Luxembourg by Night

Kann sich noch jemand an die sehr doofen Postkarten erinnern? Es gab sie in den 90ern. Eine pechschwarze Postkarte auf der der Titel dieses Beitrags stand. Der Gag war so unkomisch, dass es diese Postkarten immer mit einem anderen Namen einer kleineren Stadt gab, die nicht wirklich das Potenzial von einem aufregendes Nachleben hatte.

Nun, ich zeige euch heute ein paar Fotos von Luxembourg by Night. Und dank des neuen Smartphones sind sie wirklich sehr schön geworden.

Ja das Bild hat ein Fehler. aber eben darum, hab ich es eingestellt.

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Tage kommen und gehen & Links,2,3,4,…Links

Tage kommen und gehen und irgendwie ähneln sie sich und dann wieder doch nicht.

Manchmal ist alles so leicht und luftig wie eine Feder im Wind, um dann zu einem schweren Klumpen aus Blei zu werden, der alles in die Tiefe zieht.
Es ist an der Zeit dass eine richtig große Veränderung kommt. Nicht nur in Bezug auf den baldigen Wohnungswechsel sondern auch insgesamt. Das Leben ist manchmal ein Reigen an Wiederholungen, der mich unendlich müde macht. Ich merke es vor allem an den ‚Geistern‘ der Vergangenheit die mich in letzter Zeit immer wieder plagen. Es gibt Tage an denen sie so präsent sind, dass ich es kaum ertrage. Und dann merke ich, dass die gewohnte Flucht nach vorne nicht die Lösung ist, dass ich mich mit ihnen hier und jetzt auseinandersetzen muss. Doch was soll das, sich mit Geistern zu beschäftigen? Es sind Geister und keine lebende Personen mehr.
Fazit: Ich möchte bei meinem Ableben nicht so ein Geist werden, der die Lebenden noch jahrelang plagt. Ergo muss ich jetzt etwas tun, damit es nicht dazu kommt.

Hat das irgendjemand verstanden?

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Interessanter Beitrag wie man mit Roaming richtig Abzocke macht bzw. noch immer machen kann wenn man an alte Verträge gebunden ist. Denn Roaming ist ja innerhalb Europa nicht mehr. Sonst hätte ich nicht so locker aus den Cevennen berichten können.

Gefangen im Schweizer Netz

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Die Kaltmamsell berichtet zur Zeit von ihrer Wanderung entlang der spanischen Küste.

Ab hier rückwärts lesen.

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Mach doch mal was mit Eiskübel

Als ich noch keine 50 war sondern so um die zehn, gab es im Hause der Eltern von Joel.lu einen Eiskübel samt Eiszange, der immer dann benutzt wurde wenn die Eltern Besuch bekamen und Aperitifscharnk geöffnet wurde. (Diesen Schrank werdet ihr demnächst sehen, denn er wird in der neuen Wohnung stehen)

Die Kübel und die Eiszange sahen in etwa so aus:

Pinterest

 

Pinterest

Die Zange war sehr elegant aber umständlich und nicht besonders praktisch, denn Eiswürfel flogen öfter durch die Luft als das sie im Glas landeten. Die Idee des Eiskübels ließ mich jedoch nicht mehr los und ich wollte einen haben. Am Samstag, auf der Suche nach einem Geschenk, fand ich eine vom Lékué.

Im Deckel des Behälters befindet sich die Eiswürfelform von dem drei Ladungen hinein passen. Zudem wird er wunderbar in die neue Küche passen, weil er modern und doch irgendwie retro aussieht.  Zu kaufen gibt es ihn, bei Zakka in Luxemburg, oder hier. Bei Zakka ist er übrigens im Sonderangebot.

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Anleitung wenn man einen Coup auf Twitter landet

Was Schlagfertigkeit und Spontaneität angeht, liege ich, so schätze ich mich ein, im unteren Mittelfeld. Wenn jemand wie ich also einen Coup auf Twitter landet, ist das höchst ungewohnt. Es ist das erste mal überhaupt dass ich so viel geliked und retweeted wurde. Ich bin auch nicht so der große Twitterer. Aber zuerst zeige ich euch den Tweet um den es geht.

Man sollte die Uhrzeit bedenken. Wenn man, so wie ich oben, die Bombe am Abend platziert, geht sie unweigerlich in der Nacht los, zumal sie die Antwort auf einen amerikanischen Tweet mit *Foto war. Wenn man dann, so wie ich, für jeden einzelne Twitterbewegung eine Mitteilung bekommt, meldet sich das Smartphone alle zwei Minuten mit einem Ping Ton. Wegen der U.S. Zeitverschiebung geht das die ganze Nacht durch. Man sollte also nach dem 20. Ping Ton den Mitteilungsmodus von Twitter ändern oder zumindest den Ton ausschalten, sonst kann man nicht schlafen. Und das mindestens zwei Tage lang.

Das war mein Wort zum Sonntag.

*Wenn ihr Trump eklig findet, schaut euch das Foto bitte nicht an; ihr bekommt es nie wieder aus dem Kopf!!!

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Mach doch mal was mit Wimpern

Ich habe in letzter Zeit festgestellt (die Berufskrankheit lässt grüßen) dass meine Wimpern nicht mehr das sind was sie einmal waren. Sie werden immer dünner und durchsichtiger. Ich hatte zwar nie lange geschwungene Wimpern, aber zumindest sah man sie. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Pflegeprodukt für Wimpern, und wurde bei Sephora fündig.

Von Talika gibt es das Lipocils Expert®

Es soll den Wimpern wieder Farbe geben, mehr Schwung, und sie sollen auch länger werden. Nach einem Monat soll man schon ein Ergebnis sehen. Auftragen soll man es morgens und abends. Wie könnt ihr in dem Video hier sehen.

Ich werde hier ein vorher Foto einstellen und dann in einem Monat noch mal eines und dann werden wir sehen.

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Links, 2, 3, 4, … Links!

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Kathrin Passig schreibt im Techniktagebuch über die Wirkung von schwarz/weiss Fotos und darüber dass sie früher als die ‚echten‘ Fotos galten.

Das seltsame ist, dass ich, obwohl ich bei weitem nicht so alt bin, es auch so sehe. Die s/w Fotos schienen mir seit jeher immer näher an der Realität als Farbfotos.

*Ja das oben bin alles ich, falls ihr Zweifel haben solltet

Das Schwarzweiße ist das Echte

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Auf der Suche nach einem Namen für das ungeborene Kind. Ich wusste nicht dass es so schlimm sein kann. Zumal heute sehr viele Namen mit abstrusen Dingen in Verbindung gebracht werden. Und wenn man dann noch, wie die amerikanische Autorin, mit einem Franzosen verheiratet ist, und auch noch länderspezifisch auf gewisse Dinge achten muss, wird es ein Ding der Unmöglichkeit.

Notes from a Baby-Names Obsessive

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Und zum Abschluss noch ein bisschen Trump. Diese kleinen bösen Zeichnungen fand ich diese Woche in der Doppelausgabe des New Yorkers.

Doch jetzt nach seinen Äußerungen über die Vorkommnisse in Charlottsville und dem Verrückten aus Nord-Korea fange ich an mir echte Sorgen zu machen. Ich war immer der Meinung, dass die USA das gewählt haben was sie verdient haben, und dass sie diesen Egomanen bis zum Ende seiner Amtszeit auszuhalten haben. Denn ein Impeachment würde alles nur noch schlimmer machen. Doch inzwischen denke ich dass der Mann aufgehalten werden muss.

Interessant auch dieser Artikel den ich in der Twittertimeline fand:

Trump muss kein Nazi sein und das ist der Punkt.

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Und kurz bevor das hier online ging, hörte ich was in Barcelona auf dem Ramblas passiert ist. Es ist erschütternd und lähmend und macht mich sehr traurig. Letztes Jahr zu Weihnachten war ich noch dort und spazierte über die besagten Ramblas. Ich hatte mir überlegt für Weihnachten wieder dorthin zu fahren, weil es mir so gut gefallen hat.

Und wisst ihr was?

Jetzt erst recht!!!!

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Vor 40 Jahren und Verschiedenes von heute

Es gibt immer wieder Ereignisse, Katastrophen, Todesfälle an denen man so sehr erschüttert ist, dass man sich sein Leben lang erinnert wo man war, als es passierte. Etwas, das mir seltsamerweise immer in Erinnerung geblieben ist, ist der Todestag von Elvis Presley heute vor 40 Jahren. Ich war zehn Jahre alt und war mit meinen Eltern im Urlaub im Elsass. Wir waren in einem kleinen Hotel im Jaegerthal bei Niederbron-les-Bains. Der Besitzer war ein alter Arbeitskollege meines Vaters, weit vor der Zeit bevor er meine Mutter kennenlernte.

Dank Google Maps fand ich den Ort sofort wieder. Das Foto das man hier auf auf Google sieht ist fast 10 Jahre alt. Und irgendwie erinnere ich noch an das Haus mit der breiten Treppe. Aber damals bestand das Hotel nur aus dem Vorderhaus. Und es wundert mich überhaupt, dass ich das noch nach 40 Jahren noch weiß, denn wir waren nur ein einziges mal dort.

