Zurück nach Luxemburg mit Hindernis

Nach einer sehr unruhigen Nacht in der ich wenig geschlafen hatte, riss mich der Wecker heute morgen aus einem Tiefschlaf. Ich war soweit weg dass ich zu Anfang nicht wusste wo ich war. Doch der Koffer stand schon bereit und konnte mir Zeit lassen zu mir zu kommen.

Ich fuhr mit einer zum platzen gefüllten U-Bahn und S-bahn weit hinaus zum Flughafen. Ich kam auch mehr als pünktlich an. Ich flutschte ohne Hindernisse durch alle Kontrollen. (Darüber sollte ich mal ausführlich schreiben, denn damit das so ohne weiteres von statten geht, bedarf es einiger Vorbereitung.) Um dann aber mit den größten Hindernis konfrontiert zu werden, einer satten zweistündigen Verspätung, durch Nebel. Der Luxairflug kam mit gewaltiger Verspätung an, und da man anschließend nur eine Start und Landebahn bediente, zog sich alles so in Länge, dass ich statt um 13:00 erst kurz nach 15:00 Uhr in Luxemburg ankam.

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Während der langen Warterei fand ich das wunderschöne Puzzle Spiel Samorost 3. Mit einer atemberaubenden Graphik, und lauter kleinen seltsamen Tierchen und sehr viel Liebe fürs Detail.

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Unterwegs über den Wolken machte ich dieses Foto.

Wunderschön von der Ästhetik. Doch es sind die Atommeiler von Cattenom, und das hinterlässt dann einen bitteren Nachgeschmack.

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Am Abend hatte ich dann noch ein Wiedersehen mit meinen drei Damen vom Grill aus den Neunzigern. Wir saßen im Bovary und es war ein vergnügter Abend.

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München Tag 3 – Shoppingausbeute & Beobachtungen

Zugegeben, nach den gestrigen Hochnebel durch den Sonne nicht durch kam, mit eiskalten Temperaturen, war es heute Nachmittag schon fast warm.

Ich ging noch einmal zu Ludwig Beck und kaufte mir das Parfüm, das man mir als Probe mitgegeben hatte. Ich besuchte ebenfalls die 5. Etage mit der Musikabteilung, von der ich schon gehört hatte und die man mir sehr ans Herz gelegt hatte. Sie ist unglaublich. Ich habe schon seit ewigen Jahren keine solche gut sortierte Abteilung mehr gesehen, vor allem was die klassische Musik und Jazz angeht. Um ein Haar hätte ich eine Vynil Platte gekauft, obwohl ich seit Jahren keinen Plattenspiler mehr besitze. Ich versuchte anschließend nochmal mein Glück bei Dallmayr, der tatsächlich nicht so voll war wie am Samstag.  Doch bei den Pralinen musste trotzdem Schlange stehen.

Und hier ein Foto der gesamten Ausbeute von gestern und heute. Ansichtskarten sind übrigens aus dem Buchladen vom Tollwood.

Shoppingausbeute

Abends ging noch einmal zu dem gleichen Italiener bei dem wir schon vorgestern waren. Tarullo’s Osteria ist sehr heimelig und der Besitzer Giovanni ist ein absolutes Unikum.

Noch ein paar Worte zum Hotel Mariandl und seiner Lage. Es ist ein Altbau und Stufen knarzen laut wenn hochsteigt.  Die Zimmer der gehobenen Kategorie ist sehr geräumig. Wer allerdings einen Fernseher braucht hier ist hier fehl. Es gibt keine. dafür hat es aber eine exzellent gutes WLAN.

Zudem ist das Hotel regelrecht umzingelt von Kliniken aller Art. Wenn mir mir was zugestoßen wäre, ich wäre bestens versorgt gewesen. In der Nußbaumstraße gleich nebenan, durch die ich mehrmals ging, um zum Sendlinger Tor zu kommen, befindet sich die Psychiatrische Klinik. Sowohl am Samstag als auch heute Abend hörte ich Musik. Am Samstag war es ein komplettes philharmonisches Orchester zu hören, heute Abend war es ein großer mehrstimmiger Chor. Gehört das etwa mit zur Therapie?? Wenn ja, und sollte ich irgendwann mal so weit sein, dass man mich einliefern muss, bitte nach München.

Es war ein wunderschönes Wochenende. Und das schönste ist ja bekanntlich die Vorfreude. Ich werde im April von Berufswegen wieder hier sein. Es war also nicht zum letzten Mal.

München Tag 2 – Der etwas andere Weihnachtsmarkt.

Ausschlafen, Frühstücken, Bloggen und Internetlesen. In der Reihenfolge verbrachte ich fast den ganzen Vormittag.

In dem kleinen Badezimmer, das ich nebst der Badewanne mitten im Zimmer habe, befindet sich eine Regendusche, die allerdings ein paar Tücken besitzt. Da ich mehr oder weniger zeitgleich mit allen anderen Gästen aus dem Hotel duschte, war es nicht so ganz einfach die Wassertemperatur gleichbleibend zu behalten. Und es geschah das was dann immer geschieht. Ich stand voll eingeseift da, als das Wasser eiskalt wurde…brr. War ja klar.

Gegen 11 wanderte ich hinüber zur Theresienwiese, auf der sich zur Zeit der Tollwood befindet. Tollwood, so habe ich mir sagen lassen gibt es zwei mal im Jahr. Die Wintervariante ist eine Art Weihnachtsmarkt der mal als Alternativmarkt begann.

 

Tollwood
Schon der Weihnachtsbaum aus alten Fahrrädern, verrät dass hier alles etwas anders ist.

Es gibt große Zelte die alle thematisiert sind. So sind z.B. im Tollwood Zelt sämtliche Kunsthandwerksstände untergebracht. Im Hilton Zelt gibt es täglich Shows zu sehen. Im Heimat Zelt ist ein Buchladen untergebracht und es gibt Lesestände und eine große Lesebühne.

Ein Lesestand sah so aus.

 

An einem der Handwerksstände fand ich diese Flaschenöffner…

 

Da bekommt der
Da bekommt der „Einführungspreis“ eine völlig neue Bedeutung!

Das Tollwood nimmt nicht mal ein Drittel der ganzen Theresienwiese ein. Da ich ja noch nie hier war zum Oktoberfest (und auch nie werde) wurden mir aber die gewaltigen Ausmaße des Areals richtig bewusst.

Am frühen Vormittag wurde das Tollwood dann richtig voll und es war kein Durchkommen mehr. Vor allem die monströsen Kinderwagen die inzwischen so groß sind wie Geländewagen,(und wahrscheinlich auch so viel kosten) verstopften sämtliche Durchgänge.  Wenn die Eltern auch noch auftreten wie Platzhirsche, muss ich ganz schnell Land gewinnen, sonst könnte es böse enden…

Später machte ich eine kleine Runde durch die Innenstadt, um zu sehen ob ich mich alleine zurecht finde, da ich gestern der Kaltmamsell wie ein Schaf hinterher trabte, und nicht acht gab, wo wir waren und in welche Richtung es ging.  Dabei entstand dieses Foto.

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Abendessen gab es bei der Kaltmamsell, die mich vorab gefragt hatte, was ich mir denn wünsche. Ich hatte mir ein bayrisches Gericht gewünscht, das ich in Luxemburg nicht an jeder Ecke bekomme. Es gab Schweinebraten mit Krautsalat und Semmelknödel. Als Nachtisch gab es eine Weincreme. Ein Foto davon seht ihr hier. Es war so lecker, dass ich mich überfressen habe….

Und so wackelte ich glückselig und ein wenig beschwipst vom Wein und dem Schlehenlikör, zurück ins Hotel.

Zu Besuch in München

Der Münchner Dom. Sonst glaubt mir keiner dass ich hier war.

Dass es am Freitag nach Mitternacht werden würde, bevor ich ins Bett komme war nicht geplant. Und so saß ich nach nur knapp 4 Stunden Schlaf im Flieger nach München. Zum Glück konnte ich eine kleine Mütze Schlaf in der Luft nachholen.

Ich gestehe, ja, es ist zum ersten Mal dass ich hier bin. Ich hätte vor ungezählten Jahren einmal hier sein können als Teenager, mit der Schultheatertruppe. Aber das ist ein anderes Thema…

Der Flughafen befindet sich soweit außerhalb der Stadt, dass die Münchner sagen, sie hätten überhaupt kein Flughafen. Zumindest war das die Aussage der Kaltmamsell, die ich am späten Vormittag wiedersah. Große Weidersehensfreude.
Das Hotel das ich auf die Empfehlung der Kaltmamsell buchte, ist schon sehr außergewöhnlich, hat aber jede Menge Charme. Das Hotel Mariandl ist ein älterer Bau mit sehr hohen Zimmern.

