L’Insolite

Einen kleinen Vorteil hat man als Blogger, wenn man tagebuchbloggt. Man wird zu Events eingeladen um darüber zu berichten.

Die zweite Ausgabe des Insolite war vorgestern. Ich hatte hier bereits über das erste Event berichtet.

Vom Konzept her ist es denkbar einfach. Man meldet sich bei der Agentur Angels zu  einem Event an, das an einem bestimmten Abend stattfindet. Dieser Abend variiert im Preis je nachdem was geboten wird. Man weiß aber nicht wo es stattfinden wird und was es ist und man erfährt es auch nicht bis man da ist. Es ist aber immer ein Ort an den man nicht so ohne weiteres hinkommt. Die einzige Bedingung war, dass wie chic angezogen sein sollten. Ich holte also eine Krawatte hervor.

Treffpunkt war beim Villeroy Schloß wo die Agentur auch ihren Sitz hat. Dort warteten, wie das letzte mal auch, eine Reihe von Limousinen in die man umsteigt. Lustigerweise ging es dann einmal quer durch die Stadt, und wenn ich es gewusst hätte, hätte mich die Limo auch an der Haustür abholen können, denn wir fuhren fast daran vorbei.

Ziel war der Fußball Platz Achille Hammerle im Viertel Verlorenkost. Der V.I.P. Raum (zumindest nannten wir ihn so) war komplett umgemodelt worden mit anderer Beleuchtung und Deko. Star des Abends war Cathy, die Barfrau, die schon mehrfach Preise weltweit für ihre Cocktails bekommen hat. Daneben waren auch drei Fussballer des „Racing“ zugegen. (Es sollen anscheinend Stars in der Branche sein. Wer mich kennt weiß, dass ich davon nicht geringste Ahnung habe…)

Doch das Essen was uns von House of Taste aufgetischt wurde war sehr gut.

 

Es gab ein Photobooth Apparat, bei dem keiner zu Anfang wusste, wie das Ding funktioniert. Es wurden drei Fotos hintereinander geschossen und dann ausgedruckt. Da das Ding die Fotos unangekündigt schoss, schaue  ich auf  allen Bildern etwas doof aus der Wäsche…nun ja. Nebst mir sind der J.-P. und der F. zu sehen.

 

Insolite

Ein schöner Abend. Die Überraschungsformel Insolite kann man bei Angels buchen. Sei es für eine private Party oder eine Betriebsfeier, alles ist machbar.

Und zum Abschluss ein Bild mit der Organisatorin Virginie (die einen Arm so lange wie ein Selfiestick hat um das Foto zu machen) auf den Fußballplatz.

Merci beaucoup!

Aus dem Familienalbum 2

Ryan Paris

Es gab mal eine Zeit (1983) in der RTL  jeden Mittwoch eine Sendung in einer Diskothek in Luxemburg aufnahm, die dann Samstags ausgestrahlt wurde. Sie hieß „Le Hit des Clubs“ und wurde im „Starlife“ aufgenommen. Vom Konzept her war die Sendung aufgebaut wie „Top of The Pops“ was aber kein Mensch hier kannte.

Man musste flink sein um Karten für die Show zu bekommen. Und dann hatte ich über Freunde eine ergattert. Ich war mächtig stolz und lag meinen Eltern ein endlos langes Wochenende in den Ohren, bis ich ich endlich gehen durfte. Dabei entstand das Foto oben. An die Namen der beiden Mädchen (sie waren in meiner Klasse) erinnere ich mich nicht mehr.

An dem Abend traten auf:  Jean-Jaques Goldmann der noch nicht wirklich bekannt war, eine holländische Teeny Band mit dem Namen The Shorts (Comment ça-va?) und der Herr oben auf dem Bild im grünlichen Sakko und Blumenhemd.

Mit Künstlernamen hieß er Ryan Paris kam aus Italien und war ein One-Hit-Wonder. Könnt ihr euch noch diesen Titel erinnern?

Postkarten

Während einer Signierstunde vorgestern Abend der Schriftstellerin Nathalie Ronvaux (hier im Blog besser bekannt unter die N.) in der Buchhandlung Alinéa, bei der sie ihr neuestes *Buch vorstellte, wurde ich anderweitig fündig. Ich war eigentlich anwesend um ihr beizustehen, weil N. solche Stunden nicht so besonders mag. Ihr Buch kaufen brauchte ich nicht, denn ich hatte es schon während den Walfer Büchertagen gekauft.

Ich fand etwas ganz anderes. Es  sieht aus wie ein kleines dickes Buch doch eigentlich ist eine Kiste mit Postkarten.

Wer schon etwas länger hier mitliest, weiß dass ich den New Yorker im Abo habe. Es sind in jeder Ausgabe immer wieder Artikel die mich umhauen. Verlinken kann ich sie leider nicht immer, da es sie nicht online gibt, sodern nur im Print.  Ich schätze die Zeitung aber auch für ihre Cover, die ausschließlich nur gemalt sind.

Das ist zum Beispiel eines der letzten Cover das ich vor ein paar Tagen im Briefkasten hatte.

Die Kiste beinhaltet 100 ihrer schönsten Cover im Postkartenformat von 1920 bis 2001.

Postkarten

Und als ich sie mir in aller Ruhe zu hause ansah, entschied ich mich dafür, mir beim New Yorker eines der Cover als gerahmtes Bild zu bestellen. Eine Idee die ich zum ersten Mal vor Jahren in München sah. Dort gab es eine Schaufensterdeko in einem großen Bekleidungsgeschäft die nur aus Winter- und Weihnachtscovern vom New Yorker bestand. Dabei stellt sich jetzt die allumfassende Frage: Welches Cover???

*Über das neue Buch von Nathalie „Subridere – Un aller simple“ werde ich schreiben wenn ich es gelesen habe.

Letzter Arbeitstag für dieses Jahr / Eine Weihnachtsfeier

Ja, gestern war mein letzter Arbeitstag für 2017. Und immer wenn ich aus einem Projekt komme das so riesig und zeitaufwendig war, ist der erste Tag danach wie schwarzes Loch in das ich versinke. Und so sitze ich hier am PC morgens gegen 10:00 Uhr, ungeduscht, die Haare noch nach Rauch riechend, aber dazu komme ich noch.

Rumpelstilzchen geht weiter. Es wird noch vier weitere Vorstellungen geben in Esch und in Ettelbruck aber erst ab Januar 2018. Jetzt wird erst mal alles in Angriff genommen, was die letzten Wochen liegen blieb.

Die to do Liste:

Brief an die Versicherung

Zur Reiseagentur fahren

Die FT*  für Rumpel fertig schreiben
(*FT heisst „Fiche technique“ und beinhaltet alle Daten und Fotos für das Stück die für die Maske relevant sind, wie Aufbau und Frisiertechniken jeder einzelnen Perücke, Schminkplan bzw. die Maskenzeiten für jeden Akteur, Anleitung zur Erstellung jeder einzelner Maske, und der Zeitplan der Umzüge hinter der Bühne. Das Stück dauert zwar nur 1 Stunde 20 Minuten, aber bei 16 Schauspielern wird das ein „Buch“ werden, das ich heute noch fertig schreiben muss.)

-Kündigungsbrief an die Verwaltung wegen dem Stellplatz in der Tiefgarage die ich bei der kleinen Wohnung angemietet hatte. Brauch ich nicht mehr, da die neue Wohnung eine eigene Garage hat.

Endabrechnung vom Material

***

Wie alle Jahre hatte die J. gestern wieder zu ihrem Pre Xmas geladen, eine Feier zu der ich letztes Jahr nicht konnte.  Doch dieses Jahr war es ganz besonders schön. Es gab wie immer einen ganzen Truthahn. Und fragt nicht wie sie dieses Vieh in den Ofen kriegt, doch er ist ihr noch jedes Jahr gelungen. Draußen auf der Terrasse brannte ein Feuer in einer Schale, so heimelig und schön dass ich öfters draußen am Feuer war als drinnen. Daher die oben erwähnten „geräucherten“ Haare.

Es waren wieder viele bekannte Gesichter da.

Jeder musste so ein „Ding“ am Kopf tragen. Es ist mir jedoch schleierhaft warum ich immer wieder Frida Kahlo genannt wurde. 😉

Und dann war da noch diese Mütze…

Aus dem Familienalbum 1

Es wird eine neue lockere Reihe werden mit Fotos aus dem Familienalbum. Fotos wie die im vorletzten Post die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Sie lagen in Kisten fest verpackt und obwohl ich genau wusste wo sie lagen, wollte ich sie nicht sehen. Doch die Zeit heilt die Wunden und die Trauer ist nicht mehr so schmerzhaft. Und heute kann ich sie mir wieder ansehen ohne dabei in ein tiefes Loch zu fallen.

Fangen wir mit einem Familienfoto mütterlicherseits an.

v.l.

Großvater Emile den ich nie gekannt habe und von dem es nur sehr wenige Fotos gibt.
Tante Gritty mit 7 Jahren.
Meine Mutter als Baby
Tante Gréidy
Großmutter Thérèse

Das Foto gehört zu einer Serie von vier Stück, denn da gab es noch den Fotografen selbst, der sich in folgendem Foto schnell per Selbstauslöser mit ins Bild stellte. Ich habe die beiden besten eingescannt, die anderen waren verwackelt.

Zwischen Tante Gritty und meiner Mutter: Onkel Nicolas dessen Hobby eine Zeit lang das Fotografieren war.

Rumpelstilzchen im Grand Théâtre

 

Ich hatte schon vor ein paar Wochen darüber berichtet dass Rumpelstilzchen in die heiße Phase geht und es deshalb hier etwas ruhiger wird.

Eine kleine Vorabreportage bei RTL gibt es hier zu sehen.

rumpel

Ich war zugegeben etwas erschrocken als ich die Reportage sah, wie wenig ich mich in letzter Zeit um mein eigenes Aussehen gekümmert habe. Dieser Bart Wildwuchs!!!!

Ein paar Fotos der Bühne und hinter Bühne von Kollegen/innen, die ich von deren Facebook oder Instagram Konten mit freundlicher Genehmigung entnommen habe.

Die Bühne vom Zuschauerraum aus.

 

Eine der zahlreichen Requisiten für die Party des Königs.

 

Das Kleid der „Widersacherin“ in der Schneiderei ausgebreitet auf dem Boden damit der Saum fertig genäht wird.

 

Die Müllerstocher (Eli Johannesdottir) mit einer der Perücken für den dritten Akt des Stückes, die aber durch eine andere ersetzt wurde.

Gestern Abend war Premiere…

Blond und Schwarz

Als ich letztens die Fotokisten durchwühlte fand ich die einzigen Aufnahmen von mir aus einer Zeit in der ich blond sein wollte.

***

Und dann hatte ich auch mal ein Shooting bei der ich diese und andere Fotos in einer Modell Agentur einreichte. Es wäre eh nur für Fotos gewesen, denn für den Laufsteg war ich zu klein.

