Hinweis

Im Februar kommt auf Arte die Trilogie Drei Farben Blau/Weiß/Rot von Krzysztof Kieślowski.
Unbedingt ansehen
…in Kürze mehr dazu…

…denn Arte hat noch nichts davon auf der Homepage. Ich weiß es aber schon da ich das Arte Magazin jeden Monat bekomme und da ist es angekündigt.

Kleine Zwangspause

Nein, entgegen vieler Unkenrufe; ich habe keine Schreiblockade und ich habe mich auch nicht mit dem letzten Posting so verausgabt dass ich Pause machen müsste.
Ich habe nur seit drei Tagen doppelte Schichten geschoben. Abends Theater und tagsüber Fotosessions.
Zudem machen mich die Antibiotika, die ich seit der Zahnentnahme schlucken muss, nicht unbedingt fitter.

Merke:
Die Einnahme von Antibiotika ist eine buchstäblich beschissene Angelegenheit. In dem meisten Fällen ist die Nebenwirkung nämlich eine feudale Diarrhö.

Moment mal…

Heute:
Großmutter Marie

Wenn ich heute an eine Person aus meiner Familie denke, die mir immer noch enigmatisch erscheint, dann ist es meine Großmutter väterlicherseits. (Die Großväter habe ich nie kennengelernt, da beide sehr früh verstarben, der eine als mein Vater 17 Jahre alt war, der andere als meine Mutter 10 Jahre war)
Großmutter Marie starb 1994 nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt.

Geboren wurde sie in Straßburg. Ich weiß eigentlich gar nichts von ihrer Kindheit, da sie wissentlich nichts darüber erzählt hat. Mit Sicherheit weiß ich aber dass sie als junges Mädchen mehrfach in der Schweiz bei Angehörigen in Ferien war, was auf den Familienstamm ihrer Mutter bzw. meiner Urgroßmutter zurückzuführen ist. In ihrem Nachlass fand ich später nämlich zwei Tagebücher eines Onkels, der im französischen Teil der Schweiz wohnte.
Nachdem sie die Haushaltsschule abgeschlossen hatte und eine Ausbildung als Sekretärin hinter sich gebracht hatte, ging sie in die Lehre bei einem Kunstmaler in Straßburg um Ölmalerei zu erlernen. Jedoch war damals wie heute, die Kunstmalerei als brotlose Kunst verschrien und sie nahm eine Stelle als Schreibkraft bei der französischen Bahn an. Doch das Malen blieb ihr Hobby bis ins hohe Alter. Wir haben heute noch zahlreiche Bilder von ihr. Bei der Bahn lernte sie meinen Großvater kennen und sie heirateten. Ob es ein gute oder schlechte Ehe war kann ich nicht sagen da sie nie darüber sprach. Ich nehme an dass die Ehe mehr Tiefen als Höhen hatte. Sie sprach zumindest immer davon dass sie nach ihrem Ableben in Straßburg im Grab ihrere Mutter beigesetzt werden wolle und nicht nach Mulhouse von der Großvater begraben ist. In ihrem Nachlass fand ich später eine Reihe von Briefen mit einem Schleifchen zusammengebunden, von einem Mann der NICHT mein Großvater war. Von der Datierung her muss es vor meinem Großvater gewesen sein. Was aus dem Mann wurde, ob es je zu einer amoureusen Verbindung kam weiß ich nicht. Ich weiß nur dass die Urgroßmutter sehr die Hand darüber hielt und ihre Töchter mit einem Mann verheiratet sehen wollte, der sich finanziell gut stand. Als der Großvater an einer Jodvergiftung in Krankenhaus während einer Untersuchung starb, verkaufte sie das Haus in Straßburg und zog aufs Land.

