Gören & Theater

Der Tag begann mit einer gewaltigen Aufräumaktion, denn heute sollte zum ersten mal nach all den Wochen wieder die Putzhilfe kommen. Und da sie putzen und nicht räumen soll, musste alles weg. Ich ging derweil sie herumwirbelte, meine Runde schwimmen.

Was mir inzwischen in der Badeanstalt sehr auffällt sind die Eltern, die so tun als ob sie sich um ihren Nachwuchs kümmern aber eigentlich ist er ihnen herzlich egal. Wenn er im Wasser ersaufen würde, wäre einerlei. Eine Göre von vier oder fünf Jahren, die wirklich noch nicht schwimmen konnte, aber sehr draufgängerisch war, hopste mehrfach vom falschen Beckenrand mit Anlauf ins tiefere Wasser, immer dann wenn ich vorbeischwamm. Da ging so lange gut bis sie bei einem Sprung meinen Arm erwischte, was ganz schön weh tat und sie so kopfüber unter Wasser war, dass ich sie hochziehen musste. Erst dann blickte die Mutter von ihrem Handy hoch und kam angelaufen und tat sehr geschäftig. Ich hatte derweil die Kleine an den Beckenrad gehiewt und da ich wirklich nicht in Stimmung war eine ganze Diskussion loszutreten, sah ich sie nur einmal sehr durchdringend böse an und schwamm weiter. Ich schien geholfen zu haben, denn die Mutter verzog sich dann mit ihr zur anderen Seite ins Kinderbecken.

Ich werde die nächsten Tage wieder früher hingehen, dann ist es ruhiger.

Mittagstisch im Renert. Eine gewaltige Salatschüssel mit Salat, Rohkost und kaltem Hühnchen. Dazu ein sehr gutes Dressing.

Am Abend, eine kurze Begegnung mit der A. und der N. im Bovary. Kurz deswegen weil ich eine Karte fürs Theater hatte und das Stück unbedingt sehen wollte.

Poupette von und mit Marie Jung im TNL. Die Rückblende auf ein sehr bewegtes Leben einer 96-jährigen Frau. Ein sehr schönes Stück. Wer nichts heute vorhat, unbedingt ansehen. Heute ist die letzte Vorstellung.

Im Kino

Den Morgen erstmal alles langsam angegangen. Ich schaute auf die Wetterapp die Regen meldete. Wenn es schön gewesen wäre, hätte ich einen Ausflug in die Alte Heimat gemacht, weil ich mir endlich die neuen Anlagen des Sees ansehen wollte. Ich hatte es schon einmal vor etwas über einem Jahr versucht, doch der Regen hatte mich überrascht und es war alles noch eine große Baustelle. Und heute dann eben auch nicht.

Ich schaute auf die Kinoapp. Ja, das wäre bei dem Wetter eine nicht die schlechteste Idee. Und wenn schon was mir Benedict läuft, dann eben Dr. Strange. Ja,ich bin eine Cumberbitch, aber nicht weil ich ihn sexy finde, sondern weil es einfach sehr guter Darsteller ist. Ich hatte mir nach dem letzten Avengers geschworen, dass jetzt erst mal gut ist mit Superhelden. Aber ok, never say never.

Dr.Strange in The Mulitverse of Madness.

Der Film geht sofort ohne viel Aufhebens und Erklärungen los mit einer fetten Kampfszene, die kein Vorgeplänkel ist sondern gleich zur Story gehört. Ich habe mich zeitweise ( so ab 90 Minuten) ein klein wenig gelangweilt, weil dann klar ist wie es enden wird. Die Geschichte kann nur so enden.
Und jetzt da ich eine Nacht darüber geschlafen habe, ist der Film schon wieder weit weg.

Auf dem Heimweg überraschte mich eine gewaltige Regenschauer und ich wurde, obwohl ich nur ein paar wenige Meter laufen musste, bis auf die Haut nass.

***

Am Abend ein Baumgartner Video über eine Restaurierung eines riesigen Bildes von Mary Abbott. Und wieder erstaunt er mich mit neuen Techniken die er noch nie gezeigt hat. Das mit den Gelpads ist genial.

Sonntag in der Stadt

.., ich sollte zu Überschrift schreiben: „ … bei schönem Wetter.“

Die Stadt ist anders am Sonntagmorgen. Die Stadt gehört dann denen die dort wohnen. Die Schickimicki Fraktion und die Banker sind anderweitig beschäftigt. Ich merke das sonst nicht so sehr, weil ich selten so früh an Sonntagen unterwegs bin.

Ich schrieb erstmal in Ruhe den Blogpost von gestern fertig. Ich wollte schwimmen gehen und merkte dann aber, dass ich für die Badanstalt schon zu spät dran bin, denn sie hat nur bis um 12:00 geöffnet und ich fest überzeugt es wäre 14:00. Nun ja…

Ich machte am Nachmittag einen Abstecher zur Art Fair.

Was mir diesmal sehr auffiel, war die schiere Unmenge an Pop Art. Nichts davon haute mich vom Hocker. Ein Werk intrigierte mich, doch bei näherer Betrachtung hatte ich meine Zweifel ob es echt ist:

Es ist signiert aber nicht mit der gewohnten Keith Haring Unterschrift. Leider war niemand am Stand den ich hätte fragen können. Zudem war mir das Bild zu sauber und zu …. ich hatte ein ungutes Gefühl.

Ansonsten viel Pop Art mit den gewohnten Ikonen aus Film und Comic.

Ein Künstler aus der einer italienischen Galerie fand ich intwressant:

Die Bilder sind aus Drahtgitter gemacht und das sehr perfekt.

Später fuhr ich zur D. die gestern Abend spät von St.Jean zurückgekommen war. Sie brachte mir einen Baskischen Kuchen mit.

Es ist und bleibt der weltbeste Schokoladenkuchen der Welt, ganz besonders der von Henriet.

Am Abend schaute ich mir die neue dritte Staffel der Serie Love,Death and Robots auf Netflix an. Nichts für schwache Gemüter, wie auch schon die ersten zwei Staffeln, aber hier vielleicht noch eine Spur vielfältiger als davor. Sehr schön, doch ich habe euch gewarnt.

Monodrama

Ich hatte mir extra den Wecker gestellt.

Die F., dei einen kleinen Juwilierladen hat, hatte mir vor zwei Tagen eine Hilfe Sms geschickt, da ihr für ein Fotoshooting eine jemand für die Maske abgesprungen sei und sie suche dringend Ersatz. Ich willigte ein obwohl Samstag und überhaupt.

Es sollten Fotos für eine Schmuckkollektion sein. Die Modelle waren alles Freundinnen und Bekannte der F. Alle sollten sich in einem Friseursalon einfinden und dort zurechtgemacht werden. Ab 9:00 mitten in der Stadt. Ein recht einfacher Job den ich bis Mittag erledigt hatte, wenn nicht immer die Schlepperei der Rollkoffer wäre. Unterwegs brach einer der Stempel des einen Koffers ab. Eine der Rollen hatte schon vor längere Zeit Ummantelung abgeworfen. Das heißt jetzt ist der definitiv fällig für den Müll. So praktisch wie die Koffer auch sind weil sie halt speziell zugeschnitten sind auf alles was ein Maskenbildner so rumschleppen muss, geschenkt sind die Koffer von Tas merah nicht und ich will nicht nochmal 500€ dafür ausgeben.

Mittagessen gab es im Renert in geselliger Runde.

