Rückblick 2019

Das hier war sonst immer der letzte Post des Jahres. Diesmal wird es der erste des neuen Jahres sein.

Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen und bis in den Winter hinein gehalten. Jetzt über die letzten Weihnachtstage und der Fresserei wegen, ist sicherlich ein wenig dazu gekommen, aber das geht auch wieder weg.

Haare länger oder kürzer?
Gleichgeblieben.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Keine Veränderung, soweit ich das beurteilen kann. Es ist nur wenn ich lange auf einen Bildschirm starre oder im Kino sitze oder vorm Fernseher. Es verschwimmt manchmal so sehr, dass die Brille es nicht mehr ausgleicht.

Mehr bewegt oder weniger?
Definitiv mehr im Sinne von zu Fuß gehen. Der irrsinnige Verkehr in Luxemburg hat also auch sein gutes.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr verdient als das Jahr davor. Aber insgesamt bleibt es im Durchschnitt über die Jahre hinweg gleich, auch wenn es mal wie im Jahr davor schwankt.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gleichgeblieben

Der hirnrissigste Plan?
Ich würde ihn nicht als hirnrissig bezeichnen. Andere hätten das vielleicht nicht getan. Doch ich wollte es noch einmal wissen und habe mich noch einmal auf die große Reise begeben, auf der ich ja jetzt bin.

Die gefährlichste Unternehmung?
Da fällt mir nichts ein.

Die teuerste Anschaffung?
Das Einrahmen der Vivian Meier Bilder.
Da hab ich echt geschluckt.

Das leckerste Essen?
Hostellerie du Grünewald. (immer noch)

Das beeindruckenste Buch?
Die Biografie von da Vinci

Das enttäuschendste Buch?
Es gab keines

Der ergreifendste Film?
Es gab dieses Jahr keinen der mich so von Hocker gehauen hat. ‚Jocker‘ möchte ich fast sagen, doch ihn als Lieblingsfilm zu bezeichnen wäre nicht richtig.

Die beste Musik?
Jonathan Jeremiah – Good Day
Vendredi Sur Mer – Premiers Émois

Das beste Theater?
In Luxemburg habe ich mir wenig angesehen. Wenn dann wäre es ‚Chicago‘ in Melbourne.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Der A. der N. und der D.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Der D. in St. Jean.
Das stand schon letztes Jahr hier und auch ist für dieses Jahr der Fall. Aber die Zeit jetzt am Ende in Melbourne mit dem H. und er M. war auch sehr sehr schön.

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Mit der eigenen Kraft neu und anders haushalten

2019 zum ersten Mal getan?
Da fällt mir spontan nichts ein.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Eine innerliche Bilanz gezogen und so manches das ich immer für wichtig und unumstößlich hielt wieder infrage gestellt. Weiter kann ich es nicht ausführen, weil sich so noch nichts geändert hat. Doch wenn diese Veränderungen kommen sollten, lasse ich sie zu.

Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Den Tod des Cousins meiner Mutter, der N. und einer meiner letzten Verwandten. Das war definitiv zu früh.
Und das tragische Ende von Sophie.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Alles etwas gelassener angehen und nicht gleich schon innerlich den Motor von Null auf Hundert binnen wenigen Sekunden hochfahren.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das klingt jetzt seltsam, aber das waren ein paar Ohrringe und ein Kaschmir Hoodie.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Das hier:

2019 war mit 1 Wort…?
Reflektiert.

Vorsätze für 2020?
Dass ich Dinge zulassen werde, die ich sonst nie zugelassen hätte. Vielleicht öffnet das ja neue Türen…

Sydney: Bondi Beach & der letzte Tag 2019

Am Frühstückstisch erklärte man mir schon vorab freundlichst, dass ich, wenn ich morgen frühstücken wolle, doch bitte VOR 8:00 Uhr erscheinen möge, da es danach sehr voll und ziemlich unmöglich wird einen Tisch zu bekommen. Nun ja… wir werden sehen.

Am Frühstückstisch versuchte ich Vegemite. Ähnlich wie Marmite aber aus Grünzeug und nicht süß, sondern salzig. Die Australier lieben das Zeug. Ich hätte es schon in Melbourne kosten können, den die M. hatte ein großes Glas davon.
Es schmeckt grau-en-voll! Es hat einen so ekelhaften synthetischen bitter-salzigen Nachgeschmack, als ob man auf eine Pille gebissen hätte. Als ich dem H. das simste meinte er nur: I TOLD YOU SO!!!