Es kam aber nie ein Auftrag. Und wenn ich heute die Fotos sehe, weiß ich auch warum. Ich sah sehr androgyn aus und hatte zu viel Schminke drauf. Das war im damals noch sehr konservativen Luxemburg nicht gefragt.

Mein Vater

Vater

Angeregt durch einen Beitrag der Kaltmamsell, in dem sie ihre Leser aufforderte, doch mal was über ihre Großeltern zu schreiben, (dass habe ich aber schon vor Jahren getan, hier über Marie, hier über Thérèse)  dachte ich an meinem Vater der 1988 mit nur 52 Jahren verstarb. Heute, mir der größtmöglichen Distanz die kaum noch eine Emotion zulässt, kann ich über ihn schreiben.

Eines gleich vorweg. Vater und ich haben uns nie verstanden. Ich habe ihn zeitweise abgrundtief gehasst. Erst heute verstehe ich warum das so war. Doch brauchte es fast 30 Jahre dazu. Er war ein eingesperrter Freigeist, der es in seinem Leben nur einige wenige Male geschafft hat sich zu befreien. Das und seine Entwurzelung aus seiner Heimat Straßburg führten dazu, dass er in seinen letzten Jahren mehrfach in tiefe Depressionen fiel und letztendlich an einem Gehirntumor verstarb.

Mein Vater hatte keine schöne Kindheit. Großmutter Marie hatte den sehr viel älteren Großvater Camille spät geheiratet und es war nicht die beste Ehe. Marie war nicht dafür gemacht Kinder großzuziehen, zudem hatte sie sich ein Mädchen gewünscht. Als es ein Junge wurde, war die Enttäuschung groß. Die ersten Jahre zog sie meinen Vater wie ein Mädchen an. Auf den frühesten Fotos als Baby trägt er Röckchen und hat lange Haare mit bunten Schleifen. Im Sommer wenn es draußen warm war, ließ sie ihn im Garten allein spielen und band ihn mit einem Fuß an einen längere Schnur die an einem Pflock mitten in der Wiese befestigt war. Marie erzählte es einmal meiner anderen Großmutter Thérèse, die darüber völlig außer sich war. Diese sagte später immer, Marie hätte meinen Vater wie eine Ziege im Garten gehalten.

Der Großvater Camille war ein Arbeiter bei der französischen Bahn der sich über all die Jahre hinweg hochgearbeitet hatte, und er arbeitete in der obersten Verwaltung. Er war streng, sehr streng, und Vater wurde oft und viel verdroschen.Eine Erziehungsmaßnahme die er später auch bei mir anwendete. Doch war er der einzige Halt in seinem Leben, denn Großmutter konnte nichts mit ihm anfangen. Mit 12 Jahren wurde er ins Internat abgeschoben was in gewisser Weise seine Rettung war. Dort kümmerte man sich wenigstens um ihn.

Doch dann brach der zweite Weltkrieg aus. Er musste zurück nach hause. Am Ende des Krieges verstarb Großvater Camille und Marie stand plötzlich alleine da. Er konnte nicht mehr zurück ins Internat da die nötigen Mittel dafür nicht mehr vorhanden waren. Also wurde er von Marie losgeschickt um sich Arbeit zu suchen. Er begann als einfacher Handlanger und machte später den LKW Führerschein um dann mit schwerem Gerät durch ganz Frankreich zu fahren. Damals wurde noch in Frankreich nach Erdöl gebohrt und er fuhr die Bohrtürme an Ort und Stelle.

Das war das erste Mal dass er sich aus allem befreien konnte. Er schwärmte oft von diesen Jahren als LKW Fahrer und heute tut es mir leid dass ich nicht mehr zugehört habe, wenn er davon erzählte. Ich erinnere mich nur bruchstückhaft daran. Ich weiß dass er einen Kollegen hatte, der später im Jägertal ein kleines Hotel übernahm in dem wir einmal Urlaub machten. Ich berichtete im August davon.

Wer die Geschichte meiner Großmutter Marie gelesen hat, weiß wie es dazu kam dass mein Vater in Luxemburg landete und meine Mutter kennenlernte. Mutter war Krankenpflegerin in einem Kranken-und Altersheim, in dem meine Urgroßmutter bzw. seine Großmutter untergebracht war. Vater besuchte sie dort ab und an.

Als meine Mutter ihn zu hause vorstellte, stand er da mit zerrissener Hose und Hemd, was Großmutter Thérèse ein gewaltiger Dorn im Auge war. Damals hatte sie bereits das Konfektionsgeschäft und sie kleidete meinen Vater von oben bis unten neu ein. Irgendwie erfuhr mein Vater da zum ersten Mal was es bedeutet eine Familie zu haben die sich kümmert und für dich da ist.

Meine Eltern fanden beide dann eine Stelle in der neu eröffneten Nylon Fabrik in der ‚alten Heimat‘. Sie als Krankenschwester in der Sanitätstation, er als Wächter am Eingangstor. Es war 1965.

Da die U.S. Firma nach amerikanischem Modell aufgebaut war, die sich weitaus mehr um die Angestellten kümmerte als es in anderen luxemburgischen Großbetrieben der Fall war, gaben sie meinem Vater die Chance eine interne Ausbildung als Chemiker zu machen. Er nahm an und wurde Chemiker der die verschiedenen Nylonproben auf ihre Qualität untersuchte. Es war zudem an der Entwicklung neuer Stoffe beteiligt.

Noch im gleichen Jahr mieteten sie gemeinsam eine Wohnung in der ‚alten Heimat‘ und 1966 kam ich zur Welt.

Die Nylon Fabrik hatte damals von der Gemeinde ein riesiges Areal gekauft. Ein Teilstück davon  wurde mit einem Bauperimeter für Privathäuser und Wohnungen belegt. Dieses Areal wurde in einzelne Parzellen aufgeteilt und an die Arbeiter der Fabrik zu sehr günstigen Preisen weiterverkauft. Meine Eltern kauften sich ein solche Parzelle, auf der sie ein Haus bauten. 1970 zogen wir ein.

Ich kann nicht viele Einzelheiten von der Zeit erzählen, außer dass es wahrscheinlich die glücklichsten Jahre meines Vaters waren. Er war gefordert, konnte sich beweisen und es war eine Aufbruch- und Aufbaustimmung, wie es sie nie wieder danach gab. Es waren die Jahre in denen meine Eltern ihre Liebe für Korsika entdeckten, weil die Hochzeitsreise sie dorthin geführt hatte. Ich sollte noch viele Sommer dort verbringen…

***

Machen wir uns nichts vor. In einer Fabrik zu arbeiten, heißt Schichtdienst schieben. Die Wochen in denen mein Vater Nachtschicht hatte, waren schlimm. Wir mussten uns alle ruhig verhalten, denn er durfte ja nicht geweckt werden. Er schlief meistens bis in den Nachmittag hinein. Danach war er grantig.  Ein Satzkombi die es zu der Zeit, sehr oft zu hören gab, war:
-„Papa?“
-„Lass mich in Ruhe!“

Jetzt im Nachhinein verstehe ich es. Doch er konnte insgesamt nicht gut mit Kindern, weder mit mir oder meinem Bruder, noch mit anderen Kindern. Er kannte es ja selbst nicht anders.

Kinder spielen Streiche, toben rum, sind manchmal laut, und ab und an geht auch etwas zu Bruch oder kaputt. Die ultimative Waffe unserer Mutter war mein Vater. „Warte nur bis er nach Hause kommt!“ Und er schlug zu. Blaue und rote Striemen am Hintern vom Lederriemen waren nichts ungewöhnliches. Ohrfeigen, so fest, dass ich quer durchs Wohnzimmer taumelte auch nicht. Ganz schlimm waren die Tage an denen ich zur Strafe in mein Zimmer geschickt wurde, und Vater spät Abends nach der Schicht mich aus dem Bett zerrte und noch einmal verdrosch.
Es gab Wochen in denen ich mich schon als kleiner Knirps, fragte wann es denn endlich mal einen Tag geben würde an dem ich nicht weinen müsste.

Andererseits war Vater wie ein Kind. Sein Hobby war seine Modelleisenbahn. Keiner nicht einmal meine Mutter durfte sie anfassen. Er begründete dass immer damit, dass er als Kind nicht spielen durfte und eben jetzt seinen Spieltrieb auslebte. Insgesamt bastelte er gerne und werkelte am Haus herum. Es trieb meine Mutter jedoch bisweilen auf die Palme, den er fing tausend Sachen an, brachte aber nie etwas zum Abschluss.

Er gab dem Krieg und dem frühen Tod seines Vaters die Schuld, dass er nie einen anständigen Beruf erlernt hatte. Das wurde ihm 1979 zum Verhängnis. Die Nylonfabrik stellte die Produktion ein und die interne Ausbildung als Chemiker wurde in Luxemburg nicht anerkannt. Er fand eine Stelle bei einer Sicherheitsfirma als Wächter. Diese Firma wurde beauftragt die alten Gebäude der Nylonfabrik zu überwachen. Dort drehte er Tag und Nacht seine Runden über ein Gelände das einsam und verlassen war, jedoch ein Stück seine Geschichte, das aber zusehends verrottete.

Es war auch die Zeit in der zwischen ihm und mir gar nicht mehr funktionierte. Die Lösung dafür war simpel. Ich wurde in ein Internat verfrachtet. Es war eine Drohung die er immer wieder aussprach, bis sie Realität wurde. Doch Mutter hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Vater wollte unbedingt dass ich das Internat komme, in dem auch er gewesen war. Mutter besuchte mit mir das Institut St.Joseph, (das heute Collège Matzenheim heißt). Ich habe noch ganz vage Erinnerungen daran, dass es ein uralter Bau war, in dem die Pater das Regiment führten. Mutter wollte die Schlafsäle sehen, was man ihr aber nicht erlaubte. Das machte sie stutzig und somit war das Internat vom Tisch. Ich kam ins Don Bosco in Luxemburg.

Ab da wurde das Verhältnis zu meinem Vater besser, weil wir uns nur noch an den Wochenenden sahen. Die ewigen Streitereien und Auseinandersetzungen hörten auf. Ich war ja nur noch zu Besuch da. Aber wir hatten uns nichts zu erzählen. Es beschränkte sich auf’s Begrüßen und Auf Wiedersehen sagen. Ich machte auch nicht den geringsten Versuch es anders zu gestalten, denn es klappte einfach nicht. Wir lebten in zwei völlig verschiedenen Welten und keiner von uns beiden machte auch nur den Versuch die Welt des anderen zu verstehen.

Vater wurde krank. Die erste OP war die Entfernung der Gallenblase. Wir sind in den 80ern und es gab noch keine Mikrochirurgie. Dann kam die erste tiefe Depression mit der in die Neuropsychiatrie eingeliefert wurde. Wir sind noch immer in den 80ern und er wurde Eimerweise mit Psychopharmaka vollgepumpt, anstatt nach den Ursachen zu suchen. Es ging ein paar Jahre gut bis die zweite Depression, heftiger als die erste kam. Wir sind immer noch in den 80ern und der Neurologe setzte wieder voll auf Psychopharmaka. Es hatte ja schließlich beim ersten mal auch gut geklappt.

