In-Vitro-Fleisch

Ich sah vor ein paar Tagen (leider erinnere ich mich nicht mehr auf welchem Sender) ein kurze Reportage über Fleisch aus der Petrischale. Hier auf Zeit Online fand ich ebenfalls einen neueren kurzen Bericht darüber. Das Thema ist nicht neu und auf der Suche danach fand ich Berichte von 2013. Wie es scheint ist jetzt der erste synthetische Burger so gut wie produktionsreif. Zudem sei die künstliche Herstellung davon wesentlich effektiver als wenn man eine Kuh das Fleisch produzieren lässt, da weniger Rohstoffe dafür gebraucht werden.

Als ich diese Reportage sah, sträubte sich mein Körper mit jeder einzelnen Faser dagegen je so etwas zu essen. Dann werde ich eher freiwillig Vegetarier.

Das Problem ist doch nicht die Kuh und ihre schlechte Futterverwertung. Das Problem sind unsere Essgewohnheiten und vor allem der ungezügelte Wachstum der Menschheit.

Noch 10 Tage

So steht es auf den kleinen Tafeln geschrieben, die auf den meisten Bushaltestellen die Busse ankündigen. Auf der Place Hamilius (zu der jeder Luxemburger aber noch immer Aldringer sagt) hängt dieses riesengroße Plakat. Da der kleine Busbahnhof mitten im Zentrum abgerissen wird, werden alle Buslinien den neuen Gegebenheiten angepasst. Es liegen Bücher mit den neuen Fahrplänen aus. Eine neue Karte mit allen Buslinien werden verteilt. Man kann den Verantwortlich nicht vorwerfen sie hätten nicht informiert. Denn es wird in den ersten Tagen eine große Verwirrung stattfinden, das sage ich zumindest voraus.

Ich habe mich ein wenig mit dem neuen Fahrplan beschäftigt und weiß jetzt schon dass ich mich an eine Menge neue Nummern der Linien gewöhnen muss. So ist zum Beispiel eine Linie die regelmäßig nahm weg. Die Linie 7 ist komplett gestrichen.

Gestern Abend stand auf dem Aldringer um nach hause zu kommen und ich verspürte eine leichte Wehmut. Wie oft bin ich dort in all den Jahren in den Bus gestiegen? Es gab den Busbanhof bereits als ich meine Friseurlehre in den 80er machte. Der Friseursalon befand sich nicht weit davon entfernt. Ganz zu Anfang war ich oft in der Untergrund Passage auf eine Tasse Kaffee. Das Bistro hieß „Bus Stop“. Der Betreiber war ein älterer Herr italienischer oder portugiesischer Abstammung mit seiner französischen Gattin, nebst einer  Bedienung.  Später ging ich nicht mehr dorthin, sondern ins „New York“, dem ich demnächst ein eigenes Posting widmen werde.  Ich schweife ab…

Ich erinnerte mich an das letzte große Projekt das ich mit Maskénada in dem leer geräumten chinesischen Laden in der Passage gemacht habe. Ich erinnerte mich daran dass wir damit die ganzen Bettler empfindlich störten die dort nachts schliefen. Ich erinnerte wie ich dort in meiner Lehrzeit im Winter die Treppe hinunter viel und mir die Hose und den Mantel zerriss. Gebrochen hatte ich mir nichts doch blauen Flecken hielten lange an.

Es wird anders werden, und es wird die nächsten zwei bis drei Jahren der Umbauten eine Nervenzereißprobe werden, denn nebst dem Aldringer kommt der angrenzende Häuserkomplex auch weg.

Folgendes Foto habe ich letzten Sonntag gemacht:

Diese ganze Ecke verschwindet.

 

Goodbye Don

Ich habe heute die definitiv letzten 7 Folgen der 7ten Staffel Mad Men gesehen.  Die Serie, die für mich einer der intelligentesten und schönsten Serien ist, die das Fernsehen je hervorgebracht hat, ist zu Ende. Es mag kitschig klingen doch ich ich war am Ende der letzten Folge den Tränen sehr nahe. Die Geschichte von Don Draper, wurde  oft mit Odyseuss aus den griechischen Sagen verglichen. Immer auf der Suche nach etwas was er nie finden wird…

Ich möchte das Ende hier nicht preisgeben, das haben diverse Zeitungen, wie die Zeit und die Süddeutsche bereits ausführlich gestern getan. (Wobei die Zeit am Anfang dazu schreiben könnte dass sie einen ganzen Artikel lang nur so rumspoilert! Die Süddeutsche nimmt da etwas mehr Rücksicht.) Das Ende ist jedoch weitaus ruhiger und unspektakulärer als man vermuten könnte. Schon das Ende der 6ten Staffel, dass ich als nervenaufreibender empfand als alle davor, ließ darauf schießen dass es in der 7ten Staffel „so richtig zur Sache“ geht. Weit gefehlt…

Schön an der letzten Staffel ist dass die Schreiber allen voran Matthew Weiner sich, wie schon davor, die Ruhe und Zeit genommen haben um die Serie zum einem, ihr gerechten Ende zu bringen. SPOn schrieb:

Mit „Mad Men“ endet eine Ära, die zu Recht als „drittes goldenes Zeitalter des Fernsehens“ bezeichnet worden ist.

Was mich mal wieder dazu verführt den immer geltenden Spruch von Orson Wells loszulassen. „Um einen guten Film zu machen braucht man: 1. Eine gute Story 2. Eine gute Story 3. Eine gute Story.“

Grace & Frankie

Die erste Staffel der Serie Grace and Frankie sah ich letztes Wochenende auf Netflix an einem Abend weg. What a Show! Zugegeben sie ist, und ich habe das schon mehrfach gelesen, ein wenig altbacken, obwohl sie sehr aktuelle Themen behandelt. Genial finde ich an Jane Fonda, dass sie ihr eigenes Image auf die Schippe nimmt. So ist sie zum Beispiel in der Serie auf der Packung eines Haarfärbemittels zu sehen. (L’Oreal lässt grüßen) Grandios ist auch, als sie nach dem fatalen Restaurantbesuch sich vor ihren Schminkspiegel setzt und das falsche Haarteil sowie die Gummibänder zur Gesichtsstraffung entfernt. Und Lily Tomlin ist sowieso immer gut.

