Im Kino: Das Verschwinden des Josef Mengele

Bevor ich mich der Überschrift widme, kommt erst die Tagesberichterstattung.

Am Morgen traf ich die F, die ich bereits am Tag davor gesehen hatte, auf der Geburtstagsparty der Theatertruppe. Ich hatte sie schon sehr lange nicht mehr gesehen. Sie wohnt in Österreich und ist nur noch selten in Luxemburg. Wir trafen uns auf dem Wochenmarkt in der Stadt. Es gab sehr viel zu erzählen von beiden Seiten. Ein wenig später kam auch die D dazu.

Der hatte ich versprochen, dass ich am Nachmittag mit ihr ins Kino gehe, um einen Film anzusehen, der allein vom Titel her keine leichte Kost werden würde. Das Verschwinden des Josef Mengele:

Der Kriegsverbrecher Josef Mengele (August Diehl), der im KZ Auschwitz tödliche Experimente an Gefangenen unternahm, flieht nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nach Argentinien und später nach Paraguay und Brasilien. Auf zwei Zeitebenen erzählt der Film von der Flucht Mengeles durch Südamerika in den 1950ern und von einem Wiedersehen mit seinem Sohn Rolf Mengele (Max Bretschneider) in den 1970ern.

Am Anfang fühlt sich der Film ein bisschen wie ein Film Noir an, über einen Spion oder einen verdeckten Ermittler. Was recht gut funktioniert, sind die zwei Zeitebenen die eine in den 1950er Jahren, die andere zu einem späteren Zeitpunkt als der Sohn seinen Vater aufsucht. Es gibt immer wieder Rückblenden auf Mengeles Flucht zwischen den verschiedenen südamerikanischen Staaten und dann die Konfrontation des Sohnes mit seiner Vergangenheit. Dazwischen gibt es auch Szenen (in Farbe) aus den Konzentrationslagern, die teilweise schwer zu ertragen sind. August Diehl ist hervorragend in der Rolle von Mengele. Das gilt übrigens für alle Darsteller.

Die Schwierigkeit des Films ist es eine Figur wie Mengele nicht vollends als das Böse in seiner reinsten Form darzustellen, sondern auch eine menschliche Seite zu zeigen. August Diehl ist erschreckend gut darin, den jungen sowie den alten Mengele zu verkörpern. Er beherrscht den bösen Blick und die Wutausbrüche genauso wie die Darstellung der zittrigen Gebrechlichkeit im hohen Alter. Doch genau im Zeigen beider Seiten des Mengele liegt auch das Problem des Films. Wahrscheinlich ist es unmöglich, einen Film über eine solche historische Person zu drehen, ohne diesen Widerspruch aufzulösen. Der Film bietet ein Ende an, in dem Mengele von seinen Dämonen heimgesucht wird. Das ging mir vom dramatischen her eine Idee zu weit. Es gab so viele starke Momente davor, als der Sohn ihn verlässt, wo man den Film auch schon zum Ende hätte bringen können.

Ein sehenswerter Film, aber es ist keine leichte Kost.

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Werbefundstück:

Was die armen Ärzte so alles hassen müssen. Gibt es immer noch welche, die auf den dummen Spruch hereinfallen? Oder andersrum, warum sind die so überzeugt davon, dass ich etwas mögen soll, wenn mein Arzt es hasst? Mir erschließt sich dieser Gedankengang nicht. Oder richtet sich die Werbung ausschließlich an Menschen mit Konspirationshintergrund?

Nostalgie

Am Morgen in einem anderen Theater, einem der letzten Durchläufe eines Stückes beigewohnt, weil ich gebeten worden war, einen Blick darauf zu werfen. Eine One-Woman-Show von einer der besten luxemburgischen Darstellerinnen, die das Land zu bieten hat und die in Deutschland auch keine Unbekannte ist. (Ihr dürft jetzt knobeln wen ich meine, und nein, es ist nicht Désirée Nosbusch)

Danach noch eine gewohnte Dienstrunde bei der ich mich aber sehr anstrengen musste, weil die Lust völlig fehlte. Es gibt so Tage…

Für den Abend hatte ich eine Einladung zu einem runden Geburtstag von einer Theatergruppe die ihren 30. feierten. Es gibt sie eine Idee länger, als ich in der Branche arbeite. Ich hatte zu Beginn meiner Karriere einmal für sie gearbeitet. Von diesen Menschen damals ist glaube ich keiner mehr dabei.

Da da es im Süden des Landes war, musste ich beizeiten losfahren wegen dem üblichen Feierabendverkehr.

Es ein schöner Abend, der mit einem kleinen Stop-Motion Film begann. Es folgten ein paar Reden, der üblichen Verdächtigen und man hatte für den Abend einen Dokumentarfilm gedreht, der sehr schön und emotional war.

Bei kleinen Umtrunk mit Buffet sah ich eine Reihe von Menschen wieder aus meinen ersten zarten Gehversuchen in der Branche. Es kam Nostalgie auf.

Diese Nostalgie sollte mich noch für den Rest des Abends begleiten. Wieder daheim, sah ich mir nämlich eine Doku auf ARTE an, die mich noch viel weiter nach hinten zog, und eine alte Liebe wieder aufflammen ließ. 2025 wurde das Lied Smalltown Boy und das dazugehörige Album The Age Of Consent 40 Jahre alt. Und das Lied ist heute wichtiger den je. Eine wunderschöne Doku, bei der ich den Tränen manchmal sehr nahe war.

Viel Verschiedenes

Ein Tag der sich als lang und unterschiedlich angekündigt hatte.

Es fing damit an, dass ich früher los ging zur Dienstrunde, sonst hätte es zeitlich keinen Sinn ergeben. Ich komme gut voran und auch die kniffligen Dinge machen mir Spaß.

Gegen Mittag hatte ich einen Termin mit der C. Die C gehört zu der Gruppe der alten Schulfreundinnen aus der Zeit, als ich noch eine medizinische Karriere anbahnte. Wir sehen uns ab und an. Das letzte Mal ist noch gar nicht so lange her.

Wir hatten uns im Hêtre verabredet.

Auf dem Weg dorthin kam ich am Park der Königswiese vorbei:

Der Aufbau für den alljährlichen weihnachtlichen Tamtam. Viele freuen sich darauf. Mir ist er herzlich egal. Es ist einer von vier oder fünf Weihnachtsmärkten durch die ganze Oberstadt und Bahnhofsviertel verteilt.

Im Hêtre dann war es proppenvoll wie immer. Für mich gab es Fregola mit Fisch:

Anschließend ging es wieder zurück zur Dienststelle, weil dort noch ein Termin anstand, den ich aber bewusst kurz hielt.

Ein weitere Termin war im Rainbow Center. Ich hatte meinen Text schon vor längerer Zeit abgegeben, aber ich wusste, dass er viel zu lang war. Die L hatte ihn rigoros gekürzt, damit er auf die Länge eines Artikels in der nächsten Queer.lu passen würde. Wir unterhielten uns eine ganze Weile darüber und über die Gründe, warum diese oder jene Absatz gestrichen wurde. Es war noch einmal ein geistiger Kraftakt und anschließend war ich erledigt. 

Nach einer kurzen Einkaufsrunde im Cactus meines Viertels, fuhr ich nach Hause und viel kurze Zeit später bereits in die Horizontale.

Eine Zeitreise durch die Kurzfilme von Andy Bausch

Nebst der Dienstrunde, bei der ich heute ein wenig neben der Spur lief und mich sehr konzentrieren musste, damit ich nichts falsch klebe ( ja, klebe! ) hatte ich am Abend etwas worauf ich mich freute.

Ich fuhr zeitig in den Süden des Landes weil ich fürchtete, dass ich im Feierabendverkehr stecken bleibe. Aber die Sorge war unbegründet. Ich hatte Zeit genug für ein Abendessen in der Kantin. Ich hatte das Restaurant bereits gesehen, als ich vor einigen Wochen für den Thronwechsel arbeitete.

Es ist eine riesige Halle, die auch eine Brauerei beherbergt. Dort wird auch das alkoholfreie Bier von Twisted Cat gebraut, das ich so gerne mag.

Für mich gab es ein Rindertartar:

Anschließend ging ich hinüber zum CNA:

Vor knapp zwei Wochen schon hatte ich eine Einladung bekommen zur Premiere von „Make It Short„, eine Zusammenstellung von Kurzfilmen und Werbefilmen aus 40 Jahren von Andy Bausch.

Es war eine Zeitreise mit vielen bekannten Gesichtern und vor allem viele, die uns schon vor Jahren verlassen haben, was ein wenig melancholisch stimmte. Die Serie wird in den nächsten Tagen auch die Runde durch die Kinos machen.

Ich fuhr zeitig zurück, denn morgen muss ich auch beizeiten raus.

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Es scheint ein Shoppingsender zu sein und so schnell wie die Moderatorin die Kleider wechselt ist sagenhaft. Der Wechsel selbst braucht manchmal nur 5 Sekunden. Kein Kleid wird länger als 10 Sekunden gezeigt. (Ja, ich hab die Sekunden gezählt.) Alle AnkleiderInnen am Theater, sollten sich das einmal ansehen hinsichtlich der schnellen Umzüge in den Kulissen. Es ist irre.

