Südfrankreich – Tag 2 – Vidauban

Hinlegen und nichts tun, war das Motto. Das Gästehaus verfügt über ein Schwimmingpool, ein Wirlpool und eine grosse Sonnenterrasse, womit das süsse Faniente vorprogrammiert ist. Aushalten tue ich das aber nur einen halben Tag lang und so schwangen wir uns am späten Nachmittag wieder ins Auto und erkundeten ein wenig die Gegend. Das heisst ich spielte ein wenig Reiseführer für meine Begleitung, da ich Vidauban ja von vorher kannte. Es hat sich nicht viel geändert hier.

Ich fand in dem großen Einkaufszentrum etwas ausserhalb des Ortes eine neue Badehose, in Stil Form und Farbe weitab von dem was ich sonst anziehe. Ich erliege immer wieder dem Kaufrausch wenn ich entspannt und im Urlaub bin. Dabei habe ich mir schon oft irgendwelchen Mist gekauft den ich danach nie verwendet oder angezogen habe. Ich kann mich an eine Djellaba aus Tunesien erinnern, die mir dort sehr gefiel, aber in Luxemburg kam ich mir lächerlich damit vor. Bei der Badehose wollte ich den Fehler nicht machen und ich probierte ein paar an bevor ich mich für eine entschied. Zudem werde ich sie ja den ganzen Winter brauchen, da ich das Schwimmprogramm von der Kur noch immer einhalte.

Zurück im Gästehaus merkte ich dass ich mir doch einen leichten Sonnenbrand auf den Schultern eingehandelt habe, den ich sofort mit jeder Menge Creme behandelte.

Morgen stehen die Städte Grasse und Cannes auf dem Programm.

Südfrankreich – Tag 1 – Vidauban

    Ich hatte es nicht angekündigt.
    Aber ich bin wie vor zwei Jahren an dem gleichen Ort an der ich vor zwei Jahren aufgehört habe zu Bloggen. Es ist das gleiche Gästehaus. Nur werde ich dieses Mal nicht aufhören zu schreiben, sondern werde, wie schon in Überlingen, versuchen jeden Tag zu schreiben.
    Da ich in Begleitung bin, weiss ich nicht ob ich das so hinkriegen werde.

    Die Fahrt war anstrengend aber nicht so anstrengend wie das letzte mal, da ich sie nicht allein bewältigen musste und wir abwechselnd am Steuer saßen. Das Spannende daran war das Wetter das zunehmend besser wurde je südlicher wir uns bewegten. Am Ende hatten wir satte 30 Grad. In Luxemburg hatten wir grade mal 15 Grad.

    Eine Sache die ich sehr vermisst habe, war der obligate Anruf in Luxemburg um zu sagen, dass ich gut angekommen bin. Die letzten beiden Familienmitglieder, die ich damals noch hatte sind nicht mehr da. In solchen Momenten wird mir der Verlust so schmerzlich bewusst…
    Aber lassen wir das. ich bin hier um Urlaub zum machen und noch einmal Sonne zu tanken bevor es endgültig in die kalte Jahreszeit geht.

Reines Mitgefühl

Der Besuch auf der Schobermesse, der eine etwas seltsame Begegnung für die N. beinhaltete, hatte zur Folge dass sich die N. ohne Rücksicht auf Verluste die Kante gab, und wir, die A. und ich, aus reinem Mitgefühl mitzogen. Die bittere Konsequenz war, dass ich gestern mit einem gewaltigen Kater aufwachte und nur sehr begrenzt imstande war irgendetwas zu tun.
Solche Exzesse vertrage ich immer schlechter, auch die N. meinte auch gestern, dass sie NIE wieder einen Tropfen Alkohol anrühren würde.

Fazit: Meine tägliche Schwimmstunde ließ ich sausen, wird aber heute nachgeholt.

Schoueberfouer

Alle Jahre wieder.

Gestern schlenderte ich mit der N. und der A. durch die Alleen, als die N. plötzlich meinte dass sie im Bezug auf die Schobermesse gar keine Nostalgie verspüre. Ich pflichtete ihr bei. Die Schobermesse entwickelt sich auch weiter und wird nie gleich bleiben.

Später habe ich dann überlegt, dass sie für mich doch eine Nostalgie beinhaltet die schon mal vor Jahren hier aufgezeigt habe in einem sehr persönlichen Blogbeitrag.(Ich sehe grad dass ich ihn letztes Jahr um die gleiche Zeit auch schon verlinkt hatte.)