Warum kam keiner auf die Idee ihm eine psychologische Therapie anzubieten? Oder hatte er sie hatte abgelehnt?

Ich hatte derweil meine Lehre als Friseur begonnen, war nicht mehr im Internat und jeden Tag zuhause. Es kam wie es kommen musste. Vater und ich stritten uns, ein Wort gab das andere, bis wieder die ultimative Drohung ausgesprochen wurde. „Du musst dich nicht wundern, wenn eines Tages deine Koffer vor der Tür stehen.“ Doch kam ich ihm dieses Mal zuvor. „Du musst dich nicht bemühen, nächsten Monat ziehe ich sowieso aus“, entgegnete ich eiskalt. „Umso besser!“ war seine Antwort. Ich war 19.

In der Nacht hörte ich meine Mutter im Bett weinen.

Ich zog mit einer Freundin in eine WG und versuchte so gut es ging von alles von meinem Anfangsgehalt aus der Lehre zu finanzieren. Ich verdiente ganze 6600.- Francs pro Monat. (165€) das war damals schon sehr wenig und reichte hinten und vorne nicht. Doch von zuhaue wollte ich keinen Heller.

Ab da beschränkte sich unsere Kommunikation nur noch auf Hallo und Tschüss.

Vater wurde nach der zweiten Depression krankheitshalber in Rente geschickt. Doch sollte er diese nicht lange genießen können. Nach den zwei überstandenen Depressionen folgte dann der Gehirntumor.

Ich werde den ganzen Krankheitsverlauf nicht beschreiben. Ich war ja zu der Zeit nicht mehr zu hause und kenne das alles nur vom Hörensagen. Vater viel eines Tages im Februar ’88 einfach um und hatte etwas wie einen epileptischen Anfall. Als er wieder zu sich kam war sein Sprachzentrum gestört und man konnte nur noch raten war er sagen wollte. Bis Oktober 1988 schnitt man ihm drei mal die Schädeldecke auf und er wurde anschließend bestrahlt.

Anfang September 1988 hatte ich eine Reise nach Cannes in Frankreich geplant. Ich war gerade mit meiner Lehre fertig geworden und hatte mir insgeheim vorgenommen mir dort eine Arbeit zu suchen und nicht mehr zurück zu kommen. Ich wollte raus aus Luxemburg. Am Tag vor meiner Abreise fuhr ich zu meinem Elternhaus um Lebewohl zusagen.

Vater saß am Tisch wie ein kleines in sich zusammen gesunkenes Häufchen Elend. Als ich ihm Aufwiedesehen sagte, hatte er Tränen in den Augen. Er drückte mich ganz fest. „…Ppass…auf…dich!“ sagte mit unterdrückter Stimme. „Werd ich machen.“ sagt ich leise und strich ihm über dem Kopf. Es war eine Szene mich sehr verstörte.  Er musste da schon gewusst haben dass er mich nie wiedersehen würde, denn drei Wochen später verstarb er.

Was ich erst im Nachhinein erfahren habe war, dass meine Mutter zu dem Zeitpunkt schon lange wusste dass mit ihm zu Ende gehen würde, es aber niemandem erzählt hatte. Ich habe es ihr lange zum Vorwurf gemacht, denn sonst wäre ich wahrscheinlich geblieben.

Letztendlich ist er für mich immer ein großes Rätsel gewesen, das ich nie so ganz begriffen habe. Aber eines weiß ich mit Sicherheit. Er hat meine Mutter abgöttisch geliebt. Wenn er ihr Geschenke machte, zählte kein Preis und keine roten Zahlen auf dem Konto.

Den Tag des Begräbnisses könnt ihr bei Großmutter Marie nachlesen.

Wenn ich anfangs sagte dass es keine Emotionen mehr in mir weckt dann stimmt das nicht ganz. Ich habe volle drei Tage gebraucht um diesen Text zu schreiben.

Nachtrag: Ich hatte schon mal vor zwei Jahren angefangen etwas über ihn zu schreiben aber in in dieser Ausführlichkeit. Es war am Vatertag.

† Johnny Hallyday †

© Wikipedia

Es fing damit an an dass ich gestern morgen auf dem Weg ins benachbarte Ausland Radio hörte, und erfuhr dass Johnny Hallyday gestorben ist. In Frankreich wurde es ein nationaler Trauertag. Meine Mutter war heimlich verknallt in ihn. Und meinem Vater war es nur recht denn er, als Franzose, mochte ihn genau so. Er war das Idol einer ganzen Nation, aber irgendwie fühlte er sich nie unerreichbar an, im Gegenteil, er fühlte sich an wie ein Kumpel, dem man auf Augenhöhe begegnen konnte, wenn man ihm denn einmal begegnen würde. Ich weiß noch dass ich vor etlichen Jahren an einem Film arbeitete, in der wir in einer Szene einen Johnny Hallyday Imitator hatten. Seltsamerweise stelle sich bei ihm genau das gleich Gefühl ein. Johnny war ein Rockstar, vermittelte aber nie dieses Unerreichbare, das man von anderen Stars kennt. Er sang länger als ich alt bin und war Phänomen, das es so nicht noch einmal geben wird.

Ich mochte seine Balladen sehr. Ein Lied schwirrte mir dabei den ganzen Tag durch den Kopf. Quelque chose de Tennessee

Und wer ein ganzes Konzert von ihm sehen mag, auf YouTube fand ich eines seiner letzten Konzerte vom 16. März 2016 in voller Länge. Er war mit seinen damals 73 Jahren immer noch sehr fit und hatte immer noch diese Powerstimme.  Adieu, Johnny.

Kennt noch jemand Michel Oliver?

Er war der Lieblings Fernsehkoch meiner Mutter Anfang der 80er. Als ich vor kurzem über alte französische Kochsendungen berichtete, erwähnte ich in den Kommentaren auch Michel Oliver. Meine Mutter hatte von ihm die weltbeste Béarnaise und die weltbesten Waffeln. Beim Ausräumen des Hauses meiner Eltern fand ich die Niederschrift meiner Mutter nicht wieder. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Kochbuch von Oliver. Und siehe da:

Bei Amazon.fr wurde ich fündig! Und beide Rezepte sind drin!!!! Wenn sie demnächst zum Einsatz kommen gibt es Bilder und das Rezept, versprochen! (Ich sollte mir vielleicht ein Waffeleisen zulegen…)

In folgendem Video bereitet Oliver eine Neujahrs „Glückstorte“ zu, die unglaublich mächtig und für Anfang der 80er Jahre ungewöhnlich hoch  ist.

Fotos einer Woche

Da wäre zum Beispiel Freitag Abend, der erste Schnee über der Stadt.

Ich muss wohl nicht sagen dass ich nicht ‚amused‘ bin. Es wird mir die Arbeit und das hin und her fahren erschweren.

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Ich denke dass ich es jetzt langsam offiziell machen kann. Es gibt eine neue Bar in Luxemburg von der ich schon einmal kurz berichtet hatte im Rahmen einer anderen Veranstaltung. Damals sah es noch aus wie eine Baustelle.

Jetzt nicht mehr.

Das Rooftop befindet sich im Vorort Dommeldange auf dem Gelände des Habitare im vorderen Gebäude auf dem 2. Stockwerk.

Als ich gestern Abend aus der Probe kam war ich sehr müde weil ich den ganzen Tag gefahren war nach Trier und Saarbrücken eigentlich keine Gesellschaft mehr haben wollte. Doch irgend etwas zog mich dann doch ins Rooftop und ich sollte es nicht bereuen.

Die Küche ist seit ein paar Tagen endlich fertig und man kann dort auch speisen. Ich hatte Raclette seit langem mal wieder. Es waren ebenfalls ein paar Bekannte da und es wurde ein lustiger Abend.

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Wohnungsupdate: Bis auf die kleine Ottomane und die beiden Hocker in der Küche, sind jetzt alle bestellten Möbel da. Uff.  Und da ich keine richtige große Einweihungsparty mache, sondern die Bekannten und Freunde tröpfchenweise einlade, weil ich durch die neue Küche endlich wieder richtig Freude am Kochen habe, sind so im Durchschnitt einmal Woche Gäste da.

Letzten Sonntag waren die J. und die N. hier. Ich machte seit ewigen Zeiten mal wieder Coq au Vin nach dem Rezept von Simon Hopkinson, das für mich das Beste überhaupt ist. Es gibt ja viele die sich darüber streiten ob man Rotwein oder Weißwein nehmen soll. Ich persönlich bevorzuge Weißwein, wegen der Säure, die meiner Meinung nach das Fleisch noch zarter macht. Hopkinson löst das noch eleganter indem er Pinot Noir nimmt, ein Weißwein der aber eine Weile auf der Meische lag und somit die rote Farbe der Traubenhaut annimmt, obwohl der Saft an sich ja weiß ist.   Das Rezept von Simon Hopkinson gibt es hier.

Als Mitbringsel hatten die die J. und die N. unabgesprochen das gleiche mitgebracht. Tee.

Den Earl Grey von TWG (rosa Dose) kannte ich gar nicht. Im Gegensatz zu anderen Earl Grey’s ist hier nicht nur Bergamotte drin, sondern noch ein paar andere Zitrusfrüchte. Er erinnerte mich sehr an den Countess Grey von F&M der ja einer meiner absoluten Lieblinge ist. Mariage Frères (schwarze Dose) kannte ich vom Namen her. Der De-Stress Tea ist auf grüner Tee Basis und riecht schon mal hervorragend. Ich werde berichten wenn ich die erste Kanne aufgebrüht habe.

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Gestern Abend war das Ballett du Trocadero de Monté Carlo wieder im Großen Theater zu Gast. Sie waren schon mal vor drei Jahren an Silvester hier. Ich hatte sie aber damals verpasst.  Es ist nicht, wie man annehmen könnte, eine klassische Truppe aus Monté Carlo sondern aus New York. Das besondere daran ist, dass es nur Männer sind. Auch sämtliche Frauenparts werden von ihnen übernommen. Spitzentanz ist für alle kein Problem und technisch sind alle auf dem höchsten tänzerischen Niveau das man sich in klassischen Ballett vorstellen kann. Doch gerade dadurch können sie sich jede Menge Eigenheiten und Comic erlauben. Ich habe euch hier ein paar YouTube’s rausgesucht. Den strebenden Schwan habe ich gestern Abend gesehen.

Was die nächsten Wochen wichtig wird

An dem Projekt arbeite ich schon seit dem Spätsommer. Rumpelstilzchen. Und in den drei nächsten Wochen geht das Stück in heiße Phase, denn am 15. Dezember ist Premiere. Es ist mit das Größte was ich seit langem gemacht habe. Der Trailer kam gestern raus. Es wird wohlgemerkt KEIN Stück für Kleinkinder. Vom Großen Theater her ist es ab 10 Jahren empfohlen, meine Empfehlung wäre ab 12.

Wer Karten haben möchte: Hier geht’s zum Online Verkauf. Die Ticket Links stehen neben den Spieldaten.