Großmutter Marie hatte eine jüngere Schwester namens Alice. Alice hatte unter mir unbekannten Umständen einen luxemburger Stahlarbeiter kennengelernt. Er hieß Jules. Jules und Alice heirateten und Alice zog nach Luxemburg. Als die Urgroßmutter nicht mehr allein sein konnte, beschloss Alice sie mit nach Luxemburg zu nehmen und sie kam in die Altenstation der Klinik in Hamm. Mein Vater verbrachte viele Ferien in Luxemburg bei seiner Tante Alice und Onkel Jules, der später mein Taufpate werden sollte. So lernte mein Vater meine Mutter kennen die dort als Krankenschwester arbeitete.

Jetzt war Großmutter Marie die Einzige die noch in Frankreich lebte. Sie beschloss ebenfalls nach Luxemburg zu ziehen um näher bei ihrem Sohn und der Schwester zu sein.
Im Nachhinein betrachtet war es ein Fehler, denn sie gewöhnte sich bis an ihr Ende nie richtig in Luxemburg ein. Im Gegensatz zu Tante Alice die später fließend Luxemburgisch redete, sprach Großmutter Marie mit uns nur Elsässisch oder Französisch. Sie bemühte sich sehr eine gute Großmutter zu sein und versuchte zu helfen wo es ging. Jedoch merkte man dass sie es mehr aus einem anerzogenen Pflichtbewusstsein tat. Sie interessierte sich für die schönen Dinge des Lebens, für Kunst und Kultur, für Malerei und Esoterik. In Ihrem Nachlass fand ich später eine unglaubliche Auswahl an esoterischer Literatur und Berichte von übernatürlichen Phänomenen. Sie versuchte sich so gut es ging in Echternach einzuleben in dem sie dem Verein der Frauen und Mütter beitrat. Da sie in ihrer Jugend Klavierunterricht genommen hatte und eine recht gute Singstimme besaß, war sie ebenfalls Mitglied des Kirchchors. Sie verstand nämlich später gut luxemburgisch und sang auch all die luxemburgischen Lieder mit, doch luxemburgisch sprechen habe ich sie nie gehört. Sie bemühte sich redlich, doch brachte sie es nie fertig ein paar richtig gute Freunde in Echternach zu finden. Sie hielt alles und jeden immer auf Distanz und wurde immer wie ein Sonderling betrachtet. Mehr als Bekanntschaften konnte sie nicht herstellen.
Als ich so um die sechs oder sieben Jahre alt war, fingen die Neurosen an und sie stellte damit meine Eltern auf eine schwere Probe. Vor allem mein Vater hatte sehr darunter zu leiden. Großmutter Marie behauptete fest und steif dass man sie beklauen würde. Es verschwanden immer wieder Dinge aus der Wohnung und sie beschuldigte die Nachbarn und Vermieter. Doch stellte sich immer wieder heraus, dass sie die Dinge entweder verlegt oder versteckt hatte und die Beschuldigten waren zur Tatzeit gar nicht da. Sie verscherzte es sich so mehrfach mit den Vermietern und musste immer wieder umziehen. Irgendwann brachte meine Mutter sie zu einem Psychiater der sie eingehend untersuchte und zum Schluss kam, dass sie unter Wahnvorstellungen litt. Doch meine Mutter brachte es nicht übers Herz, allein schon meinem Vater zuliebe, sie in eine Anstalt einweisen zu lassen. Die letzte Wohnung in die sie zog, hatten meine Eltern die Vermieter vorgewarnt und sie zeigten Verständnis dafür. In dieser Wohnung lebte sie bis an ihr Ende und schien dort recht glücklich zu sein, denn niemand beachtete mehr ihre Wahnvorstellungen und irgendwann sprach sie auch nicht mehr davon. Der Zwang jeden Schrank und jede Tür abzuschließen, selbst dann wenn sie in der Wohnung war, blieb bis zum Schluss.
Dass sie für dieses Leben, das sie geführt hatte nicht gemacht gewesen war, merkte ich am besten, am Tag als mein Vater beerdigt wurde. Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit der Natur wenn die Kinder vor den Eltern gehen müssen, und als mein Bruder starb, war meine Mutter kurz davor wahnsinnig vor Trauer und Schmerz zu werden. Großmutter Marie jedoch stand am Sarg ihres Sohnes, seltsam distanziert, war ein wenig betroffen und zugleich beeindruckt über die Riesenmenge an Freunden und Bekannten die sich eingefunden hatten. Sie führte mit mir und auch mit anderen die sie kannte gepflegte Konversation, wie sie es immer tat. Sie hielt ein Taschentuch in der Hand, drückte es hin und wieder auf die Augen, aber wirklich geweint hat sie nicht.

