Im Frühtau zu Berge

Seit Jahren schon und immer wochentags um gleiche Uhrzeit vom 7:30 – 9:00 Uhr, gibt es bei einem meiner Lieblingsfernsehsender 3sat die Sendung Alpenpanorama. Nun bin ich nicht unbedingt ein Anhänger dieser Sendung, aber sie intrigiert mich. Ungewöhnlich ist auch, dass ich bereits um diese Uhrzeit vor der Glotze sitze. Und so ließ ich die vermeintlichen live Bilder (so ganz glaube ich nämlich nicht daran) von diversen Alpenpanoramen an mir vorbei rieseln, meist schneebedeckte Berge mit Skipisten und -liften, oder auch ab und an einer Bild mit verdreckter Linse bei der man nur schemenhaft etwas erkennen konnte. Im unteren Teil des Bildes jagen die Namen der Orte, Wetterbedingungen, Schneepisten Zustand, und Internetadressen vorbei.
Halt!
Internetadressen?
Aufschreiben!
Und so kritzelte ich so gut es ging, halb liegend, halb sitzend, halb schlafend die Adressen in einen Notizblock, der immer beim Fernseher liegt, den Fall gesetzt, ich möchte etwas im Net nachsuchen.

Manche Orte haben ein Netportal, manche nicht. So zum Beispiel die Camera von Heiligenblut Großglockner hat keine Seite vermerkt, obwohl es eine gibt : heiligenblut.at Und als ich eben alle nachsuchte, in der Hoffnung eine zu finden, die etwas besonderes wäre, besonders skurril, scheußlich oder gar lustig , musste ich enttäuscht feststellen, dass durch Bank alle sehr professionell gemacht sind.
Leogang-Saalfelden
Raurisertal
Gastein
Filzmoos
Altenmarkt-Zauchensee
Obertauern
Ramsau
Grosseck Lugenau
Nassfeld
Bad St.Leonar Lavantal
Phyrn-Priel
Alles klangvolle Namen bei der die Aufmachung der Seiten immer gleich professionell gemacht ist und durchweg einer der anderen sehr ähnelt. Dabei kam der Verdacht auf, dass es eventuell immer die gleiche Firma ist die diese Seiten erstellt. Aber leider ist dem nicht so.

Doch dann ganz am Ende der Sendung kamen zwei Orte die zwar durchaus touristisch sind, aber keine Alpen haben, oder vielleicht gerne welche hätten.  Die Camera von Wien zeigt weit und breit keine Alpen und es wäre mir auch sehr neu dass dort welche wären, es sei denn ich habe in Jugendjahren in Geographie nicht aufgepasst.
Noch seltsamer wurde es mit dem letzten Ort Cambils. Cambrils liegt in SPANIEN am Meer!  Auf der Homepage haben sie sogar schneebedeckte Häuser, Palmen und sogar einen Schneemann gemalt. Seltsame Wunschvorstellungen.

Hadern mit Erinnerungen

Ich bin dabei alte Einträge vom Augenblicke Blog aufzuarbeiten. Und ich muss gestehen es fällt mir nicht leicht.  So hadere ich zum Beispiel mit meinem Schreibstil, der sich mit den Jahren sehr verändert hat. Zudem suhle ich ich mich bisweilen in Erinnerungen, was nur bedingt gut ist, denn es kostet Zeit und Energie, vor allem dann, wenn die Erinnerungen keine Schönen sind.

Ich müsste mich zweiteilen können.  Ein Teil der ich selbst bin und ein Teil der die nötige Distanz dazu hat.  Habs probiert. Klappt nicht.

Ich brauche Hilfe von außen.

Hier und Hier

Als ich letztens ein Beitrag schreib mit der Überschrift Hier, hier und hier, war mir noch nicht aufgefallen, dass die Sendung Kulturzeit eine Rubrik hat, die Da, da und da, heisst. Fiel mir jetzt grad mal so auf.

Hier war ich gestern abend aus Arbeitsgründen, deshalb konnte ich gestern auch nur kurz hier sein als die ganze Zeremonie schon aus und vorbei war. Ich hoffe aber dass ein bisschen von dem Abend bei Eveant zu sehen sein wird, denn die Macher der Internetsendung haben durch den Abend geführt.

Odysseus

Wer heute Abend noch nicht weiß was er tun soll, der sollte sich schleunigst nach Esch begeben und sich Les errances d’Ulysse anschauen. Ich habe es gestern gesehen und heute ist die letzte Gelegenheit dafür.