Ich hatte gestern kurz eine menschliche Tragödie erwähnt, die mein näheres Umfeld betrifft. All die Befürchtungen die ich gestern hatte scheinen sich zu bewahrheiten und es wird so oder so kein gutes Ende nehmen.

***

Am Abend dann eine weitere Vorstellung im Monodrama Festival besucht. Und so schlecht wie ich gestern die Vorstellung fand; diesmal war ich beinah zu Tränen gerührt. Terre Rouge ist ein Monolog eines Afrikaners der in der Schweiz lebt und versucht mit seinem Bruder, im Burkina Faso Kontakt zu halten. Es kommen Kindheitserinnerungen hoch und beide Brüder kommen zu Wort. Der eine in einer Fussballkneipe in Zürich der andere in seinem kleinen Dorf weit weg in Afrika. Der Darsteller Urbain Guiguemdé großartig, mit einer Kraft und einer Präsenz die mich von Hocker haute.

Geschichte wiederholt sich

Ausser Schwimmen und großer Hitze war die letzten Tage nichts worüber ich schreiben könnte. Es passierte viel Menschliches, das dramatisch und traurig zugleich war, mich aber nicht direkt betraf sondern meinen sehr nahen Freundeskreis und demnach auch nicht ins Blog gehört. Alles was ich dazu sagen kann, dass sich menschliche Geschichten wiederholen und diese hier eine erschreckende Ähnlichkeit hat, mit der von meiner Tante Gritty.

Es wird meiner Voraussicht nach böse enden, auch wenn ich das niemandem wünsche.

Ansonsten war ich gestern auf der Eröffnung des Monodrama Festivals und sah ein erstaunlich schlechtes Stück mit einer sehr guten Darstellerin, die die ganze Performance erträglich machte, aber der Text an sich flach wie eine Flunder und ich fragte mich später warum ausgerechnet dieser Text vor Jahren Preise gewonnen hat. Es war eine einzige Aneinanderreihung von Plattitüden. Nun ja…

Der Samstag wird mehr zu bieten haben fürs Blog. Versprochen.

Plancha & Niedlichkeit

Am Morgen blieb ich häuslich. Ich hatte mehr als genug zu tun.

Was ich euch noch nicht gezeigt habe, was aber schon zwei Tagen hier steht ist der neue Tischgrill, wobei Grill das falsche Wort ist. Der Kontaktgrill, den ich vor drei Jahren gekauft hatte, gab schon letztes Jahr im Sommer den Geist auf. Die Temperatur war nicht mehr regelbar. Er wurde nur noch glühend heiß, was letztendlich die Grillplatten beschädigte. Und so wanderte er zum Elektroschrott.

Ich liebäugelte schon lange mit einer sogenannten Plancha. In Frankreich sind diese Grillplatten sehr beleibt. Es gab mal in St. Jean einen Laden der sich auf diese Art des Grillen spezialisiert hatte und nur solche Geräte anbot. Marktführer und Spitzenreiter in Frankreich ist die Marke Lagrange. Doch die waren mir alle zu groß und der Preis war auch nicht ohne. Und so überlegte ich hin und her, rechnete mir aus wie oft ich das Ding im Sommer im Gebrauch habe und entschied mich dann für eine günstigere Variante. Es wurde ein Moulinex:

Von der Konstruktion sehr simpel und einfach gestaltet, was mich hoffen lässt, dass er weniger anfällig ist, als das Monstrum davor.

Am Nachmittag, als ich hier schon ein wenig etwas vorschrieb, las ich mich in den Tage wie Glas Beiträgen fest, die ich schrieb, als die Pandemie begann. Das tat mir aber nur so mittelgut, denn ich hatte wieder das gleiche dumpfe hoffnungslose Gefühl in mir, wie damals als kein Mensch wusste, wo wir hinsteuern und wie das alles weitergehen wird.

Um das Gefühl loszuwerden, beschäftigte ich mich in der Küche und machte Eiscreme.

***

Wenn alte Fotos zum Leben erweckt werden und längst verstorbene Personen dich plötzlich anschauen, lächeln oder manchmal ein Auge zudrücken. Faszinierend und verstörend zugleich.

***

Ihr wollt stündlich ein neues Foto von Quokkas haben?

Und das wäre mein Beitrag dazu von Anfang 2020, als ich auf Rottnest Island war.

Neue App zur Erkundung der Stadt

Den Sonntag verbuchte ich unter Häuslichkeit und Faulheit. Musste auch mal sein. Der Montag war nicht viel anders.

Auf Amazon Prime entdeckte ich jedoch die zweite Staffel von Upload. Ich weiß nicht wie lange sie schon zu sehen ist, jedenfalls habe ich sie jetzt erst entdeckt. Die erste Staffel sah ich schon vor weit über einem Jahr und es war eine der seltenen Serien an der ich dran blieb weil sie sehr schräg und lustig ist. Es geht um eine Firma die ein Verfahren entwickelt hat, das kurz vor dem Tod eines Menschen das ganze Ich uploaden kann und man lebt ewig virtuell weiter. Ich fand die erste Staffel höchst spannend und amüsant da sie als Comdey angelegt ist. Manche der Charaktere sind echt schräge Vögel. Ich werde mehr berichten wenn ich ein paar Episoden durch habe.

Den Dienstag fing ich mit einer sehr herbeigewünschten Schwimmrunde in der Badanstalt an. Anschließend setzte ich mich kurz ins Vis-à-vis um durch die Tageszeitung zu blättern. Ich fand einen Beitrag über eine neue AR App der Stadt Luxemburg und probierte sie aus. VdL-AR die es Android und Apple gibt, zeigt verschiedene Ecken der Stadt, wie sie früher aussahen im Vergleich zu heute. Man kann beide Bilder überlappen lassen und das sieht dann in etwa so aus:

Es ruckelt und wackelt, und es ist noch nicht 100 pro, aber man sieht wie das einmal werden soll.

Zwischendurch besuchte ich kurz eine Filmcrew die zur Zeit im Pfaffental dreht. Großes Hallo von allen Seiten. Ich werde sie die Tage noch einmal besuchen.

Für den Abend hatte sich die A. , die den ganzen Tag im Bürostuhl zugebracht hatte, was sie sehr hasst, ein Abendessen in der Skybar gewünscht. „Joëhëëël, gehst Du mihiiit?“ Ja natürlich gehe ich mit. Mein offizieller Name ist ja Joël von Gourmet & Verfressen.

Es wurde nicht sehr spät, denn die zwei Gläser Rosé während dem Essen lösten eine gewisse Bettschwere aus und ich lag früh in der Horizontalen.

Schwimmen & Nuit de la Culture in Lallange

Nach der Schwimmrunde am Morgen in der Badanstalt (ich zähle die Runden nie, das macht mich wahnsinnig, ich schaue auf die Uhr, es waren 30 min toujours durch) gab es einen Kaffee im Vis-à-vis auf der Terrasse in gleißender Sonne:

Ich brutzelte vor mich mich hin bis es mir dann doch zu heiß wurde.

Im Renert konnte man im Schatten sitzen und ich traf ein paar Bekannte und es wurde ein lustige Runde.

Am späten Nachmittag fuhr ich nach Esch ins Viertel Lallange in dem die nächste Nuit des Cultures stattfinden sollte. Ich hatte Glück und fand in einer Nebenstraße gleich einen Parkplatz.

Der Großteil des Geländes gleich neben dem Gymnasium ist aber eine gewaltige Baustelle.