Ich glaube sie hat meinen Vater nie richtig gemocht…

Damals 2

Meine Eltern hatten von einer Freundin meiner Großmutter, die in Nizza wohnte, einen Schrank geschenkt bekommen. Sie müssten ihn nur abholen. Da mein Großonkel ein Schreiner a.D war wurde dieser angeheuert um mit nach Nizza zu fahren und den Schrank abzubauen und nach Luxemburg zu karren. Der Schrank ist eine Mischung zwischen Vitrine und Schrank, und ein unglaubliches Monstrum. Er ist so massiv und schwer, dass er nach dem Umzug Anfang der siebziger Jahre nur ein- vielleicht zweimal gerückt wurde.
Darin befinden sich in dem Mittelteil die Karaffen Kollektion meiner Mutter und in beiden Seitenteilen eine Unmenge an Bildbänden und Lexika aller Art, Bücher über den ersten und zweiten Weltkrieg, je alles mögliche was meinen Vater interessierte.
Jahre später bastelte er ein weiteres Bücherregal, das er aus einer Anleitung der Zeitschrift Système D (gibt es die eigentlich noch?) hatte. Es befand sich im Flur gleich neben meinem Schlafzimmer, war äußerst schmal und reichte bis unter die Decke. Dort wurden alle möglichen Taschenbücher und aufhebenswerte Zeitschriften verstaut. Als kleiner vorwitziger Steppke hatte ich die unteren Regale davon durchforstet und ziemlich schnell den Dreh raus wie man daran hochklettert um an die oberen Regale zu gelangen. Dort stand eine Hochglanzzeitschrift Serie namens „Photo“. Die stellte jeden Monat neue Modelle von Photoapparaten vor und brachte auch Fotoserien von bekannten Fotografen aus aller Welt. Da wir uns damals in den Siebzigern befanden und die sexuelle Revolution auf ihrem Höhepunkt war, waren die Fotos darin zum größten Teil nicht ganz jugendfrei. Die menschliche Anatomie hatte somit bereits in frühen Jahren keine großen Geheimnisse mehr. An ein Foto kann ich mich noch erinnern, auf der die Rolling Stones nackt zu sehen waren. Es ist seltsam dass grade dieses Foto mir im Gedächtnis blieb, denn ich war nie ein Fan der rollenden Steine.
Ich kann mich ebenfalls an eine Taschenbuchserie erinnern von Agatha Christie. Meine Mutter hat glaube ich alles gelesen was die Dame je geschrieben hat.
Beides, Photographie und Krimi hat mich nachhaltig geprägt. Krimis sind heute noch meine große Leidenschaft und was das Photographieren angeht…siehe mein Fotoblog.

(…Fortsetzung folgt…)

Das Kiefertal

Der Zahn ist weg. Der Zahnarzt konnte ihn nicht mehr retten. Da er nie durchleuchtet wurde, fiel mir (und meinem Ex-Zahnarzt!!!) nie auf, dass er innerlich vor sich hin faulte. In nachhinein betrachtet finde ich, dass der Ex überhaupt sehr schlechte Vorsorge geleistet hat. Jetzt habe ich unten rechts ein abgrundtiefes Tal im Kiefer…
Gesichtsmäßig bin ich immer noch leicht entstellt, da in der vorigen Nacht die ganze Chose massiv anschwoll und ich nur unter unmenschlichen Dosen an Panadol mich selbst davon abhielt, den Kopf solange gegen die Mauer zu schlagen bis daran kleben bleibt.