Nach einer Runde Bloggen fuhr ich los zum bekanntesten und größten Strand von Sydney. Bondi Beach. (Bondi wird übrigens ‚Bondai‘ ausgesprochen)

Schwimmen war hier leider nicht drin, den der Wellengang war sehr hoch und das Wasser in Gegensatz zu was man vermuten könnte, sehr kalt. Ich brauchte lange bis ich ganz eintauchen konnte.

Am späten Nachmittag zog der Himmel zu und es wurde stürmisch mit einem empfindlich kalten Wind.
Ich fuhr zurück zum Hotel, zog mich um und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Circular Quai, dort wo sich eine Million Leute einfinden sollten, um dem Spektakel zuzusehen.

Ich ging die Geroge Street hinunter und ich war nicht der einzige. An einem gewissen Punkt drehte ich mich um und machte das Foto oben.

Polizei zu Pferd im Schinenbeet der Tram die seit dem frühen Nachmittag schon nicht mehr fuhr.

Ich erwischte einen einigermaßen guten Platz für das erste Feuerwerk, das für die jüngsten Zuschauer ist, die anschließend ins Bett müssen.

Das war schon recht ansehnlich und dauerte eine ganze Weile. Im Anschluss daran folgte eine Bootsparade, die ich nicht sah. Derweil versuchte ich mein Glück um auf eine andere Stelle zu gelangen, da ich befürchtete, dass ich vieles wahrscheinlich nicht mitkommen würde. Ich bugsierte mich über eine Stunde lang durch gewaltige Menschenmassen und kam irgendwann beim botanischen Garten an, der ein gutes Stück höher liegt. Zwischendurch verließ mich manchmal der Mut und ich wäre am liebsten zurück zum Hotel gelaufen. Doch schließlich bin ich ja extra wegen dem Feuerwerk hier.
Noch ein Video machen ging von der Stelle aus nicht. Ich versuchte es mit hüpfen und die Kamera dabei sehr hoch halten:

Ich wünsche all meinen geschätzten Lesern ein frohes neues Jahr und zugleich neues Jahrzehnt.
Und wenn es sich auch wegen Klima und Politik nicht so anfühlt; es wird ein großartiges Jahrzehnt werden! Das hoffe ich, das wünsche ich mir und ich bin davon überzeugt.

Sydney: National Gallery NSW & Watson Bay

Ich war früh wach. Und Hurra! Ich habe Schnupfen wegen der Klimaanlage. Hatte ich das nicht auch letztes mal? Ach nein, stimmt, das war kein Schnupfen,das war Blinddarm.

Zu meiner großen Freude sah ich dass das Hotel in der obersten Etage ein Schwimmbad hat. Zu meiner großen Enttäuschung pikste der Chlor mir schon in den Augen allein beim Betreten der Halle. Zudem war das Wasser trüb. Ich schwamm trotzallem ein paar Runden, doch dann musste ich aufhören.

Anschließend ging es in die National Art Gallery NSW. Was für ein tolles Museum!

Ich bin nicht so der Fan von japanischer Kunst, doch die Ausstellung Japan Supernatural, war dann doch sehr spannend. Es ging dabei um die mythischen Wesen aus den alten japanischen Sagen und Geschichten und wie sie dargestellt werden und welchen sie Einfluss sie auf die modernen Geschichten von heute insbesondere Manga und Animé haben.

Es ist schon erstaunlich wie Künstler heute noch auf diese alten Geschichten zurückgreifen, ohne es wirklich zu wissen.

Eine weitere extra Ausstellung galt einem australischen Künstler, den ich gar nicht kannte der eine sehr eigene Handschrift und Technik hat. Ben Quilty
Ich habe noch nie jemanden gesehen der so viel und so dick Farbe aufträgt. Das Bild der alten Frau ist so schlicht und doch fast fotorealistisch.

Am Nachmittag fuhr ich dann noch einmal weiter raus mit einem Ferry zur Watson Bay.
Und dort konnte ich das „perfekte“ Foto machen, um euch zu zeigen was in der Luft hängt.

Es ist ziemlich trüb und gelblich.

Letztes Foto hatte ich bereits auf Instagram gepostet, wobei es mir zu Anfang gar nicht so auffiel, dass es aussieht, als ob ich einen gelb-brauen Filter darüber geschoben hätte. Erst im Vergleich mit den Bildern in Melbourne wurde mir das bewusst.

Abendessen in Chinatown im Food Court Capital Square.
Hier war es jedoch ganz offensichtlich Thai Küche. Im @Bangkok war auch reger Andrang und das auch von sehr vielen Asiaten.