 

Huch, jetzt sehe ich erst, dass das Foto ein unfreiwilliges Selfie ist. :-)
Huch, jetzt sehe ich erst, dass das Foto ein unfreiwilliges Selfie ist. 🙂 Und ja, die Badewanne steht mitten im Zimmer.

Die Kaltmamsell ließ es sich nicht nehmen mir den Stadtkern von München zu zeigen. Was mir sehr auffiel, und das wusste ich davor nicht, dass München architektonisch eine sehr junge Stadt ist. Richtig steinalte Bauten so wie man sie Luxemburg oder anderweitig sieht, gibt es hier kaum welche. Das lässt die Stadt sehr jung und hip aussehen.
Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen und das Gewusel von Menschen an einem Samstagnachmittag. Es war strahlend schönes Wetter, wenn auch eiskalt. Wir fuhren mit der Christkindltram. Eine Straßenbahn weihnachtlich durchdekoriert, mit Glühwein und ….

ja, Last Christmas von Wham. Das erste Mal dass ich es dieses Jahr höre. Es hatte natürlich zur Folge dass ich das Lied den ganzen Nachmittag nicht mehr aus dem Kopf bekam.

Zum Aufwärmen gingen wir ins Tambosi, ein sehr schönes Café, bei der die Leute sogar bei den eisigen Temperaturen draußen saßen. Ich aß seit ewigen Zeiten mal wieder einen Topfenstrudel.

Abends hatte ich dann die Kaltmamsell nebst Gatten zum Essen eingeladen in ein Restaurant ihrer Wahl. Ein italienisches Restaurant proppenvoll und eng aber außergewöhnlich lecker.

Als wir dann nach einem Absacker im Heim der Kaltmamsell Schluss machten, es war so gegen 10, hatte ich das Gefühl es wäre schon 2 Uhr morgens. Ich sackte wie Stein im Hotel ins Bett.

Gedanken an einem 1. Dezember

Als ich heute morgen wie gewohnt mich durch die einzelnen Posts der Blogger klickte, die ich regelmäßig lese, fiel mir dieses einzelne Bild ohne Text bei Anke Gröner auf.

Die rote Schleife.

Gestern noch hörte ich einen Bericht im Radio, der über die aktuelle Situation in Luxemburg berichtete. Demnach soll die Zahl der Neuansteckungen gestiegen sein. Und es zeigte sich, dass das die Ansteckungszahl der Heterosexuellen gleichauf ist mit denen der Homosexuellen.

Ich selbst dachte an all die Leute die ich in Jahren durch das HIV Virus verloren habe. Ich dachte an eine Zeit in der die Infizierten wie Aussätzige behandelt wurden und man allen Ernstes vorschlug, sie weit weg in Camps zu verbannen. Ich erinnerte mich vor allem an eine Oprah Winfrey Show in der ein ganzer County einen Mitbewohner verjagen wollte.

Ich dachte an einen luxemburgischen Schauspieler P., den ich ganz zu Anfang meiner Maskenbildnerkarriere kennenlernte. Er war damals schon sehr krank und konnte nicht mehr auf der Bühne stehen. Ich dachte an meinen Ex R., von dem ich seit über 15 Jahren nichts mehr gehört habe… Ich weiß nicht wo er wohnt und ob er überhaupt noch lebt…

Ich dachte an Fernsehsendungen und Galaabende in denen Spenden gesammelt wurden. Ich dachte daran wie sehr es die Community der Schwulen und Lesben eine Zeit lang eng zusammenschweißte. Heute merkt man kaum noch etwas von dem Zusammenhalt.

Im letzten Abschnitt müssten Sätze folgen wie ‚Schützt euch‘ oder ‚zieht Kondome an‘.  Da ich aber kein Moralapostel bin möchte dass ihr etwas anderes macht. Gedenkt still all denen, die ihr durch AIDS verloren habt. Denn es sind es wert dass man sie nicht vergisst.

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Foto-,Video-, Link- und Zeitungsausbeute

Fangen wir mit den Links an.

Kennt ihr Chilly Gonzales? Ich weiß auch nicht warum ich nie über ihn geschrieben habe, denn er begleitet mich schon seit einer Weile. Eines seiner Lieblingsalben für mich ist Solo Piano 2. Bis vor ein paar Tagen gab es auf der Soundcloud auch das Live Konzert aus München von 2012. Es wurmt mich ein wenig dass es nicht mehr zu finden ist. Wenn jemand von euch es zufällig downgeloadet hat, (es stand nämlich frei zur Verfügung von Künstler selbst), wäre nett wenn ihr mir das mitteilen würdet. Hier findet ihr eines meier Lieblingslieder des Albuns.

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Heute am ersten Advent fand ich ein Video bei der Kaltmamsell. Es ist so schrecklich dass es schon wieder gut ist.

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Seit Anfang der Woche geht der Lichterwahnsinn wieder los.

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Das letzte Mal als ich auf dem Basar International war, befand er sich noch in der Victor Hugo Halle. Inzwischen ist es so groß, dass es in die Messe Hallen auf Kirchberg umgezogen ist. Gestern war zum ersten mal seit etlichen Jahren wieder da.

Ich erwarb einen neuen Brotkorb aus Burundi, eine Pulle Schnaps und ein Beerensaft aus Island, eine Kiste voll mit Baklava aus dem Libanon, aß ein paar Häppchen mit Lachs, Hering und Fischeiern aus Russland und trank ein Glas Crémant am Luxemburger Stand. Der ganze Basar ist sehr inspirierend und eine Fundgrube für außergewöhnliche Geschenke.

 

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Nachtrag zu den Walfer Büchertagen

„Oh wie schön!“, dachte ich noch, als man mir ein Karton samt einem dicken Abrisskalender in die Hand drückte.
„Ein Kalender fürs Gartenjahr der CSV!“
Ich stopfte das Ding in Tragetasche.
Es fiel mir nicht auf, dass das Logo der CSV ein anderes ist, als das was die konservative Partei in Luxemburg hat.

Kalender

Doch ‚Die gute Saat‘ ist etwas anderes. Es sind Bibelsprüche. Dabei hätte es mir schon auffallen müssen, was eine politische Partei auf den Büchertagen zu suchen hat.
Ach ja. Ich verbuche es unter Vergucker/Versprecher/Verschreiber.

Wenn die Logik sich hinter dem Sofa versteckt

Dieses typisch luxemburgische Nieselregen Wetter der letzten Tage macht mich… Lassen wir das.

Aber genau dieses Wetter, hätte mich am gestrigen Sonntag keinen Schritt vor die Tür setzen lassen. Doch hatte ich eine Verabredung mit der A. Ich habe selten mit jemandem so aneinander vorbei geredet wir mit ihr. Es war fatal und lustig zugleich. Wir verabredeten uns für eine Lesung am Morgen, soviel stand fest und war uns beiden klar. Dabei dachte sie an die „Textes sans Frontières“ in der Bananenfabrik und ich an die Walfer Büchertage. Wir simsten uns auch noch eine Stunde vorab damit wir uns nicht verpassen sollten. Bis wir dann merkten, dass wir an zwei völlig verschiedenen Orten waren.

Ich schlenderte  durch die Hallen der Büchermesse, kaufte die drei neusten der Ausgaben der luxemburgische Reihe beim Kremart Verlag und besorgte mir die erste Ausgabe der wiederauferstandenen Cahiers Luxemburgeois über die ich mich sehr gefreut habe. Ich habe auch sofort ein Abo unterschrieben.

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Jules Werner (Foto) ist Schauspieler und ich habe schon oft mit ihm zusammen gearbeitet. In diesem grandiosen Monolog von Guy Helminger, steht er zu Zeit im Théâtre du Centaure auf der Bühne.

Sofa

Als ich das Foto Anfang der Spielzeit sah, war ich hin und weg und es war mir klar, dass ich mir dieses Stück ansehen MUSS. Der Titel des Posts ist übrigens ein Satz aus dem Stück.

Es kommt nicht all zu oft vor, dass ich mich von einem Text im Theater so einnehmen lasse, und wie versteinert bin. Die Wucht mit der Jules die Figur des Benoît Pleimer spielt und die Intensität des Textes, sind einer der großen Momente im luxemburgischen Theater und man sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Alle Infos und Aufführungsdaten gibt es auf der Seite vom Theater selbst.

