die Frau eine Flucht aus der eigenen Familie war und eine reine Zweckgemeinschaft. Der A. liebte seine Frau aber ehrlich und aufrichtig und wollte nicht mehr als ein wenig Zuneigung. Doch nach ein paar Jahren verweigerte sie jeglichen körperlichen Kontakt. Sie bekamen nie Kinder. Der A. trank mehr Bier und Schnaps als gut für ihn war und war häufig in Kneipen anzutreffen. Zudem hielt er dem Druck seines beruflichen Postens nicht mehr stand. Er wechselte in eine andere Bank in der Hoffnung dass es besser werden würde, doch das Gegenteil war der Fall.

Er wurde krank und ging schon mit 45 Jahren in Rente. Ich sah ihn damals nur ab und an und habe bis heute nur Bilder von einem Mann im Kopf der jeglichen Lebensmut verloren hatte und sehr viel älter aussah als er war. Er soff heimlich und hatte alle möglichen Krankheiten. Sein Körper war eine einzige große Entzündung.

Als er ein letztes Mal ins Krankenhaus kam, ging es schnell und innerhalb weniger Tage starb er. Seine Mutter überlebte ihn und war jahrelang in einem Pflegeheim. A.’s Frau ist übrigens auch seit ein paar Jahren im Pflegeheim und erinnert sich so gut wie nicht mehr an ihn.

Ein trauriges Schicksal am einem verregneten Dienstag.

Zwischen Angst und großen Gefühlen

Ich könnte darüber schreiben, welches ungutes Gefühl ich hatte, nachdem ich die Nachrichten am Freitag Abend spät nach der Vorstellung sah. Ich könnte drüber schreiben, dass mich zum ersten mal eine unerklärliche Angst befiel, wahrscheinlich weil es so nah ist und ich unzählige SMS nach Paris losschickte um zu sehen ob all meine Lieben in Sicherheit sind. Ich könnte darüber schreiben dass eine Kollegin vom Theater am Tag danach wie versteinert durch die Gegend lief weil eine Freundin von ihr in dem tragischen Konzert war und jetzt schwer verletzt im Koma liegt. Ich könnte darüber schreiben dass am gleichen Abend eine Ankleiderin nicht zur Vorstellung erschien weil die Züge von Belgien aus nicht nach Luxemburg fuhren und ich für den schnellen Umzug im Stück einspringen musste…

Stattdessen schreibe ich über ein Stück das  ich vor dem oben genannten  hatte. Es ist wahrscheinlich das erste Stück in meinem Leben in den ich menschlich soviel zurück bekam wie nie zuvor.
Watt Elo ist eine Abhandlung eines Textes von Samuel Beckett, gespielt vom Ensemble Dadofonic. Als man mir das Stück anbot war ich zuerst ein klein wenig skeptisch, weil ich nicht wusste was ich dort soll. Doch die Idee der Verantwortlichen überzeugte mich voll und ganz…
Dadofonic ist ein Ensemble von geistig behinderten Menschen aus einem sogenannten „Atelier protégé“, die im Theaterstück befremdliche Figuren spielen die auf die ein oder andere Weise behinderter sind als sie selbst. Diese Idee überzeugte mich.
Dass ich drüber nicht früher geschrieben habe, kam durch die Doppelbelastung da ich tagsüber für Dadofonic arbeitete und abends das andere Stück in den Schlussproben betreute.
Alle Ensemble Mitglieder wissen sehr wohl dass, wenn sie auf der Bühne stehen, eine Rolle spielen, doch in den Kulissen sind alle Gefühle und Emotionen echt und nie böswillig. So wurde ich dann oft und viel geknuddelt und in den Arm genommen wie nie in einem Stück zuvor. Sie gewöhnten sich schnell an das Ritual der Maske und saßen alle still wie Mäuschen im Stuhl wenn ich sie schminkte. Es war eine wunderbare Erfahrung.

Das Stück wird noch ein paar mal im TNL gespielt werden Anfang Dezember. Schaut es euch an es wird euch nicht leid tun. Man vergisst völlig dass es behinderte Menschen sind die spielen.

Wenn ich dann diese Emotionen mit nicht greifbaren Angst der Attentate von Paris vergleiche, werde ich traurig und wütend zugleich…

Jemand der mich liebt !?

„Oh“, dachte ich, „jemand liebt mich?“  Diesen kleinen Brief fand ich im Briefkasten heute. Als ich ihn öffnete fand ich dann dann ein Bibelspruch und dass der Heiland nahe sei….

Im Treppenhaus fand ich dann noch mal den gleichen Umschlag mit dem gleichen Zettel, achtlos weggeworfen. Das machte mich ein wenig traurig, denn hier hat sich jemand viel Mühe gegeben auf jeden einzelnen Brief den Satz per Hand zu schreiben. Wenn auch für mich, aus sehr falschen Gründen, finde ich doch die Idee sehr schön. Einfach jemandem zu sagen dass man ihn liebt, kommt viel zu selten vor.

Aber leider handelt es sich wieder einmal nur um,… tja,… billige Werbung, …. schade.

 

 

re:publica 2016

So lange ich blogge gibt es schon die re:publica. Immer wenn ich daran dachte ich könnte doch mal hinfahren, klappte es nicht. Manchmal war die Kasse leer, meistens aber klappte es nicht mit dem Termin weil ich selbst in einem Projekt feststeckte. Oder ich war einfach zu spät dran und alle Eintrittskarten waren weg. Dieses mal war ich früh genug dran, aber ein early bird Ticket habe ich nicht mehr bekommen. (Wäre auch zu schön gewesen)

2016 wird es nun ENDLICH klappen. Die re:publica feiert ihr zehnjähriges Jubiläum und ich bin dabei. Vom 2. – 4. Mai werde ich also in Berlin sein.

