Irgendwo zwischen allen Fronten

Sitze in einem Kaffee das ich nicht besonders mag, doch die Musik ist grad nicht schlecht. Nathalie Imbruglia – Torn. Ein alter Titel der viele Erinnerungen in sich birgt. Der Internetanschluss ist recht gut hier. Ich kann auf dem iPad schreiben, ohne große Probleme. Der Anschluss schluckt alles.
Die Idee ist es ein Freewriting Eintrag zu schreiben…

Heute Abend wurde mir bewusst, dass ich das alte Haus in der alten Heimat vermissen werde so schön wie die neue Wohnung auch sein mag. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier, ich bin da nicht anderes. Dabei sehe alle unerledigten Dinge sich auftürmen in allen Ecken. Es sind so viele die ich noch in Angriff nehmen soll…muss…doch mir fehlt jegliche Kraft dazu. Die augenblickliche Hitze ist dabei nicht besonders förderlich, obwohl ich diese heissen Tage ja liebe.

Ich habe nächste Woche ganz spontan ein paar Wellness Tage gebucht, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, keinen Urlaub zu machen, da mein Budget so schon arg strapaziert wurde wegen dem Umbau. Es ist mir egal, ich muss raus hier.

Dann ist da noch der ganze private Wust, über den ich hier nicht schreiben möchte, der mich aber mehr in Anspruch nimmt als ich es mir selbst eingestehe…

Die nächste Theatersaison klingt auch nicht besonders vielversprechend. Die Saison 13/14 wird voraussichtlich nicht so großartig werden wie die beiden letzten Jahre.

Und wenn ich das alles hier lese ist es ein einziges Wehklagen…Herrgott wie das hasse!

Noch mehr Elefanten

Aber dieses mal, und das wusste ich nicht, nicht in Luxemburg, sondern in Trier.

Auf den ersten Blick sind sie ja ganz nett, aber der Kitschfaktor setzt dann doch sehr schnell ein, allen voran der letzte mit dem Baguette. Geschmäcker sind halt sehr verschieden.

Der erste Tag ohne festes Internet

Ich wusste, obwohl ich alle Vorkehrungen getroffen hatte, damit es nicht passiert, dass es so kommen würde. In der alten Heimat ist das Internet seit heute abgeschaltet. Als ich vorletzte Woche beim Provider anrief um einen Termin zwecks Anschluss zu bekommen, muss dann wohl jemand geschlafen haben. „Wir rufen Sie zurück hieß es.“ Ich hätte wissen sollen dass das der älteste Treppenwitz der Menschheit ist. Jetzt habe ich einen Termin, aber erst in einer Woche.

Wie gut dass es inzwischen öffentliche Hotspots gibt und wie gut dass einer direkt vor meiner Haustür liegt, sonst könnte ich dass hier nicht posten.

Neuwahlen in Luxemburg

Man fragte mich vor kurzem ob nicht etwas über die Neuwahlen in Luxemburg schreiben will. Ganz ehrlich, …nein. Es gibt eine Reihe von Blogger Kollegen aus und von Luxemburg die das besser können als ich. Und wenn ich darüber schreibe, dann erst dann wenn es mich wirklich betrifft.

Aber wenn ihr meine Meinung hören wollt, bitteschön: Ich bin mir ziemlich sicher dass es nichts an den Verhältnissen ändern wird. Führend ist seit Jahrzehnten immer wieder die CSV abwechselnd in Koalition mit der DP oder LSAP. Abgestraft werden höchstens ein paar der oberen Köpfe. Ob es Jean-Claude Junker dabei treffen wird ist noch gar nicht mal so sicher. Mich würde es nicht wundern wenn wenn er wieder Premierminister werden würde. Aber Luxemburg stünde äußerst lächerlich dar wenn dem so wäre. Punkten könnten auch die Grünen, die sich in den letzten Gemeindewahlen sehr hervorgetan haben. Ein echtes Novum wäre wenn sie zum ersten mal mit in Regierung einziehen würden. Doch zweifele ich sehr daran.
Meine Prognose: Es wird sich nichts ändern. Fatalistisch? Ja. Zu hoffen bleibt, dass etwas anderes dabei herauskommt.