Das Theaterstück ist ein regelrechtes Abenteuer und man lässt sich verzaubern von den immer wechselnden Bildern auf der Irrfahrt des Odysseus.
Kartenvorbestellung hier

From Russia with Love

Heute erreichte mich ein email aus Russland mit der Überschrift: Letter to Switzerland.  Als ich das las, dachte ich es sei eine Mail die das aktuelle Thema des Minarettverbot behandelt. Weitgefehlt. Es ist ein Bettelbrief:

Hi,
My name is Elena, I’m 32 years old and I live in a province in Russia. I work in library and I can use computer after my work when possible. I finded your address in internet and I decided to write you this letter.
I have a 8 years daughter Angelina, her father left us and we live with my mother.
Due to financial crisis my mother unexpected lost job and our situation became very difficult.
The prices for gas and electricity is very high in our region and we cannot use it to heat our home anymore.
The winter is coming and weather becoming colder each day. We are very afraid and we don’t know what to do.
The only way for us to heat our home is to use a portable oven which work with burning wood. We have many wood in our region and this oven will heat our home all winter for minimal charges.
Unfortunately, we cannot buy this oven in our local market because it cost equivalent of 191 Euro and very expensive for us.
If you have any old portable wood burning oven and in case you don’t use it anymore, we will be very grateful to you if you can donate it to us and organize transport of this oven to our home.
We are located in central part of Russia, 180km from Moscow.
Please let me know if you can help and I will write you our home address.

From all my heart I wish you a Merry Christmas. I wish that the New 2010 Year will bring you hapiness and all your dreams come true!

Elena and my family.

Danke für die Weihnachtwünsche, aber ich verfüge über keinen transportablen Holzofen. Ich habe eine Zentralheizung auf Heizölbasis.

Ich frage mich wo der Hacken dabei ist…

Wiedersehen

Das ganze Wochenende über, saß ich, sehr unüblich für mich, über Stunden hinweg in einer Sakristei. In der Echternacher Basilika wurde das Musical Ultima Ora uraufgeführt. Auf einer riesigen Bühne die den gesamten Voraltar überdachte, stand ein fast hundert Mann starker Chor, ein dreißigköpfiges Orchester und zweiundzwanzig  Schauspieler.

Der Chor bestand aus den Leuten des Basilikachores und zu einem Großteil aus zusammengewürfelten Leuten, die sich dafür gemeldet hatten. Unter ihnen befand sich eine alte Schulfreundin von mir die bestimmt seit über 20 Jahren nicht wiedergesehen hatte. Sie heißt Muriel und wir waren ein paar Jahre zusammen in einem Pantomimentheater. Muriel hat einen sehr interessanten Beruf. Sie ist Kunstrestauratorin, ein recht seltener Beruf zumal hier in Luxemburg.

Beim Googlen fand ich ein richtig tolles Interview von ihr bei RTL, was aber leider (wie so oft bei RTL…grr) irgendwo in der Mitte abrupt zu Ende ist. Anlass dazu war die Restauration der berühmten Muttergottesstatue in der Kathedrale Luxemburg.
RTL Seite
Interview mit Muriel

Ach,

ich fragte mich bei dieser Spielerei eben in welches Jahr ich in Yearbook yourself wohl am besten gepasst hätte.

1996
1996
1992
1992
1986
1986
1984
1984
1978
1978
1976
1976
1972
1972
1966
1966
1962
1962
1960
1960
1950
1950

Vielleicht sollte ich abstimmen lassen.

Ihr seid dran!

Mir gefällt 1960 am besten.

Dicks

Das ist eine kleine Auswahl der kleinen Premieren Geschenke die ich zum Dicks Theaterstück Schold a Schäin bekommen habe.

Das Stück läuft noch bis Anfang Dezember in Mersch im Kulturhaus.

Links:

Literaturhaus Mersch

Kulturhaus Mersch

Running Gag in der Produktion: Versuch mal bei Google unter Dicks etwas über den Schriftsteller Edmond de la Fontaine zu finden. Du wirst staunen wie viel Google da zu bieten hat. 😀

Jenseitsnovelle

Der Sinologe Hinrich Schepp findet überraschend seine Frau Doro tot an seinem Schreibtisch, über einem alten Manuskript, das er vor ewigen Zeiten verfasst hatte und das seine Frau seltsamerweise korrigiert hatte… Warum gerade dieses alte Manuskript von dem er selbst nicht mehr wusste dass er es überhaupt noch besaß und warum starb sie gerade jetzt?