 

Maggy Smith

Es gibt im Schauspiel so ein paar Göttinnen. Dame Judy Dench und Meryl Streep zum Beispiel. Eine die ich unbedingt dazu zähle ist Dame Maggy Smith, über die die Welt nicht viel weiß, weil sie sehr selten Interviews gibt. Das erste mal dass sie mir angehehm auffiel war in der Agatha Christie Verfilmung Das Böse unter der Sonne mit Peter Ustiov. Dem großen Publikum fiel sie sehr viel später auf, durch ihre Rolle der Minerva McGonagall in den Harry Potter Filmen auf.  Dann kam Downton Abbey, ein Serie die ich mir nur wegen ihr ansah.  Jetzt nach über 40 Jahren war sie zum ersten Mal wieder in einer Chatshow zu sehen. Graham Norton hatte sie geladen.

Das Video fängt gleich an der Stelle mit Maggy an. Wer es sich ganz ansehen möchte sieht dann auch noch Bradley Cooper und am Ende Justin Bieber (nun ja)

PS: Es gibt die ganze Show ebenfalls mit allen Einspielern hier zu sehen doch die Bildqualität ist nicht die beste.

Ein Spaziergang am 1. November

Irgendwann gegen 13:00 brach die Sonne durch Hochnebel. Ich beschloss meinen Lieblingsweg durch die Petrus zu gehen. Strahlend blauer Himmel und farbige Bäume.

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Anfang der Woche war ich mit einer Freundin meines Vertrauens im KJUB (das übrigens nicht „kajup“ ausgesprochen wird sondern Cube „Würfel“) Es gab einen äußerst leckeren Hamburger und die zweitbeste Crème Brulé der City.

 

Bangkok in Luxemburg

Heute möchte ich ein thailändisches Restaurant vorstellen das sich in meinem Viertel befindet.

 

Das Bangkok ist in der rue du Fort Bourbon, eine Verbindungsstraße zwischen der Avenue de la Gare und der Place de Paris.  Der Titel Verbindungsstraße vermittelt leider das was sie ist und damit auch den Umstand, dass die meisten Einheimischen oft nicht wissen wie die Straße wirklich heißt.

Ich war vor Monaten dort mit Freunden und war sehr angetan von der Qualität der Speisen.
Gestern Abend ging ich allein dort hin. Es ist eines der seltenen Restaurants die am Montag Abend geöffnet sind. Die Auswahl auf der Karte ist begrenzt, was sehr erfreulich ist. Als Vorspeise hatte ich Golden Bags. Kleine gefüllte frittierte Teigtaschen mit Scampis und einer fruchtigen Soße zum tunken. Es waren fünf Stück, aber sie waren so lecker dass ich zehn Stück hätte essen können.(Ich sollte mir unbedingt angewöhnen Fotos der Gerichte zu machen) Als Hauptgang hatte ich Rindfleisch mit Cashewnüssen und einer Soße die eine sehr leichte Schärfe hatte. Herrlich!  Zudem schwamm das Fleisch nicht in der Soße was mich bei z.B. in Chinarestaurants immer abschreckt und mir den Appetit verdirbt.

Die Deko im Restaurant ist, …nun ja, es gibt nicht wirklich eine Deko. Die dunklen Tische und Stühle sind alt und scheinen noch vom vorigen Besitzer zu sein, als das Lokal noch eine Kneipe war. Die Tische haben Schrammen und böse Kratzer im Lack. Auf den altmodischen Stühlen sind Sitzkissen befestigt, die farblich nicht passen. An den Wänden hängen Bilder  von Gemüse, Obst und Blumen und allerlei Krimskrams wie Pfauenfedern. Das schlimmste ist aber die Beleuchtung die alles andere als schmeichelhaft ist. Ich denke dass es der Hauptgrund ist warum alle Deko Fehler so sehr ins Auge stechen.

Die Bedienung aber macht all diese Fehler wett. Sie ist sehr zuvorkommend und freundlich und hat stets ein Lächeln auf den Lippen.

Als ich gestern ankam war ich der einzige Gast, was mich etwas irritierte, denn das letzte Mal bekamen wir nur mit Mühe einen Tisch in dem kleinen Lokal, das grob geschätzt 20 Sitzplätze hat. Die Bedienung erklärte mir, dass Montags der ruhigste Tag der Woche sei. Später kamen noch ein paar Gäste mehr. Zu meiner großen Freude waren es fast alles Asiaten, was mich schlussfolgern ließ, dass das Restaurant auch unter den „wahren Kennern“ geschätzt wird.

Wer sich also von einer Anti Deko nicht abschrecken lässt und richtig gutes Thai Essen genießen will; das Bangkok einer der besten Adressen der Stadt.

Ein Kessel Buntes

War das nicht mal der Name einer Sendung? Nun dieser Beitrag wird ziemlich kunterbunt werden.

Fangen wir mal mit den Video an das ich heute morgen sah.

Aber Hallooo Adele!! Ja, ich bin ein Adele Fan. Das neue Lied ist beim ersten Hören zugleich etwas gewöhnungsbedürftig und anderseits nichts Neues und seltsam vertraut. Es tat jedoch gut wieder ihre Stimme zu hören. Der Text des Songs ging mir beim ersten hören sehr unter die Haut. Er beschrieb genau das was ich vor zwei Jahren gefühlt habe. Und das Video verwirrte mich dann. Der Anfang beschreibt und zeigt sogar fast das was ich fühlte, durchlebte und sah. Es geht um den Verlust eines Menschen. Wer mich kennt und dieses Blog regelmäßig verfolgt weiß, dass die letzten Jahre nicht einfach waren. Doch das Ende des Videos suggeriert das Ende einer Beziehung… Es war befremdlich.
Was mich dann wieder sehr überraschte und hocherfreute war der Name des Regisseurs: Xavier Dolan, der mit seinen zarten 26 Jahren mit seinen  sieben Kinofilmen schon so manchen Preis abgeräumt hat und dessen Film ich sehr schätze.

