The Imitation Game

Gestern wollte ich schon darüber schreiben, war aber so müde dass ich wie ein Stein ins Bett viel.  Was einst mein großes Hobby war ist inzwischen ein seltenes Vergnügen geworden. Sonst ging ich mindestens einmal die Woche ins Kino, inzwischen bin ich schon froh wenn ich es einmal im Monat schaffe.  Gestern sah ich ‚ The Imitation  Game‚. Ein gut gemachter wenn auch konventioneller Film über das Leben des Alan Turing der es schaffte die Codiermaschine der geheimen Mitteilungen der Deutschen im zweiten Weltkrieg zu knacken .

Benedict Cumberbatch ist begnadet gut. Ich muss mir selbst eingestehen dass ich, obwohl ich es nie wahrhaben wollte, eine Cumberbitch bin.

 

A Woman of no Importance

Es gibt ein Theaterstück mit dem gleichen Titel von Oscar Wilde. Doch das ist nicht das Stück über das ich schreiben will.

Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit alten englischen Sitcoms beschäftigt. Eine davon ist „Keeping Up Appaerences“ mit der begnadeten Patricia Routlege. Eine der englischen Schauspielerinnen die ich bedenkenlos gleichauf mit Maggie Smith und Judy Dench stelle.

Gestern fand ich eine Episode einer Serie der 80er die Talking Heads hieß (hat aber nichts mit der Musikband zu tun). Alan Bennett schreib Monologe die es als Hörspiele gibt und auch verfilmt wurden.  In Women of no Importance, spielt Routlege eine Frau in einem Wartezimmer eines Arztes…

Was für eine großartige schauspielerische Leistung!!!

Nachrichten aus der alten Heimat

Heute las ich in der Zeitung, dass das Gebäude in dem das Restaurant Vesuvio jahrelang beheimatet war, definitiv zu einem weiteren Privatwohnungskomplex umgebaut werden wird und kein Restaurant oder sonstiges Geschäft darin Platz findet. Zugegeben, es war schon eine ganze Weile geschlossen, da die letzen Restaurantinhaber allesamt in Konkurs gingen.

Somit geht eine weitere Ära zu Ende, die viel mit meiner Familiengeschichte zu tun hat. Es war eines der seltenen Restaurants in das wir geschlossen als Familie gingen. Meine Eltern, mein Bruder und ich. Zu der Zeit besaß ein französischer Koch, das Restaurant. Es war zwar eine Pizzeria, doch gab es auch viele französische Gerichte. Es gab spezial Wochen, wie zum Beispiel die Couscous Woche. Dort lernte ich als kleiner Knirps dieses Gericht zum ersten Mal kennen und lieben.
Es war das Restaurant in dem ich auch später unendlich viele Abende verbrachte. Wir feierten dort den 90ten Geburtstag der Großtante, die anschließend auf der halsbrecherischen Wendeltreppe aus dem ersten Stock auf dem Allerwertesten hinunter segelte und sich wie durch ein Wunder nicht einen Knochen brach. Sitzen konnten sie aber wochenlang nicht.
Es war das Restaurant in das mein Bruder mich einlud kurz nachdem mein Vater gestorben war, weil er nicht mehr wusste wie es weiter gehen sollte. Es war einer der seltenen Momente in dem wir uns sehr nahe waren und er überhaupt Nähe zuließ.
Es war das Restaurant wo manche tiefgreifende Entscheidung getroffen wurde.
Es war das Restaurant in dem ich meinen Bruder zu letzen mal lebend sah, als er vergnügt mit ein paar Freunden auf der Terrasse saß und zu Abend aß. Am Tag drauf sah ich ihn im Krankenhaus auf der Bare in der Kühlkammer…
Und so fallen mir unendlich viele kleine Geschichten, gute wie schlechte ein, viele Gesichter aus der Vergangenheit tauchen wieder auf. Mein Lieblingssalat mit lauwarmen Scampis kommt mir wieder in den Sinn…

Ich frage mich warum mich die Endlichkeit der Menschen und Dinge in letzter Zeit so sehr beschäftigt. Hat das etwas mit meinem eigenen Alter zu tun?

Vegan

Letztes Jahr berichtete ich über eine Food Journalistin, Katharina Seiser, die sich einem Selbstversuch unterzog, 21 Tage lang vegan zu leben. Sie schrieb darüber einerseits für eine Frauenzeitung und man konnte auch den Versuch in ihrem Blog verfolgen.