Soeben hörte ich die Novelle von Matthias Polityki zu Ende und war sehr begeistert davon. Ich hatte sie mir in den letzten Tagen aufgenommen, aus den täglichen 30-minütigen Schnippseln die auf NDRKulutr Am Morgen vorgelesen kommen. Die Novelle beflügelte mich regelrecht dazu, mich wieder mit mehr Elan und Schaffenskraft hinter die gedruckte Version vom Augenblicke Blog zu setzen. Zumal da ich jetzt ein Programm dazu gefunden habe, das mir diese Arbeit ungemein erleichtert, auch in finanzieller Hinsicht.

Es ist vor allem die Sprache und der Erzählrythmus von Politycki den ich so grandios finde.

Jenseitsnovelle – Matthias Polityki

(Dabei sollte man sich auf dem obigen Link den Videotrailer zum Roman NICHT ansehen. Er ist zu reißerisch gemacht und beinhaltet keineswegs die Stimmungen und Gefühle die tatsächlich von dem Roman ausgehen.)

Facebook als Comic

Gestern las ich in einem der täglich fliegenden Käseblätter in Luxemburg ein kurzes (lang wäre auch für das Format seltsam) Interview mit dem Szenaristen des Comics, das jetzt in französisch vorliegt. Darin stand eine Aussage die mich doch etwas überraschte: [… Les utilisateurs s’imaginent toujours que leurs amis – qui ne sont d’ailleurs très souvent que des contacts – vont suivre leur analyse de l’actualité ou qu’ils vont commenter leurs photos de vacances. Or, dans la réalité, ce qui intéresse les internautes, ce sont leurs propres profiles…]
Erstaunliche Aussage, denn bei mir ist nicht so. Was ich in meinem Profil poste ist zwar wohl überlegt, aber mich interessiert grundsätzlich IMMER mehr was die die anderen so schreiben und denken als mein eigener Stuss.

Es gibt auch im gleichen Zusammenhang  ein Test hier, bei dem man feststellen kann was für eine Art Facebooktyp man ist.
Le réfléchi. Vous savez utiliser Facebook avec modération. La plupart de vos contacts apprécient lire vos status et trouvent vos commentaires pertinents. Continuez ainsi! Sans être trop intrusif, vous serez respecté par vos contacts qui réfléchiront à deux fois avant de poster une photo de vous compromettante.

Na ja, dann hoffe ich mal das dem so ist…

Fanpage des Comics bei Facebook (wo sonst)

Quiz

Angeregt durch ein Podcast  vom Deutschlandfunk bei dem ich mitunter laut gelacht habe, hatte ich die Idee für dieses Quiz.

Frage:

Was haben Rex Hayes, Monika Lindt, Thomas Bruckner, Rex Corda, John Kirby, Tony Ballard und Jessica Banister gemeinsam?

Kleiner Tipp; es sind keine Pornodarsteller. 😉

Der erste der richtige Antwort in den Kommentaren schreibt, bekommt eine DVD aus meiner Kollektion.

****

Nachtrag (00:34): Wie? Noch keine richtige Antwort? Dabei finde ich  das Quiz dieses mal gar nicht sooo schwer. Kleine Hilfestellung: Es sind zwei, wenn ich es ganz genau nehme, drei Gemeinsamkeiten, die alle oben genannten miteinander verbindet.  Na los!  Mit ein paar wenigen Klicks müsstet ihr es herausfinden.

Hier, hier und hier…

Eigentlich bin ich ja ganz froh, dass alles so gut klappt und ich keine Langweile habe. Doch die ungewollten längeren Pausen hier im Blog sind der Arbeit zuzuschreiben.

Zur Zeit arbeite ich an dem hier.

Dann fing letzte Woche das hier an, das größer und heftiger ist, als ich gedacht hatte.

Und nächste Woche hat das hier Premiere, ein Tag nachdem der erste hier seine letzte Vorstellung hatte.

Dann gibt es noch ein weiters „hier“, das ich aber nicht verlinken kann weil ich darüber nichts im Netz gefunden habe, das aber auch schon in Vorbereitung ist…

Und wer das jetzt nicht verstanden hat, klickt bitte die ‚Hiers‘ an.