Es war die Fotoserie meiner Eltern am Fotoschießstand.
Ich schrieb damals:

Die Fotos zeigen eine immer etwas gelangweilte Familie um meinen Vater stehen und warten bis er endlich in Schwarze traf und das Foto auslöste. Meine Mutter war da ganz besonders gut drin. Ich habe die Fotos nicht sehr viel bearbeitet im Gegenteil. Ein paar die jedoch zu heftige Flecken hatten habe ich retuschiert oder ganz in den schwarz-weiß Modus gezogen. Ein paar Jahre fehlen dazwischen. Entweder haben wir da kein Foto gemacht oder es war kein Fotostand da.
Ich lasse die Fotos für sich selbst sprechen.

1965

 

1966

 

1967

 

1968

 

1969

 

1970

 

1972

 

1974

 

1977

 

1978

 

1979

 

1980

 

1981

 

Das Traurige daran ist, dass außer mir alle auf diesem Fotos verstorben sind.

Es ist gut zu wissen wo man steht

Dieser Satz kam mir in Sinn als ich am frühen Nachmittag den Friseurladen meines Vertrauens verließ. (Und wer sich jetzt wundert dass er vor noch gar nicht so langer Zeit etwas über eine neue Frisur hier gelesen hat, dem sei gesagt dass ich alle 3 Wochen gehe)
Es war ein sehr positiver Gedanke. Die beiden letzten Tage waren sehr entwicklungsreich.
Da der Tag aber einer der seltenen war an dem ich überraschenderweise nichts zu tun hatte, beschloss ich mir im Museum 3 Eicheln die zeitlich begrenzte Fotoausstellung von Charles Bernhœft anzusehen. Zugleich war es (ich sollte mich schämen) das erste mal dass ich überhaupt in dem Museum verweilte.
Eine schöne Ausstellung die manchen Einblick in die Stadt Luxemburg gewährt, auf eine Epoche die so gar nicht mehr der heutigen Zeit entspricht, ja fast fremd erscheint, wären da nicht einzelne Gebäude auf den Fotos, die sich während den hundert Jahren und mehr, nicht verändert haben. Sehenswert.

Gleich nebenan im MUDAM das ich ja öfters besichtigte, überkam mich dieses Mal die schiere Wut.
Aber schön der Reihe nach.
Ich habe schon häufig erwähnt wie sehr ich das Gebäude des MUDAM an sich mag. Leider ist es mit seiner recht beschränkten Anzahl an Quadratmetern und der Architektur wegen manchmal schwierig immer wieder neue moderne Kunst zu finden die in das Gebäude passt.
Seit einigen Jahren finden immer wieder Kooperationen mit großen Museen aus dem Ausland statt, deren Ausstellungen auch im MUDAM gezeigt werden. Eine davon ist mir ganz besonders gut ein Erinnerung geblieben. Es war eine Zusammenarbeit mit der Tate Modern aus London.

Die neue Ausstellung Dammage Control ist vom Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington DC organisiert und beinhaltet Weltstars wie Yoko Ono, Andy Warhol oder Ai Wei Wei. Eine sehr spannende Ausstellung die mich sehr berührte.

In dem oberen Sälen befindet sich ein „Wünstler“ Heimo Zobernig. Das Wort Künstler ist hier wahrlich nicht angebracht! Aber ich kann seine Machwerke beim bestem Willen nicht als Kunst werten.
Der Kurator Clément Minighetti schreibt dazu:

Heimo Zobernigs radikales Werk entwickelt sich seit Ende der 1970er-Jahre aus seiner kritischen Auseinandersetzung mit der Abstraktion. Er nimmt ihre Geschichte und ihre Sprache in den Blick, lotet ihre Grenzen aus, stellt ihre Eigenständigkeit auf den Prüfstand. Für seine Werke arbeitet der Österreicher häufig mit Materialien aus Quellen jenseits des Kunstkontextes, um auf diesem Wege „Konventionen auf den Kopf zu stellen”.]…[ Die umfangreiche monografische Ausstellung in den beiden Galerien im ersten Stock des Mudam entwickelt sich um einen Korpus jüngerer Werke, in denen Elemente älterer Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers als Skulpturen erneut „zur Aufführung kommen”.

Demnach scheint diese „umfangreiche monografische Ausstellung“ auch ein Art Retrospektive zu sein und das beweist nicht nur dass der Kurator Minighetti ein schlechter Kurator ist, sondern auch dass Zobernig ein nichtssagender Stümper ist, bei dem es mich wundert, dass er einen Lehrstuhl an der Akademie der bildenden Künste Wien hat . Am schlimmsten fand ich den Raum in dem es wagt verschieden groß weiß gestrichene Leinwände an die Wand zu hängen und sonst nichts. Sorry, aber das hat nichts mehr mit Kunst zu tun, das ist Verarsche pur! In dem andern Raum befinden schlecht zusammen gebaute IKEA Möbel, die man auch gratis in dem entsprechenden Möbelhaus betrachten kann.
Dabei kommt mir der Satz in den Sinn:
Kunst kommt von Können,
nicht von Wollen, sonst hieße es Wunst.