Inzwischen scheint es aber ein größerer Komplex geworden zu sein, der sich Domaine Jeagethal nennt. Und ich stellte überraschenderweise fest, dass es gar nicht weit von meinem Lieblings Wellness Hotel in Dahn entfernt liegt, in dem ich ja im Juni für ein paar Tage war.  Da ich beschlossen habe dieses Jahr keine Party für meinen Geburtstag zu geben, sondern mir ein paar Wellnesstage dort zu gönnen, bietet sich doch ein kleiner Ausflug ins Jeagerthal regelrecht an….

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Heute fing der Schreiner an die Küche zu montieren in der neuen Wohnung. Juchu! Und da ich jetzt langsam das Ende in der kleinen Wohnung absehe, fuhr ich zu Hornbach und kaufte 20 Umzugskartons.

40 Jahren

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Ich bin auf der Suche nach einer Küchenmaschine für die neue Wohnung. Dabei habe ich schon so viele Geräte gesichtet dass mir manchmal schwindlig wurde. Es lief darauf hinaus dass ich mir entweder eine Kitchen Aid anschaffen werde oder eine Kenwood. Doch gestern kam noch eine hinzu. Ich fand eine die mir völlig neu und unbekannt war, obwohl es sie schon den 40er Jahren gibt.

Die schwedische Maschine Ankarsrum beruht auf einem komplett anderen Prinzip. Da dreht sich nämlich die Schüssel mit dem Rührgut und das Rührelement steht still oder dreht sich nur um sich selbst. Zudem gibt es auch sämtliches Zubehör wie Fleischwolf, Mixer und dergleichen.

Frage: Hat jemand schon mal mit dem Gerät gearbeitet oder kennt jemand der es hat?

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Apropos Elvis Presley. Die Fine Young Cannibals brachten in den 90er ein Cover von Suspicous Minds heraus. Heute fand ich eine Version mit dem Sänger der Band Roland Gift von dem man sehr lange nichts mehr gehört hat. Und folgendes Video ist auch schon 4 Jahre alt. Er hat eine solche außergewöhnliche Stimme…

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Am Vortag des 15. August

Man sieht viele Touristen, die immer irgendwie etwas anders angezogen sind als Einheimische, ansonsten ist Luxemburg halb leer.

Doch ein bisschen Kultur geht immer. Und so machte ich am Vorabend des Tages in dem wir alle himmelwärts fahren, ein Spagat zwischen U- und E- Kultur. Da abends ein laues Lüftchen wehte (nicht so wie am Tag davor und schon gar nicht wie am Samstag) machte ich mich mit der D. auf nach Walferdange zu der neunten Ausgabe der Impossible Readings von ILL. Beschähmenderweise muss ich zugeben, dass es meine erste war.

Meine Nachbarin, die N. die Lyrikerin ist, war eingeladen worden. Da die Impossible Readings zum ersten mal Lyriker eingeladen hatten, hatten sie zum Thema vorgegeben sich mit einem Künstler in der bildenden Kunst zusammenzutun, und ein Projekt bzw. Text auszuarbeiten.

Die erste Lesung war etwas „simplistisch“. Der Lyriker hatte lediglich ein paar Texte geschrieben was ihm zu den Bilder von denyart.com einfiel.

Die N. hingegen hatte es auf eine Dialog aufgebaut in der sie mit der Künstlerin nur per Email kommunizierte und ihr dabei Texte schickte und die Künstlerin nur Fotos und Videos, ohne irgendetwas zu bewerten. Anschließend wurde alles in einer Installation zusammengestellt, in der die N. nicht einmal selbst vorlas. Ihr lyrischer Text war von einer völlig anderen Qualität, und die D. meinte dass es die Installation gar nicht gebraucht hätte.

Die Lesung fand übrigens im Walfer Kulturschapp statt, gleich neben dem schönen alten Bahnhof.

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Zurück in der Oberstadt saßen die D. und ich noch auf der Place Guillaume als der M., D.’s Gatte, zu uns stieß der uns erklärte dass die lange Fehde zwischen den beiden Bars ‚Palais‚ und ‚GoTen‚ ein Ende hätte und sie gemeinsam eine Party gestartet hätten. Und ich muss sagen dass es eine der schönsten Straßenpartys seit langem war. Sie hatten sich große Mühe mit der Deko gegeben. Und wenn ich nicht wüsste dass folgendes Foto in der Fußgängerzone der Stadt war, könnte man meinen man sei irgendwo auf Ibiza.

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12 von 12 im August

Wer nicht weiß was  12 von 12 ist, schaue bitte hier nach.

Ich erwachte kurz nach 7 ohne Wecker und der Blick zum Fenster hinaus verriet mir trübes Wetter. Ein Blick auf die Wettervorhersage von rtl.lu bestätigte es.

Beim Internetlesen auf der gleichen Seite musste ich schmunzeln und das Nachrichten Sommerloch lässt grüßen. Der Großaufmacher vom Samstag sind ein paar Dromedar Knochen aus den dritten Jahrhundert die bei Ausgrabungen in einem alten Brunnen in Mamer gefunden wurden.

 

Jetzt stellte sich die große Frage: Wochenmarkt bei Schmuddelwetter oder kein Wochenmarkt? Ich war drei Wochen lang nicht dort.

„Los, Joël! Kaffee, Dusche, Anziehen und Los!“

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Zwischendurch eine kleine Anekdote.

Der A., denn ich jetzt seit über einem Jahr kenne ist syrischer Flüchtling. Er hat seit seiner Ankunft in Luxemburg bereits zweimal an Projekten für Maskénada mitgearbeitet und fühlt sich recht wohl hier, obwohl ihm manches noch sehr fremd ist. Letztens unterhielten wir uns über Frühstück und ich fragte ihn, was er denn morgens so frühstücke. „Coffee and a cigarette“, war seine Antwort in sehr gebrochenem englisch. Ich versuchte ihm zu erklären dass man das auf deutsch und auf englisch ein Nuttenfrühstück nennt. A hooker’s breakfast. Er musste lachen, war aber zugleich sehr irritiert, denn er ist ja nun wirklich nicht… Ein paar Tage später erzählte er mir er würde jetzt morgens etwas essen.

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Auf dem Weg in die Innenstadt, fand ich noch einmal das ominöse Werbeplakat von Medecin du Monde, das für viel Aufregung gesorgt hat.

Es ging soweit dass MdM eine Presseerklärung abgeben musste um das Plakat zu ‚erklären‘. Ich kann nur das wiederholen was ich schon hier geschrieben hatte, dass die Werbeagentur eine sehr schlechte Arbeit abgeliefert hat, wenn der Kunde die Werbung zusätzlich erklären muss.

 

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Luxemburg arbeitet inzwischen auch präventiv. Diese Betonblöcke standen am Beginn der Fußgängerzone vor ein paar Wochen noch nicht da.

Der Markt war sehr leer. Knapp die Hälfte der Stände war da. Ich erwarb ein Dinkelvollkorn Brot, ein bisschen Käse und schaute auch der Keksfrau vorbei weil ich am Sonntag Besuch zum Kaffee haben werde. Und wenn der Markt auch leerer war als sonst, so waren doch alle Samstagmorgenfreunde da und wir tranken Kaffee im Renert, das ab nächster Woche auch für 3 Wochen Urlaub macht.

In der Mitte des oberen Fotos erkennt man eine strahlend blaue Kugel auf einem Gerüst. Was ich übers Wochenende nur am Rande mitbekam: Es war das Streetanimation Wochenende. Und an dieser Stelle sollte später am Abend auch noch etwas stattfinden. Doch bereits früh am Morgen wanderten seltsame gestalten durch die Stadt, siehe unten:

 

An frühen Nachmittag machte ich mit den Samstagsfreunden eine Art Besichtigungstour durch die neue Wohnung. Alle waren begeistert und ich muss sagen dass es das Richtige war, denn zum ersten Mal freute ich mich auch und ich vergaß all die Fehler und Missstände.

Später am Abend ging ich mit der N. und der D. in ein brandneu eröffnetes Kaffee aud der Place de Paris.

Die Ecke Place de Paris / rue Origer war jahrelang ein Schandfleck, wurde aber in dem letzten halben Jahr renoviert und man steckte viel Geld in des Gebäude um es zu sanieren. Das Café Mertopolitan ist ist sehr schön geworden und hat eine angenehme Atmosphäre wo man gerne etwas länger verweilt. Fotos von Innenraum habe ich leider keine gemacht weil ich nicht besonders günstig saß um welche zu machen und ich das nur ungern so demonstrativ vor aller Augen mache.

Von dort aus ging es paar Häuser weiter zum japanischen Restaurant Ogasang, das auch vor kurzem komplett renoviert wurde. Ich war vor kurzem mit dem B. und der S. dort und muss sagen, dass ich hell auf begeistert war von den kleinen Tellern die auf dem Laufband fuhren.

Zum Abschluss noch ein Bild das gestern zusammengebastelt habe. Das veranschaulicht sehr deutlich dass ich nur knappe 1400 Meter weiterziehen werde. Da ich die genaue Distanz nie wusste, war ich selbst überrascht wie nah es doch ist. Denn der Unterschied zwischen beiden Stadtvierteln ist gewaltig.

