Vom Hundersten ins Tausende und zurück

Meine Besucherzahlen im Blog dümpeln so dahin, seh ich grad. Die waren auch schon mal besser…

Ich bin so müde, dass ich weinen könnte, aber schlafen geht auch nicht. Wenn mir jemand jetzt eine unsagbar traurige Geschichte erzählen würde, würde ich mich zum Fenster rausschmeißen. Aber da es nur der erste Stock ist wird soviel auch nicht passieren, ne Querschnittlähmung allenfalls…

Theatervorstellung fast jeden Abend, dazwischen ungesundes Socializing, auf das ich gerne verzichten würde. Es gibt dazwischen auch welches von der gesunden Sorte, doch hält es dem anderen nicht die Waage. Das ist so ähnlich wie mit einem Korb voller gesunder Äpfel in dem ein Fauler versteckt ist…

Morgen habe einen faulen Apfel zu bewältigen…

Ich habe eben die Sendung Inas Nacht gesehen. Ina Müller ist eine Knallcharge, die ich bisweilen ganz lustig finde, nur heute war sie mir zu anstrengend, und ihren Gästen die sie eingeladen hatte, offensichtlich auch. Doch es gab einen Moment, da verstand ich ihre Aufregung. Sie hatte eine Band in der Show; Selig. Die gab es wie es scheint schon mal, brachen auseinander, und sind jetzt wieder zusammen. Hab ich alles nicht mitbekommen. Ist auch egal. Sie sangen „Wir werden uns wiedersehen“.

Und das Lied zog mir Hemd, Hose, Schuhe, alles aus. Es war, als hätte man bei mir auf den richtigen Knopf gedrückt, der jeglichen Widerstand weichen lässt und man steht nackt dar. Und dort im Fernsehen singt jemand aufs Wort genau was du fühlst, was du denkst, was dich berührt, und das nicht erst seit gestern.
Und ich dachte an all die, die ich mal geliebt habe, ob offen oder heimlich, an Menschen die ich nie wieder gesehen habe, seitdem ich sie aus den Augen verlor. Ich erinnerte mich an Gesichter, die keine Namen mehr haben, mit denen ich Wochen und Monate verbrachte, doch zurück blieben nur verschwommene Gefühle, Gerüche, Farben und Töne.

Und ich fühlte mich unendlich einsam…

Manchmal frage ich mich ob die Einsamkeit der Preis ist, den ich für meinen beruflichen Erfolge bezahle.

Ich höre… (2)

Jeder Mensch sollte einen Barman seines Vertrauens haben. Ich finde das irgendwie sehr wichtig. Man wird nicht nur auf den letzten Stand der weltweiten und lokalen Skandale gebracht, man bekommt auch wertvolle Tipps, so wie diesen hier:
Awdio ist eine ziemlich coole Sache. Dort kann man Clubbeats für alle Geschmacksrichtungen hören und das live aus allen dort registrierten Clubs, Bars und Restaurants der Welt. Interessant wenn man selbst eine private Party veranstaltet. So holt man sich live und kostenlos den DJ ins Haus. Ich höre zum Beispiel gerade was im Cat Club in Hollerich läuft. Der ist dort auch vertreten.

Ich höre…

Zur Zeit laufen mehrere Neuentdeckungen im Auto CD Player rauf und runter.

Georg Levin – Everything Must Change
In Berlin scheint der Herr ziemlich bekannt zu sein, zumal in der Clubbing Szene. Gute Laune mit offenem Cabrio Verdeck…

The XX -XX
Ein etwas seltsamer Name, wenn man ihn googlen will. Das Album, das den gleichen Namen hat wie die Band selbst, ist erstaunlich gut hörbar. Es erschien bereits letztes Jahr, aber ich habe erst jetzt entdeckt, demnach neu für mich. Punkt.
thexx.info

Grizzly Bear – Two Weeks
Ich habe schon einmal letztes Jahr auf diese Band hingewiesen und mir aus Begeisterung das ganze Album angeschafft, war dann aber enttäuscht, weil echt nur der Song Two Weeks etwas taugt.
Ich liebe ihn, und das nicht nur, weil ich auch Peugeot fahre und die das Lied in einer Werbung für den 5008 verwendet haben.

Goldfrapp – Head First
Nach dem letzten Album das ich absolut nicht mochte, verbreitet dieses richtig gute Laune.