Es ist leider nicht zum ersten Mal, dass ich so bitter enttäuscht aus dem MUDAM komme. Interessanterweise sind es immer die Ausstellungen die mich aufregen von hausinternen Kuratoren des MUDAMs zusammengeschustert. Ich werde in Zukunft mehr darauf achten welcher Kurator welchen Mist ausstellt.

Sonntag

Morgen werde ich zum ersten mal wieder seit über einem Jahr an einem Filmset arbeiten. Ich hatte diese Art von Arbeit, die sehr zeitraubend ist und für nichts anderes Raum gibt, völlig eingestellt. Jetzt da die Familienmitglieder, die meine Hilfe brauchten, nicht mehr da sind, kann ich wieder damit anfangen.

Und doch ist mir mulmig dabei.

Was heute noch ansteht:
– Meine ganzen Setkoffer säubern und einräumen.
(Je nach Lage sehr zeitaufwendig)
– Schwimmen.
(sehr wichtig, denn gestern war ich nicht und die nächsten zwei Tage wird es zeitlich auch nicht machbar sein)
– Die Wohnung auf Vordermann bringen.
(Die Putzfrau ist erst Ende August wieder da und ich bin froh dass die Wohnung nicht größer ist als ein Hotelzimmer)

+(212) 629 115 531

+(212) 629 115 531

Eine marokkanische Nummer. Ich wüsste nicht warum ich plötzlich ein Anruf aus Marokko bekommen sollte. Ich kenne niemanden dort.  Eine Suche ob es sich um eine einschlägige Bauernfänger Nummer handelt, war Google nicht bekannt. Also stelle ich Nummer selbst ins Netz.

Ha, vielleicht bin ich ja der Erste dem es auffällt und ich trete gerade ein Buzz oder ein Shitstorm los.

NACHTRAG: Es scheint wirklich eine Fangnummer zu sein.  Von der Nummer wurde ich in den letzten Tagen mehrfach angerufen. Einmal kurz klingeln lassen und weg. Ich hab sie jetzt gesperrt.

Schnellen Schrittes

Ein Freund von mir der eine Bar besitzt, machte mich vor Monaten schon darauf aufmerksam.
Seelenmusik.
Der Titel mag etwas irreführen, da man ihn mit sphärischen Klängen und innerer Ruhe und Einkehr oder gar mit Religiosität in Verbindung bringen mag. (Aus einem völlig anderen Blickwinkel mag es sogar stimmen 🙂 ) Aber es ist ein richtig guter Dancefloor Podcast zu finden in der Soundcloud. Da die meisten Songs um die 120 BPM haben, zieht das Ganze gut rein und hält mich auf Trab wenn ich durch die Stadt laufe, den MP3 Player auf den Ohren. Wenn ihr mir begegnen solltet und ich schreite etwas schneller als andere, heißt das nicht zwangsläufig dass ich in Eile bin.

Im Wasser

Seit der Kur halte ich mich eisern daran. Ich gehe schwimmen, jeden Tag, eine Stunde lang. Und es ist seltsamerweise nicht die Bohne langweilig. Das was mir noch am Bodensee so langweilig erschien ist es nicht mehr. Ich ziehe meine Bahnen und lasse die Gedanken abschweifen. Manchmal kommen mir Ideen fürs Blog, für Geschichten, für den Einkaufszettel…

Der Alltag ist nicht leichter geworden, im Gegenteil er ist schwerer den je, aber ich meistere ihn leichter.

Ein Fazit

Am 19. Fastentag schrieb ich: Ich absolviere immer noch meine Stunde schwimmen am Morgen. Und wenn es nur irgendwie in Luxemburg möglich ist werde ich das auch beibehalten.Ich werde mich nach Schwimmbädern umsehen müssen die morgens nicht mit Schulklassen verseucht sind. Wird schwierig.

Wurde es nicht. Ich habe, dank der „Comptesse du Plateau Bourbon“ (ihr erinnert euch), sofort eine Adresse erhalten die, ich hier nicht preisgeben werde, da sie ein zu guter Insidertipp ist, und ich mir den nicht selbst versauen möchte. Ich kann auch schweigen, wenn es zu meinen Gunsten ist 🙂
Es ist eine Art privat Club für den man Referenzen braucht, der aber dafür nicht die Welt kostet, im Gegenteil, er ist billiger als ein normales Hallenbad.