Hexenschuss? & neuer Podacst

Ich weiß nicht wie sich ein Hexenschuss anfühlt. Ich kann mich erinnern, dass es meinen Vater einmal ereilte, und er bei der Gartenarbeit plötzlich umfiel und laut aufjaulte. Am Dienstagmorgen,während der Dienstrunde, überfiel mich etwas ganz ähnliches. Ob es genau das war, kann ich nicht sagen, denn der Schmerz saß weiter oben im Rücken und nicht unbedingt dort wo die Hexe hinschießt. Er war jedoch so stechend, dass es mir den Atem nahm.

Ich nahm sofort ein Schmerzmittel ein, das dann auch eine halbe Stunde später seine Wirkung zeigte. Allerdings war ich durch den ganzen Vorfall so unkonzentriert, dass ich die Dienstrunde kurz hielt.

Ich holte später noch meine Uhr ab, die wegen einem Batteriewechsel beim Uhrmacher war. Da sie dann von der Marke her verpflichtet sind, bei jeden Wechsel einen neuen Silikonring einzusetzen, dauerte es eine knappe Woche. Jetzt habe ich wieder zwei Jahre Ruhe.

Aus dem Briefkasten zog ich auch die bestellten Batterien für den Autoschlüssel und wechselte sie aus.

Der neue Podcast ist da! Wir diskutieren über die Neugierde.

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Mein Beruf verlangt von mir, dass ich immer auf dem Laufenden bleibe, was die neuesten Trends angeht. Ein Trend, der völlig an mir vorbei ging und den ich bis dato nie gesehen hatte, den es aber schon in den achtziger Jahren gab, sind Ducknails! Falsche Fingernägel, die zur Spitze hin, wie kleine Schaufeln, breiter werden!

Eine der führenden Nagelexpertinnen und Youtuberin in der Materie, Suzie aus Kanada, hat sich welche geklebt um zu sehen ob sie sie noch immer so haßt wie früher.

Im Kino: La femme la plus riche du monde

Der Tag bestand hauptsächlich aus viel beruflich Unverblogbarem. Aber am Abend schaute ich mir dann endlich den Film an, den ich mir schon vorgestern ansehen wollte. Die reichste Frau der Welt.

Die Geschichte beruht auf der wahren Geschichte der reichsten Frau der Welt, Liliane Betancourt, die Erbin vom L’Oréal Imperium. Es gab vor ein paar Jahren kurz nach ihrem Ableben, eine Doku auf Netflix, in mehreren Teilen, die ich mir angesehen hatte. Ich kannte demnach die Geschichte. Die Dialoge im Film sind frei erfunden. Auch sehen sie den wahren Personen kein bisschen ähnlich. Neben Isabelle Huppert wird der Fotograf von Laurent Lafitte verkörpert, der wirklich ein überaus großes Ego hatte, als Künstler jedoch nicht erfolgreich war, und jede Gelegenheit ergriff, die Erbin rauszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Ein sehr unterhaltsamer Film mit streckenweise herrlichen Dialogen, bei denen ich ein paar mal sehr laut lachen musste.

Ich hatte mir den Film zusammen mit dem J angesehen und ging anschließend noch kurz auf einen letzten Drink mit ihm, in die Bar, gleich neben dem Kino, wo wir auch mit der D zusammentrafen. Sie selbst kam aus dem neuen Lantimos Film, den ich mir die Tage ansehen werde.



Im Kino: Predator Badlands

Ich habe das früher öfter getan, in letzter Zeit nicht mehr. Aber ich gehe gerne am Sonntagmorgen ins Kino in die 10:00 Uhr Vorstellung. Meistens laufen Kinderfilme, was mich dann eher davon abhält, aber heute war es ein Actionfilm zu dem ich mich auch ein wenig überreden lassen musste. Der Titel steht in der Überschrift. Theoretisch wäre das so gar nicht meins.

Predator ist ein Franchise Ding, wie DC oder Marvel, von dem ich noch keinen einzigen Film gesehen hatte. Ich wußte aber dass es ein Einzelfilm ist und nichts mit den anderen Predator Filmen zu tun hat. Das einzige was mich ein wenig überzeugte ihn mir anzusehen, war die Hauptdarstellerin Elle Fanning, die ich inzwischen sehr schätze, weil sie nicht nur ein schönes Gesicht hat, sondern auch was kann.

Und ich muss zugeben, der Film hat mich weitestgehend überzeugt. Er ist nicht elend lang und ziemlich gradlinig. Zudem ist Fanning eine echte Bereicherung für den Film, denn ab ihrem etwas späteren Erscheinen, bekommt die Story endlich Rückenwind. Davor schaut man nur gut gemachtem CGI zu , aber ohne jegliche Seele.

In Anschluss fuhr ich wie letzten Sonntag, ins benachbarte Ausland um dort einen Briefkasten zu leeren nach dem Rechten im Haus zu sehen.

Ich hatte ein Einladung zum Nachmittagskaffee an die Mosel bekommen. Es gab viel zu erzählen, weil die K. und ich uns schon länger nicht mehr gesehen hatten und es wurde später als ich geplant hatte. Ich fuhr im Stockdunkeln zurück, was eher selten vorkommt und wenn, ist es mitten in der Stadt mit ordentlicher Beleuchtung. Aber so über Land in der Finsternis fällt mit zusehends schwerer.

Daheim malte ich:

… und ging zu Bett.

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Nenne den teuersten persönlichen Gegenstand, den du jemals gekauft hast (außer deinem Haus oder deinem Auto).

Ein Kunstwerk.

Kein Zuwachs in der Nachbarschaft

Erst mal ein Foto vom Tag davor. In der Nachbarschaft gab es Zuwachs in Form eines Krans:

Doch als ich heute Morgen zum Fenster hinaus schaute, war der Kran wieder weg:

Ich war mir sehr unschlüssig, ob der Kran nur im Nebel verschwunden war oder tatsächlich wieder abgebaut wurde. Ich sollte es am Nachmittag erfahren. Ja, er war tatsächlich weg. Das wunderte mich dann doch sehr, weil zum Aufbau ein Kranwagen da war, um ihn aufzurichten. Warum der so schnell wieder abgebaut wurde… Ich kann mir nur vorstellen, dass sie nicht die richtige Genehmigung hat, nur mit aufzurichten.

Es war schweinekalt am Morgen. Ich zog zum ersten Mal die dicke, warme Lederjacke hervor, um zum Markt zu gehen. Ich traf mich mit der D wie gewohnt zu einer Tasse Kaffee im Renert. Anschließend fuhren wir zu mir nach Hause und nahmen einen neuen Podcast auf. Ein ziemlich spannendes Thema übrigens. Er wird aber erst Ende November erscheinen, wenn nicht erst Anfang Dezember.

Ich hatte für den Nachmittag eine Kinokarte, um mir einen Film anzusehen, mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Sie spielt die reichste Frau der Welt. Liliane Bettancourt. Doch dann übervielen mich kräftige Bauchkrämpfe. Ich blieb daheim. Ich hätte mich eh nicht auf den Film konzentrieren können…

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Welche Podcasts hörst du?

Also erstmal meinen eigenen Podcast Ëmgefall an Ausgelaf, den ich mit der D zusammen mache. Den muss ich mir eh beim Schneiden Wort für Wort anhören.

Ein täglicher Podcast von dem fast alle Folgen anhöre, es sei denn das Thema interessiert mich wirklich nicht, ist Zeitzeichen vom WDR5. Sie dauern immer nur knappe 15 Minuten und ich höre sie entweder abends beim einschlafen oder morgens, wenn ich aufstehe.

Einen luxemburgischen Podcast, den ich sehr mochte, der aber leider letztes Jahr sein Ende fand, war Achtziger Kult von Gibbes Bertolo.

Wenn ich viel Zeit zum Hören habe, suche ich mir ein Podcast von der Langen Nacht aus.

Erfolgserlebnisse

Den Freitag kann ich als einen weiteren Tag verbuchen, der im dienstlichen Bereich erfolgreich war. Das war sehr schön und beflügelte, mich weiter zu machen. Da ich nämlich keinen Plan B habe, muss das unbedingt klappen. Es ist mir ein wenig unwohl dabei, weil ich gefühlte Pionierarbeit leiste. Ich habe niemanden in meinem Umfeld, den ich fragen könnte, ob das alles so richtig ist, weil das noch nie jemand gemacht hat.

Als ich später zu Hause ankam, war Meisterin Proper noch da. Sie klagte über den Spülkasten vom Klo, der nicht mehr aufhörte wollte zu laufen. Ich hatte das Problem schon einmal davor, aber mit ein paarmal kräftig auf den Knopf drücken, kam das wieder in Ordnung. Dieses Mal nicht…

Da der Spülkasten komplett in der Wand eingebaut ist und ich da nicht so ohne weiteres rankomme, musste ich da etwas ausbauen. Mir war unwohl dabei, weil ich Angst hatte, dass ich das später nicht mehr zusammen bekomme. Aber ganz ehrlich, so doof kann ich nicht sein, dass ich das nicht hinbekomme. Ich habe schließlich handwerkliches Geschick, wenn auch in ganz anderen Domänen. Also los! Die äußere Verdeckklappe hatte ich schnell herunter. Ich hatte sie in den Jahren schon einmal überraschend in der Hand gehabt, weil sie sich sehr leicht lösen lässt. Doch was darunter lag, war ein Schloss mit sieben Siegeln.

Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche ziehen, und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben drehen.“ Dabei schnitt ich mir in die Finger wegen dem scharfen Kanten der Fliesen. Na super! Also erst mal Finger waschen und Pflaster. Ich war kurz davor aufzugeben, bis ich endlich verstand. Ich musste die zwei Laschen zeitgleich nach unten drücken UND nach vorne ziehen. Das Problem, was mich dahinter erwartete war genau das, was ich befürchtet hatte. Luxemburg hat sehr kalkhaltiges Wasser und die Ablagerungen glichen einer Tropfsteinhöhle. Ich versuchte so gut wie es ging, durch die kleine Öffnung mit den Fingern um den Schwimmer und den Hebel herum, den Kalk so abzulösen, bis ich davon überzeugt war, dass es wieder klappen könnte. Ich setzte die ganze Klappen-Lasche-Nippel Konstruktion wieder ein. Und siehe da, es klappte auf Anhieb!

Es gibt nichts besseres als kleine Erfolgserlebnisse!

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Herr Buddenbohm war auf einem Orgelkonzert. Ein schöner Text.

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Hedy Lamarr ist den meisten ein Begriff wegen zwei Dingen. Einerseits wegen ihrer Schauspielkunst und andererseits als Erfinderin. Unter anderem hat sie mit dazu beigetragen, dass wir heute Bluetooth haben. Doch wenn man mich gefragt hätte, ob ich einen Film aus ihrer Schauspielzeit kenne, hätte ich verneinen müssen. Ich fand einen. The Strange Woman.

Eine Fahrt ins benachbarte Ausland

Ein wunderschöner Vollmond früh am Morgen.

Der Großteil des Tages bestand aus einer Hin- und Rückfahrt nach Saarbrücken. Ich war schon sehr lange nicht mehr dort gewesen. Es ging um etwas dienstliches. Ich hatte damit gerechnet, dass ich ungefähr eine Stunde brauche, um hinzufahren. Doch ich hatte nicht mit zwölf Baustellen gerechnet. Zwölf!!!

Es war jedoch schön, nach all den Monaten, die B zu sehen. Sie ist immer mein Retter in der Not, wenn es um dienstliche Dinge geht und ich wüsste nicht, was ich ohne sie anfangen würde.

Wir aßen gemeinsam zu Mittag. Damit wurde auch zum ersten Mal mein „neues Esszimmer“ ins Restaurant ausgeführt. Wir besuchten das Restaurant, wo wir einst immerhin gingen, ein Sushirestaurant mit einem Fließband. Das schloss allerdings vor Jahren seine Türen. Wenn ich mich recht erinnere, hat es COVID nicht überlebt. Die Räumlichkeiten standen lange leer. Jetzt ist wieder ein Japaner dort angesiedelt, der auch vietnamesische Küche anbietet. Ich wählte mit Bedacht aus, was ich essen möchte. Es gab ein Bowl mit Reis. Den Reis müsst ihr euch einfach denken. Er lag unter dem ganzen Gemüse und Fisch.

Es gab viel zu erzählen, und wir saßen fast bis 3:00 Uhr im Restaurant. Wir schmiedeten Pläne für die kommenden Wochen, auf das wir uns noch ein paar mal dieses Jahr sehen.

Die Rückfahrt war ebenfalls sehr anstrengend, wegen der Baustellen.

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Claire hat einen Biscuitkuchen mit einer Creme Karamell vermählt und das Resultat sieht sehr spektakulär aus. Ich sollte das einmal versuchen. „It‘s incerdibly rich!“

Neue Sklpturen

Das Berufliche schlägt wieder mit voller Wucht zu. Und das wird sich in den nächsten Tagen nicht ändern.

Positiv daran ist, dass ich handwerklich heute einen Teilerfolg für mich verbuchen konnte. Das beflügelt ungemein weiter zu machen.

Insgesamt war es ein schöner Tag mit viel Sonne. An der Tramhaltestelle vom Theater standen wieder zwei Skulpturen, die darauf hinweisen, dass bald die Art Week ist. Leider hatte ich nicht die Zeit genau hinzuschauen, von wem diese Werke sind, beziehungsweise was sie darstellen. Der Fuchs im ersten Bild kommt mir aber sehr bekannt vor.

Bei diesem Bild musste ich leider so viel rum basteln, dass man einigermaßen sieht, dass es eine Eule ist. Die Sonne stand genau dahinter und die Skulptur sah in ursprünglichen Foto fast schwarz aus.

Und da es sonst wenig gab, was ich hier noch verbloggen könnte, gibt es noch eine Tagesfrage. Sie passt übrigens gut zum heutigen Tag.

Brauchst du mehr Zeit?

Ja, heute hätte ich mir gewünscht, ich hätte zwischen 11:00 und 12:00 eine Stunde mehr gehabt, weil ich die Termine zu eng gelegt hatte. Aber grundsätzlich ist die Frage nicht relevant. Ich habe die Zeit, die mir vom Schicksal her zugeteilt ist. Wenn ich irgendwann gehen muss, dann muss das wohl so sein. Der Zeitmangel im tagtäglichen Leben ist eine reine Frage der Organisation.

Ballade aus den 80ern & Film

Viel zu früh wach geworden und schlecht geschlafen. Gleich beim Aufwachen hatte ich schon dunkle Gedanken. Zudem schwirrte mir wieder diese eine Ballade aus den achtziger Jahren im Kopf herum, die ich vom Text her Zeile für Zeile nachvollziehen kann. Sie war so präsent, dass ich fast glaubte, sie zu hören. Das einzige was dann hilft, ist sie wirklich anhören, ansonsten geht sie den ganzen Tag nicht weg. (Sie ging auch nicht weg, aber sie war nur noch halb so präsent wie am Morgen.) Das Wetter war so grau das ist schon fast nicht mehr wahr war. An solchen Tagen würde ich gerne in einen Flugzeug steigen und der Sonne entgegen fliegen. 

Doch gehen Mittag besserte sich das Wetter.

Der Großteil des Tages war mit Unverblogbarem belegt. Das wird sich in den kommenden Wochen nicht viel ändern. Am frühen Nachmittag musste ich noch einmal zurück zur Wohnung, weil ich einen neuen Schlüssel in Empfang nehmen musste. Unser Haus hat eine neue Eingangstür bekommen, aber der Zylinder der alten Tür passte nicht. Jetzt müssen alle Parteien neue Schlüssel bekommen, zumindest vorläufig. Es ist ein klassisches Wilka Schloss, bei denen man die Schlüssel überall nachgemacht bekommt. Der Zylinder der alten Tür war ein Sicherheitsschloss. Der muss in der passenden Größe nachbestellt werden, damit die Schlüssel vom ganzen Haus wieder passen und das kann eine Weile dauern. 

Danach folgte eine schnelle Einkaufsrunde und nichts berufliches mehr. Mir fielen nämlich am frühen Nachmittag schon fast die Augen zu, weil ich in der Nacht so schlecht geschlafen hatte.

Am Abend schaute ich mir einen Film an mit Anne Bancroft in der Hauptrolle. The Pumpkin Eater nach dem gleichnamigen Roman von Penelope Mortimer. Ich hätte noch nie von dem Film gehört. Es zeigt die Geschichte einer Frau, Mitte der Fünfziger. Das Drehbuch wurde von Harold Pinter geschrieben, der normalerweise ein Garant für gutes Theater oder gute Filme und vor allem gute Dialoge ist. Die Geschichte geht dramaturgisch nicht so ganz auf. Aber sehenswert ist der Film schon, vor allem wegen der noch sehr jungen Anne Bancroft und in einer Nebenrolle ist auch Maggie Smith zu sehen.

Ein Tag mit viel Gerenne

Ich hatte den Termin für den Winterreifenwechsel auf punktgenau die gleiche Uhrzeit wie der Termin beim Zahnarzt. Der eine Termin stand im Smartphone, der andere im Taschenkalender, und als ich den einen aufschrieb, war der andere mir nicht bewusst. Bewusst wurde es mir erst am Abend davor. Also fuhr ich das Auto gute anderthalb Stunden vorab in die Garage, nahm den Bus und fuhr dann zum Zahnarzt. Es war insgesamt nicht die glücklichste Situation, denn es war auch der erste Tag, an dem ich im Theater antreten musste, für die große Jahresendproduktion. Und so rannte ich von einer Baustelle zur anderen, bis endlich alle geschlossen waren.

Es war auch ein Tag mit viel grübeln und manchen dunklen Gedanken. Oh, wie ich diese dunkle, triste, kalte und feuchte Jahreszeit hasse! Aber ich habe nun mal keinen Schalter im Kopf, der mir erlaubt, das auszublenden.

Ich malte ein Bild:

Und als ich es fertig hatte, wurde mir bewusst, was ich da gemalt habe. Und mir kam die Idee einer Serie.

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Erfinde einen Feiertag! Erkläre, wie und warum er gefeiert werden sollte.