Inborn

Eigentlich sollte ich schon längst im Bett liegen.
Die letzten beiden Tage waren so anstrengend wie schon lange nicht mehr.
Die Endproben von Escurial sind voll im Gange, (morgen ist Premiere) und dann mach ich noch so nebenbei ein Videodreh. (so nebenbei ist gut…)

In Rockband Inborn hat vor ein paar Tagen ihre erste CD herausgebracht und hatte ein Release Konzert in der Rockhall in Esch. Morgen ist der letzte Drehtag des Videos Trash is the new Glam, das man auf ihrer MySpace Seite hören kann. Zugegeben ihre Songs sind nicht mein Geschmack, aber das Video unter der Regie von Ayshea Halliwell wird klasse werden.
Hier ein kleines Behind the Scene Video, mit besten Grüßen von Cédric, Jeff, Ben und Max an all ihre Fans. Wenn das Video fertig gestellt ist lass ich es euch wissen.

Neulich im HELA Bitburg

Die A. (manche der Stammleser vom alten Blog kennen sie als die rüstige Rentnerin) war kürzlich bei HELA in Bitburg. Da das spontan gute Wetter sie dazu antrieb den Garten den alljährlichen Frühjahresputz zu unterziehen, fuhr sie diesbezüglich hin, um ein Spezialmittel zu kaufen, mit dem man das Moos auf den Steinplatten wirkungsvoll entfernen kann. Früher standen diese toxischen Produkte im Regal zur freien Bedienung. Heute sind sie, gemäß der gesetzlichen Vorschriften, unter Verschluss in einem Schrank.

Die A. stand nun an dem Schrank und wartete, dass ein Mitarbeiter den selbigen aufsperrt. Während geschlagenen fünfzehn Minuten tauchte niemand auf. Sie fing an die langen Gänge abzulaufen, aber es war kein Hela Verkäufer weit und breit zu sehen.  Während der Zeit hatten sich mittlerweile mehrere Kunden an dem Schrank versammelt. Es entstand eine Diskussion ob tollen Kundenberatung. Die A. verlor langsam die Geduld und eilte zur Kasse. Die Kassiererin versprach ihr dass sie jemand ausrufen würde. Also ging die A. zurück zum Schrank, doch es passierte nichts. Inzwischen hatte sie ein Stinkwut im Bauch und ging nochmal die Gänge ab, inzwischen schon mit dem Gedanken einen Mitarbeiter zu ermorden. Bei den Schrauben stand jemand im Blauman.
„Ah, endlich! Ich laufe jetzt schon seit geschlagenen fünfzehn Minuten durch den Baumarkt damit jemand bei den Unkrautvernichtungsmitteln den Schrank aufsperrt. Sie kommen jetzt mit oder lassen sofort jemand ausrufen!“, sagte die A. mit sehr scharfem Unterton.
Der Mann war sichtlich eingeschüchtert. „Entschuldigen sie, aber ich gehöre nicht zum Personal, ich bin ein Kunde wie Sie. Ich suche hier nur nach Schrauben,…“
Ob sich die A. beim Kunden entschuldigt hat, weiß sie nicht mehr. Sie machte auf dem Absatz kehrt und ging noch einmal die Gänge ab. Schließlich fand sie jemand in der hintersten Ecke des Baumarkt mit einem grünen HELA Kittel und eilte auf ihn zu.
„Wieso ist nicht ein einziger Verkäufer in diesem Saftladen zu finden der mir den Giftschrank aufsperrt? Sie kommen jetzt sofort mit.“ ,sagte die A. wütend.
Der HELA Mitarbeiter, war so erschrocken, dass er anfing zu stottern.
„Es ist Bbbb…etriebsversammlung und…“
„WAS? Und das am helllichten Nachmittag? Während den Öffnungszeiten? Und die Kunden müssen sehen wie sie klarkommen? Egal. Sie kommen jetzt mit und sperren mir diesen gottverdammten Schrank auf!“
„I..ch hhh..abe den Schlüssel nnn..icht. I..ch bbbin für diese Abteilung nicht zuständig.“
„Dann beschaffen sie sich den Schlüssel!“
Das ddd…darf ich nnn…nicht. Ich bbb…kkk…äme einen Verweis…“
Die A. platzte vor Wut.
„Wissen sie was, behalten sie ihren ganzen Krempel.“, sagte sie und schmiss alle anderen Artikel die sie ausgesucht hatte hin und verließ den Baumakrt.

Sie war nicht die Einzige die das tat.

Zug & Filmübung

Heute Bitztrip nach Paris.
Ich hatte extra die Cam mitgenommen. Aber in der selbst auferlegten Eile, und weil ich Paris eigentlich gar nicht so sehr mag, waren Motive irgendwie unauffindbar. Aus Langweile habe ich aus dem Zugfenster raus gefilmt. Das Teilstück in der der TGV mit seiner Höchstgeschwindigkeit fährt, ist landschaftlich todlangweilig. Mir kommt es manchmal so vor als ob ich durch ein Wurmloch fliege. Also habe ich ab Thionville gefilmt, wenn der Zug langsamer fährt.


