Beitrag zum Heine Jahr

Vor 10 Jahren habe ich mich zum ersten Mal mit Heinrich Heine beschäftigt. Damals arbeitete ich an einem Theaterabend in dem eine Reihe von Gedichten szenisch aufgezogen wurden.

Und heute beim lesen von Elses Tagebuch viel mir ein Gedicht wieder ein.

Heinrich Heine
Zur Theologie

Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.

Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Aug genug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.

Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute anzuhäufen
In den Großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun –
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen –
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)

Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten
Und den Wein verschlappern müssten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppelmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören –
Gäb es nur Tonkunst-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär! –

Als zur blonden Teuotlinde
Ich in solcher Weise Sprach,
Seufzte sie und sagte: Ach!
Grübeln über Gottes Gründe,
Kritisieren unsren Schöpfer,
Ach ! das ist, als ob der Topf
Klüger sein wollt als der Töpfer !
Doch der Mensch fragt stets: Warum ?
Wenn er sieht, daß etwas dumm.
Freund ich hab die zugehört,
Und du hast mir gut erklärt,
Wie zum weisesten Behuf
Gott dem Menschen zweifach schuf
Augen, Ohren, Arm’ und Bein’,
Während er ihm gab nur ein
Exemplar von Nas und Mund –
Doch nun sage mir den Grund:
Gott, Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit,
Das der Mann gebraucht, damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse ?
Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten,
Die so wichtig für den Staat
Wie fürs Individuum,
Kurz fürs ganze Publikum.
Zwei Funktionen, die so greulich
Und so schimpflich und abscheulich
Miteinander Kontrastieren
Und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gemüt
Muß sich schämen, wenn sie sieht,
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial !
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zu ganz gemeinen Rinne !
Pyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp – in Mankepiß.

Also Teutolinde sprach,
Und ich sagte ihr: Gemach !
Unklug wie die Weiber sind,
Du verstehest nicht, liebstes Kind,
Gottes Nützlichkeitssystem,
Sein Ökonomie-Problem
Ist, daß wechselnd die Maschinen
Jeglichem Bedürfnis dienen,
Den profanen wie den den heilgen,
Den pikanten wie langweilgen, –
Alles wir simplifiziert;
Klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen,
Damit schafft er seinesgleichen.
Auf demselben Dudelsack
Spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche,
Fiddelt auf derselben Bratsche,
Durch dieselben Dämpfe, Räder
Springt und singt und gähnt ein jeder,
Und derselbe Omnibus
Fährt uns nach dem Tartarus.

Entscheidungen

Das ganze Wochenende inklusive Montag war mit unendlich viel Arbeit belegt. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, da einiges davon noch nicht in die Öffentlichkeit gehört. Ihr wisst ja dass ich da immer einen großen Unterschied mache.
Gestern habe ich meinen Vorstandsposten bei Maskénada abgegeben. Eine Entscheidung die mich, als es dann endgültig feststand, leicht wehmütig machte. Als ob es das Ende einer Ära wäre. Aber ich bereue sie nicht.

Fundstück bei Else und Zitat des Tages.

das tagebuch ist mein haustier. andere haben einen wellensittich, eine katze, einen hund oder alles zusammen – ich habe dies tagebuch. es protestiert nicht, es schnarcht nicht, es wird nicht krank, es pißt nicht in die ecken.

111

Wir sind was wir tun. Und was tu ich? Arbeiten wie ein Verrückter. Den gazen Samstag an einem Videodreh gearbeitet. Im Großen Theater die Aufführung von der Cie. 111 gesehen. Das was sehr sehr sehr schön. Wenn ihr irgendwann mal die Gelegenheit bekommt diese Truppe zu sehen, lasst sie euch unter keinen Umständen entgehen.

Und jetzt MUSS ich schlafen, sonst gibt es morgen ein Desaster…morgen ist nochmal Video.