Die letzten Tage: HDG , Wohnung und Paganini am Cello

Nein, den gewohnten Rhythmus in dem ich sonst blogge ist zur Zeit einfach nicht machbar. Ich bewundere andere Blogger wie Anke Gröner oder die Kaltmamsell, die das, komme was wolle, jeden Tag tun. Habs versucht, geht nicht. Deshalb gibt es Zusammenfassungen.

HDG. Eine Abkürzung die mir gestern Abend Kopfzerbrechen bereitete, weil ich nicht dahinter kam, für was sie steht. Als es mir dann einfiel, schämte ich mich. Ich war seit längerer Zeit mal wieder bei Aline und Clovisse im Hotel. Ich hatte mich spontan angemeldet, bekam jedoch sofort einen Tisch. Ich hatte schon einmal über das Hotel berichtet. Die Gerichte waren ausgezeichnet, wie immer. Ich saß an einem Tisch mit Blick auf die Bar, (Foto oben) als mir die drei kleinen Kakteen mit den Buchstaben auffielen. Die Initialen der beiden konnten es nicht sein. Die der drei Kellner vielleicht? Ich wollte schon fragen, als endlich de Groschen fiel. ‚Hostellerie du Grünewald’…

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Langsam fängt das Wohnzimmer an gemütlich zu werden. Gestern kamen zwei neue Zimmerpflanzen hinzu. Das Bild an der Wand links, kam letzte Woche.

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André Mergenthaler ist einer der bekanntesten Musiker aus Luxemburg, der schlichtweg in ALLEN Musikrichtungen zu hause ist. Sei es Klassik, Jazz, oder wie hier, knallharte Techno. Am Samstag fand ich ihn im Mercury als er zusammen mit Resident DJ dabei war, die Bude zu sprengen. Wenn André spielt ist er wie weggetreten und geht voll und ganz auf in seiner Musik. Paganini am Cello.

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Spruch der Woche:

Blogger unter sich

Manchmal treffe ich Arbeitskollegen, Bekannte und Freunde die weit weg wohnen, öfter im Jahr als die vor der eigenen Haustür. Geht eigentlich jedem so. Gestern lösten wir den Vorsatz ein uns dieses Jahr endlich kennenzulernen. So gerade haben wir es noch geschafft für dieses Jahr.

Blogger

Anouck.co ist Bloggerin in Luxemburg, schreibt auf Englisch und bloggt über alles was sie interessiert. Das sind Reisen, Makeup, Mode und, so wie ich, Restaurants. Zudem macht sie sehr gute Fotos. Ich ging mit ihr in mein zweites Esszimmer, das Annexe, das sie noch nicht kannte.

Wir sprachen über alles mögliche und auch über den Umstand wie man nach außen ihn auf Menschen wirkt, die einen nur über das Blog kennen und in wie fern sich das Bild von dem tatsächlichen Bild unterscheidet. Es war hochinteressant, da es eine Frage ist die mich seit meinen Bloggeranfängen beschäftigt. Wie gläsern will ich sein? Was gehört ins Blog und was nicht?

Wir aßen ein vorzügliches Mal. Da Anouck Vegetarier ist, war das Annexe genau richtig, denn sie haben den nebst den traditionellen Gerichten auch immer ein paar vegetarische Gerichte, was für klassische französische Restaurants bei weitem nicht immer der Fall ist.

Da wieder ein paar Gerichte auf der Karte gewechselt haben, probierte ich natürlich die neuen Sachen.

Da wäre die neue Veggie Vorspeise. zusammen hatten wir Blumenkohl Waffeln mit Pastinaken Confit

Anouck hatte ein Gemüse Curry mit Wildreis

Ich hatte ein Magret vom Lamm mit Morchelsoße und Auberginen Caviar. Der absolute Knaller.

Es war wie immer hervorragend lecker.

Schuhe, Klamotten & Co.

Und wenn wir schon, wie im Beitrag davor, uns mit Schönheit beschäftigen, dann lasst uns doch mal ein bisschen über die eigene Schönheit sinnieren. Das eigene Aussehen, das jeden von uns Tag für Tag beschäftigt und mit dem jeder so seine Probleme hat.

Ab und an erwähne ich Frau Modeste, die ich sehr regelmäßig lese, weil sie so verdammt gut schreiben kann, und noch gewaltigere Schachtelsätze produziert als ich. Sie fing vor kurzem wieder mit Journal Blogging an und stellte sich die Frage wann sie eigentlich diese tollen Schuhe mit 11 cm Absatz tragen soll die sie erworben hat.

Das erinnert mich an eine Zeit in der das Problem bei mir andersherum gelagert war. Es war Mitte der 80er und ich war in der Friseurlehre. Ich ging täglich zur Arbeit und war immer von Kopf bis Fuß zurechtgemacht, als wenn ich abends ausgehen würde. Es war noch zu einer Zeit in der man sich zum Weggehen richtig zurecht machte, von den Haarspitzen bis zu den Zehnnägel musste alles stimmen. Es geschah nicht aus einem Zwang heraus sondern weil ich das wollte, weil ich mir ein androgenes Image verpasst hatte, mit dem ich herumspielte und mal mehr mal weniger ausbaute.

David Bowie, Boy George und Grace Jones  und Duran Duran waren meine Vorbilder, meine Idole. Nicht so sehr ihre Musik (mit Ausnahme von Grace Jones deren Musik ich heute noch liebe) wie ihr Aussehen. Wenn ich dann zu einem größeren Event eingeladen war, konnte ich im Prinzip von der Arbeit aus direkt ohne großes Umziehen dorthin. Letztendlich wusste ich nie was ich bei diesen Gelegenheiten wirklich anziehen sollte, denn ausschweifender ging es kaum, oder ich wäre zum Kunstwerk mutiert.

Ihr glaubt mir nicht?

 Klamotten

 Klamotten

So oder so ähnlich sah ich jeden Tag aus. Das hieß aber auch mich jeden Tag selbst und meine Extravaganz auszuhalten und zu meinem Look, der sich sehr von der Masse abhob, zu stehen.

30 Jahre später bin ich ruhiger geworden. Und doch ziehe ich noch immer das an was mir Spaß macht, selbst wenn es sich von der Masse abhebt. Und das sogenannte „Aufbrezeln“ habe ich nicht verlernt.

 

Merken

Wenn Schönheit andere Wege geht

Heute reden wir mal über Schönheit und wie relativ der Begriff eigentlich ist.

Da ich mich ja tagtäglich damit beschäftige und mich regelmäßig informiere was es neues gibt, (und es gibt viel,… seeeehr viel) stoße ich auch bisweilen auf sehr seltsame Trends und bizarre Schönheitsideale. Nein, ich meine nicht irgendwelche Urvölker die tellergroße Lippen haben, sondern von Trends die in der modernen zivilisierten Welt entstehen.

Die beste Fundgrube für diese Dinge ist natürlich Instagram.  Vor eine Weile entdeckte ich dort eine neue gewagte Augenbrauen Form. Die wellige Augenbraue. Das geht natürlich nur mit sehr dünnen und feinen Härchen die sich in die wellige Form legen lassen. Der Trend wird sich aber nicht durchsetzen, denn eine Braue zu einer Welle geformt sieht aus, als ob man beständig Angst hat oder verzweifelt ist.

Schönheit

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Noch seltsamer ist dieser Trend; Nasenhaarverlängerung. (Obwohl ich inzwischen glaube, dass es ein Halloween Scherz war.)

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Noch viel seltsamer ist dieser neue Lippen Trend aus Thailand. Er nennt sich Krachap und geht eigentlich in die entgegensetzte Richtung dessen was man sonst in der westlichen Welt für schön hält. Die Lippen werden nicht aufgespritzt damit sie voller wirken, sondern auf eine ganz spezielle Art verkleinert.  Vor allem die Oberlippe wird in eine Art wellige ‚Herzform‘ verkleinert und wieder zusammengenäht. Die OP ist nicht ganz ungefährlich und es muss oft nachgebessert werden.

Interessanterweise fand ich darüber sehr viele Fotos und Beispiele, und dem Bartschatten nach, gibt auch sehr viele Männer die diese Prozedur über sich ergehen zu lassen. Wer mehr darüber wissen will schaut bei Dr. Apple auf Instgram vorbei.

Ein Schwank aus dem Leben, Verstauchungen und Cognac

Mir ist heute so nach „Schwank aus dem Leben“ zumute.

Hatte ich schon mal berichtet, dass ich mal eine Kinosendung im Radio moderierte? Es war in den Jahren 1995 und 1996. Es war zu einer Zeit in der das Monopol von RTL fiel. Plötzlich gab es einen Piratensender mit wesentlich besserer Musik. Und es stellte sich immer häufiger die Frage warum Luxemburg nur einen deutschen RTL Sender hat und stundenweise einen RTL Sender mit luxemburgischen Programm. Dann wurde das Gesetz gestimmt dass neue Frequenzen im UKW Bereich freigegeben werden für regionale und lokale Sender. Zudem sollte ein weiterer nationaler Sender kommen. Und plötzlich wurde die Radiolandschaft um einiges bunter als zuvor.

Die lokale Frequenz die für meine alte Heimatstadt vorgesehen war, wurde geordert und es wurde ein kleines Studio eingerichtet. Jeden Donnerstag Abend hatte ich eine Stunde lang Kinosendung. Ich hatte sogar von den Kinobetreibern einen Presseausweis bekommen, auf den ich mächtig stolz war, weil ich mir damit jeden Film für lau ansehen konnte und ich konnte damit auch zu Pressevorführungen. Kurze Zeit später ging es dann auch mit Cannes und den Filmfestspielen los…

Es war eine Übergangszeit in der ich noch immer, aber nicht mehr so richtig, meinen Beruf als Friseur ausübte und aber auch schon versuchte meine ersten Aufträge im Theater an Land zu ziehen.

Es war auch eine Zeit in der ich Kinokritiken am laufenden Meter produzierte. Es machte richtig Spaß und es war Gehirntraining pur.

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Ich hatte ja schon erzählt dass ich mich letzte Woche einmal quer über die Straße legte und mir dabei kräftigst den Fuß verstauchte. Nun gestern in der Nacht verstauchte ich mir die rechte Hand. Während ich schlief. Im Bett. Ich kann mich schemenhaft daran erinnern, dass ich kurz wegen einem stechenden Schmerz erwachte, dann aber wieder einschlief. Am Morgen dann tat die Hand höllisch weh.  Da das Gel das ich mit für den Fuß aus der Apotheke besorgt hatte, plötzlich unauffindbar war, plagte ich mich den ganzen Tag mit den stechenden Schmerz. Gestern Abend fand ich es dann…

Was will mir das Universum mit diesen Verstauchungen mitteilen?

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Es war für gestern gewaltiges Schmuddelwetter angesagt und das ist leider eine Prognose bei der sich die Meteorologen nie irren.  Ich hatte in Erwägung gezogen mit dem Wagen zur Abendprobe zu fahren, entschied mich dann aber doch dagegen. Fazit: Ich hatte mich richtig entschieden, denn die Stadt war so verstopft mit Autos und die Tiefgarage am Theater war mehr als proppenvoll.