Mehr verrate ich nicht.

Bildernachtrag

Der Alltag hat mich wieder und es ich nicht leicht wieder einen Rhythmus zu finden der die schlechten Gewohnheiten, die ich mir mühsam seit der Kur abgewöhnt habe, nicht aufkommen lässt.
Eine hat sich bereits wieder eingeschlichen, tja…

Ich stöberte durch die Bilder meines Handys aus den vergangen Tagen. Ein paar davon sind sehenswert. Zum Beispiel diese beiden hier: zwei Tage nach der Rückkehr ging ich zum Friseur meines Vertrauens der mich umstylte weil er meine alte Frisur nicht mehr sehen konnte.

Der Regenbogen über dem Bodensee eines Abends währendem ich meine Suppe löffelte.

Eine traumhaft schöne Villa mir Seeblick gleich neben der Klinik

Eine Statue auf der Insel Mainau die meine Aufmerksamkeit erregte.

Fasten – Tag 21

Der letzte Tag.
Morgen werde ich nach hause fahren.
Habe heute meine erste Scheibe Vollkornbrot gegessen.
Es ist schon seltsam, wie lange ich jetzt hier bin und doch wie schnell die Zeit vorbei ging.
Meine alte Welt mit all ihren großen Problem und Hürden wird mich morgen wiederhaben.

Wer die ganze letzte Zeit hier mitgelesen hat wird bemerkt haben, dass ich bewusst den Namen der Klinik verschwiegen habe. Obwohl man es leicht herausfinden kann; es steht irgendwo auf einem Foto. Aber ich schreibe kein Blog um Werbung zu machen. Es gibt in Überlingen mehrere Kurkliniken, die mehr oder weniger das gleiche Programm anbieten. Die Klinik in der ich war ist die größte und die bekannteste vor Ort. Es ist aber auch, vermute ich, die teuerste vor Ort.
Es gibt bestimmt anderswo auch Kliniken, die das gleiche Programm für weniger Geld anbieten. Ob man dann auch so herrlich untergebracht ist wie hier und auch so umsorgt wird, ist fraglich.

Da die luxemburger Krankenkassen, (und auch Zusatzversicherungen!!!) keinen roten Heller hinzugeben, musste ich alles aus eigener Tasche bezahlen.
Aber es bringt nichts sich darüber aufzuregen, die Logik der inzwischen umgetauften Gesundheitskasse ist nicht nachzuvollziehen. Lieber bezahlen sie später einen saftigen Krankenhaus Aufenthalt der viel teurer werden wird, als mir jetzt einen Zuschuss zur Vorsorge zu geben.
Es ist und bleibt eine Krankenkasse, der Name Gesundheitskasse ist lächerlich.

Ich habe mich die letzten Tage gefragt ob ich noch einmal herkommen werde. Ich weiß es nicht. Es ist verlockend nächstes Jahr wieder eine Fastenkur zu machen, jedoch hängt es von meinem Budjet ab und ob ich es noch einmal schaffe mir 3 Wochen freizuboxen. Es gibt auch die light Versionen von 10 oder 14 Tagen, die demnach eher in Frage kämen.

Ob ich das erreicht habe was ich will? Oh ja! Ich bin wieder klar im Kopf, der graue Schleier den ich die letzten Monate hatte, ist weg. Der angenehme Nebeneffekt. dass ich 10!!! Kilo abgenommen habe, ist auch nicht zu verachten.

Ab nächste Woche wieder in Luxemburg.

Fasten – Tag 20

Was für ein trostloser Tag.
Als ich heute morgen zum meinem täglichen Schwimmprogramm startete, fing es an zu regnen, und es hat seitdem nicht mehr aufgehört.
Ich ging wie gewohnt, fast an jedem Morgen hinunter in den Stadtkern in de man diesem Wochenende ein Großteil der Straßen gesperrt sind wegen dem Promenadenfest. Eine etwas trostlose Veranstaltung, denn der Regen ließ die Gäste weitgehend ausbleiben.

Zu Mittag habe ich mich dann hoffnungslos überfressen. Es war Kalorienarm und lecker aber sehr viel. Ich aß alles auf aber ich war anschließend so voll dass ich Bauchschmerzen hatte.

Zur Verdauung ging ich anschließend noch mal über das Promendenfest das nicht besser wurde.

Ein trostloser Tag.