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Wer mich auf Facebook verfolgt hat das Foto bereits gesehen.

Nein, ich habe mir kein Haustier angeschafft. Ich war an Wochenende bei Freunden eingeladen und der kleine Gremlin saß auf meiner Schulter und schmiss  sich in Pose. Ein sehr liebes Tier (ich mag nicht Katze sagen) und wäre das richtige für mich und meine Wohnung, wenn die Wohnung denn nicht so klein wäre.

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Ich beschäftigte neben dem großen Wust an Arbeit der letzten Tage mit einer Frau die mich schon seit Jahren verfolgt, intrigiert, belustigt und schlichtweg fesselt. Es ist die Romanfigur von Agatha Chrtistie; Miss Marple. Kennen lernte ich die Figur, wie die meisten aus meinem Jahrgang mit den Filmen von Margaret Rutherford. Sie waren und sind noch immer ein Riesenerfolg, doch ist sie nicht die Figur die Chrsitie in ihren Romanen beschrieb. In den 80er Jahren wurden dann sämtliche Romane für die BBC verfilmt mit einer Schauspielerin die Figur am nächsten kommt. Joan Hickson (die schon eine kleine Rolle und Leiche in der Rutherford Serie spielte) ist für mich die beste Darstellerin der Rolle.

Es wurden dann vor ein paar Jahren noch einmal alle verfilmt, diesmal mit Geraldine McEwan in der Rolle. Zugegeben vom Look passt sie, aber nicht vom Spiel und irgendwie wirkt sie wie eine Außerirdische durch die die ganzen Geschichten hinweg.

Nun gibt es ein neue Übersetzung der Geschichten auf Deutsch in dem alle Kurzgeschichten und Romane der Miss Marple in einem Buch untergebracht sind.

Da ich die Romane bereits alle kenne bin ich gespannt auf die Kurzgeschichten.

 

Stillstandstag oder „Weitere Erinnerungen an eine Heimat“

Es ist wieder der Tag an dem ich zwei mal in Jahr gezwungen bin innezuhalten, stillzustehen.

Vorgestern nach der Vorstellung, kurz vor Mitternacht, fuhr ich sofort nach hause, da ich heute ein Termin mit dem Wagen in der Werkstatt meines Vertrauens hatte und schon um 8 Uhr da sein sollte.
Ich hatte bereits vor einem halben Jahr über diesen Stillstandstag berichtet und dabei eine ziemliche Polemik ausgelöst. Auf Facebook bekam ich so viel Zuspruch wie selten zuvor…

Da der Tag lang zu werden versprach, (Reifenwechsel, Ölwechsel, Bremsen…Check-up für Sandweiler*) ging ich zuerst zu der Konditorei in der ich schon letztes mal war und in der ich den Lehrern mit der Freistunde begegnete. Ich lass ausführlich die Tageszeitung, was selten vorkommt. Meistens überfliege ich nur die Überschriften.

Ich begegnete dem Lehrer B., der für meine Liebe zum Theater verantwortlich ist. Ich mochte den B. immer schon. Er war so anders als alle anderen Lehrer die ich vor und nach ihm hatte. Er leitete die Pantomimegruppe und wir durften ihn duzen, was nicht alltäglich war. Er ist mittlerweile in Rente und sieht noch immer aus wie damals, außer dass die Haarfarbe seiner Locken von Schwarz zu klarem schneeweiß gewechselt hat. Er hat noch immer seinen markanten ‚Magnum‘ Schnauzbart von dem er sich nie getrennt hat.

Doch in der alten Heimat bleibt die Zeit auch nicht stehen. Es hat sich einiges getan. Eines der legendären Hotels der Stadt ist weg, komplett weg. Eine riesiges Loch klafft an der Stelle. Das Hotel des Ardennes in der Fußgängerzone gibt es nicht mehr. Ich erinnerte mich an eine Zeit in der ich dort hin ging um mit einer Freundin in der Hotelbar eine Cola oder ein Schweppes Bitter Orange zu trinken…. Das ist alles soooo lange her und fühlt sich manchmal wie ein längst vergessener Traum an.
Dass das Hotel irgendwann zu etwas anderem umgebaut werden würde, war gewusst. Dass der ganze Bau in einem Wisch weggerissen werden würde um etwas völlig Neues hinzubauen, wussten wahrscheinlich nur Eingeweihte. Was mich dabei sehr fasziniert ist das Licht das plötzlich kleine dunkle Ecken erhellt die man vorher so nie wahrgenommen hat. Es vermittelt völlig neue Perspektiven auf umliegende Gebäude die immer im Schatten standen und nun plötzlich völlig ungewohnt frisch und neu erscheinen, obwohl sie immer da waren.

Die Stunden zogen sich hin und ich wanderte zur nächsten Konditorei in der Fußgängerzone, die einzige die noch keine Kette ist.

Zur Mittagsstunde hatte ich beschlossen zu einem Schulkameraden ins Hotel de la Sûre zu gehen, der im Sommer das Restaurant wieder neu eröffnet hat. Das Restaurant hat nichts von seinem Charme verloren. Es ist immer noch ein Steakhouse, dessen Menü aber um einiges vielfältiger ist, als nur gegrilltes Fleisch.

Ich aß ein Gericht was ich so in der Form nicht in der Hauptstadt finde (oder noch nicht gefunden habe); Kuddelfleck.
Kuddelfleck auf luxemburgische Weise ist Kuhmagen paniert und frittiert mit einer Tomatensoße mit allerlei Gemüse darin. Dazu gibt es Kartoffeln mit Speck. Es ist eines der seltenen Restaurants in dem das Gericht nicht alles Tellergericht gereicht wird sondern auf Platten und Schüsseln, und man muss sich selbst bedienen. Fast wie zu hause… Es gab sogar noch eine Portion Nachschub die nicht geordert hatte, aber schön brav aufaß (man isst schließlich was auf den Tisch kommt)
Ich war mehr als papp satt.
Danke Alain.