Ich bin kein Foodblogger, und wenn dann nur ganz an Rande. Essen beschäftigt mich aber schon und ich lese auch so manches Foodblog, aus denen ich mich schon oft das eine oder andere Rezept abgeschaut habe. Was mir Katharina Seiser aber sehr gut aufzeigte, und da gehe ich mit ihrer Meinung einher, ist, dass die vegane Küche sehr auf Ersatzprodukte zurückgreift, wie vegane Sahne, vegane Würstchen, vegane Butter, und und und. Denn so sehr ich die Philosophie der Veganer schätze, so gruselig finde ich bisweilen die Umsetzung. Verganismus bedeutet, dass kein Tier zu Schaden kommen darf und kein tierisches Produkt verwendet werden darf. Veganismus heißt aber nicht, dass die Produkte biologisch angebaut sein müssen oder frei von bedenklichen Chemiezusätzen sind. Und der Geschmack ist auch sekundär.

Ein anderer Aspekt wäre Kleidung und Schuhe, aber dass lassen wir jetzt mal außen vor, sonst führt es zu weit hier.

Zudem, und das habe ich selbst in meinem Umfeld erlebt, kann vegane Ernährung auch krank machen, weil aus Unachtsamkeit gewisse Vitamine und Nährstoffe dem Körper nicht mehr zugefügt werden. Beim letztem Satz möchte ich bitte das  Wort ‚Unachsamkeit‘ hervorheben. Denn vegane Ernährung macht nicht grundsätzlich krank! Es kann auch manche allergische Reaktionen lindern was ich ebenfalls Erfahrung aus meinem Umfeld weiß. (Heuschnupfen z.B.)

Ich selbst werde nie Veganer oder Vegetarier werden, was aber nicht heißt dass ich mich zeitweise nicht so ernähre. Hauptsache es schmeckt und ich bin satt.

Nun hat Frau Seiser ein neues Kochbuch herausgebracht mit dem Titel ‚Immer schon Vegan‚ bei dem sie Rezepte den Jahreszeiten folgend vorstellt, die gänzlich auf Ersatzprodukte verzichten. Eine tolle Idee finde ich und habe das Buch bestellt. Nebst dem Buch wird auch eine Rezeptsammlung unter tierfreitag.com hinwiesen, die nach dem gleichen Prinzip handelt. Und da wurde ich bereits richtig fündig.

Zapping

An einem tristen Sonntagnachmittag vor dem Fernseher, versuche ich live zu bloggen.

Ich schaue ZDF Kultur. Eben lief die die ZDF Hitparade mit dem unsäglichen Dieter Thomas Heck, den ich nie mochte. Stimmlich kommt er Horst Schlemmer sehr nahe, der Kulutfigur von Hape Kerkeling. Seine Moderation, war zur Zeit der Neuen Deutschen Welle Zeit sowas von deneben, denn die änderte sich nicht, obwohl die Zeit, die Songs und der Zeitgeist sich änderte. Die Sendung die ich eben sah waren vor alle Zweitfolgehits von Bands wie Geier Sturzflug u. a.

Jetzt läuft DISCO mit Ilija Richter. Der Erste Song „Automatic Lover“ von Dee D. Jackson. Dann einer dieser Sketche mit Kalauer dass Mutti und Vati auch was zu lachen haben. Dann Lena Valeitis, wo bei ich mich frage, was die in der DISCO zu suchen hatte. Nichts gegen Lena aber Disco Musik ist das nicht.

Was ich aber eigentlich sagen wollte; diese Sendungen, selbst wenn ich sie zu der Zeit nicht gesehen habe, katapultieren mich immer wieder rückwärts in der Zeit. Fast jeder Song hat irgendwie ein Bedeutung. Er erinnert mich an kurze Lebensabschnitte, an Abende, ganze Tage,Orte, Gesichter von Menschen mit denen ich schon lange keinen Kontakt mehr habe, oder verstorben sind.  Allen voran sind es Orte und Stimmungen die zurückkommen. Mein Kinder- und Jugendzimmer in meiner alten Heimat…

Jetzt läuft „Oh Carol“ von Smokie. Ein Song den ich zwar irgendwie kenne aber spurlos an mir vorbei ging. Zudem sind sie nicht live da sondern es wird ein Video eingespielt.

Zwischendurch bearbeite ich eine Anfrage über Facebook von einer Freundin aus London die unbedingt was vom Chocolate House habe möchte.

Mireille Mattieu mit Santa Maria in der DISCO…seuftz. Irgendwie haben die das damals nicht kapiert. Ich hatte das Lied sogar auf einer Kompilation auf Kassette. Ich weiß noch wie ich die Kassette in einem Ständer entdeckte im Elektrofachgeschäft und sie unbedingt haben wollte, weil auch andere Hits darauf waren.