Ich bin guter Hoffnung dass uns eine zweite Staffel ins Haus steht.

Eine neue Glaubensgemeinschaft in Luxemburg

Nun ja, so neu ist sie nicht. Die Gemeinschaft der Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters gibt es seit 2005 und wurde als Religionsparodie in den USA gegründet. Die Gemeinschaft  entstand als Art Gegenbewegung  zum Kreationismus, obwohl sie genau gleich argumentieren wie letztere. Mit dem kleinen Unterschied dass sie davon überzeugt sind dass die Welt vom besagten Spaghettimonster im besoffenen Zustand erschaffen wurde.

Jetzt gibt es sie also auch in Luxemburg und sie verlangen wie alle anderen Glaubensgemeinschaften ein finanzielle Unterstützung vom Staat. Diesbezüglich wurde ein offener Brief an den Premierminister geschrieben, den man unter fsm.lu einsehen kann.

Ich hatte heute eine Facebookeinladung zur wohlgemerkt geschlossenen Gruppe der Pastafari (so nennen sich die Anhänger)

Zugegeben ich mag Pasta, aber ob ich nun wirklich dort mitmache… Ich bleib vorerst mal in der Facebookgruppe und werde berichten.

Alexander Gerst auf der re:publica

In all den Jahren in denen ich jetzt blogge habe ich es nie geschafft im Mai zur re:publica nach Berlin zu fahren, weil sie immer zur einer Zeit stattfindet, in der ich auch wahnsinnig viel Arbeit habe.  Wie gut, dass es da einige Blogger und Bloggerinnen gibt die das regelmäßig tun und bei denen ich dann nachlesen kann was ich alles verpasst habe.

So wie zum Beispiel Alexander Gerst auch @astro_alex genannt der von der Weltraumstation regelmäßig twitterte. Hier berichtete er über seine sechs Monate im All auf der Blue Dot Mission. Der Mann hat ein unglaubliches Charisma dem man sich nicht entziehen kann. Kein Wunder dass der ganze Saal in ihn verliebt war. Ich saß jetzt wie gebannt eine volle Stunde vor dem Bildschirm.

 

Ein Einkauf am Sonntagmorgen am Bahnhof

Mein Viertel hat den großen Vorteil dass ein Reihe von Geschäften am Sonntag morgen geöffnet sind. Es gibt drei Supermärkte die bis zur Mittagszeit geöffnet haben. In anderen Vierteln der Stadt ist dem nicht so. Wenn es mich packt und möchte für’s Frühstück wirklich etwas „Besseres“ haben, gibt es im Bahnhof einen Laden des Bäckers der in Luxemburg den Ruf hat der Beste zu sein.
Dort begebe ich mich jetzt hin und ihr dürft mit dabei sein. 🙂

Es ist ein regnerischer Sonntag und die Straßen sind leer.
Seit einer gefühlten halben Ewigkeit ist meine Straße eine Baustelle. Das Haus das hier das renoviert wird ist eines von vier.

Doch heute am Sonntag herrscht Ruhe, was ich sehr zu schätzen weiß. An Wochentagen geht der Presslufthammer bisweilen schon um 7 Uhr morgens los. Die Baustellen haben den großen Nachteil dass die begehrenswerten Parkplätze fast zur Hälfte reduziert sind. So wie hier wo ein Bagger gleich zwei Plätze weg knabbert.

Wenn ich die Seitenstraße weiter in Richtung Bahnhof gehe, komme ich an vielen alten schönen Familienhäusern vorbei die alles einen winzig kleinen Vorgarten haben. Wenn ich dann zum Ende hin in die rue d’Anvers einbiege schlägt die Stimmung und das Gefühl urplötzlich um. Jetzt merkt man, und ich weiß in den fast zwei Jahren in denen ich jetzt hier bin, noch immer nicht an was es liegt, dass man im Bahnhofsviertel ist.

Die rue Adolphe Fischer, die einer der längsten Straßen im Viertel ist, ist im oberen Teil recht chic und wohnlich und im unteren Teil stehen Abends die Damen der Horizontale, je näher man an die rue de Strasbourg kommt. Ein kleines Pelzgeschäft, bei dem ich noch nie gesehen habe dass es geöffnet sein soll, hat jetzt seit etwas über einem halben Jahr das Schild im Fenster zwecks Ausverkauf. Ich mag das kleine Haus.

Gegenüber befindet sich ein Gebäude, das schon sehr lange umstritten ist. Es beherbergte bis vor kurzem noch ein Teil der Büros der Polizei die inzwischen aber ausgezogen sind. zudem ist ein Parkhaus darin. Der Bau ist potthässlich und es soll abgerissen werden, so sagt man im Viertel.

Die rue de Strasbourg. Für die einen ein Hotspot den es zu vermeiden gilt, für die anderen eine schöne belebte Straße mit Geschäften, Restaurants, Bars und Cafés. Ein neu angelegter Spielplatz:

Ein spirituelles Zentrum bei dem ich vorbei kam und jemand gehörig der Kanzel donnerte. Das Gebäude selbst war früher mal eines der modernsten Kaufhäuser Luxemburgs.

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Man begegnet alles und jedem. Bisweilen haben sich zwei Betrunkene gehörig in der Wolle dass die Fetzen fliegen. Aber Streit kommt bekanntlich in den besten Familien vor. Dann biege ich in die rue Joseph Junk ein die früher noch hotspottiger war. Inzwischen klafft dort eine riesige Bauwunde.