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Neues von der Baustelle: Warten aufs Internet

Da ich vor drei Monaten noch dachte, dass ich jetzt schon umgezogen sei, hatte ich auch den Termin früh genug gebucht, wegen dem Internetanschluss. Dieser Termin war Freitag Nachmittag um 13:00 Uhr. Der große Wermutstropfen ist, dass ich im Studio bereits Glasfaser habe, mit dem ich mehr als zufrieden bin. Die Straße der neuen Wohnung ist aber noch nicht an das Glasfasernetz gekoppelt und ich muss leider wieder zurück zu DSL.
Der Techniker der Post kam kurz nach 13:00 an und sah sich die bereits vorab gelegten Leitungen in der Wohnung an und stellte fest, dass alles zu seiner Zufriedenheit verlegt war.
Doch dann merkte er jedoch dass die nächstbeste Zentrale für DSL um 300 Meter zu weit liegt, um eine ordnungsgemäße Verbindung herzustellen. Zudem waren einige der Postkabel gestört, und der Techniker begann zu schwitzen. Er fuhr mehrfach zwischen der Zentrale und der Wohnung hin und her telefonierte wie wild.

Da ich das irgendwie geahnt hatte, war ich gleich am frühen morgen schnell zu Ikea geflitzt und hatte zwei Stühle und einen Tisch für den Balkon besorgt, da ja noch keine Möbel da sind.

Warten

So konnte ich während der langen Zeit zumindest im sitzen daddeln und surfen, und das erste mal auf dem Balkon ein paar Stunden verbringen, obwohl das Wetter nicht besonders war.  Diese kleine Garnitur ist später für den kleinen vorderen Balkon gedacht.

Es dauerte volle 5 Stunden bis der Techniker endlich fertig war, mit dem Resultat, dass es ich eine ziemlich langsame Leitung habe. *Seuftz*

Irgendwie ist der Wurm in der Wohnung…

Links,2,3,4…Links!

Im Briefkasten lagen zwei Ausgaben des New Yorkers als ich aus den Cevennen zurückkam.

Links

Dieser sehr persönliche Artikel von Danielle Allen über ihren Cousin der mit 15 Jahren verhaftet wurde und die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbrachte, veranschaulicht noch einmal sehr deutlich die Zustände in L.A. in den 90ern, über die ich schon mal in diesem Post über die Doku von O.J. Simpson berichtet hatte.

The New Yorker: The Life of a South Central Statistic

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Die Blogbuerg ist mir seit meinen zarten Anfängen als Blogger ein Begriff.  Es ist eine Art Bestandsaufnahme der Blogger aus Luxemburg. Was mich sehr überraschte; ich stehe dort an zweiter Stelle der ‚most active blogs‘

Blogbuerg

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Wer den Urlaub die letzten Tage verfolgt hat, hat die Geschichte von dem verpeilten Weinhändler mitbekommen. Ich möchte euch zeigen was ich bei ihm gekauft habe.

Links

Vin de Merde (Scheißwein) bei dem man sich von der Aufmachung her viele Gedanken gemacht hat. Ich hatte ihn vor vier Jahren entdeckt, als ich in der Camargue war. Und was soll ich sagen, er ist wirklich lecker, der Vin des Phiolsophs. Es gibt ihn in rot, weiß und rosé. Ab und an gibt es noch eine extra Sommerserie, ebenfalls Rosé, die noch ein wenig leichter ausfällt im Alkoholgehalt.

Vin de Merde

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Und dann möchte ich noch einen Youtube Kanal an Herz legen vom INA (Institut National de l’Audiovisuel) aus Frankreich mit vielen alten Kochsendungen aus den 70er und 80er Jahren.

INA Les Recettes Vintage

Eine davon habe ich immer geliebt. La Cuisine des Mousquetaires mit Maité und Michelle ist der absolute Kult. Es sind alte klassische Rezepte bei denen an Fett, Butter und Öl nicht gespart wurde. Meine Leber zuckt schon allein vom Zusehen… Es wurde auch viel im Kamin gekocht und gebraten.

Hier ein Beispiel wie man den Klassiker Cassoulet damals machte. (Der Trick mit der Schweinsschwachte in glühend heissen Trichter!!!!)

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Neue Fotos von der Baustelle

Es ist während meiner Abwesenheit doch so einiges passiert. Und im Prinzip sollte ich mich freuen, doch bei näherer Betrachtung, sah sogar ich als Laie viele Fehler.

Fangen wir im Wohnzimmer an:

Die Malerarbeiten sind soweit fertig doch es gibt sehr viele Stellen an denen sie nicht sauber gearbeitet haben. Verschiedene Ecken und Kanten sehen sehr schlampig aus. Es macht mich sehr fuchsig! Warum heuere ich Profis an, die ich teuer bezahlen muss, wenn es anschließend so aussieht als ob ich selbst rumgeschmiert hätte?

Der alte Parkettboden wurde nach dem Abschliff ja seidenmatt versiegelt, doch man ließ es nicht lange genug trocknen. Als man die Pappe wieder darüber legte, um an dem Wänden zu arbeiten, klebte sie an vielen Stellen fest und hinterließ bei der Abnahme hunderte kleine Papierstückchen in der Versiegelung. Der Fußboden muss nochmal komplett angeschliffen und neu versiegelt werden. *Seuftz!*

Der Marmorboden in der Eingansdiele ist jedoch wunderschön geworden und sieht aus wie nagelneu.

Das Schlafzimmer:

Die Wand aus alten Paletten sieht genial aus. Die Schalter und die Steckdosen jedoch müssen ausgewechselt werden weil es weder die richtige Farbe noch die richtige Stelle ist. Es müssen also vor allem oben bei den Schaltern nochmal drei neue Dielen angebracht werden, weil die Schalter ja in die Dielen versenkt wurden. *Seuftz!*

Das Büro/Gästezimmer:

Die Wandfarbe gefällt mir gut und wird später sehr gut zu den Möbeln passen. Der Parketboden ist auch neu und gleiche wie im Schlafzimmer. Es ist der einzige Raum an dem soweit nichts zu beanstanden ist.

Die Küche:

Was hier nicht so gut zu sehen ist, sind die alten Bodenfliesen die aber noch gründlich gereinigt werden müssen. Die alte Sonnenmarquise (auf dem Balkon) kommt weg, dafür gibt es eine neue. Außerdem wurde der ganze Balkon neu gestrichen. Davor war er in einem satten gruseligen Orangeton.

Was ich alles zu beanstanden habe klingt jetzt wie Gejammere auf hohem Niveau. Doch ich weiß auch was es mich kostet und es ist nicht wenig. Wenn ich Profis dafür anheuere, verlange ich einwandfreie Arbeit. Und die Malerfirma hat definitiv getrödelt und geschlampt, so, dass alle andere Firmen versucht haben es zeitlich wieder hinzubiegen und dabei sind Fehler passiert. Ich wollte den Malern eigentlich einen weiteren Auftrag geben; nämlich das kleine Studio, in dem ich jetzt wohne, noch mal zu streichen. Doch Auftrag geht an jemand anders.

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Was ich am ersten Tag nach der Reise mag/nicht mag

Die Rückreise ging sehr flott. Sie kam mir weitaus weniger anstrengend vor als die Hinreise, weil es über kurvenreiche kleine Landstraßen ging. Hier hatten wir diesen Teil am Anfang und der Rest der Reise war Autobahn. Und obwohl der Tag von ‚Bison futé‚ als orangefarben eingestuft wurde, standen wir nicht ein einziges mal im Stau oder im stockenden Verkehr.

Reise
© Pixabay

🙁 Das Aufschließen der Tür und eine vertraute Wohnung wieder entdecken. Es ist zugleich neu und vertraut. Es hat damit zu tun, wo ich davor war. In den Cevennen trat ich jeden morgen vor die Tür und sah eine atemberaubende weite Landschaft. Hier trete ich in eine Wohnung die nur 25 m² hat und sie scheint mir noch kleiner als davor.
Zudem brachte ich mich etwas sehr zum Husten. Ich kann aber nicht sagen was es war. Und da ich ja weiß, dass es bald in eine neue Wohnung mit viel Platz und Licht geht, kommt das Gefühl, dass ich zu hause bin, gar nicht so richtig zum tragen.

🙂 Aber Urlaub ist nicht Alltag. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste permanent in den Cevennen wohnen, würde ich wahnsinnig werden. Ich könnte es nicht . Ich bin ein Stadtmensch.

🙁 Da ich ja vieles hier im Blog vorschreibe, nutze ich es gerade als Entschuldigung, den Koffer nicht auszupacken. Ich hasse Kofferauspacken, weil die Wohnung, dich ich vor der Abreise peinlichst aufgeräumt habe, in zwei Minuten aussieht wie ein Schlachtfeld. Doch es hilft ja alles nichts. Es werden mindestens drei Waschmaschinen voll.

🙂 Das Aussortieren und Zuweisen der Mitbringsel für gute Freunde. Als ich noch Verwandte hatte, habe ich ihnen immer kleine Souvenirs mitgebracht. Die Gewohnheit habe ich beibehalten.

🙁 Die Post sortieren. Rechnungen öffnen und bezahlen. Nicht schön.

🙂 Der erste Streifzug durchs Revier, währendem die Waschmaschine ihre Arbeit verrichtet.

🙂 Den Abend mit einem leckeren Essen im Annexe abschließen und mit dem Besitzer, dem F. über Gott und die Welt reden, und erfahren was alles während meine Abwesenheit im Luxemburg passiert ist.

Es ist gut wieder hier zu sein.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 10

Ich muss euch nicht sagen, dass die Nacht kurz und der Morgen nicht ganz schmerzfrei war. Es war aber Gott sei Dank kein richtiger Kater wie ich ihn von anderen schlimmen langen Nächten kenne.

Dir beiden P’s mit ihren Kindern beschlossen, dass sie noch eine Nacht länger bleiben würden um dann mit uns gemeinsam am Sonntag nach hause zu starten.