Der Feiertag der Unerwünschten. Auf Französisch klingt es noch besser. La journée des Indésirables. Ich denke da muss ich nicht viel erklären, oder?

Sonntag mit langer Fahrt

Die Fahrt, die ich gestern ins benachbarte Ausland nicht angetreten hatte, musste ich heute tun. Ich blieb aber nicht sehr lange, schaute nur nach, ob alles im Haus rechtens war und was noch im Briefkasten lag. Außer Werbung war nichts drin. Von dort aus fuhr ich dann in die Alte Heimat was eine längere Fahrt einmal quer durchs ganze Land war, und kaufte ein bisschen was bei Rewe ein. In dem ganzen Einkaufszentrum war übrigens die Hölle los. Im Supermarkt aber war es seltsamerweise ruhig.

Wieder daheim bereitete ich ein paar Dinge vor, die ich alle für morgen brauche, da es morgen stressig werden wird. Das kam durch meine eigene Schuld, weil ich bei der Terminplanung nicht aufgepasst hatte. So habe ich zur selben Uhrzeit an zwei verschiedenen Orten einen Termin. Da ich mich nicht in zwei Teilen kann, entschied ich, dass ich einen Termin auf 2 Stunden vorverlege, ich muss das aber morgen erst abklären. Theoretisch ist es kein Problem.

Ein neues Bild. Ich versuchte mich in abstrakte Malerei.

Das Foto entstand kurz nachdem es fertig war. Ich hatte es noch nicht wieder glatt beziehungsweise platt gedrückt. Darum sind die langen Seiten so kurvig.

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Es gibt Menschen, so wie ich, die sich schwer tun mit den immer kürzeren Tagen und der Dunkelheit. Andere freuen sich darauf wie z.B. Cecilia.

Dieser eine Feiertag,

… den ich nicht mag und an dem das Melancholie Level steigt. Es ist der Tag, an dem die katholische Kirche verlangt, für seine Verstorbenen zu beten oder an sie zu denken. Das tue ich bereits das ganze Jahr über und in der dunklen Jahreszeit, verstärkt sich das bei mir immer wieder um ein mehrfaches. Ich muss dafür nicht extra einen Feiertag haben. Ich habe über all die Jahre hinweg, seitdem ich in der Stadt lebe und nicht mehr in der ‚Alten Heimat‘, versucht, den Tag so zu gestalten, dass er erträglich ist. Ich kann mich an Jahre erinnern, wo ich kleine Ausflüge gemacht habe und schöne Spaziergänge mit vielen Fotos.

Ein schöner Spaziergang mit vielen Fotos war an diesem 1. November nicht machbar. Das Wetter war trist und grau und man hatte uns Regen versprochen. Also saß ich am morgen ein bisschen ratlos herum, und überlegte mir, was ich tun könnte. Nur zu Hause hocken und in die Röhre gucken, war keine Option.

Ich beschloss ins benachbarte Ausland zu fahren, um dort nach dem Rechten zu sehen, in einem Haus, von dem ich zur Zeit die Schlüssel habe. Doch der Blick zum Fenster hinaus, verhieß nichts gutes.

Ich blieb daheim.

Ich malte alle Toi-toi‘s für die nächste große Theaterproduktion fertig, damit ich mich damit nicht mehr beschäftigen muss. Die sind jetzt alle eingetütet und gehen am Montag mit ins Theater. Zeigen kann ich sie nicht, denn es gibt Menschen in der Truppe die hier mitlesen.

Ich las den neuen Asterix den ich vor ein paar Tagen gekauft hatte. Asterix in Lusitanien. Dabei lernte ich etwas neues über die Iberische Halbinsel.

Am Abend, während ich kochte, hörte ich eine vergnügliche Podcastserie. Die Kur Oase. „… ja, und das nehmen wir dann mit in den Themenspeicher.“

Und als ich zum Küchenfenster hinausschaute, hatten sich die Wolken ein wenig verzogen und der Himmel färbte sich blutrot.

Zwei Tage

An Donnerstagmorgen fix alles abgearbeitet, was sich noch im Haushalt angestaut hatte. Da Meisterin Proper schon am Donnerstag kam, musste alles picobello aufgeräumt sein, damit sie durchwischen konnte. Am Nachmittag erreichte mich ein Anruf und eine SMS, die unheilvolles verhießen. Und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf, von dem ich dachte dass es sich eventuell nicht so abspielen würde, sondern anders. Wir werden sehen, ich bin auf alles gefasst.

Des weiteren zog ich mit meinem ganzen Arbeitsmaterial um ins Theater, wo es jetzt erst mal bis Ende des Jahres bleiben wird.

Am Abend schaute ich noch ein paar Folgen Will & Grace bevor mir die Augen zu vielen.

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Sehr früh ging es dann am Freitag los. Filmaufnahmen im Wald mit zwei Darstellern. Dabei habe ich ein paar sehr schöne Motive entdeckt, die mir eventuell auch als Vorlage zum Malen dienen.

Ich war recht früh daheim und mir war eiskalt, weil es im Wald dann doch recht feucht gewesen war und mit der Feuchtigkeit kroch die Kälte in die Glieder.

Ein blutroter Himmel daheim:

Am Abend war ich dann wieder seit längerem einmal mit alten Schulfreundinnen unterwegs, die ich noch alle aus dem medizinischen Jahren kenne. dabei gab es ein kleines Durcheinander. Man hatte vorgeschlagen, dass wir in die Charly‘s Gare gehen. Ich war damit einverstanden, da es nur einen Katzensprung von meiner Wohnung entfernt ist. Doch als ich dort ankam, war niemand da.

Als ich dann nachfragte, schickte man mir die Adresse, die in einer völlig anderen Ortschaft ist, knappe 20 Minuten aus der Hauptstadt raus. Es ist ebenfalls ein Restaurant mit genau dem gleichen Namen. Also kam ich sehr viel später an, weil ich den ganzen Weg erst zu Fuß zurückgehen musste, um dann ins Auto zu steigen. Es wurde trotzdem ein lustiger Abend.

Der erste Tag

… an dem ich jetzt auch, wie so viele andere, zu der Liga Ersatzteillager gehöre. Die Details erspare ich mir und den geschätzten Lesern; es sind wahrscheinlich die ganzen Unannehmlichkeiten, durch die wohl jeder gehen muss.

Insgesamt war es ein ruhiger Tag, der nichts hervorbrachte, das in seiner Wichtigkeit für das Blog gereicht hätte. Ein Bild möchte ich jedoch zeigen. Ich hatte es schon vorgestern gemalt. Es ist für mich eines der gelungensten:

Am Abend schaute ich mir einen Film Noir an. Phone Call from a Stranger (1952) mit einer sehr jungen Shelly Winters und einer erst sehr spät im Film auftretenden Bette Davis, die erfolglos versucht das Beste aus dieser Opferrolle herauszuholen. Jetzt verstehe ich, warum sie sich zeitlebens gegen solche Frauenbilder in Filmen gewehrt hat. Trotzdem sehenswert.

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Welche Sache sollte deiner Meinung nach jeder wissen?

Wie man respektvoll mit seinem Gegenüber umgeht. Oder, wenn man aus Gründen diesen Respekt partout nicht aufbringen kann, ein Minimum an Höflichkeit, und da rechne ich Ignorieren mit dazu. Ignorieren ist immer noch höflicher, als dem Gegenüber eine Ohrfeige zu verpassen.

Zwischen Zahnfee, Debriefing,Tagesfrage & neuem Podcast

Nachtrag, weil ich es beinah vergessen hatte. Der neue Podcast ist da. Es geht ans Meer!

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Am Morgen gelesen was andere so schreiben:

Herr Buddenbrohm hat in einen öffentlichen Bücherschrank geschaut und das gefunden, was ich auch in Bücherschränken hier in Luxemburg finde; unsere Vergangenheit. Dabei tat er genau das, was ich auch immer mache, mir die Vorbesitzer der Bücher vorstellen. Ein schöner Text.

Manche wussten dass heute die Zahnfee kommen sollte und wünschten mir alles Gute, gleich schon früh am Morgen. Das war schön.

Zwischendurch bediente ich die Waschmaschine und las in diesem Buch:

Es ist zu groß und dick um Abends im Bett zu lesen. Ich hatte es versucht und lag dann so unbequem, dass ich nach wenigen Minuten aufgab.

Am frühen Nachmittag fuhr ich zur „Zahnfee“.

Ein obligates WAZIFUBO Foto.

Und keine halbe Stunde später war ich wieder raus und konnte wieder lachen ohne die Monster Zahnlücke.

Dann tat ich etwas was ich mir gerne verkniffen hätte, aber so kurzfristig konnte ich das nicht mehr absagen. Es war ein Debriefing was mir wichtig war und bei dem ich jetzt gerne den Mund gehalten hätte, denn mit dem Fremdkörper im Mund war sprechen erst mal schwierig. Aber da musste ich jetzt durch.

Danach war ich erledigt. Ich fuhr noch kurz ins Theater weil dort noch etwas zu erledigen war und dann ging es fix heimwärts.

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Wenn dir ein Flaschengeist drei Wünsche erfüllen würde, was würdest du dir wünschen?

