Fasten Tag 3 – Jetzt geht’s lohos!

Der Tag begann mit einem Piekser im linken Arm. Blutabnahme. Und es war nicht gerade wenig was sie raus nahm. Für gewöhnlich bekomme ich anschließend Kopfschmerzen. Heute seltsamerweise nicht.

Und jetzt kommt das was die meisten gerne verschweigen. Man beginnt eine Fastenkur nach Buchinger mit einer völligen Darmentleerung. Das macht man normalerweise mit Klaubersalz. Da ich aber wegen dem Kaffeeentzug schon an Kopfschmerzen litt und das Klaubersalz das durch seine entwässernde Wirkung noch verstärkt, bekomme ich drei Tage hintereinander einen Einlauf. Heute war der erste und der unangenehmste. Die nächsten sind einfacher.

Auf dem Speiseplan: Morgens ein Kräutertee mit einem kleinen Schälchen Honig. (Morgen gibt es ein Foto)

Anschließend ging ich schwimmen. Eine Stunde lang zog ich Bahn für Bahn ohne sie zu zählen, denn das Gezähle macht mich blöd, weil ich mich meistens verzähle. Ich schwimme so schnell oder so langsam wie ich gerade Lust habe, ohne Pause, eine Stunde durch.

Anschließend ging ich noch mal kurz ins Zentrum von Überlingen und machte eine Besorgung die ich gestern vergessen hatte.

Auf dem Speiseplan: Mittags ein frischgepresster Saft. Heute war es Ananas.

Anschließend gibt es nach Buchinger einen 20-minütigen Leberwickel. Man liegt auf dem Bett und wird mit einer Wärmflasche auf dem Bauch eingewickelt. Bei der Prozedur stellte ich schon letztes Jahr fest, dass ich höchstens eine Seite im Buch schaffe und schon bin ich weggenickt. Aus den 20 Minuten werden meistens eine Stunde.

Auf dem Speiseplan: Nach den Wickel, einen Apfelschalentee mit einem Stück Zitrone.

Der M. meinte wir sollten uns doch am Nachmittag ins Auto setzen und die Gegend erkunden. Da ich den Bodensee ja vom letzten Jahr ein wenig kenne, schlug ich vor nach Meersburg zu fahren und von dort mit der Fähre nach Konstanz. Gesagt, getan. Wir wanderten ein wenig durch Konstanz und tranken eine Tasse Tee. Der M. kaufte sich noch ein paar Laufschuhue und dann war es auch schon wieder Zeit zurückzufahren. Wir kamen pünktlich zum Abendessen zurück.

Auf dem Speiseplan: eine Tomatensuppe.

Der M. hat so eine Uhr am Handgelenk die alles mögliche misst. Herzschlag, Schrittmesser, Schlaf- und Wachrythmus, Darmblähungen u.s.w.  Als wir unsere Suppe löffelten, sagte er mir dass wir für heute über 9 Kilometer gelaufen wären. Meinen Beinen und Füßen nach müssten es die auch sein.

Jetzt sitze ich vor meinem Laptop im Zimmer, schaue über den See und wie es langsam dunkel wird. Und morgen erzähle ich etwas über das Hungergefühl.

Fasten Tag 2 – Entlastung

Ich wollte das hier gestern Abend noch posten, doch die Kopfschmerzen ließen es nicht zu. Wußtet ihr dass man durch den Kaffeeentzug  tierische Kopfschmerzen bekommen kann ? Ich kannte das schon vom letzten Jahr. Und ich hatte deswegen auch extra ein Tablette eingesteckt. Der Schmerz war auch dementsprechend betäubt, aber Schreiben ging dann doch nicht.

Der Entlastungstag beinhaltet nur Obst nur Hafer oder nur Reis. Ich hatte mich für Obst entschieden.

Erster Arzttermin und Therapieplanung. Zugegeben bei mir muss nichts groß therapiert werden. Ein paar Nackenbeschwerden, mehr ist da nicht. Ich habe ein paar Osteopathie Behandlungen verschrieben bekommen. Und ich habe mir Wechselbäder gewünscht.

Der M. ist dann doch so sehr anders als ich. Er ist von Beruf Architekt und kann nur schwer abschalten. Als ich gestern mit ihm durch Überlingen schlenderte sah er alle möglichen seltsamen Dinge an Häusern die ihm nicht gefielen und auf die er mich aufmerksam machte. Vor allem gefiel ihm nicht wie mit manchen alten Häusern umgegangen wird und wie manches daran renoviert oder modernisiert wurde. Ich begann Überlingen mit anderen Augen zu sehen…

Ich kaufte mir eine neue Sporthose im Lederhosen Look.

Die sieht witzig aus wenn da nicht dieser elende Sticker drauf wäre, den ich zu spät bemerkte.

So einfach bekommt man ihn übrigens nicht ab. Er ist in die Hose eingestickt. Ich muss mir da etwas einfallen lassen.

Fasten Tag1 – Ankommen

Es ist schön wieder hier zu sein. Ich habe dieses Mal ein Zimmer mit richtigem Seeblick. Werde es morgen ablichten und einstellen. Ich habe dieses mal meine „gute“ Kamera mitgebracht um ein bisschen bessere Fotos zu machen.

Die Fahrt war gruselig. Es stürmte und regnete und ich hatte zwei  gewaltige Staus. Ich wollte irgendwann eine Pause machen entschied dann aber doch durch zu fahren. Ich kam dann hier auch etwas durch den Wind an. Ich bin zudem nicht alleine hier ein Freund von mir der M. kam mit. Ich hatte ihm letztes Jahr von meiner Kur erzählt und wie gut ich mich anschließend gefühlt habe. M. meinte das sei genau das richtige für ihn. Er ließ das ganze Jahr über nicht locker und beschwor mich immer wieder ihn ja zu benachrichtigen wann ich fahren würde, er wolle unbedingt mit. Nun ist er hier. Er hat das Zimmer bekommen das ich letztes Jahr hatte.

Beim Abendessen erkannte mich die Ernährungsberaterin wieder. Auch die Empfangsdame erkannte mich. Es war schön vertraute Gesichter wieder zu sehen. Es ist sogar ein schweizer Kurgast hier die ich vom letzten Jahr kenne, mit der ich seitdem ein kleines Geheimnis teile. (was das ist werde ich aber jetzt noch nicht verraten)

Nach dem Essen saß ich noch in dem kleinen Garten hinter der Villa und tat das was ich letztes Jahr dort auch so gerne tat.  Lesen in einem Garten der Stille.

Wer genau wissen will wie eine Fastenkur abläuft schaut hier nach. Dort habe ich die ganze Kur vom letzten Jahr beschrieben.

Die Henkersmahlzeit

Leider habe ich die Speisen selbst nicht abgelichtet. Es war eine Vorspeisen Vorschlag des Tages vom Küchenchef, ein Trio, das nur wenige bekamen unter anderem ich. Eine warme kleine Tomate gefüllt mit Ricotta ummantelt mit einem Knusperteig auf einem Bett von klein geschnittenen Gurken, nebst drei Scheiben von mariniertem kurz angebratenem Thunfisch und einem Forellentartar.  Anschließend gab es eine Bouché à la Reine und ein 421 Dessert.

Stattdessen habe ich die Aussicht vom Tisch meines Lieblingsrestaurant aus fotografiert.