Ich ging heute morgen mit dem P. und dem kleinen L .zum Wochenmarkt ins benachbarte Dorf, da ich u.a. Wein bestellt hatte. Aber wie das so im Leben ist, war der Verkäufer letzte Woche ein wenig verpeilt und hatte nicht den Wein mitgebracht den ich haben wollte. Also beschloss ich ihn in seinem Depot am Nachmittag zu besuchen, da ich nicht wirklich Lust hatte zum schwimmen.

Ich fuhr ins 20 km entfernte Bessège, eine etwas größere Stadt. Als ich aus dem Auto stieg dachte ich wäre in einem Backofen. Die Temperaturanzeige wies 36,5 Grad an und es wehte nicht das geringste Lüftchen. Zudem war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und es alles deutete auf ein Gewitter hin.

Als ich zurück kam waren alle hinunter ins Dorf schwimmen und ich nutzte die Gelegenheit hier ein wenig vorzuschreiben und das letzte Alan Bennett Buch auszulesen.

Für den Abend, weil wir nichts mehr kochen wollten, empfahl einer der Nachbarn ein Restaurant in Villefort. Das Restaurant Balme befindet sich mitten im Herzen der kleinen Stadt und ist ein kleines Juwel aus den 30er Jahren. Da sie für den Abend regelrecht überfallen wurden, dauerte der Service ein wenig länger als sonst, doch es war unglaublich köstlich. Fotos habe ich leider keine gemacht doch das war mit den Knirpsen von P. und P. Auch nicht so einfach, denn sie fordern viel Aufmerksamkeit. (Und jetzt weiß ich auch wieder warum ich keine Kinder habe…)

Morgen geht es zurück nach Luxemburg. Ich war ganz bestimmt nicht zum letzten mal in dieser Region.
Zum Abschluss noch ein Bild vom Tisch an dem wir jeden Tag saßen zu allen Mahlzeiten, manchmal bis spät in die Nacht und wir betrachteten die Sterne und den zunehmenden Mond.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 9

Der vorletzte Tag.

Für ein Spontanurlaub den ich eigentlich nicht geplant hatte, ist er doch ganz schön lang geworden. Da der Freund der A. gestern unverhofft wieder abfahren musste, was nicht geplant war, bleibe ich jetzt doch bis zum Sonntag und nehme die A. auch wieder mit zurück nach Luxemburg. Das ist auch praktischer da wir uns abwechseln können mit der Fahrerei.

Die Trauben vor der Tür fangen an reif zu werden. Ein paar habe ich gekostet. Es sind dem Geschmack nach Muskat Trauben.

Es war wieder so ein gnadenloser heisser Tag den man es draußen kaum aushält. Darum verkrochen wir uns nach im Haus. Ich las weiter im Buch von Alan Bennett ‚Vatertage‘. Wenn ich zuhause bin ein bisschen was über Bennett schreiben…

Am Abend kündigte sich Besuch aus Luxemburg an die auf der Heimreise einen Zwischenstopp einlegten. Es waren die P. und der P. mit ihren Knirpsen C. und L.
Ich hatte vegetarische Canelloni gemacht.

Es wurde ein sehr langer lustiger Abend. Ich weiß nur noch dass ich irgendwann nach 3 Uhr morgens das letzte mal auf die Uhr sah.

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Shitstorm Made in Luxembourg

Diesen Post hatte ich gestern vorgeschrieben.

Fangen mir mal mit dem Foto an das die letzten Tage in den Unterständen von Bushaltestellen hing.

Luxemburg
Monatliches Einkommen
von 5.370 €
pro Einwohner
Aber nicht für Paul

Spendet für die Bedürftigen in Luxemburg

Ich habe diese Summe pro Monat mein Lebtag nicht verdient! Wenn ich dem Slogan also glauben darf, bin ich bedürftig!
Vielleicht sollte ich einen Antrag bei Médecin du Monde stellen, damit sie mir den Ausgleich bezahlen?

Ich habe versucht das Foto zu vergrößern um zu sehen welche Agentur für diesen Bockmist verantwortlich ist doch es ist leider nicht zu entziffern.
Ich habe schon verstanden was die Aussage sein soll und wo sie das schlechte Gewissen berühren soll, aber das geht in Luxemburg nicht wenn man konkrete Zahlen nennt, vor allem ohne klarzustellen dass das ein rein rechnerisches Durchschnittseinkommen ist, das nicht einmal 1/4 der Einwohner verdient. Zudem beflügelt es mich nicht irgendetwas zu spenden! Bien au contraire, ma chère!

Der Shitstorm der gerade in den sozialen Netzwerken wegen dieser Kampagne tobt, ist enorm.

Tut mir leid ‚Medecin du Monde‘ aber der Schuss ging nach hinten los. An eurer Stelle würde ich sofort die Werbeagentur wechseln!

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 8

Nach so einem heißen Tag wie gestern mit einer abkühlenden Nacht dahinter, riecht es in dem frühen Morgenstunden draußen wie in einem Kräutergarten. Ich versuche zu ergründen was ich alles rieche, doch es ist nicht auszumachen was es genau ist. Es ist diese wilde Mischung aus Lavendel, Thymian, Rosmarin und vielen anderen Gerüchen. Kindheitserinnerungen werden wach als ich noch jedes Jahr den Sommer mit meinen Eltern in Korsika verbrachte, eine Insel von der Napoleon schon sagte, dass er sie mit verbundenen Augen allein am Geruch erkennt. Überhaupt erinnert mich vieles hier an Korsika. Die schmalen kurvenreichen Landstraßen, die Hügel und Berge und die südländische Architektur sowieso.

Ich werde nur selten von Mücken gestochen. Warum kann ich nicht genau sagen. Doch hier im Süden bleibe auch ich nicht verschont.
Als ich heute erwachte hatte sich ein Viech an meiner Hand und am Arm gründlich den Bauch vollgeschlagen und es juckte wie Teufel.

Dann erinnerte ich mich an ein Hausmittel meiner Mutter aus Kindertagen. Ein Wattebausch mit Apfel- oder Weinessig getränkt mit dem man die Einstichstellen abtupft. Es brennt ein wenig doch danach juckt es nicht mehr.

Mit geballter Kraft versucht der Rosenstrauch unterhalb meines Balkons noch drei Blüten zu hervorzubringen. Eine hat er bereits geschafft.

Eine der täglichen Aufgaben des Tages ist Wasser am Brunnen holen.

Der Brunnen befindet sich keine zehn Meter von Haus entfernt. Das Haus hat zwar Wasseranschluss aber es riecht sehr gechlort was da aus der Leitung kommt und eignet sich dann nicht unbedingt zum trinken.

Die Aussicht von der oberen Terresse.

Es war ein richtig heißer Tag, der am späten Nachmittag eine kräftige Regenschauer mit sich brachte.

Es war als ob die Welt untergehen würde. Zwei Stunden später war wieder eitel Sonnenschein, so als ob nichts passiert wäre.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 7

Die A. hatte Geburtstag.
In aller Frühe, die A. schlief noch, machten ihr Freund und ich uns auf, ins benachbarte größere Dorf um dort in der Patisserie eine Zitronentarte zu kaufen, die man uns im Laden freundlicherweise mit einem Geburtstagsspruch und einer Kerze versah.
Und die Überraschung gelang…

***

Eines fällt mir hier sehr auf. Die Tage kommen und gehen und ich denke an nichts was mich in Luxemburg nach meiner Rückkehr erwartet. Es stehen ein paar große Projekte noch bis Ende des Jahres an, doch das ist mir gerade mal schnurzegal. Ich habe zwar schon so meine ersten Vorstellungen und Ideen wie ich was machen könnte, doch keine davon ist ausformuliert, geschweige denn zu Ende gedacht. Und was die Baustelle der Wohnung angeht, die ist fertig wenn sie fertig sein wird. Rumtoben und sich ärgern hilft nicht.

***

Wieviele Bassins habe ich schon beschrieben? Drei? Dann kommt jetzt der vierte. Dieses liegt am unteren Ende des Dorfes und ist eigentlich das Bassin, wo sich die meisten Sommergäste aufhalten. Folgendes Foto zu schießen war auch nicht so einfach um möglichst wenige Menschen mit darauf zu haben. Denn es wurde im Verlauf des Nachmittages richtig voll.

Das schöne an diesen Wasserlöchern ist, dass beständig frisches Wasser aus den Bergen nachfließt und alles glasklar und sauber ist. Es schwimmen hunderte von kleinen Fischen darin. Zudem sind hier alle Besucher sehr darauf bedacht alles sauber zu halten. Man sieht nirgendwo Plastikflaschen oder sonstigen Müll liegen.

Eine Libelle stattete mir einen Besuch ab und blieb schön sitzen als ich langsam mein Smartphone aus der Tasche holte und sie abzulichten.

Da es heute so heiss war, dass man wirklich nichts anderes tun konnte als rumliegen und sich ab und an im Wasser abzukühlen, unternahmen wir auch nichts weiter bis zum Abend.

Wir speisten in den kleinen Restaurant das sich im Herzen des kleinen Dorfes befindet und ich muss gestehen, dass es nicht besonders war. Die A. kannte den neuen Besitzer auch noch nicht, da es letztes Jahr noch jemand anders war.