Als ich dann später am Abend nach hause schlenderte (es regnete Gott sei Dank nicht mehr) fand ich diese Flasche Cognac in einem Schaufenster:

Zu Anfang dachte ich, das Preisschild wäre ein Fehler. Aber nein, die Flasche Louis XIII von Rémy Martin kostet tatsächlich 2200€. Dem Preis nach müsste er ja dann zu Zeiten von Louis XIII destilliert worden sein. Wieder falsch. Er ist „nur“ 100 Jahre alt. Und wenn man sich dann auf der Seite von Rémy Martin umsieht, ist es nicht mal die teuerste. Vermute ich zumindest, denn es gibt noch weitere  Tropfen die noch höher in den Himmel gelobt werden. Preise werden aber keine genannt.

 

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Was die letzten Tage wichtig war

Nein, ich bin noch nicht auf dem Punkt an dem ich letzte Spielzeit war, dass ich nur noch funktioniere und anschließend einen totalen Filmriss habe und nicht mehr weiß was ich getan habe. So geschehen im April…

Dieses Mal wird das anders sein. Durch die Weltreise wird es eine sehr kurze Spielzeit werden (oder zumindest eine mit einer gewaltigen Pause). Am 20.Januar geht es los.

Doch bis dahin steht mir noch einiges bevor. Ich befinde mich zur Zeit in den Endproben eines Stückes das ich vor Jahren schon als Film gesehen hatte, obwohl es ursprünglich ein Theaterstück ist.  ‚Tom auf dem Lande‘ wurde von Xavier Dolan verfilmt und hatte mich damals im Kino umgehauen. Als ich sah, dass es dieses Jahr auf dem Spielplan steht, nahm ich es sofort an obwohl ich da schon wusste, dass es mir wahrscheinlich zu viel werden würde. Letztendlich tut es mir nicht leid zugesagt zu haben, obwohl es jetzt gerade in den Endproben heftig ist, da ich ja auch schon am Weihnachtstück arbeite.

Deshalb ist es hier im Blog etwas ruhiger.

Vorgestern dachte ich noch nicht an die Jahresendzeitfeierlichkeiten, die mir ja seit ein paar Jahren zuwider sind. Doch dann sah ich das hier auf der Place de la Constitution:

Das Riesenrad wird für den Weihnachtsmarkt aufgebaut. Und die Bäume sind noch halbwegs grün… Als ich heute am an der Place d’Arme vorbei ging, war dort auch schon emsiges Treiben, denn die Holzhäuser wurden aufgebaut.

Gut dass ich vorgesorgt habe. Aber davon schreibe ich wenn es soweit ist.

Ein Allerheiligen Spaziergang 

Dieses Jahr wurde meine Bitte irgendwie erhört, denn bei Plaudereien über das Wetter, sage ich immer dass das schlechte Wetter sich ruhig Zeit lassen kann bis nach Allerheiligen. Es war traumhaft schönes Wetter heute.

Habt ihr Lust auf einen Spaziergang? Ich schon! Also los, kommt mit. Mein verstauchter Fuß ist noch nicht so ganz in Ordnung, aber das ignorieren wir jetzt mal. Außerdem wird ihm ein wenig Bewegung gut tun, denn immer wenn ich länger still sitze, schmerzt er mehr als davor.


Der Ausblick vom Wohnzimmer in einen strahlend blauen Himmel.

Ich werde euch heute mitnehmen durch die Parks der Stadt. Es gibt im Prinzip für jedes Viertel ein Park in der Stadt. (Mein Lieblingspark ist der Tony Nauman Am Limpertsberg von dem ich schon vor Jahren berichtet hatte.) Da ich aber am östlichsten Zipfel von Belair wohne ist der eigentliche Park Belair etwas weiter entfernt. Die Parks die sich einmal quasi rund um das Zentrum schlänglen sind jedoch gleich nebenan.

Es gibt deren vier Stück die sich aneinanderreihen jeweils durchkreuzt von drei Avenues. Der südlichste geht am Boulevard Marie-Thérèse los und ist der zweitkleinste. Es war früher mal der Park mit dem großen Spielplatz. Dort brach ich mir im zarten Alter von 6 Jahren den vorderen Schneidezahn. Leider war es kein Milchzahn mehr, und lief jahrelang mit einer Zahnlücke herum.

Als die Tiefgarage der Avenue Monterey gebaut wurde, verschwand der Spielplatz und der Park wurde zum ebenfalls erneuert mit einem Teich, Wasserfall und Fontaine.


Oberhalb der Avenue Monterey befindet sich der Park in der wohl im Ausland am bekanntesten sein dürfte durch die Villa Louvigny. Der Spielplatz des unteren Parks ebenfalls zog dorthin um.

In der Villa Louvigny begann einst die legende von RTL

Dieser Hintereingang war früher der Artisteneingang und ich stand mit 13/14 Jahren oft dort und holte mir Autogramme.  Heute befindet sich dort noch immer der Saal des Philharmonie Orchesters (das früher RTL Orchester hieß) und es teilt sich den Bau mit dem Gesunheitsministirium.

Der kleine Pavillon stand früher auch im unteren Park und wurde aber nach anfänglicher großer Empörung wieder beim Spielplatz errichtet .

Über die Avenue Émile Reuter hinweg gelangt man dann in der größten der Parks in dem es meiner Meinung nach drei Abschnitte gibt. Die Villa Vauban, den Amalia Teil, und die Königswiese.

In der Villa Vauban war ich ja erst kürzlich zur Museumsnacht. Hier findet man Fotos der Villa. Der Zentaurus der gleich neben der Villa in einer verlassenen Ecke steht, stand früher am Kapuzinertheater, wo er viel besser zu sehen war und besser beachtet.

Gleich neben der Villa ist diese Laube zu finden.

Die Statue der Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach. Neben hier stehen zwei Mammutbäume.

Die Königswiese von der man jetzt schöne Fotos machen kann, da sie nicht mehr voller Mülleimer steht wie im Sommer. Es gibt noch andere kleine Sehenswürdigkeiten in dem Park, z.B die Gedenktafeln der Fahrradfahrer, die hier erwähnt werden.

Dann geht es weiter über die Avenue Pescatore in den kleinsten der Parks. Er trägt den gleichen Namen wie die Avenue.

Hier sind einige der Bänke etwas höher und speziell für Senioren gestaltet, da sich gleich nebenan das Seniorenheim Pescatore befindet.  Am obersten Ende der Parks sieht man über das Pfaffental hinüber auf den Kirchberg.

Hier befindet sich auch der Aufzug den ich schon hier beschrieben hatte.

Der neue Pfaffental Bahnhof mit angeschlossener Drahtseilbahn nimmt immer mehr Gestalt an und soll nächstes Jahr fertig sein. Hier sieht man ihn unterhalb der roten Brücke.

Und dann habe ich noch eine Frage: Im Pescatroe Park fand ich diesen Baum. Was sind das für Beeren? Er trägt kaum noch Blätter aber die Vögel rühren die Beeren nicht an.

Mein Knöchel zwickt noch immer nach der Bauchlandung am Sonntag in Kaiserslautern und für den Rückweg nahm ich den Bus. Ich hoffe der Spaziergang hat euch gefallen.

 

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Die Kapselmaschine für Wein

Eigentlich verrate ich in der Überschrift schon um was es geht, und ich hätte auch längst schon darüber geschrieben, wenn mir Kaiserslautern nicht dazwischen gekommen wäre. Doch jedes mal wenn ich das Foto (unten) sehe, regt es mich auf. Dabei hörte es sich zu Anfang vielversprechend an, bis zu dem Moment an dem dem ich hinter die Chose sah. Aber der Reihe nach…

Ich bekam vor zwei Wochen eine Mail von der N. in der sie ganz aufgeregt über ein neues Projekt redete das sie zusammen mit dem B., einem Bildhauer und Maler gemachte hätte. Die Präsentation wäre im Cercle Münster, ein privat Club. Ich sagte sofort zu, da ich neugierig war, nicht allein auf das Projekt der beiden, sondern auch auf den Club, an dem ich sehr oft vorbei gehe aber noch nie betreten habe, weil ich kein Mitglied bin und auch niemanden kenne der Mitglied ist.
Die N. hatte schon einmal davor mit dem B. für eine limitierte Auflage an Serigraphien gearbeitet für die sie lyrische Texte geschrieben hatte. Dieses Mal war es ein Auftrag in Zusammenarbeit mit dem Weingut La Croste aus Frankreich, das in Luxemburg sehr bekannt ist, da der großherzogliche Prinz Felix (der jüngere Bruder vom Kronprinzen) dort eingeheiratet hat. Ich dachte noch, „Uiiii…diesmal hat die N. ein größeres Los gezogen.“

Auf der Einladung stand ‚Tenue de Ville‘, was bedeutet, dass man Krawatte tragen sollte. Wir fanden uns alle gegen 18:30 dort ein. Der Cercle Münster ist sehr klassisch ausgestattet und es erinnerte mich ein wenig an das Oro e Argento, das ja eines Lieblingsrestaurants ist.  Jeder war gespannt ob Prinz Felix auch da sein würde, doch er war leider verhindert. Als ich dann den Koffer sah, für den der B. die Zeichnung und die N. den Text entworfen hatte, wurde ich stutzig.

Was hier so schön in der Holzschatulle ausgestellt zu sehen ist, sind drei kleine Flaschen mit einem Fassungsvermögen von 0,1L pro Flasche. Jeweils ein Rotwein, Weißwein und Roséwein. Doch dann erklärte man mir dass es sich um Flaschen handelt, zu denen eigentlich noch eine Maschine gehört.

Diese Maschine mit Namen 10-Vins ist eine Art Nespresso Maschine für Wein. Oben im Flaschenhals befindet sich ein Chip auf dem vermerkt ist wie der Wein temperiert und ‚gelüftet‘ sein soll. Die Maschine stellt sich dann automatisch ein und schenkt dann das Glas Wein so aus, wie auf dem Chip der Flasche gewünscht.  Für stolze 890 € ist die Maschine zu haben. Es gibt bereits eine große Auswahl an Weinen aus aller Welt die bei diesem … Unfug mitmachen.

Ganz ehrlich, gehts noch?  Kapselkaffee ist schon eine unmögliche Ressourcen Verschwendung, muss es jetzt auch noch für Wein sein? Produzieren wir nicht schon mehr als genug Abfall? Zudem wenn man den Preis für diese kleinen Flaschen hochrechnet, ergibt das einen stattlichen Preis für eine ganze Flasche.

Aber zumindest habe ich den legendären Privatclub einmal von innen gesehen. Und ein Foto konnte ich mir in dem großen Salon nicht verkneifen :

Drei Tage Kaiserslautern


Ich hatte im Mai schon einmal von dem Theaterstück Ashcan berichtet. Es war damals schon klar, dass es weitere Vorstellungen geben sollte, in Kaiserslautern.  Doch war auch klar, dass ich nur eine Übergabe machen sollte. Das war dann plötzlich nicht mehr der Fall und ich musste das Stück während dem ganzen Gastspiel betreuen. Das wäre auch alles kein Problem, wenn ich nicht zusätzlich zwei andere Stücke vorbereiten müsste.