 

Warum es eine Henkersmahlzeit ist?
Weil ich ab Sonntag wieder fasten werde für zwei Wochen. Ich hatte das bereits vor ein paar Tagen erwähnt. Ab Sonntag wird wieder aus Überlingen berichtet. Ich habe dieses Mal etwas mehr Muffensausen als letztes Jahr. Bei der letzten Kur, wenn es auch durch die Beiträge nicht unbedingt durchschimmerte, ging es mir sehr schlecht und ich hatte im Grunde nichts mehr zu verlieren. Die dreiwöchige Fastenkur hatte mich wie einen alten Handschuh einmal von innen nach außen gedreht und wieder zurück und dabei kräftig ausgeschüttelt. Ich fühlte mich anschließend wie ein anderer Mensch. Das muss dieses Jahr nicht sein und ich gehe die Kur wesentlich bewusster an. Deshalb weiß ich noch nicht so richtig was das Fasten dieses Jahr mit mir machen wird, mal abgesehen dass sie eine Woche kürzer ist, weil ich mir nicht jedes Jahr drei Wochen finanziell leisten kann. Billig ist die Kur nämlich nicht.

Man sieht sich, in Überlingen am Bodensee.

Offensichtlicher Beschiss

Ich dachte über meine Alte Heimat nach. Und dabei kam mir ein Souvenir Laden in den Sinn, der seit jeher Hummel Figuren verkaufte. Die Dinger sind unsagbar kitschig, aber, und das ist das seltsame daran, ziemlich teuer. Ein Porzellanteil mit einer Szenerie kann schnell richtig ins Geld gehen. Wenn man sie genau betrachtet versteht man auch zum Teil warum; sie sind sehr aufwendig und detailverliebt angemalt und geformt.

Ich wusste dass „Hummel“ eine Nonne war aber mehr nicht. Sie machte auch, so las ich dann, keine Porzellanfiguren, sie malte Zeichnungen nach denen später die Figuren entstanden. Als ich nach einem Foto der Frau suchte fiel mir diese Seite auf, die ein Hummel Bild mit Spieluhr verkauft. Darauf zu lesen steht:

„Vintage Original 1936 M.I. Hummel Print Wood Music Trinket Box“

Nachdem ich die Wiki-Biographie Maria Innocentia Hummel gelesen hatte machte mich das Datum stutzig. 1936? Das wäre dann noch zu  Hummel’s Lebzeiten gewesen (sie starb 1946) Und das ganze auf einer Spieldose in Italien hergestellt. Sehr seltsam, denn die Nonne hatte nie etwas mit Italien am Hut. Das Bild könnte jedoch tatsächlich ein Original sein das später auf diese Dose geklebt wurde. Die Rückseite der Spieldose ist ebenfalls zu sehen und dort steht die Melodie „Raindrops Keep Falling On My Head“. Das Lied ist nun mit absoluter Sicherheit nicht von 1936 sondern von (zu lesen hier) 1969.
Etwas weiter unten in der Beschreibung steht:
Age: Probably at least 50-60 yrs. Old.
2015 minus mindestens 60 Jahre = 1955 !
Da war das Lied noch gar nicht geschrieben!

Beschiss zum Spottpreis von 40$!
Manchmal ist so einfach hinter die Dinge zu sehen und mir macht das einen Riesenspaß dahinter zu kommen.

Fiktive Briefe

Für gewöhnlich poste ich solche Dinge nicht, aber hier mache ich mal eine Ausnahme.

Über verschlungene Wege (per Blog und Twitter, sorry ich kann es nicht mehr nachvollziehen) fand ich dieses Posting. Der Text When I’m Gone ist etwas holperig geschrieben und auch von der Sprache her zu simpel.  Zudem ist es keine wahre Geschichte, denn es wäre des Guten zu viel. Aber die Idee dahinter finde ich sehr schön.

Ich frage mich wie es mir gegangen wäre, hätte mein Vater am Ende die Kraft gehabt dies zu tun und was wohl in seinen Briefen gestanden hätte?

Aber lest selbst:  When I’m Gone.

WMDEDGT August 2015

Wenn die Kaltmamsell mich nicht immer daran erinnern würde…  Der monatliche Aufruf „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ Im Prinzip war der 5. August dran den ich beschreiben sollte. Der ist im Vergleich zu gestern aber eher langweilig. Also beschreibe ich den 8.August.

Der letzte Tag in Esch-Sauer. Ich kann das Hotel de la Sûre nur wärmstes empfehlen. Es ist ein rundum Wohlfühlhotel. Und für das was man geboten bekommt ist es nicht mal teuer. Für 6 Nächte mit Frühstück 480€. Es geht auch billiger aber dann ist das Zimmer kleiner und es ist keine Dampfsauna und Whirlpool dabei. Zudem haben sie noch eine riesige traumhaft schöne Wellnesslandschaft mit allen möglichen Massagen und Beauty Anwendungen.

Ich erwachte gegen 7:00 und fühlte mich gerädert. ich hatte eine unruhige Nacht verbracht wegen der Gewitterstürme. Nachrichten, duschen, anziehen, Kofferpacken. Das alles im Schneckentempo, denn ich saß erst gegen 9:00 am Frühstückstisch. Die gedownloadete Zeitung auf dem iPad durchgesehen. (Das Hotel WLAN ist erstaunlich gut) Ich hatte am Abend zuvor bemerkt dass ich mein Smartphone in Insenborn im Kostüm- und Maskenraum hatte liegen lassen, war aber zu platt um mich noch einmal ins Auto zu setzen. Ich checkte aus, fuhr noch einmal nach Insenborn, holte das Smartphone und machte mich auf den Weg zurück nach Luxemburg. Die Fahrt dauerte etwas mehr als ein Stunde.

Zuhause angekommen, setzte ich mich gleich hin und bearbeitete noch ein paar geschäftliche Mails. Was weg ist, ist weg.

Um 14:00 Termin in der Abtei Neumünster, wegen einer tollen Sache bei der ich unbedingt mitmachen wollte. Es war ein Aufruf von alzheimer.lu. Jeder der mit Demenz zu tun hat, sei es, dass er selbst davon betroffen ist oder Verwandte hat die darunter leiden, oder sich einfach nur solidarisch beteiligen will. (Ich habe eine Tante die seit Jahren darunter leidet und unter meiner Vormundschaft steht) Im Auftrag vom Familienministerium hat Serge Tonnar ein Lied komponiert zum Thema Demenz. Für den Refrain wurde ein Chor gebraucht.  Es fanden sich an die 150 Personen ein die dabei sein wollten. Ein gewaltiger Chor also. Und alles klappte wie am Schnürchen. Wir sangen den Text dreistimmig ein und das quasi ohne davor zu proben. Serge Tonnar spielte uns das Demotape einmal ganz vor (ohne Chor, logisch) das mich und viele andere sehr bewegte. Er erklärte dann genau wo unser Einsatz wäre und los ging’s. Jede Text Zeile wurde einzeln viermal hintereinander aufgenommen in der gleichen Tonart und gingen zur nächsten Zeile u.s.w. Zwischendurch huschte ein Filmteam herum und machte Aufnahmen für das Video und das Making of der ganzen Produktion.
Das Lied heißt Bonjour & Awuer und kommt am 19.09 am Welt Alzheimer Tag heraus.

Bonjour an Awuer,
Ech muss mech vu mir trennen…

Wenn es soweit ist werde ich berichten.

Für die Aufnahme waren zwei Stunden vorgesehen, die wir aber nicht brauchten. Ich trank mit einer der Schauspielerinnen von Kveldulf die auch dabei war, etwas auf der Terrasse der Mini-Bäckerei im Grund, bevor ich mich wieder aufmachte in den Norden zur letzten Vorstellung der Rock Oper.