Kleine Steppenwölfe

Tage kommen und gehen. Man übersieht die kleinen Dinge oder vergisst sie.
Die Phettberg Bemerkung der letzten Eintrages hat manchen von euch erschreckt. Tja…jeder, auch ich, hat so seine Bridget Jones Momente.
Und dann habe ich einen FATALEN Fehler endeckt auf den NIEMAND mich hingewiesen hat. Der Steppenwolf ist von Hermann Hesse, nicht von Thomas Mann. Das ist ein peinlicher Ausrutscher aller erste Güte und niemand sagt auch nur ein Wort zu mir, ihr kleinen Steppenwölfe, ihr!!!

Kurze Vorschau auf den nächsten Eintrag: We are what we do.

Ekel höchsten Grades

Als ich eben die Treppe hoch kam und in den Flurspiegel schaute, war ich fassungslos. Mein Spiegelbild erschreckt mich. Das bin nicht ich. Ich sehe grauenvoll aus.
Wenn man wie ich in einem Beruf arbeitet, in dem man tagtäglich mit dem Aussehen Anderer zu tun hat, ist es schwer sich selbst nicht zu beurteilen. Ich kann nicht so tun als wäre es mir egal. Ich kann nicht so tun als wären die satten 10-15 Kilo Winterkampfgewicht nicht da. Ich hasse meine langgezüchteten Haare die ich extra für das Theaterstück habe wachsen lassen. Morgen oder übermorgen kommt der Bart noch weg. Der Fettklops mit langen Haaren ist perfekt.

Hermes Phettberg lässt grüßen.

Monsters

Warum ich den Eintrag so nenne? Es war der Titel eines Liedes das ich eben im Radio hörte. Monsters von Claudine Muno and the Luna Boots. Gern würde ich ihn jetzt verlinken, doch ich bin mir ziemlich sicher dass ich ihn nicht bei Amazon finden werde. Ich hatte schon mal über Claudine geschrieben, in Augenblicke I müsste was zu finden sein.
Gestern Abend war die Probe sch… Nicht so sehr dass ich von nun an mit ewigen Zweifel behaftet bin, aber es reinigt sie Luft von seltsamen Traumvorstellungen, und dass Schauspielerei immer noch ein knallhartes, schwer zu erlernendes Handwerk ist. Ich muss Text lernen…

Monters als Titel passt seht gut. Der Großherzog von Luxemburg feiert heute seine silberne Hochzeit.

Valentinstag. Da passt Monsters auch. Ein Tag an dem Monsterumsätze in Blumegeschäften gemacht werden. Ein Tag an dem die Monster einer Melancholie verfallen und sich fragen warum sie alleinstehend sind. Ein Tag an dem die Monster zurück denken am vergangene Valentinstage, an denen sie noch kleine unbescholtene Drachen waren und davon träumten, wie sie für ihre Liebsten eine Kerze mit einem Feuerstrahl aus ihren Nüstern anzünden würden. Ein Tag an denen den Monstern bewusst wird, dass sie Monster sind.

Lösung

Alles deutet darauf hin, dass ich etwas ändern muss, nur weiß ich noch nicht was. Vielleicht ist es nur ein eine kleine Feineinstellung, eine Sichtweise gegenüber einem Tatbestand, aber es muss schon recht wichtig sein, sonst würden mir diese Dinge nicht passieren.

Und das habe ich irgendwie kurz nachdem ich den Eintrag in meinem kleinen Kämmerlein in der Pension geschrieben hatte, geregelt. Das große Aha-Erlebnis. Noch am gleichen Abend sah ich mir Taxi Driver an. Ein Film den ich schändlicherweise noch nie gesehen hatte. Und gestern auf der Heimreise hörte ich als Hörspiel Der Steppenwolf von Thomas Mann, ich als Buch oft angefangen aber nie fertiggelesen hatte.
Hierzu passt ebenfalls die Aussage, die am ersten Tag in Berlin gemacht habe.

Ich bin Berlin. Ich bin Berlin. Ich bin in Berlin.
Und ein seltsamer Gedanke befiel mich. Einsamkeit. Die Einsamkeit einer Großstadt…
Es fühlt sich nicht fremd an, es ist schön und traurig zugleich.

Alles zusammen ergibt die Lösung.
Jedoch hapert es an der Umsetzung.