Elefanten

Die Stadt steht voll davon. Es erinnert mich an die Aktion mit den Kühen die wir im ersten Kulturjahr ’95 hatten. (Für die die es nicht wissen sollten Luxemburg war zweimal Kulturhauptstadt.)

Begegnung mit… L

Die L kenne ich schon seit der frühen Kindheit. Sie ist die elf Monate jüngere Schwester der M die in meiner Klasse war. L sah ich damals nur sehr selten, da sie nicht in die gleiche Schule ging wie ich und ihre Schwester. Als sechsjähriger Junge fragt man nicht danach warum das so ist, warum beide getrennt leben, man nimmt es hin ohne zu fragen. Ich weiss nur dass ihre Eltern mit beiden nicht klarkamen und M bei ihrer Großmutter lebte.
Sehr viel später als ich mit der Ausbildung begann, sahen wir uns regelmäßiger da sie die gleiche Ausbildung machte und wir oft gemeinsam abends mit dem Zug nach hause fuhren. Wenn die L ein Buch über ihr Leben, das sie heute im Rückblick als sehr verkorkst ansieht, schreiben müsste, es wäre filmreif.

In ihren Jugendjahren war sie eine der ersten Punkerinnen in Luxemburg. Mit Irokesenschnitt Leder und Ketten (Pircings gab es zu der Zeit noch nicht) und selbtgestochenen Tattoos. Ich erinnere mich noch wie sie mit einem riesigen Verband am Unterarm kam, weil ihr Vater sie gezwungen hatte den Arm bis zum Fleisch blutig zu schrubben, bis die Tattoos endlich weg waren. Ihr damaliger Freund hatte ihr in einer Nacht in der sie durch Drogen völlig weggetreten war, seinen Vornamen auf ihrem Unterarm verewigt.

Nachdem wir beide unsere Ausbildung abgeschlossen hatten, gingen wir verschiedene Wege. Wir sahen nicht mehr.
Irgendwann sagte jemand dass sie in Spanien leben würde. Über diese Zeit hat sie nie gesprochen, ich weiß nur dass es ihr nicht gut ging. Als sie zurück kam nach Luxemburg, hatte Schwierigkeiten wieder Anschluss zu finden an ihr Leben hier, das im Grunde auch kein Leben war, sondern ein Überleben.
Sie fand zwischendurch eine Job in dem Betrieb in dem ich meine Ausbildung gemacht hatte. Doch sehr lange blieb sie dort nicht.
Danach verlor sich ihre Spur völlig. Von ihrer Schwester M, der ich häufiger begegnete bekam ich nur zu hören, es gehe augenblicklich gut/schlecht, je nachdem.

Irgendwie bewundere ich sie für alle die tiefen Täler die sie durchschritten hat um sich dann wieder mit aller Kraft aus dem Dreck zu stemmen. L war jahrelang eine Rebellin und ist heute was man eine Aussteigerin nennen würde. Ich traf sie vor ein paar Tagen durch Zufall im CD Laden meines Vertrauens, nachdem ich sie zum letzten Mal vor drei Jahren gesehen hatte.
Sie erzählte mir von ihrem Leben und dass sie endlich ihren Weg gefunden hätte. Sie schneidert inzwischen Klamotten zusammen, die sehr bunt aussehen und verkauft sie verschiedenen Läden und auf Ausstellungen. Zudem hat sie ihre Liebe zur Malerei entdeckt. Sie scheint glücklich zu sein.