Der große Klassiker aller Fragen. Der erste wäre, dass ich sich bei einer Wunschäußerung die Anzahl der Wünsche immer wieder zurück gestellt wird auf drei Wünsche. Der zweite Wunsch, (der dann wieder der erste wäre) wäre Frieden auf Erden, schlicht und einfach. Der Dritte wäre ein Bankkonto, das nicht leer wird, so wie ein Füllhorn. All die anderen Wünsche, die ja dann endlos wären, wären um Missstände zu beseitigen und kleine Wunder zu bewirken, die man für Geld nicht kaufen kann.

Wie das mit dem Malen anfing

Sehr viel wirres Zeug geträumt während der Nacht. Es passiert nicht oft, aber ich träumte, ich wäre mal wieder an einem Filmset, und alles nervte. Es sind immer die gleichen Gesichter dabei, wenn ich denn vom Film träume. Davon erwachte ich kurz vor 5:00. und an Schlaf war nicht mehr zu denken.

Doch irgendwann, nach ein wenig lesen, schlummerte ich dann doch noch mal für zwei Stunden weg.

Da es ein sehr ruhiger Montag war, machen wir ein bisschen was anderes. die Überschrift verrät es bereits.

Zum Malen kam ich vor vielen Monaten schon, als ich das Doodlen für mich entdeckte. Ich hatte noch kleine, abgerundete Visitenkarten ohne Name von einem anderen Projekt übrig und fing einfach mal an darauf herum zu malen nach den sogenannten Doodle Kriterien. Das machte irgendwie Spaß, aber es war nicht so ganz meins.

Hier ein paar Exemplare. Es ist halt so Rumgekritzel mit beruhigendem Effekt. Es hat sogar einen eigenen Namen: Zentangle

Dann kam die große Zahn OP, bei der ich schon vorab wusste, dass ich für fast drei Wochen nicht vor die Tür gehen werde. Also musste ich mir etwas suchen, um mich daheim zu beschäftigen.

Vielen Dank für all die Komplimente für meine ersten Gehversuche im Aquarell malen. Ich war am Sonntag mit der ganzen Malstation in die Küche umgezogen, um zu sehen, ob es sich da besser malt, wenn ich auf einem Hocker sitze. Das Resultat davon gab es gestern zu sehen. ich habe drei Stück gemalt!

Zu Anfang war das nur ein Kasten mit Wasserfarben ein paar Pinsel und zwei verschiedene Größen in Papier, A5 und Postkartengröße. Inzwischen ist das Ganze ein wenig eskaliert:

Da wäre zuerst mal die Unterlage (die große Rolle im Hintergrund), die ich zu Anfang nicht hatte, die aber schwer von Nöten war, vor allem auf dem weißen Tisch im Wohnzimmer. Wer malt macht Sauerei. Dann war das alte Abklebeband ein bisschen zu stark, und es riss mir kleine Fetzen Papier aus dem Rand, was ganz besonders ärgerlich war, wenn das Bild fertig und gelungen war. Dann kaufte ich anderes Papier, weil das, was ich zu Anfang hatte, ein bisschen zu viel Textur für meinen Geschmack hatte. Dann kamen die Pigmentstifte dazu, weil ich manchmal gerne die Ränder alle nachzeichne. Dann kam die Heißluftpistole dazu, weil ich irgendwo doch ein ungeduldiger Mensch bin, der nicht warten mag, bis das Bild getrocknet ist um weiter zu malen. Nun ja, es ist halt eskaliert…,

Inzwischen versuche ich ab und an ein Bild einfach aus meiner Fantasie heraus zu malen, was aber immer noch recht schwer ist. Die meiste Zeit suche ich mir Motive und male sie nach.

Nicht später als gestern fragte mich jemand, wann ich denn meine erste Ausstellung mache. Ich musste unweigerlich lachen. Das Malen ist für mich, ein reines Hobby, um etwas anderes zu machen als Schreiben, Podcasts produzieren und meinem Beruf nachgehen. Und das wird es erst mal bleiben.

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Die heutige Tagesfrage kommt nicht wie gewohnt von Day One, sondern ist von mir selbst.

Wie und wann nutzt Du KI?

Da ich in Luxemburg lebe und das tagtäglich Leben in mehreren Sprachen vonstatten geht, (ich selbst bin viersprachig) gebrauche ich häufig DeepL um mir bestimmte Wörter oder ganze Sätze übersetzten zu lassen. Vor allem dann, wenn ich in einer Sprache (Deutsch z.B) etwas sehr präzise formulieren kann, mir aber in Französisch, oder auch Englisch, die genaue Übersetzung partout nicht einfällt. Durch das jahrzehntelange Training ohne KI, bin ich zwar sehr fit darin, und das ohne je eine Übersetzer Schule besucht zu haben, aber KI ist da schon eine sehr gute Stütze.

Ansonsten gebrauche ich KI oft um mir eine Zusammenstellung von Fakten zu einem Thema zu geben oder, was ich in letzter Zeit häufiger mache, ganz präzise nach Forschungsergebnissen zu suchen. Die prüfe ich dann ggf. immer noch einmal selbst nach, da es auch Quellenangaben dazu gibt. Ich nehme dazu nicht den feudalen Platzhirsch ChatGPT sondern die europäische KI Le Chat, die inzwischen ganz schön aufgeholt hat in ihrer Performance, und in der Bezahlversion günstiger ist, als der U.S. Platzhirsch.

Die KI von Google ist, nebenbei bemerkt, eine einzige Katastrophe und als seriöse Suchmaschine seit dem Einsatz von KI nicht mehr zu gebrauchen. Ich nehme inzwischen drei andere. DuckDuckGo, Ecosia und manchmal auch das gute alte Yahoo! (Ja, das gibt es noch!)

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Und morgen kommt die Zahnfee!!!

Ein Sonntag um zu malen

Ich glaube es war heute zu allererstem mal, dass mir die Zeitumstellung erst am Morgen des eigentlichen Tages auffiel. Der Wecker im Schlafzimmer springt nicht von selbst um. Und als ich erwachte, war es kurz vor 6:00, also erst kurz erst kurz 5:00!!! Ich bemerkte das zu Anfang nicht, stand auf, schaute aufs Smartphone…dann fiel erst der Groschen. Viiiiel zu früh! Doch da ich schon die Kaffeemaschine angeworfen hatte, war es jetzt eh egal.

Ich schreib den Beitrag von gestern fertig und beschloss, dass heute ein Tag zum Malen ist. Ich hatte am Abend davor noch ein wenig bei Pinterest gesucht (ja, das gibt es noch, wenn auch sehr werbeverseucht). Es sprangen mir immer wieder Motive ins Auge, die von der Perspektive herausfordernd sind. Das bedeutet ausmessen, weil es sonst ein Reinfall wird, wie bei dem letzten Bild, das ich nicht zeigen kann, weil ich es verschenken wollte, Es ging gehörig schief. Zudem zog ich mit der ganzen Malstation von Esszimmertisch in die Küche um sehen ob es sich dort besser malt. Dort sitze ich auf einem Hocker und der Blickwinkel ist anders.

Ich malte zum Aufwärmen erst mal etwas anderes:

Die Tannen werden langsam besser, und ich fragte mich ob man im Aquarell die gleiche Technik wie Bob Ross in der Ölfarbe anwenden kann, nämlich die Tannen mit dem Fächerpinsel malen? Das neue Aqurellklebeband ist auch nicht sooo toll. Es ist jetzt schmaler, so wie ich es haben wollte, aber es suppte doch an man Stellen durch.

Und noch eins:

Der Horizont ist nicht ganz grade, ansonsten mag ich das Bild sehr. Ich habe nur mit Schwarz gemalt und der Verdünnung mit Wasser. Das nöchste mal probiere ich das Grau selbst anzumischen mit Blau, Rot und Gelb. Auch die Steine im Wasser vorne sehen aus wie Maulwurfshügel. Gibt es Seemaulwürfe?

Und noch eins:

Von den Motiven her sind es Variationen von Bildern die ich schon mal gemalt habe, aber es geht ja auch ums Üben. Hier ging es mir um die Ratio von Farbe und Wasser so wie im obigen Bild auch. Schatten, wie z.B. der vom Giebel muss schon sehr präzise sein, sonst verpufft die Wirkung. Die Mini Details habe ich mit einem Pigmetstift hinzugefügt.

Am späten Nachmittag fuhr ich ins benachbarte Ausland. Ich hatte versprochen, dass ich bei einer Videoaufnahme helfen würde. Das war sehr schnell im Kasten, weil jeder vorbereitet war und ich den Ort mit ordentlichem Licht schnell ausgewählt hatte. In weiser Voraussicht hatte ich die Podcast Mikrophone eingepackt, damit der Ton sauber wird. Zwei Aufnahmen reichten.

Anschließend gab es mein erstes Reclette für diese Wintersaison und das war ausgesprochen lecker. Es wurde ein lustiger Abend mit ein paar guten Lachern.

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Was ist deine Lieblingsform der körperlichen Betätigung?

Schwimmen! Darüber gibt es auch einen ausführlichen Podcast bei Ëmgefall an Ausgelaf. Op Lëtzebuergesch.