In den beiden Nächten davor hatte ich in kurzen Schlafzeiten so wilde und verrückte Träume wie sie nur unter Medikamenteneinfluss und Fieber entstehen. In der ersten Nacht träumte ich wie man definitiv das USA-Problem löst. Ich sah Hillery Clinton und noch etliche andere wie sie Reden schmissen . Es schien alles so einfach und sonnenklar, wenn auch leicht korrupt. Schade dass ich mich nicht mehr an die Reden selbst erinnere.
In der letzten Nacht kam ich hinter das Geheimnis wie man herausfindet, was andere tatsächlich von mir halten und über mich denken. Das Ganze funktionierte mit Tüchern und Flecken die wild in der Luft rum flogen auf denen man anschließend das Resultat ablesen konnte.
Kann man solche Träume auch haben (denn ich fand sie höchst interessant) ohne dass man im Anschluss einen Zahn verliert?

Alles wunderbar!

Der Diebstahl stelle sich als Schusseligkeit meinerseits heraus, wahrscheinlich weil ich wegen der Fieberschübe und der Zahnschmerzen nicht mehr richtig denken kann. Doch im Theater geht tatsächlich z.Z. der Dieb um, was bis jetzt noch nie der Fall war. Klar dass man da leicht neurotisch werden kann.

Ich habe Zahnschmerzen dass es mir die Schuhe auszieht. Klar dass sowas ganz gemütlich an einem Samstagabend losgeht wenn man auch wirklich keinen Zahnarzt findet bis Montagmorgen. Ich bin kurz davor mir den Zahn selbst zu ziehen…

Damals

Seit der Diskussion mit Thierry, über U- und E-Kultur in der ich über Erziehung sprach und mich als Bespiel nahm, geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf.

Ich wurde sehr frankophil erzogen, was überraschend ist, denn heute ist französisch die Sprache ich am schlechtesten beherrsche. Mein Vater war Franzose aber vor allem war er Elsässer.
Den ersten Fernseher bekamen wir als ich ungefähr vier war. Es war ein gebrauchter schwarz/weiß Fernseher mit einem großen Programmumschaltknopf der sich noch an der Seite befand. Zusätzlich musste man noch einen extra Knopf drücken wenn die Programme in UHF gesendet wurden. Da wir etwas außerhalb von Echternach auf einem Hügel wohnten, war die Programmvielfalt die wir damals schon besaßen riesig. Wir hatten eine Antenne auf dem Dach, die mit einem kleinen Motor in die richtige Richtung gedreht wurde. Zu diesem Zweck stand neben dem Fernseher ein brauner kleiner Kasten, mit einem Drehknopf und einer Art Wählscheibe auf der die Himmelsrichtungen angezeigt waren. Wir hatten drei deutsche Sender, ARD, ZDF und SW3. Einen (oder schon 2?) belgische Sender RTBF1. Dann gab es noch 3 französische Sender ORTF, Antenne 2 und FR3. Und es gab RTL! RTL hatte nur diesen einen Fernsehsender der in französisch sendete. Sonntags gab es auf dem gleichen Kanal eine Sendung die sich Heielei Kuckelei nannte wo man nur luxemburgisch sprach.
Der Fernseher wurde nur Abends eingeschaltet und brauchte erstmal ein paar Minuten bis die Röhren warm waren und ein Bild erschien. Es wurden fast nur die französischen Sender eingeschaltet. Das machte mich in der Schule immer zum Außenseiter, denn als zB. die Winnetou Serie lief und alles und jeder darüber sprach, konnte ich nicht mitreden. Die deutschen Sender bekam ich kaum zu sehen. Mein Vater war ein Kriegskind und sein Groll gegen alles was deutsch war hielt noch lange an, obwohl er, weil er Elsässer war, gut deutsch lesen, schreiben und sprechen konnte.
In meiner Familie wurde auch viel gelesen. Als Tageszeitung bekamen wir den Republican Lorrain. An Zeitschriften wurden jede Woche der Paris Match (der damals noch nicht so regenbogenhaft war wie heute) und die Fernsehzeitung Télé 7 Jours gekauft. Da mein Vater seit jeher gerne Comic Strips laß und die Kultur der sogenannten Bande Dessiné in Frankreich damals mehr gepflegt wurde als in Luxemburg oder Deutschland, wurde jede Woche die Comiczeitung Spirou gekauft. Dann war da noch die Montaszeitschrift Sience & Fiction und Sience & Avenir. Meine Mutter kaufte ab und an die Brigitte, was die einzige deutsche Zeitschrift war die in unseren Haushalt landete. Die Auswahl an luxemburgischen Zeitschriften war damals noch gering. Von der Großmutter bekamen wir die Revue mitgebracht wenn sie zu Besuch war. Und dann waren da noch all die Bücher…