Fasten – Tag 19

Ein Tag zu faulsein sein. Halbwegs.
Ich absolviere immer noch meine Stunde schwimmen am Morgen. Und wenn es nur irgendwie in Luxemburg möglich ist werde ich das auch beibehalten. Ich werde mich nach Schwimmbädern umsehen müssen die morgens nicht mit Schulklassen verseucht sind. Wird schwierig.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit einer kleinen Wanderung, mit lesen und mit in der Sonne liegen und braun werden.

Alles seeeehr anstrengend. 🙂

Fasten – Tag 18

So langsam gehe ich dem Ende zu.
Mir fiel auf jetzt da ich langsam wieder zu essen beginne, wie sehr ich am Ende war als ich hier ankam und wie stark und klar ich mich jetzt fühle. Der Unterschied ist unglaublich. Gestern noch sprach ich mit einem Gast der schon seit Jahren hier immer wieder fastet, und dass er die wichtigsten Entscheidungen in seinem Leben hier getroffen hätte.

Nach meiner täglichen Stunde schwimmen am Morgen, besichtigte ich gestern die kleine Stadt Meersburg. Sehr klein sehr fein sehr mittelalterlich und vollgestopft mit Touristen. Ich blieb nicht lange.

Gestern fragte jemand aus der Heimat mich wie es den schmecken würde das ganze Diätzeugs?
Nun das ganze „Diätzeugs“ ist in Wirklichkeit keines.
In den Aufbautagen, bekommt man leichte Kost damit der Magen langsam aber sicher wieder in Schwung kommt und sich wieder daran gewöhnt feste Nahrung zu verdauen. Da tolle daran ist dass sie hier sehr lecker kochen. Es wird alles super frisch zubereitet sozusagen „à la minute“.

Fasten – Tag 16

Der letzte Tag fasten.
Morgen ist Fastenbrechen.
Wie ich mich fühle? Gut. Es sind fast 10 Kilo weg.
Wie ich mich im Kopf fühle. Sehr viel besser als ich hier ankam. Ich bin wieder klar im Kopf.

Das Fastenbrechen ist der Tag an dem man anfängt wieder feste(re) Nahrung zu sich zu nehmen. In meinem kleinen schlauen Buch steht dass mittags es einen Apfelkompott gibt nachmittags einen Apfel und abends eine Kartoffelgemüsesuppe.

Heute ist ein trübsinniger Tag, zumindest was das Wetter angeht.
Bin auch heute nur eine Stunde geschwommen anstatt zwei.
Aber ich freue mich auf morgen.

Fasten – Tag 15

Der Tag begann mit kräftig abgekühltem Wetter, worüber ich mich freute, da mein Zimmer unter dem Dach liegt und langsam einer Sauna glich.

Nach meinem ersten Osteopathie Anwendung, die mich etwas dusselig hinterließ, fing es an zu regnen. Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass es am Bodensee so etwas wie Niesel- oder Sprühregen nicht gibt. Entweder regnet es so richtig oder nicht.

Jetzt sitze ich hier morgens um halb fünf da ich schon nicht mehr schlafen kann und versuche noch diesen Beitrag fertig zu bekommen.

Fasten – Tag 14

Sonntag. Ich bin jetzt volle zwei Wochen hier. Als ich heute Abend nach der Suppe meine letzte kleine Runde spazieren ging, wurde es mir bewusst. Zu was soll ich die letzte Woche nutzen? Soll ich einen Plan schmieden, wie dich den den ganzen Wust an Arbeit bewältigen soll, der mich erwartet? Es steht soooo viel an. Oder soll ich alles gelassen auch mich zukommen lassen? Ein Teil der Entscheidungen die ich in den nächsten Wochen und Monaten umsetzen muss sind bereits gefällt. Die Reihenfolge ist mir auch klar. Aber es wird heftig werden….
Und ich brauche Hilfe.

Da Sonntags in der Klinik das „Unterhaltungsprogramm“ auf Sparflamme läuft, machte ich einen kleinen Ausflug. Ich fuhr nach Bodmann-Ludwigshafen, ein Ort der westlich von Überlingen liegt, der aber nicht besonders viel zu bieten hat. Ich saß dort eine Weile auf der Terrasse vom Bahnhofskaffee, schaute ein paar Zügen nach und lauschte einem Regionalsender. Ich glaube es war Radio Seefunk.

Anschließend fuhr ich wieder nach Konstanz, das heute im Vergleich zum letzten Mal wie ausgestorben wirkte und setzte mich dort in ein Kaffee das dem Café Aran das ich schon mal erwähnt hatte, sehr ähnlich sieht, nur hat es einen anderen Namen. Die Hitze war drückend als ich den Pfefferminz Tee trank. Den Weg zurück wollte ich nicht mehr fahren, also beschloss ich von Konstanz aus mir der Fähre nach Meersburg zu fahren, die ich schon so oft gesehen hatte. In der ersten Woche fragte ich mich was das für ein seltsames Ding sei. Denn die beiden großen Fährschiffe haben eine sehr ungewöhnliche Form.