Später saß ich im Café Aal Eechternoach. Ein weiterer Schulfreund von mir. Das Café hat mit den Jahren was recht uriges an sich, das man so à Tock nicht einrichten kann. Das geht nur über Jahre hinweg, mit allen möglichen Memorabilia die sich ansammeln. Im Aal Eechternoach geht das von alten Bakelit Telefonen über kitschige Kerzenhalter mit orientalischen Einschlag bis hin zu einem alten Kinderauto das an der Decke hängt.

Das Gefühl das ich das letzte Mal hatte bei der Warterei, stellte sich nicht ein. Irgendwo scheint ein Hoffnungsschimmer da zu sein. Es bewegen sich Dinge in der alten Heimat, wenn auch nur sehr langsam. Ich lese regelmäßig in der Zeitung über neue Projekte die in Angriff genommen werden.  Es scheint bergauf zu gehen.

Das Wagen war kurz vor 17:00 fertig und ich fuhr zurück.

*Sandweiler ist in Luxemburg der Inbegriff für eine TÜV Prüfung

Erfahrungswerte?

Das System an sich ist nicht brandneu doch es bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Ich würde es sehr spannend finden, das Ding bei mir zu hause zu haben.
Hat jemand profunde Erfahrungswerte die er mit mir teilen möchte?

Eng nei Zäit

Es ist der letzte Film auf dem ich als Zusatzmaske gearbeitet habe. Seitdem habe ich nichts mehr in Sachen Film gemacht. Das mag vielleicht seltsam sein, aber ich habe seit ein paar Jahren andere Prioritäten im Leben, die mir mehr bedeuten als Film.
‚Leben‘ zum Beispiel…

Da ich den Termin der offiziellen Premiere leider nicht wahrnehmen konnte, hatte ich schon vor Tagen beschlossen, dass ich mir den Film am ersten Kinotag ansehen würde. Und das war heute.

Heute morgen hörte ich bereits die erste Kritik im Radio vom RTL Hauskritiker Jemp Thilges, der den Film über den grünen Klee hinweg lobte und es sei ein Sakrileg ihn sich nicht anzusehen. Da ich ihn persönlich kenne, traue ich seinem Urteil nicht immer… Aber das ist ein anderes Thema. Später las ich meine Tageszeitung wo die Hauskritikerin ebenfalls einer ihrer besten Kritiken schrieb und den Film sehr lobte.

Und es stimmt. Der Film ist für mich der beste luxemburgische Film der bis dato gedreht wurde. Was mich vor allem faszinierte, ist seine Vielschichtigkeit. Es geht nicht nur um den ominösen Mord an dem deutschen Bauern und seiner Familie nach dem zweiten Weltkrieg, der auf einer wahren Geschichte beruht. Es geht auch um die vielen zwischenmenschlichen Beziehungen aller Protagonisten. Und jede einzelne davon wäre einen weiteren Film wert. Vor allen die Vater/Sohn Beziehung ist sehr spannend und ein großes Kompliment geht dabei an den Schauspieler Jean-Paul Maes in der Rolle des Vaters. Weitere Rollen die ich sehr schön fand ist die  von Jules Werner, Eugenie Anselin und Elsa Rauchs. Nicht zuletzt sei Luc Schiltz, der Hauptdarsteller, erwähnt der den ganzen Film ohne große Anstrengung zu tragen scheint.

Absolut sehenswert!

RTL Backround SPEZIAL Flüchtlingen

©UNHCR/I.Prickett

Ich hörte eben die Reportage Backround Spezial Flüchtlingen auf RTL Radio in der Wiederholung.

So hoch wie dieses Thema im Kurs steht, ist es schwierig noch etwas darüber zu schreiben was nicht schon gesagt wurde.
Ich selbst halte mich weitgehend aus diesen oft hitzigen Diskussionen raus.

Doch möchte ich auf diese Backround Reportage verweisen, die wirklich gelungen ist und die mir stellenweise sehr nahe ging. Vor allen die Stellungnahmen von Flüchtlingen selbst, die kaum sprechen konnten und immer wieder in Tränen ausbrachen wenn sie von ihrer Flucht erzählten und was sie alles zurücklassen mussten.
Aber auch die Aussagen vom Auslandsreporter Jeannot Ries der regelmäßig um die ganze Welt reist und über seine persönlichen Eindrücke der Flüchtlingslager in Griechenland, Türkei und Mazedonien erzählt, sind nicht ohne.

Hier geht’s zum Podcast.

Hamburger?

Gestern was dazu gelernt!

Diese drei Balken neben dem „Menü“ die dazu dienen das Menü auszuklappen, nennt man Hamburger. Also klicken wir in Zukunft auf den Hamburger.
Majo dann…

Gegenüber: Vis à Vis

Es ist zur Zeit die Ecke meines Vertrauens, weil sie nicht weit vom Kapuzinertheater entfernt ist.  Das Foto schoss ich gegenüber vom „Gegenüber“, dem legendären Kaffee  Vis à vis. Ich selbst sitze im ersten Stock an meinem fast angstammten Platz bei Namur am Mittagstisch.

Die Kneipe Vis à vis kenne ich bereits seit meiner frühen Jugend. Ich ging regelmäßig hin mit meiner damals besten Freundin, der C. Die C wohnte in der gleichen Straße. Jeden zweiten Tag nach der Schule gingen wir hin kurz vor Mittag. Die Besitzerin war damals eine andere wie heute. Wir tranken ein Bier. Wir waren knappe fünfzehn. (Heute ginge das nicht mehr)

Eine „tulipe“, so hieß die Form des Glases. Es war eine Zeit in der wir alles und jeden lustig fanden. Die C. und ich bekamen regemäßig Lachanfälle die schon fast nicht mehr normal waren. Das ging bis hin zu  tränenüberströmten Gesichtern und Bauchmuskelkater vor Lachen. Die meisten davon ereilten uns im Vis a vis. Ich mochte die Kneipe damals schon sehr.