Beim Italiener

Das erste wahre Sommerwochenende.
Ich sitze in der alten Heimat beim Italiener.
Es ist Abend.
Ein Weißwein.
Eine Pizza mit Krabben, Knoblauchpesto und Ruccola.
Das Restaurant ist sehr voll und die Wartezeiten länger als sonst.
Ich finde die Geschichte mit der Kuh aus dem vorigen Beitrag und poste sie.
Am Tisch neben mir sitzt ein Paar, sehr schweigsam.
Als das Essen kommt, sagt sie etwas lauter, „e Gudden, hat ech gesot! Hues de dat erëm net matkritt?“
Am Tisch weiter hinten an der Wand, sitzen drei ältere Damen, dauergewellt, gefärbt in blumigen Röcken.
„…an d’Josée sot nach, dass et net méi amstand wier fir matzefueren. Ech hat awer net gemengt dass et sou séier géing goen.“
Am Tisch vor mir nehmen sechs jüngere Leute Platz.
„Den am Nuebel krut ech zweemol gemaach well den éischten näischt gi war. Awer den zweeten,….ech kann der soen, ….do hunn gepaff.“
„Den am Ouer hunn ech net gespuert. Dat huet just eng Kéier gekrachst.“
An den Körperstellen von denen sie sprechen befinden sich Schmuckstücke.
Meine bestellte Pizza kommt.
Sie schmeckt wie immer.
Hinter mir ein lauter Aufschrei, das Geräusch von Glasscherben und im Anschluss Kindergeheul.
Restlos alle Gäste außer mir drehen den Kopf um zu sehen was passiert ist.
Es ist für einen kleinen Augenblick mucksmäuschenstill.
Ich höre den tiefen Atemzug des Kindes um gleich richtig los zu schreien.
Es folgen ein paar italienische Flüche und ein Kellner eilt herbei.
Restlos alle Gäste drehen den Kopf wieder zurück zu ihrem Tisch und essen weiter.
Hinter mir schwillt das Kindergeheul an und eine Mutter führt das Mädchen an mir vorbei zur Toilette.
Sie hat eine volle Karaffe Rotwein abbekommen.
Der Wein tropft ihr aus den Haaren auf das Kleid das einmal weiß war.

ENDLICH!

Dies ist der erste, allererste Beitrag denn ich von meinem neuen Zuhause aus schreibe. Es ist kaum zu glauben.
Ganz fertig ist die Chose zwar immer noch nicht, aber zum Glück habe ich Internet, wenn auch bei weitem nicht so schnell wie erwartet, da ich über einen öffentlichen Hotspot verbunden bin, der sich glücklicherweise direkt neben meinem Haus befindet.

Uff.

Danach ist davor

Ein Loch, ein Abgrund, eine Tiefe.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal nach einer Theaterproduktion darin gesessen habe. Zugegeben, es war die größte und heftigste Produktion in diesem Jahr und das am Ende der Saison.
Dabei habe ich mir die Frage gestellt warum das ausgerechnet jetzt so ist. Spüre ich das Alter und habe Probleme mit dem manchmal wahnsinnigen Arbeitsrhythmus mitzukommen? War es einer derart hochemontionale Produktion? War es weil der Regisseur ein international hoch anerkannte Koryphäe ist und ich mich noch mehr ins Zeug gelegt habe als sonst? Oder war es weil ich mich doch nicht so einbringen konnte wie ich gern gewollt hätte?

Sich im Nachhinein die Fragen zu stellen hilft nicht.
Es ist vorbei.

Nächstes Projekt, ein Kurzfilm.
Und los!

Song For Marion


Auf dem Plakat heißt der Film anders, warum auch immer.
Es ist einer dieser Filme der zutiefst berührt und wenn man wie ich, sich seiner eigenen familiären Situation durchaus bewusst ist, sticht der Film genau dorthin wo es richtig weh tut.
Fazit: Ich musste eine Weile warten bevor ich aus dem dunklen Saal hinaus ging, dass meine Augen nicht ganz so rot und verquollen waren.
Zu Anfang läuft mir die Geschichte etwas zu schnell und zu glatt ab. Die Dialoge sind bisweilen etwas holperig und wenn es nicht Vanessa Redgrave und Terence Stamp wären, die die Hauptrollen spielen, wäre der Film wahrscheinlich ein kleines Desaster geworden. Vor allem Terence Stamp wirkt sehr überzeugend als alter grantiger Mann, der dem Leben keinen Funken Freude mehr abgewinnen kann und kein Verständnis findet für die Liebe seiner Frau zum Gesang.
Ein wenig übertrieben sind auch die Verkleidungen und Blödeleien des Chors, die mich zu Anfang an den Dokumentarfilm Young@Heart erinnerten, doch dann zu sehr in dem Klamauk abdriften. Aber die Szenen wo es zwischen Redgrave und Stamp an die wahren Gefühle geht sind dafür um so packender.

Sehenswert : 4/5

Les Bas-Fonds

… heisst das Stück ‚Nachtasyl‘ von Maxim Gorky auf französisch und hat morgen Premiere im Escher Theater. Es ist für mich das aufwendigste und größte Stück dieser Spielzeit. Aber es ist auch ein geniales Stück Theater, und man sollte es sich nicht entgehen lassen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen keine Werbung im Blog zu machen für die eigene Arbeit. Aber hier kann ich mit gutem Gewissen jeden Theaterfan rein schicken.