17:00 Ich war viel zu früh da.
Und so beschäftigte ich mich mit aus- und einräumen und säubern des Materials und überprüfen ob von allem noch genug habe.
Die letzte Vorstellung also. Vor der Premiere hatte ich ausgerechnet dass ich für die 10 Schauspieler ungefähr 1 Stunde und 15 Minuten brauche. Make-up technisch war es nicht weiter schwer. Es war vor allem „Dirtworks“ Spray in dunkelbraun und schwarz, schwarzer matter Lidschatten, dunkelbraune Fettschminke, Alkohol Farben für die Wunden und Tattoos und knallig rotes Rouge. Haare: Mattierende Paste und Dust Powder. Zudem noch ein Bockbart mit Crepwolle „aus der Hand“ geklebt. (wer den Bockbart sehen will guckt sich das Profilbild von Serge Tonnar auf Facebook an)
Die Vorstellung begann mit Verspätung, da eine Zufahrtsstraße kurzfristig gesperrt worden war.
Da das Stück nur eine Stunde dauert, und ich nur einen Umbau einer Tänzerin in ein Blutmonster hatte, ging die Zeit vorbei wie im Flug. Ein Riesenapplaus mit Zugaberufen folgte.
Bei letzten Vorstellungen sind die Darsteller am Ende alle in Feierlaune, außer ich. Am Ende kommt immer der Teil des Jobs den ich schon fast abgrundtief hasse. Einpacken und schleppen. So auch gestern. Klitschnass geschwitzt von der Schlepperei und der schwülen Hitze, schleifte ich mich noch einmal zurück zur Bühne bei der zwei Zelte standen, mit Getränken und Pasta. Ich trank ein Bier (sehr ungewöhnlich für mich da ich sonst Wein bevorzuge) und aß eine Portion Penne Arabiata. Es stand noch eine Feier an in einer Kneipe, die extra für uns eine freie Nacht geordert hatte. Doch ich konnte mich beim besten Willen nicht mehr dazu aufraffen.

Kurz nach Mitternacht fuhr ich nach hause und war froh als eine Stunde später die Wohnungstür aufschloss.

 

Esch-Sauer (2)

Da ich ja versprochen hatte, ich würde hier noch ein bisschen was über Esch-Sauer posten (dort war gestrern der schon fast legendäre Nachtmarkt, aber ich war nicht mehr dort) tue ich das jetzt hier. Hier also noch ein paar Fotos:

Schmale Gassen, so dass nur ein Wagen durchpasst und immer begauf bergab.

Blick von der kleinen Terrasse zum Vordereingang  und dem Vorplatz des Hotels.

Kveldulf

Zugegeben, ich wusste auch eine ganze Weile nicht wer oder was Kveldulf ist. Da ich mich bis dato nie mit nordischen Sagen und Geschichten beschäftigt habe, war mir der Name völlig fremd. Es gab ihn wirklich, so lehrte mich der Autor des Stückes Jean Michel Treinen. Kveldulf Bjalfason bekannter unter dem Namen Kveldulf der Abendwolf. Ein Wikinger der zu einem Mythos avancierte.

Gestern hatte also die Rock Oper Premiere. Die Band die das Stück live begleitete war keine geringere als Mutiny On The Bounty. Und dann war da noch die Seebühne die das Ganze unvergleichlich machte.

Hier ein paar Fotos die ich und andere die letzten Tage gemacht haben:

https://joel.lu/wp-content/uploads/38303b75-1e79-42f5-8912-70c462d2ea86_zpsvudif2nl.jpg

Wer das Stück sehen will muss sich ranhalten. Heute ist ausverkauft; morgen und Samstag gibt es nicht mehr viele Plätze.

Esch-Sauer

Eine Woche im Norden Luxemburgs. Die Rock Oper Kveldulf brachte mich her. Allerdings nicht nach Esch-Sauer sondern ins benachbarte Insenborn.

Die Oper ist im Vergleich zur Frittparade etwas völlig anderes aber deswegen nicht minder verrückt. Aber dazu kommen ich später, wenn ich die Premiere hinter mir habe.

Ich wollte von Esch-Sauer berichten. Esch-Sauer und ich haben eine Geschichte die im Jahr 2000 begann. Ich wohnte bei der J, (ich berichtete bereits über sie und ihren Eselhof) die damals noch in Esch-Sauer wohnte und sich frisch von ihrem Mann getrennt hatte. Sie wohnte zusammen mit einer Freundin, die das gleiche Schicksal hatte, in einem ziemlich großen Haus. Ich hatte ein großes Projekt für das Wiltzer Festival und wollte nicht jeden Tag die lange Fahrt hin und her machen. Wenn ich mich recht entsinne, kannte ich das Malerische Dorf davor nicht. Ja malerisch mit großem M, denn so idyllisch wie dieses Dorf ist glaube ich keines in ganz Luxemburg. Das Dorf liegt auf einem Felsen, auf dessen Spitze die Burgruine steht. Mann könnte Märchengeschichten hier verfilmen , bei Schneewittchen angefanfgen und bei Zwerg Nase aufgehört, ohne große Umbauten zu machen.

Es gab damals noch fast alles was zu einem Dorf gehörte, Post, Sparkasse, Metzger, Kneipen, Restaurants und Hotels. Inzwischen ist das anders. Es fast nichts mehr da von alledem. Es gibt aber noch immer ein richtig tolles Hotel mitten im Dorf. Das Hotel de la Sûre. Dort habe ich mir für die nächsten Tage ein Zimmer genommen. Und das sieht so aus:

Mit Whirlpool im Zimmer, eingebauter Dampfsauna in der Dusche und einer kleinen Küchenzeile.  Da ich für die Oper zu Anfang nur in beratender Funktion eingestellt werden sollte, sich jedoch schnell heraustellte, dass ich die Maske komplett übernehemen muss, dachte ich mir dass, ich mir zeitgleich auch etwas Gutes tun könnte…

Esch-Sauer ist in den Sommermonaten eine kleine Oase der Ruhe abseits vom Lärm der Großstadt (was mir nachts beinahe suspekt vorkommt, da ich die Stille nicht mehr gewohnt bin)

Morgen berichte ich dann über die Oper, die heute Prmeiere hat.

2 Jahre schon

Gestern waren es offiziell 2 Jahre dass ich in Zentrum der Stadt wohne. Eigentlich ist es schon etwas länger. Doch es war am 1. August 2013 dass ich mich in der Stadt beim Bürgeramt angemeldet habe. Eine Entscheidung die keinen Augenblick bereue.
Zwei Jahre in denen ich wieder aufgeblüht bin, in denen ich viele neue Bekanntschaften gemacht habe, von denen manche gute Freunde geworden sind.
Zwei Jahre in denen ich seltsamerweise der Natur wieder näher kam als je in der alten Heimat. Die Grünanlagen, Parks und nah gelegenen Wälder sind zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens geworden, vergleichbar mit einer Ladestation für’s Smartphone.
Zwei Jahre in denen ich eine innere Zerrissenheit ablegen konnte, in denen ich manchen Schlussstrich gezogen habe der längst fällig war.
Zwei Jahre in denen ich eine gewisse Anonymität fand die in der alten Heimat unmöglich war.

***

Gestern war auch die letzte Vorstellung der Frittparade 2000 und der letzte Tag der Friture Henriette on Tour. Meiner Meinung nach ein schönes Projekt für 20 Jahre Maskénada. Die Stimmung war etwas gedrückt gestern, weil wohl jeder traurig war, dass es vorbei ist, aber auch irgendwie froh dass wir es zu einem guten Abschluss gebracht haben.