Aber klagen hilft nicht. Zudem war es eine gute Gelegenheit aus dem Alltagstrott rauszukommen. Also fuhr ich am Donnerstag los, in der Hoffnung keine bösen Überraschungen zu haben mit seltsamen Haarschnitten oder Bärte die ich nicht schneiden darf, weil die Schauspieler in anderen Projekten beschäftigt sind.  Doch es war klar dass es nicht ohne geht.  Also verbrachte ich den halben Tag damit, mit jedem einzelnen der 12 Akteure zu verhandeln, was machbar ist und was nicht…

Abends nach der einer irren langen Probe ging ich zum Chinesen gegenüber meinem Hotel. Es war ganz in Ordnung doch aß ich viel zu viel und ich merkte erst zu spät dass alles doch ungewöhnlich fettig war.  Ich ging zurück zum Hotel, ( das Altstadt Hotel, das ich nur empfehlen kann) lag die halbe Nacht wach und rülpste vor mich hin und schlief knapp zwei Stunden.

***

Ich schleppte mich am Freitag Morgen zur Generalprobe, arbeitete so gut es ging die Zusatzmaske ein und legte mich dann am frühen Nachmittag nochmal eine Stunde im  Hotel hin, um abends für die Premiere einigermaßen fit zu sein. Die Premiere war ein voller Erfolg und alle waren Feierlaune. Nur ich verzog mich beizeiten, denn ich war humdemüde.

***

Am Samstag Morgen hatte ich einen kleinen Rundgang durch die Altstadt geplant. Es wurde eine Shoppingtour daraus. Dabei kaufte ich Dinge die ich auch zum Teil in Luxemburg erwerben könnte. Doch laufe ich hier meistens an den Geschäften vorbei ohne sie zu betreten. Mit der billigen Entschuldigung, dass ich ja sonst nichts zu tun habe, schlug ich zu. So kaufte ich bei Rituals zwei neue Raumdüfte einmal fürs Bad und einmal fürs Schlafzimmer. Savage Garden und Precious Amber.



Bei Engbers fand ich diese tolle Strickjacke.

Am späten Nachmittag ging ich zurück ins Theater und absolvierte die zweite Vorstellung. Später dann speisten wir dann noch alle gemeinsam in einer Pizzeria. Ich saß am Kopfende, was seltsamerweise sehr oft passiert.

***

Am Samstag Morgen ging es dann zurück nach Luxemburg. Ich hatte das Auto in der Tiefgarage am Theater geparkt wegen dem Sturm, der sich dann aber in Kaiserslautern als harmlos herausstellen sollte. Ich checkte zeitig aus dem Hotel aus und ging los. Da es regnete, und ich dadurch nicht trödeln wollte, ging ich schnellen Schrittes. Auf dem Fussgängerstreifen rutschte ich aus, verstauchte mir den Fuss und legte mich der Länge nach mitten auf die Straße. Ich rappelte mich wieder auf und konnte Gott sei Dank auftreten und weiter gehen ohne dass es zu sehr schmerzte. Im Auto merkte ich dass auch mein Knie weh tat. Aber es ging einigermaßen gut um zu fahren und ich lenkte mich mit guter Laune Musik ab.

Seitdem humpele ich durch die Gegend.

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Gerade jetzt

Gerade jetzt
OyeHaHa / Pixabay

Auch eine Suche nach diesem Stöckchen (obwohl ich es nicht als solches empfinde) hat nichts ergeben. Dabei dachte ich dass ich das hier schon einmal gemacht hätte. Nö. Die Kaltmamsell hat es vor ein paar Tagen getan. Und da ich zur Zeit für’s Blog etwas ideenlos bin,…
Bitteschön.

Ich lese… die letzten Wochen mit Ausnahme des New Yorkers fast ausschließlich Internet. Sei es die Tageszeitung, oder Blogs, oder die alltäglichen Belanglosigkeiten von Freunden und Bekannten auf der bestgemachten Werbe- und Datensammelplattform der Welt, Facebook.

Ich trage… meinen neuen Hausmantel, den ich euch vor ein paar Tagen hier gezeigt habe. Ich liebe ihn heiß und innig.

Ich habe… finanziell die letzten Wochen versucht ein bisschen auf die Bremse zu treten. Vom Umbau und den neuen Möblen stehen noch mindestens drei richtig fette Rechnungen an. Im Dezember kommt der Weihnachtsausflug in den Süden. Und im Januar steht die Weltreise an. Danach muss ich einen Gang runterschalten.

Ich höre… die letzten Tage viel Radio. Verstärkt wieder 100,7, WDR5 und die beiden Deutschlandfunk Sender. Im Auto immer mehr l’Essentiel, den Sender der täglichen Gratiszeitung.

Ich trinke…die letzten Tage mehr Kaffee als gut für mich ist.

Ich esse…seit ein paar Tagen verstärkt zu hause. Das Kochen, selbst wenn es nur für mich allein ist, macht in der neuen Küche so viel Spaß wie schon lange nicht mehr.

Ich stehe…dort im Leben wo ich sein auch gerade sein will. Das Gefühl das mich über Jahrzehnte begleitet hat, auf einem Abstellgleis zu stehen, oder mich im Kreis zu drehen, habe ich Gott Sei Dank nicht mehr. Meine beste Idee vor fast fünf Jahren war umziehen in die Hauptstadt und das hat vieles zum Guten verändert.

Ich gehe… Seit ein paar Wochen wesentlich mehr zu Fuß als davor, weil ich mit dem Umzug in die neue Wohnung festgestellt habe, dass ich noch näher am alla meine Werkstätten, sprich Theater, gezogen bin als davor.

Ich lache… die letzten Tage sehr viel mit Patricia Bright, eine YouTuberin aus London die mich sehr an meine beste Freundin Jacky aus London erinnert. Sie kauft Klamotten in sehr billigen Internet Shops für ganz wenig Geld ein und probiert sie dann vor laufender Kamera an, und zeigt dann das Resultat zwischen was sie gekauft hat und wie es tatsächlich aussieht. Ich habe schon Tränen gelacht mit ihr.

Ich sehe…auf Netflix Star Trek Discovery und The Good Place, wobei ich bei Star Trek nach der ersten Folge wieder aufhören wollte, weil es nur schrecklich schlecht war. Doch dann sah ich einen Tweet von einem mir vertrauten Blogger der beteuerte, dass es ab der dritten Folge besser werden würde und das tat es dann auch. Über de The Good Place schreibe ich in einem anderen Posting.

Ich mag… den Frühling und den Sommer, wenn alles zu Leben erwacht. Und da wir uns jetzt in der Zeit befinden in der genau andersherum ist, fällt es mir schwer etwa gutes an dieser Zeit zu finden.

Ich schreibe… zur Zeit weniger als mir lieb ist. Ich hoffe das ändert sich bald.

Ich weiß… durch das alljährliche Schreiben des Centre Informatique, das gestern im Briefkasten lag, dass mein Vater heute vor 29 Jahren starb. Er wäre jetzt 81 wenn er noch leben würde, und würde wahrscheinlich mit der Welt nicht mehr klarkommen.

Ich möchte… mit ein paar Dingen in meinem Leben endlich abschließen können. Aber das werde ich wahrscheinlich nie.

An einem Freitag in Trier

Der Tag begann trüb mit Regenschauern, nach den wunderschönen goldenen Herbsttagen

Da ich heute einen Kinderschminkkurs habe, (meine Gute Tat für den Monat Oktober) musste ich gestern nach Trier um dort in einem Bastelgeschäft Kinderschminke kaufen. Der Laden ist um einiges besser sortiert als der in Luxemburg. Und da sie relativ gute und bekannte Marken haben, kann ich dort bedenkenlos kaufen, ohne zu fürchten, dass sie Kiddies anschließend mit Pusteln nach hause gehen.

Ich fuhr beizeiten los, denn in Trier ist der Verkehr seit einer Weile mindestens genauso schlimm wie in Luxemburg. Anschließend ging ich wie wie gewohnt in die Trier Brasserie zum Mittagstisch.  Im Kaufhof machte ich sensationelles Schäppchen. Ich erstand ein Service von Zwilling für 6 Personen für…nein das verrate ich jetzt nicht. Aber zeigen kann ich es euch.

Das Besteck ist sehr schlicht, schnickschnack- und zeitlos und liegt sehr gut  in der Hand. Zudem schneiden die Messer perfekt. Man sieht mich übrigens in den Löffeln 🙂

Glücklich endlich mal ordentliches Besteck zu haben schritt ich zurück zum Parkhaus. Das Wetter war inzwischen wieder besser geworden und die Sonne schien.

Ich begegnete einer alten Frau, die bei Mc Donalds auf der Terrasse saß.  Sie sah verhärmt aus, hatte dünne fettige Haare und machte insgesamt keinen besonders gesunden Eindruck. Sie hatte das Gesicht in die Sonne gedreht, die Augen geschlossen und kaute mit Genuss auf einem Hamburger. Und sie schien sehr glücklich. Es war für sie perfekte glückliche Augenblick, den man sogar in einem Mc Burger findet, auch wenn ich dieser Dinger nie wieder anrühre, seitdem Jamie Oliver aufgedeckt hat, wie die Fleischpatties hergestellt werden.

Ich ging an meinem Lieblingsschuhgeschäft Ragazza vorbei und musste mit Schrecken feststellen, dass es Ende des Monats schließen wird. Ich war erschüttert. „Der Laden läuft nicht mehr so wie früher“, erklärte mir der Besitzer. Zudem kam eine saftige Mieterhöhung. Er erzählte mir, dass die Ladenmieten insgesamt für Trier ins unermessliche gestiegen seien und er nannte mir ein paar Preise. Ich sollte einen Schlag bekommen. Noch liegen sie nicht ganz gleichauf mit den Preisen die man für Toplagen in Luxemburg bezahlt aber ganz weit davon entfernt sind sie nicht mehr. Ich probierte mehrere Paar Schuhe an die noch in meiner Größe verfügbar waren und kaufte zwei Paar für den Winter.

Es war wiederum ein Schnäppchen, aber eines auf das ich liebend gerne verzichtet hätte, wenn es den Laden dann noch geben würde.

Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch & Museumsnacht

Etwas was ich nicht mehr kann, ist lange ausschlafen. Wenn ich wach bin, bin ich wach. Also zog ich bei Zeiten los auf den Wochenmarkt.

Und obwohl die Kathedrale im Hintergrund noch durch die Nebelschwaden nicht ganz zu sehen war, drückte die Sonne das alles eifrig weg und es wurde ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch.

 

Ich konnte zum ersten mal an Nachmittag das brandneue Sonnendach auf dem Balkon ausfahren. Wunderschön.

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Es war Museumsnacht. Ich weiß nicht mehr wann ich meine letzte gemacht habe. Doch bei dem schönen Wetter bot es sich regelrecht an.