Und manchmal schließt sich ein Kreis auf seltsame Weise. Ihr erinnert euch dass ich nach Gläsern suchte in einer Tulpenform? Nun die heutige Besitzerin des Vis à vis hat mir zu sechs neuen Stück verholfen.

Tja…

So gesehen in der rue Beaumont. Kurt mag ja recht haben. Aber was tun, wenn der Kalender immer voller wird und man kaum noch Luft kriegt? Dabei ist es die Kombi zwischen Job und privaten Verpflichtungen die das ganze so schwierig macht. Es ist grad sehr schwierig und ich sehne mich nach Muße.

Pappendag

Als ich vor ein paar Tagen, einen sehr seichten Aufruf im Radio hörte, man sollte ihnen schreiben, warum man den besten Papa der Welt hat und man könnten dann was gewinnen von bla, bla, bla…, dachte ich an ihn.  Später am gleichen Tag sah ich folgendes Schild im Bekleidungsgeschäft meines Vertrauens:

1987 habe ich zum letzten Mal den Tag mit ihm begangen. Ich weiß nicht was ich ihm geschenkt habe, wenn überhaupt. Ich wohnte da schon nicht mehr zu hause.  Es waren wahrscheinlich Zigarren oder irgendetwas in der Art. Parfüm mochte er nicht, und wenn dann war es ab und an mal ein Tröpfchen Old Spice, was aber sehr selten war. Krawatten zog er keine an. Er war schon in Rente mit 49. Er hatte zwei gewaltige Depressionen hinter sich bei der er jedes mal im Krankenhaus über Wochen mit Psychopharmaka voll gepumpt wurde, bis es wieder ging. Er hatte sich noch viel vorgenommen hinsichtlich das Hauses, wollte den Speicher ausbauen, wollte endlich seine ganze Eisenbahnanlage aufbauen, wollte hier, wollte da… Angefangen hat er alles zu Ende gemacht hat er nichts. Am Ende saß er nur zu hause und schaute Fern.

Ende Februar 1988 kippte er morgens um und hatte so etwas wie einen epileptischen Anfall. Danach konnte er nicht mehr sprechen. Er kam ins Krankenhaus und wurde mehrfach durch den Scanner gejagt bis man endlich fand wo sich der Tumor im Kopf befand. Von Februar bis September bekam er dreimal den Schädel rasiert und aufgebohrt. Mir wird heute noch mulmig bei den Gedanken… Es waren die 80er und der medizinische Stand weit entfernt von dem heutigen.

Oktober 1988 war er nicht mehr da.

Er war ein Vorkriegskind.  Sein Vater hatte früh erkannt, dass die Mutter* ihn nicht so erziehen könnte und wollte, wie er es für richtig hielt. Und so ging es gleich nach Grundschule auf ein Internat. Der zweite Weltkrieg und der viel zu frühe Tod seines Vaters machten ihm einen Strich durch die Berufskarriere. Sein Vater starb an einer Jod Vergiftung. Da war er knapp siebzehn. Die Mutter konnte ihn nicht mehr im Internat lassen, dafür reichte das Geld nicht aus. Er musste arbeiten. Er machte den Lastwagenführerschein und fuhr mit Bohrtürmen durch ganz Frankreich. Während einem Urlaub bei seiner Tante in Luxemburg lernte er meine Mutter kennen.

Es gibt in seiner Biographie große Lücken. Vielleicht hat er es auch irgendwann mal erzählt, doch  habe ich mich damals nicht interessiert dafür.
Seine Geschichte war mir egal. Er war mir egal. Ich habe mich zeitlebens nie richtig verstanden mit ihm. Erst als ich mit 19 zu hause auszog und wir uns nicht mehr jeden Tag sahen wurde unser Verhältnis besser. Zumindest stritten wir uns nicht mehr. Er verstand meine Welt nicht und umgekehrt. Wir waren wie zwei Fremde. Ein Vater Sohn Gefühl gab es nicht.

Heute tut es mir leid dass ich ihn nicht besser kennengelernt habe und dass ich so wenig Verständnis für ihn hatte. Manchmal stelle ich mir die Frage, was wäre wenn er heute noch leben würde, ob er noch in unserer Welt zurecht käme. Er wäre jetzt 79 Jahre und mit den heute gängigen Lebensentwürfen (auch mit meinem) überfordert.  Er war jedoch immer sehr technikbegeistert und ich denke dass Internet, Smartphones und Tabletts ihm großen Spaß gemacht hätten…

*Vor Jahren schrieb ich im alten Blog einen Beitrag über Großmutter Marie.

Zu viel

Wenn ich etwas weitgehend aus Blog heraus lasse, wenn auch mit Ausnahmen, dann ist es mein Job.
Im Sommer schrieb ich über die Rock-Oper Kveldulf und über die Friture Henriette on Tour, weil es große Projekte waren und mein Name sowieso damit verbunden war. Zudem war es eher Werbung für die Projekte selbst.

Ansonsten schreibe ich selten darüber. Gestern fragte mich jemand warum? Warum ich mein Blog nicht zu Werbezwecken nutze um mehr Aufträge zu bekommen? Das hat drei Gründe:

1. Ich bin absolut nicht davon überzeugt dass mein Blog mir mehr Jobs einbringen würde. All meine Jobs bekomme ich über die Theater und Produktionshäuser selbst und über die Menschen mit denen ich seit Jahren zusammen arbeite und die von meiner Arbeit überzeugt sind. Persönliche weitergeleitete Referenzen und Mund-zu-Mund Propaganda sind das wichtigste. Da hilft keine Vita auf Hochglanzpapier und keine poppig aufgemachte Homepage. Ich mache das seit Jahren so und es klappt einwandfrei.