 

Aber nach dem Projekt ist vor dem Projekt und keine Zeit für Wehmut.  Und so arbeite ich schon seit etwas mehr als einer Woche an der Metal-Rock Oper Kveldulf. Ich werde ab heute in Insenborn arbeiten, ein kleines Dorf am Stausee in Norden Luxemburgs. Da ich ich mir die langen Anfahrten ersparen möchte, habe ich mir ein Hotelzimmer genommen. Wenn das WLAN im Hotel hält was es verspricht wird bis Samstag aus dem Norden von Luxemburg berichtet.

 

Erklärungsversuche

Tage kommen und gehen. Angefüllt mit Arbeit. Angefüllt mit vielen Gedanken und Dingen die ja nicht vergessen darf (so wie jetzt gerade, dass ich ja nicht vergessen darf noch im Friseurbedarf eine spezial Farbe zu kaufen und das möglichst noch heute morgen) Es läuft beruflich richtig gut zur Zeit.

Doch im privaten Bereich sieht es weniger rosig aus. Heute morgen hatte die Melancholie mich fest im Griff und ich musste mich mit Gewalt aus dem Bett zerren. Es wird Zeit für eine Auszeit. Ich habe (aber das schon etwas länger) beschlossen, dass ich im August wieder Fasten werde. Die, die hier schon etwas länger mitlesen, werden wissen dass ich letztes Jahr eine dreiwöchige Fastenkur gemacht habe. Im Nachhinein haben diese drei Wochen mein Leben so nachhaltig verändert, wie selten etwas zuvor. Ich habe einige Kilos verloren, was nicht verkehrt war, denn ich deren zu viel, doch war es etwas anderes was mir viel wichtiger war. Ich konnte seit ungezählten Jahren wieder klar denken. Ich habe in diesen drei Wochen große Lebensentscheidungen getroffen an die ich bis jetzt gehalten habe…

Es werden aber nur zwei Wochen werden, wobei ich noch überlege ob ich nicht um eine Woche verlängern soll. Wir werden sehen…

 

What happened, Nina Simone?

Es ist einer der seltenen Dokufilme der mich sehr berührt hat. „What happened, Nina Simone?“, ist nicht nur der Titel des Films sondern auch der Titel eines berühmten Textes von Maya Angelou.

Die Dokumentation beginnt mit einem Auftritt von Nina. Sie betritt die Bühne, geht zum Klavier und ein tosender Applaus bricht los. Sie verbeugt sich lange, eine Spur zu lange, hebt den Kopf und schaut das Publikum wie ein verängstigtes Reh an. Da merkt man schon dass hier eine Geschichte beginnt, die eine Frau beschreiben wird deren Lebensgeschichte keine einfache war.

Es kommen Musiker, ihre Tochter sogar ihr Ex-Mann zu Wort. Nina Simone, die mit bürgerlichem Namen Eunice Waymon hieß, wird mit zahlreichen, zum Teil nie gezeigten Filmaufnahmen beschrieben.

Ich entdeckte eine Sängerin die mir bis dahin nur mit ihrem Welterfolg ‚My Baby Just Cares For Me“ bekannt war, der in den achtziger Jahren noch einmal neu aufgelegt wurde.

Absolut sehenswert.
Auf Netflix.

Viereinhalb Stunden

Gare de l’Est

Stillstand ist eine Lebensform. Aber nicht meine. Im Gegenteil. Gestern habe ich 700 km lesend im Zug verbracht. Luxemburg – Paris – Luxemburg. Aufenthalt in Paris: 4,5 Stunden. Ich shoppte mich durch die zwei Make-up Shops meines Vertrauens. Ein oder zwei mal im Jahr gehe ich selbst hin und lasse  mir die neuesten Produkte zeigen. Den Rest des Jahres bestelle ich per Internet. Das hat eine Freundin gestern Abend etwas stutzig gemacht. „Wie du fährst nach Paris für ein paar Stunden ? Warum bleibst du nicht ein paar Tage mehr?“  Tja, weil ich Paris nichts sooo sehr mag. Ich bin zu oft dort gewesen wegen der Arbeit wegen Weiterbildungskursen. Ich saß zu oft in Paris in schlechten Hotels und habe mich von Ur-Parisern anschnautzen lassen.

Vielleicht sollte ich mir mal Paris von Freunden zeigen lassen die dort wohnen und die Stadt wie ihre Westentasche kennen und lieben.

Parc Tony Neuman

Anfang der 80er Jahre als, ich im Don Bosco Internat untergebracht war, kann ich mich nicht erinnern dass dieser Park, der gegenüber liegt, schon öffentlich zugänglich war.

Der Name Parc Tony Neuman war mir bekannt, da es sich um eine Endstation einer Buslinie handelt. Als ich neulich die Fotos vom Don Bosco Gebäude machte, schaffte ich es endlich auch in den Park. Wenn man von der rue de la Faiencerie den Park betritt erwartet einen dieses Monstrum eines Nadelbaumes.

Als botanischeer Garten von Tony Neuman angelegt, findet man hier Bäume und Sträucher die es in keinem anderen Park der Stadt gibt. Es ist wunderschön, lauschig und schattig, was bei den Temperaturen von weit über 30 Grad ein Hochgenuss war. Besonders an dem kleinen Teich war es angenehm kühl. Ich habe den Park nicht ganz durchwandert. Der untere Teil wurde nach einer Idee  von Neuman der Natur überlassen und es wurde in Notfällen mit der Axt eingegriffen. Der Teil ist ungleich wilder und naturbelassener als der Rest.

An einer Stelle standen Bienenstöcke.

Das Foto hat mich einige Überwindung gekostet. Aber näher wollte ich ohne Schutz nicht heran.

 

 

Merken

Home Don Bosco

*Aus dem Video von Legotrip

Ich erfuhr aus den Nachrichten, dass das alte Gebäude Don Bosco abgerissen wird. Es war eines der ersten Flüchtlingshäuser in Luxemburg und war während der letzten 20 Jahre immer wieder in den Schlagzeilen, wegen der schrecklichen Umstände in denen dort die Leute untergebracht waren. Legotrip hatte mal ein Lied und ein Video das zum Großteil dort gedreht wurde. Da ich damals die Maske gemacht hatte, war es für mich ein sehr skurriles und befremdliches Wiedersehen.

*Aus dem Video von Legotrip

Was die wenigsten noch wissen ist der eigentliche Ursprung des Gebäudes. Es war ein Jungen Internat in dem ich auch drei Jahre lang Anfang der achtziger Jahre untergebracht war.

Pater Lehnen leitete damals das Internat mit einer Hausmutter, einer Köchin und zwei Bediensteten. Das Haus schien schon damals zu groß für die wenigen Jungen die untergebracht waren. Zur Schule gingen wir in die angrenzenden öffentlichen Schulen (Lycée Michel Luzius, Lycée Technique du Centre und die Handwerksschule), zum lernen, essen und schlafen gingen wir ins Don Bosco. Es hat vier Etagen, von denen drei Stück für die Schüler waren, die erste Etage wurde vom Pater bewohnt.

Ja, es waren Einzelzimmer und keine großen Schlafräume. Sonst hätte meine Mutter mich damals nicht dorthin gehen lassen. Mein Vater wollte unbedingt dass ich in ein Internat komme, weil er diese Erfahrung auch gemacht hatte und für ihn war es, hinsichtlich seiner eigenen Familienverhältnisse, die schönste Zeit seiner Jugend. Anfangs war auch von meinem Vater angedacht mich in das gleiche Internat in Frankreich zu verfrachten in dem er schon gewesen war. Doch ließ meine Mutter das nicht zu, als sie einmal mit mir dorthin fuhr und das Internat besichtigte. Sie wollte die „Dortoirs“, die Schlafräume sehen, was man ihr aber verwehrte. Das machte sie stutzig. Also wurde nach einer Lösung in Luxemburg gesucht. Home Don Bosco war die Antwort.