Das Leben der anderen

Ich habe den Film eben im BR gesehen und ich muss sagen, obwohl ich ihn schon kannte hat er mich genauso berührt wie das erste mal als ich sie Kino sah. Ich hatte wieder Herzklopfen an der gleichen Stelle, wenn die Stasi beinahe die Tür aufbricht und nach der Schreibmaschine sucht. Und ich hatte wieder einen Kloß im Hals als Sebastian Koch am Ende des Films auf den kongenialen Ulrich Mühe (Gott hab ihn selig) zugeht und es sich dann doch anders überlegt und wieder ins Taxi steigt.

Es ist und bleibt ein großartiger Film.

Funeraille d’hiver

Am 11. und 12 November laufen die beiden letzten Vorstellungen von Funerailles d’Hiver im Kapuziner Theater.

Ein Stück das bei jeder Vorstellung sehr viel von mir abverlangt. Hier ein paar Fotos davon.

Photos: Christophe Olinger

Die kleinen versteckten Dinge

Ich laß vor langer Zeit einen Artikel bei SpOn über die kleinen versteckten Dinge auf Internetseiten. Ein paar kleine lustige Sachen die man oft nur per Zufall findet wenn man mit dem Cursor über die Seiten geht. Bei yahoo.com zum Beispiel, ist seit jeher ein winzig kleiner Link auf der Hauptseite im Logo versteckt. Wenn man auf den Punkt des Ausrufezeichens klickt bekommt man das Logo vorgesungen. Es ist die gleiche Stimme wie man sie auch aus der Werbung für Yahoo kennt, bzw. kannte. Seitdem sie nämlich die Seite teilweise erneuert haben singt dort nicht mehr eine einzelne Stimme sondern ein ganzer Chor und  das mehrstimmig.

Probiert’s aus: Yahoo.com

Der Geist ist weg

Als ich mir diesen Beitrag vornahm, hatte ich den Titel sehr schnell gefunden. Doch wie schreibt man über etwas das nicht ist, das man an nichts festmachen kann, außer vielleicht an Gefühlen? Man könnte auch von Zeitgeist sprechen. Doch wäre es für diese Größenordnung etwas zu hoch gegriffen.

Als ich vor zwei Jahren im Augenblicke Blog (das übrigens bald wieder online sein wird, es sind aber noch ein paar technische Probleme zu lösen) über die Schließung des Philo“soff“s berichtete, hieß der Beitrag „Das Ende einer Ära“, war gespickt mit Fotos des letzten Abend.

Seit ein paar Wochen nun hat das Philo wieder geöffnet und bei Pianocktail gab es ja auch etwas darüber zu lesen. (Bei mir ja auch, wenn auch weniger ausführlich)

Vorletzte Woche war ich am späten Nachmittag dort.  Ich wollte in Ruhe die Zeitung durchblättern und einen Kaffee trinken so wie ich das früher immer getan habe. Doch irgendwie ist das nicht mehr möglich. Der monströse Flachbildfernseher zeigte irgendein doofes Fußballspiel, die Musik war Hip-Hop- und technolastig, viel zu laut, und kam aus irgendeiner fürchterlichen Radiostation mit gruseligen Moderatoren und noch schlimmeren Werbeeinblendungen. Lesen war beim besten Willen nicht drin.

Dann probierte ich es letzte Woche noch einmal. Das Café war leer und ich war der einzige Gast. Die Musik kam zu Anfang noch von einem Radiosender, doch dann wurde sie  ruhiger. Der Fernseher, der mich so sehr gestört hatte, war aus. Ich saß vorne an einem Fenster las die Zeitung durch und ließ dann irgendwann den Gedanken freien Lauf. Ich sah zum Fenster hinaus. Der Krimskrams Laden gegenüber steht nun auch schon seit über einem Jahr leer, weil angeblich die Besitzer selbst einen Laden dort eröffnen wollten. Bis jetzt ist aber noch gar nichts passiert. Ein großes gähnendes Loch, das eigentlich nicht hätte sein müssen, denn die Ladenbetreiber davor wollten nicht aufhören. Ich fand es schade als Krimskams laden weg war. Es war immer ein tolle Quelle gewesen, für alle möglichen und unmöglichen Toi-toi Geschenke zu Premierenfeiern am Theater.