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Dort soll der Hauptsitz eine Bank hinkommen. Das soll später einmal so aussehen.

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Irgend ein Werbefutzi fand diese Idee ganz hübsch:

Das Bahnhofsgebäude.

Es war auch über Jahre eine gewaltige Baustelle. Die Innenhalle mit ihrem Deckenfresko finde ich immer noch wunderschön.

Auf letzterem Foto seht ihr auch den oben erwähnten Bäcker.

Und jetzt geht es wieder nach hause. Danke dass ihr mich begleitet habt.

Nachtrag zu den Erinnerungen an eine Heimat

Hoppla!
Mit dem letzten Beitrag scheine ich wirklich einen Nerv getroffen zu haben, denn ich bekomme selten so viel Zuspruch.

Gestern traf ich zufällig jemand hier in der Hauptstadt der das Posting ebenfalls gelesen hat und mich in ein Gespräch über Schuld und Fehler verwickeln wollte.
Sorry aber das ist nicht das was ich damit bezwecken wollte. Klar, man könnte die ganze Lage in die Richtung hin analysieren. Doch es würde höchstens denen Genugtuung bringen, deren Horizont nicht weiter als zur eigenen Nasenspitze reicht und damit ist niemandem gedient!

Ich habe mir die Frage mal selbst gestellt. Was müsste in meiner alten Heimat passieren, damit es wieder bergauf geht?

Ich glaube dass jemand der einen Blick von außen hat, eine Situation anders beurteilen kann als die Einheimischen selbst. Und meiner Meinung nach muss man genau dort ansetzen. Man muss sich Hilfe von außen holen. Ich vergleiche es bisweilen mit einem Film oder einem Theaterstück. Ein Schauspieler kann sich nur schwerlich selbst in Szene setzen, dafür braucht es einen Regisseur. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man sich nicht mehr auf das verlassen kann was die Stadt von jeher zu bieten hatte und hat, sprich eine Menge historischer Bauten, malerische Landschaften, ein Fluss, ein See und und seit neuester Zeit, ein UNESCO Titel. Ist alles da und hilft doch nicht.

Ich selbst arbeite in Kunst und Kultur und werde (fast) jeden Tag aufgefordert die Welt neu zu erfinden, neue und tolle Masken zu erstellen, die konzeptuell in das jeweilige Projekt passen. Ich bin seit fünfzehn Jahren Mitglied eines Künstlerkollektivs und davon dreizehn Jahre im Vorstand. Ich habe dort viele Projekte mit entwickelt und mit getragen. Ich habe an unzähligen Brainstroming Tagen teilgenommen, wenn es hieß, dass wir neue Ideen entwickeln und neue Wege finden müssen. Es gibt in ganz Luxemburg kein anderes Kollektiv dass sich so oft und immer wieder in Frage stellt wie dieses Künstlerkollektiv. Es ist anstrengend, es ist mühselig und nervig aber lohnt sich und der Erfolg gibt uns recht.

Ich glaube genau das gleiche müsste in meiner alten Heimat passieren. Man müsste sogenannte Think Tank Tage organisieren (auf deutsch fällt mir grad kein Wort dafür ein, in französisch hieße es ‚ journée de réflextion‘) Jeder der Interesse hat kann daran teilnehmen. Jeder ist aufgefordert neue Ideen zu bringen. Ideen die die ausgetretenen Pfade verlassen. Ideen die bisweilen keinen Sinn ergeben, die manchmal so abwegig sind, dass man sie für ausgemachten Blödsinn hält. Ein riesengroßer Pool an Esprit und Wahnwitz, ein Gedankenspielplatz.
Und vielleicht entspringt diesem Pool ein kleiner sprühender Funke der es wert ist weiterverfolgt zu werden.

Ich weiß, das hört sich jetzt sehr idealistisch und vielleicht märchenhaft an, doch nur so funktioniert es. Das beste Beispiel dafür ist eine der größten und erfolgreichsten Firmen auf dem Planeten: Google. Wer schon mal eine Reportage über den Giganten gesehen hat, weiß dass es im Grunde nichts anderes ist als ein riesengroßer Ideenspielplatz für Nerds. Sehr erfolgreiche Nerds.

Das war mein Wort zum Sonntag 🙂
Und jetzt seid ihr dran!

Erinnerungen an eine Heimat

Es gibt zwei bis drei Momente im Jahr bei denen ich zum Nichtstun gezwungen bin. Es ist dann, wenn ich die Reifen am Wagen wechseln lasse. Meistens geht das einher mit einer Innen- und Außenwäsche und das Ganze dauert ungefähr drei bis dreieinhalb Stunden. Da die Werkstatt meines Vertrauens sich immer noch in meiner alten Heimat befindet (weil ich mir bis jetzt noch keine Gedanken gemacht habe eine in meiner Nähe zu suchen) sitze ich dort fest.
Gestern war wieder so ein Tag.