Schön war das hier:

Ansonsten war das ganze diesmal sehr enttäuschend. Weniger von dem was geboten wurde, denn die Geschmäcker sind verschieden, sondern mehr von der Art und Weise wie es kommuniziert wurde. Insgesamt bringt die PR Anteilung es nicht fertig sich an die einfachsten Grundregeln zu halten. Es gibt die berühmten drei, bzw. vier W‘s. Wer, Was, Wann, Wo. Auf ihrer Internetseite steht Wer und Was. Das Wann und Wo der einzelnen Performances fehlte. Somit waren manche enttäuscht dass sie verschiedenes verpasst hatten, oder fanden den Ort nicht weil keiner von dem unzähligen Helfern (von denen mehr rumwuseln als Publikum) ihnen nicht genau sagen konnte wo es ist und schickten sie von einem Infostand zum nächsten.

Dem Fass den Boden aus schlug aber ein Wisch, den ich in die Hand gedrückt bekam mit der Info, dass es das KOMPLETTE Programm sei für die kommenden Tage. Ein schön desingtes Stück festes Papier mit einem einzigen von/bis Datum und einer Aufzählung von Namen. Das Was und Wo fehlte. Neben mir stand ein älteres Ehepaar die sich dem Flyer ratlos ansahen, weil sie keinen einzigen Namen kannten und ihn wahrscheinlich in die nächste Mülltonne warfen. Über den ökologischen Aspekt schriebe ich jetzt mal nichts, sonst wird das alles zu lang hier.

Esch2022, so kann das nicht weitergehen! Ihr habt noch ein halbes Jahr um das besser zu machen. Wann, Wer, Was und Wo! So schwierig kann das doch dich nicht sein. Wenn ich mir alle Infos immer in einem Suchspiel zusammenklauben muss, habe ich schon keine Lust mehr mir überhaupt etwas anzusehen. Und opfert keines der W‘s aufgrund einer graphisch hübsch aufgemachten Seite, Flyer oder was auch immer. Ich will keine durchgestylte Seite von GraphikerInnen sehen und von der eigentlichen Info fehlt immer die Hälfte, denn das scheint mir hier das größte Problem zu sein.

Beim Friseur

So sah das noch früh am Morgen aus:

Mit ein bisschen gutem Willen sieht man morgens, kurz nach 8:00, doch einigermaßen tageslichttauglich aus. Ich absolvierte die Vorstellung. Da alle noch ein wenig zerknittert und müde waren, gab es volle Musikdröhnung von Third World – Now That We Found Love. Und das zeigte Wirkung. (Letzter Link ist übrigens meine allererste Instastory)

Ich fuhr noch während der Vorstellung zurück, weil ich ENDLICH einen Termin beim Friseur hatte. Vier Wochen ohne Haareschneiden halte ich dann nur schwer aus, aber es ging aus terminlichen Gründen nicht anders. Und sah das im Vergleich zum Foto oben so aus:

Als ich dem Friseur J-P. eröffnete, dass ich das alles wieder ratzekurz will, sah ich die Enttäuschung in seinem Gesicht. „Du hast jetzt so lange durchgehalten. Warum willst du das gerade jetzt wieder kurz haben? Wo sie schön fallen und die Form dir auch richtig gut steht?“ Ich gab nach und ließ Vorderpartie lang.

Ich nahm den Mittagstisch im Renert mit. Scampis in einer Pernod Sauce mit Reis und Salat. Sehr sehr gut.

Ich schlenderte heimwärts und gönnte mir ein Nickerchen.

Wieder in Esch kam dann die zweite Vorstellung für dem Tag. (Ich finde das schon ein ziemliches Unding ein Theaterstück von diesem Ausmaß zweimal am Tag zu spielen… nun ja)

Eine Kollegin wiedergesehen, mit der ich mindestens fünf, wenn nicht mehr Jahre,nicht gearbeitet habe. Wir tauschten Erinnerungen aus. Erlebtes, trauriges wie lustiges. Und mir wurde wieder einmal bewusst, wie viel ich schon… Manchmal tut es gut zurückzuschauen und manchmal ist es auch… Ach lassen wir das.

Da es die letzte Vorstellung war, gab es noch einen Umtrunk und kurz vor Mitternacht fuhr ich heim.

In Esch

Ein angenehmer Tag den ich eigentlich mit einer Schwimmrunde beginnen wollte, doch das war nicht machbar, weil ich alles vorbereiten musste, wegen dem Panikanruf von gestern. Was tut man nicht alles für die lieben Kollegen… Aber andersrum bin auch ich heilfroh, wenn ich Panik an Bord habe und die Kollegen sind zur Stelle.

Zum Glück erinnerte ich mich an ein paar Dinge und nach ein paar Anrufen war alles geklärt und geregelt.

Am Nachmittag packte ich alles in dem Wagen und fuhr nach Esch-sur-Alzette. Doch als ich kurz nach 15:00 auf die Autobahn fuhr war dort schon Hochbetrieb. Ich brauchte fast 45 Minuten für eine Strecke bei ich sonst knappe 20 brauche. Ich hatte in weiser Voraussicht mehr als genug Zeit eingeplant und ich kam sehr früh an.

Es lief alles wie gewohnt am Schnürchen. Jeder hielt sich an die Zeitangaben. Während der Vorstellung setzte ich mich in der rue de l‘Alzette ins Casablanca aud die Terrasse und schrieb schon mal einen Teil vor.

Esch ist ja dieses Jahr, mit all den umliegenden Gemeinden, Kulturhauptstadt. Man merkt schon, dass hier mehr passiert als sonst. Aber ob es reicht die Stadt nachhaltig aus ihrem kulturellen Tiefschlaf zu reißen, werden wir Ende des Jahres sehen und nächstes Jahr. Ich bitte übrigens um Nachsicht hinsichtlich solcher Aussagen. Ich finde es ja höchst begrüßenswert dass auch hier endlich mal was geboten wird und nicht nur in der Hauptstadt. Ich bin halt nur skeptisch was die Nachhaltigkeit angeht und dass sich nichts verfestigen wird. Aber, keiner wird glücklicher sein als ich, wenn mich mein Gefühl täuschen sollte.

Nach der Vorstellung fuhr ich fix heim, denn am Freitag muss ich schon wieder spätestens um 8:00 Uhr hier sein.

Schwimmen & Scam

Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal in der Stadt im Schwimmbad war. Das müsste theoretisch an einem Wochenende in meinem Viertel gewesen sein. Ich müsste hier nachblättern. Aber seit das mit den Slots aufgehoben ist, ist wieder für mich mit meinem unregelmäßigen Lebensstil einfacher geworden, wieder schwimmen zu gehen. Da ich letzte Woche in St.Jean nicht konnte, weil es einfach zu kalt zum Schwimmen war, hole ich das jetzt nach.

Früher hatte ich ein Abo im Hotel Royal, was für mich ideal war, weil dort immer, auch an den heiligsten Feiertagen geöffnet war. Mit Covid wurde das zunichte gemacht und als das Hotel wieder öffnen konnte, wurde den Hotelgästen verständlicherweise den Vortritt gelassen.

Und so ging ich heute zum ersten mal seit sehr langer Zeit in die Badanstalt in der rue des Bains. Ich absolvierte meine 30 Minuten nonstop und fühlte mich wie neugeboren.

Es war ein sehr sommerlicher Tag.

Nach einem kurzen Besuch im Buchladen meines Vertrauens trat ich den Heimweg an.