(…Fortsetzung folgt…)

Trauergruppe

Es scheint vielen Menschen sehr nahe zu gehen, dass das Café Philo’soff noch immer geschlossen hat. Es geht inzwischen so weit, dass sich bei Facebook eine Philo Trauergruppe zusammen gefunden hat.
Ich habe für mich festgestellt, dass meine Wege in der Stadt anders sind, seitdem das Philo geschlossen hat. Es hat nichts damit zu tun, dass ich die rue de la Gare absichtlich meide. Es gibt einfach keinen Grund für mich dorthin zu gehen…

Ich revidiere

Ich glaube ich muss meine Meinung bezüglich Opern etwas revidieren. Die Oper an der ich zur Zeit arbeite ist etwas ganz anderes. L’Étoile von Eugène Leterrier & Albert Vanloo ist eine erfrischend freche und lustige Geschichte die sich in einem Kaufhaus abspielt. Die Musik ist ein bisschen wie Champagner. Das Dekor, die Kostüme das Make-up und die Frisuren sind ein Feuerwerk an Farben und Formen. Das Ganze dauert etwas weniger als 2 Stunden, die Pause inbegriffen.
Wer sich auch nur ein wenig für Oper interessiert, für den ist das Stück sehr empfehlenswert. Kein Vergleich mit hektischem repetitivem Mozart oder bleischwerem Wagner, wo mir die Lust auf alles vergeht.
Für alle Vorstellungen gibt es noch freie Plätze.

Ruhe?

Hier ist es etwas ruhiger als sonst. Ich habe halt viel zu tun. Ab heute im Theater auf dieser Oper… Wenn die wüssten was ich von Opern so insgesamt halte…

Opera is when a guy gets stabbed in the back and instead of bleeding, he sings.
Joseph Leff

Walkman

Genau so ein Ding hatte ich in grau. Sie kamen 1979 auf den Markt. Bis sie allerdings den Weg nach Luxemburg fanden verging nochmal ein Jahr. Es war 1980 und ich war das grade neu betitelte Lycée Technique (davor hieß es noch Lycée Moyen oder Mittelschule) übergewechselt. Ich glaube ich war einer der Ersten in meiner Schule der ein Walkman besaß.
Die Dinger hatten damals noch eine unglaubliche Lautstärke dass einem die Ohren vom Kopf flogen.

Ein schöner Bericht darüber hier. Die Konkurrenz zur Stimme Gottes.

Braune Kruste

Am Freitagabend auf den Nachhauseweg dieses Auto gesichtet.

Das weiße Zeug auf der Motorhaube war kein Schnee sondern geraspelter Schweizer Käse. Im Sommer bei 35 Grad Hitze wäre die Idee um einiges fieser gewesen. Das hätte eine schöne braune Kruste ergeben.

Bäääääär

Die Welt ist trist,
die Welt ist grau,
es wird nicht hell.
Ich wär gern blau.

Grottenschlecht geschlafen.
Gemessen an der Uhrzeit an der ich den letzten Beitrag verfasste und nun diesen hier, ist es einfach die Stunden zu errechnen an denen ich geschlafen habe, bzw, nicht geschlafen habe.

Vor lauter Missmut das Desktopbild gewechselt.
Vorher sah es so aus.

Jetzt sieht es so aus.