Cliff Richard ist der letzte in der Reihe mit einem Song der kein Hit wurde. Ich versuche  herauszufinden was das war… vergeblich. Ich muss Shazam zu Hilfe nehmen. „Please remeber me“ heißt der Titel.

Was hätte ich getan als es Shazam und Internet noch nicht gab? Ich wäre wahrscheinlich mit dem Kassettenrecorder zum Fernseher gehechtet und hätte ihn ganz nahe an den Lautsprecher gehalten, hätte das Ding aufgenommen und irgendjemand später gefragt.

Und so gibt es tausende kleine Erinnerungen die mir dann und wann durch den Kopf gehen. Das Einzige was bleibt ist sie aufzuschreiben damit sie nicht vergessen werden…

Tuneing

So sieht das aus wenn ich mich selbst ein wenig um modelliere. Zugegeben, das Nachher Foto hat schon eine ganze Menge Ähnlichkeit mit mir vor 25 Jahren.

… Und weil es so viel Spaß macht gleich noch eins hinterher, das mir besser gelungen ist.

Nachtrag: Ich hätte nicht gedacht dass die eigene Veränderung soooo viel Echos auslösen würde. Da ich diesen Beitrag ebenfalls auf Facebook gepostet habe, weil ich neugierig war ob es überhaupt jemanden interessieren würde, so war ich mehr als überrascht ob der vielen Rückmeldungen. Die meisten bekam ich von Freunden und Bekannten denen ich in den letzten Tagen live begegnet bin. Die Meinungen gingen von…bis. Vielen musste ich erklären dass mich solche Veränderungen schon allein von Berufswegen fasziniert.  Viele fragten mich auch mit welchem Programm ich das angestellt hätte. Da erinnerte ich mich an meinen neuen Grundsatz alles zu verlinken über das ich ich hier so schreibe und hatte sofort ein schlechtes Gewissen.

Zur Zeit sind alle Seiten die auch nur ein bisschen Werbung auf ihrer Homepage schalten, voll davon. Das Ding heisst Portrait Professional oder Portrait Pro. Es ist kostenlos bis zu dem Zeitpunkt wo man abspeichern will. Ansonsten, wenn man es denn umgeht, hat man das riesige TRIAL in der Stirn stehen.

† Marc Olinger †

Einer der ganz großen Schauspieler Luxemburgs und Theaterdirektor des Kapuzinertheates, Marc Olinger, starb heute Abend. Ich wusste dass es ihm nicht gut ging doch es traf mich wie ein Schlag ins Gesicht als ich es nach der Vorstellung hörte. Ich habe in den letzten Jahren mehrere Theaterstücke und den wunderbaren Kurzfilm „Lingo Vino“ mit ihm gemacht.

Danke für die all die  tollen Theaterstücke und wunderbaren Momente die ich mit dir verbringen durfte. Ich bin froh und stolz dich kennengelernt zu haben.

Äddi Marc.

Anleitung zur Unterstützung von Blogs

Eine interessante Anleitung, die mir, als ich sie las, völlig logisch und plausibel erschien. (Nur halte ich mich auch nicht immer daran…räusper)

Der interessanteste Satz war der hier:

Veröffentliche … die kleinen Geschichten und kurzen Hinweise in deinem Blog und verweise … bei Facebook und Twitter per Link auf deinen Blog-Eintrag. Hol’ die Leute in dein Blog, dein digitales Wohnzimmer, lass sie nicht bei Facebook veröden. Facebook darf nie dein Zuhause sein, es ist nur ein Umsteigebahnhof, der irgendwann entweder abgerissen oder verlassen oder nur noch von langweiligen Werbefirmen bevölkert sein wird.

Na dann machen wir das mal.
Via Spreeblick

Like Klicks

Früher war ich weitaus mehr im Internet zu hause als heute. Warum? Mein Leben hat sich verändert. Zudem war das Netz für mich immer nur Spaß an der Freude und nie eine Ebene auf der ich irgendwann mal was richtig professionell mache wollte. Nun fließt es natürlich mit in mein Berufsleben ein. (Mails, Internettelefonie, Recherche…)  Irgendwann dachte ich darüber nach ob und wie ich mein Blog ein wenig puschen sollte, oder ob ich nicht versuchen sollte die Unkosten des Blogs über ein bisschen Werbung wieder einzuspielen oder zumindest zu senken. Der Versuch schlug fehl. Weder über Amazon noch über Google kam ein einziger Cent rein.  Ich hatte sehr wohl Klicks aber bei weitem nicht genug. Dann dachte ich irgendwann darüber nach ob ich mein Blog nicht mit Facebook ein wenig pushen sollte. Da ich ja dort weiter nichts poste, als Weihnachts- und Neujahrswünsche und ganz selten mal ein Foto, dachte ich, ich verlinke meine Blogeinträge. Hat auch nichts gebracht. Ein Fanseite wäre noch eine Idee gewesen, die ich dann aber auch fallen ließ. Zu der Zeit kam mir Facebook sowieso sehr suspekt vor.