Ich stand früh auf und fuhr los. Die Fahrt dorthin geht inzwischen nur noch durch drei Baustellen, wobei sich zwei davon hoffentlich bis Ende Jahres erledigt haben werden. Während der Fahrt überlegte ich mir schon was ich anstellen sollte um die Zeit überbrücken und nahm vorsichtshalber das Tablet zum Lesen mit.
Ich gab den Wagen ab und schlenderte an der Kreuzung an meinem alten Haus vorbei in dem über 20 Jahre gewohnt habe. Das steht noch da wie immer doch die guten Geister sind ausgezogen. Die Menschen die dort gewohnt haben sind nicht mehr, nur die Erinnerungen bleiben… Ich werde es verkaufen.
Gegenüber wo sich einst eines der besten italienisch/französischen Restaurants befand wird umgebaut. So habe ich es vor ein paar Wochen aus der Zeitung erfahren. Geschäft kommt keines mehr rein. Auf der anderen Seite der Kreuzung befand sich eine Bäckerei die schon längst zu einem privaten Wohnhaus umgebaut wurde.
Geht man die Straße weiter Richtung Zentrum kommt man an einem Haus vorbei das schon seit vielen Jahren leer steht. Der Bürgermeister einer benachbarten Ortschaft hatte dort sein Geschäft. Es war ein Fotokopierladen mit angeschlossener Abholstelle für Katalogbestellungen. Er verstarb urplötzlich und es traf eine ganze Gemeinde wie ein Donnerschlag. Soweit ich weiß streitet sich die Erbengemeinschaft immer noch…
Ein Stück weiter ist die alte Jugendherberge mit der, so las ich in der Zeitung, auch endlich etwas passieren soll. Gelangt man dann in die Fußgängerzone wird es ein Trauerspiel. Die Konditorei steht schon seit Jahren leer, der Kaffeeladen daneben genau so. Gegenüber war immer ein kleiner Schuhladen, der jetzt auch geschlossen ist. Die Ecke (die auch Vic’s Eck von den Einheimischen genannt wurde) die einst von Treiben und Geschäften nur so brummte sieht sehr armselig aus.
Ich ging weiter über den Marktplatz der schon, als ich noch dort wohnte, viel von seiner einstigen Attraktivität eingebüßt hat. So gab es zwei Hotels von denen das eine seit über fünfzehn Jahren geschlossen ist. Die klägliche Bauruine über die schon viel gestritten wurde, schaffte es immer wieder in die Schlagzeilen und das bis heute. Das kleinere Hotel daneben schloss ebenfalls vor ein paar Jahren und es sollen Seniorenwohnungen gebaut werden. Passiert ist aber noch nichts.
Ich kehrte in die alte Traditionskonditorei ein in der inzwischen eine Bäckereikette ist, bestellte eine Tasse Kaffee und las die Tageszeitung. Ich kenne die Kette auch von der Hauptstadt her aber die Auswahl hier ist spärlicher. Gegenüber der Bäckerei befand sich ein Zeitungsladen, den es schon lange nicht mehr gibt. Ich denke so lange wie der Besitzer des Hauses lebt wird dort auch nichts neues eröffnet.
Während ich meine Zeitung las, kamen eine Handvoll Lehrer die wahrscheinlich eine Freistunde hatten. Ich musste mir ziemlich viel dummes Lehrergefasel anhören in das ich mich liebend gern eingemischt hätte, zumal da ich ein paar von ihnen kannte, aber es war mir dann doch zu doof.
Die Minuten und Stunden schleppten sich hin und ich beschloss durch die Fußgängerzone bis zum Busbahnhof zu gehen. Es gab in dieser Straße mal sieben Hotels zur Blütezeit. Jetzt sind es nur noch zwei wobei ich mir nicht sicher bin, ob eines von den beiden nicht auch endgültig geschlossen ist.
Der Handyladen der ‚Apfelsine‘ ist weg. In der Auslage vom Schaufenster stehen wieder die Elektrogeräte des Hausbesitzers der etwas weiter oben in der Straße seinen Laden hat. Zumindest wird etwas ausgestellt und der Raum ist nicht leer.
Ganz am Ende der Straße beim Busbahnhof hatte es jemand gewagt eine Bar zu eröffnen die eine Art Loungebar war. Weg.
Das legendäre Bekleidungsgeschäft für Damen ab einem gewissen Alter, das ein Haus weiter, in neuere Räumlichkeiten umgezogen ist, gibt es noch. Doch der alte Laden wird leer bleiben.
Und so könnte ich noch ein Dutzend weitere Beispiele aufzählen an denen man sieht, dass eine blühende Stadt immer mehr in den Dornröschenschlaf fällt.
Ich möchte nicht über all die Fehler der Vergangenheit reden, die in der Stadt begangen wurden und keine Schuldigen bezichtigen. Es sind deren zu viele.

Im August werden es zwei Jahre dass ich nicht mehr dort lebe und ich bereue die Entscheidung keine Sekunde. Doch die zunehmende Trostlosigkeit macht mich traurig, sehr traurig.

Gesichter

…sind mein Broterwerb. Seit 16 Jahren. Mit den Jahren kennt man die Schauspieler die man schminkt fast auswendig. Die Gesichter die kleinen Schönheitsfehler, ihre Macken und ihre Vorzüge kennt fast so gut, als ob man mit ihnen verwandt wäre.

Als ich gestern jedoch die ersten beiden Folgen von Broadchruch sah, eine Serie die mir bis dato völlig unbekannt war, fing ich an zu zweifeln ob ich einen der Hauptdarsteller nicht schon…oder etwa doch nicht? Dabei kam mir das Gesicht so vertraut vor als ob ich ihn schon angefasst hätte.

Doch dann viel es mir ein.
Andrew Buchan, der die Rolle des Martin Latimer spielt, ähnelt dem französischen Schauspieler Arthur Jugnot so sehr dass sie Brüder sein könnten. Sogar ihre Art zu spielen ist beängstigend gleich.  Mit Arthur Jugnot habe ich einen Film 2006 gedreht.

Der Beweis:

Könnt ihr unterscheiden wer wer ist?