Dann bekam ich eine Panik Sms von einem Projekt das ich vor fast anderthalb Jahren schon einmal betreut hatte. „Joel, bist du wieder im Lande? Wir brauchen dich ganz dringend!“ Also schmiss ich die Pläne für die nächsten beiden Tage um.

Am Abend ein tolles Video von Mark Rober, der sich mit den großen indischen Scam Callcentern angelegt hat.

***

Aaaah! Sie gab es hier auch!

Und zur Zeit habe ich eine Seife in der Dusche liegen, die genau so intensiv zitronig riecht, wie die Seifen früher.

Renert & Octave

Am Morgen wütete ich in der Wohnung und nahm alles in Angriff was liegengeblieben war. Da meine Putzhilfe immer noch krankgemeldet ist unf voraussichtlich erst Ende Mai, wahrscheinlich erst Anfang Juni zurückkehrt, muss ich halt ran. Das Gute daran dass sie eingestellt ist, ich bekomme ihren Ausfall von der Krankenkasse zurückerstattet und investierte den Betrag in ein Hemdabo der Wäscherei. Wäsche waschen geht ja noch, das mache ich auch sonst selbst, aber bügeln geht gar nicht! Im März 2020 als alles geschlossen war, zog ich nur Dinge an, die gar nicht gebügelt werden müssen. Ich schweife ab…

Gegen 14:00 war ich soweit fertig mit allem und wollte die Hemden aus dem Urlaub zur Wäscherei bringen, doch die hatte aus unerfindlichen Gründen am Nachmittag geschlossen. Also zog ich mit dem Wäschebeutel wieder heim, stellte ihn ab und ging in die Stadt.

Anmerkung an mich: heute war der erste Tag an dem ich dieses Jahr zum ersten Mal Shorts anhatte.

Ich setzte mich im Renert auf die Terrasse und fing an die letzten drei New Yorker zu lesen (die übrigens auch immer unregelmäßiger im Briefkasten landen) Unter anderem las ich verschiedene Kritiken über Theaterstücke die ich gerne sehen würde, wahrscheinlich aber nie werde, wie zum Beispiel Cyrano mit James McAvoy.

Ich war lange vertieft in die Magazine und verspürte irgendwann Hunger. Es gab im Renert die üblichen Kleinigkeiten. Doch man sagte mir, vom Mittagsmenü wäre auch noch eine Portion übrig. Die nahm ich dann auch.

Auf dem Heimweg ging ich an der gelle Fra vorbei wo dieses Jahr der Oktav Märtchen zu finden ist.

Der Märtchen war nie so richtig mein Glück. Er ist anders geworden. Es gibt inzwischen auch Karussells, was es sonst nie gab, den es sollte ja Kirmes sein. Den Markt gibt es ja nur wegen Der Marienwallfahrt und der Klerus hätte der Stadt sonst was gehustet. Inzwischen hat der Klerus andere Sorgen, denn es besucht fast kaum noch jemand die Wallfahrt selbst.

In der Woche in der ich nicht hier war, ist die Natur im Pertustal regelrecht explodiert. Das Foto gibt das saftige grün nur bedingt wieder.

Den Abend verbrachte ich mit ein paar Telefonaten und ging aber recht früh zu Bet

Europatag mit Hochsommer

Ich hatte mich schon gefragt warum letztes Jahr der Europatag so spurlos an mir vorbei gegangen war. Weil er an einem Sonntag war. Und immer wenn Feiertage die Luxemburg sind, die in den Nachbarländern nicht gefeiert werden, nehmen das sehr viele zu Anlass größere Shoppingtouren im Ausland zu unternehmen. Ich versuche das weitgehend nicht zu tun, aber ich machte diesmal eine Ausnahme.

Der J. der auch immer eifrig mitliest, hatte mich darum gebeten, ob wir nicht nach Trier fahren könnten. Er wäre weit über 10 Jahre nicht mehr dort gewesen. „Nichts leichter als das, antwortete Pigeldi Joël. Komm mit!“

Mir schwante Ungutes als wir hinfuhren, weil Trier mit absoluter Sicherheit in fester luxemburgischer Hand sein würde, und das in Sachen Parkplatz eine Herausforderung wird. Und obwohl ich gleich zu Anfang einen Dämpfer verpasst bekam (das Parkhaus meines Vertrauens vom Plaza Carré Hotel, das ein wenig teurer ist, dafür aber dafür immer freie Plätze hat, war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen!) hatten wir Glück und bekamen einen Platz in dem der Trier Galerie.

Und es war wie erwartet. Man hörte ÜBERALL Lëtzeburgesch. Wir begegneten auch einer ganzen Reihe von Bekannten. Ich nahm es zum Anlass ein paar Dinge für den Haushalt zu besorgen.

Es war richtig heiß in Trier und ich war zu warm angezogen. Ich fand noch ein schönes Blumenhemd bei Seidensticker, das ich in meiner Größe bestellte. Das wird im Juli zum Einsatz kommen.

Am späten Nachmittag fuhren wir zurück.

Am Abend traf ich noch die A. auf einen Absacker auf ihrem Balkon. Es war eine richtige lauschige Sommernacht. Doch wir machten beizeiten Schluss.

***

Die D. schickte mir gestern ein wunderschönes Foto von sich und dem M. bei Sonnenuntergang in St.Jean:

Ein Sonntag in der Alten Heimat

Ich hatte das schon zusammen mit dem B. gepalnt als ich noch in St. Jean war. Ich bestellte einen Tisch im Steak House. Es ist eines der gebeutelten Restaurants, das letztes Jahr die Überschwemmungen durchmachen musste. Inzischen ist es wieder geöffnet. Das Hotel das sich auch immer dort befand gibt es aber nicht mehr.

Manche Geschäfte haben sehr lange gebraucht um wieder zu öffnen. Andere haben das Handtuch geworfen und werden nie wieder öffnen.
Aber langsam ght es wieder bergauf.

Der B. und ich saßen lange im Steak House auf der Terrasse und wir erst wieder gegen 18:00 Uhr zurück

Unterhaltung am Abend: Der dritte Teil der Andy Warhol Doku auf Netflix. Sehr interessant, aber wie so oft bei Netflix fürchterlich in die Länge gezogen.

St.Jean-de-Luz: Letzter Tag

Der Tag der Rückreise ist immer etwas seltsam. Ganz besonders dieses mal, weil das Wetter nicht wirklich mitgespielt hat. Doch heute am Abreisetag war es so als ob St.Jean mir sagen wollte: „So, Joël, ich gebe heute nochmal alles was mir zur Verfügung steht, damit du mich gut in Erinnerung behältst und wiederkommst, gell?

Gateau Basque Geschmack und Honig von Ixasu
Biarritz
Luxemburg

St.Jean-de-Luz: Ruhiger Tag

Am Morgen ging es gleich los zum Markt, da ich bei Madam‘ gascar wegen Vanille vorbeisehen wollte. Ich habe in den letzten Jahren nur bei ihr die Vanille gekauft für meine Eisproduktion. Diesmal traute ich mich auch einmal eine andere Sorte zu probieren. Für gewöhnlich kaufe ich die von Madagascar. Diesmal nahm ich auch ein Päckchen von Tahiti mit, die schon vom Geruch her völlig anders riecht. Man kann auch bei ihr per Internet bestellen.

Später setzte ich mich in die Bar de la Marine und las Zeitung.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass ich es heute einmal wagen würde in die Fluten zu springen doch der kalte Wind machte das zunichte.