Mir fiel auf wieviele Springbrunnen und Figuren es am Bodensee gibt die von dem Künstler dem Künstler Peter Lenk gefertigt wurden. Sie sind alle immer leicht comichaft und lustig anzusehen, aber sie erzählen auch eine Geschichte, sogar dann wenn man sie nicht weiß.

Fasten – Tag 12 & 13

Draußen wummert Musik. Eine Dance Party findet gerade im Zentrum von Überlingen statt. Aber die Musik ist das was man halt immer im Radio hört und schlimmer, also nicht wirklich mein Musikgeschmack. Nun ja. Ich muss ja nicht hingehen, es reicht wenn ich es von meinem Zimmer aus höre und Ohrenkrebs bekomme.

Dass sich für heute und gestern schreibe hat damit zu tun, dass sich die Tage ziemlich ähneln. Ich habe nicht viel gemacht, es war zu heiß dafür. Gestern Abend besuchte ich eine Kochshow. Zu Anfang dachte ich dass es doch leicht maso wäre, da ich ja nichts von Sachen kosten darf, solange ich voll faste. 2 Sachen durfte ich dann doch kosten, ein Smoothie und eine Suppe. Der Rest sah sehr lecker aus.

Ansonsten habe ich viel gelesen und lag abwechselnd im und am Pool rum.

Fasten – Tag 11

Beim Filmdreh würde man jetzt eine Over-the-hill Party feiern.Ein anderes Wort wäre das Bergfest. Ich habe die Hälfte der Kur geschafft.
Ich werde jetzt noch insgesamt vier Tage richtig fasten, dann kommt das Fastenbrechen und die Aufbautage.
Seltsamerweise stellt sich kein richtiges Hungergefühl ein und zwar die ganze Zeit nicht außer am ersten und zweiten richtigen Fastentag. Nun ist es nicht so dass ich nicht Lust hätte auf irgendwelche Leckereien, aber zwischen einer Lust und wahrem Hunger besteht ein großer Unterschied.
Tatsache ist aber dass mein Knie nicht mehr schmerzt, mein Kopf frei und klar ist, und ich jede Menge Pfunde (jetzt schon) verloren habe.
Wie viele es genau sind werde ich erst am Ende verraten.

Fasten – Tag 10

Da mir am Tag davor ja etwas langweilig war peppte ich mir diesen Tag etwas auf einer Fahrt nach Konstanz. Ich nahm gleiche Fähre wie das letzte Mal. Konstanz an sich ist eine schöne Stadt doch weil ich mir keinen rechten Plan zurechtgelegt hatte, ließ ich folglich ein wenig planlos herum. Das Sealife wollte ich mir nicht antun, allein schon die aggressive Werbung dafür lässt mich davor zurückschrecken.

Impressionant fand ich die riesige Statue am Eingang des Hafens.

Erstaunt las ich bei Wikipedia dass die Statue ziemlich neu ist und es der gleiche Künstler ist der auch den Springbrunnen in Überlingen herstellte. (Den ich noch ablichten muss.)

Zeitig zum Abendmahl war ich dann wieder in der Klinik.

Fasten – Tag 9

Habe am Abend etwas mehr an Essen gedacht als sonst. Ich habe mich wirklich nach was Handfestem gesehnt. Etwas mit mehr Geschmack als Suppe die nur nach reiner Suppe schmeckt und kein einziges Kräutlein enthält. Man hatte mir aber auch prophezeit dass ich am neunten oder zehnten Tag einen kleinen Einbruch in der Motivierung erleiden könnte.
Tja, schon passiert.

Ich habe mir heute morgen aber, etwas zur Motivation gekauft. Ein neues Hemd und eine neue Hose, die beide eine Kleidergröße kleiner sind. Das Hemd passt schon, aber die Hose zwickt noch kräftig im Bund. Bis ich hier weg bin MUSS sie passen.

Da mir heute wie gestern etwas langweilig war, habe ich beschlossen morgen einen Ausflug nach Konstanz zu machen mit der Fähre. Ich werde also wieder einen Tag blau machen. Ohne zu sündigen. Versprochen.