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Die Tante, die ein kleines Rätsel war

© Pixabay

Hier wie versprochen der Text den ich für den Word in Progress Abend geschrieben hatte.

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Ich hatte sie bereits im Text Onkel Nicolas erwähnt. Die Schwester die ihm den Haushalt machte und nie geheiratet hat, ist Großtante Gréidi. Da sie die Taufpatin von Tante Gritty war, bekam diese auch ihren Vornamen Marguerite. Doch um beide zu unterschieden, wurde die Nichte Gritty genannt.

Gréidi ist für mich heute immer noch ein kleines Rätsel, da sie, wenn ich zurückblicke, kein eigens Leben geführt hat, sondern immer das der Anderen. Geboren wurde sie 1902 und war die Erste von fünf Geschwistern. Sie ähnelte ihrer Mutter (also meiner Urgroßmutter) wie aus dem Gesicht geschnitten. Auf vielen der alten Fotos sehen die beiden zum Verwechseln ähnlich aus. Ich nehme an, dass sie sich auch im Charakter und Benehmen glichen, zumindest behauptete dies immer ihre jüngere Schwester (meine Großmutter).

Gréidi hat also nie geheiratet. Ich weiß nicht, ob sie je eine amouröse Beziehung mit irgendeinem Mann hatte. Ich denke mir schon, dass es Anwärter gab, doch muss sie alle immer energisch abgewiesen haben.  Meine Mutter erzählte mir einmal warum das so war, obwohl es auch nur eine Vermutung war. Denn den genauen Grund kannte nur Gréidi selbst.  Aber sie sprach nie darüber.

Es war zwischen den beiden Weltkriegen. Gréidi, die keine besondere Schulausbildung genossen hatte, und nur einen Abschluss der Haushaltsschule besaß, wurde als Verkäuferin im Haushaltswarengeschäft entlassen, da die Inhaber nicht mehr so viel Personal halten konnten. Die Urgroßmutter schickte sie zu ihrem Bruder und seiner Frau, hoch oben in den Norden, auf einen Bauernhof, da die händeringend nach einer Magd suchten. An den Bauernhof angeschlossen war ein kleine Dorfkneipe. Gréidi machte sich gut in der Kneipe. So mochte den Kontakt mit Kunden und so wurde ihr dieses Feld weitgehend überlassen. Es muss ihre schönste Zeit gewesen sein, denn sie mochte das kleine Café sehr. Gréidi wurde aber nur saisonal eingestellt und verbrachte die Winter in der Hauptstadt. Als sie den dritten Sommer im Café antrat, war die Frau ihres Onkels schwanger und Gréidi musste wesentlich mehr arbeiten als die Jahre davor, da die Frau  gegen Ende der Schwangerschaft liegen musste.

Es war spät am Abend als die Wehen einsetzten und das Kind zur Welt kam. Die Hebamme kam und Gréidi musste ihr zur Hand gehen.  Es war eine komplizierte Geburt, und die Frau blutete und schrie wie am Spieß. Sie wäre um Haar gestorben. Gréidi war anschließend wie ausgewechselt und kam am Ende dieses Sommer völlig verstört nach Luxemburg zurück. Sie erklärte,klipp und klar, dass sie nie im Leben heiraten würde.  Sie ging nie wieder zurück auf den Hof.

Ihr Bruder Nicolas, der die  Familien Schreinerei übernommen hatte, stellte sie ein, und sie führte ihm den Haushalt. Dies tat sie lange Jahre. Von außen gesehen funktionierten beide wie ein Ehepaar, obwohl sie keines waren. Als Nicolas in Rente ging stellte meine Großmutter sie als Verkäuferin in ihrem Geschäft ein, damit sich noch eine Weile die eigene Rente aufbessern konnte.Irgendwann, als weder Nicolas noch Gréidi alleine zurecht kamen, zogen beide zu meiner Großmutter die früh Witwe geworden war.Großmutter hat später oft erzählt, dass es nicht die schönste Zeit war. Die drei Geschwister stritten sich oft. Ich kann mich erinnern dass Gréidi vorbehaltlos Nicolas immer zur Seite stand, wenn es darum ging Partei zu ergreifen. So war die Konstellation immer zwei zu eins aber nie zu Gunsten meiner Großmutter.

Wenn ich eine Erinnerung an Greídi habe, dann ,dass sie für ihr Leben gern Kartoffeln schälte, Gemüse putzte und den Abwasch machte. Letzteres konnte sich über Stunden hinziehen.  Es war wie ein Ritual. Erst wurde alles vorgespült,  mit Spülmittel hauptgespült und anschließend noch mal mit klarem Wasser nachgespült. Wenn wir auch sonst nicht so viel besaßen; wir hatten zumindest immer sehr sauberes Geschirr.Wenn Gréidi meine Eltern am Sonntag besuchte, war es keine Frage wer den Abwasch übernahm. Ich kann mich noch sehr an ihren entsetzten Ausdruck erinnern, als wir unsere erste Geschirrspülmaschine bekamen. „Bleibt die jetzt?“, fragte Gréidi meine Mutter. „Natürlich bleibt die!“, antwortet sie.“Die geb ich nicht mehr her.“ Aber Gréidi war nicht so glücklich darüber. Sie war eines Rituales beraubt.

Als Nicolas starb, verlor sie einen großen Teil ihres Lebensinhaltes. Sie begrenzte ihren Lebensraum ausschließlich auf die Küche. Man sah sie nie im Garten, oder sonst eine Tätigkeit außerhalb der Küche verrichten. Großmutter sagte oft, dass sie eine Küchenschabe sei. Aber Gréidi fand immer eine Beschäftigung. Sie konnte Stunden lang am großen Topf stehen und Marmelade einkochen oder sich mit einer Näharbeit am Küchentisch beschäftigen. Ich weiß noch, dass ich einmal ein Kostüm für eine Theaterschulaufführung brauchte, und sie eine ganze Nacht lang einzelne Pailletten an ein schwarzes T-Shirt nähte.

Eines Tages sackte Gréidi, während sie am Küchentisch saß, zusammen. Sie wurde noch per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Ich besuchte sie zwei Tage später nachdem sie eingeliefert worden war. Sie lag sehr still da und sah ganz blass und zerbrechlich aus. Ich erschrak, als sie nach einem langen Atemaussetzter plötzlich mehrfach tief einatmete, um dann wieder ganz still zu werden.

Ich sagte ihr Lebewohl.

Noch in der gleichen Nacht starb sie.

Lesen und Zuhören

Die Lesung war eine schöne Erfahrung. Doch am Tag selbst bekam ich noch ein Riesenschreck.

Ich saß beim Frisör meines Vertrauens und dachte an nichts Schlechtes, als mich eine SMS erreichte:
„Ein tolles Foto von dir!“
Nun da gibt es mehrere die ich so umschreiben würde.
Ich schreib zurück: „??? Welches denn?“
„Im Wort… gibt es denn noch mehr?“
Ich lud mir augenblicklich die Tageszeitung aufs Handy und sah das hier.

lesen

So riesengroß war ich noch nicht in einer Zeitung zu sehen. Na ja, zumindest wusste ganz Luxemburg, wo ich an dem Abend sein würde. Und es war wesentlich voller als das letzte Mal (was ich aber nicht mir zuschreibe). Es hatten sich um die 40 Leute eingefunden um uns beim lesen zuzuhören. Ich hatte drei kurze Texte, einer davon den ich extra für den Abend geschrieben hatte. Den könnt ihr ab morgen hier lesen.

Und bei der Gelegenheit habe ich gleich beim einem anderen Leseabend zugesagt, der aber erst im März nächstes Jahr sein wird.

In miesen Zeiten für gute Laune sorgen

Laune

Mit all den Ereignissen die in den letzten Tagen passiert sind, sowohl in der Weltpolitik als auch das Ableben von Leonard Cohen dazu das kalte Schmuddelwetter, hing ich heute den ganzen Tag in den Seilen.  Aber dagegen sollte ich schleunigst etwas unternehmen. Wenn mir etwas hilft dann ist es gute Laune Musik und tanzen.

Probiert es aus! Bei mir klappt das immer. Ich habe euch hier eine Reihe von Songs zusammengestellt, bei denen ich nicht stillsitzen kann. Es sind steinalte sowie neue Sachen dabei. Und wenn ich euren Musikgeschmack nicht getroffen habe, stellt euch selbst eine Liste zusammen, pfeffert den Stuhl in Ecke und legt los.