Musik: Mindthing’s – Cold Water (cc Lizenz)

Thérèse

Thérèse wurde an einem Sonntag in Luxemburg im Stadtviertel Bonneweg geboren und kam als letzte vom fünf Kindern zur Welt. Sie hatte eine Schwester und drei Brüder. Thérèse wurde mitten im ersten Weltkrieg geboren, aber davon weiß sie nichts mehr. Sie wollte es zu etwas bringen im Leben. Eine gewisse Abenteuerlust hat sie immer verspürt. Sie machte das große Staatsexamen in Betriebswirtschaft. Anschließend arbeitete sie eine Weile als Zahnarzthelferin. Der Zahnarzt wollte sie mitnehmen zu einer Expedition nach Afrika um dort in einer Mission zu arbeiten. Doch Thérèses Vater ließ sie nicht gehen. Er war ein bodenständiger Schreiner, der seine Kinder lieber um sich sah, als dass sie weit fort wären in der wilden gefährlichen Welt. Man könnte ihnen etwas antun. Thérèse selbst sprach lange wehmütig davon dass sie nicht fort durfte, doch heute hat sie selbst die gleichen Ängste wenn eine ihrer Töchter oder Enkelkinder für längere Zeit wegfahren.

Wie sie ihren Mann kennengelernt hat weiß ich nicht genau. Es muss auf einem Fest gewesen sein. Emile war gute zwei Köpfe größer als sie und sah stattlich aus. Thérèse war seit jeher immer die Kleinste der Geschwister gewesen aber versuchte dies mit ihrer Unabhängigkeit und ihrem Aussehen wett zu machen. Sie trug lange bevor es eine Mode wurde, lange Hosen. Wenn man sie auf Fotos sieht mit ihren Geschwistern, kam sie immer etwas burschikos rüber.  Aber gerade das war ihr Charme und das schien auch Emile zu gefallen. Emile war Bäcker und stammte aus Beaufort, einem Dorf das durch seine Schlossruine bekannt ist. Sie heirateten und Thérèse zog mit Emile  kurze Zeit später nach Beaufort wo sie eine Bäckerei eröffneten. Thérèse war zu Anfang nicht glücklich dort. Sie war das Stadtleben gewöhnt und musste sich jetzt in einer kleinen Dorfgemeinde zurecht zu finden, in der sie als die „Grande Dame“ der Stadt angesehen wurde. Man beäugte sie misstrauisch, doch Thérèse setzte sich durch. Kurze Zeit später wurde sie Mutter. Oft erzählt sie, dass die Geburt der zweiten Tochter sie beinah das Leben gekostet hätte. Doch sie rappelte sich wieder auf und stand ein paar Wochen später wieder hinter der Theke und verkaufte Brot und andere Backwaren. Die zweite Tochter kam mitten im zweiten Weltkrieg zur Welt und es keine leichte Zeit.

Gegen Schluss des Krieges holte Hitler noch einmal zu einem letzten verzweifelten Schlag aus. Die Rundstedt-Offensive. Es traf auch die kleine Bäckersfamilie und sie mussten in der Nacht mit ein paar wenigen Habseligkeiten mit einem Karren nach Luxemburg zu Fuß fliehen. Sie wurden zwangsumgesiedelt. In Luxemburg wies man ihnen eine kleine Wohnung zu. Thérèse redet nicht gern von der Zeit, da sie große Angst hatte. Nach dem Krieg bekamen sie, wieder Zufall es wollte, eine Bäckerei in Bonneweg zugewiesen, und fingen dort noch einmal von vorne an.  Als die jüngste Tocher zehn Jahre alt war, verstarb Emile an einer Infektionskrankheit. Es war ein Schock für alle. Thérèse stand nun allein da, mit einem großen Bäckereibetrieb mit sechs Gesellen und Lehrlingen. Es blieb ihr nicht anderes übrig weiter zu machen. Sie führte den Betrieb noch ganze  zwei Jahre weiter, bis der Hauptgeselle sich dazu entschloss, eine eigene Bäckerei zu eröffnen.

Und somit fing Thérèse noch einmal von vorne an. Mit ihren zwei Töchtern übernahm sie eine Konfektionsboutique am anderen Ende der Stadt in Dommeldange. Sie hat nach Emile nie wieder geheiratet, was das Vorankommen nicht leichter machte. Eine alleinstehende  Frau mit zwei Kindern war damals wie heute kein Zuckerschlecken.  Doch sie krempelte die Ärmel hoch und die Boutique wurde ein Renner.  Sie organisierte große Modeschauen und machte den großen angesehenen Boutiquen in der Oberstadt Konkurrenz. Sie hatte die Boutique dreißig Jahre lang.  Als sie in Rente ging, kaufte sie sich ein Haus in Echternach, da dort ihre jüngste Tochter mit ihrem Mann und zwei Söhnen wohnte. Sie lebt heute noch dort.