Les Bas-Fonds TNL

Die letzten Tage (3)

Zu der neuen Wohnung gehört auch ein neuer Pc. Und dieses Mal habe ich richtig zugeschlagen. Ein Asus Transformer AiO der neuesten Generation.

Mir wird fast schwindlig wenn ich sehe wie schnell der ist, verglichen mit meinem alten Kasten. Zudem ist er zum sterben schön. Aber der Grund warum ich ihn ausgesucht habe, ist ein anderer. Er passt nämlich auf den Zentimeter genau in den eingebauten Sekretär passt. Und er bekommt eine Fiberglas Leitung.

Die letzten Tage (2)

Wie schön fühlte es sich doch an wenn man mit Freunden ein Tisch auf der Terrasse im BG bestellt hat und gleich nebenan auf der Place Guillaume das Philharmonische Orchester ein Konzert gibt. Kulinarisch gibt es bretonischen Hummer lauwarm mit hausgemachter Mayonnaise und ein Flasche Alice Hartmann.

Ich hatte vorgesorgt und in der neuen Wohnung das Bett bezogen, eine Kaffeemaschine aufgestellt, so dass ich dort hätte übernachten können.Getan hab ich dann doch nicht. Ich fuhr zurück in die östlichste Kleinstadt Luxemburgs.

Als ich vorhin erwachte, dachte ich, „Mist, ich hätte dort bleiben sollen“ der restlichen Baustelle der Wohnung zum Trotz…

(Fortsetzung folgt)

Die letzen Tage

Als ich am Montag am späten Nachmittag wieder in Luxemburg war, beschloss ich im Restaurant zu essen, da der Kühlschrank nach all den Tagen nichts hergab. Ich schlenderte durch fast leeren Straßen von der östlichsten Kleinstadt Luxemburgs und dachte das was ich schon so oft gedacht habe; es wird Zeit dass du gehst.

Ich ging an leerstehenden Geschäften vorbei, die alle mit Erinnerungen verbunden sind. Dort wo heute ein schicker Klamottenladen ist war früher ein Pizzabäcker. Anstelle des Dönerladens befand sich früher eine kleine exklusive Parfümerie. Gegenüber war immer ein Souvenirladen der so voll mit Kitsch und Kram war, dass ich immer irgend ein Toi Toi  für Theaterpremieren fand. Er stand lange leer bevor sich ein Handyladen dort einrichtete…

(Fortsetzung folgt)

Irgendwo in Rumänien

Die Situation in der ich mich befinde ist leicht surreal. Vorgestern noch in Recklinghausen, heute in Rumänien. Vor 4 Stunden in Bucharest gelandet, jetzt auf dem Weg nach Sibiu. Irgendwie geht hier alles etwas anders, aber ich kann noch nicht sagen wie.
Als ich heute morgen erwachte, hatte ich den Wecker nicht gehört. Für mich eine Tragödie, weil ich morgens meine Stunde brauche bis ich warm gelaufen bin mit Dusche und Kaffee, sonst bin ich grantig und komme den ganzen Tag nicht vom Fleck. Ich kamm jedoch pünktlich am Flughafen an. Was ich aber nicht mehr gemacht habe ist, den Koffer nochmal checken ob ich wirklich nichts vergessen habe, da ich ja beruflich hier bin und nicht zum Vergnügen.
Was mich etwas beunruhigte, war der Umstand dass ich völlig alleine geflogen bin. Alle anderen des Ensembels hatten andere Flugzeiten.
In Bucharest angekommen fand ich den Busfahrer der mich weiter nach Sibiu bringen sollte, der mir aber erklärte dass er noch ein anderes Ensemble mitnehmen müsste, dass eine Viertelstunde nach mir landet. Aus der Viertelstunde wurden 2 Stunden, zum Teil weil der Flieger Verspätung hatte, teis weil verschienende Dinge mit der Truppe nicht klar waren (eine Gesangs- und Tanzensemble aus Guadeloupe, das sich Ethnik 97 nennt)
Als endlich alles geklärt war, fuhren wir los. Jetzt sind wir unterwegs in einem recht schicken Bus auf einer weit weniger schicken Autobahn die sehr holpert.
Schreiben tue ich seit Recklinghausen nach wie vor auf dem iPad, dem ich aber eine neue Tastatur gegönnt habe, weil bei alten die Gross- und Kleinschreibetaste nicht mehr ging. Die Neue von Logitech ist wesentlich komfortabler und ich tippe weniger Fehler.