Der Bär soll mich an schöne Dinge erinnern, wie ‚Bärlin‘, oder Knut den ich nicht gesehen habe, was mir aber auch nicht leid tut. Er soll mich an Dinge aus den letzten Jahren erinnern, die zu privat sind als dass ich sie hier erwähnen könnte.
Aber er soll mich nicht daran erinnern, dass heute alles bäääääh ist, was es aber ist, und überhaupt…
Ach, leckt mich doch alle …

Men in Trees

Ich hatte es bereits vor einer Woche erwähnt, aber ich werde es nochmal tun. Heute lief die zweite Folge der von Men in Trees auf Vox. Ich glaube ich habe eine neue Serie gefunden deren Fan ich werde. Letzte Woche schreib ich dass die Geschichte etwas zerbrechliches hat. Das hat sie jetzt nach der zweiten Folge immer noch. Etwas erfrischendes, leichtes aber eben auch zerbrechliches, etwas das irgendwie gute Laune macht. Alles steht und fällt mit der Hauptdarstellerin Anne Heche, der die Rolle auf den Leib geschrieben wurde.
Wenn Alaska so schön ist wie in Serie,(was aber nicht der Fall ist, denn die Serie wird in Canada gedreht), dann hätte ich große Lust mal dorthin zu fahren.

*Vor meinem Fenster maunzt ein Kater seine Liebesgesänge. Ich dachte im Winter wären die etwas ruhiger…*

William Shakespeare

Für alle die das Stück noch immer nicht gesehen haben.
Am 18 und 19 Januar läuft The Complete Works of William Shakespeare (gekiertzt) im Theater in Esch.
Alle 37 Theaterstücke die Shakespeare je geschrieben hat, in 90 Minuten.
Ihr solltet es auf keinen Fall verpassen.
Ich habe es mir bereits zweimal angesehen.

Verschidde Leit hunn et nach net ganz verstan, anerer sinn an eenzel TGDS Stagiäre verknallt, anerer hu sech gefrot ob een esou eppes op enger Lëtzebuerger Bühn dierft man, anerer hu kee Babysitter fonnt, nach anerer konnten net gleewen, dass esou en Affront un d’Bonnes Moeurs iwwerhaapt kéint méiglech sinn…
Egal wat Är Ursaach ass, kommt dësen héich intellektuellen Owend nach eng Kéier kucken. A wann Dir et nach net gesinn hutt, da gleeft net wat d’Leit Iech gesot hunn, mee iwwerzeegt Iech selwer vun eiser déifgrënneger Erfuerschung vun dësem Mann a sengem enorme Wierk. D’Troupe Grand-Ducale de Shakespeare spillt Iech seng 37 Stécker an 90 Minutten!
Begéint zwee Lëtzebuerger di an England hiert Wësse verquadrupléiert hunn, a lo rëm hei si fir Iech ze soe wéi den elisabethanëschen Hues leeft. Kommt se lauschteren, kucken an eventuell, wann se Iech loossen, upaken!
De Shakespeare gëtt ausgedon, gestëppst, gekärchert an erëm ugedon, an de Faarwen: ROUT, WAISS, BLO!

Dem ehrwürdigen Werk bleibt nichts erspart. D’Wort

Die Schauspieler sind sich für keinen auch noch so abgedroschenen „telefonierten“ Witz zu schade. Tageblatt

They can even do what men are traditionally not terribly good at: multi-tasking! D’Land

Follow up

A propos Ausnahmegenehmigung. Wie geht das denn jetzt von statten wenn ich mal nach Köln oder Berlin fahren will und ich muss in die Innenstadt? Muss ich als Touri dann auch diese doofe Plakette am Auto haben? Ist das eine Plakette für alle Stätte die da mitmachen oder ist das jedesmal eine andere? Was kostet sie? Bekommt man die beim hiesigen ACL ?

Hier die Antworten. Ja, als Touri muss ich auch eine haben. Kostenpunkt: 5 €. Die Plakette ist allen Stätten gültig. Der ACL vergibt sie noch nicht, aber die arbeiten dran. Man bekommt sie aber schon bei Mercedes-Benz Luxembourg-Centre S.A. / 45, rue de Bouillon /L-1248 Luxembourg. Und wen es stört diesen hochwohlgeborenen Schuppen zu aufzusuchen (mich z.B.), der kann sie sich auch in Trier beim TüV besorgen.