Nach so viel Gerenne an einem einzigen Tag überfiel mich die Müdigkeit und lag beizeiten flach.

Vom Melbourne nach Sydney

Ein letztes mal im Aqua Profonda schwimmen. Ich nahm mir vor unbedingt in Sydney nachzuschauen ob ich nicht auch in Fußnähe ein Schwimmbecken habe.

Die M. gab mir ein paar Tipps wo ich schwimmen könnte.

Es war dieses mal noch schöner als vor zwei Jahren als ich hier war. Melbourne hat dieses magische ‚Laid Back‘ das ich sehr schätze. Und dass es so schön war, verdanke ich auch dem H. und der M. bei denen ich die ganze Zeit wohnen durfte. Wenn Melbourne nicht so verdammt weit weg wäre würde ich öfters herkommen.

Und als ich dann in Sydney landete, wurde mir schlagartig die Situation dort bewusst. Wir flogen beim Anflug durch eine dunkelgelbe, fast braune Wolke und wenige Sekunden später roch es auch im Flieger nach Rauch.

In der Stadt selbst ist es aber ok. Auch am Flughafen war nichts davon zu spüren. Google Maps lieferte mir dann folgendes Bild:

Copyright Google Maps

Der Flugroute nach flogen wir über das südlich gelegene Buschfeuer. Es war bewölkt in der Stadt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Wolken oder Rauchwolken waren. Es riecht zumindest nicht nach Rauch in der Stadt. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass ich gestern Abend in den Nachrichten sah, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ob das berühmte Feuerwerk überhaupt stattfindet. Die Polizei die in diesem Fall das letzte Wort hat, noch vor der Gemeinde Sydney, sagte, dass sie bis zum 31. die Situation im Auge behalten wird, und so traurig das auch wäre im Falle von zu viel Unsicherheit das Feuerwerk absagt.
Nun ist dabei nicht klar wie viel politisches Kalkül damit verbunden ist. Tatsache ist aber, dass sehr viele Menschen eigens dafür nach Sydney kommen. Es schauen jedes Jahr 1 Million Menschen dem Spektakel zu.
Es gibt aber auch Städte in NSW, die ihr Feuerwerk abgesagt haben und das Geld der Feuerwehr spenden.

Im Flughafen angekommen, entdeckte ich ein Ex Change Schalter und ich versuchte wieder mein Glück. Und diesmal klappte es! Man nahm mir endlich die 11.000 Francs CFP aus Neukaledonien ab, die seit zwei Jahren in der Schublade liegen hatte. Immerhin bekam ich dafür 112 AUD $
Als ich damals von dort zurückkam und versuchte das Geld auf der Sparkasse in Luxemburg zu wechseln, wollten sie es nicht. Sogar in Melbourne an den Ex Change Schaltern wollten sie es nicht. Erst hier in Sydney wo es ein Direktflug zu Insel gibt.
Alles sehr seltsam.

Im Gegensatz zum letzten Mal, habe ich diesmal ein Hotel bei den ich mich nicht ekle, wenn ich ins Badezimmer komme.

Ich ließ den Rest des Tages ruhig ausklingen.

Melbourne: Chicago

Ich bin euch noch die Pastete schuldig.

Ich sprach gestern von den grünen Sternen mit den Weihnachtskugeln die aussehen wie Kirschen.

Gell?

Ich hatte für ein den letzten Tag eine kleine Überraschung für die M. Ich hatte Karten für das Musical Chicago gekauft. Der H. der da nicht so gerne mitgeht, hätte sich das nicht angesehen. Doch die M. war begeistert.

Ein Pre-Show Dinner im Taxi Kitchen. Ein Restaurant mit genialer Aussicht über den Yarra River.

Ein Martini Espresso den ich ehrlich nirgendwo besser getrunken habe als in Downunder.

Und ich weiß dass jetzt schon, dass wenn ich folgendes Bild poste, ich eine Polemik auslöse, aber das ist mir grad mal egal. Ich wollte das immer einmal probieren, hatte aber nie die Gelegenheit dazu.

Das ist ein Häppchen Känguru Fleisch. Es ist rotes Fleisch, sehr zart und fettarm und hat wenig Eigengeschmack im Gegensatz zu Rindfleisch. Es schmeckte zwar wegen der Zubereitung sehr lecker, aber es ist jetzt nichts was ich regelmäßig essen müsste.