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Die Geschichte eines Mini Handy im Briefkasten

Mit all dem was ich so in den letzten 14 Jahren gepostet habe, kam mir nie in den Sinn, dass mich mal eine Firma anschreiben würde um etwas zu testen. Dies geschah allerdings schon vor weit über sechs Monaten, wenn nicht noch länger. Ich muss ihnen dabei wohl auch meine Adresse gegeben haben. Wie sonst wäre das Päckchen beziehungsweise der Umschlag in meinem Briefkasten gelandet?

Was mich dann aber am meisten erstaunte war der Inhalt. Es ist ein Handy, ein winzig kleines Card Phone. Ich habe in all den Jahren vielleicht sechs oder sieben Mal über elektronische Geräte geschrieben, und das auch nur wenn ich mir selbst neue Produkte angeschafft habe. Es ist ja nicht so dass ich mich nicht dafür interessiere, aber ich bin kein ‚Tekkie‘ (schreibt man das so?)

Was mich noch mehr erstaunte war, dass kein Schreiben anbei lag, wer dieses Handy denn nun verkauft und für wenn ich das testen soll. Ich habe nämlich anschließend all meine Mails durchsucht inklusive Spamfilter, fand aber nichts. Sehr merkwürdig…

Frage an meiner Bloggerkollegen die das regelmäßiger tun als ich: Ich das immer so? Muss man sich das alles ergooglen?

Die Verpackung sieht aus wie ein kleines Büchlein aus ungebleichtem festen Papier. Ich müsste unweigerlich lächeln als ich es öffnete. Das Handy ist so groß eine Kreditkarte. Hinzu kommt ein kleines Ladekabel. Die kleine Zettel der dabei war, soll eine Bedienungsanleitung sein, beschreibt aber nur wo man die Simkarte einfügt und die Speicherkarte. Es beschreibt aber nicht wie man den Deckel der Rückseite entfernt. Als ich endlich beherzt mit einem Fingernagel am unteren Rand, dort wo sich der Anschluss zum Aufladen befindet, den Deckel hoch heben konnte, konnte ich eine Simkarte und eine TM Speicherkarte einführen . (Lacht nicht, ich hatte beides tatsächlich zur Hand) Es knickste und knackste beim Öffnen und Schließen, dass ich schon Angst hatte ich hätte es kaputtgemacht. Aber dem war nicht so. Uff.

Handy

 

Handy

Schließlich googelte ich nach dem Q1 und fand dann doch so einiges. Es hat sämtliche Funktionen die mein allererstes Handy auch besaß. Das war ein quietschgelbes Motorola in das man sogar noch richtige Batterien stecken konnte. Ich schweife ab…

Es hat eine Bluetooth Funktion um es aber seltsamerweise mit nichts anderem zu verbinden. Ich versuchte mehrfach eine Verbindung mit dem iPhone herzustellen, er fand es auch, nahm es aber nicht an. Das wäre nämlich nicht schlecht gewesen, da man dann zwei verschiedene Nummern auf einem Handy hätte.  Durch die Speicherkarte und das Ladekabel kann man MP3 aufladen und  abspielen. Doch die Bluetooth Funktion wollte meinen Harman/Kardon Lautsprecher nicht annehmen.  Man kann die MP3’s dann nur über den winzigen krächzenden Lautsprecher hören, der darin eingebaut ist. Es hat auch eine Radio Funktion, wenn man ein Headset daran anschließen könnte, es hat aber keine Buchse dafür.

Das einzige was es wirklich kann ist telefonieren und SMS schicken. Als Notfall oder kurzzeitiges Ersatz Handy ist es somit ideal. Zudem kann man es auch mittels einem Knopf an der unteren Seite ganz ausschalten, dass es gar kein Strom verbraucht und ist somit über Monate hin immer voll aufgeladen.

Ich fand schließlich eine Gadget Seite auf der man es kaufen kann. Und siehe da, es ist auch die Firma die Ding geschickt hat! Es kostet 12,58 €. Ein irre Schnäppchen. Ich will nicht wissen was das Ding im Einkauf kostet. Wahrscheinlich nicht mal die Hälfte.

Da mir aber kein Honorar für diesen Beitrag in Aussicht gestellt wurde, werde ich auch nichts verlinken. Danke trotzdem für den Gimmick. Es war für mich ein neue Erfahrung mal über so etwas zu schreiben.

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Die unglaubliche Berg- und Talfahrt eines Tages

Was für ein Tag. Ich hatte die Augen kaum geöffnet, schon flog mir Donald Trump um die Ohren. Das verursachte schon am Morgen diese leichte Ohnmacht, über die ich im letzten Post schrieb.

***

Dann las ich einen interessanten Post über die Verletzbarkeit und Angreifbarkeit im Netz, der mir sehr zu denken gab, auf den ich aber in einem gesonderten Beitrag eingehe. Den Beitrag selbst könnt ihr bei der Kaltmammsell lesen.

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Am Abend hatte ich die bereits angekündigte Chorlesung im Zusammenhang mit einem Info Abend von Handicap International über die aktuellen Kriegsgebiete in Syrien und das systematische Bombardieren von Wohngebieten. Die Lesung im Chor verlief sehr gut und versetzte den ganzen Saal sofort in die adäquate Stimmung auf das was folgen sollte.

Talfahrt

Wir sahen grausame Bilder. Ein Ex-Soldat, der in seiner Militärlaufbahn zahlreiche Blindgänger und Tretminen entschärft hat, schilderte uns welche Bomben und Raketen welchen Schaden anrichten, und zeigte uns ebenfalls mit einem Beispielfoto was dann noch vom Stadtkern Luxemburgs übrig bleiben würde.  Marc Angel, der als Regierungsstellvertreter eingeladen war, sagte gleich zu Anfang einen wichtigen Satz. Er sei nicht nur als Politiker hier sondern auch als Mensch, den solche Bilder auch nicht ungerührt lassen. Er könne die Ohnmacht verstehen und nachvollziehen doch sei es der falsche Schritt ihr nachzugeben…

Ich konnte (und wollte) nicht länger bleiben, denn ich hatte mir für den Abend noch etwas anderes vorgenommen.

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Nachdem eine Freundin mir heute morgen abgesagt hatte und ich niemanden als Ersatz fand, ging ich alleine zur Soirée Parisienne ins Annexe.  Pech für die, die es verpasst haben, denn der Abend war großartig!

Das Menü

Zu jedem Gericht gab es einen ausgewählten Wein des Sommeliers Nils Toase.

In den zwei folgenden Fotos, ist das Gericht schon leicht angefressen. Sorry, ich hatte Hunger.

 

Ganz besonders gut schmeckte mir das Seezugeinfilet, das ich gerne nochmal essen würde, und bat sie das Gericht auf die reguläre Karte zu setzen.

 

 

Und wer mir nicht glaubt dass die Annexe Boys alle im Retrolook heruasputzt waren mit echtem Schnurrbart inklusive, hier der Beweis.

François mit seiner Frau Fleur

 

Es war der beste Abschluss für diesen doch sehr holperigen Tag. Ich ging beseelt nach Hause trotz des eiskalten Schmuddelwetters.

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Und da ist es wieder wieder

 

…dieses Gefühl das ich auch bei den Anschlägen von Paris und Brüssel hatte. Doch dieses Mal ist es nicht aufgrund eines Anschlages sondern einer Wahl. Und jetzt folgt ein Abschnitt den ich schon einmal geschrieben habe.

[…dieses diffuse Gefühle der Angst, das ich nicht richtig zu deuten weiß. Das ich an nichts festmachen kann.]…[Vor ein paar Jahren noch wäre ich bei einer solchen Meldung sofort vor den nächst besten Fernseher gesprungen, um mir anzusehen was da los ist. Doch ich saß nur still da lauschte dem Radio und wollte keine Bilder sehen. Es reichte mir dass ich hörte was dort passierte. Ich fühlte mich ohnmächtig]…[Ich bin kein Held und auch kein Intellektueller, doch so wie viele andere auch, stelle ich mir Fragen.
Was läuft da schief?…]

 

 

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Ein bisschen Politik am Sonntag

Politik

Ich versuche das Thema Politik weitgehend aus meinem Blog zu halten. Sei es jetzt die Landespolitik ganz allgemein oder die Kulturpolitik, bei deren Entscheidungen es mich bisweilen ja auch trifft.

Doch las ich gestern ein Bericht im New Yorker über die Gründe von  Erstlingswählern warum sie Hillary oder Donald wählen. Oder auch Jill Stein der Green Party (von der man in Europa gar nichts hört) die vom Prozentsatz aber nicht ins Gewicht fällt.

Da wäre z.B. ein Bauarbeiter aus Colorado, der folgenden Grund angibt.