Ich sitze ganz vorne im Bus. Bis vor kurzem haben die Afrikaner allessamt fest geschlafen. Jetzt werden sie langsam lebendig und fangen an zu singen. Und wir sind runter von der Autobahn und fahren kleine Landstrassen. Und das Schreiben wird schwieriger…
Später mehr wenn ich angekommen bin und hoffentlich hoff-ent-lich Internet habe.

Nachtrag: Ich habe Internet,…

Fische

Es ist schon seltsam, wenn ich berufsbedingt unterwegs bin und während des Tages daran denke, ich könnte diese oder jene Begebenheit posten. Doch dann ist enteweder keine Zeit dazu, oder ich bin abends so müde dass ich keinen anständigen Satz zusammen bekomme.

Zur Zeit bin ich in einem Hotel, in dem auch eine Seniorenresidenz untergebracht ist. Somit bekommt man den Alltag der Senioren mit, so wie letzten Sonntag. Ich saß auf der Terrasse neben der sich ein recht großer Teich befindet in dem jede Menge Coifische schwimmen. Sonntag ist der Tag an dem die Verwandten ihre älteren Jahrgänge besuchen. So auch ein Ehepaar wo der Mann zuerst alleine wie gebannt neben dem Teich saß und die Fische anstarrte. Als dann die Gattin samt Gorßmutter im Rollstuhl hinzu kam stellten sie sich die Frage wo die Grossmutter denn sitzen sollte.
Mann: Willst du hier sitzen, gleich neben dem Teich, dann kannste Fische kucken.
Großmutter: Und dann? Was hab ich davon?

Die Antwort kamm so trocken dass ich mich fast am Kaffee verschluckte.

Journal 09.06.2013

Sonntags morgens um 11 in einer Lesung der Ruhrfestspiele.
Heute: Christiam Brückner liest aus dem Stundenbuch von Rielke.
Es ist nicht das erstemal dass ich in Recklinghausen bin. Und es ist auch nicht das erste mal dass ich dort an einer Lesung an einem Sonntagmorgen teilnehme. Aber Rielke am Sonntagmorgen?

Doch das war nicht der Auslöser, ich wollte Christian Brückner sehen und hören. Dieser Mann hat mir in meinem Leben schon soviel vorgelesen, dass ich ihn einmal live erleben wollte. In den letzten Jahren der langen Autofahrten, war es oft er der mir mitunter die schwierigsten Literarischen Texte vorlas und mir Zugang dazu verschaffte. Die Texte selbst zu lesen (mal davon abgesehen, dass mir dazu die Zeit fehlt) hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft.

Die Lesung fand im grossen Saal statt, der sehr gut besucht war. Ich schlenderte auf dem Vorplatz durch die Leute und war nicht erstaunt, das ich mit 46 einer der jüngsten war. Das Durchschnittsalter lag um die 60. Jüngere als ich waren kaum vertreten. Was ich im nachhinein sehr schade fand.
Und so stand Herr Brückner anderhalb Stunden ohne Pause ohne sich einmal zu versprechen vor dem Mirkro und trug die Texte von Rielke mit viel Körpereinsatz vor. Ich erlebte einen Sprecher der die hohe Kunst des Vortragens mit absoluter Perfektion beherrscht. Wie nah oder weit er vom Mikro abrückte, wenn und wo er seine Stimme brechen ließ und beinahe flüsterte, die Tempowechsel ; ich verstand den tieferen Sinn der ohnehin schwierigen Texte und tauchte zum ersten Mal ab in die Welt von Rielke.
Danke Herr Brückner für diesen wunderbaren Augenblick.