Neuer Blick

Mit meiner besten Freundin aus Berlin Zmud gefrühstückt.
Berlin war heute die Hochburg für jede Menge Demos. Vielleicht ist das öfter so. Ich kannte das bloß nicht. Vielleicht auch grade deshalb weil zur Zeit die Berlinale ist. Das ist in Cannes auch jedes Jahr so. Die profitieren von der der großen Medienpräsenz.
Heute heißt es Abschied nehmen, mit einem anderen neuen Blick auf Berlin. Und mit der Gewissheit etwas über mich herausgefunden zu haben. Ihr kennt das Gefühl, wenn man durch kleine belanglose Dinge die einem zustoßen, plötzlich merkt dass man etwas ändern muss? Zum Beispiel krachte mir vorgestern die Uhr im Bad auf den Boden und hat jetzt ein Riss im Glas. Etwas was mir noch nie in meinem Leben passiert ist. Manch einer würde sagen, dass es eben einfach Pech war. Doch ich könnte noch mehrere solcher Beispiele aufzählen. Alles deutet darauf hin, dass ich etwas ändern muss, nur weiß ich noch nicht was. Vielleicht ist es nur ein eine kleine Feineinstellung, eine Sichtweise gegenüber einem Tatbestand, aber es muss schon recht wichtig sein, sonst würden mir diese Dinge nicht passieren. Denn davon gehe ich aus, dass es nichts im Leben gibt das einem per Zufall widerfährt.
Das war mein Wort zum Sonntag, der Tag meiner langen Heimreise.

Wo fang ich an?

Die 3 Musketiere.
Es war entgegen diverser Vorabstimmen gar nicht so schlecht. Die Musik ist genial. Viele der Lieder sind Ohrwürmer. Es erinnerte mich an das Musical Notre-Dame, das vor sieben acht Jahren einen Megaerfolg im französischsprachigen Raum war. Jeder der Hauptdarsteller wurde ein Star und mehrere Lieder waren monatelang in der Hitparade vertreten. Als es dann nach Jahren abgesetzt wurde und im Fernsehen kam, verstand ich was den Erfolg ausmachte. Es war nicht so sehr die Aufmachung, es vor allem die Stimmen der Sänger und die Musik. Das ist in den 3 Musketieren ist das etwas anders. Man hätte das Stück etwas straffen sollen, etwas weniger Opulenz mit Dekor und Kostüm, dafür aber mehr auf richtig gute Sänger setzten. Aber es wird eben mehr auf Schauspiel gesetzt was hier weniger von Belang ist. So kam es, dass die Rolle der Mylady und der Kardinals wesentlich besser besetzt waren als die Hauptrolle Dartagnan, einfach der Stimmen wegen.
Heute habe ich endlich mal alles das erledigt was ich die letzten Tage habe schleifen lassen. Die Hose die ich letztens erwähnte, habe ich heute zur Änderungsschneiderei gebracht und sitzt nun wie angegossen. Ich war bei Lush…mehr brauch ich da wohl nicht zu sagen.

Schnee in Falten. Gibt es nur in der Xantener Straße in Berlin.

Und was mach ich heute Abend? So wie es jetzt aussieht werde ich da bleiben wo ich auch jetzt bin. Auf dem Bett der Pension liegend und lesen oder fernsehen.

Wunder & Musik

Es geschehen noch Zeichen und Wunder; Zmud werde ich am Samstag morgen zum Frühstück treffen. Als ich sie heute nachmittag endlich erreichte, hätte ich fast einen Schreikrampf gekriegt.

Wenn ich auch vorhin was von Gammeln und Bummeln erzählt habe, so war das nun doch nicht ganz der Fall. Ich war im Theater der Westens und habe die 3 Musketiere gesehen. Opulent, bombastisch, eben so eine Monstermusical Produktion. Was ich genau davon halte, erzähle ich euch morgen. Jetzt bin ich müde und will ins Bett.