… but everyone I work with on the bridge is going toward Donald Trump, and, honestly, the main reason for it is because of the Second Amendment. For me, that’s a big thing. We hunt, and that’s how we survive. That’s our food. And if you take the guns away that’s going to be taking away food. We usually go during October. We usually get lucky and get five elk and four deer, and we split it up. The meat lasts a year and the next year comes and we do the same thing over. We use it for everything—we have steaks, we have ribs, we have hamburger.

Oder ein Student aus Iova:

… The one thing that I really like about Donald Trump is how he’s not afraid to just go for it. He’ll say whatever comes on his mind and he won’t hold back, and I like that, especially when it comes to the anti-political correctness, because I think we need to start as a country addressing our problems head on.

Lest den ganzen Bericht, ich habe mehr als einmal den Kopf geschüttelt.

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Fotoausbeute & die anonyme Meinung.

Dieses Foto machte ich kurz nach 18:00 Uhr im Paname. Es wird früh dunkel inzwischen.

Aber mit einem leckeren Gin Tonic lässt sich alles überstehen…

Neben der eigenen Lesung die am 15. November sein wird,(ihr kommt ja alle, gell ?) werde ich eine weitere Chorlesung im MUDAM haben, am 9.November. Es ist ein ein Auftragsprojekt meiner befeundeten Nachbarin. Es ist die Lesung eines Gedichtes mehrstimmig im Auditorium des Museums, für Handicap International. Heute hatten wir unsere erste Probelesung, und die verlief recht gut. Mehr Infos bekommt ihr hier.

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Mein bloggender Namensvetter Joël twitterte man sollte ihm doch bitte etwas nettes über Tellonym schreiben. Tellonym ist eine Seite in der man Leuten Dinge sagen kann, sei es Geheimnisse oder Geständnisse oder gar eine Liebeserklärung, und man bleibt anonym.  Und ich muss sagen, dass ich das eine super Idee finde!
Ich habe mich jetzt dort auch angemeldet, und ihr könnt mit jetzt unter folgendem Link eine völlig anonyme Nachricht schicken.
Na, dämmert es langsam?  Völlig anonym? Was gibt es denn sonst noch außer Nettigkeiten und Liebeserklärugen? Na klar,  Frechheiten! Man kann hier ebenfalls jemandem richtig die Meinung sagen, wir Gott verdammt Scheiße man jemanden findet, sei es wegen seiner Meinung, seinem Aussehen oder seiner Einstellung.
Ja, ich finde das super!Ich bin der Meinung, jeder Politiker sollte dort ein Konto haben. Endlich gibt es ein Sprachrohr zum Dampfablassen ohne Konsequenzen. Manchen mag es ja anschließend besser gehen.

Also bitte, legt los. Keine Scheu. Ich bin in all den Jahren einiges gewohnt.

Hier könnt ihr loslegen.

 

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Warum Picasso heute wichtig war & Fotoausbeute

In diesem Post braucht jedes Foto eine Erklärung.

Für Halloween, fragte mich eine Journalistin einer Wochenzeitung ob ich sie nicht zurecht machen würde. Ich sagte zu, obwohl ich solche Aufträge nur bedingt annehme. Es wurde ein lustiger Abend, an dem ich die Journalistin und eine Freundin umwandelte. Eine Photographin war ebenfalls zugegen und lichtete die ganze Transformation ab. Es soll in der nächsten Ausgabe erscheinen. Dabei soll es um die Lust und Kunst der Veränderung gehen…

Dieses „mir kann keiner & ich bin wer“ Foto entstand dabei.

Helloween

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Warum Picasso heute wichtig war, hat zwei Gründe.
Zum einen habe ich heute nach längerem Hin und Her, einen Urlaub über die Weihnachtsfeiertage gebucht. Ich werde vom 24.-28. in Barcelona sein. Es fing damit an, dass ich den festen Entschluss gefasst hatte, an den Feiertagen nicht in Luxemburg zu sein. Es ist das erste Weihnachten an dem gar keine Familie mehr da ist. Ich sollte mit einem Freund und dessen Mutter in einem Wellness Hotel verbringen. An meinem Geburtstag sagte noch ein weiterer Freund zu, der ebenfalls seine Mutter mitbringen wollte. Am Ende sprang der erste Freund ab, der er keinen Urlaub bekam, und von dem zweiten Freund wollte die Mutter nicht, wegen der Katze. Also blieb nur noch der zweite Freund übrig. Der zögert die Chose aber seit fast drei Wochen hinaus und meldet sich nicht, dass es mir jetzt zu bunt wurde. Ich wollte und konnte nicht mehr warten, allein schon wegen der steigenden Preise. Fatzit: ich werde, so wie es jetzt ausschaut, alleine fliegen. Das Hotel dass ich gebucht habe, heißt übrigens „Picasso“.

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Picasso

 

Zum anderen besichtigte ich die neue Ausstellung im Cèrcle „Picasso et les Animaux“ in der es um seine Zeit in der französischen Stadt Vallauris ging, als Picasso sich mit vorrangig mit Keramik beschäftigte. Die Vase aus der Ausstellung, die auch auf dem Plakat zu sehen ist, wird zur Zeit auf satte 3 Millionen geschätzt.

Der Führer der Ausstellung machte für mich eine Ausnahme, (er schien mich auf Anhieb sehr zu mögen) und gab mir allein zu Beginn eine kleine Einführung über das was in der Ausstellung zu sehen sei. Als ich anschließend wieder aus der Ausstellung heraus kam, stand er wieder da, (ich vermute dass er ein „little crush“ hatte) und fragte mich wie die Ausstellung denn gewesen sei. Irgendwann, mitten im Gespräch meinte er, er versuche schon die ganze Zeit zu entziffern was auf meinem Hemd stehen würde. Ich konnte es ihm nicht genau sagen, da ich selbst beim Kauf nicht so sehr darauf geachtet hatte. Später machte ich eine Nahaufnahme davon.

Dasigual
Learn Passionatly Curious Extreme Happiness Desigual

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Als ich später am Abend über die Passerelle nach hause ging, war der neue Skater Park so grell wie ein Fußballstadion beleuchtet, was mir zum ersten Mal auffiel. Um ein Foto zu machen, schob ich das Handy behutsam durch das neue errichtete Gitter hindurch, und hatte ein bisschen Bammel, dass es mir aus Hand rutsche würde. Was tut man nicht alles für ein schönes Foto fürs Blog.

Skater Park

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Eine Weinprobe im benachbarten Ausland

„Hättest du Lust mitzukommen zu einer Weinprobe bei der M. zu hause, am Abend?“, fragte die befreundete Nachbarin am Samstag. Da sie früh am morgen anrief und ich noch nicht so ganz fit war, war ich mit dieser Frage leicht überfordert. Doch ich sagte zu und sollte es nicht bereuen.

Die M. wohnt im benachbarten Ausland, in Belgien in einem winzigen kleinen Dorf eine knappe halbe Stunde entfernt. Ich kenne die M. jetzt nicht sooo gut als das ich sie jetzt zu meinem engeren Feundeskreis zählen würde. Doch war sie, meiner Nachbarin zufolge, hellauf begeistert, dass ich mitkomme.

Weinprobe
Das Haus der M. hat im Untergeschoss keine Türen und der Eingangsbereich, das Wohnzimmer, das Esszimmer, der Wintergarten und die Küche gehen alle nahtlos ineinander über.

 

Weinprobe
Man merkt dass man bei Weinkennern zu Gast ist und das sieht auch in der Deko der Terrasse.

 

Wir erschienen dort kurz vor acht. Es waren schon andere Gäste eingetroffen und es herrschte eine ausgelassenen Stimmung. Ich lernte M.’s Mann kennen und noch weitere Freunde von ihr. Durch die Weinprobe führte der Winzer Christian mit seiner Gattin aus dem Languedoc aus der Vallée de l’Orb, der seine 3 Weine anbot. Ein Chardonnay, ein Rotwein und ein Roséwein. Er erzählte uns viel von seinem kleinen Weingut und dass er ein Quereinsteiger ist, der sich nach langen Jahren der Bürotätigkeit dazu entschloss, seinen  erlernten Beruf, als Oenologe auszuüben. Es stellte sich heraus, dass er ein guter Freund von der M. und ihrem Mann ist, und regelmäßig hier in der Gegend zu Besuch sei. Zudem gibt es auf dem Weingut ein paar Gästezimmer und eine Ferienwohnung.