Die Zimmer waren klein. Es gab einen Schrank, ein Waschbecken, ein Bett, ein Bücherregal, ein Schreibtisch und ein Stuhl. Duschen und Toiletten waren auf dem Flur.

Pater René Lehnen war ausgesprochen freundlich zu meinen Eltern als ich dort eingeführt wurde, was sich aber änderte als ich mein erstes Schuljahr dort begann. Er war ein Mann der vom Leben weitgehend enttäuscht worden war. Sein Lebenstraum zerbröckelte. Das Internat war damals schon auf den absteigenden Ast.  Die Zimmer auf der dritten Etage waren nur zum Teil belegt, auf der vierten Etage wohnte niemand und die zweite der Stock, für die älteren Semester, waren auch nur wenige. Insgesamt waren wir etwa 20 Jungs, das Haus hätte etwa 100 aufnehmen können. Der Pater würde demnach nicht als Don Bosco Luxemburgs in die Geschichte eingehen. Im Nachhinein betrachtet war er nicht wirklich streng, nur genervt und fast beständig schlechter Laune. Wenn man ihn etwas fragte war, bekam man fast immer eine patzige Antwort. Die Hausmutter dagegen war recht nett und lustig. Mit den anderen Hausangestellten hatten wir so gut wie keinen Kontakt.

Morgens kurz vor 7 Uhr klingelte eine laute, durchdringende Glocke zum Wachwerden. Ich hasste sie. Ich stellte mir den Radiowecker, den man mir erlaubt hatte, eine halbe Stunde früher und machte mir mit Hilfe eines Tauchsieders eine ordentliche Tasse Kaffee. Der Kaffee am Frühstückstisch war untrinkbar. Anschließend ging es es zur Schule.

Das Essen im Internat war alles andere als lecker. Ich erschlich mir mit der Zeit aus dem sehr geregelten Tagesablauf kleine Extratouren. So ging ich regelmäßig, zu Anfang einmal dann zweimal die Woche zu meiner Patentante zum Mittagessen, die damals noch nicht verheiratet war. Sie wohnte in dem kleinen Studio in dem ich heute wohne.  Zu der Zeit gewöhnte ich mir auch an, kein Frühstück mehr zu mir zu nehmen.

Die drei Schuljahre waren nicht meine schönsten Jugendjahre. Hänseleien und Erfolgsdruck gab es damals auch schon. Zudem war der wahllos zusammengewürfelte Haufen von Jungs im Internat alles andere als homogen und es kam häufig zu Streitereien. Ich versuchte immer Abstand dazu zu haben, was mir aber automatisch die Position des Außenseiters verschaffte. Das machte es mir nicht leichter. Ich habe aber nie mit den Wölfen zusammen geheult.

Und doch erinnere ich mich gerne an die Zeit zurück, da ich hier zum ersten mal mit Theater in Kontakt kam und ich die ersten kleinen Freiheiten und Geheimnisse hatte, weitab von jeder elterlichen Überwachung.

Heute Nachmittag machte ich mich auf den Weg zum Gebäude,  Zehn Jahre später nachdem ich zum letzten Mal dort war wegen des Videos.

Es ist das Gebäude im Hintergrund, das mit den Jahren nur noch hässlicher geworden ist. Damals war es auch schon keine architektonische Meisterleitung. Das vordere schwarze Gebäude (übrigens auch hässlich wie die Nacht, aber halt neu) mit den unzähligen Kameras daran, das aussieht als ob es ein Hochsicherheitstrakt wäre, ist das neue Flüchtlingsgebäude. Nun ja… etwas einschüchternd. Es scheint noch immer bewohnt zu sein, denn ich sah Leute ein und aus gehen. Irgendwo sah ich auch ein Sicherheitsmann. Demnach nicht unbedingt einladend mal eben ein paar Fotos zu schießen. Ich schlenderte weiter.

Näher heran gehen wollte ich nicht. Es wohnen schließlich Menschen dort die auch ein recht auf ihre Privatsphäre haben. Das rot eingekreiste Fenster war von 1981 bis 1984 mein Zimmer.

Original Bettendorfer Tschechow Kirschen Teil 2

Dem totalen Kirschfieber verfallen, kam nach der Konfitüre noch ein Clafoutis mit Kirschen dran, nach diesem Rezept bei Marmiton.

Clafoutis grand-mère aux cerises

Ziemlich einfach zu erstellen. Im Rezept heißt es, man soll die Kirschkerne drin lassen. Ich persönlich mag das gar nicht, und es verhagelt verkirschkernt mir den Genuss. Zumal die Tschechow Kirschen ziemlich klein sind es wäre ein unendliches Gespucke, ähnlich einem grätigen Fisch. So sieht das aus bevor der sehr flüssige Teig darauf verteilt wird. Den Boden habe ich gebuttert und gezuckert. Die Blätter sind reine Deko fürs Foto und wurden nicht mitgebacken.

Ab in den Ofen.

Und so sieht er dann aus wenn er aus dem Ofen kommt, noch warm mit Puderzucker bestreut. Probiert habe ich ihn noch nicht, er kühlt noch ab.

Original Bettendorfer Tschechow Kirschen

Vor fünf Jahren habe ich zusammen mit den Regisseur Claude Mangen an dem Theaterstück Der Kirschgarten von Anton Tschechow gearbeitet. Er bekam damals zur Premiere ein kleines Kirschbäumchen geschenkt.

Fünf Jahre später sieht er so aus…

…und hing voll mit Kirschen. Wer mich kennt weiß, dass Kirschen mein absolutes Lieblingsobst ist. Also stand ich vor zwei Tagen auf der Leiter und pflückte Kirschen. Das kleine Bäumchen gab einen ganzen Eimer her, eine Kirsche schöner als die andere.

Von Geschmack her sind sie leicht säuerlich und eigentlich ideal zum Konfitüre kochen. Zum Glück habe ich ein Entkerner der die Kirschkerne relativ flott raus haut.

Dann ab damit in den Kochtopf.

Ich habe sie verfeinert mit einem streng geheimen Gewürz. (Nein, es ist kein Zimt!!!) Und hier steht sie: Die Konfitüre aus Original Bettendorfer Tschechow Kirschen.

Nach einer Woche Pause

…geht es weiter. Wer den letzten Beitrag gelesen hat,weiß dass ich emtional durchgeschüttelt wurde. Doch nehme ich in solchen Situationen bekanntlich die Flucht nach vorne und so kam der kleine Rollkoffer doch zum Einsatz. Nachdem ich Montags in meiner Wohnung rum saß und zum ersten mal seit langem nicht wusste was ich mit mir und meinem Leben anfangen sollte, fasste ich am Dienstag in aller Herrgottsfrühe einen Entschluss. Ich buchte ein Zimmer in Oostende. Es war das Beste was ich tun konnte. Die Meeresluft, das Meer, die Weite, das Licht, die steifen Brisen, das alles hatte eine Wirkung als ob man mir den Kopf durchgepustet hätte und ich war wieder fähig klar zu denken.

Das Zimmer hat zwar etwas mehr gekostet wegen dem atemberaubenden Meeresblick und dem riesigen Balkon, aber das war es mir Wert. Folgendes Foto postete ich bereits auf Facebook.

Ich hörte dort und das zufällig mehrfach Back to Black von Amy Winehouse. Es passte wie die Faust auf’s Auge.

WMDEDGT 7/15

Der Aufruf von Frau Brüllen. Ich folge ihm, wenn auch dieses mal mit sehr gemischten Gefühlen, ob ich den Sonntag wirklich hier beschreiben soll. Das mit der Hitze muss ich wohl nicht extra hervorheben, obwohl ich finde, dass es Samstag schlimmer war. Am Samstag war nämlich die letzte Vorstellung der Frittparade 2000 in Remich.