Bummeln

Gestern erhielt ich eine Mail aus Luxemburg, dass ich ja wahrscheinlich wegen der Berlinale hier sei. Nein bin ich leider nicht. Irgendwie habe ich das verdrängt. Ich fahre hier weg wenn es richtig los geht. Schade, denn es hätte sich gelohnt einfach mal hier zu bleiben und zu sehen wie das hier im Vergleich zu Cannes abläuft. Es ist bestimmt etwas weniger elitär und die breite Masse hat ebenfalls die Chance ein Reihe von Filmen zu sehen.
Heute ist so ein Tag an dem ich nichts vorhabe, nichts geplant ist und an dem ich nur bummeln werde. Eventuell mir eine Ausstellung ansehen. Oder eine Vorstellung…

Ich habe die Kurzgeschichten von Poe eingepackt die kürzlich erwähnte. So alt wie die Geschichten auch sind, der Mann konnte wirklich Urängste hervor rufen.

Meinen Schnupfen erwähne ich heute nicht. Aber das Auge sah heute morgen sehr schlimm aus. Als ob es zugeschwollen wäre…

Motto Tage

Es gibt Tage die fangen so scheußlich an dass man sie am liebsten vergessen möchte.
Immer noch unter dem Motto mit-schnupfen-bin-ich-unausstehlich, verbrachte ich heute den Tag mit Birgit, einer Maskenbildnerin, mit der ich letztes Jahr im Sommer den Kreuzzug gemacht habe. Wir waren wahrlich königlich frühstücken, danach einkaufen für das Theaterstück im Inoui.
Und der Tag war gar nicht schrecklich…

Schnuddel me a river

Was für eine Nacht! Zu allem Überfluss habe ich jetzt auch noch einen Pickel am Augenlid. Ich sehe aus als ob man mir ein Veilchen verpasst hätte. Ich komme mir schwehrstbehindert vor. Eben in der Apotheke gewesen und mir ein paar Hammerpillen gegen Schnupfen gekauft. Ich weiß, ganz gut sind die Pillen nicht. Aber immer besser, als dass Berlin in dem Wasserfall aus meiner Nase untergeht.

Schneutz

Bin grad am überlegen, ob ich noch was essen soll oder es bei den 2 Stück Kuchen belassen soll.
Die Gilmore Girls die ich mir grad auf VOX ankucke, sind ööööde. Stattdessen wäre ich gespannt wie es bei Six Feet Under weitergeht. Kommt aber erst um 11. Alles wahnsinnig schwierige Entscheidungen.
Ach ja, mal ganz was Neues. Ich habe den riesen Spaziergang dann doch unternommen, mit dem tollen Ergebnis dass ich jetzt SCHNUPFEN habe. Ich niese was das Zeug hält. Mein Zerchfall schmerzt bereits…
Und während ich den grünen Schleim der aus meiner Nase der eben gegen den Bildschirm flog, wegwische, weiss ich immer noch nicht was ich machen soll. Essen oder nicht essen.
Wenn ich meinen Schnupfen bei eBay versteigere, bin ich ihn dann los? Ich bin unausstehlich wenn ich Schnupfen habe.

Loxx

Es schmuddelt vor sich hin. Ich hätte letzte Woche herkommen sollen.
Loxx wäre was für meinen Vater gewesen. Er hätte seine helle Freude daran gehabt. Ich fand es nicht so berauschend. Es war witzig manchen alten Herren zuzusehen, wie die zu Kindern mutierten. Fotoapparate knipsten unentwegt. Ein paar habe ich auch gemacht…

Das hier fand ich ganz witzig. Ein Konzert mit Robbie Williams. Im Hintergrund lief Let me entertain you in der live Version

Schmuddelwetter

Aber echt. Gestern Nachmittag noch Schnee und minus Teperaturen, und heute Regen und plus Grade. Alles ist voller Schneematsch. Dabei wollte ich heute einen richtig langen Spaziergang durch Berlin machen…
Schreibe meinen Eintrag von einem Internetcafé aus. Eine Stunde, 1 Euro. Der T-Mobile Hotspot in der Pension ist einfach zu teuer. Eine Stunde, 8 Euro. 15 Minuten, 2 Euro. Es ist echt nur für Notfälle gedacht.
Ich war schon das letzte Mal in diesem Cybercafé, als das mit dem Zugang in der Pension gar nicht klappte. Es sieht alles so neu aus. Easyinternet. Es ist die geliche Firma wie Easyjet und Easycar. Alles gaaanz Easy.