Der Chardonnay schmeckte mir gut, weil er nicht so voll und üppig war, wie man ihn sonst aus dem Süden kennt, sondern eher mineralisch war. Der Roséwein war der Knaller. Ich war sehr versucht davon ein paar Flaschen kaufen, doch leider hatte er keine Flaschen zum Verkauf dabei, da er bereits alle verkauft hätte. Die Flasche die wir zur Verkostung bekamen, stammte aus dem Weinkeller der M.  Der Rotwein war eine Mischung aus Merlot, Gernache und Syrah.

Ich beschloss kurzerhand nächstes Jahr im späten Frühjahr  bei dem Winzer Christian und seiner Frau Séraphine vorbeischauen. Als ich mich eben durch seine Seite klickte, war der Entschluss noch fester, denn es ist ein sehr schönes Anwesen.

Domaine La Grange de Philip

 

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Eine Tour vom Kirchberg ins Pfaffental / Vauban Wanderung

Solange das Wetter so schön bleibt, sollte man unbedingt davon profitieren und den Vitamin D Gehalt steigern. Heute eine andere Tour, die ich anfangs nicht geplant hatte weil ich ins Kino gehen wollte. Ich wollte mit Dr. Strange ansehen, doch als ich im Kino ankam sah ich dass nur die Deutsche Version lief anstatt die VO. Letztendlich war es mir recht, denn bei dem schönen Wetter…

Hier also eine Tour vom MUDAM am Fort Thüngen vorbei hinunter ins Pfaffental. Es ist ein Teilstück der Vauban Wanderung in 13 Bildern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vauban
Der Pfaffental Lift den ich hier beschrieben habe.

Vauban

 

Vauban

 

Paname
Und zum Abschluss gab es eine schöne Tasse Kaffee im Paname.

 

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Meine erste Lesung seit Jahren

Gestern wurde es öffentlich .
Ich hatte es schon letztens in einem anderen Beitrag erwähnt.
Ich werde am 15. November bei ‚Word in Progress‘ lesen!

Word in Progress ist ein Abend an dem ein richtiger Austausch zwischen Zuschauer und Autor stattfindet. Jeder der drei Schriftsteller liest für ungefähr 15 Minuten lang. Anschließend gibt es eine Diskussion über das Gehörte mit dem Publikum, die von einem sogenannten ‚ Henker‘ geleitet wird. Es ist also nicht so schlimm wie in Klagenfurt beim Ingeborg Bachmann Preis, wo der Schriftsteller sich nicht verteidigen, sondern nur still zuhören kann,  wie sein Text hochgelobt und/oder zerrissen wird. Zudem war ich ja auf dem Abend im Oktober, und das Publikum war sehr wohlwollend.

Mit mir lesen noch Elise Schmit und Sandrine Hoeltgen.

Meine Texte sind bereits ausgesucht. Es sind drei Stück. Einer steht bereits, einer wird noch umgeschrieben, und einer ist noch nicht ganz zu Papier gebracht.

Word in Progress- 15. November/20:00 – Ratelach/Kulturfabrik Esch – Eintritt frei

Ich freue mich euch dort zu sehen.

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re:pulica 2017

Was ich letztes Jahr verpasst hatte weil ich nicht schnell genug war, habe ich dieses Jahr bekommen. Ein early bird Ticket für die re:publica, das empfindlich billiger ist, als ein normales Ticket. Zudem haben sie das Festival zeitlich etwas nach hinten geschoben, das mir sehr zuvor kommt. Es findet diesmal vom 8.-10.Mai statt.

Ich kann nur sagen, dass die letzte re:publica 2016 mir viele neue Ideen gebracht hat. Es war vor allem die Erkenntnis, dass ich aus meinem Blog noch so viel mehr rausziehen kann, als nur ein Zeitvertreib in meiner Freizeit. Und es haben sich daraufhin ein paar neue Türen geöffnet, über die ich aber noch nichts sagen kann… Wenn sich was tut, werdet ihr es hier im Blog erfahren.

Hat eigentlich jemand Lust mitzukommen nach Berlin?

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Eine Reise tief in den Untergrund

Gestern Abend hatte ich die Gelegenheit die neueste Kreation „Terminus“ von Maskénada zu sehen. Gleich vorab, es ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art und ein absoluter Knaller, wenn man sich im Geist darauf einlässt. Ich hatte mehrfach Gänsehaut.

Multitalent Misch Feinen und die Bühnenbildnerin Anouk Schiltz haben in der stillgelegten Erzmine in Hussigny-Godberange eine Installation erschaffen, die sich mit der Arbeit und dem Leben der Minenarbeiter auseinandersetzt.  Eine Wanderung führte mich tief in die Mine hinein, weit abgeschnitten vom Rest der Welt. Nichts wird didaktisch erklärt, im Gegenteil, es läuft alles in einer großen Ruhe ab. Und gerade diese Ruhe lässt es um so eindringlicher werden. Die eingespielten Töne, Geräusche und Musik hallten durch die weiten Gänge und begleiteten mich von einer Installation zur nächsten.

Gerne würde ich euch hier noch weitere Fotos zeigen von dem was ich gesehen habe, doch würde ich euch den Spaß verderben es selbst zu entdecken.

Ihr solltet festes Schuhwerk und einen warmen Mantel oder Jacke anziehen. In der Mine herrschen nämlich Sommer wie Winter nur 11 Grad bei einer höheren Luftfeuchtigkeit. Und haltet euch ran um euch für die Tour anzumelden. Die Anzahl der Leute pro Tour ist stark begrenzt und so viele Führungen wird es nicht geben.

Alle weiteren Infos  zur Anmeldung  gibt es auf der Seite von Maskénada.

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Medizin für triste verregnete Montage

Da ich heute keinen Außenauftrag hatte und keine Besprechungen, beschloss ich Papierkram zu erledigen, weil es an verregneten tristen Montagen nichts besseres gibt um die Stimmung zu heben.  Wer nicht verstanden hat, dass der vorige Satz Ironie pur ist, ist hier falsch.

Und während ich unter leisem Stöhnen eine Rechnung nach der anderen überwies, viel mir ein, dass Thierry ein Hinweis auf eine Radioshow der BBC hinterlassen hatte.

Cabin Perssure mit u.a. Benedict Cumberbatch.

Gesucht, Gefunden. http://amzn.to/2en3Swr

Die Show rettete mir den Montag Morgen. Ich bin so oft in schallendes Gelächter ausgebrochen wie schon lange nicht mehr.

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Vom Umgang mit Erinnerungen und Souvenirs

©Pixabay

Gestern berichtete die Kaltmamsell von einem T-shirt.

(Jetzt, wo ich es fotografiert habe, kann ich das T-Shirt eigentlich endlich ausmisten; ich trage es nie.)

In mehreren Kommentaren bat man sie es doch nicht wegzuwerfen, es sei doch so ein schönes Souvenir…

Das regte mich zu diesem Beitrag an. Ich habe lange überlegt wie ich dieses Thema angehen könnte, da ich eigentlich auch immer jemand war, der alles hortete, so wie alle in meiner Familie und durch Lebensumstände dazu gezwungen wurde, es nicht mehr zu tun. Aber dazu komme ich noch.

Vor vier Jahren noch, lebte ich im Haus meiner Großmutter (die damals aber schon nicht mehr dort wohnte sondern bei meiner Mutter in einem Bungalow ohne Treppen). Ein riesiges zweistöckiges Haus mit einer großen Essküche, drei Wohnzimmer, zwei Badezimmer, vier Schlafzimmer, zwei Mansarden, zwei Speicherräume, ein Heizungskeller, eine Garage und ein Verschlag mit zwei Etagen. Jetzt lebe ich in einer Wohnung mit 25 m3.
Um von diesem Riesenhaus in eine winzige Wohnung zu ziehen, war es nötig, sehr sehr sehr viel Krempel loszuwerden. Es fing damit an, dass ich nichts an Möbeln in die neue Wohnung mitnahm. Drei Kleiderschränke zum bersten voll, reduzierte ich runter auf einen. Meine gewaltige CD Sammlung digitalisierte ich größtenteils auf zwei mobile Festplatten. Die Vinylplatten Sammlung wurde komplett verkauft. Das einzige was ich mitnahm, waren die Fotoalben, sämtliche Bilder an den Wänden und eine kleine Reihe ausgewählter Bücher.

So lernte ich zum ersten Mal in meinem Leben richtig zu entrümpeln, und ich muss sagen, dass es mir sehr gut getan hat. Manchmal gibt es winzig kleine Momente in denen ich ein paar Dingen nachtrauere, und bedauere dass ich sie nicht mitgenommen habe. Letztens war es der große gusseiserne Topf der Großmutter.
Doch insgesamt war es die größte und wichtigste Entscheidung in den letzten Jahren, so als ob ich damals schon einer inneren Stimme gefolgt wäre, die mich davor schützte was danach kommen sollte.