Das Foto entstand auf der Hinfahrt zur Vorstellung im herrlich klimatisierten Wagen. Oben links steht die Außentemperatur.

Um es mal mit einem missbrauchten englischen Ausdruck beschreiben, die Vorstellung war eine „tour de force“ bei den Temperaturen, und ich hatte Angst dass die Akteure und das Publikum es nicht überstehen würden…ich schweife ab.
Der WMDEDGT bezieht sich ja auf Sonntag und nicht auf Samstag.

***

Ich stand so kurz nach acht auf und ärgerte mich über mich selbst dass ich nicht länger schlafen konnte an einem Tag wo ich es liebend gern getan hätte. Da es der letzte Tag vor meiner Abreise zu meiner besseren Hälfte war, ging ich schon im Geiste durch was ich alles in den Koffer packen sollte. Ich entschloss mich dazu den Koffer noch im Keller zu belassen, da er eh am Montag schnell gepackt sein würde.

Den ganzen Morgen beschäftigte ich mich mit Nachlesen der Blogs meines Vertrauens unter anderem von Frau Kaltmamsell, die in den letzten Tagen eifrig über den Bachmann Preis in Klagenfurt schrieb, da sie dort anwesend war. Eine weitere tolle Seite schickte bereits am Samstag meine  Innenarchitektin, mit der ich mich ebenfalls eingehend beschäftigte. Es war eine Einladung zu einer mir völlig unbekannten Seite die eine Mischung zwischen tumblr und Pinterest ist.


Ello.co beschreibt sich selbst wie folgt:

Ello is a beautiful & ad-free social network where you can connect with friends, be inspired, and share what matters most. Ello’s gorgeous fullscreen design supports high-res images, long form text, GIFs, video, sound files — you name it — without the clutter you’ll find on other ad-based social networks.

Ob das mit dem ‚ad-free‘ und ‚without clutter‘ so bleibt sei mal dahingestellt, es sei denn die Seite wird irgendwann zur Bezahlseite. Ich beschloss sie für mich als eine Art zweites Blog zu nutzen in der ich die Fotos zeige die es nicht in Blog geschafft haben. Ein paar wenige habe ich schon hochgeladen. Ihr findet mich unter joeloflux.

Da ich es am Sonnabend nicht mehr geschafft hatte das ganze Abeitsmaterial zum Fundus zu fahren, beschloss ich dies dann heute am späten Morgen zu tun, bevor die Hitze wieder gnadenlos zuschlägt. Ich kroch an Häuserwänden vorbei die ein wenig Schatten spendeten bis hoch zur Tiefgarage. Ich fuhr zum Fundus und tankte anschließend den Wagen noch voll auf wegen der langen Fahrt von morgen auf die ich mich schon freute und sei es nur deswegen, dass ich mehrere Stunden in einem klimatisierten Auto fahren kann.

Ich schlenderte anschließend zur Place de Paris auf der dieses Foto entstand das auch bei Ello zusehen ist.

Ich schlürfte gemütlich zwei Magarithas im Café de Paris auf der Terrasse die recht spärlich besetzt war. Ich nutzte die Zeit zum lesen, des fünften Buches über Flavia de Luce von Allen Bradley.  In der Hoffnung dass das Herunterlassen der Rollläden die Nachmittagshitze aus meiner Wohnung hält, ging ich zurück. Der „Bunker“ war dann nur ein paar Grad weniger warm. Ich stellte den Ventilator  auf Volldampf und mich selbst unter die Dusche. Ich überlegte noch kurz ob ich mich nicht doch ins Schwimmbad verziehen sollte, ließ es aber bleiben. Irgendwann schlief ich fest auf dem Sofa ein und nahm die Stunden nächtlichen Schlaf nach.

Ich erwachte ein Stunde später und sah dass es draußen ziemlich dunkel war. Die angekündigten Unwetter sollten als doch kommen. Nach ein paar heftigen Donnerschlägen ergoss sich ein zweiminütiger Sturzbach aus den Wolken, so als ob man ein Dusche aufgedreht hätte. Ich beschloss den Rollkoffer aus dem Keller zu holen und dann doch zu packen, so könnte ich morgen zeitig losfahren.

Eine weitere Dusche bekam ich etwas später am Abend per Telefon. Diese ‚Dusche‘ hat mich so umgehauen, dass ich den restlichen Tag nicht mehr beschreiben werde. Nur so viel, ich bin nach zwei Jahren wieder solo und die Fahrt am Montag hat sich erübrigt. Ich trug den Rollkoffer zurück in den Keller…

Fritten

…und hier das was über meine Arbeit im Fernsehen zu sehen war.

Wer nicht schnell genug war und sich  keine Karten für das Theaterstück Frittparade 2000 gesichert hat, (denn es ist restlos bis zur letzten Vorstellung ausverkauft) der kann hier ab ab der 18′ 30″ ein kleinen Einblick haben, was er verpassen wird. (Oder was auf ihn zukommen wird, wenn er Karten hat)

Feiertag & Vergangenheit

National Feiertag in Luxemburg. Ich war gestern am berüchtigten Vorabend nicht unterwegs. Es regnete in Strömen. Einer der Schauspieler der Frittparade 2000 kam kurz vorbei um seine Jacke abzuholen die er in meinem Wagen hatte liegen lassen. Wir gingen über die Place de Paris, auf der eine Reihe von Jahrmarktständen stehen. Es ist Bahnhofskirmes.

Das Foto habe ich vor eine paar Tagen gemacht als das Wetter noch mitspielte. Es gab eine Tüte der weltbesten Pommes in der Friture Joselt im strömenden Regen. Die Versuchung doch bis in die Oberstadt zu gehen war gar nicht gegeben. Ich sehnte mich nach meinem Sofa und einer heißen Tassen Kaffee.

***

Heute morgen tat ich etwas, was ich besser nicht hätte tun sollen. Zumindest nicht alleine. Gestern lag ein Päckchen im Briefkasten mit den DVD’s von den Filmen meines Vaters, die ich letztes Jahr abgegeben hatte damit sie digitalisiert werden. Ich warf eine der DVD’s ein.  Eine Welle der Vergangenheit überrollte mich. Die Emotionen kochten so hoch dass ich jegliche Kontrolle verlor. Bilder von glücklichen Momenten flimmerten vorbei, Augenblicke die ich völlig vergessen hatte. Mein Bruder Gilles der vor sechzehn Jahren verstarb wurde wieder sichtbar.

Eine Woche auswärts

Eine Woche im „wilden Norden“ von Luxemburg. Wer den Beitrag WMDEDGT gelesen hat, wusste es schon.
Da ich mir die lange Fahrerei nicht jeden Tag antun wollte, habe ich mich kurzerhand bei einer Freundin einquartiert, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Die J. lernte ich zu einer Zeit kennen als ich in puncto Maskenbildnerei noch in den Kinderschuhen steckte. Man hatte mir damals ein riesiges Projekt angeboten auf einem Festival. Ein Musical mit 40 Sängern, Schauspielern und Tänzern. Es ist bis heute noch die größte Show die ich allein bewältigt habe. Um mir die langen Anfahrtszeiten zu sparen, übernachtete ich bei der J.