Draussen gleich um die Ecke ist die Ausstellung Loxx. Da war vor kurzem eine Spiegel-Reportage, die über diese und eine ähnliche Ausstellung in Hamburg berichtete.

Berlin in Miniatur. Das Foto oben habe ich von deren Homepage. Wenn ich selber welche machen darf, setzte ich die nachher ein.

Eiszeit

Doch sehr müde heute. Einen Riesenburger, ich hatte sie gar nicht derart gross in Erinnerung, bei Tim’s verdrückt. Und es ist verdammt kalt hier. Viiiiel kälter als in Luxemburg. Eine Hose gekauft.

Die Stadt der Gedanken

Als ich eben über den eiskalten Kuhdamm ging schlenderte kehrte ich in ein Restaurant ein mit einer großen Fensterfront. Ich saß ganz vorne und schaute auf die fast menschenleere Straße. Die Terrassentische und Stühle standen zum Teil noch draußen und es brannten Teelichter in Gläsern einsam vor sich hin. Ein Umstand den ich noch sonst nirgendwo gesehen habe außer in Berlin. Ich ließ den Gedanken freien Lauf.
Ich bin Berlin. Ich bin Berlin. Ich bin in Berlin.
Und ein seltsamer Gedanke befiel mich. Einsamkeit. Die Einsamkeit einer Großstadt…
Es fühlt sich nicht fremd an, es ist schön und traurig zugleich.
Da gab es doch ein Lied von Konstantin Wecker, mir fällt nur noch ein Satz davon ein.
„… und man ist einsam wenn man friert.“

Bingo

Ich bin da. Dieses Mal flutschte ich über die Autobahn wie nichts. Es ging so flott voran dass ich mir fast selbst nicht traute. Die A1 um Köln war wie ausgestorben. Nur hier in Berlin war es etwas heftiger. Und jetzt muss mir erst mal klar werden dass ich hier bin…

Reise

Es ist spät, zu spät als dass ich noch viel berichten werde. Zwischen einer Probe für das eigene Thaterstück und einer weiteren Vorstellung des Basilikachores, war nur Hetzerei angesagt.
Morgen bzw. heute geht es ab nach Berlin…jaaaaaaaa!!!!!

Das kleine Glück

Manchmal braucht es nicht viel zum kleinen Glück. Immer auf der Suche nach dem ganz großen Glück, von dem man nicht die geringste Ahnung hat wie es aussehen soll, übersieht man oft die kleinen Momente. So einen hatte ich gestern Abend.
Ich wurde vor Jahren gefragt ob ich Zeit hätte, die Maske für ein Dorftheaterstück zu machen, das alljährlich von Echternacher Basilikachor aufgeführt wird. Es wurde mit den Jahren zur Pflichtübung und ich habe mich schon manchmal gefragt, ob ich es nicht an jemand anders abgeben soll. Es kennt jeder jeden schon seit Jahren. Der Regisseur war einer meiner Grundschullehrer, die Souffleuse ist eine Schulfreundin meiner Mutter und war ebenfalls eine meine Lehrerinnen in der Grundschule…. Es ist eine Pflichtübung.
Ich stand also gestern morgen reichlich genervt auf, weil ich extra deswegen noch Crèpewolle besorgen musste. Als ich im Wagen saß und Richtung Luxemburg-Stadt fuhr, sah ich dass ich den Fotoapparat dabei hatte. Die vereiste Landschaft in strahlender Sonne wollte ich nicht undokumentiert lassen. Als o tat ich das was ich schon mal gemacht habe, Fotos während der Fahrt schießen, obwohl es schweinegefährlich ist.
Meine Stimmung hob sich merklich.