Heute ist wieder Sonntag und es ist Thérèses Geburtstag. Sie wird 95.

Und Thérèse ist meine Großmutter.

Alles Gudds fir däin Geburtsdaag, Bomi.

Gorillaz – Plastic Beach

Seit dem Nachmittag läuft das neue und, so wurde es zumindest angekündigt, letzte Gorillaz Album „Plastic Beach“ im Hintergrund hier mit während ich arbeite. Zugegeben ich war nie ein richtig großer Fan der Cybergruppe, von der ja niemand so genau weiß wer da alles mitmischt. Wenn ich heute die Figuren in den Videos sehe, kommen sie mir ein wenig alt und verstaubt vor, nicht mehr in diese Zeit passend. Die Musik hat sich aber verändert. Sie ist orchestraler geworden, stellenweise leicht klassisch angehaucht.  Doch ist der Gorillaz Sound noch deutlich erkennbar, mit seinem Downbeat Tempo, bei dem man sich dem leichten anstrengungslosen Opa-Haedbangers nicht entziehen kann. Beim ersten Hinhören war ich weder himmelhochjauchzend noch zu Tode betrübt. Es plätschert so dahin, der orchstralen Gewaltigkeit zum Trotz. Gefallen tun mir nur zwei Titel, die im Ton und Beat an ihre Glanzzeit erinnern; Stylo und Superfast Jellyfish. Auch beim zweiten Hinhören ändert sich das nicht. Es bleiben die zwei Titel.
Der Rest ist Quaker mit Banane.

Gorillaz – Plastic Beach

Beim Aufräumen

Es gab mal ein Theaterstück das den gleichen Titel hat und vor gefühlten hundert Jahren im Kasemattentheater gespielt wurde. Ich war Inspizient und bereitete jeden Abend die Bühne vor die wie ein Schlachtfeld nach einer Party aussehen musste…ich schweife ab.

Beim Aufräumen entdeckte eine Altlast (obwohl Altlast…na ja) von 2009. Formspring.me heißt das Ding in dem man mir unendlich viele gescheite und blödsinnige Fragen stellen kann. Zu Anfang bekam ich eine Reihe Fragen, aber in den letzten Monatent ist es ruhig geworden. Ich habe die Maske wieder in Widgets integriert, so dass sie jetzt auf jeder Seite erscheinen, vielleicht kurbelt das das Fragenkarussell ja wieder an. *Das Konto wurde dem Killing Service geopfert .*

Dabei entdeckte ich eine Frage bei der ich keine Benachrichtigung bekam. (Übergründliche Spamfilter lassen grüßen) Und das von meinem Namensvetter Joel.

Was ist der wichtigste Gegenstand, den du besitzt?
Der wichtigste Gegenstand. Ich glaube ich besitze nichts das mir so wichtig wäre, dass ich nicht darauf verzichten könnte, obwohl ich ein sehr materialbezogener Mensch bin. Das was ich am meisten vermissen würde, würde man es mir wegnehmen, wäre das Arbeitsmaterial, das ich für meinen Beruf brauche. Ohne das wäre ich echt aufgeschmissen.
Handy?
Es gibt öffentliche Telefonzellen.
Mein Cabrio?
Es gibt öffentliche Verkehrsmittel.
Mein Pc oder mein Laptop?
Es gibt Internet Cafés.

Je mehr ich über mir wichtige Gegenstände nachdenke, es gibt für alles eine Alternative.

Wenn man mich aber fragen würde, was ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, würde meine Antwort eine Shopping Mal sein.

Kindesmissbrauch

Eigentlich wollte ich das Thema Kindesmissbrauch im Blog außen vor lassen, da sich eh schon genug darüber ausgelassen, und viel Öl ins Feuer geschüttet wird. Es fällt, mir zumindest, dann sehr schwer die Thematik aus einer gewissen Distanz zu betrachten, was aber von Nöten wäre.
Heute morgen sah ich diesbezüglich in 3sat eine Reportage über einen Text von Bodo Kirchhoff der bei Spiegel Online publiziert wurde, der mir offensichtlich entgangen ist.