Anschließend gingen wir noch eine Straße weiter (jetzt kommt’s) zum Jazz Festival! Diese klitzekleine Dorf hat ein Jazzfestival und das schon seit über 10 Jahren! Nun muss man wissen, dass die Franzosen es verstehen manche Dinge mit Namen so aussehen zu lassen, dass man glaubt es wäre das absolute Sumumm. Das Endresultat ist dann oft niederschmetternd enttäuschend.

Doch ich war dann doch sehr erstaunt wie gerammelt voll der Platz war.

Ich bin nun nicht der große Fan von Jazz, es sei denn es ist klassisch, was an dem Abend nur sehr bedingt de Fall war. Den Namen der Band kann ich nicht sagen ich müsste es nachsehen und es ist letztendlich nicht wichtig. Aber dass es so viele Begeisterte anzieht, die total aus dem Häuschen waren, war verblüffend.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 6

Die A. gab mir die Erlaubnis folgendes Foto zu posten als wir gestern morgen einige Besorgungen im Mini Market des Dorfes machten.

Sie ist überhaupt einer meiner liebsten und großzügigsten Freundinnen und Arbeitskolleginnen, die ich habe.

Die Pizza, gestern Abend war sehr lecker, lag mir aber die ganze Nacht durch, inklusive heute morgen etwas schwer auf dem Magen. Zudem schmerzten meine Knie vom Herumhüpfen auf den Felsen am Wasserbassin. Also ließ ich den Morgen langsamer anlaufen mit Lesen und Bloglesen.

Ich las, dass Luxemburg diese Nacht stellenweise in gewaltigen Hagelschauern unterging. Hier herrscht jedoch eitel Sonnenschein.

Hier mal eine kurze Zwischenfrage, weil ich das nicht checken kann: Sehen die Posts vom Urlaub in einem Computerbrowser alle ok aus? Ich kann die Fotos nicht skalieren und nur bedingt runterrechnen, damit WordPress sie annimmt, da ich ja alles nur mit dem iPhone 7 schreibe. Zudem habe ich das seltsame 3G Netz, das zwar volle Pulle 3G anzeigt, aber nicht einhält. Das Hochladen geht bisweilen und dann wieder nicht. (4G habe ich nur im größeren Nachbardorf)

Am Nachmittag fuhren wir hinauf zu den Gorges du Tarn. Und wenn wir in dem kleinen Dorf nur auf 500 Höhenmeter sind so waren wir dort auf 1300 Meter. Der Fluss Tarn speist ebenfalls mehrere Bassins und die A. fuhr uns zu einem der höchstgelegenen.

Es ist bei weitem das schönste Bassin das ich bis jetzt gesehen habe. Und wenn ich bei den anderen dachte, dass ich hart im Nehmen bin, so wurde ich hier eines besseren belehrt. Das Wasser ist A….kalt! Da das Wetter auch nicht so ganz mitspielte (es war sehr bewölkt) traute ich mich auch nur bis zur Hüfte hinein.

Zum Abendessen lud die A. in die ‚Truite Enchantée‘ ein das sich etwas unterhalb dem Bassin in Pont de Montvert befindet.

Wir saßen draußen auf dem Balkon und verzehrten, wie in Frankreich üblich, ein komplettes Menü. Dazu gab es ein Flasche Rosé Faugères (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben) denn ich noch bestens in Erinnerung habe als ich das letzte mal in der Camargue war. Es war wunderbar.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 5

Stille Tage in Clichy. An den Titel dachte ich gestern Abend als ich zu Bett ging. Obwohl der Film und der Roman von Henry Miller an sich alles andere als still waren….
Er spielt sogar teilweise in Luxemburg, und wurde dort bei seiner Erstaufführung von der prüden und zugeknöpften Staatsanwaltschaft kurz vor seiner Luxemburgpremiere beschlagnahmt. Der damalige Minster Emile Schaus gab ihn dann kurze Zeit später wieder frei.
Ich schweife ab…

Das Buch von Alan Bennett ‚Handauflegen‘, von dem ich gestern sprach, ist übrigens sehr schön.

Als ich heute Morgen erwachte, tröpfelte es immer wieder kurz. Wir frühstückten im Dorf und machten anschließend eine kleine Wandertour auf der anderen Seite des Dorfes. Dabei schoß ich folgende Fotos

Ein Esel ohne menschliche Begleitung kam uns entgegen. Niemand störte sich weiter daran. Er trottete an uns vorbei, grüßte höflich, und stieg dann seitlich in eine Wiese hoch, wo ein anderer Esel ihn lautstark empfing.

Das Dorf vom gegenüberliegenden Hang aus gesehen. Es ist so malerisch dass es beinah kitschig erscheint.

Wenn man sich umdreht, hat man diesen Berg im Blickfeld.

Eine der letzten Rosen an den Sträuchern die um das Haus stehen. Die meisten sind für dieses Jahr schon verblüht.

Am Nachmittag las ich dass die großartige Jeanne Moreau verstorben ist. In den vielen Jahren in denen ich nach Cannes fuhr bin ich zwei mal begegnet. Mit ihr zusammengearbeitet habe ich leider nie, obwohl sie mehrfach in Luxemburg zu Dreharbeiten war.

Wir wanderten am Nachmittag zu einem weitern Bassin das von einem Gebirgsbach gespeist wird. Das Wasser ist kalt aber ich war drin.
Hier der Beweis:

Es war sogar recht angenehm.

Und während die A. und ihr Freund auf den Felsen herum kletterten, lag ich im Schatten und fing das dritte Buch von Alan Bennett an, ‚ Miss Fozzard findet ihre Füße‘.

Für das Abendmahl hatte die A. Lust auf hausgemachte Pizza. Und so sah sie aus:

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 4

Ich erwache morgens fast immer so gegen 7 Uhr.
Von ganz weit her hört man einen Hahn krähen. Die Grillen sind früh am Morgen seltsamerweise still. Dafür hört man die Vögel. Und von der anderen Seite des Tals, näher zum Dorfkern hin, hört man das Rauschen des Gebirgsbaches, in dem ich gestern gebadet hatte.
Die A. meinte dass wir heute noch ein weiteres Bassin aufsuchen könnten. Es gäbe insgesamt drei Stück um das Dorf herum und die Kletterei wäre auch nicht so schlimm.

Das mit dem Runterrechnen und einfügen der Fotos ist, wenn man alles nur über das iPhone tätigt, wirklich nicht so einfach. Das versprochene Panoramafoto von gestern ist kleiner geworden als ich wollte.

Aber das alles hier ist eine gute Übung für kommendes Jahr wenn die richtig lange Reise beginnt. Und ich werde auch noch nach anderen Lösungen suchen, wie ich mir das Bloggen vereinfachen kann. Konstruktive Ratschläge sind willkommen. Denn ihr wollt doch mit dabei sein, wenn es einmal rund um die Welt geht, oder?

Das ist der Berg über dem Dorf an dem auch das Haus im unteren Teil des Hanges liegt.

Der Tag begann sehr gemütlich mit spätem Frühstück, Bloglesen und anschließendem Lesen und rumlümmeln auf der Terrasse. Es war bewölkt und es fielen ein paar Regentropfen, die man alle mit Namen nennen könnte, denn es waren recht wenige.

Wenn ich die Tür vom Gästezimmer öffne stehe ich unter alten Weinreben. Reif sind die Trauben aber noch.

Ich verbrachte den Nachmittag mit Lesen. Ich las von Alan Bennett ‚Ein Cracker unterm Cannapé‘ aus und fing vom gleichen Author ‚Handauflegen‘ an.
Alles in allem ein sehr ruhiger Tag.

Am frühen Abend kam der Freund von der A. aus Luxemburg an.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 3

Das Haus ist in 4 Ebenen aufgeteilt. Die unterste ist der Garten.

Ein sehr alte, sehr malerische Bank unter einem Kirschbaum (der leider keine Früchte mehr trug) und einer Kaffeetasse. (Meiner Tasse… räusper)

Auf der Ebene darüber, befindet sich eine Art Gästezimmer in dem ich untergebracht bin.

Es hat einen eigenen kleinen Balkon mit einer Aussicht über das ganze Tal.
Als ich diese Aussicht fotografierte, sah ich zum ersten mal einer dieser seltsamen Untertassenwolken die sich nur sehr selten bilden.

Sie zwar nicht perfekt aber der untere Teil stimmt schon mal.

Den Rest der Morgens verbrachten wir im Nachbardorf auf den Wochenmarkt. Es ist schließlich Samstag und gute Gewohnheiten sollte man nicht aufgeben.

Am Nachmittag kraxelte die A. mit mir den Berg hoch zu einem Bach aus den Bergen, der eine kleines Naturbassin speist. Als wir endlich oben ankamen ( wir spazierten ziemlich flott hinauf) war ich völlig k.o. und triefte aus allen Poren.

Doch der Anblick, das glasklare Wasser und Rauschen des Baches waren die Mühe wert.
(Hier werde ich später noch ein Panoramafoto einsetzen. Mit der App ist das etwas schwierig.)
Gern hätte ich euch noch noch ein Foto von mir im Wasser gezeigt. (Ja ich war drin!) Aber uns verjagte ein Gewitter, das aber wieder abzog.

Ein wenig später waren wir in der Bar du Nord und genossen den ersten Pastis des Tages. Herrlich!

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 2

Es ist ein kleines Paradies das die A. hier hat.

Auf der Fahrt hierher träumten wir von einem eiskalten Pastis. In Luxemburg fällt es mir im Traum nicht ein Pastis zu trinken. Doch hier gehört es einfach dazu.