Vor ein paar Tagen schrieb Spreelick darüber wie er 20 € für Werbung auf Facebook investierte, und nicht nachvollziehen konnte ob das nun etwas gebracht hätte oder nicht (außer Facebook natürlich) und dann fand ich folgendes:

Der Bericht ist schon etwas älter (Februar 2014) aber sehr interessant hinsichtlich
Werbung im Internet insbesondere auf Facebook.

Und diesen Eintrag werde ich jetzt mal bei Facebook einstellen. 🙂

Sprüche

Es ist erstaunlich wie viele Leute nach Sprüchen suchen. Seien es jetzt kluge, weise oder dumme Sprüche sei mal dahingestellt.
Ich hatte vor Jahren einen Eintrag hier im Blog eingestellt, der sich auf einen ganz gewissen Spruch bezog:

Ich habe in diesem Jahr,
Gelacht, geweint, vieles akzeptiert,
vieles verziehen, selbst Fehler gemacht,
Leute kennengelernt, die mir nun wichtig sind,
Leute aus meinem Leben entfernt, die es nicht Wert waren,
aus Erfahrungen gelernt, manches bereut…
Aber all das ist Teil des Menschen der ich heute bin.

Vor allem der Satz, der sich damit befasste dass ich ganz bewusst jemanden aus meinem Leben entfernt hatte und dieser Person das ganz offiziell mitgeteilt habe, war der Grund warum ich ihn eingestellt hatte.

Dieser Beitrag ist seit anderthalb Jahren der am meisten aufgerufen wird.
Ich habe den Beitrag entfernt und diesen hier geschrieben mit genau der gleichen Überschrift.

Bin gespannt ob der die gleiche Wirkung haben wird.

Rückblick 2014

Zugenommen oder abgenommen?
Sehr viel abgenommen, während der Kur. Jetzt im Winter auch wieder ein paar Kilos zugelegt, was mich aber nicht sehr stört.

Haare länger oder kürzer?
Das Deckhaar ist länger, rundherum ist es noch kürzer geworden und der Friseurbesuch steht jetzt alle drei Wochen an.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich glaube beides ist stärker geworden, habe es aber dieses Jahr nicht testen lassen.

Mehr bewegt oder weniger?
Definitiv mehr. Vor allem Schwimmen.

Mehr Kohle oder weniger.
Weniger, denn die Auftragslage für 2014 war im ersten Teil des Jahres ganz ok, im zweiten ließ sie zu wünschen übrig.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Oh ja sehr viel mehr. Die komplette dreiwöchige Fastenkur habe ich aus eigener Tasche bezahlt. Hinzu kam noch die 2 Wochen Südfrankreich die auch nicht ganz billig waren.

Der hirnrissigste Plan?
Während der Fastenkur an einem Projekt weiterzuarbeiten, anstatt an mir selbst.

Die gefährlichste Unternehmung?
Mich mit ultraverspanntem Nacken, der ein beständiges Schwindelgefühl hervorrief, ans Steuer zu setzen.

Die teuerste Anschaffung?
Da war dieses Jahr keine dabei, mal abgesehen von der Kur und dem Urlaub.

Das leckerste Essen?
Mein Geburtstagsmenü in der Camargue

Das beeindruckenste Buch?
Stoner von John William

Das enttäuschendste Buch?
Ein plötzlicher Todesfall von J.K. Rowling

Der ergreifendste Film?
Da fällt mir grad keiner ein.
Bei den Serien was es die ersten 7 Folgen der letzten Mad Men Staffel.

Die beste Musik?
Seelenmusik Podcast

Das beste Theater?
In London „The curious Incident…“

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeiten und Nachdenken über mich und meine Zukunft.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Meiner besseren Hälfte.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Trauer und Ungewissheit

2014 zum ersten Mal getan?
Einen Nachruf geschrieben

2014 nach langer Zeit wieder getan?
Kleinere Klamottengrößen gekauft.

2 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Zwei Todesfälle, einen im Bekanntenkreis und einer im Familienkreis.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich zu einem Film überreden bei dem ich gleich ein ungutes Gefühl hatte, und anschließend froh war dass ich ihn nicht gemacht habe.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das Wochenende in Dahn mit meiner besseren Hälfte zum Geburtstag.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ein richtiges Geschenk ist es nicht. Die Psychotherapeutin in der Kur die mein Leben verändert hat.

2014 war mit 1 Wort…?
Traurig

Vorsätze für 2015?
Durchhalten und nach vorne sehen.