Und als ich so da saß und die ganze neuartige und befremdliche Deko auf mich wirken ließ, wurde mir bewusst, dass der Geist der seit immer in diesem Mauern geherrscht hatte, verschwunden war. Der „Philo Geist“, der mir einst die besten Ideen, auch für das Blog einflößte, war nicht mehr da.

Es ist mir schon klar, dass alles sich weiterentwickelt, dass nichts stehen bleibt. Und doch sehnt man ab und an nach einem Ort an dem alles so bleibt wie es ist und wie es immer war. Ein Ort an dem man sich wohl fühlt und man sich darauf verlassen kann, dass dort alles stimmt und es immer so bleiben wird.

Das Philo“soff“ gehört nicht mehr dazu. Der Geist ist weg.

Missgeschicke

Ihr wollt eine Geschichte über Missgeschicke lesen?

Bitte schön, sie beruht auf einer wahren Begebenheit. Sie ist ärgerlich, aber vor allem ist sie äußerst peinlich.

Man(n) war bei einer Arbeitskollegin zum Abendessen eingeladen. Es war ein lustiger Abend mit einem vorzüglichen Essen. Es gab Lamm mit allerlei Beilagen, darunter eingelegte trockene Pflaumen und Aprikosen. Man(n) weiß, dass man getrocknete Früchte bisweilen einen durchschlagenden Erfolg auf die Verdauung haben, aber man(n) kann sie nicht lassen, weil sie so lecker sind. Außerdem haben die Früchte ja nur BISWEILEN so die unerwünschte Wirkung.

Man(n) steigt kurz vor Mitternacht in den Wagen und fährt los. Die Fahrt nach hause wird etwas mehr als eine Stunde dauern. Man(n) hat davor einen richtig starken Kaffee getrunken um den müden Geist zu beleben.  Unterwegs stellt man(n) fest, dass die Autobahn zu einem großen Teil gesperrt ist und man(n) einen gewaltigen Umweg fahren muss. Man(n) wird leicht missmutig, nimmt es aber in Kauf, da es eh nicht zu ändern ist. Als man(n) endlich zu hause ankommt, nach über anderthalb Stunden ist man(n) müde und abgeschlafft und will nur noch ins Bett. Man(n) steigt aus dem Auto nimmt die Tasche vom Beifahrersitz, drückt in der Garage auf den Knopf für das automatische Garagentor und schlüpft noch schnell davor hinaus. Man(n) geht auf die Haustür zu merkt sogleich dass man(n) die Haustürschlüssel auf dem Beifahrersitz hat liegen lassen. Wenn man(n) jetzt schnell genug ist und das Garagentor von Hand blockiert geht es von selbst wieder auf. Doch noch ehe man(n) den Gedanken zu Ende gedacht hat, hört man(n) den Rums des Tors wie es sich endgültig schließt. Man(n) hat sich selbst ausgesperrt. Man(n) überlegt wenn man nachts um halb zwei anrufen könnte, der einen Zweitschlüssel hat. Während dem man(n) überlegt stellt sich prompt der durchschlagende Erfolg, der getrockneten Früchte ein, die man(n) ohne Rücksicht auf Verluste in sich hineingefressen hat.

Man(n) steht also vor der eigenen Haustür mit dreifach überkreuzten Beinen, und kann nicht hinein. Auf der ans Haus angrenzenden Baustelle befindet sich ein Dixiklo. Mit übermenschlicher Anstrengung bewegt man sich dorthin, um festzustellen, dass es verschlossen ist. Man(n) hat keine andere Wahl. Man(n) geht in die Hocke  neben dem Dixiklo, in der Hoffnung dass niemand vorbeikommt. Währenddessen man(n) die Hosen herunter lässt, fängt es an zu regnen. Der Geruch ist zum Steinerweichen. Mit größtem Widderwillen zieht man(n) die Hose wieder hoch, nachdem man(n) festgestellt hat dass man(n) nicht ein einziges Papiertaschentuch mehr hat.

Man(n) schlägt den Kragen des Mantels hoch und macht sich innerlich auf einen langen Fußmarsch gefasst, weil es nur eine Person gibt die einen Zweitschlüssel der Wohnung hat, die aber fast 7 Kilometer entfernt wohnt.  Zwischenzeitlich stellt man(n) betrübt fest, dass man(n) für diesen Abend ein paar schicke Schuhe angezogen hat in denen man(n) nur unter Schmerzen einen längeren Marsch absolviert.