Samstag mit Oberkopf

Ich war sehr früh erwacht, beschloss aber, dass es zu früh war, drehte mich noch einmal um und schlief weiter. Kurz nach acht rockte ich dann den Blogbeitrag von gestern runter und machte mich ausgehfertigt für den Wochenmarkt.

Die Haare am Oberkopf sind inzwischen so lang dass sie bis zur Nasenspitze reichen:

Ich könnte, wenn ich wollte, mir eine Frisur à la Leningrad Cowboy machen. Als ich dann los wollte, hatte sich das Wetter wieder geändert und es regnete. Bäh. Ich strich den Wochenmarkt weil ich keine Lust hatte wieder klatschnass zu werden, wie vor ein paar Tagen.

Und dann passierte das, was vorgestern auch schon passiert war, meine Homepage fiel aus. Es geht wieder von vorne los. Ich schrieb eine Mail wie gehabt an den Host. Kurz vor 11:00 zog ich dann doch los. Meine Kaffeevorräte waren alle.

Wieder daheim kam ein Anruf… Ich machte einen Krankenbesuch. Es war schön diese Person wiederzusehen… Mehr kann ich dazu nicht schreiben. Kurz vor 19:00 war ich wieder daheim. Das Wetter war den ganzen Nachmittag ein einziger Wasserfall gewesen, ich war müde und hatte dunkle Gedanken.

Am Abend malte ich noch ein Bild fertig, das ich gestern angefangen hatte, das aber trocknen musste.

Zudem gab es noch drei kleinere Bilder in Form eines Lesezeichens, die auch den letzten Schliff bekamen.

Die dunklen Gedanken kreisten um so manche Begebenheit das Tages und um mich selbst, so dass ich keinen anderen Ausweg sah, als früh ins Bett zu gehen.

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Wie viel würdest du bezahlen, um zum Mond zu fliegen?

0 Euro. Was soll ich dort? Nur um später sagen zu können, dass ich mal ein Astronaut war? Es gibt noch so viele schöne Flecken auf der Erde, die ich noch nicht besichtigt habe und die möchte ich davor sehen. Ich würde es mir höchstens überlegen, wenn mich jemand einladen würde, um mitzufliegen.

Merklich kürzere Tage

Ich erwachte sehr früh. Draußen war es noch stockfinster. Da ich ja gestern in einem alten Märchenbuch gelesen hatte, schrieb ich am Morgen an einem größeren Text, der voraussichtlich erst im Frühjahr erscheinen wird. Ich möchte ihn aber dieses Jahr noch fertig bekommen.

Jeden morgen und Abend veranstalten die Krähen eine Flugshow und Tonkonzert. Ich war nicht schnell genug mit Smartphone. Es sind immer riesige Schwärme. Das hier ist der Rest, der sich auf dem Baum gegenüber niedergelassen hatte:

Es ist erstaunlich wie schnell es in den letzten zwei Wochen morgens immer später hell wird. Wer schon länger hier mitliest weiß, dass ich kein Fan der dunklen und kalten Jahreszeit bin. Damit kommen auch immer wieder die dunklen Gedanken wieder, wann auch nicht mehr so schlimm wie noch vor zehn Jahren. Ganz verschwinden werden sie wahrscheinlich nie.

Das Gute an dem Tag jedoch war, dass am Nachmittag Meisterin Proper kommen sollte. Das bewog mich, die Wohnung weitgehend aufzuräumen, damit sie putzen kann. Am Nachmittag malte ich eine Reihe von Dingen. Ich versuchte mich vor allem in Bäumen, die ich nicht so ohne weiteres hinbekomme. Ich schaute mir noch einmal ein paar Videos an. So gegen 5:00 Uhr musste ich dann schon wieder damit aufhören, denn draußen wurde es schon wieder dunkel und bei elektrischen Licht malt es sich nicht gut.

Am Abend gab es ein Tomatensalat, den ich in winzig kleine Würfel geschnitten hatte, mit einem Karottenpüree. Dann gab es noch einmal drei Folgen von Will & Grace und damit war der Freitag soweit gelaufen.

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Welche alternativen Berufswege hast du erwogen bzw. für welche interessierst du dich?

Alternative Berufswege kommen nur dann infrage, wenn der eigentliche Beruf keinen Spaß macht. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich könnte mir vorstellen stattdessen irgendetwas mit Schreiben zu machen. Aber das mache ich ja eh schon. Ich schreibe vierteljährlich größere Reportagen für queer.lu und täglich hier im Blog. Alternativ könnte ich mir noch vorstellen, dass ich irgendetwas mit Reisen mache. Eine Kombi von beidem wäre schön. Ich könnte mir vorstellen Reiseführer zu schreiben.

Theater im Kino: Mrs. Warren‘s Profession

Es war wirklich kein Wetter um vor die Tür zu gehen und doch ich musste zweimal raus. Das erste mal war ein beruflicher Termin, der bei dem ich trocken ankam jedoch klatschnass wurde, als ich das Gebäude verließ. Zudem stürmte ein heftiger Wind mit 50-80 km/h. Ich hatte mir im Anschluss vorgenommen einen schnellen Abstecher in die Alte Heimat zum Rewe zu machen, weil ich andere Dinge zum Essen haben wollte. Zudem kaufte ich mir bei Rossmann wieder 0% trockenen Riesling,

Wieder in den eigenen vier Wänden, krallte sich der Sessel derart an meinem Hinterteil fest, das ich mir wirklich einen Ruck geben musste um ihn abzuschütteln und am Abend wieder aufzustehen und nochmal rauszugehen, denn ich hatte eine Spezialkarte fürs Kino ergattert.

Ich habe mich gefragt ob es das auch in Deutschland gibt? Aus dem West End von London werden hier regelmäßig Theaterstücke live im Kino übertragen. In Luxemburg ist die englische Community begeistert davon und der Saal war brechend voll. Ich denke, dass ich aber mit meinen 59 zu den Jüngeren im Saal gehörte.

Auf dem Programm:

Ich hatte vor etlichen Jahren die Gelegenheit nicht wahrgenommen Imelda Staunton in dem Musical Guys and Dolls zu sehen. Heute sah ich sie in einem alten Theaterstück und doch auf seine Weise hochaktuell. Frau Warrens Beruf von Bernhard Shaw ist ein für seine Zeit sehr feministisches Stück. Staunton steht zum ersten mal gemeinsam mit ihrer eigenen Tochter Bessie Carter auf der Bühne, die im Stück ebenfalls ihre Tochter spielt. Ein paar Fotos aus dem Stück, das zur Zeit im Garrick Theater läuft, gibt es hier zu sehen.

Eine Mutter-Tochter Beziehung die keine ist; beide sind sich fremd. Die Tochter, die gerade erfolgreich ihr Mathematik Studium in Cambridge abgeschlossen hat, kennt ihre Mutter nur aus den wenigen Tagen im Jahr, in denen sie sie immer unangemeldet, besucht. Was die Tochter nicht weiß, ist, was ihre Mutter arbeitet und mit was sie ihr das teuere Studium bezahlt hat. Sie betreibt mehrere Bordelle über Europa verteilt. Hervorzuheben ist noch Robert Glenister, der den Geschäftspartner von Mrs Warren verkörpert und neben Staunton eine weitere kleine Theaterurgewalt ist.

Bei dem ganzen Backlash der grad in den Staaten stattfindet, hat das Stück eine hochaktuelle Brisanz, weil es zeigt wo die Frauen Anfang 1900 sozial und gesellschaftlich standen und sich daraus zu lösen versuchten, und wo es grad in großen Schritten mit „The Idiot Trump“ wieder hingeht.

Durch Wind und Regen wieder heim.

Erinnerungen und andere Gedanken

Viele wurschtelige Gedanken beim Aufwachen.

Am Morgen beim Lesen in anderen Blogs einen verlinkten Artikel bei hmbl gefunden, über eine KI, die mit Erpressung drohte, um nicht abgeschaltet zu werden. Merke: KI ist immer nur gut oder schlecht wie, wie die Menschen die sie ins Leben gerufen und gefüttert haben. Da KI uns ja schon im tagtäglichen Leben bestraft,wenn wir durch Rot fahren, am Steuer mit dem Handy hantieren oder zu schnell unterwegs sind und der Strafzettel automatisch im Briefkasten landet, frage ich mich was der nächste einschneidende Schritt der KI in unserem Alltag sein wird…

Ich behauptete vor kurzem in einem Podcast, der demnächst erscheinen wird, dass ich mich nie langweile oder es höchst selten vorkommt. Nicht später als gestern schrieb ich, dass mich meine Ernährung und aufgrund des ‚Esszimmerumbaus‘ langweilen würde, sprich, es ist sehr eintönig, was ich zur Zeit zu mir nehme. Dabei stellte ich mir die Frage wie mein Leben wohl aussehen wird, wenn der Horizont immer enger wird und ich viel weniger tun kann als heute. Wie werden dann wohl meine Aktivitäten aussehen?

Ein Bild von gestern Abend spät:

Ein Leuchtturm. Er einnerte mich an die Reise zum einsamsten Leuchtturm auf Tasman Island, eine der abgelegensten Inseln der Welt. Einst lebte dort ein Leuchtturmwärter über mehrere Monate, munterseelen alleine, bis ein anderer übernahm. Heute ist er komplett automatisiert.