Als ich dann abends die Maske für all die Laien machte, waren alle nett und begeistert. Da das Stück 3 Akte hat, hatte ich viel Zeit dazwischen um zuzusehen. Die Aufregung, der hohe Adrenalinspiegel, die Begeisterung über den Szenenapplaus…es ist nicht anders als im Profitheater. Als die Vorstellung vorbei war und ich mich auf dem Nachhauseweg befand, gingen zwei alte Frauen an mir vorbei. Dabei sagte die eine zu anderen, „Heute haben wir mal wieder richtig viel gelacht.“
Da war es, das kleine Glück. Und in dem Augenblick war es reisengroß.

Zwei Wiedersehen

Schnell noch ein Posting bevor ich mich wieder der Kunst des Zunehmens im Körpergewicht widme, indem ich mit Romain essen gehe. Romain habe ich in Augenblicke I verewigt. Den Link suche ich nachher. Ich habe Romain schon länger nicht mehr gesehen…

Heute auf dem Weg zum Friseur lief mir Jean-Claude über den Weg, den ich bestimmt schon über 2 Jahre nicht mehr gesehen habe. Jean-Claude war einer der besten Freunde von meinem Bruder. Er ist Kunstschreiner und lebt immer irgendwie am Rande des absoluten Chaos ohne selbst je ganz hineingerutscht zu sein. Er hat sich verändert. Dieses leicht spitzbüische ist weg. Man erkennt es noch in seinen Augen, die immer noch strahlen, aber auch seine turbulente Vergangenheit wiederspeigeln. Die Vergangenheit holt mich ein. Aber nicht im negativen Sinn.

Wiedersehen

Ich war nicht faul. Das Auto zur Werkstadt gebracht, das jetzt fit ist für Berlin. Text gelernt. Das wird im übrigen ein Satz werden den ich jeden Tag schreiben werde, abr da es langweilig wäre lass ich es. Das Hinschreiben, nicht das Textlernen…
Als ich gestern in der Buchhandlung war, fand ich eine alte, sehr alte Liebe wieder. Edgar Allan Poe. Ein Buch mit einer Reihe von Kurzgeschichten. Große Wiedersehensfreude.

Müde

Ein langer Tag. Es kommt mir vor als ob ich 2 Tage lang nichts geschrieben hätte. Eben erst nach hause gekommen, schalte den Fernseher ein und finde High Art auf 3sat, ein Film über eine lesbische Liebe, den ich vor 4 oder 5 Jahren in Cannes auf den Filmfestspielen geshen habe. Ein seltsamer Film. Richtig verstanden habe ich ihn nie. Wahrscheinlich weil er zuviel Subtext hat. Alles in dem Film ist so gespielt als ob es eine ganz andere Bedeutung hätte, nur findet man nicht heraus was. Abgehoben, aber man erkennt nicht richtig in welche Richtung. Wahrscheinlich in gar keine. Ich bin müde, zu müde um noch herausfinden was der Film wirklich sagen will. Es tummelen sich zu viel andere Gedanken in meinem Kopf herum. Die Proben für das neue Stück im Inoui, die Aufführungen des Theaterstücks der Laientruppe in Echternach. Die Vorbereitungen für Sonntag, wenn ich nach Berlin fahre. Alles spitzt sich langsam zu.

Unheimliche Zufälle

Wie seltsam die Zufälle doch manchmal sind. Gestern Abend während dem Champagner Tsunami unterhielt ich mich länger mit einem Freund über Anne Rice. Ihr erfolgreichster Roman ist und bleibt wohl Interview mit einem Vampir. Ich wurde an einem Menschen aus den Staaten erinnert, den ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe und ebenfalls ein großer Fan ihrer Bücher ist. Und heute Abend, als ob es hätte so sein müssen, sah ich die Verfilmung vom Interview auf Vox. Und als ob es so vorbestimmt war, fand ich eben eine Mail des besagten Freundes aus den Staaten.
Fast schon unheimlich.