An einem Sonntag

Als ich erwachte,schien das Wetter wieder trist und grau zu sein, doch das sollte sich bis zur Mittagsstunde ändern. Strahlender Sonnenschein und keine einzige Wolke am Himmel, so dass ich beschloss einen Spaziergang durch das Petrustal zu machen. Es war eisig kalt.

Strahlend blauer Himmel über einer schneebedeckten Landschaft.

Von unten sieht die eingepackte Adolph Brücke auch sehr beeindruckend aus.

Die Petrus führt wesentlich mehr Wasser als normal. Doch es täuscht bisweilen auch . Auf dieser Brücke ist das Bett der Wasserlaufs wesentlich tiefer als auf der anderen Seite.

Ich freute mich schon endlich auf der anderen Seite des Tales anzukommen und dort einen heißen Kaffee im Pub zu ordern, als ich bei der letzten Brücke von weitem ein Absperrband sah. Ich kam näher und fragte mich noch wer sich hier einen so blödem Scherz erlaubt hatte. Doch dann sah dass auf dem Band „Police“ stand. Als ich näher kam sah ich dass Polizeibeamte zusammen mit der Feuerwehr das Gelände durchsuchten. Und dann sah ich den Leichnam am Fuß der Brücke liegen. Es war genau die gleiche Stelle an der ich vor Monaten einen Blumenkranz gesehen hatte zur Erinnerung an eine Frau die sich von Passerelle in den Tod gestürzt hatte. Ich ging ein Stück zurück um die letzte kleine Flussbrücke zu überqueren und somit an der anderen Seite vorbeizukommen ohne durch den Tatort zu trampeln. Von der Seite aus konnte ich die Szenerie sehen. Die Leiche war notdürftig mit einer Plane zugedeckt. Es schien ein Mann zu sein mit, soweit ich das erkennen konnte einem Jogginganzug. Die Hände schienen dunkelrot und geschwollen. Ich überlegte ob es einer der Roma sein könnte, die inzwischen durch die ganze Stadt verstreut an jeder Straßenecke sitzen und betteln. Die Haut war rot-bläulich verfärbt.  Oben auf der Passerelle sah ich weitere Polizisten stehen und Fotos machen.

Gleich hinter der Passerelle gibt es noch mal ein kleiner Fußgängerübergang die ich überquerte um wieder auf der richtigen Seite der Petrus zu sein um weiter zu kommen. Unglücklicherweise landete ich mitten im Tatort. Ich zog den Kopf ein und versuchte so unauffällig wie möglich an allem vorbeizukommen. Nach mir wurde auch die Brücke gesperrt.

Weihnachten

Über die Weihnachtsfeiertage hin werde ich nichts schreiben, da ich wahrscheinlich von einer Woge der Trauer in die nächste hinein getragen werde. Zudem werde ich nicht in Luxemburg sein. Ich habe mir die Tage voll gepackt mit Herumfahren, Feiern und Freunde besuchen, so dass ich hoffentlich keine Gelegenheit dazu haben werde dunkle Wolken im Kopf entstehen zu lassen.

Wer hier seit ein paar Monaten mit ließt wird wissen warum dem so ist. Der Verlust von lieben Menschen ist furchtbar. Und da ich selbst nicht für Nachwuchs gesorgt habe und es auch nicht tun werde, schwindet der Familienstamm zu einem Nichts zusammen.

Ich wünsche euch allen ein paar ruhige und frohe Tage.

VHS Kahloucha

Heute ein Filmtipp.

Vor Jahren habe ich den Film auf Arte gesehen und war begeistert. VHS Kahloucha (2006) ist die Geschichte eines unermüdlichen Tunesiers der gerne Actionfilme wie Rambo und Co. drehen möchte. Mit minimalsten Mitteln  und VHS Kassetten dreht er seine Filme mit Freunden und Bekannten. Der Dokumentarfilm spielt in der Ära vor den arabischen Frühling. Die Film ist rührend und voller Humor. Er  ist hier im Original auf französisch untertitelt.

Ein herrlicher Film.

Udo

Als ich vorgestern hörte dass Udo Jürgens verstorben ist war ich dann schon etwas erschrocken. Ich bin zwar kein Fan von ihm und kenne die wie meisten anderen auch seine ganz Großen Hits, die ich nun nicht mochte.

Zwei Lieder von ihm finde ich allerdings immer noch gut, etwas weniger bekannt weil weniger im Radio gespielt.