Er ist winzig klein oben links zu sehen.

Draußen regierte scheußliches Grau:

Ich beschloss ein neues Bild anzufangen, dass ich aber, wenn es gut wird, verschenken werde. Darum kann ich es auch nicht zeigen.

Das hatte mich dann derart angefixt, dass ich lange daran herumbastelte.

Das Abendessen bestand aus Pü mit Omlette und klein gewürfelter Tomate. Alles Dinge ich seit Tagen esse und nicht wirklich mehr schmecken.

Da ich nichts geplant hatte ging ich früh ins Bett und las Märchen, zu Rechrechezwecken.

Malen & Tagesfrage

Ich war sehr spät eingeschlafen, wachte aber auch punktgenau wieder um 7:25 auf, wie die letzten Tage auch. Ich hätte mich noch einmal auf die andere Seite drehen können und weiterschlafen, aber das hätte nicht geklappt.

Der Himmel am Morgen verhieß nichts gutes.

Dann beging ich einen Fehler. Noch vor der ersten Tasse Kaffee, also völlig unvorbereitet, schaute ich in die Mails, weil ich das gestern wegen der ganzen Aufregung nicht getan hatte. Großer Fehler! Es war eine Zeitbombe dabei. Merke: IMMER erst Kaffee, dann erst irgendetwas anderes.

Ich fing an zu malen.

Ich kann doch nicht ganz genau sagen, was das werden soll, aber irgendetwas wird es schon werden.

Inzwischen hatte sich das Wetter ein wenig gebessert. Ich kaufte allerlei Joghurts auf Pflanzenbasis und Puddings, wegen dem situationsbedingten Esszimmerumbau. So langsam wird es langweilig. Ich bin nah dran die Tage rückwärts zu zählen, obwohl das die Warterei bekanntlich schlimmer macht.

Wieder daheim malte ich das Bild fertig:

Ich werde mich weiter in Perspektive versuchen. Ich finde hier ist das schon mal nicht schlecht geworden. Auch das mit den Wolken ist fast ok. Ich traue mich immer noch nicht mit der Nass-auf-nass Technik einfach loszulassen und die einfach Farben laufen zu lassen. Ich wünschte ich hätte darüber mehr Kontrolle. Üben,üben,üben…

Ich hatte nicht wirklich das Verlangen am Abend etwas zu unternehmen. Das Wetter war sehr unstetig und ich beschloss mir etwas anzusehem. Mit großer Freude stellte ich fest, dass Prime jetzt endlich die erste komplette Staffelserie von Will and Grace hat. Für mich eine der lustigsten und frechsten Sitcoms die es je gab. Heute wäre eine solche Serie gar nicht mehr machbar.

Ich malte noch ein Blid, weil mich die Nass-auf-nass Technik immer noch reizt.

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Was ist das größte Risiko, das du eingehen würdest – aber bisher nicht konntest?

Da ich kein wirklich risikofreudiger Mensch bin und nur das mache, bei dem es ein kontrolliertes Risiko gibt, wird es wahrscheinlich nie eintreten. Ich würde gerne auswandern, wenn auch nicht für immer. Meine großen Reisen in den letzten Jahren waren ja ein erster Ansatz, aber eben kontrolliert, weil es ja eine fixen Rückflug gab. Aber ich könnte mir vorstellen ein Jahr oder länger weg zu sein und dort einen völlig anderen zu Job machen, vielleicht etwas mit Sprachen, ich kann ja ein paar.

Wendung einer tragischen Geschichte

Ich hatte es gestern kurz im Vorbeigehen gelesen, dass das Wetter wieder in ‚Bäh‘ umschlagen würde, sprich grau in grau, Nieselregen und knappe 12 Grad. Immerhin sind die Grade noch im zweistelligen plus Bereich.

Als ich in aller Ruhe das Posting von gestern geschrieben und hochgeladen hatte, kam ein Anruf. Ein Anruf, auf den ich schon lange gewartet hatte und der im Prinzip erlösend sein sollte, aber er war es nicht wirklich. Als ich diesen Beitrag schrieb, war alles schon derart eskaliert, dass das, was sich gestern ereignete, die logische Schlussfolgerung von allem war. Sie hätte nur viel früher kommen müssen. Sie hätten vor allem vor etlichen Wochen kommen müssen, auf viel gut zureden und Vertrauen, das aber nicht mehr vorhanden war, im Gegenteil, es machte es nur schlimmer. Mehr kann ich mir hier nicht von der Seele schreiben, weil das Blog nun mal seine Grenzen hat. Es sind in dieser ganzen Geschichte so viele Menschen involviert, u.a. auch ein sehr verabscheuungswürdiger Mensch, der sich wegen „Ausnutzung einer Schwächesituation“ verantworten muss.

Ich kann nichts tun, außer Hoffen und gedanklich ganz viel Kraft und positive Energie senden. Es ist alles sehr tragisch und traurig und meine eigene Hilflosigkeit in der ganzen Angelegenheit, lässt mich noch verzweifelter sein, als ich es eh schon bin. Das einzige was hilft, ist demütig und dankbar zu sein, dass es mir psychisch und physisch gut geht, und meine ganze Zahn-OP im Vergleich dazu, nur ein Klacks ist.

Nach dieser Nachricht war ich den Rest des Tages sehr unkonzentriert. Zu nervös zum Malen, zu unruhig um mich auf etwas lesbares zu konzentrieren. Ich flüchtete mich ins Fernsehen. Auf 3sat fand ich die Sendung Wunderschön übers Elsaß. Das Elsaß, wo ich zur Hälfte väterlicherseits herkomme. Die Reportage war so schön gemacht, dass ich große Lust verspürte wieder einmal ein paar der Orte aufzusuchen, an denen ich so lange nicht gewesen war. Und da ich so dünnhäutig war, war ich kurz vor den Tränen.

Später am Abend malte ich dann doch um mich abzulenken.

Was für ein Tag…

Im Kino: One Battle after another

Ein Sonntag, von dem ich mir gewünscht hätte, dass er mit Sonne gesegnet gewesen wäre. War er aber nicht. Ich wurschtle viel zu Hause rum. Ich schnitt unter anderem den neuen Podcast zusammen von nächster Woche. Er wird ein wenig anders sein als die Folgen davor.

Ich malte ein Bild fertig, eine weitere Variation vom Mond mit dem toten Baum. Sonst geschah nichts weiter erwähnenswertes.

Am späten Nachmittag ging ich ins Kino. Die D hatte mir den Film wärmstens empfohlen, mich aber vorgewarnt, dass er etwas lang ist mit seinen 2 Stunden und 40 Minuten. Doch wenn sie einen Film empfiehlt, kann ich mich meistens darauf verlassen, dass er gut ist.

Ich hatte keine Ankündigung im Kino davor gesehen, und wenn ich allein von dem sehr klassischen Poster ausgehe, mit den Köpfen der Hauptdarsteller einer Straße und Leonardo DiCaprio, mit Waffe in der Hand, hätte ich mir den Film wahrscheinlich nicht angesehen.

Da die D mir auch nichts über den Inhalt erzählt hatte, ging ich völlig ahnungslos hinein. Das war wahrscheinlich die beste Idee, sich den Film anzusehen, ohne irgendetwas davon gehört oder gelesen zu haben. Es ist eine aberwitzige und verrückte Geschichte über eine Gruppe von Revoluzzern, die French75, von der man gar nichts erzählen kann, ohne zu viel zu verraten. Bei Wiki steht: Das zwischen Actionthriller und absurder Filmkomödie angelegte Werk ist lose von dem 1990 erschienenen Roman Vineland von Thomas Pynchon inspiriert. Das ist eine Mischung von zwei Genres, die gut zueinander passen, aber es geht oft und gerne schief. Hier geht nichts schief! Mit 2 Stunden 40 gibt ein paar Längen, vor allem im letzten Teil, aber der Film ist hochspannend und sehr unterhaltsam. Wenn ihr einen grandiosen Sean Penn erleben wollt und einer nicht minder guten Leonardo DiCaprio, dann schaut euch den Film an. Auch die noch junge Chase Infiniti und Teyana Taylor sind erwähnenswert.

Als ich aus dem Kino kam war es fast halb zehn.

Samstag mit Malen, Tagesfrage & Editing

Ein ruhiger Samstag. Ich war am Morgen doch auf dem Wochenmarkt, entgegen meiner Eitelkeit, die mir ja befohlen hat, mich nicht so zu zeigen, einerseits um rauszukommen, andererseits um zu sehen was Markt an Wäre hätte, die für mich in Frage kommt. Suppe, Yoghurt, Püree, Pudding, Mousse au Chocolat… es ist ein bisschen langweilig. Inzwischen träume ich von einem Steak mit Pommes und Salat, aber das geht ja nicht.

Ich traf auch kurz die D. auf einen Kaffee im Renert. Es war schönes Wetter doch es war auch schweinekalt. Wir unterhielten uns über unseren Podcast und kamen auf weitere Ideen und Themen. Die Folgen bis Ende des Jahres sind gesichert.