Nach einer sehr friedlichen Nacht ( so still dass es schon fast unheimlich war) entdeckte ich am Morgen folgendes vor der Eingangstür:

In diesem etwas vertrockneten Lavendelstrauch sitzt ein Tierchen das ich bis jetzt nur aus Tiersendugen kannte. Live hatte ich es noch nie gesehen.

Eine noch recht kleine Gottesanbeterin.

Ansonsten verbrachten wir den Tag in dieser recht dünnen besiedelten Gegend mit der Suche nach einem Zahnarzt, weil die A. mit akuten Zahnschmerzen geplagt war. Der nächst gelegene Zahnarzt war 25 km entfernt bei dem die A. Gott sei dank noch am späten Nachmittag ein Termin bekam. Uff… Sie wurde mit knallharten Schmerztabletten und Antibiotika versorgt, weil der Arzt eh nichts weiter für sie tun konnte.

Es wurde somit ein sehr ruhiger Abend.

Da ich nicht alles gleich am ersten Tag erzählen möchte, was er hier so alles gibt, werde ich euch die nächsten Tage ein bisschen was über die Gegend zeigen.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 1

Die Fahrt hat dann doch ungleich länger gedauert als wir dachten. Ich schrieb auch im Beitrag davor, dass wir in der Provence wären. Ein Bisschen südlicher wäre es es fast der Fall.

Nein, wir befinden uns in einem kleinen Dorf weitab von allem. Die Großeltern der A. haben das Haus in 60er Jahren gekauft und es ist seitdem das Familienferiendomizil.
Ich sitze auf der unteren Terrasse und es wird langsam dunkel. Gerne würde ich euch eine Kostprobe vom Zirpen der Grillen hören lassen, denn es ist alles was ich an Geräusch höre. Sonst nichts.

Es werden ruhige Tage in V.

Neues von der Baustelle 4 & Und was die nächsten Tage wichtig wird

Seuftz.

Es ist offiziell.

Ich werde nicht vor September umziehen.Es macht mich schon etwas wütend, da ich da ich gehofft hatte, ich könnte mich im August in aller Ruhe einrichten und Anfang September noch mal für ein paar Tage verduften, bevor die Theatersaison mit voller Wucht zuschlägt. Aber das wird wohl nichts.

Die Maler sind nicht fertig geworden vor dem Kollektivurlaub. Das einzige was fast fertig wurde ist das Badezimmer…

und das Wohnzimmer,…

mit dem alten Parkettboden, der abgeschliffen und seidenmatt versiegelt wurde.

Die Küche sieht aus wie eine Müllhalde und ich habe kein Foto davon gemacht… Stattdessen zeige ich euch wie es demnächst aussehen soll.

Baustelle

***

Es war noch bis vor ein paar Tagen nicht ganz klar, aber ich werde nach Südfrankreich fahren, zusammen mit der A., die dort ein kleines Haus in der Provence hat. Es ist mitten in der Pampa und ich weiß nicht ob ich von dort aus bloggen kann, werde es aber versuchen.

Wir lesen uns.

Der digitale Nachlass

Nachlass
© Pixabay

Von der Überschrift her könnte man meinen dass es sich um praktische Tipps handeln würde, wie man seinen eigenen digitalen Nachlass regelt, doch ich möchte mit diesem Posting noch einen Schritt weiter gehen. Denn es gibt schon genug praktische Anleitungen wie man sich zu Lebzeiten anlegen kann, das mit den E-mail Konten und sozialen Netzwerken zu regeln.  Hier ein paar Links bei denen man das nachlesen kann:

Wikipedia: Digitaler Nachlass
Zeit Online : Datenerben ist kompliziert
SZ.de : Das Digitale Erbe regeln

Hier geht es um mein Blog und was damit passiert wenn ich das zeitliche segne.

Das Gedanke kam mir gestern Abend, als mich zu einer WordPress Veranstaltung in Luxemburg anmeldete. Ich musste dazu, (wie bei fast allem) ein Konto anlegen und mich als Mitglied anmelden. Das war in diesem speziellen Fall mit ein paar Fragen hinsichtlich WordPress verbunden. Eine davon war wie lange ich WordPress bereits nutze. Ich wollte automatisch das Geburtsdatum des Blogs eintragen (Januar 2004), doch dann fiel mir ein, dass es nicht stimmt. Ich habe mit Blogger.com angefangen. Also suchte ich im Bolg nach wann genau ich zu WordPress wechselte und kam auf Juni 2006.

Mein Blog ist somit auch für mich ein historisches Zeitdokument, in dem ich diese Dinge festhalte. Dieses Datum vom Wechsel zu WordPress ist jetzt für niemanden so sehr von Belang wie für mich selbst, doch was ist mit anderen Beiträgen?

Ich habe viel Zeitgeschichtliches verbloggt. Die Serie „Moment mal..“ z.B. behandelt die Lebensgeschichte von Menschen, die mir wichtig waren oder immer noch sind. Es gibt Theaterkritiken, Einblicke hinter die Kulissen und Begebenheiten die sich an Drehorten abgespielt haben. Es gibt Restaurantkritiken (siehe den letzten Beitrag) Filmkritiken (siehe die ‚Kino am Mittag‘ Beiträge) und es gibt Spaziergänge durch Stadt die ich mit Fotos versehen habe, über Dinge die mir auffielen. Es gibt auch ein paar fiktive Kurzgeschichten.

Ich möchte mich auf keinen Fall als Historiker oder Schriftsteller hinstellen, denn das bin ich ich nicht. Ich möchte auch nicht dass dieser Beitrag aufgeblasen und großkotzig daherkommt. Wer mich kennt weiß dass ich das nicht bin. Aber ich investiere viel Zeit und Arbeit in mein Blog, und wer hier schon eine Weile mitliest weiß, dass ich vor kurzem zwei böse technische Havarien hinter mir habe, die mich das Blog noch mehr schätzen lassen als je zuvor. Um ein Haar wäre alles weggewesen. Und der Gedanke daran lässt mich immer noch schaudern.

Ich stricke den Gedanken mal weiter, und ziehe auch andere Blogger in Betracht die kein Tagebuchblogging machen sondern sich einem bestimmten Thema verschrieben haben. Ein Fashionblogger erstellt über Jahre hinweg ein geschichtliches Dokument, das für Modehistoriker von großem Nutzen sein kann. Ich kann mir auch vorstellen, dass Maskenbildner es in 20 Jahren viel einfacher haben, eine Recherche zu starten, wie die man sich heute schminkte und zurecht machte, dank der ganzen Beautyblogger und Vlogger, die über jeden noch so verrückten Trend berichten.

Ein sehr schönes Beispiel ist das Techniktagebuch, das schon seit Jahren eine großartige Pionierarbeit leistet in Sachen Alltagstechnik.

Was passiert also mit meiner Arbeit von all den Jahren, wenn ich einmal nicht mehr bin? Ich habe keine Nachkommen denen ich es vererben könnte. Ich könnte einen Nachlassverwalter ernennen, doch wer garantiert mir dass er das Blog von einem Tag auf den andern nicht schließt und alle Daten vernichtet?

Es gibt in Luxemburg ein nationales Literaturarchiv, bei dem schon feststeht, dass ein paar der großen Schriftsteller, wie Gast Gröber oder Lambert Schlechter, dass deren Blog auf jeden Fall in das Archiv aufgenommen wird. Genau so verhält es sich mit den Tages- und Wochenzeitungen die von der Nationalbibliothek archiviert werden.

Aber was ist mit rein digitalen Aufzeichnungen?

Ich bin gespannt auf die Kommentare. Ich werde diesen Beitrag auch an das Nationale Literaturachiv weiterleiten, denn ich weiß, dass sie sich bereits mit dieser Thematik beschäftigen.

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Ein Besuch im Restaurant Le Strogoff

Vor langer Zeit hieß das Restaurant noch „Le Cordial“ und war eines der liebsten Restaurants meines angeheirateten Onkels, der gern und oft dort speiste. Ich habe ihn und meine Tante ein einziges mal begleitet, aber wie es damals eingerichtet war, weiß ich nicht mehr. Es ist mindestens 30 Jahre her…
Es war ein traditionsgeladener Ort, bis er schloss, und sich ein Italiener niederließ.

 

Strogoff

So sah es noch im Februar aus.

Im unteren Teil des Fotos sieht man auch noch den Namen des italienischen Restaurants das nach den Cordial ansässig  war. La Voglia Matta. Ich war ein einziges mal mit der N. dort. Und obwohl das Essen ganz ok war, war das Ambiente fürchterlich. Es war durch den Steinboden und die kahlen Wände sehr kühl und man saß an billigen Plastik Tischen und Stühlen die an Aldi Gartenmobiliar erinnerten.  Für ein Restaurant dass sich preislich in einem oberen Segment ansiedeln wollte, ziemlich undenkbar.

Es hat dann doch ein wenig länger gedauert bis das neue Restaurant Le Strogoff eröffnete. Es wurde Mai statt April. Seltsamerweise habe ich bei den hiesigen Bloggern noch keinen Beitrag darüber gelesen. (Vielleicht habe ich es auch verpasst.) Doch ich scheine der erste zu sein der darüber berichtet, obwohl diese Woche ein Bloggerevent dort stattfinden wird.