Dunkelsprung – Leonie Swann

Immer wenn ich größere Fahrten vor mir habe, suche ich mir um die Zeiten nicht völlig nutzlos als nur mit Fortbewegung verbringen ein Hörbuch aus. Auf der Fahrt nach Münster hörte ich die ungekürzte Lesung Dunkelsprung von Leonie Swann, gelesen von meiner Lieblingsvorleserein, Andrea Sawatzki. Ich war von ihren Schafen aus ihren beiden vorigen Romanen, Glennkill und Garou begeistert. In Dunkelsrung geht es aber um etwas völlig anderes. Es ist die Geschichte von Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohzirkusdirektor und unfreiwilliger Einbruchskünstelr der jedes Schloss zu knacken vermag. Doch als eines Tages seine Flöhe durch seine Schuld in einer frostigen Nacht alle umkommen, bricht für ihn eine Welt zusammen…

Leonie Swann hat das Zeug dazu einen richtig großen Hit zu landen wie einst J.K. Rowling mit Hary Potter. Sie beschreibt in Dunkelsprung einen Parallelwelt, die absolut ausbaufähig ist. Ihre Charaktere sind gut beschrieben und ich könnte mir vorstellen sie einem weiteren Roman wieder zu treffen. Das Buch endet nämlich mit einem gewaltigen Cliffhanger, so dass ich mir vorstellen kann das es noch nicht zu Ende ist.

Kino Schlosstheater in Münster

Ich war über die Osterfeiertage nicht in Luxemburg sondern in Münster. Eine Stadt die ich so wahrscheinlich nie besichtigt hätte, wenn meine bessere Hälfte nicht dort wohnen würde.

Während meines Aufenthaltes kam mir die Idee doch einmal ins Kino zu gehen. Der Film: The Second Best Exotic Merrygoldhotel. Er lief nicht wie erwartet im Cineplex sondern im Kino am Schlosstheater. Die bessere Hälfte stöhnte auf weil es parkplatztechnisch etwas blöd wäre. Doch der Besuch sollte sich lohnen, dem Film wegen und der Location wegen.

Das Gebäude stammt aus den 50er Jahren und steht unter Denkmalschutz. Die Bar in der Eingangshalle hat gleich etwas sehr Anheimlendes und man glaubt, John Draper musste gleich um die Ecke kommen. Der Große Saal hat noch ein Vorhang vor der Leinwand alles in dezenten Beigetönen, herrlich altmodisch aber wunderschön.

Ich dachte dabei wehmütig an die verschwundenen Kinos in Luxemburg. Das Marivaux, das Victory, das Eldorado…. Unendlich schade dass sie für immer verschwunden sind.

 

Pont Adolphe Passage

Da ich ja nur einen Katzensprung vom Pont Adolphe entfernt wohne, und sie regelmäßig nutze, mit dem Auto und zu Fuß, denke ich dass ich meine Meinug auch dazu sagen darf.

Es soll ein neuer Fußgänger- und Fahrradweg unter Brücke gebaut werden, da auf der Brücke selbst nicht genug Platz sein wird, diese auch noch unterzubringen. Da die Renovierungskosten niedirger ausfallen als zu Anfang gerechent wird das Budjet nicht überschritten. Es soll die beste Lösung sein für das Tal nicht durch eine weitere Brücke zu verschandeln und es wäre eine weitere Attraktion für die Hauptstadt…

Das mit der Attraktion bezweifele ich stark. Untergrundpassagen haben in Luxemburg einen bitteren Nachgeschmack, auch wenn sie noch so lufitg mit spaktakulärer Aussicht ausfallen. Die Aldringer Passage keine hundert Meter davon entferntist das beste Beispiel dafür. Sie wird jetzt abgerissen, da kein Geschäft mehr darin überlebte, da die Bettler darin hausten und es nur noch ein großes Drecksloch war.

Von Berlin her kenne ich eine solche Passage, die über die Spree führt unter einer Brücke für den Zugverkehr. Als ich letztes Jahr im Berliner Ensemble arbeitete, musste ich sie mehrfach am Tag nutzen, und durch Urinpfützen waaten, sei es von den Hunden der Bettler oder gar der Bettler selbst. Da die Passage selbst nicht geschlossen ist, ist sie gut durchlüftet und es roch zumindest nicht wie auf einem öffentlichen Pissoir.

Ich finde es schade dass man nicht mehr über die Brücke gehen darf. Zudem finde ich es im Falle von einem Verkehrsunfall auf der Brücke ziemlich gefährlich, da man beim Aussteigen keine  Ausweichmöglichkeinten auf einen Bürgersteig hat.

 

In Gedenken an eine großartige Frau

Heute wäre Großmutter 100 Jahre alt geworden. Der 4.4.1915 war ein Ostersonntag erzählte sie immer. Sie war  die jüngste von 5 Kindern meiner Urgroßeltern. Seit dem Merrygold Film musste ich oft an sie denken. Ich würde sie gerne noch Dinge fragen über die Familie, die ich nicht weiß, die ich vergessen habe, doch dafür ist es jetzt zu spät.

Es gibt am Schluss des Merrygold Films einen Dialog zwischen dem Investor und Maggie Smith in dem er zu  ihr sagt: Ich bewundere Leute die Bäume pflanzen in dessen Schatten sie nicht mehr sitzen werden. Und sie antwortet ihm: Ja, aber andere werden darunter sitzen, und das ist das was zählt.

Großmutter hat mehr als ein Baum gepflanzt…

Und welche pflanze ich?

The Second Best Exotic Merrygold Hotel

Ich war schon vom ersten Merrygold Hotel Film ziemlich begeistert. Eine Bekannte meinte damals ich sollte mir ihn wirklich anschauen, was ich dann nicht tat sondern erst später auf DVD.
Der zweite Film fängt ein paar Monate später an wo der erste aufhört. Und ist in gewisser Weise noch besser als der Erste. Er beginnt mit dem Appel, bei dem jeder der Hotelbewohner sich melden muss, nicht dass jemand in der Nacht „abgereist“ sei…

Es ist ein Film der nicht für sich alleine steht. Mann sollte schon den ersten Film gesehen haben.  Es ist schön die Geschichte der einzelnen Charktere weiter zu verfolgen.   Interessant ist, dass die einzelnen Bewohner das Hotels nicht mehr vorgestellt werden müssen, sondern schon definiert sind.  Schöner Film, sehenswert, wenn man den ersten geshen hat.