Die J. ist ein Allroundtalent obwohl sie das wahrscheinlich nicht gerne hört. Sie besitzt einen Bauernhof den sie in einen Reitertherapie Hof umgebaut hat. Reiten kann man bekanntlich nicht nur auf Pferden sondern auch auf Eseln und Ponys. Davon gibt es reichlich nebst Kaninchen, Meerschweinchen, Minischweinen, Hühnern,Waliser Schafen einem Hund und zwei Katzen.  Die J. ist hyperbeschäftigt. Neben dem Hof und der Therapie, ist die gelernte Lehrerin auch in verschiedenen Schulen tätig und gibt Unterricht vor allem für Kinder, die ein „auffälliges Verhalten“ haben. Nebenbei spindelt und filzt sie was das Zeug hält und gibt auch noch Kurse im Filzen.

Es ist zugegeben ein Leben das ich so nicht führen könnte, da der Hof in einem kleinen Dorf liegt,von gerade mal 150 Einwohnern. Dafür bin ich zu sehr ein Stadtmensch.

Hier ein paar Fotos die ich vor allem von den Tieren gemacht habe:

6 Esel plus 1

Ein Minischwein

Eines von insgesamt 7 Pferden und Ponys

Meerschweinchen und Kaninchen in trauter Zweisamkeit.

Ein Hund

Eine bengalische Katze. Ein wunderschönes Tier, aber keine Kuschelkatze. Es war schon ein kleines Wunder dass ich sie ab und an mal anfassen durfte. Auf den Arm nehmen und knuddeln lässt sie sich nicht.

Ein hübscher Hahn.

Und die wunderschönen zusammengewachsenen Kronen von den Bäumen im Eingang des Dorfes. Schade nur dass ich das Foto an dem bewölkten Tag gemacht habe.

Ein Samstagmorgen

Es ist Samstagmorgen. Gestern habe ich die letzte Vorstellung des „Italienischen Liederbuch“ bewältigt. Das Wetter hat umgeschlagen. Der Himmel ist grau. Im Hintergrund läuft das Radio, „Can’t stop loving you“ von Phil Collins. Werbung. „Wrapped up“ von Olli Murs…. Das Lied nervt.
Ich sollte was tun…. Werde auf den Wochenmarkt gehen.

§

Vom Markt zurück.
Ich schlenderte umher habe aber nichts gekauft. Da ich ab morgen für eine Woche im wilden Norden Luxemburgs gastiere, macht es keinen Sinn Obst und Gemüse einzukaufen das mir dann verdirbt. Also auf ins Chocolate House, frühstücken. Die Kulisse vor dem Geschäft ist das großherzogliche Palais und eine Bühne für Touristen. Alle gefühlten zwei Minuten passiert eine Gruppe mit Führer. Asiaten photographieren alles was ihnen vor die Linse kommt, das ist nichts Neues. Sie lichten alles und jeden ab, auch mich der gerade herzhaft in eine Brioche beißt und sich dabei mit Schokoaufstrich bekleckert. Das Ganze mit einer dieser unsäglichen Sefie Stangen. Ich war kurz davor mit einer Scheibe Schinken nach ihnen zu werfen. Stattdessen zückte ich das Smartphone machte ein Foto von ihnen.

…und verewige sie in meinem Blog.

Liebe „Autobus de la ville de Luxembourg“

Ich werde das jetzt mal ganz krass formulieren:
WER VON EUCH DUMPFBACKEN HATTE DIE HIRNRISSIGE IDEE HUNDERTE VON VERSCHIEDENEN STIMMEN ZU NEHMEN UM DIE BUSHALTESTELLEN PER LAUTSPRECHER IM BUS ANZUSAGEN ???
Was habt ihr euch dabei gedacht??? Geht’s noch? Man versteht nicht mal die Hälfte von dem Gegrummel. Dieses Durcheinander von Stimmen von denen die wenigsten fürs Ansagen geeignet sind, das geht gar nicht! Wenn ich ein Tourist wäre, der Luxemburg nicht kennt und sich darauf verlassen muss, dass man ihm die Haltestellen klar und deutlich ansagt; ich würde voll auf dem Schlauch stehen.

Bei „Monterey“, einer der jetzt wichtigsten Stationen der Strecke, murmelt jemand irgendwas in seinen Bart. Ich habe die letzten Tage mehrfach hingehört und verstand immer nur „Motä“. Die Haltestelle „Martys“ haucht eine weibliche Stimme mit derart viel Sexappeal, dass man glaubt, man wäre jetzt im Nuttenviertel. Und „Paris/Zita“ hört sich an wie geko… sorry, erbrochen.

Allein schon vom menschlichen Gehör her, dass sich gar nicht so schnell auf so viele verschiedene Stimmen einstellen kann, ist das ganze ein Unding.

Wenn ihr die Stimme von Tom Leick nicht mehr haben wollt, der sie noch vor dem 1.Juni, perfekt mit seiner schönen sonoren Stimme ansagte, bitteschön, das ist eure Entscheidung. Aber die jetzige Kakophonie geht gar nicht! Bitte ändert das und lasst die ganzen Stationen nur von EINER Stimme sprechen.

Ups… 3 X NEIN

Das soll jetzt nicht hier in eine politische Diskussion über Parteien ausarten, ich stelle nur fest.

Ich war sehr überrascht dass das Referendum mit einer solchen Klarheit drei mal ein  NEIN hervorgebracht hat.  Vor allem bin ich sehr besorgt über das klare NEIN zum Ausländerwahlrecht. Es bringt uns zurück auf den Teppich der Realität. Und ich stelle dabei folgendes fest: Luxemburg hat es verpasst über Integration nachzudenken, und das nicht erst seit dieser Regierung. Dann wäre nämlich die unterschwellige Angst der Luxemburger ihre Identität zu verlieren schon viel früher zum Vorschein gekommen.
Jede Regierung trug das immer wie ein goldenes Kalb vor sich her, wie toll das hier mit dem multikulturellen Meltingpott doch klappt. Tja, nichts klappt. Mich macht das traurig und wütend zugleich…

 

WMDEDGT ?

Ein Aufruf von Frau Brüllen. „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ Nun, da Wochentage für mich wie Sonn- und Feiertage sind und nichts so ist wie bei anderen, werde ich das mal tun.

Ich stehe für gewöhnlich nicht mit Wecker auf. So auch heute nicht. Da ich aber gestern wegen der Hitze und dem nächtlichen Sturm ziemlich geschlaucht war und trotzdem nicht richtig schlafen konnte, wachte ich erst kurz vor 9:00 auf. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir einen recht düsteren Himmel. Die erste große Tasse Kaffee aus dem Vollautomaten. Radio eingeschaltet, Nachrichten gehört. Heute zur Abwechslung mal SWR Info statt RTL oder 100,7. Zu meiner großen Freude das tolle Interview mit Harald Schmidt noch mal gehört das ich vor ein paar Tagen im Fernsehen sah.  Ich vermisse „Dirty Harry“.

Den Schreibtisch aufgeklappt, und den Rechner gestartet. Die Mails und die RSS von meinen Lieblingsbloggern gecheckt und dabei den WMDEDGT Aufruf hier gefunden. Mich spontan dazu entschieden da mitzumachen.

Zweite Tasse Kaffee, Dusche, Anziehen. Dann kurz nach 10:00 auf zum Wochenmarkt. Zwischenzeitlich traute die Sonne sich raus.  Bevor ich zur Tür rausging fiel mir ein, dass ich ja eigentlich auch all meine Schuhe die eine neue Sohle nötig haben zum Schuster bringen könnte. Also nochmal schnell noch eine größere Stofftasche mit drei paar Schuhen bepackt.  Der Schuster der rue Beaumont ist umgezogen in die nah gelegene Neuberg Passage. Ich gehe immer zu ihm. Er ist sehr teuer, aber wenn ich die Schuhe zurückbekomme sind sie so gut wie neu und ich kann sie nochmal ein ganzes Jahr anziehen.