Von der Einrichtung her haben sie richtig Mühe gegeben. Da das Restaurant ein riesengroße Fensterfront mit Blick auf die Place de Paris hat, und einen sehr altmodischen Steinboden, den man unbedingt in das restliche Design integrieren muss (was man davor nicht tat) war es bestimmt nicht einfach. Es ist ein Mix aus modernen und alten Objekten, der meiner Meinung nach, sehr gut gelungen ist.

 

Das Essen jedoch war weniger erfreulich. Wir hatten zum Aperitif Bruschetta und ein paar Streifen Gurke in Tempura Teig frittiert. Es war ganz ok, aber Bruschetta und Tempura Gemüse sind nicht irre schwer herzustellen.  Anschließend hatte ich ein Tartare vom Rind auf traditionelle französische Art mit Pommes und einem Ruccola Salat,  und so gerne ich es loben möchte, es schmeckte mir nicht. Es war auf seltsame Art sehr trocken und hatte wenig Geschmack.  Auch der Salat mit frischem Buffala für meine Begleitung, war lieblos und fade, trotz der frischen einwandfreien Zutaten.

Das ist sehr schade, denn der Ort an sich ist ein absoluter Knaller. Es ist sehr gemütlich und man verweilt gerne länger dort. Auch die Bedienung ist supernett und tadellos.

Da sie aber auch traditionelle Pasta, Risotto und Pizzen haben werde ich das nächste Mal davon etwas probieren, und berichten. Es wäre sehr schade wenn es nur an der Küche liegen würde, dass der Ort ein schlechte Note bekommt.

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Klassentreffen 2017

Für manche sind Klassentreffen ein Gräuel. Der Gedanke daran lässt bei vielen Erinnerungen hochsteigen, die man besser ruhen lässt. Bei mir siegte die Neugierde als die M-F. vor sieben Jahren den ersten Aufruf zu einem Klassentreffen startete. Doch leider war ich in Frankreich unterwegs mit dem Film Vertraute Fremde. In einer der Hauptrollen, die Dame neben mir, Alexandra Maria Lara.

Ich schweife ab….

***

Nach 7 Jahren war es wieder soweit. Um 11 sollten wir uns vor dem ältesten Gebäude der Stadt treffen, wir, die in den Jahren 1966/67 geboren wurden und in der „Alten Heimat“ zur Grundschule gingen.

Da ich am Tag davor die Premiere des Freilichtspektakel hatte, viel die Nacht etwas kurz aus, doch ich kam pünktlich an.  Erstes Beschnuppern. Die meisten kannte ich auf den ersten Blick wieder. Doch ein paar davon hatte weit über 20 Jahre nicht gesehen es dauerte etwas länger bis der Groschen fiel.
Die M. war die Erste die mir um den Hals fiel. Sie war meine Nachbarin quer hinter meinem Elternhaus. Sie hatte mir vor Jahren einmal bei Schulvorstellung geholfen für die ich engagiert worden war.
Die M-F. die zusammen mit dem G. des Treffen organisiert hatte, war die zweite. Mit ihr habe ich sporadisch Kontakt, denn sie liest eifrig im Blog mit.
Die C. erdrückte mich fast. Sie hat sich kein bisschen verändert, man erkennt sie sofort. Sie hat noch immer ihre wilden unbändigen Locken und ist noch immer ein prall gefülltes Bündel an Energie und Herzlichkeit.
Und dann sah ich die A. die seit der Schulzeit nicht wieder gesehen habe. Die A. die hinter mir in der Schulbank saß, und in die der Großteil der Jungs aus der Klasse heimlich verknallt war. (Und wenn ich den Blick vom einigen der Jungs richtig deutete, sind sie es heute immer noch)
Auch der A. schien selig zu sein. Er ist einer der Wenigen der den Familienbetrieb, ein Hotel mit Restaurant, übernahm und somit in der „Alten Heimat“ geblieben ist. Der Großteil wohnt, so wie ich, nicht mehr dort.

Und so wie dem A. ging es Vielen. Ich hatte nicht erwartet dass das Wiedersehen mit einer so großen Freude und Glückseligkeit verbunden wäre.

Wie die M-F. und der G. es angestellt hatten, dass wir zu einem Ehrenwein vom Bürgermeister empfangen wurde, weiß ich nicht. Aber er selbst schien auch hocherfreut so viel bekannte Gesichter wiederzusehen. Was ihn aber am meisten begeisterte war, dass sich auch ein paar der LehrerInnen eingefunden hatten um mit uns zu feiern. Leider war keine von meinen Lehrerinnen dabei. (Ja ich hatte nur Lehrerinnen)

Nach dem ersten Ehrenwein ging weiter in das nahegelegene Wirtshaus das dem A2. gehört der uns das ein Aperitif spendierte. (Der zweite Ehrenwein…)Da ich morgens weiter nichts gegessen hatte, war das zweite Glas Wein schon fast ein Glas zu viel.

Wir schlenderten weiter zum Hotel des A. in dem ein Tisch für uns reserviert war. Auf den Menü:

Haugemachte Ravioli mit Foie Gars und Parmesan /Faux-Filet dry age mit Bearnaise oder Pfeffersauce, Gratin Dauphinois und Pfannengemüse. Das Dessert habe ich weggelassen. (Fotos habe ich leider keine davon gemacht)

Wie so oft im Leben wenn man alte vertraute Gesichter wieder sieht, kamen bei manchen auch die Emotionen hoch, und es wurden ein paar Tränchen vergossen. Der D. erzählte von seiner Ehe die völlig aus dem Ruder gelaufen ist und wie sehr er darunter leidet.  Die A. erzählte eher nüchtern, dass sie sich nach über 20 Jahren geschieden wurde und bis dahin nur Hausfrau und Mutter gewesen war. Sie hat mit 50 nochmal ganz von vorn angefangen und gibt jetzt Unterricht in einer Schule für Erwachsenenbildung.
Der L. erzählte mir von dem N. der einer seiner besten Freunde gewesen war und sie hatten jahrelang immer noch Kontakt. Doch etwas muss zwischen dem N. und seinen Eltern passiert sein, denn er brach den Kontakt völlig ab zu allem und jedem. auch zum L.

Und so schien jeder sein Bündel an Sorgen und Problemen mit sich zu tragen.

Es war trotz allem ein wunderschöner Nachmittag an dem auch viel gelacht wurde. Und wir schworen uns nicht 7 Jahre zu warten bis zum nächsten Treffen.

Klassentreffen

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Fotoausbeute der letzten Tage

Als ich gestern Abend von der Premiere des Freilichtspektakel in Grosbous zurück fuhr, wurde mir endlich bewusst dass ich das letzte Projekt, die letzte Baustelle  für diese Spielzeit abgeschlossen habe. Juchuuuu!

Auf einer großen grünen Fläche zwischen Bauernhöfen, einer Mühle, und einem Bach steht die Bühne. Die Gänse, nebst ein paar Hühnern spielen auch mit. Die Premiere war ein voller Erfolg. Wenn ihr euch den Revisor ansehen wollt, Eintrittskarten gibt es hier.

Die Hauptdarstellerin, die fürs Foto ein gewaltiges Duckface zeigte, dass sie kaum wiederzuerkennen ist.

***

Nachtrag vom Vorabend des französischen Nationalfreitages.

Ich speiste mit der N. im Annexe, draußen, als sie mich plötzlich darauf aufmerksam machte, dass eines der Hochhäuser auf Kirchberg, rot, blau und weiß horizontal gestreift sei. Fast wie die französische Flagge, nur die Reihenfolge der Farben war falsch.

***

Am Samstag auf dem Weg zum Wochenmarkt entdeckte ich zum ersten Mal dieses Jahr das Beduinen „Trio“, das fast jedes Jahr an der Place d’Armes sitzt. Ich wollte noch immer ein Foto von ihnen machen für’s Blog.

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Ein Casting Aufruf

Gestern erreichte mich der ein Casting Aufruf. Und als ich las was es genau ist, biss ich mir auf die Unterlippe.

Ich kann guten Gewissens darüber schreiben, denn das Stück ist kein Geheimnis, es steht bereits im Spielplan 2017/18 des Grand Théâtre.

Meine gute Freundin die Anne, wird ein Stück im Grand Théâtre inszenieren, in Koproduktion mit dem Queen’s Theatre in England. Es heißt „Kindertransport“ von Diane Samules, und es geht um 10.000 meist jüdische Kinder die, kurz bevor der zweite Weltkrieg ausbrach, ein Visum für England bekamen um auszureisen. Ein spannendes Thema, ein spannendes Stück.

Ich habe bis jetzt fast an fast allen Theaterstücken von Anne mitgearbeitet; das letzte war Ashcan. Doch hier wird es leider nicht klappen, da es genau die Zeit der Weltreise fallen wird.