Ich schlenderte kurz nach 18:00 Uhr bereits in die Villa Vauban. Dort stelle Claude Mangen seine Lieblingsbilder vor, anhand der zwei Ausstellungen die dort zur Zeit zu sehen sind. Ich war sehr erfreut zu sehen dass All Reitz Reserved  einen Raum für sich hatte. Ich hatte die neue CD von Chris Reitz bereits im Radio gehört und war sehr angetan, da er Elektrogeige spielt, ein eher ungewöhnliches Musikinstrument. Hier konnte ich die CD vom Künstler selbst kaufen.

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Ich habe mich oft gefragt was das seltsame weiße Ding im Casino soll das dort über den Bürgersteig hängt. Es ist nicht immer zugänglich, doch gestern Abend war es geöffnet.

Man kann in das „Dreieck“ einsteigen und hat dann einen Ausblick über die ganze Straße.

 

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Um von einem Museum zum nächsten zu kommen, hatte der TVL extra seinen ganzen Oldtimer losgeschickt. Zwei davon hatte ich vor die Linse bekommen.

Ich fuhr allerdings mit der A. mit dem Wagen ins Mudam. Es eine gute Gelegenheit war sich die Ausstellung von Su-Mei Tze anzusehen. Zudem gab es eine geniale Retrospektive des Karikaturisten Ad Reinhardt mit dem auch andere zusammen ausgestellt wurden.

 

Die Eingangshalle vom oberen Treppenabsatz

 

Ad Reinhard

 

Olaf Westphalen

 

Der Käfig von Su-Mei Tze aus Neonröhren einmal von innen und außen.

Zwei ungewöhnliche Abende

Insolite ist eine neue Serie an ungewöhnlichen Events der Eventagentur Angels. Gestern war zum ersten Mal.

Das ganze geht so: Man bekommt eine Einladung an der man zu einer ganz bestimmten Uhrzeit sich an einem Ort einzufinden hat. Von dort aus wird man dann in einer Limousine zu einem ungewöhnlichen Ort geführt. Das kann gelinde gesagt überall sein.

Gestern war der erste Insolite Abend und man führte die geladenen Gäste zu einer…Baustelle. Es befand sich in Dommeldange auf den Gelände vom Habitare Einrichtungsladen. Im obersten Stockwerk wird Ende des Monats eine neue Bar eröffnen, von der ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten werde. Sie wir ‚Rooftop‘ heißen und wir konnten schon mal vorab einen Ort besuchen, der sich noch im Work in Progress-Modus  und uns einen ersten Eindruck verschaffen, wie das alles in ein paar Wochen aussehen soll.

Eine weitere Überraschung an dem Abend war eine Künstlerin die Scherenschnitte machte. Eine alte Kunst die in ihrer Familie seit Generationen gepflegt wird.

Inès Stanikovska machte diesen Scherenschnitt von binnen weniger Minuten. Ihr findet sie unter La Silhouettiste.

Sie erzählte mir, dass ihr Großvater bereits Scherenschnitte machte. Ich kann mich vage erinnern, dass ich vor über 20 Jahren bereits einen habe machen lassen auf der Schueberfouer. Es kann gut sein dass es damals ihr Großvater war. Auf dem Foto oben sieht man sie übrigens im Hintergrund bei der Arbeit.

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Rinschleiden, ist ein Mini Mini Mini kleiner Ort, von dem auch so mancher Luxemburger nicht weiß dass es ihn gibt. Die große Abschlussfeier von dem Freilichttheaterstück im Sommer führte mich gestern dorthin. Man hatte ein Catering bestellt und wir saßen alle in der sogenannten „Thillenvogtei“ eine Art Dorfmuseum, mit einer gewaltigen Scheune.

Es war ein vergnüglicher Abend.

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Mitbringsel, ein Restaurant und Links

Ich hatte euch im letzten Post versprochen, dass ich euch die Mitbringsel zeige die ich zum Wahlbrunch erhalten hatte. Es war ein bisschen wie Weihnachten. Zugegeben die meisten Dinge hatten die Gäste schon für meinen Geburtstag gekauft, da ich den dieses Jahr aber nicht gefeiert habe, blieben sie gewissermaßen auf den Geschenken sitzen. Nicht sehr nett von mir und als ich sah was es alles war, schämte ich mich ein wenig.

Mitbringsel

Da wäre zum Beispiel ein Hausmantel mit meinen Initialen. Ich sehe jetzt einige den Kopf schütteln, aber ich liebe Hausmäntel!!! Und nein, sie sind nicht altmodisch, ganz im Gegenteil, sie sind voll im Trend. Ich ziehe sie übrigens Sommer wie Winter an.

Ein Staubwedel mit echten Federn. Das Ding sieht so schick aus dass man es als Dekoration hinstellen kann.

Eine Vase in Form einer Glühbirne. Ich glaube mit einem Gebinde drin wird sie ganz schick aussehen.

Und dann zwei Flaschen, wovon ich mich ganz besonders über die Cap Corse Flasche freute. Cap Corse ist ein Aperitif aus Korsika, mit einem sehr eigentümlichen aber tollen Geschmack. Man findet es nur sehr selten auf den Festland. Ich habe es vor Jahren bei meinen Korsika Reisen kennengelernt, und brachte mir damals auch eine Flasche mit. Jahre später fand ich das Getränk bei der S. wieder als sie mich zum Essen eingeladen hatte. Und da die S. erst vor kurzem in Korsika war, hatte sie mir eine Flasche mitgebracht.

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Gestern Abend speiste ich mit Fabrice in einem neu eröffneten Restaurant Tempo. Es befindet sich im Gebäude der Philharmonie auf der Rückseite. Die Adresse an sich gibt es schon so lange wie es die Philharmonie gibt, doch der Besitzer der Name und die Einrichtung sind neu.
Der Explorator schreibt folgendes:
This restaurant shares space with the Philharmonie and is a charming composition of gold and rose tones, serving a well-orchestrated variety of original suggestions.
Die Speisekarte ist klein, was ich ja mag. Man findet sie hier.

Ich hatte Piotrine de veau longe cuisson, und es war himmlisch lecker.

Endlich eine weitere Adresse in Luxemburg wo man sehr gut speisen kann ohne dass es ein irrsinniges Vermögen kostet.
Tempo Bar où Manger / 1 Place de l’Europe / Tel. (+352) 27 99 06 66

(Denn ein anderes Café-Restaurant, von dem ich hier sehr oft berichtet habe, meide ich, da es zur Zeit preislich und in puncto Service eine schlichte Katastrophe ist. Sehr traurig, aber vielleicht kommt die Inhaberin ja irgendwann wieder zur Vernunft.)

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Via die Kaltmamsell fand ich diesen Bericht eines holländischen Schriftstellers der nach sechs Jahren wieder aus Großbritannien wegzieht. Ein ernüchterndes Portrait eines Landes das mit seinen hausgemachten Problemen nicht mehr klarkommt und langsam einsieht was für einen Schaden es sich selbst mit dem Brexit zugefügt hat.
How I learnt to loathe england

 

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An einem Wahlsonntag

Ich stand für meine Verhältnisse sehr früh auf, ich hatte ab 11 Uhr zum Brunch geladen. Und dem Erfolg nach werde ich das nächstes Jahr zur Abegordnetenwahl wieder tun. Aber eins nach dem andern.

Kurz nach 8:00 schritt ich die Straße hinunter zum Wahllokal um meine 27 Stimmen abzugeben. Der Gemeinderat der Stadt Luxemburg besteht aus 27 Mitgliedern und da wir in Luxemburg ja einzelne Kandidaten wählen können und nicht unbedingt eine Partei kann man so viele Kreuze machen wie es Mitglieder gibt. Doch bei dem größten Gemeinderat des Landes verzählt man sich gerne und so brauchte es eine Weile bis ich alle meine Kreuzchen gemacht hatte. In der alten Heimat waren zum Beispiel nur neun.

Auf dem Weg zum Wahllokal fiel mir ein lustiges Männchen mit verdrehtem Kopf an der Fassade des Key Inn auf. Da ich die Straße all die Jahre nur befahren und nur sehr selten begangen habe, stach es mir erst heute ins Auge.

Das Wahllokal war im der Avenue Marie-Thérèse im sogenannten Konviktsgaart, das schon seit Jahren ein Seniorenheim ist.

Gleich am Eingang hatte man die zwei Restaurants des Heimes zu Wahllokalen umfunktioniert. Ich hatte einen guten Moment erwischt und konnte sofort in die Wahlkabine.

Anschließend ging ich zurück über den Boulevard Joseph II, denn nach dem Männchen und der allgemeinen Ruhe, die an einem Sonntag herrscht, dachte ich, dass mir vielleicht noch ein paar interessante Dinge vor die Linse geraten könnten.

Ich ging an der britischen Botschaft vorbei, was mich ein wenig stutzig machte, denn auf dem Boulevard Roosevelt, also an anderer Stelle befindet sich ebenfalls ein Gebäude der britischen Botschaft. Oder irre ich mich?

***

Wieder zu hause machte ich mich an die Vorbereitungen für den Brunch. Ich machte mir am Freitag bereits Gedanken was ich da so auftischen könnte. Ein Suche im Internet zeigt mir nur sehr zeitaufwendige Gerichte und darauf hatte ich keine Lust. Abends sah beim rumzappen im Fernsehen eine Sendung von Jamie Oliver aus der Serie wie man in 30 Minuten ein komplettes Menü zusammenstellt. Zwei der Gerichte schrieb ich mir hurtig auf.

Ein Fetatarte mit Spinat im Filoteig aus der Pfanne und ein Tomatensalat mit einem pfiffigen Dressing und einer Anrichtmethode bei der man sich keine Gedanken machen muss wenn des Salat etwas länger rumsteht und anschließend nicht mehr appetitlich aussieht.

Für die Fetatarte braucht man eine Tüte Pinienkerne in der Pfanne geröstet, die man mit 300gr Feta und 50gr geriebenem Cheddar vermischt. Hinzu kommen zwei große Tüten frischen Spinat, den man vorab mit Olivenöl ,Muskat und Salz kurz in einem Topf angedünstet hat, damit er in sich zusammenfällt. In diese Mischung gibt eine gute Prise getrockneten Oregano (frischen hatte ich keinen), Pfeffer und ein den Abrieb einer Zitrone. Anschließend legt man die Filoteigblätter auf einem Backpapier aus, das man zuvor unter fließendem Wasser zerknüllt und befeuchtet hat, damit es weich wird. Zwischen jede Lage kommt ein wenig Olivenöl und ein kleine Priese Cayenne Pfeffer. Es sollten ungefähr vier Lagen sein. Danach zieht man die ganzen Lagen mit dem Backpapier auf die Pfanne und schüttet die Feta/Spiantmischung hinein. Den Überschuss von den Filoblättern klappt man über die Masse zusammen. Wenn der Teig etwas störrisch sein sollte schneidet man ihn stellenweise etwas ein damit er sich legt und die ganze Masse zudeckt. Notfalls (so tat ich es) legt man noch ein Blatt darüber. Dann streut man noch ein wenig Rosmarin über die Tarte. Den Rest vom Backpapier schneidet man bündig zum Pfannenrand ab. Die Pfanne kommt anschließend für drei bis vier Minuten auf den Herd damit das Teig von unten auch schön knusperig wird und geht dann bei 200 Grad Ober Unterhitze für 20 Minuten in Ofen.