2. Mein Job basiert auf Diskretion und Verschwiegenheit, weil er intim ist. Ich fasse die Menschen an, sehe, höre und erlebe Dinge die nicht in ein Blog gehören, weil sie dritte betreffen. Zudem sind in manchen Verträgen Verschwiegenheitklauseln eingfügt.

3. Mein Blog ist mein Hobby, das ich vor über zehn Jahren als solches angefangen habe und in dem ich tun und lassen kann was ich will. Wenn ich es jetzt mit dem Job verbinden täte wäre es wieder was berufliches und eine weitere Verpflichtung.

Es gibt natürlich immer wieder Phasen wo die Aufträge spärlich gestreut sind, so wie die letzte Saison, die  einer meiner schlechtesten war. Aber damit muss man leben und es nun mal der Preis den man für die Freiheit und Unabhängigkeit bezahlt.

Dafür scheint diese Saison eine wesentlich bessere zu werden zumindest in der Auftragszahl. Zwischen Wiederaufnahmen und Übergaben, sind all die neuen Projekte angesiedelt und es sind gerade ziemlich viele auf einmal. Manchmal wird es mir dann fast zu viel, doch kann, will und darf ich mich nicht beklagen. Nur merke auch ich mit den Jahren, dass es mir schwerer fällt; ich werde schließlich nicht jünger.

Ein Stöckchen

…das ich einfach bei der Kaltmamsell habe mit gehen lassen.

1. – Münchener Oktoberfest? (Unbedingt! / Keinesfalls! / Was ist das?)
Nach der Schobermesse ist vor der Schobermesse ich muss da nicht noch eine Weisswurst/Bier/Bretzel Version haben.

2. – Haben Sie Ihren Volkswagen schon abgestoßen?
He he. Ich hatte nie einen. Ich wüsste nicht mal dass ich je einen gefahren hätte.

3. – Erinnern Sie sich noch an das erste Musikstück, das Sie sich gekauft haben? (Vinyl, CD, Download?) Hören Sie sich das heute noch gerne an?
Oh ja. Ich hab sie aber nicht mehr. Es war eine Schallplatte, die Hit Explosion hieß und ein Mega Beschiss war. Die Songs waren nicht die Originale und abgekürzt.

4. – Spielen Sie ein Musikinstrument? Trauen Sie sich damit vor Zuhörer?
Nein, ich hab nie eines gespielt.
Ich war in einem Kinderchor.

5. – Im Preisausschreiben gewinnen Sie eine Penthauswohnung in Berlin, London, Paris, Prag oder Wien. Welche suchen Sie sich aus?
London.
Und ich würde zumindest die Hälfte des Jahres dort wohnen.

6. – Bevor Sie den Löffel abgeben: Welches Ding müssen Sie vorher unbedingt noch gedreht haben?
Mir fällt da spontan nichts ein. Ich habe so ziemlich alles ausprobiert was ich wollte.

7. – Halb acht Uhr abends. Sie kommen völlig gerädert (aus der Arbeit) nach Hause. Was passiert, sobald der Mantel an der Garderobe hängt und die Schuhe in der Ecke stehen?
Ein Drink. Das kann von Kaffee über Tee bis hin zu Wein, Crémant und auch mal was stärkeres sein.

8. – Kochen Sie selbst? Was kommt auf den Tisch, wenn die leeren Teller schon nach einer Stunde im Geschirrspüler stehen müssen?
Bin gerade in einer Phase in der ich ein wenig kochfaul bin. Da ich zur Zeit solo bin, gehe ich lieber essen. Und nein, mir macht es nichts aus allein im Restaurant zu sitzen, im Gegenteil ich genieße es dann keine Unterhaltung zu haben.

9. – Golf, Ski, oder Tennis? (Oder doch lieber die TV-Fernbedienung?)
Ski ist ein totales no go. Meine Knochen sind mir heilig und ich mag meine lieber heil als gebrochen.
Golf könnte ich irgendwann mal in Betracht ziehen wenn ich mehr Zeit habe.
Tennis ist so gar nicht mein Fall.
Schwimmen versuche ich so weit wie möglich jede Woche zwei- bis dreimal durchzuziehen.
Aber die Fernbedienung ist auch immer wieder eine sehr willkommene Option 🙂

10. – Wir schreiben das Jahr 2025. Was ist für Sie die auffälligste Neuerung im Vergleich zu heute?
Außer dass ich dann 59 Jahre alt bin?
Keine Ahnung, bin ich Hellseher?

11. – Sie packen Ihren eigenen Flüchtlingskoffer. Was muss da rein? (Fünf Dinge braucht der Mensch.)
Smartphone und Tablet mit Ladekabeln und ein Backup.
Ein paar Fotos noch…vielleicht.
Wenn es wirklich irgendwann mal tatsächlich dazu kommen sollte, würde ich wahrscheinlich andere Dinge mitnehmen. Ich weiß es nicht.

Ein Abend an der Mosel

Die Schlange im chinesischen Supermarkt war lang, sehr lang. Ich war kurz davor die tiefgefrorenen Kaffir Blätter wieder die Tiefkühltruhe zu werfen und wieder zu verschwinden. Doch hatte ich zugesagt das ich das Zeug mitbringen würde. Ich fuhr anschließend an die Mosel. Ein gemeinsamer Kochabend war angesagt. Seit der M. mit mir in der Fastenkur war und ich ihm von Ottolenghi vorgeschwärmt hatte, hatte er diese Idee eines Kochabends im Kopf.  Wir kochten zu fünft fünf verschiedene Gerichte, die allesamt hervorragend schmeckten.