Sprachloses Kind
Von Bodo Kirchhoff

Die Reportage vom schweizerischen Fernsehen, in der Bodo Kirchhoff von seinem eigenen Missbrauch als kleiner Junge erzählt, machte mich ratlos. Sie geht in eine völlig Denkrichtung, als die, die ich dafür in Anspruch nehmen würde, nämlich lösungsorientiert. Doch bevor ich mir eine Meinung über eine Meinung bildete, lass ich zuerst den Text. (Und das solltet ihr jetzt auch tun bevor ihr weiter lest.) Hier geht’s zum Text.

Ich bin missbraucht worden – ein Wort, das nicht viel taugt, das nicht weiterhilft, das nur die ganze Misere der Sprachlosigkeit zeigt.

Der ganze Sex-Sprachmüll hat die Sprachnot der Betroffenen nicht gelindert, im Gegenteil: Für die schlichte Wahrheit gab es jetzt gar keine Worte mehr. Und lieber behält man intimen Schmutz für sich, als ihn einer schmutzgierigen Welt auszusetzen, die sich nur respektlos erschüttert zeigt.

[…andererseits hat meine Sexualität bis heute etwas Verwahrlostes, einen Mangel an Verbindlichkeit, dem ich ständig sprachlich zu begegnen versuche.

Päderasten sind unbelehrbar, wie alle wirklich Liebenden. In diesem Punkt sind sie dumm, und dumm sind auch die beflissenen Aufarbeiter, wenn sie von damaligen Exzessen sprechen – was Exzesse sind, sollte man beim Marquis de Sade nachlesen. Was mir widerfahren ist, waren Doktorspiele, Ferkeleien, unausgegorener Sex, aber gepaart mit stummer Liebe, einem echten Begehren. Und wer begehrt, begehrt, ob Knabenlippen, die Hüften einer Frau oder das Leid des Gekreuzigten wie der Heilige Franziskus. Da ist jede Entschuldigung nur Theater; wir müssen uns schon selbst verzeihen (und auch selbst entschädigen).

Das sind nur einige Passagen, bei denen ich ratlos war. Ich kann zwar irgendwie nachvollziehen was er damit meint, doch am Ende steht keine Lösung. Und das bringt mich zum Schluss, dass er keine Lösung haben will. Er suhlt sich im eigenen Missbrauch ob der Sprachlosigkeit und der Wut zum Trotz. Und er ist nicht besser als die Welt die er anklagt mit ihrer „respektlosen Erschütterung“, denn er geht ja selbst damit an die Öffentlichkeit und fordert sie dazu heraus.

Ach, wahrscheinlich kann ich, mit meinem festgefahrenen Denkmuster und da mir so etwas nicht passiert ist, gar nicht beurteilen, wie das wirklich ist.
Aber das ist auch typisch für mich.

In eigener Sache

Am 14, 16, 20 und 21 April (leider nur vier mal) läuft eines der spannendsten Projekte für mich in diesem Jahr. Escurial von Michel de Ghelderode ist ein Theaterstück das eintaucht in die tiefen dunklen Fabelwelten des Mittelalters und deren ureigenen Gebräuche und Ängste. Regisseur ist Frédéric Frenay mit dem ich jetzt das dritte Mal zusammenarbeite und ich freue mich das ich es wieder bin dem er die Aufgabe der Maske zuteil werden lässt.

Ich habe heute die erste Durchlaufprobe gesehen und es ist vielversprechend.

Théâtre Municipal d’Esch
Escurial de Michel de Ghelderode

Soziale Netzwerke bei Stiftung Warentest

„Du gibst uns eine weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest“. Mit solchen Klauseln holen sich soziale Netzwerke wie das US-Portal die Erlaubnis, Nutzerdaten auch an Dritte weiterzugeben.

„Facebook, Myspace und Linkedin schränken die Rechte der Nutzer ein, räumen sich selbst aber weitreichende eigene ein, vor allem die Weitergabe der privaten Daten an Dritte“

Und sehr interessant ist auch diese Tabelle.
Den ganzen Artikel gibt es hier.

Via Netzwelt.de

Und wer jetzt wissen will wie man da raus kommt, klickt hier auf Account Killing Service. Facebook ist schon drin, LinkdIn und MySpace werden in Kürze folgen.

ICQ Konto löschen

Bei meinem neu angediehenen  Aktivismus alte Konten im Netz zu löschen, stolperte ich vorhin über fast 10 Jahre alte Chatprotokolle von ICQ auf einer externen Festpaltte.  Es kamen Erinnerungen an Leute hoch, die nie kennengelernt habe, mit denen ich aber über so ultraprivate Dinge geredet habe, dass es mir heute peinlich ist.