Für den Tomatensalat nimmt man allerlei verschiedene Tomaten auf schneidet sie auf verschiedene Art und Weise klein.  In dem Mixer gibt einen guten Schuss Ölivenöl, etwas Pfeffer, Salz, ein guten Schuss Balsamico und einen großen Bund frische Basilikumblätter. Das Ganze wird gemixt bis daraus eine Art grüne Soße entsteht. Diese wird in ein breites flaches Gefäß (ich nahem eine Auflaufform) geschüttet und die geschnittenen Tomaten darauf verteilt. Druchgemischt wird der Salat erst von den Gästen wenn sie sich von der Platte servieren.

Beide Gerichte hatte ich in etwas mehr als einer halben Stunde fertig.

Ich hatte ebenfalls einen Apfelkuchen vorgesehen, hatte hierfür jedoch eine Sorte Äpfel gekauft die mir zu säuerlich war. Ich schnitt sie also vorab klein und briet sie mit Butter, Zucker, Zimt und in Rum eingelegte Rosinen an und gab sie erst dann auf den Mürbeteig, zusammen mit Ei-, Rahm- und Zuckermischung.

Es ist ein Wunder dass ich noch ein Foto von einem Stück des Apfelkuchen machen konnte, denn er fand reißenden Absatz.

Des weiteren hatte ich eine große Schale Obst, Müsli, Brot, frische Croissants und eine Käseplatte bereitgestellt. Zu trinken gab es Kaffee, Saft, Champagner und späterhin auch Wein.

***

Es war ein wunderbarer Nachmittag und ich bekam jede Menge Mitbringsel, die ich euch aber in einem nächsten Posting zeige.

Später am Abend sah ich mir dann die Resultate der Wahl an und es trat ein, was ich bereits vorausgesagt hatte. Die Presse schreibt ebenfalls heute morgen, dass ein kleiner Rechtsruck durch die Gemeinden ging. Nun ist das aber bei weitem nicht so dramatisch, wie es in Deutschland oder in Frankreich der Fall ist. Es gibt bei uns keine rechtsradikale Partei wie AfD oder Front National.  Die konservative CSV hat überall gut zugelegt und der Trend wird sich wahrscheinlich bis ins nächste Jahr halten wenn wir eine neue Regierung wählen. Auch in Stadt Luxemburg, die immer als Hochburg der Lieberalen galt (und immer noch ist) verlor die DP zwei Sitze an die Konservativen. Sehr erstaunt war ich aber über das Resultat der Sozialisten die durchgehend auch viele Stimmen verloren haben und vor allem in der Hauptstadt einen Dämpfer einstecken mussten und noch viel mehr in ihrer Hochburg Esch-sur-Alzette.

Das ist jetzt nur so eine kleine Übersicht über die Wahlen. Wer mehr darüber wissen will, schaut bitte in der einschlägigen Presse nach.

Eines steht aber fest. Ich werde nächstes Jahr wieder ein Wahlbrunch machen, denn er fand sehr großen Anklang.

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Die Bilder einer Woche

Als ich vor fünf Jahren in die kleine Wohnung zog, hatte ich keine Badewanne mehr. Vor allem im Winter vermisste ich sie, wenn ich völlig durchgefroren nach hause kam. Jetzt da ich wieder eine habe, kam sie mir wie ein heiliger Schrein vor, der gehegt und gepflegt werden will, aber nicht benutzen darf.

Nach etwas über zwei Wochen nach dem Umzug, habe ich es trotzdem gewagt. Ein wundervoll duftiges Schaumbad.

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Eine kleine Erinnerung als ich vor zwei Jahren mit C. in London war. Da der C. noch nie in London war, ich hatte darüber berichtet, klapperten wir alle Touristenattraktionen ab, u.a. auch Harrods wo diese kleine Foto-Love-Story zwischen mir und einem Scone entstand.

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In einer Ecke des Kellers fand ich diese fünf Teller, von denen meine Tante ein paar davon an der Wand hängen hatte. Es ist eine limitierte Auflage von Villeroy & Boch in Zusammenarbeit mit dem Alters- und Invalidenverband von Dommeldange. Keine Ahnung ob die Serie komplett ist, oder es noch mehr davon gibt. Es sind alte Ansichten vor allem vom Vorort Dommeldange und der Oberstadt.

Ich bin nicht so der Fan von Dekotellern. In unserer Familie war es mal schwer im Trend die Wände mit Dekotellern regelrecht zu tapezieren, bis zu dem Zeitpunkt, als mein Bruder ein paar schöne Stücke mit dem Fußball zerdepperte. Danach ebbte die Begeisterung merkbar ab. Ich schweife ab…
Sind die Teller was Wert? Kennt jemand die Serie? Kann ich sie bedenkenlos als Servierteller benutzen? Denn an die Wand hänge ich sie nicht mehr.

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Aussichten von der Wohnung aus. Die Straße am frühen Abend und die frühe Morgensonne die sich im Kaminrohr spiegelt.

An einem Samstag

Ein gewaltiger Knall ließ mich kurz nach 6:00 Uhr aus dem Bett hochfahren. Mein erster Gedanke galt dem Kran der quer gegenüber steht. Da ich ihn letztens vom Balkon aus sehr bedenklich wackeln sah, war ich überzeugt, er wäre umgefallen.

Doch der Kran stand da, unerschütterlich. Es ging ein Gewitter nieder, an frühen Morgenstunden doch eher ungewöhnlich. Es goss wie aus Eimern und die warme Luft kühlte binnen wenigen Minuten stark ab.

An Schlafen war nicht mehr zu denken, und bei dem Wetter ist der samstägliche Wochenmarkt auch kein Vergnügen. Ich schmiss meine Pläne um, blieb zu hause und betrieb nach sehr langer Zeit mal wieder ausführliches Körper- und Gesichtswellness.

Die Glamglow Maske, die schon mal hier beschrieben hatte, ist nach wie vor der Hammer, und die Haut fühlt sich anschließend herrlich straff und fest an.

Ich könnte euch bei dieser Gelegenheit auch den Badezimmerschrank zeigen der sich gut neben der Badwanne macht. Er wurde am Freitag endlich geliefert.

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Am späten Morgen machte ich mich auf nach Bettembourg zu Rugs & Sons. Rug and Sons ist ein Pop Up Store der seinen festen Sitz in Paris hat, aber immer wieder seine Wäre für sehr kurze Zeit an vielen verschiedenen Orten der Welt verkauft. Ihre Spezialität sind alte Berber Teppiche. Ich kam dort an und musste feststellen dass ich viel zu früh da war, denn der Laden sollte erst gegen 14:00 Uhr öffnen. Doch man ließ mich freundlicherweise rein und ich konnte mir die Teppiche ansehen. Es waren wunderschöne Stücke dabei. Einer der mir ganz besonders gefiel, war weit über 40 Jahre alt und vom Preis weit von dem was ich vorhatte auszugeben.

Ich wählte zwei Stück aus, die etwas günstiger waren, und machte mit dem Verkäufer aus, dass er am frühen Nachmittag mit beiden vorbeikäme und ich sie mir zu hause ansehen könnte. Ich hatte beide für das Wohnzimmer ausgesucht, doch letztendlich wählte ich einen für das Gästezimmer.

Im Hintergrund steht übrigens das neue Schlafsofa für Gäste das ebenfalls am Freitag geliefert wurde.

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Am Abend war ich zu einer Geburtstagsfeier geladen und ich tanzte bis in in frühen Morgenstunden. Die Gastgeberin M. hatte eine Bühnenbildnerin angeheuert für die Deko. Es sollte eine finnisch/marokkanische Deko sein. Das kam dabei raus.

 

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Ich hatte es schon auf Facebook gezeigt. Doch es gehört auch ins Blog. Am Donnerstag entdeckte ich auf der Kreuzung Boulevard Grand-Duchesse Charlotte / Avenue du 10 Septembre folgenden Zettel:

Als ich las was darauf stand wurde mir ganz warm ums Herz. Ich werde es übersetzen:

Am Donnerstag Morgen, 10. August viel mein Mann hier um weil er einen Schwächeanfall hatte. Ein paar Unbekannte haben ihm wieder auf die Beine geholfen, einen Krankenwagen gerufen und sind bei ihm geblieben bis der Wagen da war. Dank dieser Unbekannten, geht es meinem Mann wieder besser. Ich und meine ganze Familie sind ihnen sehr zum Dank verpflichtet. Ein großes Dankeschön an diese Unbekannten!! 🙂

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Bilder der letzten Tage

Es war gestern am späten Nachmittag als endlich alle Handwerker aus der Wohnung waren und ich mit Fabrice auf dem Balkon saß. Ein strahlend blauer Himmel ohne eine einzige Wolke. Ich werde es im Winter vermissen. (Aber nur bis Ende Januar, dann steht die große Reise auf der südlichen Hemisphäre bevor.)

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Mir gefallen die Cover der Hefte vom New Yorker immer, in denen es etwas mehr um Mode geht, denn sie sind meist atemberaubend schön.

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Wenn ich, wie diese Woche, an einem Maskenkonzept für ein Theaterstück arbeite, das ich nicht während der gesamten Spielzeit betreue, bekomme ich von der Produktion ein Budget zur Verfügung gestellt, für das ich dann die  Schminkartikel kaufe. Make-up Läden wie Mäc oder Sephora sind dann immer hellauf begeistert, denn ein paar hundert Euro gehen dann schon über die Ladentheke.

Meistens werde ich dann noch mit zusätzlichem Zeug zugeschüttet. Dieses Mal war es ein Gesichtspeeling und ein Duschgel. Das Peeling ist ganz gut, da es die Haut nicht austrocknet jedoch sehr samtig weich wird. Das Duschgel habe ich noch nicht probiert, da meine Körperhaut ein sehr pingelig ist, wenn es keine reine Seife ohne Zusatzstoffe ist.

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Ein tolles Produkt das ich erst jetzt bei Sephora entdeckt habe, ist der trockene Pinselschwamm, der binnen Sekunden die Makeup Pinsel von Farbpigmenten reinigt. Das ist ideal wenn man den gleichen Pinsel für mehrere Lidschattenfarben verwendet. Der kleine Rouge- und Puderpinsel ist ideal für Reisen, und kann mit der Aufbewahrungsbox verlängert werden, wenn man mit dem kleinen Stummel von Griff nicht klarkommt.

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Ach ja das Kinderstück für das ich arbeite heißt A,B,Zeh und läuft ab Freitag im CAPE.

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Und zum Abschluss die Nachricht eines Unfalls, der so tragisch war dass ich trotzdem lachen musste.

Mann in Walferdingen von Grabstein erschlagen

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