Journal 7.6.2013 / Tod in Venedig

Wieder In Recklinghausen, wie so oft in den letzten Jahren, zu den Ruhrfestspielen. Gestern noch so grade die letzte Vorstellung erwischt vom „Tod in Vinedig“ mit Josef Birbichler in der Rolle des Aschenbach.
Das Stück setzte vorraus dass man das Werk von Thomas Mann kennt. Wer das nicht tat, für den war das Stück ein Wust aus Probeszenen und Performances, bei denen man schon suchen musste wie sie dann zusammen gehören.
Für die, die die Geschichte kennen war es dann aber ein Spass, weil viele Schlüsselszenen ins Absurde gezogen wurden.
Und doch kamm es mir, wenn ich die Bilder in nachhinein Revue passieren lasse, irgendwie altbacken vor. Wirklich neue Ideen waren nicht dabei. Am meisten habe ich gestöhnt, als ich einen Kameramann samt Kabelträger durch das Geschehen hechten sah um Großaufnahmen von den Gesichtern zu machen, die dann auf eine Leinwand über der Bühne projeziert wurden. Die Idee ist so alt wie die Videokamera selbst und wurde vor zehn Jahren auf Bühnen so oft benutzt,dass keiner das mehr sehen wollte. Spannend wurde es erst dann als man immer noch die Bilder der Gesichter auf der Leinwand sah und keine Kamera mehr zu sehen war.
Für die die einmal im Leben Birbichler auf der Bühne sehen wollten wurden dann doch enttäuscht.Er speilte nicht, er sang nur, leise und krächzend. Die Schauspieler sprachen kaum, die Geschcihte wurde von einem Sprecher am Rande vorgelesen mit einer sehr nuscheligen Stimme, die mich persönlich sehr irritierte und mich eher zum Weghören animierte als zum Aufpassen.

Mit 70 Minuten war das Stück kurz genung dass ich es aushielt nicht auf die Uhr zu schauen.

Gute Frage

Hätte auch von mir sein können.
Vor allem der letzte Satz.

4) Wieso beinhalten ausgerechnet die Newsletter, die man wirklich, wirklich nicht mehr bekommen möchte, keinen “Unsubscribe”-Link, sondern den Satz “Wenn Sie diese News nicht mehr erhalten möchten, schicken Sie uns einfach eine kurze Mail”, die man natürlich nicht sendet, wenn man den Absender kennt und davon ausgehen kann, dass sich nach einer solchen Mail eine Debatte über Newsletter-Qualität oder -Inhalt oder darüber entspinnen wird, warum man sich nicht interessiert? Und warum bringe ich es außerdem nicht übers Herz, einen automatischen Filter für diese Mails einzurichten, sondern lösche sie stattdessen immer wieder manuell?

Via Spreeblick

Oh, ein Stöckchen

Na dann.
Ein Stöckchen über das Bloggen selbst.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Zum Bloggen nutze ich WordPress, wie jeder gescheite Blogger der etwas auf sich hält und frei von Drittanbietern sein möchte.
Zum Recherchieren… na ja, es gibt leider keine gleichwertige Alternative zu Google. (Wenn jemand eine weiss, ich bitte drum)
Bookmark-Verwaltung: Da verstehe ich den Sinn der Frage nicht. Die RSS-Feeds sind bei Bloglines untergebracht. Alles andere was keine Feeds besitzt bookmakre ich im Browser. Externe Programme brauch ich nicht und finde ich überflüssig.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Im Kopf. Aber eine schriftliche Notiz machen wäre nicht schlecht, denn die Ideen sind oft schneller weg als sie kommen.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Da gibt es keinen Trick. Ich blogge weil es mir Spass macht und keine Pflicht ist, also ein Hobby. Was soll da das Zeitsparen?

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Bei der Frage habe ich dann gleich mal gegoogelt was es da alles an Apps gibt, da ich nämlich keine nutze. Meine Liste liegt entweder hier direkt neben mir auf dem Büro oder dem Küchentisch. Zumeist ist ein alter leerer Briefumschlag von Kontoauszügen.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?
Eine Kaffeemaschine, sagt der Coffeinjunkie.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Ja, aber da gehört Bloggen nicht dazu. Das können andere viel besser als ich.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Meistens nichts und wenn dann was ohne Gesang und Worte.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Es ist jetzt 4:00 Uhr morgens und ich blogge noch. Beantwortet das die Frage?

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Das hält sich, glaube ich, die Waage. Je nach Tageszeit und Umstand.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
Die meiste Zeit in deinem Leben bist du alleine. Gewöhne dich dran!

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Thierry. Die Schlafrhythmus Frage kann er sein lassen, die kann ich auch beantworten…. 🙂