Es war das Zeitalter das Chats per ICQ und IRC und Newsgroups waren noch total angesagt.  Päderasten und Hacker denken sicher  mit Wehmut an diese Zeit zurück. Es erinnerte mich aber auch, als ich noch mit einem 56K Modem im Internet unterwegs war, das beim Einwählen diese irrwitzigen Piep- und Wasserfallgeräusche machte. Das Downloaden eines Freeware Programms dauerte Minuten, oft Stunden und man wusste diese kleinen exe. Dateien irgendwie mehr zu schätzen als heute.  Ich hatte mal ein Programm bei dem man einen Frosch im Mixer zum herumwirbeln brachte bis zum Exitus…. ich schweife ab.

Auf der Suche nach Antworten über ICQ fand ich recht viel Unerfreuliches. Ich selbst kann mich wage erinnern dass es mal sowas wie ein Löschvorgang im ICQ (3? oder 4?) gab. Inzwischen sind wir bei ICQ7 als Hauptprogramm mit einer Lite Version, einer webbasierten 2go Version und jeder Menge Apps für Mobiltelefone.

Auf der Wikipediaseite über ICQ steht auch jede Menge unerfreuliches. Und da fand ich dann klar und deutlich die Aussage:
It is not possible to cancel or delete an ICQ account.
Boing!
Das gilt übrigens auch für icqmail.

Eine andere Seite auf der ich soviel Unerfreuliches fand dass sich mir die Nackenhaare sträubten, ist das End User License Agreement oder auf deutsch Endbenutzer-Lizenzvereinbarung. Himmel, zu welchen haarsträubenden Vereinbarungen man sich doch früher hat hinreißen lassen.

Das Einzige was man tun kann, ist das ICQ Konto zur Karteileiche vermodern zu lassen. Hierzu logt man sich in sein Konto ein, auf Profil, dann auf Profil bearbeiten und klickt dort ganz unten folgenden Link:

Dann logt man sich noch bei ICQ 2Go ein löscht alle Freunde.

Und das wars, mehr kann man leider nicht tun. Die ICQ Nummer bleibt bestehen.

Fotoblog

Gestern entschloss ich mich dazu, wieder ein Fotoblog zu eröffnen.

Es sind, im Gegensatz zu meinem ersten Fotoblog, nicht explizit Fotos von und um Echternach, sondern Momentaufnahmen, Stimmungen, Ausschnitte und Einzelteile, mal nachbearbeitet, mal nicht, so wie ich gerade lustig bin.

Wem es gefällt: photo.joel.lu

Julie & Julia

Nachts kurz vor drei Uhr eine Filmkritik schreiben; ich frage mich ob ich das schon getan habe? Mir fällt die Zeit ein, in der ich live von den Filmfestspielen in Cannes berichtete und oft spät in der Nacht noch kurz und knappe Beiträge schrieb… ich schweife ab.

Was soll ich groß schreiben über den Film? Ich kaufte mir vor ein paar Tagen die DVD. Er ist nicht schlecht aber ich kann auch nicht sagen, dass er besonders herausragend ist. Der Teil, der in der heutigen Zeit spielt, unterliegt bei weitem dem der in den vierziger Jahren stattfindet. Eine echte Überraschung wäre, wenn Merryl Streep grottenschlecht wäre. Ist sie aber nicht. Sie ist brillant, wie immer. Sie ist „leider “ immer so gut, dass man ihr das nicht mal übel nehmen würde, wenn sie tatsächlich einmal eine Rolle in den Sand setzen würde.

Die Geschichte ist nicht weltbewegend, aber mir gab sie einen unglaublichen Schub, durch die Tatsache, dass Julie ein Blog schreibt. Ich glaube ich sollte mir den Film regelmäßig reinziehen, wenn ich mich die Schreibfaulheit befällt.

Deshalb auch nachts um drei ein Beitrag.

PS: Das Bild stammt vom Cover der DVD, auf der man klar und deutlich lesen kann, dass der Film in Deutschland keine Altersbeschränkung hat. Da ich aber im Film mehrfach Flüche hörte und auch einmal ein klares und deutliches „Fuck“, nebst heftigem Knutschen,  habe ich aus Neugierde bei IMDB die Altersfreigabe für die Staaten nachgeschaut.   Ab 13!!!! Jahre.
Pffff…Hypocrits!
Ich könnte mich immer wieder darüber aufregen, aber das ist ein anderes Thema.

Der Witz des Tages

Ich könnte den Joke jetzt hier hinschreiben, aber…nun ja,…eh…es ist eigentlich gar nicht sooo gut, und doch habe ich eben geschrien vor Lachen.

Seht selbst. Gleich zu Anfang. Da verstarb jemand….pffffffoohhuuhhhaha ha ha Ha Ha Ha HA HAAA!!!