Anschließend saßen wir auf der Terrasse von man aus einen schönen Blick über das Moseldorf hat. Sehr warm war es nicht und uns war allen bewusst dass es eine der letzten Abende sein wird wo wir draußen sitzen können, bevor das feuchte, kalte, luxemburgische Dreckswetter endgültig zuschlägt. Dabei überzeugte mich das Iphone das es auch bei Vollmond sehr schöne Fotos machen kann. So wie das hier:

Ellis Kaut

Per Zufall erfuhr ich heute dass Ellis Kaut verstorben ist. In Luxemburg wurde sie eigentlich erst bekannt, als ihr Kobold, der Pumuckl, ins Fernsehen kam. Durch einen Nachbarsjungen aus meiner alten Heimat lernte ich ihn bereits in den 70er Jahren kennen. Der A. hatte sämtliche Schallplatten von ihm, die man damals seltsamerweise nicht in Luxemburg fand. Ich kann mich noch erinnern, dass wir bei A. im Zimmer saßen und uns gekugelt haben vor Lachen über die Streiche von Pumuckl. In den Hörspielen sprach damals auch schon Hans Clarin den Koblod. Meister Eder, war Alfred Pongratz und nicht, wie später in der TV Serie, Gustl Bayrhammer. Die Verfilmungen gefielen mir übrigens weitaus weniger als die Hörspiele. Vielleicht war ich einfach schon zu alt als diese ausgestrahlt wurden.
Jetzt nach dem Tod von Ellis Kaut verstarb die letzte der Crew der lustigen Geschichten.

Ech muss mech vu mir trennen

Ich habe es leider nicht geschafft, zur Premiere des Videos „Bonjour An Awuer“. Die Arbeit hielt mich davon ab. Dieses Video war der Auslöser warum ich diese Reportage mit meiner Tante zuließ. Doch vielleicht sollte ich das Ganze von vorn erzählen.

Ich las im Sommer einen Aufruf, dass ein Chor für ein Lied von Serge Tonnar zusammengestellt werden sollte. Das Familienministerium hatte bei ihm ein Lied über Demenz in Auftrag gegeben.  Den Refrain sollte ein Chor singen. Wenn man Lust und Zeit hätte sollte man sich an einem Nachmittag in der Abtei Neumünster einfinden. Ich hatte Zeit und große Lust dazu.  Der Chor wurde riesig. Es fanden sich an die 150 Leute ein  und es war ein unglaubliche und schöne Erfahrung. Ein Crew von RTL war auch zugegen und ich kannte die Reporterin, die sich fragte warum ich hier, sei… und so entstand die Reportage von mir und Tantchen.

Heute am Weltalzheimertag kam das Lied raus.

Und hier ist das Video. Mir trieb es es die Tränen in die Augen. Der Text ging mir sehr nahe. Zudem ist es ein typischer Serge Tonnar Ohrwurm den man nicht mehr los wird.

Und hier findet hier das Making Off.

Ein Glas

Dieses Glas kenne ich seit meiner Kindheit. Sie wurden immer für den Sonntagstisch hervorgeholt und wurden dann mit Rotwein befüllt.  Ab und an wurden sie auch für Bier genommen, und später als meine Mutter ihr Faible für Vanilleeis mit heißen Waldfrüchten entdeckte, wurden sie auch dafür genutzt.

Eigentlich ist diese Tulpenform ideal für alles.  Wein, Cocktail, Nachtisch und unter Umständen auch für dunkles Bier.

Es müssen irgendwann mal mindestens 12 Stück gewesen sein. Als ich in die neue Wohnung zog nahm ich 2 Stück mit. Eines zerdepperte die Spülmaschine. Jetzt habe ich nur noch eines und bin auf der Suche nach neuen. Ich fand welche per Zufall welche im einem Café auf der Place de Paris als ich ein Apérol Spritz bestellte. Doch von den Bedienungen konnte mir niemand sagen woher sie stammen.

Wenn jemand vom meinen geschätzten Lesern auf Streifzügen durch Einrichtungshäuser diese Gläser in bauchiger Tulpenform mit kurzem Stiel findet, bitte melden.

Blogger_LU

Doch bevor ich was über die Facebookgruppe Blogger_LU schreibe, hier ein Foto meiner neuen sehr umweltfreundlichen Tastatur aus Bambus. Die Haptik ist sehr schmeichelhaft für die Fingerkuppen und vom Klang her erinnert sie mich an die meine allererste Tastatur von meinem allerersten Computer…. *klack,klack,klack,…klock*

Ja, ich arbeite noch immer mit einer ganz klassischen Agenda im Moleskine Look, (es ist aber nicht von der Marke) und werde das auch nicht zugunsten eines elektronischen Kalenders aufgeben. Ich habs versucht und es machte mich wahnsinnig.

***

Ich fand die Gruppe auf Facebook vor Monaten schon und trat ihr bei. Ich war außerordentlich erfreut, dass es endlich wieder so eine Gruppe gibt, denn von den Bloggern der ersten Generation zu denen ich mich rechne sind nicht mehr viele übrig. Es waren damals auch nicht sehr viele aber immerhin versuchte ein Werbeunternehmen alle Luxiblogger zu gewinnen für eine Gruppe zu gründen, natürlich mit Hintergedanken…. (das waren noch Zeiten *snif*…schöööön)

Am Samstag Nachmittag war also eines der monatlichen Bloggertreffen von Blogger_LU angesagt. Ich war noch leicht groggy von Ze Party am Tag davor und fühlte mich seit langem mal wieder so alt wie ich wirklich bin. Darum schreibe ich auch erst heute darüber. Mit dem Alter braucht die Regenerierung von Exzessen etwas länger als einen Tag… ich schweife ab.