Ich weiss was ich will

5 Minuten vor 12

 

Penny Dreadful

Gestern sah ich mir bei Netflix die letzte Folge von der Gruselserie Penny Dreadful an und muss sagen dass ich begeistert bin wenn auch mit Abstrichen. Die Serie vermischt verschiedene Gruselgeschichten, die zur viktorianischen Zeit groß in Mode waren. Die großen Klassiker wie Dorian Gray, Frankstein und Vampire sind vertreten. (in der letzten Folge kommt noch ein weiteres Monster dazu)

Das Set, die Kostüme, die historische Frisuren und allen voran das SFX Make-up sind ein absoluter Knaller. Wenn ich im Abspann den Namen Nick Dudman sehe, der für die Monster und die ganzen Blut Effekte verantwortlich ist, wünschte ich mir ich hätte dort mitarbeiten können. Nick Dudman ist Maskenbildner und einer der besten Hersteller in Sachen Blut in der Branche (ich selbst benutze es auch) und es wäre mir eine Ehre einmal für ihn zu arbeiten.

Zur Geschichte selbst: Die verschiedenen Monstergenres werden miteinander vermischt zur einer neuen Geschichte, wobei der Haupthandlungsstrang die Vampire (again…) sind. Das ließ mich zuerst aufstöhnen. Nicht schon wieder Vampire. Nicht schon wieder Van Helsing (der nur eine kleine Nebenrolle hat). Doch fügen sich alle anderen Handlungsebenen sehr harmonisch in der Geschichte ein, dass eine recht schöne neue flüssige Story entsteht, bei die Vampire nur ein Teil ausmachen. Alle Hauptprotagonisten haben ein Geheimnis, das sich über die acht Folgen hin langsam lüftet. Am besten gefällt mir dabei die Franksteinstory.
Die Erdzählweise setzt nicht auf billige Schreckeffekte wo man aus dem Sofa hochfährt und Blutdruck Tabletten nehmen muss, (und wenn sind es Klassiker die man kennt). Im Gegenteil, sie ist erstaunlich ruhig.

Ich bin auf die zweite Staffel gespannt.

Schöne schlechte Mails

In den Letzten Tagen bekam ich verstärkt diese Art von Mails.

Chers citoyens,
Vous recevrez un remboursement d’impôt de Administration des contributions directes du Grand-Duché de Luxembourg.
Cliquez ici pour démarrer le processus

Schön wäre es ja, wenn es denn keine phishing Mail wäre. (seuftz)

Aus reiner Neugier habe ich dann mal nachgeforscht woher die Mail kommt und zu welcher Seite sie führt und wo die gehostet ist. Der Mailserver läuft über eine indonesische Fengshui Seite die bei bluehost gespeichert ist. Die Seite zu der man geleitet wird, wenn man den Link in der Mail klickt, ist dann wiederum bei Godaddy gehostet und heisst punto582(punkt)com. Registriert ist der Name in Venezuela.

So und jetzt erkläre mir mal jemand was Luxemburg mit Indonesien und Venzuela zu tun hat. ❓

Aus für Air

Nein nicht die Band, (die ich übrigens mal persönlich kennengelernt habe) sondern Air TV „l’Autre Télé“. Gestern zappte ich durch die Fernsehprogramme und sah dann plötzlich dass Air sein Programm eingestellt hat.  Auf der Homepage steht:

Après 4 années de diffusion, nous sommes au regret de vous annoncer la fin des programmes de votre chaîne AIR, L’Autre Télé. Nous remercions nos téléspectateurs pour leur fidélité

Der französischsprachige private Sender entstand, wie bei PaperJam zu lesen war „aus der Asche von RTL9“.(RTL9 wurde ein reiner Seriensender und produzierte nichts mehr selbst) Ich finde es schade denn Air TV war sympathisch, wenn auch nicht weltbewegend. Und selbst wenn die Zuschauerquote eventuell stimmen mochte so stimmten die Werbeeinnahmen nicht, was letztendlich zum Ende führte.

Schade, denn somit ist RTL wieder der einziger Fernsehsender in Luxemburg, was ich nicht gut finde. Es haben bereits mehrere versucht in Luxemburg einen zweiten Sender hochzuziehen, ich erinnere an TangoTV, (und ein späterer Ableger davon, dessen Namen mir nicht mehr einfällt) aber vergeblich.  Es gibt winzig kleine Regionalsender (Uelzecht Kanal, Nordliicht, Hesper TV…) die aber nur wenige kleine Beiträge pro Woche haben und auf freiwilliger Basis funktionieren.

Die Diskussion über einen staatlichen Fernsehsender sollte neu entfacht werden.