In den letzten Jahren starb alles dahin was ich noch an Familie besaß. Ich musste zwei Häuser und eine Wohnung ausräumen und bin zum Teil immer noch dabei. Das Haus der Großmutter ist seit einem Jahr verkauft und abgerissen, weil dort ein Appartementhaus entsteht. Das Haus der Mutter ist soweit leer, es müssen nur noch die Entrümpler kommen. Dort habe ich auch lediglich die Fotoalben, die Super8 Filme meines Vaters (die inzwischen digitalisiert sind) und die Ölbilder der Großmutter väterlicherseits behalten. In der Wohnung meiner Tante war ich noch rigoroser. Dort sind es lediglich die Fotoalben, die ich aber schon zum Großteil aussortiert habe.

Ich habe mich schon oft gefragt wie es um mich stünde, hätte ich damals diesen Schritt von Haus in meine jetzige kleine Wohnung nicht getan. Ich wäre wahrscheinlich in all dem Mobiliar, Souvenirs und Erinnerungen erstickt. Erstickt an Erinnerungen, die nicht die meinen sind, sondern von Verstorbenen. Erinnerungen die mich den Rest meines Lebens in der Vergangenheit festgehalten hätten.

Versteht mich nicht falsch. Des Ausräumen von Häusern und Wohnungen von Menschen die man liebte, ist eine schwersten Aufgaben die man je auferlegt bekommt. Und ich versuchte, es nie alleine zu tun, was aber nicht immer möglich war. Ich bin oft unter Tränen zusammengebrochen, dass ich nicht weiter machen konnte.

Mein Aufruf an euch alle :
Hinterlasst euren Liebsten so wenig wie möglich an Kram und Zeug und entrümpelt regelmäßig sämtliche Schränke und Dachböden. Ihr werdet viel freier im Kopf werden, und euch Luft und Platz für neue Ideen schaffen.  Die Nachfahren werden es euch danken. Denn Erinnerungen und Souvenirs sind nicht materieller Art, sondern im leben im Kopf und im Herzen.

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Bilder der letzten Tage , ein Restaurantbesuch und Sonstiges

Vor ein paar Tagen schon, als es draußen richtig anfing kalt zu werden, und der Kühlschrank nichts hergab, ging ich hinüber in die rue Adolphe Fischer ins Restaurant Athena.

Die Straße in der in diesem Teil nur Wohnhäuser stehen, ist nur spärlich beleuchtet, doch dazwischen befindet sich eine kleine hell erleuchtete Insel. Das Athena ist ein griechisches Restaurant, von denen es in Luxemburg nur wenige gibt. Bei Tripadivisor steht es zur Zeit auf Platz 5!!! Innen taucht man in eine komplett andere Welt ab. Lustigerweise sagen alle das Gleiche die mitkommen: „Ich komme mit vor als ob ich gar nicht im Luxemburg wäre, sondern irgendwo im Süden.“ Die Speisen sind reichlich und lecker und man sollte großen Hunger mitbringen. Sehr zu empfehlen ist das Kleftiko. Preislich ist es für Luxemburg schon fast günstig.

 

 

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Ein Marienkäfer verirrte sich gestern in der Wohnung. Er krabbelte halb erfroren auf der Gardine umher und wollte später nicht mehr von meiner warmen Hand weichen. Marienkäfer im so spät Oktober?

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Ein Kaffee im Vis-a-vis.

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Sage mir was du dir ansiehst und ich sage dir

…was ich mir ansehe.

Durch den vorigen Post kam mir die Idee eine Liste zu erstellen war für Serien ich mag. Dabei dachte ich auch an die Serien die ich als Kind und Jugendlicher sah. Hier also meine Top 10, wobei ich betonen möchte, dass die Reihenfolge willkürlich ist.

 

1. Mad Men
Für mich eine der schönsten Serien seit jeher. Im Nachhinein betrachtet gibt die Storyline nicht so sehr viel her, doch ist es die Entwicklung der Charaktere, die präzise Darstellung einer Epoche, mit Ausstattung, Kostümen, Frisuren und all die gesellschaftlichen Konventionen und Bräuche, die es Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre gab.

 

2. Miss Marple (mit Joan Hickson)
Als die Serie zum ersten Mal in den 80ern im ZDF lief, war ich hin und weg davon, weil ich bis dato nur die Darstellung von Margret Rutherford kannte. Die Miss Marple die Agatha Christie in ihrem Büchern beschreibt, ist eine ganz andere als die Rutherford Figur, und Joan Hickson kommt ihr, meiner Meinung nach, bis heute noch immer, am nächsten.  Bis auf eine Folge, in der die Autoren sich zu viele Freiheiten erlaubt haben, sind die Geschichten identisch mit den Büchern.

 

3. Twin Peaks
(hierfür bitte den vorigen Post lesen)

 

4. Keeping up Apperneces
Wer die nicht Serie nicht kennt, ist selber Schuld. Patricia Ruthlege spielt die Hauptrolle in dieser Sitcom aus den 90ern. Sie spielt Hyacinth Bucket, (ausgesprochen Bouquet) eine Frau der englischen Mittelschicht , die um jeden Preis mit den Großen mithalten möchte und immer versucht, auch in den schlimmsten Momenten die Haltung zu wahren. Das führt zu den komischsten Situationen, bei denen ich heute noch quietsche vor Vergnügen.
2016 bestätigte die BBC dass es ihre meist verkaufte Serie ins Ausland sei.

 

5. Waiting for God
In einem ähnlichen Stil wie Keeping Up Appaerences, geht es in dieser Sitcom um zwei ältere Herrschaften im Altenheim Bayview, dargestellt von Stephanie Cole und Graham Corden. Sie, eine frühere Fotojournalistin, die rücklings aus Hubschraubern hing um Fotos in Kriegsgebieten zu machen. Er, ein einfacher Büroangestellter, der in seine Phantasiewelten abtaucht in denen er sich für ein Filmstar hält. Und als Zimmernachbarn stellen sie das Altenheim bisweilen gehörig auf den Kopf.

 

6. Commissaire Maigret (mit Bruno Cremer)
Als ich ein kleiner Junge war, schauten wir alle gemeinsam immer Commissaire Maigret im Fernsehen. Es war eine der seltenen Serien die die ganze Familie von dem Bildschirm versammelte. Damals spielte der Zirkusdirektor Jean Richard den Kommissar und das von 1967 bis 1990. Ab 1991 begann dann eine komplett neue Verfilmung der Bücher von Geroges Simenon mit Bruno Cremer. Zwei davon wurden in Luxemburg verfilmt und ich hatte das Glück bei dem zweiten Film 2002 mitzuarbeiten und Bruno kennenzulernen. Meine Mutter war damals völlig aus dem Häuschen, als ich ihr ein Autogramm von ihm mitbrachte. Auf einem Seriensender aus Frankreich wurden vor kurzem viele der Folgen wiederholt und ich war hell auf begeistert.

 

7. The Golden Girls
Zu der Serie muss ich nicht viel sagen. Jeder wird sie kennen. Der Disney Channel strahlte sie vor eine Weile aus und wenn ich beim rumzappen darauf stieß blieb ich immer hängen.

 

8. The Big Bang Theory
Ich muss gestehen dass ich ein Spätzünder für diese Serie war. Das kommt daher, dass ich mir keine kommerziellen Sender mehr anschaue und das seit weit über 10 Jahren. Somit ging sie ziemlich spurlos an mir vorbei. Mein Ex war ein Reisenfan der Serie und ich schaute mir auch ein paar Folgen auf Deutsch an, doch konnte ich ihnen nichts abgewinnen. Erst als ich die Serie auf Netflix in OV anfing, sprang der Funke über.

 

9. Sherlock
Ja ich gestehe,ich bin eine Cumberbitch. Aber das auch nur wegen Sherlock. Ich habe mir letztens eine andere Serie mit Benedict Cumberbatch angeschaut und war weitaus weniger begeistert von ihm.

 

10. The Avengers
Nein, nicht der Comic, sondern die Serie die in deutsch ‚Mit Schirm, Charme und Melone‘ hieß, auf französisch ‚Chapeau Melon et Botte de Cuir‘. Vor einigen Jahren zeigte Arte die komplette Serie, sogar mit den Folgen noch vor der berühmten Emma Peel, die davor auf dem Kontinent unbekannt waren.