Das Treffen war um 15:00 beim Konditor meines Vertrauens, was mir sehr gefiel. Ich stellte in der Facebookgruppe, meine Zusage und von „unsicher“ auf „nimmt teil“ und schmiss mich in mein neustes Outfit, das ich mir zum Teil in Düsseldorf gekauft hatte. Mir war schon klar dass ich nicht zu den Jüngeren gehören würde. Die „Chefin“ der Gruppe ist eine Fashionbloggerin von Clothes & Camera und mein Outfit würde ,wenn auch nicht offensichtlich, „unter die Lupe genommen“ werden.  Ich hechtete durch die Fußgängerzone weil ich ein wenig spät dran war, und mich zu lange mit den beiden vorigen Posts gequält hatte (das ich aber meinem leicht be…… Zustand zuschrieb).

Da nichts wirklich angesagt war, ob ein Tisch reserviert sei, oder ob man sich vor der Konditorei treffen sollte, ging ich hinein in der Hoffnung ich würde das schon irgendwie herausfinden. Ich ging nach oben in die Etagen und fand die Gruppe sofort.

Und… ging an ihnen vorbei!

Es saßen ungefähr 12 Mädchen alle im Alter von ungefähr 20 Jahren am Tisch, alle durchgestylt und fein zurecht gemacht. Mein erster Eindruck war sofort, “ da gehörst du nicht hin“. Ich ging noch eine Etage höher und tat so als würde ich jemand suchen nur um mich selbst zu fragen, ob ich nun soll oder doch nicht. „Stell dich nicht so an, es ist ein Bloggertreffen und nicht die Fashionweek!“

Vielleicht wäre jetzt der Moment um etwas zu erklären. Vom Beruf her würde ich voll da reinpassen. Ich bin Maskenbildner für Theater, Film und Foto, und müsste, könnte, sollte mich auch immer für den neuesten heißen Scheiß interessieren. Doch ich bin diesbezüglich weitab von Gut und Böse und die Welt der Mode tangiert mich seit Jahren nur noch peripher. Zudem ist mein Blog nicht darauf angelegt mich und meinen Beruf zu verkaufen, sondern mich als Privatperson darzustellen, wenn auch mit Abstrichen. (ganz gläsern bin dann doch nicht)

Ich schlich dann noch mal an der Mädelsgruppe vorbei und schaute genauer hin.
„Nee, Joël, da passt du echt nicht rein. Hau ab!“
Ich hätte von all denen der Vater, wenn nicht der Großvater sein können. Und wenn ich mich dazu gesetzt hätte, wäre ich mir vorgekommen wie Hugh Hefner. Vielleicht lag es auch an meiner „the morning after“ Verfassung, denn normalerweise komme ich allem und jedem zurecht.

Vielleicht ist es auch einfach nur eine neue Ära von Bloggern die das Bloggen (denn ich habe inzwischen ein wenig in Blogger_LU herum gestöbert wer da alles bloggt) anders auffasst als ich das tue. Es sind größtenteils Bloggs die keinen persönlichen Anspruch mehr haben, sondern nur thematisch aufgebaut sind. Obwohl zwei alte Hasen aus meinen zarten Blogger Anfängen auch dabei sind.

So und jetzt erwarte ich mir ein paar Kommentare, bitte.

Ein Geburtstag in Bildern

Da die letzten Tage nach der Kur mit unzähligen Meetings und Rennereien angefüllt waren, kam ich gar nicht dazu irgendetwas für zu planen, bis mich zwei gute Geister darauf hinwiesen, dass ich doch bitteschön etwas TUN sollte. Die Frage war was?

Ich entschied mich für einen Ausflug. An meinem Geburtstag stieg ich morgens kurz nach 8 ins Auto zusammen mit einem der guten Geister. Es ging nach Neuss zur Museumsinsel Hombroich, von der ich schon mal vor langen Jahren im alten Blog berichtet hatte. Um genau zu sein, ich habe es eben nachgesucht; es vor 11 Jahren.
Ich schrieb damals:

Die perfekte Fusion zwischen moderner Architektur, zeitgenössischer und klassischer Kunst und Natur. Es war wie ein Rausch. Ich habe so viele Fotos gemacht von der Insel, dass ich zum ersten mal bereute, nicht mehr Speicherplatz auf der Memorykarte in der Digitalkamera zu haben.

In den elf Jahren haben sich die Kameras aber sehr verbessert und heute kann ich hier so einiges an Fotos und Videos zeigen.

Das Verrückte daran ist vor allem die Kombination. Von einer Sekunde zur anderen, in der man nur durch eine Tür schreitet geht man in eine andere Welt über und genau so wieder zurück. Das einzige was man am Eingang bekommt ist ein Plan der Areals damit mit sich nicht vollends verläuft. Es ist didaktisch nichts ausgeschildert und Wegweiser gibt aus auch keine.

So ein Pavillon, das im Plan lediglich als begehbare Skulptur bezeichnet wir steht im nirgendwo. Im Inneren befindet sich gar nichts. Doch der Widerhall darin ist so klar und mit so viel Echo, dass man denkt man stünde in Kathedrale.

Inmitten einer Auenlanschaft die der Natur gößtenteils überlassen wird, nur stellenweise wird pflegend eingegriffen, findet man dann größere recht unauffällige Pavillons in denen das passiert was ich vorhin beschrieben habe. Man tritt in eine andere Welt.

 

Eines der spektakulärsten Bilder ist das hier. Das kleine Männlein rechts neben dem Bild bin ich.

Nicht weit entfernt von der Museuminsel befindet sich die Langen Foundation, die vor 11 Jahren, als ich zum ersten Mal dort war, gerade ergeöffnet hatte, mit einer spektakulären Austellung bei der schlichtweg alle großen Maler des 20. Jahrhundert vertreten waren.

Die Ausstellung die jetzt dort zu sehen ist ist ein Retrospektive von Olafur Eliasson, der sich mit Licht, Farbe und Formen auseinandersetzt. Ich war ein wenig enttäuscht, denn ich hatte mir mehr erwartet.

Hier ein Panorama Foto vom Eingang.

Abends ging es dann nach Düsseldorf wo wir im sehr empfehlenswerten Nikko Hotel übernachteten.