London

Anfangs der Woche, war ich seit gefühlten 10 Jahren wieder in London. Ich könnte jetzt nachsuchen im alten Blog wann ich das letzte Mal dort war, aber dazu hab ich keine Lust. Ich war gespannt auf das mich erwartete und ob ich London genau so erlebe wie ich Berlin das letzte mal erlebt habe, nämlich mit sehr gemischten Gefühlen. Berlin hat für mich seinen Charme verloren den es noch hatte, als ich öfter dort war und der Liebe wegen viele Monate dort verbracht habe.

Das Gegenteil war der Fall. London hat nichts von seinem Zauber, seiner Hektik, seiner Geschäftigkeit und seiner Lust auf’s Entdecken verloren.  Der Picadilly Circus ist nach wie vor ein ein Trouristenbrennpunkt. Jedoch hat die große Werbewand an Charme verloren. Es sind nicht mehr die schönen Neonwerbeplakate sondern riesige LED Leinwände auf denen alle paar Sekunden eine andere Marke durchflimmert. Die Fassade des Gebäudes dahinter ist dadurch gänzlich verschwunden.
Eine weitere Eigentümlichkeit von London ist die Bewertung von Hotels und die Sternevergabe. Was dort mit 4 Sternen angepriesen wird ist anderswo keine 3 Sterne wert. Die Zimmer sind alle durchweg winzig, es sei den man zahlt gründlich drauf. Ich hatte Glück und fand ein angemessen kleines Zimmer mit Bad in einem älteren Hotel, mit herrlichem englischen Frühstück in Bayswater, direkt neben dem Hyde Park. Mit Bad sollte man immer nachfragen da man sonst sich ein Bad mit mehreren anderen Zimmern auf dem Flur teilen muss. Und das ist für mich in meinem Alter absolut keine Alternative mehr.

Der erste Abend führte mich ins Gielgud Theater.

… heißt das Stück. Es ist übrigens das Stück das letztes Jahr nebenan im Apollo Theater für Aufsehen sorgte als während der Vorstellung das Kuppeldach in den Zuschauersaal krachte. Mit Preisen überhäuft läuft es schon weit über ein Jahr und ist KEIN Musical. Ich hatte von Freunden gehört dass es wirklich sehr gut sein soll. Die Geschichte von Christopher, dem Jungen der am Asperger-Syndrom leidet, ist zu keinem Moment rührselig. Im Gegenteil sie ist lustig, populär und zugleich experimentell. Jedoch fügt sich die Bühne die das Experimentelle ausmacht so gut in die Geschichte ein und gibt (so habe ich es für mich interpretiert) einen Einblick in den Kopf des Jungen.

Der zweite Abend war für ein inzwischen im 63. Jahr laufenden Theaterstück vorgesehen. Jeder sollte irgendwann in seinem Leben dieses Stück gesehen haben da es wahrscheinlich nie verfilmt werden wird, so lange läuft. So hat es die Autorin Agatha Christie es zumindest vorgesehen.

… ist, deswegen aber ein Stück, an die Zeit nicht spurlos vorbei gegangen ist. Es wird, und darauf wird wahrscheinlich sehr geachtet, immer noch so gespielt wie es in den fünfziger Jahren das letzten Jahrhunderts angelegt wurde. Das gibt dem Stück etwas Verstaubtes, Nostalgisches und es kam mir vor, als ob ich einen alten amerikanischen Spielfilm sehen würde. Wenn man sich aber an den Tonfall und die Spielweise gewöhnt hat taucht man ab in die so vertraute Mörderwelt der Agatha Christie.
Wer sich das Stück ansehen möchte sollte auf KEINEN Fall die Wikipedia Seite des Stückes vorab lesen da dort nämlich der Schuldige verraten wird.

London, ich komme sehr bald wieder… versprochen.

Deko bei mir und anderweitig

Auch wen ich vor Kurzem schrieb, dass ich mir wünschen würde Weihnachten wäre schon vorbei, habe ich trotzdem ein wenig dekoriert. Ein kleiner Weihnachtsbaum mit Filzkugeln und Wichtel.

Ein Schaufenster erinnerte mich an meine Kindheit. Dort gab es mitten in der Grande-Rue ein Geschäft mit Namen „Spielzeugparadies“. Es gibt die Kette, immer noch in Deutschland. Die Deko im Schaufenster glich zu Weihnachten sehr der Deko die man zur Zeit bei Tapis Herz sieht. Ich habe ein Filmchen davon gemacht.

 

Das Spielzeugparadies gab jedes Jahr vor Nikolaus ein Katalog heraus der immer wieder zur Bibel von mir und meinem Bruder mutierte. Natürlich schauten unsere Eltern aufmerksam zu wenn wir durchblätterten. Und verschiedenes davon stand dann am Nikolaustag im Wohnzimmer.