Am Abend waren wir bei dem S. und seiner Freundin L. eingeladen. Es gab hausgemachte Pizza und ich überfrass mich hoffnungslos.

Das war nur die Hälfte der Fladen. Es gab nochmal die gleiche Fuhre anders belegt. Ich war so pappsatt, dass ich gegen Mitternacht vom Nachbardorf Ciboure heimwärts schlich.

Das Bett ächzte als ich hineinfiel.

St.Jean-de-Luz: Ruhiger Tag

Am Morgen ging es gleich los zum Markt, da ich bei Madam‘ gascar wegen Vanille vorbeisehen wollte. Ich habe in den letzten Jahren nur bei ihr die Vanille gekauft für meine Eisproduktion. Diesmal traute ich mich auch einmal eine andere Sorte zu probieren. Für gewöhnlich kaufe ich die von Madagascar. Diesmal nahm ich auch ein Päckchen von Tahiti mit, die schon vom Geruch her völlig anders riecht. Man kann auch bei ihr per Internet bestellen.

Später setzte ich mich in die Bar de la Marine und las Zeitung.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass ich es heute einmal wagen würde in die Fluten zu springen doch der kalte Wind machte das zunichte.

Am Abend waren wir bei dem S. und seiner Freundin L. eingeladen. Es gab hausgemachte Pizza und ich überfrass mich hoffnungslos.

Das war nur die Hälfte der Fladen. Es gab nochmal die gleiche Fuhre anders belegt. Ich war so pappsatt, dass ich gegen Mitternacht vom Nachbardorf Ciboure heimwärts schlich.

Das Bett ächzte als ich hineinfiel.

St.Jean-de-Luz: Donostia

Ich habe dieses Mal absichtlich den zweiten Namen der Stadt in der Überschrift gewählt und nicht wie gewohnt, San Sebastian.

Als wir beizeiten in St.Jean am Morgen losfuhren, regnete es. Ich war schon lange nicht mehr selbst hingefahren. Die letzten paar Male hatten wir den Zug und anschließend die Trambahn genommen. Das geht genauso schnell, wenn nicht besser und das Parkplatzproblem entfällt. Das brachte aber auch mit sich, dass wir uns verfuhren und das Navi zu Hilfe holen mussten. San Se, wie die Franzosen es nennen, ist dann doch eine sehr viel größere Stadt als man denken mag.

In der Stadt selbst war es auch recht kühl. Doch es hinderte uns nicht daran unsere fast gewohnten Ecken aufzusuchen. Ich erstand ein paar neue sehr knallfarbene Schuhe.

Wir besuchten das San Telmo Museum in dem zur Zeit die Sonderausstellung von Eduardo Chillida im Dialog mit Jorge Oteiza läuft. Beide sind weltbekannte Kunstschaffende, Chillida weitaus mehr als Oteiza, von dem ich davor nichts kannte. Und diesmal war es völlig verboten irgendein Foto zu machen, somit kann ich nur auf die Homepage verweisen.

Es gab wie gewohnt im La Vina ein Stück Käsekuchen, den man unbedingt einmal gekostet haben muss. All die anderen Speisen kann man dort getrost weglassen. Dafür gibt es bessere Lokale.

In der Stadt hat man inzwischen die Vorzüge des Wildwuchses in Parks entdeckt und lässt bei den alten Pinien untenrum das Gestrüpp stehen. In den Breitengraden hier im Süden ergibt das eine wahre Blumenpracht, obwohl ich denke dass man da auch mit Flowerbomben ein wenig nachgeholfen hat. Schön sieht es allemal aus.

Am Stand gab es ein Künstler der sehr vergängliche Kunst zeigte.

Wieder zurück, ging es in Essentiel, das nebst dem Bidaian, eines meiner liebsten Restaurants von St.Jean ist. Das Kalbsbries als Vorspeise war hervorragend, der Steinbutt als Hauptgang ebenso und der Nachtisch ein kleines Kunstwerk:

***

Gesten lief daheim dann dann endlich mein erster Nachrichtenbeitrag. Zu finden hier ab 23:20.

St: Jean-de-Luz: Exte Nami

Ein Tag an dem die Sonne kaum hervor kam. Der Luftdruck war tief und das ergab Kopfschmerzen. Nun ja, das Phänomen „Under the Weather“ habe ich auch in Luxemburg.
Nach einer kleinen Wanderung durch die Stadt und dem Besuch der kleinen Ledergürtelladen, LaBelt. Es ist ein kleiner Familienbetrieb und es ist nicht ihr erster Laden. Ich erstand einen neuen Gürtel, der einen zehn Jahre lang getragenen ersetzten wird nicht ersetzen aber ergänzen wird. Stattdessen muss einen anderer schwarzer Gürtel gehen, den halbwegs aus Kunststoff bestand, mit einer Jeans zusammen kam und keine zwei Jahre hielt.

Im Buchladen Le 5ième Art wurde ich wie gewohnt fündig. Ich habe schon mehrfach in all meinen Besuchen hier über den Laden berichtet. Er ist wirklich nicht groß aber derart gut sortiert und aufgestellt, dass ich nie dort fortkomme ohne etwas gekauft zu haben.

Das Buch hier zog mich vor allem wegen seiner Bilderwucht an und es ist wieder einer dieser fetten Bücher, dass ich hoffentlich nicht bereue, wenn im Flughafen stehe und Koffer zu schwer ist.

Am Nachmittag war der Kopfschmerz immer noch nicht besser und ich verzog für ein längeres Nickerchen aufs Bett. Es genau die richtige Entscheidung, denn als ich erwachte fühlte ich mich wie neugeboren.

Für den Abend hatten wir einen Tisch im Exte Nami bestellt. Exte ist baskisch und bedeutet Haus. Nami kommt aus dem Japanischen und bedeutet Welle. Das Haus der Wellen. Gegründet wurde es schon 2017 und ich war auch schon einmal im Restaurant selbst, aber gegessen habe ich nie dort. Das holten wir nun gestern nach.
Ich lernte auch die Besitzerin kennen, die in Paris drei Restaurants auf einmal hatte, dort alles verkaufte und ans Meer zog. Mehr über sie Léna könnt ihr hier lesen.

Zudem gab ein Wiedersehen mit dem A., der seine kleinen Fischladen in Cambo aufgegeben hat und wieder in St. Jean ist.

Ich habe nicht alles abgelichtet aber die Speisen sind sensationell und völlig anders als das was man sonst in St. Jean bekommt. Das kleine Restaurant war übrigens rappelvoll. Einfach auf gut Glück hingehen kann sich als schwierig erweisen.

Als Absacker gab es Sake, der so gut war, dass versucht war eine Flasche davon zu kaufen, was ich aber nicht tat.

St.Jean-de-Luz: Markt & Bayonne

Noch ein Foto vom Tag davor. „Du hast eine schneeweiße Strähne in der Strin, das sieht sehr lustig aus“, sagte die D. Das sah so aus:

Die Zeit vergeht hier immer wie im Flug. Es ist schon Dienstag! Und das bedeutet Markt in St.Jean.

Wir machten allerlei Einkäufe für den Abend auch weil wir in der Wohnung essen wollten und nicht schon wieder im Restaurant.

Ich fand einen neuen kleinen Laden in der rue Gambetta, der Ledergürtel nach Maß macht und beschloss mir die nächsten Tage dort einen neuen machen zu lassen, weil die letzten die ich erworben hatte nicht mehr gut aussehen und noch aus der Zeit stammen, als ich die Fastenkuren am Bodensee machte. Also vor fast 10 Jahren.