Ein Gefühl wie zum ersten Mal Vater werden.

Ich bin sooooo stolz.

Brotbacken ist bekanntlich eine Wissenschaft für sich.
Wenn ich in Foodblogs lese was alles schief gehen kann, bekommt man Ehrfurcht davor:
-Es ging nicht richtig auf.
-Es ist zu trocken.
-Die Krumme zu kompakt oder zu großporig.
-Die Kruste zu steinhart oder nicht kross genug.

Ich nahm gestern all meinen Mut zusammen und legte einfach los.
Und das kam heraus:
Mein allererstes selbst gebackenes Brot.

Es war mir von der Farbe her etwas zu hell, die Krume etwas zu kompakt aber die Kruste schön knusperig.

Ted Talks / Monica Lewinsky: The price of shame

Das hier ist so gut, dass ich noch zu später Stunde posten MUSS.

Wer Ted Talks noch nicht kennt ist selbst schuld und sollte das schleunigst nachholen. Bei Ted sprechen Menschen aus den unterschiedlichsten Richtungen, über berufliche oder private Dinge. Sie alle haben was zu sagen oder zu erzählen.

Nach über einem Jahrzehnt der Stille, war Monika Lewinsky dort zu Gast. Und das was sie zu sagen hat geht uns alle an. Heute in Zeiten von Facebook und Twitter mehr denn je. Nehmt euch die 20 Minuten Zeit und schaut es euch an, zumal die Frau, die heute 41 ist, sehr viel Charme und Charisma hat. Mir ging das sehr unter die Haut was sie erzählte und ich kann es gut nachempfinden, weil ich weiß wie sich Schande anfühlt…

Baked Oatmeal am Frühstückstisch

So sah es aus als es frisch aus dem Ofen kam und am offenen Fenster abkühlte. (Ich sollte mir die diese Abkühlaktionen abgewöhnen. Ich soll das ja essen nicht die Tauben…)

Es schmeckte gut, sehr gut sogar und es macht sehr schnell satt. Ich schaffte ein Viertel dann war Schluss. Der Rest gibt es dann heute Abend und morgen früh.

Baked Oatmeal

Backe ich heute für morgen zum Frühstück.
Ich fand das Rezept irgendwann beim rumsurfen und die Fotos auf der Seite sprachen mich sofort an. Himmel sah das lecker aus!!
Das Rezept gibt es hier bei der S-Küche.
Heute morgen beim Einkauf dachte ich endlich daran mir Haferflocken zu besorgen und eine Flasche Ahornsirup.

Meine Form sah so aus bevor sie in den Ofen kam.

Zugegeben ein bisschen weniger kunstvoll als bei S-Küche. Die Form steht jetzt im Ofen. Wie es nachher aussieht und schmeckt blogge ich dann morgen…

Netz Streifzüge

Ich habe das mal vor Jahren im alten Blog gepostet und heute stieß ich per Zufall nochmal darauf.
Also hier das ganze noch einmal viel es so lustig ist.
Das ist Molly Levis. Songschreiberin und Sängerin.
Sie schrieb ein Lied „Open Letter to Stephen Fry“ (Wer Stphen Fry nicht kennt ist selber schuld!)
Das hört sich dann so an:

Da Mister Fry viel im Netz unterwegs ist hatte es das Video auch auf seinem Twitteraccount erwähnt.
Was er aber nicht wusste war, dass er ein paar Monate später nach Havard eingeladen wurde und Molly als Überraschungsgast ihm dort das Lied selbst vortragen durfte.
Das sah dann so aus: Urkomisch und bringt ich mich jedesmal zum Schmunzeln.

Make-up Tutorials

Wenn es wundert dass ich über das Thema schreibe, nun ja, ich bin Maskenbildner. Nichtsdestotrotz bin ich der gleichen Meinung wie viele andere auch. Es gibt einfach zu viele Video Make-up Tutorials. Die meisten sind schlecht gemacht und einfach nur peinlich. Ich suchte mal vor geraumer Zeit ein Tutorial über das Einsetzen von Sclera Linsen. (das sind die die das komplette Auge ausfüllen) Ab und an brauche ich die auch im Beruf und die wenigsten wissen wie man sie richtig einsetzt.  Ich fand eines auf der Seite selbst auf der ich die Linsen bestellt habe. Der Video dauerte geschlagene 5 Minuten, bei denen ich anschließend wusste dass der Typ aus Armenien kommt und in den Staaten lebt, (Love the States …..laber laber). Am Ende des Videos brauchte das Einsetzen und Ausziehen der Linsen keine Minute und ich wusste mehr über ihn als über das weswegen er eigentlich das Video gemacht hat. Ich schweife ab…

Es gibt meines Erachtens nach nur eine einzige Vloggerin, die es in punkto Makeup Tutorials wirklich geschafft hat. Sie heißt Michelle Phan, hat inzwischen ihre eigene Kosmetiklinie und ist Millionärin. Sie vloggt immer noch. Aber Sie reduziert ihre Beiträge auf das Wesentliche ohne lange Intro und Extro. Ihre Videos sind inzwischen sehr professionell gemacht aber sogar ihre ersten Beiträge, die sie in ihrem kleinen Zimmerchen aufnahm, waren gut. Googlet ihre Fotos, es ist echt erstaunlich was sie macht.

Eben schickte mir eine Freundin diesbezüglich einen Link. Hinter MaMi40plus (Name sagt schon alles) stehen Martina und Michaela, beide über 40, geben Schmink und Beauty Tipps und das schon seit 2009. (Zeitenweise sogar mal bei Sat 1 Gold) Ich lachte Tränen als ich das sah. Die beiden nehmen sich so ernst und sind dabei so schlecht dass sie schon wieder gut sind. Hier erlebt ihr sie beim falschen Lidstrich kleben. (Ja das gibt es…!)