Fasten – Tag 8

Die schöne Abwechslung von gestern ließ den heutigen Tag ein wenig langweilig erscheinen obwohl er es nicht war. 2 Stunden schwimmen mit einer zusätzlichen halben Stunde Wassergymnastik waren heute die Ausbeute, was das Sportliche angeht. (Wer mich persönlich kennt, weiß dass ich total unsportlich bin und nicht die geringste Ambitionen habe eine Olympiade anzutreten.) Der Rest ist Wandern.

Heute zum ersten Mal in meinem Leben ein Psychotherapie Stunde gehabt. Die Stunde hat mir so viel gebracht wie selten ein Gespräch zuvor.

Den Roman von Robert Galbraith „Der Ruf des Kuckucks“ ausgelesen. Sehr schön und der Schluss sehr unerwartet. Ich habe mir daraufhin den Roman von Joanne K. Rowling (den Robert Galbraith ist ein Pseudonym von ihr) „Ein plötzlicher Todesfall“ gekauft.

Alles andere was ich an Lesestoff mitgeschleppt habe muss jetzt warten.

Fasten – Tag 7

Es ist schon komisch aber heute fängt das Fasten an ein Selbstläufer zu werden, sagt man. Da ich eine lange Tour zur Insel Mainau vorgesehen hatte, kam es mir auch die ersten Stunden so vor.

Ich fuhr von Überlingen aus mit dem ersten Schiff zur Mainau hinüber. Lustigerweise war ich der erste Gast der die Insel betrat.
Wenn man jemandem erklären soll warum diese Insel so toll ist, wird es schwer. Man muss sich schon für Pflanzen, Tiere und Natur im Allgemeinen interessieren, sonst ist ein Besuch überflüssig. Es ist ein großer Wanderpark mit traumhaften Anlagen. Es sind aber auch Sammlungen von Pflanzen, zum Beispiel Rosen. Buschrosen, Kletterrosen,… ich habe die Sorten nicht gezählt und ich mag mich verschätzen aber um die 200 sind es bestimmt. Es ist ein Sehr schön angelegter Schmetterlingsgarten. Es ist ein riesiges Palmenhaus. Es sind sie Mammutbäume.

Ich war bis in dem späten Nachmittag dort. Eine schöne Abwechslung zum Kuralltag.

Fasten – Tag 6

Der Tag fing zum Heulen an.
Es regnete nicht nur es goss wie aus Eimern. Ich hatte mit vorgenommen dass ich die morgendliche Wandertour mitmachen wollte, doch als bei dem Wetter ließ ich es bleiben. Eine Stunde später begab ich mich zum alltäglichen Gesundheits-Check und gegen 9 Uhr in eine Kneip Anwendung. Es war etwas was ich unbedingt einmal ausprobieren wollte. Dieses heiß / kalt Abbrausen brachte mich derart auf Touren dass ich nicht mehr länger rumsitzen wollte, sondern musste etwas TUN. Spazieren bei dem elenden Wetter war keine Option, also entschied ich mich eine Spritztour durch die Gegend mit dem Auto zu machen.
Ich entdeckte ohne dass ich auf eine Karte gesehen hätte, ein prunkvolles Gebäude das ganz allein mitten in der Landschaft steht und man weiß nicht so recht was das soll. Ich bog von der Hauptstraße ab merkte bald, dass es eine ziemliche Attraktion ist weil gleich neben dem Gebäude ein großer Parkplatz sich mich Wagen füllte.

Kolster Birnau

Die Kirche im Mittelteil kann man besichtigen. Die überschwängliche barocke Einrichtung ist kaum zu übertreffen. Leider konnte ich sie nicht ablichten da es verboten war. Doch wenn ich allein gewesen wäre hätte ich es getan.

Die Rückfahrt würde eine Bewährungsprobe der härteren Art. Durch eine Umleitung musste ich durch eine Handwerks- und Handelszone fahren. Bei einem der Supermärkte befand sich ein Hähnchengrillstand. Der Duft von gebratenem Geflügel verbreitete sich Wageninnenraum und ich war kurz davor beizudrehen und mir ein halbes Hähnchen zu kaufen.
Solche Versuchungen gibt es jeden Tag und es kostet mich unglaubliche Überwindung ihnen nicht nachzugeben.
Vom sogenannten Selbstläufer Effekt spüre ich noch nichts.

Fasten – Tag 5

Ich sitze in meinem Zimmer in der Klinik das übrigens einen exzellenten WLAN Anschluss hat und soll über den gestrigen Tag schreiben. Draußen schüttet es was der Himmel hergibt…

Gestern war zum ersten Mal die Sonne zu sehen und ich war so guter Dinge wie schon lange nicht mehr.
Zweite Sprechstunde mit meinem Arzt. Meine Blutwerte sind fast alle ok.
Ein Bummel durch Überlingen mit einer Tasse Tee im Café Aran.
Ein Stunde Schwimmen.
Mittags ein Glas frischen Apfelsaft.
Nach dem Leberwickel, noch mal ein Tee.
Dann, weil das Wetter so schön war, nochmal eine Stunde Schwimmen, in der ich voll in die Stunde Wassergymnastik reinplatzte. Ich machte mit und es war sehr lustig zumal die Übungen recht leicht waren.