Popel am Knie

Ich habs in den letzten paar Tagen mit Ekelzeug. Das mit dem Popel hab ich geträumt. Den Kontext habe ich vergessen, aber plötzlich war da ein Popel am Knie. Ich habe eben mal im Traumdeutungslexikon nachgeschaut. Da gibt es keine Popel, und am Knie schon gar nicht.
„Popel am Knie = Million im Lotto“
Schön wärs.

Ausnahmegenehmigung

Eigentlich wollte ich jetzt etwas über meine Arbeit schreiben. Aber ich erinnerte mich im letzten Moment daran, dass ich mir ja ein strenges Schweigegelübde auferlegt habe, strenger als je zuvor…
Warum? Das könnt ihr hier nachlesen.
Dabei überlegte ich eben wie ich es mit einer Ausnahmegenehmigung umgehen könnte.

A propos Ausnahmegenehmigung. Wie geht das denn jetzt von statten wenn ich mal nach Köln oder Berlin fahren will und ich muss in die Innenstadt? Muss ich als Touri dann auch diese doofe Plakete am Auto haben? Ist das eine Plakette für alle Stätte die da mitmachen oder ist das jedesmal eine andere? Was kostet sie? Bekommt man die beim hiesigen ACL ?

Geistreiches

Diesen Beitrag schrieb ich zuerst in das dafür vorgesehene Feld im WP Userbereich, bäuchlinks auf dem Bett. Dann verwarf ich den Gedanken an sich überhaupt etwas zu schreiben. Dann schaute ich bei den täglichen „usual suspects“ vorbei, wie Spreeblick, Westropolis…die Blogroll halt. Ich las einen Beitrag über Angela Merkel , mit dem ich zwar nicht ganz einverstanden bin, bei dem ich aber nachvollziehen kann, warum der Schreiberling so denkt. Das brachte mich auf die Idee einen ähnlichen Bericht über unseren Premierminister Jean-Claude Juncker zu verfassen. Den Gedanken aber wieder verworfen, da ich in den letzten Monaten aus Zeitgründen verhältnismäßig wenig über luxemburger Politik gelesen, gesehen und gehört habe. Jetzt sitze ich Schneidersitz auf dem Bett, das Notebook auf den Knien und schreibe den Beitrag im Blogdesk.

Und wisst ihr was? Ich werde heute nichts geistreiches von mir geben. Dies ist demnach die offizielle Ankündigung dass ich heute nichts poste. Betrachtet also dieses Posting als Nichtposting.

Rückblick

Ich hatte in punkto Rückblick schon vor ein paar Tagen einen Versuch gestartet, aber ohne großen Erfolg. (und jetzt sehe ich grade dass ich nichts darüber geschrieben habe, obwohl ich der festen Meinung war, ich hätte… pfff…Gagaismus praecox lässt grüßen)
Die Idee fand ich bei der Kaltmamsell, die jedes Jahr am 1 Januar sich die gleiche Liste von Fragen stellt und dann schaut was sich von Jahr zu Jahr geändert hat. An und für sich eine schöne Idee, aber für mich ungeeignet, da ich mich in meiner Schnelllebigkeit an viele Dinge nicht erinnere. Das Blog ist somit für mich nicht nur ein Medium um Geschehnisse zu verarbeiten und Spaß am Schreiben zu haben, sondern es dient auch als Gedächtnisstütze.
In diesem Sinne habe ich mich durch die letzten Jahre durchgeklickt. Da gibt es, vor allem im ersten Jahr, als ich noch die Grenze ausloten musste zwischen den Dingen die ins Blog kommen und den Dingen die zu privat sind, etliche Einträge, die ich so verschlüsselt habe, dass ich nicht mehr weiß was ich damit gemeint habe. Das ist schade, denn was bringt es, das eigene Leben für die Nachwelt festzuhalten, wenn man es nicht mehr entschlüsseln kann.