Wieder daheim malte ich ein wenig. Immer auf der Suche nach Motiven, fand ich eines das ich ausprobieren wollte. Das Prinzip erst die hellen Dinge zu malen und dann immer dunkler zu werden, habe ich noch nicht so richtig verinnerlicht. Dabei ist das wichtig wenn man Landschaften malen will. Ich fand eine von der ich glaubte dass ich sie hinbekäme.

Das schwierigste waren dann die Steine im Vordergrund. Einer davon passt farblich nicht.

Am frühen Nachmittag hörte und sah ich sie. Ich hatte sie bereits in der Nacht gehört aber nicht gesehen. Schneegänse:

Über den ganzen Tag verteilt hörte ich sie immer wieder. Dann wird es jetzt wohl definitiv kälter werden.

Meine Abendunterhaltung bestand aus Podcastschneiden. Mittwoch in achten Tagen kommt er raus.

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Würde der Sketch auch andersrum funktionieren, wenn wir in einem Matriarchat leben würden? Oder ist es nur ein dummer Macha* Witz?

*Das weibliche Pendant vom Macho.

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Nenne eine Sache, die die meisten Leute nicht über dich wissen.

Nein, das werde ich nicht tun! Es hat schon seinen Grund, warum es nicht alle wissen und das soll auch so bleiben. Denn wenn ich es schreiben würde, wüssten es ja alle, und die Frage wäre hinfällig. Es gab einmal eine ähnliche Tagesfrage: „Verrate ein Geheimnis über dich.“ Nein, das kann ich auch nicht, sonst wäre es ja kein Geheimnis mehr.

Eine weitere Ära endet

Als ich zum ersten mal dort hin ging, war ich mit meinem Friseur in der Alten Heimat nicht mehr zufrieden. Die ersten anderthalb Jahre war es einer der Mitarbeiter ( von dem ich den Namen vergessen habe) der mir die Haare schnitt. Sehr gut aber er brauchte manchmal eine Stunde und mehr. Irgendwann war er weg und ab da kümmerte der Chef selbst sich um mich. Das sind jetzt fast 20 Jahre her. Heute schnitt er mir zum letzten mal die Haare. Ab dem 1.November geht er in Rente. Und somit gingen dieses Jahr gleich zwei Menschen meines langjährigen Vertrauens in Rente. Der Zahnarzt und der Friseur.

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher ob ich bleiben werde oder nicht, denn der Friseur der dem Laden übernimmt, hat als Lehrling dort angefangen. Er hat auch schon mehrfach mich bedient, wenn der Chef im Urlaub war, doch es ist nicht das gleiche. Wir werden sehen.

Zwischendurch hatte ich Anrufe und SMS von besorgten Menschen. Irgendwas lag heute in der Luft,… Das Irre ist, dass es mich aus Gründen selbst nicht mehr trifft, und ich beschloss am Abend, dass ich raus bin aus dem Spiel. Es war zwar nie ein Spiel per se, und ich spreche auch wieder in Rätseln, doch ich weiß was damit gemeint ist.

Am Nachmittag begab ich mich auf die Suche nach neuen Vorlagen und Motiven zum Aquarell üben. Die Nass-auf-nass Technik beherrsche ich nich so gut, erkenne sie aber auf anderen Bildern sofort. Das hier kam dabei heraus und ich mag es ganz gern:

Ich mag auch das Postkartenformat, nur das Papier hat für meinen Geschmack zu viel Textur. Ich mag es glatter.

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Das hier wird das erste Festessen sein wenn ich alle Zahnarzttermine hinter mir habe. Jawohl!

Ich mag Babish nicht so sehr. Er ist macht mir bisweilen zu sehr einen auf Macho, aber kochen kann er!

Eine Tagesfrage die den Tag gleich mit beschreibt

Fühlst du dich an faulen Tagen ausgeruht oder unproduktiv?

Das ist eine sehr gute Frage, weil sie davon ausgeht, dass Ausgeruhtheit mit Unproduktivität einher geht, was absolut nicht stimmt. Dazu sollte ich erst einmal definieren was bei mir an einem sogenannten ‚lazy day‘ passiert, bzw. nicht passiert. Da ich mich zur Zeit grad in einer Periode befinde, in der ich wegen der Zahnbehandlung keine Projekte am Start habe, sprich ich habe das so bewusst so eingetaktet, sind diese Tage ja prinzipiell alle faule Tage.

Ich fühle mich, um auf die Frage zu antworten und nicht noch ausschweifender zu werden, nicht unproduktiv. Es gibt immer was zu tun. So bereite ich im Kopf und auch per Mail das große Projekt vom Jahresende vor. Wenn ich mich damit nicht beschäftige, mache ich andere Dinge. Podcast schneiden, Malen, in spezifischen Büchern über Dinge recherchieren für die nächsten große Reportage für Queer.lu. Alles Dinge die ich nach meinem Gusto tun oder lassen kann. Ich mache sie, weil sie Spaß und Freude machen. Und ja, ich fühle mich auch ausgeruht. Dabei stellte ich mir die Frage ob es in meinem Fall wirklich faule Tage, sprich lazy days, sind. Ich finde dass ‚Lazy Days‘ im Englischen viel positiver besetzt ist, als ‚faule Tage‘ auf Deutsch. In meinem Fall sind es ja Krankheitstage, obwohl ich nicht krankgeschrieben bin und ich theoretisch arbeiten könnte. Es ist nur meine eigene Eitelkeit, die mir verbietet mich so zu zeigen.

Zusammenfassend gesagt, ich fühle mich ausgeruht UND produktiv!

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Und mit dieser Antwort ist der Donnerstag auch so weit beschrieben. Am Abend hatte ich ausgewählten Besuch hier, denn ich hatte Lust zu kochen. Der Besuch brachte Blumen mit:

Es gab ein Großväterchen Menü, der sein Gebiss vergessen hat; Hachis Parmentier. Ich hatte dafür alles eingekauft. Ich hatte das schon lange nicht mehr zubereitet und war erstaunt wie viel Arbeit das dann doch ist. Die Fleischfüllung bestand aus mehr Gemüse als Fleisch. Ich hatte Möhren und Frühlingszwiebeln burnoise ähnlich kleingeschibbelt und vorab gekocht, damit alles butterweich sein sollte. Der ausgewählte Besuch fand das ganz großartig und die riesige Schüssel von der ich dachte, dass davon mindestens die Hälfte übrig bleibt, war leergefuttert.

Leider kein Foto, aber es sah auch nicht sehr fotogen aus.

Der erste Tag ohne Schneidezähne

Ich hatte erstaunlich gut geschlafen. Ich hatte mit mir selbst gewettet, dass es nicht der Fall wäre und dass ich irgendwann in der Nacht von hämmerndem Schmerz geweckt würde. Aber nein. Ich erwachte zwar sehr früh aber das war ok.

Büroarbeiten und jede Menge SMS ließen ließen den Morgen schnell vorbei gehen. Jede und jeder der wusste was los war, hielt sich an die Abmachung und rief nicht an. Ich versuchte wie sprechen geht so ganz ohne Schneidezähne. Alle Zisch-Laute wie S,Z und C gehen seltsamerweise recht gut. Aber F,W und V sind schwierig.

Der Zahnarzt hatte Kaffee und Tee verboten. Er hatte es im gleichen Atemzug wie warme Speisen gesagt, also nahm ich an es am Heißgetränk lag und nicht daran, dass es Kaffee ist. Ich machte mir also eine Tasse und ließ ihn auf lauwarm abkühlen.

Gegen 10:00 bekam ich eine SMS vom H., der noch immer in Luxemburg verweilt. Er fragte ob ich zum Markt gehe. Gegen meine eigene Verfügung nicht raus zu gehen, ging ich dann doch, denn ab nächster Woche wird der H. wieder weg sein und es war die letzte Gelegenheit sich noch einmal zu sehen. So war er der einzige der mich ohne Beisserchen sah.

Am Nachmittag malte ich. Dank ein paar YouTube Tutorials fand ich heraus wie man in Aquarell Schattierung in einer bestimmten Farbe macht. Man arbeitet mit der Gegenfarbe. Z.B. bei Gelb wäre das Lila. Ich malte eine Zitrone:

Die Schattierung klappte auf Anhieb. Das was bei Aquarell ungewöhnlich ist, sind die Zeiten zwischen dem Farbeaufträgen, wo man es trocknen lassen muss. Damit ich nicht immer wieder aufhören musste, malte ich zeitgleich an verschiedenen Dingen. So habe ich mir vorgenommen, dass ich die Toi Toi‘s für das nächste große Weihnachtsstück selbst malen werde. Es wird Hänsel & Gretel sein. Und so in etwa wird das aussehen:

Eine kleine Hexe fliegt davon.

Und wenn wir schon bei Hexen sind, meine Abendunterhaltung passte hervorragend dazu. Ich sah mir auf Arte die Geschichte der Hexenverbrennugen im Baskenland im späten Mittelalter an, die recht gut dokumentiert sind. Eine sehr grausame Geschichte, die heute noch erschaudern lässt.

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Diesen Podcast vom Zeitzeichen möchte ich noch verlinken. Es geht um den erfolgreichsten Film von Chaplin. Und ich musste nicht nur einmal an den jetzigen Präsidenten der USA denken.