Perfekte Cannelés

Es braucht ein wenig Zeit bis man den Dreh raus hat wie sie perfekt werden. Doch gut Ding will bekanntlich Weile haben. Heute habe ich sie toll hinbekommen. Mit diesem Rezept bei Marmiton. (auf französisch) Es gibt auch ein Video am Ende des Beitrages

Die heiße Vanillemilch habe ich erst ein wenig abkühlen lassen weil ich befürchtete dass die Eiermasse gerinnen würde. Zudem habe ich, anderes als im Rezept, die Silikonform für die kleinen Cannelés genommen und die zweite Backzeit nicht auf 180 Grad sondern 150 Grad gestellt für 35-40 Minuten.

Und so sehen sie aus:

Hier das Video:

Fotoausbeute der letzten Tage

Ich war in … mit meiner besseren Hälfte. Die bessere Hälfte kannte die Millionenstadt noch gar nicht.  Ich machte erstmal eine Tour vom Big Ben zum Picadilly Circus über Notting Hill bis zum Buckingham Palace. Die Queen hatte leider keine Zeit für eine Tasse Tee.

Am Trafalgar Square sahen wir das neue Kunstwerk von deutschen Künstler Hans Haacke, das Gift Horse, das erst ein paar Tage davor vom Major of … eingeweiht worden war.

Es gibt da diese Panorama Funktion in dem Smartphone die ich am … Eye ausprobiert habe. Nein IM Eye waren wir nicht. Eine zugegeben seltsame Perspektive. Wenn Sie einen biegsamen Bildschirm haben haben es einen besseren Eindruck der Höhe des Riesenrades.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sahen dieses Musical, bei dem ich wieder erkennen musste, dass wir in Luxemburg in Punkto Eigenproduktionen noch weit von der West End Qualität entfernt sind. (seuftz)

Und nach drei Tagen Reiseführer genoss ich gestern morgen die Sonnenstrahlen im Hyde Park an einen der schönen alten Bäume.

Und wer jetzt noch immer nicht raus hat in welcher Metropole ich war, gewinnt eine Luftgitarre mit Mikrowellen Kochwaschgang.

Orangenkuchen? Oh ja!

Dass ich gerne esse dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Dass ich gerne koche ist eine nicht zwingende aber durchaus logische Konsequenz davon. Sich an einen fertig angerichteten Tisch zu setzen ist auch immer sehr angenehm.

Hin und wieder fotografiere ich die Resultate meiner Kochkünste und schicke sie an Freunde weiter. Irgendwie vergesse ich dann immer dass ich das auch mal bloggen könnte.

Bitte schön: Ein wirklich simpler aber sehr leckerer Orangenkuchen. Sehr locker, fluffig und sehr saftig.

Das Iceing wurde rosa weil ich Bio Blutorangen verwendet habe anstatt normale. Zusätzlich habe ich über den Kuchen, gleich nachdem er fertig gebacken aus dem Ofen kam, den Saft einer dritten Blutorange gegossen und ihn dann abkühlen lassen.

Das Original Rezept gibt es bei Moeys Kitchen.

Finding Vivian Maier

Während der Oscarverleihung fiel mir ein nominierter Film in der Kategorie „Beste Dokumentation“ auf. Finding Vivian Maier. Ich hatte vor Monaten bei der Kaltmamsell einen Link gefunden über diese große unbekannte Fotografin, die postum zu Weltruhm kam.

Gestern sah ich den Film auf DVD. John Maloof, ein junger Mann, erwirbt auf einer Versteigerung einen Nachlass mit mehr als 100.000 Negativen und fängt an sie durchzusehen. Was er dort findet begeistert ihn sofort…
Als ich ihre Fotos zum ersten Mal auf dieser Seite sah, erinnerten sie mich an die Family of Man  Ausstellung von der ich ja schon seit Jahren begeistert bin. Vivian Maier photographierte das Alltagsleben und kam den Menschen dabei so nah, dass sie ihr tiefstes Inneres ablichten konnte. Letzten Sommer hatte ich mir vorgenommen, dass ich eine Ausstellung von ihr in Belgien besichtigen wollte was ich aber leider nicht geschafft habe.
Der Film begibt sich auf die Spuren der Frau die zeitlebens ein Kindermädchen in vielen Haushalten war. Sie war exzentrisch und distanziert und hatte wenig bis gar keine Freunde.

Vom dokumentarischen Inhalt her ist der Film etwas dürftig. Mit all dem Material was Maloof besaß (es sind Kisten und aber Kisten voll Abzüge und Erinnerungsstücke) hätte ich mir mehr gewünscht. Zumal als Maloof ihr letztes Familienmitglied in den französischen Alpen aufspürt, hätte ich gern mehr erfahren.
Sehenswert ist er allemal, doch ließ er mich wie ein Fisch auf dem Trockenen zurück, da die Fotos so genial sind und ich unbedingt mehr wissen wollte.

Tage wie dieser

Nach unendlich langen Tagen der Arbeit bei denen ich manchmal vergesse dass ich auch noch ein Leben habe, entstand dieses Foto Samstag morgen auf dem Wochenmarkt. Kalt aber nicht windig, meinen ersten Kaffee draußen auf einer Terrasse genießend.

***

Einer der bekanntesten Trend Forecaster Li Edelkoort sagt das Ende des „Fashion“ voraus. Und eigentlich bestätigt sie mir das was ich schon seit langen irgendwie selbst fühle/spüre/sehe.

…fashion is dead, trend forecaster Li Edelkoort has declared, describing the fashion industry as „a ridiculous and pathetic parody of what it has been“

This is the end of fashion as we know it. Fashion with a big F is no longer there. And maybe it’s not a problem; maybe it’s actually a good moment to rethink….