Zu meiner Überraschung war heute Straßenverkauf in der Stadt, und die Straßen waren sehr voll. Doch ich hatte Glück. Beim Schuster kam ich sofort dran weil grad niemand im Laden war. Auf dem Markt haute mich jemand von den „Linken“ an um mir ein Heftchen in die Hand zu drücken, warum und wo ich morgen beim Referendum  mein Kreuzchen machen soll, aber meine Entscheidung steht schon seit Tagen fest. Das Glück hielt beim Obst- und Gemüsehändler meines Vertrauens an bei dem ich auch sofort dran kam, genauso wie bei meinem französischen Käsehändler, meinem Eifeler Brotbäcker und meiner Marmeladenfrau.

Ich begegnete meiner Lieblingsregisseurin mit Gatten und einem neuen Zugang in der Familie, einem Hund. Bei dem Anblick schmolz mir das Herz und ich zog, wie schon so oft, wieder in Betracht ob ich mir nicht auch ein Hund anschaffen sollte… Doch die negativen Argumente überwiegen, leider…

Auf dem Rückweg, einem alten Bekannten begegnet den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte obwohl er nur drei Straßen von mir entfernt wohnt. Wir saßen zusammen auf der Terrasse der vorigen Bar meines Vertrauens und tranken Kaffee*. Wir kramten ein wenig in der „guten alten Zeit “ herum und riefen uns gegenseitig alte Bekannte ins Gedächtnis. Im Nachhinein betrachtet kam ich mir dabei vor wie Opa in Rente. (Weißt du noch, damals… ‚mit krächzender Stimme‘ )

Wieder zu Hause war mein erster Gang in den Keller um den Ventilator hoch zu holen, denn die Wohnung hatte sich gestern bei den 30 Grad doch sehr aufgeheizt. Zu Mittag gab es ein paar weiße Pfirsiche und eine handvoll Kirschen, meinem absoluten Lieblingsobst.

Gegen 15:00 ging es dann wieder raus. Ich fuhr zum letzten Mal nach Differdange zum 1535° zur letzten Vorstellung der Frittparade 2000 im Rahmen der Friture Henriette on Tour. Da ich am Tag zuvor eine Hauptprobe im Kapuzinertheater hatte, musste ich ein Teil meines Materials mitnehmen und heute auch wieder zurück schleppen. Es ist der einzige Aspekt, den ich immer mehr an meinem Job hasse. Material schleppen.  Doch es hilft nichts, da muss ich jetzt durch.

Ich habe ich zehn Schauspieler von denen sechs Perücken oder Haarteile tragen.  Die müssen alle vor jeder Vorstellung wieder hergerichtet werden, mal mit mehr mal mit weniger Aufwand. Aus den Perücken werden die Reste des Klebers von Vortag der noch im Ansatztüll steckt mit einer Art Stupspinsel und Aceton heraus geklopft. Anschießend werde sie wieder auf einen Perückenkopf montiert und neu frisiert. Das Frisieren nimmt je nach Zustand manchmal mehr manchmal weniger Zeit in Anspruch. Es hängt davon ab in welchem zustand sie am Vorabend von der Vorstellung zurück kamen. Zwischenzeitlich werden sie auch mal ganz gewaschen und dann braucht es Stunden.

Da das Stück in den 80er Jahren angelegt ist, brauche ich für jeden Schauspieler im Durchschnitt 20 Minuten. Ihr könnt euch ja ausrechnen wie lange ich dann durchackern muss ohne einmal Luft zu holen. Das heißt ich arbeite voll auf Risiko, es darf nichts schief gehen und keiner darf zu spät kommen. Jeder Handgriff muss sitzen. Mir wäre es lieber ich hätte eine weitere Kraft dabei und ich muss mich nicht so hetzen, denn 20 Minuten pro Kopf ist sehr knapp berechnet. Da es sich hier um ein Stück handelt, das eine Art „schleichenden“ Anfang hat, der mal länger mal kürzer ist, müssen alle viel eher bühnenfertig sein bevor es richtig los geht. Ich persönlich mag es nicht wenn Schauspieler schon Stunden vorher fertig sind und noch ewig warten müssen bis sie endlich ihren Auftritt haben. Das Make-up hält nun mal nicht ewig.

19:45. Der letzte Schauspieler. Bei ihm brauche ich nur 15 Minuten, da er nur ein Haarteil eingearbeitet bekommt. Der Schminktisch sieht aus wie ein Schlachtfeld.

20:00 Uff. Durch. Da es die letzte Vorstellung für Differdange ist (ab übernächster Woche gastieren wir für eine Woche in Wiltz) habe ich jetzt anderthalb Stunden Zeit alles einzupacken. Da der 1535° kein Maskenraum besitzt muss ich hier alles mitbringen inklusive den großen schweren Schminkspiegel. Pinsel reinigen, Airbrush reinigen und jede Farbpalette jedes Döschen kommt zurück an seinen Platz im Schminkkoffer.

Eine gute Stunde später bin ich fertig und ich kann anfangen die ersten Kisten und Trolley’s ins Auto zu tragen. Die Montierköpfe und die Abschminke bleiben noch, wenn das Stück aus ist. Jetzt habe ich zum ersten mal ein paar Minuten Zeit um mir in der Brasserie „Schreinerei“ einen Drink zu holen. Da es heiß ist und ich noch eine Weile zu tun habe, gibt es Wasser.

21:30 Das Stück ist aus. Schlussapplaus. Sobald die Schauspieler abgegangen sind, muss ich noch schnell einige Requisiten aus dem Publikum „fischen“, damit keiner auf die Idee kommt sich ein Souvenir mitzunehmen. Zurück in den Schminkraum. Perücken und Haarteile abnehmen und montieren. Köpfe in die Kisten. Abschminke einpacken. Mithelfen diverse Requisiten wie Schmuck einzupacken. Alles bereit stellen für die Kostümbildnerin die die Kostüme erst später abholt. Die letzten Kisten zum Auto schleppen und verstauen. Noch ein wenig mithelfen die Bühnendeko abzubauen. Das ist zwar nicht mein Job, doch da Maskénada nicht noch mehr Personal einstellen kann, helfen alle mit, Darsteller, Regisseur und Administratorin inklusive.

Gegen 23:00 bin ich auf dem Rückweg und um 23:30 fahre ich in die Tiefgarage. Ich schlendere gemütlich nach Hause und überlege noch ob ich ein Absacker…nein doch nicht.

Zuhause schalte ich das Radio ein und checke die Mails. Ich bin müde und die Füße danken es mir als ich sie nackt auf die kühlen Steinfliesen setze. Noch ein wenig Radio hören und gegen 00:30 hat Morpheus mich abgeholt.

Ein neuer Plan

Die letzten vier Tage hatte ich noch nicht wirklich eine Gelegenheit mich mit den neuen Fahrzeiten und Routen der Busse zu beschäftigen. Ich arbeite zur Zeit im „wilden Süden“ von Luxemburg und bin dementsprechend ziemlich beschäftigt.

Als ich aber einen ersten Blick auf den neuen Plan warf wurde mir schwindlig.

Auch der stark vergrößerte Faltplan, den ich vor ein paar Tagen auf der Staße in die Hand gedrückt bekam, brachte keine Ordnung in den Knoten.

Gestern fand ich nun per Facebook (ab und an kann diese Werbeplattform ja auch für etwas gut sein) ein Plan von Jug Cerovic, der sich amüsiert hat den Plan stark zu vereinfachen und bei dem man endlich klar sieht. Es ging schon so weit dass die Bürgermeisterin der Stadt sich eingeschaltet hat  und gerne mit ihm zusammen arbeiten möchte.

Na, geht doch!