Missmut am Morgen

Eben hörte ich im Radio eine Werbung für Milchprodukte und dazu den Link, laitfrais.lu . Ich habe die Seite mal durchforstet und war anschließend richtig fuchsig.

Meinetwegen bräuchte man gar keine Werbung für Milchprodukte zu machen, denn ich mochte sie seit jeher, bis… tja. bis…

Vor ungefähr anderthalb Jahren musste ich mich einer heftigen Antibiotika Kur unterziehen wegen einem Zahnproblem. Da ich nicht wollte, dass mein Leber und mein Magen zu sehr darunter leiden, aß ich täglich Joghurt, weil man ja davon behauptet, dass die Antibiotika dadurch weniger aggressiv seien. Das Resultat davon waren unerträgliche Magenkrämpfe und permanenter Durchfall. Ich schrieb diesen Umstand anfangs den Antibiotika zu. Doch als ich die Kur beendete, waren die Symptome immer noch da. Es brauchte sehr lange bis ich die Sache wieder im Griff hatte. Seitdem habe ich eine  Milchunverträglichkeit.
Zu Anfang war es sehr ungewohnt, da ich erst mal für mich nach Alternativen suchen musste. Ich stieg auf Soya und Reis Produkte um, sowie auf lactosefreie Produkte.
Ich probierte eine Reihe von Produkten aus. Am schlimmsten reagierte ich auf Joghurt mit Zusätzen wie Activia und Actimel. Die „normalen“ Joghurte konnte ich noch zu Anfang essen bis es auch damit vorbei war. Inzwischen ist alles tabu. Fehler mache ich aber immer noch weil es halt einfach ein Sachen gibt denen ich nur schwer widerstehen kann. So kaufte ich mir gestern eine Eclair mit Mokkacreme ohne lange zu überlegen und schon war es passiert…

Was mich nun an dieser laitfrais.lu Seite stört, ist dass mein Problem mit keinem Wort erwähnt wird.
Dabei ist es ein Phänomen das immer häufiger vorkommt. Damit der Körper Kuhmilch verdauen kann muss er ganz spezielles Enzym produzieren. Durch Untersuchungen wurde inzwischen festgestellt, dass die Laktosintoleranz ab einem gewissen Alter immer häufiger auftritt und sich Europa immer mehr verbreitet.

Diese Seite wird, vom Agrikulturministerium und der EU unterstützt bzw. gesponsert zum Sinn und Zweck die Milchwirtschaft anzukurbeln. Das mag edel und gut sein, aber wenn die grassierende Lactoseunverträglichkeit dabei nicht in Betracht gezogen wird, läuft meines Erachtens nach diese Werbung ins Leere. Es sollte vor allem auf die Gefahren dieser vermeidlich tollen Joghurte à la Actimel und Yakult hingewiesen werden. Denn ich bin überzeugt davon, dass eben diese Produkte zum Großteil zur späteren Unverträglichkeit beitragen und alles andere als gesund sind.

Ich habe den Beitrag  jetzt noch mal durchgelesen und er kommt mir ein wenig verworren vor. Ich werde ihn nochmal überarbeiten müssen, aber ich denke ihr habt verstanden was ich sagen will.  Links über die Untersuchungen und Recherchen werde ich auch dann hinzufügen.

The dark side of Facebook

Vor gar nicht allzu langer Zeit schreib ich etwas über ein Tool das sich Web 2.0 Suicide Machine nennt. Ein recht praktisches Tool, denn mit nur ein paar wenigen Klicks kann man sein Konto bei MySpace, Twitter und Facebook killen.

Facebook war aber  gar nicht damit einverstanden, dass man die kostbaren Daten von ihren Servern so einfach löschen kann.  Wenn man es als User per Hand macht, braucht es Stunden. Somit unternahm Facebook gerichtliche Schritte gegen die kleine Firma mit Sitz in Rotterdam und diese stellte ihren Service ein.  Den ganzen Presse Artikel darüber könnt ihr hier lesen.

Selbst als ich mich vor ein paar Wochen dazu entschloss bei Facebook auszutreten, ging das Tool schon nicht mehr. Ich finde es äußerst schade denn es sollte jedem selbst überlassen sein ob und wann man aus einem sozialen Netzwerk austreten will. Wenn es dafür ein Tool gibt das diesen Austritt erleichtert, so finde ich das nicht mehr als fair. Aber es lässt auch tief blicken in die Facebook Politik. Denn es beweist mir zumindest, dass die Kritiker von Facebook recht haben und nicht aus Jux immer wieder auf die Gefahren hinweisen. Facebook IST ein Datensammler!