Lesen hier auch ein paar Schauspieler mit? Wenn ja und ihr passt in das Schema der gesuchten Protagonist/innen , bitte schön

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KINDERSTRANSPORT
CASTING CALL

For their upcoming production of Kindertransport, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg and Hornchurch Queen’s Theatre are happy to share the following casting call:

Summary
In November 1938 in reaction to the “Kristallnacht”, the growing violence against Jews, Social Democrats and Bolsheviks and the rising Nazi threat, the British government made available permits for children – and only children – from Germany, Austria and other Nazi-occupied territories in Europe to enter the UK safely. Before World War II erupted, nearly 10.000 youngsters, most of them Jewish, had made it to England.
To mark the 80th anniversary of that rescue operation – which became known as the “Kindertransport” – the Théâtres de la Ville are embarking on an international collaboration to produce Diane Samuels’ play inspired by those events. Anne Simon will direct a mixed cast and work with an international team on a production that is set to be performed in the UK and in Luxembourg. Kindertransport approaches the experience of surviving the Holocaust from the unusual perspective of a child who thankfully escapes its horrors but pays a heavy price long after it is over.
Tagged like a piece of luggage, Eva Schlesinger leaves her mother in Hamburg and travels to England, where the well-meaning Lil takes over her upbringing. Little by little, the distraught child grows into a reserved young woman. Her accent fades. And so, presumably, do the old traumas but also her connection with her roots. As a result, she finds a way to cope that redefines her sense of self and creates a new identity. These processes profoundly affect the relationships between all the women in the play. When her own daughter, Faith, preparing to move out of the family home, discovers a box carefully tucked away in the attic, she uncovers links to Eva Schlesinger from all those years before.
With its profound drama of separation, cultural and linguistic dislocation, painful loss of one family then formation of another, and with its attendant sense of betrayal and guilt, Kindertransport draws a simple yet truthful portrait of one child in one time that easily expands to many similar experiences across history. It is even more relevant today than ever.

» The play is not about the Holocaust, not a history play at all. It explores the question of how human beings survive after they have suffered deep emotional trauma and how the damage caused is passed onto the following generation. Also, at its heart, the play is about that universal and timeless aspect of human experience: the separation of a child from its parent. Every person on earth, whatever their age, can relate to that. Diane Samuels, May 1999

Production details:
Directed by Anne Simon
Designed by Marie-Luce Theis

Rehearsing Luxembourg 29th Jan – 17th Feb 2018
Rehearsing UK 19th Feb – 3rd March 2018
Technical rehearsals at Queen’s Theatre 5th March 2018
Performances 8th – 24th March 2018, including previews
Move to Luxembourg 25th March – 26th March 2018
Shows in Luxembourg 27th, 28th, 30th, 31st March 2018

Casting details (Luxembourg casting)
Casting location Grand Théâtre, Luxembourg, 1, Rond-point Schuman,
L-2525 Luxembourg
ROOM 0.18 (enter via entrée des artistes)
July 27th 2017
10am – 1pm: first rounds
2pm – 5pm: callback

Diane Samuel’s multi-layered play calls for a quick-minded cast as it oscillates between times and states of mind. Ease to change situations and to work emotional breaks are essential. The play jumps between:
• Three times periods; pre-war, war and post-war.
• Three cities; Hamburg, Manchester, London.
• Three mothers; Helga, Lil and Evelyn and the impact of choices
that a parent has to make for the protection of their child.

Please double check the exact language requirements for each role before applying.
Please prepare one monologue of maximum 5 minutes. A short dialogue will be sent to you with the casting call confirmation.
Send your CV to the 3 following people:
Ben Bauler: bbauler(at)vdl.lu
Tamara Fascella: tfascella(at)vdl.lu
Anne Simon: simonanne(at)icloud.com
with the header:
Kindertransport casting application

 

PARTS to be cast

Evelyn
A middle-classed English, white woman in her fifties. Basic knowledge of German could be handy but is no obligation. Evelyn has buried her past and taken on a new identity.
Faith
Evelyn’s only daughter. In her 20s. Native English speaking, white. Faith is struggling with the decision of leaving the security of the mother’s home in order to make a life of her own.
Eva Schlesinger
Evelyn’s younger self. The Jewish girl that was on the Kindertransport from Germany to Britain. At the beginning of the play she is 9 years old and grows to 17. Must be fluent in German and English.
Lil Miller
Working-class English woman from Manchester. Eva’s/Evelyn’s adoptive mother. Although she appears at different time periods from around 40 years to 80 years of age, we will cast her at a playing age of around 75-80 years old.
Helga Schlesinger
Mother of Eva, German Jewish woman. In her 30s. Helga has taken the painful decision to protect her child by sending her away. She comes to meet Eva as a teenager to take her away to the US, but has to realize that Eva’s roots have been displaced. Must be fluent in German and English. A Yiddish accent can be of advantage. Singing skills.
The Pied Piper
Border Officer, Post Man, etc. Male, Playing age 25-45. Fluent in English and German. Singing skills, playing a musical instrument can be of advantage. Good movement skills are a requirement.

Erinnerungen an die J.

©Pixabay

 

Während der Fahrt nach Grosbous wo ich das Freilichtspektakel betreue, muss ich durch ein Dorf fahren, das mir durch seinen etwas ungewöhnlichen Namen, seit meiner Kindheit ein Begriff ist. Der Ort ist nichts besonderes, er hat meiner Kenntnis nach weder Sehenswürdigkeiten, noch ist er für irgendetwas anderes bekannt. Ich habe ihn mir als Kind immer irgendwie mitten im Wald vorgestellt (was teilweise auch der Fall ist) Und ich verbinde mit einer Klassenkameradin, der J.

Ich habe, glaube ich, kein Foto von ihr. (Oder doch?)*

Ihr Gesicht habe ich nur von ihren letzten Jahren in Erinnerung, das immer sehr blass war, zeitenweise sogar bläulich. Die J. hatte einen angeborenen Herzfehler der nie richtig behandelt wurde oder werden konnte.

Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder war sie im Kinderheim meiner alten Heimat. Sie waren Halbwaisen. Ihre Mutter lebte nicht mehr. Warum ihr Vater die beiden ins Heim gab weiß ich nicht.  Die J. saß ein Jahr lang hinter mir in der Bank, und war eine der seltenen Kameradinnen die mich nicht hänselte. (Aber das ist eine andere Geschichte)

Sie hatte ein Foto von ihrem Vater in ihrer kleinen Geldbörse. Sie zeigte ihn mir einmal. Es war ein seltenes Privileg, weil sie noch nie jemandem das Foto gezeigt hatte. Es war ein alter Mann mit strengen Gesichtszügen und, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war er  Förster von Beruf.

Was mir seltsamerweise an dieser kleinen Begebenheit mit dem Foto in Erinnerung geblieben ist, war der Umstand, dass ich ihr das mit dem Foto nicht abnahm. Er sah so „anders“ aus. Nicht wie mein Vater oder die andern Väter. Er schien wie aus einer vergangenen Epoche.  Auf mich hatte er dir gleiche Wirkung wie das riesengroße Porträt vom Urgroßvater, das die Großmutter Thérèse im Salon hängen hatte. J’s Vater hatte genau den gleichen riesigen Schnauzer, der das halbe Gesicht verdeckte.  Die J. musste das irgendwie gespürt haben dass ich ihr nicht glaubte und sagte mir sehr fester Stimme: Das…ist…mein…Vater!“ Sie steckte das Foto wieder ein und niemand bekam es je wieder gezeigt.

Erst Jahre später zur Firmung, sollte ich den Vater einmal kurz zu Gesicht bekommen. Er stand nach der Messe ein wenig verstohlen abseits der Kirche und schien sehr verlegen, als die J. auf ihn zurannte und ihn ganz fest drückte. Er war groß und hager und hatte tatsächlich den gewaltigen Schnauzer.  Ich weiß noch dass sich ein paar der anderen Kinder fragten wer das denn sei. Ich wusste die Antwort.

Er kam selten zu Besuch. Die J. blieb auch an den meisten Wochenenden im Heim.

Ansonsten war die J. war sehr still und sprach kaum. Eine besonders gute Schülerin war sie nicht. Nach den Grundschuljahren verlor ich sie aus den Augen, weil ich anschließend ins Internat kam.

Es war seltsam, die J. Jahre später im Supermarkt zu sehen. Sie war nach der Schule nicht zurück in ihr Dorf gezogen sondern in meiner ‚alten Heimat‘ geblieben, arbeitete in dem kleinen Supermarkt und füllte die Regale auf.

Wir waren nicht wirklich gute Freunde. Wir kannten uns halt von der Grundschule her und grüßten uns wann immer wir uns trafen.

Doch dann plötzlich war sie nicht mehr da. Man sagte sie läge wieder im Krankenhaus. Kurze Zeit später fing sie in der Großküche vom  Altenheim an zu arbeiten, in dem meine Mutter Oberkrankenschwester war. Doch lange blieb sie nicht. Sie ging mit Mitte 30 in Rente, da sie nicht mehr arbeiten konnte.

Irgendwann erzählte meine Mutter dass sie in bei den Zeugen Jehovas eingetreten sei. Niemand schien das für eine gute Idee zu halten, wegen der ganzen Indoktrinierung und so. Doch ich fand letztendlich war es gar nicht so verkehrt. Die J. war immer ein Einzelgänger gewesen und hatte nie richtig irgendwo Anschluss gefunden, wahrscheinlich weil sie auch keinen wollte. Hier hatte sie zumindest ein paar Bekannte von den Jehovas die sich um sie kümmerten, besonders dann, wenn es ihr gesundheitlic nicht gut ging. Jeder wusste, einschließlich sie selbst, dass ihre Zeit kurz bemessen war.  Doch immer wenn ich sie sah, war sie guter Dinge und irgendwie schien sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben. Es sah zumindest nie so aus, als ob sie damit hadere.

Irgendwann Anfang der 2000er starb die J.

Immer wenn ich den Namen des Dorfes höre, muss ich an die J. denken, weil es die einzige Person war, die ich von dort kannte.

***

*Als ich den Beitrag zu Ende geschrieben hatte, kramte ich in alten Fotos rum. Nein, ich habe kein Foto von ihr.

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