Mir sagt ja keiner was

…also finde ich bisweilen die Dinge selbst, und wenn ich dann darüber schreibe sagt jeder dass es ein alter Hut ist. Für mich ist das hier aber neu.

Letzte Woche verließ mich, ohne jede Ankündigung, nach fast 10 Jahren mein Internet Radio Wecker. Er hatte genug vom Leben und wollte nicht mehr. Also musste ein Neuer her und zwar schnell.  Radio hören ist ja ein großer Bestandteil meines täglichen Lebens. Auf meiner Suche bei Amazon und Co. wurde ich nicht wirklich fündig. Es sollte schon ein Radio Wecker sein mit einer guten Klangqualität. Also machte ich auf zu einem Elektromarkt in meiner Nähe (Ich werde nicht sagen welchen, denn die großen Ketten sind alle gleich und die machen von sich aus genug Werbung, da muss ich nicht noch nachlegen.) Dort fand ich dann ein Teil von Peaq, das etwas kleiner ist. Die Klangqualität ist gut wenn auch nicht so hervorragend wie beim Vorgänger. (Die Blümchen dahinter sind vom Valentinstag)

Beim Durchzappen der luxemburgischen Sender stieß ich auf eine mir völlig unbekannte Radiostation.  Studio Lux FM ist ein 24/7 Underground Dance Music Sender. Es gibt den Sender seit letztem Jahr. Warum sagt mir das keiner? Kommt es daher dass ich nicht mehr die Tanzmaus und der Partytiger bin, wie ich es einst mal war? Ich hab früher ja nie was ausgelassen. Zudem kenne ich einen der beiden Gründer. Tolle Initiative finde ich und bei den ‚Morning Vibes‘ ging der Haushalt flott von der Hand.

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Eine interessante Abhandlung über was man posten soll und der Relevanzfaktor davon, sei es im sozialen Netzwerk, auf Twitter oder im eigenen Blog: Von Ameisen, Handlungen und Jogging.

[…Öffentliches Handeln hinterlässt, egal für wie irrelevant man sich selbst halten mag, die Welt nie ohne Veränderung zurück.]

Fernsehrechte

Seit ein paar Tagen gab es Werbung im ZDF für die 6 Folgen von „Schuld“ von Ferdinand von Schirach, die man sich ausnahmsweise vorab schon in der Mediathek ansehen kann. Wie schön, dachte ich heute morgen und wollte loslegen. PFFF…:

Nein danke, ich habe KEIN Verständnis dafür. Ich spreche das Problem nicht zum ersten Mal im Blog an. Doch jedes mal wenn es mich wieder persönlich erwischt, dann steigt der Blutdruck. Diese Rechte mit denen ein Riesenreibach gemacht wird verursachen doch nur, dass das illegale Sharing nur weiter angefacht wird. Ja, ich könnte mich dazu aufraffen und über Umwege von Proxi Servern es doch versuchen,…(was ja auch nicht legal ist) Doch hab ich Lust dazu jetzt ein Server zu suchen, und und und…? Nein.

Wenn ein Film oder Serie herausgebracht wird, dann bitte weltweit zu einem angemessenen Preis oder, wie hier, umsonst in einer Mediathek. Wenn ich etwas sehen will, im Zeitalter der digitalen Produkte, dann bitte sofort und nicht erst Jahre später. Es gibt ja erste Ansätze dafür aber sie sind noch lange nicht dort wo wie sein sollten.

Il Destino da Gianni

Gestern Abend, war ich seit langem mal wieder im Destino. Ein typisches italienisches Restaurant im Stadtteil Bonneweg. Es liegt gleich beim großen Kreisverkehr mit einer recht hübschen Außenterrasse (die jetzt im Winter natürlich weggeräumt ist). Es ist eines der Restaurants das ich immer wieder vergesse, wenn es heißt „lass uns was essen gehen“. Dabei sollte es bei der Auswahl immer in Betracht gezogen werden, denn die Speisen sind, sofern man Lust auf italienische Küche hat,  allesamt ziemlich lecker und sehr ansprechend angereichtet. Ich muss gestehen dass ich bis dato noch nie ein Pizza dort gegessen habe, weil Pizza… nun ja, halt eben Pizza ist und ich in meinem Leben irgendwie zu viel davon gegessen habe.

Gestern Abend hatte ich eine „Suggestion du Chef“. Tagilatelle mit Hühnchen und Currysoße, recht ungewöhnlich für ein italienisches Gericht, aber sehr lecker. Dazu ein Glas ihres offenen italienischen Weißwein.  Meine Begleitung hatte eine etwas weniger oft vorkommende Nudelart: Strozzapreti mit Kirschtomaten, Parmaschinken und Büffelmozzarella.

Es war sehr ruhig gestern das eher ungewöhnlich für ist für das Restaurant. Deshalb dachte ich ich weise mal darauf hin. Die Preise sind übrigens auch für die Qualität an Speisen recht günstig. Sie haben sogar eine App!

Mammejong

Manchmal ist es schwierig wenn nicht unmöglich über ein Theaterstück oder einen Film zu schreiben wenn ich nicht selbst beteiligt war, jedoch sehr viele meiner Arbeitskollegen. So auch in diesem Film, Mammejong. Ich sah ihn gestern und ging mit gemischten Gefühlen nach hause.

Die Geschichte war nicht so ausgereift wie sie es hätte sein können. Es gab keinen Überraschungsmoment der sie hätte retten können. Es war ein kleiner Ansatz da, in dem Augenblick als der Hauptprotagonist daran zweifelt wo er wirklich herkommt und ob seine Mutter wirklich seine Mutter ist. Auch die Geschichte des früh verstorbenen Vaters hätte man mehr ausbauen können.

Soll man sich den Film ansehen? Ja. Auf jeden Fall. Die Schauspieler sind alle durch die Bank weg sehr gut in ihren Rollen allen voran Christiane Rausch die hier sehr überzeugend war.