Gone Baby gone

Als Françoise mich fragte ob ich mit ihr den Film Gone Baby Gone von Ben Affleck zusammen ansehen wolle, war ich nur mittelmäßig bis gar nicht begeistert. Ben Affleck hat in den letzten Jahren schauspielerisch keine wirklichen Glanzleistungen vollbracht. Umso überraschter war ich, das sein erstes großes Regiedebut ein sehr gelungenes Werk ist.
Gone Baby Gone ist die ziemliche radikale Geschichte einer Kindesentführung. Die vierjährige Amanda die aus einer zerrütteten Familie stammt, wird vermisst. Die Polizei tappt im Dunklen als die Schwägerin von Amandas Mutter beschließt einen Privatdetektiv mit in die Untersuchung einzubeziehen…

Ich war überrascht ob des excellenten Schauspielcastings. Affleck beschönigt nichts und zeigt die grauen, kalten, asozialen Viertel einer amerikanischen Großstadt, mit all ihrer Gewalt und Drogenexzessen. Nichts ist übertrieben, im Gegenteil, es erscheint alles brutal real.
Man kommt nicht umhin an die kleine Madeleine McCann aus England zu denken, zumal das kleine Mädchen im Film ihr verdammt ähnlich sieht. Ich habe mir sagen lassen, dass der Film in England in den Kinos nicht gezeigt wird, aus eben diesem Grund. Es gibt meiner Meinung aber noch einen zweiten Grund und das ist die Aussage des Films. Hierzu möchte ich aber nichts sagen, denn sonst hätte ich zu viel verraten.

Fruchtalarm?

Mann könnte annehmen, dass ich in den letzten Tagen nicht anderes zu tun hätte, als vor dem Fernseher zu hängen oder ins Kino zu gehen. Ein bisschen stimmt es ja schon. Seit Weihnachten ist es berufsmäßig etwas ruhiger als davor und das ist gut so.

Da ich selbst ab und zu in der Werbung arbeite, sehe die Anzeigen in den Zeitungen und Magazinen, sowie die Spots im Fernsehen mit einem anderen Auge. Dass Werbespots auch kontraproduktiv sein können beweist die Molkerei Müller am besten. Als die Werbung mit der Fruchalarmgöre erschien, war das zu Beginn ein guter Spot, da er prägnant war. Es ging soweit dass sie noch einen weiteren Spot drehten und einen sogar eine Art Making-of. Den Making-of fand ich übertrieben, aber wenn der Kultstatus des ersten Spots es anbietet, bitte schön, von mir aus. Jetzt sehe ich seit einer Weile dass Müller den ersten Spot wieder geschaltet hat. Er geht mir inzwischen aber derart auf den Wecker dass ich nicht nur den Froop sondern sämtliche Müllerprodukte boykottiere. (Gab es da nicht mal ein Skandal bei dem Müller, Millionen an staatlichen Zuschüssen eingestrichen hat um am Ende Arbeitsplätze zu streichen???)

Somit wird aus dem Fruchtalarm ein Boykottalarm.

Männer auf Bäumen

Als ich eben den Fernseher ausschaltete, war mir klar über was ich heute schreiben sollte. Ich habe eben auf Vox den Pilotfilm einer neuer Serie gesehen. Men in Trees. Man nehme die Rolle der Carry Bradshaw aus Sex and the City, vergebe sie an eine andere attraktive blonde Schauspielerin nämlich Anne Heche, verändere den Beruf von Kolumnistin in Schriftstellerin und Beziehungscoach und lasse sie in Alaska stranden, in einem Kaff in dem die Frauen /Männer Quote 1:10 ist. (also eine Frau auf zehn Männer) Et voila, die neue Erfolgsserie ist geboren.
Ich muss gestehen, dass der Pilotfilm nicht schlecht ist. Er hat etwas „zerbrechliches“ an sich was ich sehr mochte. Es bleibt zu hoffen, dass es mit der Zeit nicht verloren geht.