Zweite Generation

Sehe grade im Dritten Ich trage einen großen Namen. Passt eigentlich zu dem was ich jetzt berichten werde. Davor solltet ihr aber das hier lesen, denn sonst versteht ihr den Auslöser zu dem Gedanken nicht. Ich bin zu einem Teil ein Einwanderer in zweiter Generation. Aber eben nur zum Teil. Mein Vater war Franzose. Jedoch einer der in seiner Vergangenheit und seiner ererbten Vergangenheit immer wieder hin und her gerissen wurde zwischen Frankreich und Deutschland. Mein Vater war Elsässer. Meine Mutter ist Luxemburgerin von luxemburgischen Eltern, heutzutage fast eine kleine Rarität. Obwohl, wenn man ihren Stammbaum weiter zurückverfolgt stammt sie von Deutschen ab. Ich selbst kam in Luxemburg zur Welt und ging auch hier zur Schule. Ich habe aber dank meinem Vater einen französischen Ausweis besessen bis ich 18 war. Zudem war mein Vater sehr antideutsch und profranzösisch, das aber zu der Zeit keine Seltenheit war, denn er hatte den zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt.
Wenn ich heute an die Zeit meiner Erziehung zurückdenke, kommt es mir es vor als hätte mein Vater mir die Entwurzelung mit aller Gewalt anerziehen wollen. „Du bist Franzose und lebst im Ausland.“ Er zwängte mich sozusagen in die Rolle des eingewanderten Außenseiters, obwohl ich im Inneren nie so gefühlt habe. Das luxemburgische lag mir immer näher als das französische. Meine Mutter machte ihr Nationalgefühl nie derart geltend, denn es umgab mich sowieso Tag für Tag.
Wenn ich heute zurückdenke, mit all dem Wissen über die elsässische Geschichte das ich vorher nicht besaß, dann weiß ich dass das Thema des Zugehörigkeitsgefühls meines Vaters viel komplexer war. Zum Beispiel mein Familienname hört sich keinster Weise französisch an. Ganz im Gegenteil, er klingt sogar sehr deutsch. Mitunter ein Teil des Dilemmas.
Ich für meinen Teil bin ein Luxemburger fühle wie ein Luxemburger und sehe die Geschichte Luxemburgs als ein Teil meiner Geschichte an. Und das ist gut so.    

Aufschieben

Eigentlich sollte ich jetzt mit der Abhandlung über die zweite Generation anfangen, so wie im vorigen Posting versprochen. Aber habt ihr schon auf die Uhr geschaut? Nee nee. Ich komme grad von einer chinesischen Sylvesterfeier, mit Champus in tsunamiartigen Mengen, fragt nicht nach Sonnenschein.Wenn ich, so Gott denn will, morgen die Stellprobe einigermaßen überstehe, werde das ich am Nachmittag tun. Denn ich möchte das endlich loswerden. Es kribbelt bereits in den Fingern.

Schnell

Und schnell noch etwas von der Kaltmamsell.

Vorgestern Abend dann doch nicht mehr in die Muckibude gegangen, weil über eine Stunde auf dem Bahnhof der Arbeitsstadt festgesteckt: Streckensperrung wegen „Personen auf den Schienen“. Zynische Ränke geschmiedet, ob die Bahn nicht einen Suizid-Service anbieten sollte: „Bevor Sie sich selbstmörderisch auf unsere Schienen legen, melden Sie sich bei uns unter Tel. 030/XXXXX. Wir erschießen Sie diskret, schnell und zuverlässig.“ Damit wäre doch allen Beteiligten geholfen.

Ausserdem hat sie ein sehr interssantes Posting über die Einwanderer zweiter Generation geschrieben, auf das ich später noch mal zurückkommen werde, weil ich das auch bin.

Autsch

Oh Gott. Morgen wird ein Desaster werden.
Ich hatte heute einen Job auf einer privaten Veranstaltung und ich bin vor einer knappen halben Stunde nach Hause gekommen. Es war schön. Das Motto des Abends war Viva Las Vegas mit Roulettetischen und Black Jack. Die Showeinlagen auf der Hauptbühne wurden von Laien dargeboten und um die zurecht zu machen, wurde ich angeheuert. Es war eine schöne Arbeit, vor allem weil die Laien immer total begeistert und dankbar sind, dass sie toll aussehen. Nach der Arbeit kam das Vergnügen mit tanzen und Absacker.
Aber dafür bekomme ich morgen die Rechnung in den Proben präsentiert. Wenn ich jetzt nicht schleunigst ins Bett verschwinde.