 

Vielleicht ist euch aufgefallen dass sehr wenige Serien neueren Datums dabei sind. Das hat kommt daher, dass viele davon mich absolut nicht ansprechen. Es gibt selten welche die ich mir immer wieder ansehen kann. Game of Thrones zum Beispiel hat mich nie begeistert. Penny Dreadfull war zwar wunderschön, und ich habe auch mehrmals davon im Blog berichtet, aber ein zweites Mal werde ich sie mir nicht anschauen. Überhaupt alle übernatürlichen Storys hauen mich nicht mehr vom Hocker, sie langweilen mich eher.

So und jetzt seit ihr dran. Schnappt euch das Thema und stellt eure Liste zusammen. Entweder hier in den Kommentaren oder in eurem Blog, egal. Ich bin gespannt.

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Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit: Twin Peaks

Als ich heute morgen erwachte nach einer ziemlich unruhigen Nacht, (das passiert immer wenn ich am Abend davor ein Cognac getrunken habe) war dieser Beitrag im Kopf so gut wie geschrieben.

Da wir jetzt auf die kalte Jahreszeit zusteuern, sollte ich mich langsam vorbereiten, mit was ich mich an den kalten Abenden zu hause beschäftigen will. Ich träumte in der Nacht von Laura Palmer, die schönste Leiche die jemals im Fernsehen gezeigt wurde. Laura Palmer war eine Figur aus der Fernsehserie Twin Peaks von David Lynch. Ich hatte mir letztes Jahr die neu aufgelegte Blu-ray Box gekauft, die dazu auch noch wunderschön gestaltet ist. Die Box vermittelt schon beim Öffnen durch ihre Aufmachung genau die Stimmung die ich damals verspürte als ich die Serie im Fernsehen sah… Aber angesehen habe sie sich noch nicht.

Es war in meinem früheren Leben als Friseur, und ich hatte meine erste Arbeitsstelle nach der Ausbildung angetreten. Jede Woche fieberten wir der nächsten Folge entgegen. Meine große Liebe für Krimi und Mystery  wurde mit den irrsinnigsten Verschwörungstheorien gefüttert. Ich diskutierte heiß und innig mit Freunden im Café „Philo’soff“ über jede Möglichkeit wer der Mörder von Laura Palmer sein könnte.  Wir wollten unbedingt mal einen Abend veranstalten, an dem es Kaffee und Pie geben sollte. Doch es kam nie dazu.

Ich kann mich noch an den Abend erinnern an dem endlich der Mörder entlarvt wurde, war ich so erschüttert, dass ich nicht zu hause bleiben konnte. Ich traf mich mit Freunden in unserem öffentlichen Wohnzimmer, dem „Philo’soff“. Alle schauten so verdattert drein wie ich.  Sat1 leakte damals die Auflösung Wochen davor im Teletext. Wir hatten alle den Leak ignoriert.

Als bis feststand wer der Mörder war, ging die Serie ob ihrem großen Erfolg weiter, und weil das Motiv des Mörders nicht klar war. Viele meiner Freunde schweiften ab, doch ich blieb eisern an der Serie dran. Irgendwann schmiss RTL (damals noch PLUS) die Serie aus dem Programm. Ich weiß sogar noch dass ich damals die letzte Staffel nicht zu Hause nicht sehen konnte weil wir den Sender (TELE5) nicht mit der Gemeinschaftsantenne empfingen. Ich ließ mir die Folgen auf Videokassetten aufnehmen, vom Bruder einer Arbeitskollegin.

Und so werde ich mich demnächst auf die Suche nach einer verlorenen Zeit begeben, obwohl ich weiß, dass es nicht mehr so sein wird wie damals…

PS: Im Sommer 2017 soll die Serie voraussichtlich weitergehen.

Nachtrag 19.10.2016:
Und als ob ich es gespürt hätte, kam gestern dieser Tweet von Showtime. Ich hab gerade Gänsehaut.

https://twitter.com/Showtime/status/788379504255246336

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Brot backen für Dummies

Ach ja…
Ich habe es schon so oft versucht und bin häufig daran gescheitert. Mein Großvater, der Bäckermeister war, würde sich im Grab umdrehen. Der Ehrgeiz verbietet es mir natürlich davon im Blog zu berichten. Doch kann ich jetzt den ersten Erfolg zu verbuchen. Zugegeben die Brotmischung ist so kinderleicht zuzubereiten, dass auch ich es hinbekomme. Für den Brödmix Fledkorn von IKEA braucht man lediglich 600 ml Wasser, eine Kastenform und zwei Stunden Zeit, die Gehzeit mit eingerechnet.

Ich hatte die Mischung vor ein paar Tagen gekauft als ich auf der Suche war für ein neues System für in meine Kräuterdosen Ordnung zu bekommen.

Und das kam dabei heraus. Zugegeben, die obere Kruste riss während den Backen auf. Aber insgesamt sieht der Laib gut aus und schmeckt. Nun ist es ein Brot was eher in die Richtung Pumpernikel geht, als dass es leicht und locker ist, was ich persönlich bevorzuge. Eine schöne Alternative für den Winter wenn es draußen ungemütlich und kalt ist und man trotzdem frisches Brot genießen will.

 

 

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In Sachen Nationbranding

Serge Tonnar trifft des mit diesem Gedicht, das er vorgestern bei Facebook einstellte,  ziemlich auf den Punkt.

Mir wëllen net weise wat mer sinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
An de Spigel gekuckt awer näischt gesinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
Wéi gutt dass kee weess wee mer wierklech sinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
Op Englesch well mer eis Sprooch selwer net verstinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
Ëmmer maachen wéi wa mer en aneren sinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
Keen Inhalt mee nëmme Form gesinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
Ëmmer nëmme schéngen an net wierklech sinn
Komm mir loossen et geschéien dinn
Mam richtege Liewen huet datt alles näischt ze dinn
Komm mir loossen et dach einfach sinn.

 

Als vor einer gefühlten Ewigkeit die Diskussionen dazu los gingen, fühlte sich das für mich sofort an falsch an. Eine Nation kann nicht selbst entscheiden was für ein Branding sie haben will. Das wird von Anderen drumherum entschieden aber nicht von der Nation selbst.  Der Stempel wird von AUSSEN aufgedruckt, nicht von innen.

Nehmen wir mal als Beispiel ein anderes Land das ein Branding hat; die Schweiz. Wenn ich an die Schweiz denke, denke ich an hohe Berge, Schokolade, Uhren … Die Schweiz machte vor allem aus ihrem Uhrengeschäft ein nationales Prädikat. Präzision und Qualität. Und wenn man heute ein Produkt aus der Schweiz sieht, denkt man sofort an höhere bessere Qualität. Als Zeichen dafür ihre Landesflagge, das weiße Kreuz mit rotem Hintergrund. Das ging nur in jahrzehntelanger harter Arbeit.

Nehmen wir ein anderes Land; Schweden. Wenn ich an Schweden denke, denke ich sofort an Bücher, Krimis, weltbekannte Schriftsteller, ABBA, und seit kürzerem auch Möbeldesign.

Vor fast zwei Monaten sah man das auch ein, und es wurde nicht mehr von Branding gesprochen, sondern von Promotion.

Vor ein paar Tagen  wurde das neue Branding, pardon, das Promotingkonzept  für  Luxemburg samt Logo vorgestellt, aufgrund einer Profilerstellung, die man hier nachlesen kann. Darin sind vor allem drei Wörter zu lesen.

Verlässlich, dynamisch, offen.

Für mich hört sich das an wie eine Jobdescription. Es ist nichts Konkretes, nichts Handfestes. Luxemburg stellt nichts her, das seit Jahrzehnten weltweit vertrieben wird. Unser Bankengeschäft, für das wir bekannt sind, flog uns in den letzten Jahren gründlich um die Ohren. Der Tank-, Kaffee-, und Zigarettentourismus sind schon lange auf dem absteigenden Ast und ein Branding mit Tabak, Kaffee und Benzin, das wir nur verkaufen und nicht herstellen? Nicht wirklich!

Die neue Kampagne gibt es hier zu sehen.

Und jetzt mal ganz ehrlich; hat die Welt eine neue Werbekampagne für Luxemburg gebraucht?  Ich habe die Kampagne überflogen und es stach mich nichts ins Auge. Sie ist aseptisch clean und auf Hochglanz poliert, und das macht sie sehr sehr sehr langweilig. Ich erkenne mich darin nicht wieder.

Auf meiner Facebooktimeline steht der geteilte Artikel von Tanja Frank, die die ganze Kampagne noch viel genauer analysiert, und ich stimme ihr in allen Punkten zu.

 

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