Ich habe mich dazu entschlossen dem entgegen zu wirken und werde meinen kleinen bescheidenen Beitrag dazu leisten, in dem ich eine extra Seite erstellen werde, auf der man alle Infos dazu findet wie man bei Facebook und Co. rauskommt.  Denn die Links sind mitunter sehr versteckt und gar nicht so einfach zu finden.

Update: Die Seite steht! Bis jetzt sind Facebook und Twitter beschrieben. Es sollen aber noch mehr werden. MySpace, Freindster, Second Life, StudiVZ und und und… Ihr könnt mir gerne dabei helfen wenn ihr wollt. Als kleines Dankeschön werden DVD’s verschickt. Ihr dürft euch auch gerne des Buttons „Killing Facebook Twitter and Co.“  bedienen und ihn auf eure Homepage stellen.

2nd Update: Ich habe die Seite in Account Killing Service umbenannt und neben sozialen Netzwerken sind jetzt auch andere Seiten zu finden wie Yahoo & Co. Schaut immer mal wieder rein. Es kommen immer neue hinzu.

Ah ja?

Vorhin las ich im Channel Reviewer Forum folgendes:

Question:
What do you think about watching BBC content over the internet?
Is this a good or bad idea? Would you be willing to pay for this? Would you be comfortable watching TV in this way? Do you know how to do this? Have you done this before?

Eine der Antworten war:
Just give us access to BBC1 and BBC2 (not forgetting BBC3 and the ITV channels) as generously as you already are to cable viewers in Switzerland, Belgium, Holland and Luxemburg (precident already set so no backing away or feeble excuses possible !) and hey-presto no need for the worldwide BBC channels and no experiments with broadcasting (endless stream of repeats I presume)via the internet.

Ah ja?  Welcher Anbieter hier in Luxemburg hat die denn?

Meinung & Stricke

Es bisschen Befindlichkeitsbloggen gefällig?
Bitte schön.
Vor ein paar Jahren hatte ich kein Problem über Arbeiten zu schreiben, die ich nicht mochte, Theaterstücke oder Filme z.B., an denen ich beteiligt war und von denen ich nicht überzeugt war. Heute fällt es mir zusehends schwerer. Ich komme mir dabei wie ein Nestbeschmutzer vor.

Dabei stellte ich ich mir die Frage warum das so ist?
Weil ich inzwischen wesentlich bekannter bin als früher?
Weil der Altersbonus eigentlich keiner ist und man meine Meinung inzwischen ernst nimmt?
Weil man mir aus der eigenen Meinung einen Strick drehen könnte?
Weil ich daraus eine ausgewachsene Aversion gegen soziale Netzwerke entwickelt habe?

Zur Zeit arbeite ich an einem Stück in dem alles wie geschmiert läuft. Es ist in einem Theater in dem ich bisher nur zweimal kurz gearbeitet habe. Das aktuelle Stück ist im Grunde meine erste richtig große Arbeit für diese Gruppe. Ich konnte mich und meine Arbeit gut einbringen, alle Vorschläge und Kreationen wurden anstandslos angenommen. Es entstanden keinen peinlichen Momente zwecks der Bezahlung. Keiner der Schauspieler tanzt aus der Reihe oder hat gar ein Diva Syndrom. Das Stück selbst ist eher mittelmäßig und erinnert mich an ein Kessel Buntes. Auch die Regiearbeit ist nicht wirklich berauschend.
Eine wirkliche Herausforderung ist das Ganze nicht. Es ist kein Stück auf das ich stolz bin.

Früher hätte ich zu dem oberen Absatz noch explizit hingeschrieben, was für ein Theaterstück es ist und wo es läuft. (Es ist übrigens gar ich nicht so schwer herauszufinden) Aber heute würde ich das nicht mehr tun.

Man(n) muss nicht

Es gibt Dinge im Leben die muss ich nicht lernen und auch nicht unter allen Umständen wissen muss.
So z.B das hier:
Katheterisierungs-Simulator, männlich

Dieser Simulator besteht aus einem männlichen Unterleib und ermöglicht, den Druck und Widerstand zu erspüren, der von den Schleimhautfalten, den Bulbus urethrae und dem inneren Harnröhrensphinkter kurz vor dem Eintritt in die Blase ausgeht. Wenn der Katheter in die Blase eintritt, fließt künstlicher Urin (Wasser) durch den Katheter. Die richtige Positionierung und Bewegung des Penis während der Katheterisierung lässt sich einfach üben.

Für alle angehenden Ärzte, Krankenpfleger und Hardcorefetischisten: Das Ding kann man hier erwerben zum Schnäppchenpreis von 518.-€