Am Nachmittag fuhr ich allein nach Bayonne.

Das kleine Schokoladenkaffee Pascal hatte auch diesmal wieder geschlossen und ich konnte mich erinnern dass wir das letzte mal im Winter in einem kleinen Hotel, mitten im Zentrum ist, eine noch bessere heißbekamen. Also ging ich auch dorthin. Diesmal setze ich mich jedoch in den kleinen Patio.

Ich hatte bereits in einem Buchladen dieses weltbekannte Orwell Buch gefunden:

Ich fand in einem kleinen Bücherladen einen großen Klassiker in Comicform und fing an zu lesen. Ich denke nicht dass ich 1984 von Orwell vorstellen muss. Das letzte mal dass ich mit der Geschichte in Berührung kam war als ich mir den Film ansah. Er lief auf Arte oder 3sat. Ich hatte ihn beim seinem Erscheinen sogar im Kino gesehen. Übrigens einer der letzten Filme in der Richard Burton zu sehen ist.

Zurück in St.Jean ließen wir es sehr ruhig angehen. Es gab das mitgebrachte Abendessen vom Markt bestehend auch gefüllten Auberginen mit Schafshack und Reis.

Ich ging früh zu Bett.

St.Jean-de-Luz: Kunsthandwerk & Xistera

Ein Foto noch von Tag davor als ich das Meer ablichtete.

Ich verbrachte den Morgen mit Umbuchungen die sich alle als holperig erweisen sollten. Auch die D. hatte mit einer Lieferung zu kämpfen, die nicht ankam und fluchte. Je, ein Montagmorgen wie er im Buche steht.

Um wieder runterzukommen fuhren wir nach Biarritz und wanderten am Meer entlang.

Wir sahen uns eine Ausstellung in der Krypta der Kirche St.Eugenie an, in der keine kirchliche Objekte gezeigt werden, sondern richtige Kunstausstellungen stattfinden. Diesmal waren es die immer seltener geworden Kunsthandwerke.

An den Spazierstöcken sind Verzierungen angebracht und diese Kunst nennt man Makila, die ich gar nicht kannte. Das Metall das verwendet wird kann mitunter auch Gold sein und auch Edelsteine als Verzierung haben.

Wir gingen anschließend durch ein paar Straßen der Stadt die ich noch nicht kannte und fanden folgenden Laden bei den wirklicher jeder stehen blieb.

Abgeleitet von von den den Wörtern die im französischen mit -erie enden, (z.b. Patisserie) gibt es hier eine Nounourserie, ein Teddyladen. Ausnahmslos jeder verfiel in ein ‚Ooh‘ und ‚Aah wie süüüß‘ und man sah kleine Kinder mit leuchtenden Augen und der Ohnmacht nahe. Sogar ich war kurz davor ein Plüschhasen zu kaufen.

Wieder in St. Jean, ging es am Abend ins Xistera und das gleich zwei mal. Das Xistera ist das Korbgerät das man wie eine Art Handschuh trägt und mit dem Pelotte Basque gespielt wird:

Es gibt hier fast in jeder Stadt eine Bar oder Brasserie die diesen Namen trägt. In St. Jean gibt es sogar zwei Restaurants nebeneinander. Und so kam es dass wir gestern in drei Xisteras waren einmal in Biarritz und in St.Jean zum Apéro in dem einen bis in dem anderen unser Tisch fürs Abendessen frei wurde.

St.Jean-de-Luz: Ixasu & Ascain

Mein Lieblingsort in Frankreich hat mich wieder.

Zum Schwimmen ist es dann definitiv doch zu kalt.

Da wir für die kurze Woche in der ich hier bin, ein Auto gemietet haben, ging es am Morgen nach Icasu ein kleines Dorf ungefähr 30 Minuten von St.Jean entfernt. Die D. hatte baskische Hocker im Netz entdeckt von der Marke Alki. (Ja, ich weiß… Alki!) Und da sie über das Wochenende vom 1.Mai einen Lagerverkauf ab Werk hatten mit einem Rabatt von satten 30%, war es den Besuch wert. Und wir wurden sofort fündig. Zeigen werde ich sie hier nicht, aber ihr dürft euch gerne auf ihrer Seite umsehen. Sie haben wirklich sehr schöne und vor allem sehr hochwertige Möbel. Das fühlt man auch beim Anfassen.

Nachdem wir in der Pile d‘Assiettes ein kleines Mittagessen hatten, ging für den Kaffee hinüber zur Bar de la Marine.

Auf den Rückweg fand ich endlich den richtigen Winkel um dieses sehr schmale Haus am Meer abzulichten UND es gab das erste Bargeton Eis.

Mokka Sorbet

Ein wenig später ging es nach Ascain zu einem Konzert in die Kirche. Ascain liegt östlich von St. Jean und ist ein sehr malerisches Dörfchen. Eine gute Bekannte der D. trat dort mit ihrem Chor in der Kirche auf.

Es waren ein paar wenige liturgische Gesänge dabei. der Großteil war jedoch neu geschriebene Lieder für diesen Chor zum Großteil sogar auf Baskisch. Da es Laienchor war, waren auch die beiden ersten Lieder ganz leicht dissonant, aber als sie sich dann richtig warm gesungen hatten, wurde es sehr schön.

In Ascain gibt es auch ein paar sehr schöne Häuser wie dieses hier.

Wieder in St. Jean läutete die Uhr zum Apéro. Die D. hatte Lust sich im Grand Hotel auf eine der schönsten Terassen der Stadt zu setzten, weil direkt am Meer.

Wir blieben bis die Sonne fast entgültig hinter den Wolken verschwunden war.

Abendessen gab es in einer neuen Entdeckung der D. „Les Sables de Luz“. Innen wunderschön eingerichtet mit Alki Möbeln,

Und nach so viel Fresserei und Trinkerei ging ich noch eine Runde am Meer entlang und war dann mehr als reif für die Horizontale.

Eine Achterbahnfahrt

Dass ich für Donnerstag nichts geschrieben habe, kam daher, dass ich Freitag sehr früh rausmusste um rechtzeitig beim Sender zu sein und keine Zeit blieb, lange zu schreiben. Der Donnerstag hatte auch wenig Verblogbares zu bieten und das schlechte Gewissen blieb aus.

Am Freitag dann, wurde in das ‚Geheimnis‘ eingeführt einen Beitrag zusammenzuschneiden. Das ist letztendlich gar nicht so schwer doch man muss umdenken. Sequenzen des Interviews und die Einblendungen raussuchen, Text schreiben und einlesen. Alles muss eingetaktet werden und es geht um Sekunden. Dabei gibt es ein paar Regeln ob der Größe des Textes. Im Schneideraum selbst wird der Editor nur das zusammenschneiden was ich ihm vorgebe. Doch ich hatte mich an alle Regeln gehalten und im Schneidraum waren wir binnen einer halben Stunde fertig.
Das war schon mal ein Erfolgsgefühl wie ich es schon lange nicht mehr hatte.

Gleich im Anschluss ging es wieder bergab. Ich hatte vor über einem Monat schon Ersatz gesucht für zwei Vorstellungen, weil ich nächste Woche anderes zu tun habe. Dieser Ersatz rief an und teilte mir mit, dass der Schnelltest den sie aufgrund eines Verdachtes hatte, positiv ausgefallen war.
Ich sah all meine Pläne schon den Abgrund hinunter fallen. Wo bekäme ich jetzt noch so schnell Ersatz her? Ich durchlebte, was man in französisch „un mauvais quart d’heure“ nennt. Doch ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ein gewaltiges Netz hätte auf das ich zurückgreifen kann und ich hatte mal wieder Glück im Unglück.