Und dann taucht plötzlich aus dem Nichts ein Polizeiwagen auf und man(n) erklärt den Polizisten höflich dass man sich ausgesperrt hat und fragt ob man(n) netterweise die sieben Kilometer gefahren werden könnte. Man(n) läßt eleganterweise die den Teil der Story weg in der man die Hosen auf den Knien hatte und hofft aber inständig, dass die beiden Herren nichts riechen…

Die Herren tun ihre Pflicht als Freund und Helfer und man(n) wird hin und zurückgefahren und ist am Ende so glücklich wie selten zuvor die eigene Haustür aufschließen zu können.

Gedicht des Tages

… Doch man kann den Tag nicht boykottieren.
man geht unter, oder man pariert.
Nur ich weiß: Ich werde furchtbar frieren.
Und man ist so einsam, wenn man friert.

Letzte Strophe aus Vom Frieren von Konstantin Wecker.
Hier steht das ganze Gedicht

Neue Musike

Die Gruppe Grizzly Bear erinnert mich ein wenig an eine andere Gruppe die ich mal vor ewig langer Zeit hier besprochen habe, Camera Obscura, die ich heute immer noch gern höre und die übrigens vor kurzem ein neues Album herausgebracht haben.

Grizzly Bear ist aber an und für sich nicht so richtig einzuordnen. Irgendwo zwischen den Rightous Brothers, den Beatles, den Monkeys, bei einigen Liedern klingen sogar die Monks etwas durch. Ein bisschen 50er ein bisschen 60er. Ich habe sie heute Abend beim rumzappen auf CNBC in der Tonight Show entdeckt, mit diesem Song:

Lied & Credo des Tages

(An dieser Stelle befand sich mal ein das Lied „Rette mich später“ von 2raumwohnung, das aber leider nicht mehr auf YouTube zu finden ist)

Was sich bei den ersten Klängen anhört, als ob man ein wenig bei George Harrison geklaut hätte ist heute, an einem Sonntag, der sich wettermäßig durchwachsen ankündigt, der ideale Song um gut gelaunt zu sein. Und der Text ist auch klasse.

Von Arbeit und Vorschusslorbeeren

Dass ich seit Tagen nichts Anständiges (geschweige Unanständiges) schreibe, hat (wie so oft) mit meiner Arbeit zu tun. Das Stück Funerailles d’Hiver, das zur Zeit im Kapuzinertheater läuft und dessen Premiere gestern war, ist ein gewaltiges Stück Arbeit. Aber dort konnte ich seit langem mal wieder richtig beweisen was mit Maske und Perücken alles machbar ist.

Dann aus aktuellem Anlass noch ein Gedanke. Obama hat ja den Friedensnobelpreis bekommen. Ist das nicht ein bisschen früh? Er ja hat noch nicht viel getan außer tolle Reden zu halten und Optimismus zu verbreiten. Aber,und das ist aus zeitlicher Sicht nicht seine Schuld, er hat noch nicht wirklich etwas in Tat umgesetzt.

Wenn ich das so sehe, könnte ich bitte einen Oscar bekommen für einen tollen Film die ich irgendwann demnächst machen werde????

Vornamen (2)

Vor kurzem berichtete ich über Vornamen.
Was mich an Vornamen so fasziniert, ist die der Umstand dass ich mit meinem ganz zufrieden bin und mir nicht vorstellen kann, einen anderen zu haben, schon gar nicht einer der mir nicht gefällt. Nun hat sich Else Buschheuer auch damit in ihrer Audiokolumne Die Gladiatorin des Alltags bei MDR Figaro, beschäftigt.

Bitte schön:

Die Gladiatorin des Alltags

Berni dachte (2)

Langsam ließ Berni das Messer wieder sinken. Er stand vom Bett auf und zog sich an. Er konnte die Frau nicht umbringen. Was war nur mit ihm passiert? Er der glaubte sich selbst am allerbesten zu kennen, entdeckt ein völlig neue Seite an sich. Er verließ das Schlafzimmer und sah sich im Haus um. Es war nicht besonders modern eingerichtet. An den Wänden hingen alte Tapeten, von der Sorte wie man sie Anfang der achtziger Jahre fand mit einem etwas seltsamen Muster das ein wenig an Miró erinnerte, mit einem leichten Glanz der verriet, dass man die Tapete abwaschen konnte. Schade, dachte Berni, hier wäre es einfach gewesen. Tapeten die sich abwaschen ließen zwecks Spurenbeseitigung waren äußerst praktisch.
Ansonsten fand er nichts außergewöhnliches im Haus, im Gegenteil. Es alles peinlich aufgeräumt und sauber, irgendwie langweilig. Es passte nicht zu der Frau mit er eben den besten Sex seines Lebens gehabt hatte.