Aufgelesen

Ich, wenn auch nicht in aller Öffentlichkeit und auch nicht im Blog, beschwere mich auch bisweilen dass ich wenig Zeit für Dinge habe die mir wirklich Spaß machen. Frau Modeste hat da mal eine grobe Stundenrechnung aufgestellt und wie viel Zeit für was draufgeht. Sehr interessant uns sehr lustig.

Mein Wappentier ist die Wurst.

 

Eine Sünde und Schande

Es war klar dass das kürzlich geschlossene und verkaufte Hotel „Albert I“ umgebaut werden würde. Hier könnt ihr sehen wir das Hotel mal aussah innen und außen. Es sollen Wohnungen dort entstehen. Was ich aber nicht wusste, war das der erst vor wenigen Jahren fertiggestellte Bau völlig niedergerissen werden würde. Eine Sünde und Schande. Gestern und heute befand ich mich nicht weit entfernt davon in einem Hinterhof und musste kopfschüttelnd zusehen wie die Abrisszange in die Wände biss.

Gestern

Heute

Stattdessen entsteht entsteht  dieser scheußlicher Neubau.

Ja sind Sie denn schon in Weihnachsstimmung?

Diesen Satz habe ich heute nacht mehrfach gehört. Irgendwie konnte ich nicht schlafen und ließ mich von den Lokalzeit Sendungen vom WDR berieseln. Jede, aber wirklich jede Stadt hatte einen Reporter auf einem grade eröffneten Weihnachtsmarkt stehen. Und ALLE waren in Stimmung.
Ganz ehrlich wenn ich dieses Jahr dieses Fest der Trauer und Depression ganz umgehen könnte würde ich es sofort tun. Es ist das erste Jahr dass niemand mehr der Familie da ist…

Stattdessen knie ich mich zur Zeit in die Arbeit und schreibe auch an anderer Stelle als im Blog.

Aufgelesen

Gestern bei der Kaltmammsell sehr gelacht:

…[In der U-Bahn dorthin neben einem der Kleinkinder gelandet, deren Lautstärkeregler kaputt ist und die NUR IN BIS ANSCHLAG ERHOBENER STIMME SPRECHEN KÖNNEN, DABEI DAS DEZIBELLEVEL EINES MARTINSHORNS ERREICHEN. Mir so dezent wie möglich die Ohren zugehalten.]…

Woraufhin folgender Kommentar zu lesen war:

Zum Thema Lautstärke bei Kleinkindern. Seit ich über 60 bin-schon seit einiger Zeit – schaue ich die Mütter mitleidsvoll an und sage” oh wie tragisch -ihr(e) Kleine ist Schwerhörig-haben sie einen guten Ohrenarzt? Die sprachlosen Müttergesichter sind immer wieder göttlich.]…

Heute vor einem Jahr

… habe ich sie zum letzten Mal gesehen. Am Tag darauf starb sie. Sie ist so fern und doch so nah. Die Erinnerung an sie fängt an zu verblassen.
Mein Leben verändert sich ohne sie. Sie nimmt nicht mehr daran teil. Die grosse Lücke die sie hinterlassen hat bleibt, doch rückt sie weiter weg. Und ich begreife wieder einmal dass die Zeit unaufhaltsam voranschreitet, unbeugsam, egal wie grausam das Erlebte war.

Ich fand für die Jahresanzeige einen schönen Text von Henry Scott-Holland. Wer ihn lesen mag sollte sich das „Wort“ von heute kaufen.

Einer für Alles

Vor ein paar Monaten schrieb ich schon mal über Katharina Seiser, Journalistin und Herausgeberin über Esskultur.
Nun hat sei ein neues Buch herausgebracht mit dem Titel „Einer für Alles„. Es wird alles in einem einzigen Kochtopf gekocht, gebraten, geschmort…
Als ich bei Amazon einen Blick ins Buch warf, war ich gleich beim ersten Rezept schon begeistert. Das ist genau das Buch für mich und meine Miniküche die zwar über jeglichen Komfort verfügt aber eben sehr klein ist. Wenn ich da mit mehreren Töpfen und Pfannen jonglieren muss wird es sehr eng. Zumal wenn ich mir Gäste einlade ist es jedes mal eine Herausforderung, wenn der Tisch schon fertig eingedeckt ist und diesen nicht mehr als Ablagefläche benutzen kann.

Weitere Berichte folgen wenn ich die einzelnen Rezepte ausprobiere.

Wütendes Wetter


letzte Woche wütete ein Sturm über der Stadt. Ich war sehr in Eile und musste wohl oder über durch den Park laufen, der sehr dunkel und bedrohlich wirkte. Ein Schwall Krähen erhob sich aus dem Bäumen und flatterte durch die Luft ohne sich wirklich formieren zu können.