Kurbekanntschaften:
Es ist erstaunlich wie viele verschiedene Nationen hier vertreten sind. Der größte Anteil machen französisch sprechende Gäste aus.
Als ich vor ein paar Tagen die Hausführung machte, fragte mich die Gästebetreuerin ob es für oh wäre bei der französischen Tour mitzumachen. Ich musste lustigerweise mehrfach übersetzen da das Vokabular der Dame doch recht spärlich war. Dabei lernte ich zwei Damen aus Besancon kennen. Wir nahmen die letzten Tage immer zusammen unsere Mahlzeiten ein, (wenn man das als Mahlzeiten beschreiben kann)und somit spreche ich hier mehr Französisch als ich je gedacht hätte
Eine Tischnachbarin ist aus Soest und Lehrerin für Kunst an der Grundschule. Mit der habe ich bis jetzt den besten Draht.

Ich erwischte mich mehrfach beim Gedanken an Essen. An kleine köstliche Dinge, sowie…. lassen wir das. Meinem Arzt zufolge sollte sich das ab dem vierten Fastentag geben. Und dann würde es zum Selbstläufer werden.

Fasten – Tag 4

Das Wetter ist echt zum Heulen, es tat meiner gehobenen Stimmung aber keinen Abbruch. Ist das bereits die Euphorie Phase?
-Eine Einführung über Buchinger und das Haus mitgemacht.
-Etwas später dann eine Aromatherapie Massage, die richtig gut war und obwohl ich einen Anti-Stress-Gute-Nacht Duft gewählt hatte war ich nach der Massage in Hochform.
Der Einlauf und die Leberwickel werde ich nicht mehr erwähnen, sie gehören zum täglichen Programm.

Der Nachmittag kündigte sich trockener an und wagte den zweiten Versuch Überlingen zu erkunden.
Überlingen scheint, von dem was ich am vierten Tag sah, ein sehr hübsches Städtchen zu sein. Mit vielen Boutiquen und malerischen Plätzen. Eine kleine Tour durch Innenstadt ließ mich an dem Kaffee vorbei laufen, das mir auch gestern schon ins Auge stach. Dieses Mal jedoch ging ich hinein bestellte mir eine Tasse Tee. Seltsamerweise hatten all die Leckereien nicht die geringste Wirkung auf mich. Jedoch besann sich dass Wetter eines anderen und es fing an wieder zu regnen als ich aus dem Kaffeehaus kam (und wenn ich Regen sage, dann meine ich keinen Niesel- oder Sprühregen, sondern so richtig mit Eimern) und so wurde aus der längeren Wanderung am Bodensee nichts.

Fasten – Tag 3 – Abführtag

Heute ist der erste richtige Fastentag. Es sollte heute morgen mit Glaubsaltz beginnen, aber da ich gestern schon wahnsinnige Kopfschmerzen hatte, riet man mir es mit einem Einlauf zu tun, da Glaubersalz die Kopfschmerzen verstärkt. Einläufe werde ich drei Stück bekommen, heute, morgen und übermorgen. Ganz angenehm ist es nicht aber jetzt nicht soooo schlimm, wie von manchen gesagt wird.

So schlecht wie ich mich gestern fühlte so gut es mir heute. Die Kopfschmerzen sind weg, obwohl ich immer noch ein ganz leichtes Wummern (anders kann ich es nicht beschreiben) im Kopf habe.
Die Leberwickel die ich nun jeden Tag bekomme sind auch sehr angenehm, obwohl, da ich liegen muss etwas langweilig. Irgendwie fahre ich im Kopf immer noch mit dem Tempo das ich sonst gewöhnt bin, aber das wird vielleicht noch ein paar Tage dauern bis ich runter komme.

Ich war schwimmen. Die Kurklinik besitzt ein beheiztes Schwimmbad außen das zu jeder Jahreszeit benutzt werden kann. Man schwimmt durch Wasserdampfschwaden in angenehm warmen Wasser bei Regen und Wind.

Ich habe eine kleine Wanderung durch Überlingen gemacht, die aber nicht viel Spaß machte da es beständig regnete. Ich hätte mich auch in Kaffee setzen können, aber die Versuchung wäre zu groß gewesen.