Er ging langsam die Treppe hinunter, setze sich auf den letzten Treppenabsatz und dachte nach. Er wunderte sich über sich selbst dass er zum ersten mal so nachdachte wie jetzt. Nachdenken, überlegen, sich selbst Fragen stellen waren ihm seit jeher ein Gräuel gewesen. Er wollte leben und nicht über alles stets nachdenken müssen. So war es immer gewesen….bis jetzt. Er blickte von seinen Knien an langsam hoch durch den kleinen Flur bis zur Decke. Sein Blick blieb kurz an ein paar kleinen Blutspritzern rechts an der Wand hängen. Wenn er jetzt wie früher gedacht hätte, wäre er sofort aufgestanden, hätte einen Lappen genommen und sie weggewischt. Doch er war so sehr damit beschäftigt drüber nachzugrübeln was passiert war, dass er es nicht tat.

Tief in seinen Gedanken versunken lief ihm plötzlich ein kalter Schauer über den Rücken. Die Blutspritzer!!!
Wo kamen diese Blutspritzer her?
Es war schön mit dir, sagte die Frau hinter ihm, die leise die Treppe herunter gekommen ohne dass er sie gehört hatte. Dann spürte er wie sich etwas langes spitzes mit voller Wucht in seinen Rücken bohrte und vorn über warf. Sie hatte ihm ein langes Küchenmesser unterhalb des linken Schulterblattes bis vorne ins Herz gebohrt. Berni spürte einen tiefen Schmerz.

„Als du vorhin mit dem Messer zustechen wolltest hättest du es tun sollen“, sagte die Frau. „Es wäre für mich die langersehnte Erlösung gewesen. Aber du hast es nicht getan! Ich finde keinen Gefallen mehr daran die Männer nach dem Akt zu töten. Doch es ist nun mal meine Angewohnheit. Schade um dich, du warst der erste der sich mit mir hätte messen können.“
Und während Berni diese, letzten Worte hörte, schloß er die Augen. Er hatte verstanden.

Kein iphone

Es ist kein iphone sieht ihm jedoch ähnlich. Und es kann so ziemlich alles was ein iphone kann und ein paar Dinge mehr. Es ist etwas kleiner und hat diesen Knick am unteren Ende. Zudem ist es leichter und liegt besser in der Hand.
Seit dem Wochenende meins.
Aber wie schon gesagt… es ist KEIN iphone

Whitney Houston

Ich frage mich wie viele meiner Leser nun den Kopf schütteln werden und mich endgültig aus ihren Bookmarks löschen werden….
Sei’s drum.
Ich habe mir das neue Album von Whitney Houston gekauft, allerdings erst nachdem ich eine Kritik darüber im SpOn gelesen hatte, die sehr zugunsten der Diva ausfiel. Ein richtiger Fan war ich nie, dafür war sie mir seit jeher zu schnulzig. Doch gab es eine Zeit zu ihren Anfängen, da hopste auch ich zu ihren Songs auf der Tanzfläche in einer Disco (das Wort kommt mir so altertümlich vor) die es schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gibt. Sie hieß „Butterfly“ und befand sich im deutschen Teil von Echternach, in Echternacherbrück. Dort traf sich die ganze Dorfelite oder zumindest was sich für elitär hielt und fütterte das Ego und das Selbstwertgefühl…. aber das ist ein anders Thema…wo war ich?

Damals trillerte die Diva noch in höchsten Tönen und übersprang mit Leichtigkeit mehrere Oktaven.
Heute ist ihre Stimme um einiges tiefer und rauer, hat aber nichts an Kraft verloren. Dass eine solche Diva mit einem so bewegten Leben, vielen Hochs und noch mehr Tiefs, ebenfalls ein Schwulenikone ist, versteht sich fast von selbst. Oft in Travestieshows imitiert aber selten erreicht.
Das folgende Video von ihrem neuen Song „Million Dollar Bill“ ist allerdings eine herrliche Parodie.

Und hier das Original, das nach der kleinen Perle oben ein wenig fad wirkt. Aber wegen dem Tremolozitteren ihrer Unterlippe,…ihr wisst schon….schauts euch an….