Das bedeutete aber auch dass ich ein technisches Arbeitsblatt schreiben musste, was ich davor nicht getan hatte, denn der vorige Ersatz war eingearbeitet. Und so saß ich während der Mittagsstunde im Wëllem und schrieb das ganze Ding mit dem Smartphone, während ich zu Mittag aß. Gott sei dank hatte ich von alles Fotos gemacht.
Ein Stein fiel mir vom Herzen. Uff.

Am späten Abend dann, kurz bevor ich zu Bett ging fiel mir siedend heiß ein, dass ich da noch ein Event falsch eingetaktet hatte. Ich sollte mich langsam für solche Missgeschicke im Guinness Buch der Rekorde eintragen lassen. Ich setzte mich noch einmal an den Rechner und schaute wie ich das wieder hinbiegen kann. Es geht, aber es wird teuer werden. Mist. „Geschieht dir recht, dachte ich, wer nicht aufpasst muss zahlen!“

Ab morgen wird alles ganz anders. Versprochen.

Ladehemmung

Zwei Tage. Der Dienstag war gekrönt mit Regen, was mich von einem längeren Spaziergang abhielt.

Am Abend jedoch zog es mich und die A. ins Bovary. Dabei gab es etwas zu feiern. Die A. hat ein neues Gefährt bekommen. Und ich war der erste der mitfahren durfte. Sehr schön und der Wagen passt zu ihr.

***

Den Mittwoch begann ich mit einer im Kopf falschen Idee. Ich war fest davon überzeugt, dass am Abend keine Vorstellung wäre, bis ich zusammen mit der D. auf dem Weg nach Trier war und ich eine Sims bekam, die das anders sah. Huch! Also nix mit gemütlichen Abend auf dem Sofa.

Ich hatte den Wagen über Nacht nicht an die Steckdose gehängt und er war nur zu 78% voll. Das sollte auf jeden Fall reichen um nach Trier zu kommen und ich sah mich auf der App um wo ich ihn dort aufladen könnte. Man zeigte mir dem großen Parkplatz am Theater an mit sechs Ladestationen. Sehr gut! Das wäre es auch gewesen, wenn eine meiner Karten von der Ladestation angenommen worden wäre. Weder die luxemburgische noch die internationale Karte wurden angenommen. Also versuchte ich es mit den der App vom Betreiber der Ladestation die ich eigens dafür runterladen musste. UND DAS KLAPPTE AUCH NICHT!

Nach dem letzten Versuch, der ja eigentlich hätte klappen müssen, kam mir die Befürchtung, dass das Kabel beschädigt sei. Ich wollte das sofort daheim überprüfen. Derweil rechnete ich mir aus ob ich mit der verbleibenden Ladung zurück komme. Theoretisch ja. Es müsste reichen wenn ich nicht Vollgas auf der Autobahn gebe. Das tat ich dann auch und es klappte einwandfrei.

Ich erledigte meine Einkäufe in Trier und zu Mittag gab es Spargel in der Trier Brasserie.

Daheim schloss ich dann das Gefährt an die eigene Steckdose, was aber über ein anderes Kabel gemacht wird. Das klappte ohne Probleme.

Am Abend dann eine Vorstellung und erste Vorbereitungen zur Übergabe, der beiden letzten Vorstellungen, denn nächste Woche bin ich anderweitig beschäftigt.

Nach der Vorstellung fuhr ich zum großen Parkplatz der City Concorde wo ich den Wagen schon öfters aufgeladen hatte. Es klappte wie immer, also lag es nicht am Kabel oder an mir und den Ladekarten, sondern an der Station in Trier.

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Muss ich jetzt auch noch Mastodon? Ich weiß dass Elon Musk ist umstritten ist , aber das ist der Plumpaquatsch von Meta auch. Oder sollen/ können wir das alles unter ‚Aufreger des Tages‘ verbuchen?

Oder soll ich es handhaben wie hmbl?

Lawen4er fasst hier nochmal zusammen was ich auch schon gelesen hatte und mich ein wenig ratlos zurück lässt, ob es den Aufwand wert ist sich dort überhaupt anzumelden, weil dann erstmal gar nichts passiert.

Reportage & Interview

Ich mag heute gar nicht so kurz und knapp sein wie gestern und es brennt mit ein wenig unter den Fingernägeln mehr zu erzählen, aber es geht nicht. Ich könnte wohl und niemand würde es mir zum Vorwurf machen, aber es wäre wie ein schlechtes Omen.

Ich war sehr früh wach, wie überhaupt die letzten Tage und machte dann endlich all die häuslichen Dinge die schon gestern machen wollte, aber nicht tat. Zwischendurch schrieb ich schnell den Blogbeitrag den ich für heute als Doppeltag aufheben wollte, aber ich weiß dass mein zukünftiges Ich wieder den Kopf missmutig schütteln wird, wenn es das liest.

Am Nachmittag fuhr ich mit der D. los zu einem Termin in einer Galerie im Süden des Landes. Dort erwartete mich die Künstlerin die ausstellt und ein Kameramann. Ich machte meine erste richtige Reportage. Ich war ein klein wenig aufgeregt, doch da ich die Künstlerin kannte und die D. mit dabei war, lief es recht harmonisch ab.

Später fuhr ich noch zum Supermarkt meines Vertrauens und machte einen letzten Großeinkauf für diese Woche. Unter anderem sah ich sehr schönen Spargel.

Am Abend sah ich mir ein ein Interview auf Netflix an. Viola Davis hat ihre Biographie geschrieben und Oprah Winfrey hatte sie im Gespräch. Ich kenne Viola Davis seit ihrer grandiosen Rolle als Anwältin aus der Serie ‚How to get away with Murder‘. Schon damals dachte ich was für eine außerordentliche Darstellerin sie ist und ich wollte mehr über sie wissen. Nun hat sie alles aufgeschrieben und ihre Lebensgeschichte ist kein Zuckerschlecken.

Das Buch Finding Me erscheint weltweit heute.

Sonntag kurz und knapp

Viel gibt es für den Sonntag nicht zu berichten. Am Morgen trödelte ich herum, obwohl der Haushalt ein wenig Aufmerksamkeit gebraucht hätte doch die Faulheit siegte.

Am Nachmittag dann eine Vorstellung die kurz und knapp erledigt war.

Das Abendprogramm bestand unter anderem aus einem neuen Video von Caitlin Doughty. Zuerst dachte ich, dass sie mit neuen Theorien daherkommt über den Tod von JFK, aber nein. Sie erzählt die Geschichte aus der ihrer Totengräber Perspektive, mit alledem was damals völlig aus dem Ruder lief und wie großartig sich seine Frau Jacky verhalten hat, obwohl man ihr gewaltig zusetzte.

Baustelle & Premiere

Und um 7:00 hörte ich das Brummen der Laster

Gegen 9:00 waren sie dann schon vor meiner Haustür.

Das ließ mich hoffen, dass das ich den Wagen am Abend eventuell doch aus der Garage bekomme, weil ich am Abend davor keine Nerven hatte mir ein Parkplatz draußen zu suchen.

Ich machte mich auf die Suche nach Permierengeschenken. Wenn ich komplett ideenlos bin, mache ich für gewöhnlich keine. Eine Idee war schwarze Seifenstücke aus bestimmten Gründen, doch auf die Schnelle fand ich keine. Und lange Fahrten konnte ich keine machen weil, siehe oben. Bei Wanderscheid wurde ich fündig. Der Laden mit allen möglichen Landesprodukten hat immer irgendetwas, das passt.

Mittagstischen nebenan im Wëllem.

Ein Knaller! Scharf angebratene Mignons vom Schwein auf thailändische Art. Für mich ist Alain, der Koch aus dem Wëllem, zur Zeit DIE Adresse, wenn es um ein Tagesgericht geht, dass richtig lecker sein soll. Voraussetzung ist aber dass ihr Alain’s Faible für asiatische Küche mögt. Ich habe bis jetzt (aber auch schon davor, als er anderweitig arbeitete) noch nie etwas gegessen, das nicht schmeckt.

Und während ich dort saß und keine Begleitung hatte, hörte ich der 80er Jahre Playlist zu die über die Lautsprecher ging. Ich bin ja von der Generation, die die Songs alle miterlebt haben, als sie sich in den Hitparaden tummelten. Und so kamen wieder Erinnerungen hoch… nun ja. Ist euch schon aufgefallen, dass seit langem sehr viel mehr Songs aus den 80ern überall zu hören sind als das, was aktuell ist? Intersannterweise mögen auch die Teens und Twens die Songs zum Großteil lieber, als das aktuelle Zeug.

Was mir ebenfalls nicht entging waren die Gespräche der Nachbartische. Das Hauptthema an einem Tisch mit Deutschen, Luxembugern und Franzosen waren die Wahlen in Frankreich und die Angst, dass die rechtsradikale Le Pen das Rennen machen könnte. Es wäre zwar die erste Frau als französische Präsidentin, aber die Ideologie für die sie steht….nein, nein, und nochmals nein. Am Sonntagabend wissen wir mehr.

Heimweg durch den Park:

Am Abend dann eine Premiere, für mich die letzte der Saison. Ich machte einen Versuch aus der Garage zu fahren. Es klappte.

Die Premiere und die anschließende Feier verliefen reibungslos und es wurde nicht allzu spät.

Nachtrag: Hier noch der Link zur No Art Sendung von dieser Woche. Ich berichte über die grandiose Ausstellung The World of Music Video im der Völklinger Hütte.

Ein Wochenende mit Baustelle

Es geht wieder los! Juchuu!

Man hatte es schon durch eine Postwurfsendung angekündigt, dass Freitag und Samstag der komplette Belag der Straße erneuert werden soll. Durch die komplette Neuverlegungen der Strom-, Wasser-, Gas-. und Telekommunikationsleitungen, war die Straße zu einem Hoppelweg geworden, wobei ich das als gar nicht soooo schlimm empfand. Aber in Luxemburg muss halt alles quietscheneu gepflegt sein…

Darum kurvte ich am Abend durch die Nachbarstraßen um einen Parkplatz zu finden, weil ich sonst nicht mehr aus der Garage rausgekommen wäre.

Am Morgen dann eine sehr ungewöhnlich leere Straße.

Und gegen 7:30 ging das Geratter los.

Zwischendurch mussten dann ein paar wenige Autos abgeschleppt werden. Ein kleiner Smart vor meiner Tür wurde aufwendig mit Abschleppwagen abtransportiert.

Und so sah es dann am späten Vormittag aus. Ein völlig leere abgefräste Straße. Und so ein Panofoto hatte ich schon lange nicht mehr.

Morgen kommt dann der neue Belag drauf.

Aus dem Familienalbum 44

Heute möchte ich ein paar Fotos zeigen, die über die Jahre hinweg schon einmal im Blog zu sehen waren, aber nie im Familienalbum erschienen sind. Der Form halber setzte ich sie auch einmal hier ein, damit alles hübsch seine Ordnung hat.

Es sind alles Fotos aus den 80ern. Fangen wir mit den Ältesten an:

Diese Serie wurde im Fotostudio Macchus in der Alten Heimat geschossen. Es war eines der bekanntesten Studios aus Luxemburg und die Fotografin machte damals mit besten Porträts. Die Jacke und das Hemd waren meine, man glaubt es kaum, Alltagskleidung. Ich hatte just meine Lehre als Friseur begonnen und experimentierte an meinem Look. Der Grace Jones Haarschnitt war in Mode und ich war einer der seltenen der ihn wirklich tragen konnte, weil meine Haare das mitmachten. Ich kann mich noch erinnern dass ich lange stillhalten musste und der Spot im ersten und dritten Foto immer wieder neu eingestellt werden musste, damit der Lichtschein punktgenau die Haarspitzen trifft.

Diese beiden Fotos waren Kontaktabzüge eines Shootings von den ich dachte, dass es mich weiterbringen würde in Richtung Fotomodell. Für den Laufsteg war ich nicht groß genug, es fehlten genau 3 cm um die magischen 175 cm zu erreichen. Wenn ich mir sie heute ansehe, waren die Fotos zu gelbstichig und sehr schlecht ausgeleuchtet. Ich kann mich noch erinnern, dass der Fotograf mich im zweiten Bild immer mehr nach vorne rücken ließ, damit ich diese Schatten um die Augen bekomme. Aber es verstärkte auch massiv die Nasolabialfalte, die so ausgeprägt nicht war.

***

Ein paar Jahre später, da waren wir schon Anfang der 90er, hatte ich mir in den Kopf gesetzt blond zu werden. Während der Lehrjahre durfte ich es nicht, weil die Friseurmeisterin es nicht erlaubte. Doch jetzt konnte ich.

Das sind auch die beiden einzigen Fotos die ich habe aus der Zeit. Ich musste fast jeden Tag mit Silberschaum die Farbe „nachjustieren“ da ich sie nicht so weiß färben konnte wie ich mir das eigentlich gewünscht hätte. Es war ein ziemlicher Aufwand und ich hielt das nur wenige Monate durch.

Der neue Lesesessel

Er kam bereits am Dienstag und hat ein paar Monate gebraucht. Ich hatte Anfang Januar kurz erwähnt dass ich ihn geordert hatte. Jetzt ist er endlich da.
Entdeckt hatte ich ihn aber in Bayonne, Ende Dezember in einem Stressless Flag Store. Interessanterweise, hatte ich genau die Marke nie im Visier, weil ich mich noch zu gut die großen fürchterlichen Sessel meiner Tante erinnern konnte, von der gleichen Marke. Sie waren schwer wie Blei und ich hatte alle Mühe der Welt um sie zu entsorgen, denn kaufen wollte sie niemand.

Er steht im Wohnzimmerbereich aber so ganz zufrieden bin ich nicht mit seinem Platz . Ich muss wahrscheinlich ich ein paar Möbel rücken. Und eventuell eine zweite Meinung, wo er hin soll.

Der Rest vom Mittwoch war ein abarbeiten von Dingen auf der Strichliste. Alles habe ich nicht geschafft, der Rest folgt morgen und da ist auch ein Shoppingtrip in Trier fällig, den ich mir sparen könnte wenn es den hier ein paar Läden gäbe, die dringend nötig wären. So zum Beispiel eine richtig gut sortierte Drogerie, oder ein Haushaltswarengeschäft. Haushaltsdeko à la Butlers & Co. sowie Elektrohaushaltsapparate gibt es zu Hauf, aber sonstige Küchenutensilien sucht man vergebens.

Der Abend bestand aus Unverblogbarem und ich ging recht früh zu Bett.