Ich hatte Chicago schon zwei mal in London gesehen vor weit über zehn Jahren. Es war, ist und bleibt einer meiner Lieblingsshows, weil sie von der Aufmachung her sehr schlicht ist und doch die Geschichte von Roxy und Velma so gut erzählen kann. Fotos davon gibt es verständlicherweise nicht.

Noch ein paar nächtliche Impressionen der Stadt:

Das wars von Melbourne, eine der schönsten Städte der Welt. Morgen ziehe ich weiter.

Melbourne: Der ruhige Tag

Wenn man sich so auf meinen Bauch setzt und dann ganz ganz leise schnurrt, kann alles von mir haben:

Es war ein ruhiger Tag. Eine kleine Aufregung gab es jedoch. Ich löste mein Weihnachtsgeschenk an H. ein. Ich machte Riesling Pastete.

Am Teig kann man noch Arbeiten, denn er wurde am Ende rissig, obwohl ich 2 große Tassen Wasser mit in den Ofen gestellt hatte.
Hier seht ihr übrigens das Einfüllen der Gelatine. Wie sie schmeckt, erfahrt ihr morgen.

So in der Art sehen hier die Straßen in Fitzroy (Brunswick Street) aus. Das ist doch schon sehr anders als bei uns. Bei der heutigen kleinen Wanderung dachte ich noch, dass ich mich sehr gut hier eingewöhnen könnte, wenn ich wollte/müsste, wenn…

Sonnenuntergang auf dem Dach von H.s Haus.

Morgen ist bereits der letzte Tag hier. Es ging so schnell vorbei, schneller ich dachte. Am Sonntag geht es weiter nach Sydney, wo ich schon sehr gespannt bin was mich da erwartet. Sydney war vor zwei Jahren die vorletzte Station bevor sich der Blinddarm dazu entschied zu platzen.
Die ganzen Buschbrände in der Umgebung der Stadt scheinen jedoch weniger geworden zu sein, denn man liest hier viel weniger in der Nachrichten darüber als noch vor ein paar Tagen. Als ich in Melbourne ankam, hatte ich beschlossen, dass wenn es gar zu schlimm in Sydney sein sollte, eine Planänderung zu machen. Doch den Wettervorhersagen nach scheine ich Glück zu haben und ich muss nicht umbuchen.

Nachtrag: Ich sollte noch eines erwähnen was ich die letzten Tage als sehr angenehm empfunden habe. Die Australier (zumindest hier in Melbourne) übertreiben es nicht mit der Weihnachtsdeko. Im Gegenteil, das ist alles recht dezent gehalten. Ein paar wenige Straßen haben Girlanden hängen mit grünen Sternen und roten Weihnachtskugeln die aber eher an Kirschen erinnern. Auch Weihnachtsbäume sind man hier nicht an jeder Straßenecke stehen und es gibt keine privaten Häuser, die mit Lichterketten zugekleistert sind.

Melbourne: Der zweite Weihnachtsfeiertag

Ich hatte es vor Tagen schon auf Twitter getan. Ich wollte euch Molly, die Hausdamekatze vorstellen:

Molly ist schon zwanzig Jahre alt und eine der adrettesten Katzendamen die ich kenne. Auf allen Fotos die ich von ihr machte wirkt wie ein Supermodel.

Auch solche Meet and Greet Fotos absolviert sie mit Eleganz und Anmut:

Der Tag begann langsam. Ich hatte nicht so gut geschlafen. Ein langer Spaziergang durch die Stadt würde mir gut tun und tat es auch. Ich ging zum höchsten noch Gebäude der Stadt und bestieg das Eureka Skydeck in Londsdale Street sich in diesem Gebäude befindet:

Wenn ich das noch höchste Gebäude schreibe, wegen dem das nebenan gebaut wird. Es überragt es jetzt schon:

Der Yarra River
Das Stadion

Den Abend dann zusammen mit dem H., der M. und der kleinen R. in einem sehr schönen Restaurant in St. Kilda verbracht, dem Stockehouse.

Das war das Dessert, eine ‚Bomb‘!

Und während draußen langsam die Sonne unterging machten wir nach dem Essen noch einen kleinen Spaziergang über den Pier.

Melbourne: Die Marketing Bäckerei & Weihnachten einmal ganz anders

Um das mit der Bäckerei zu verstehen zeige ich euch ein Foto:

Diese Schlange gab es auch am Weihnachtsmorgen, wo man allerdings Croissants nur zu diesem Guckloch hinaus verkaufte. Das Geschäft an sich war geschlossen. Es befindet sich im Viertel Fitzroy, nicht weit von H’s Wohnung entfernt.
Die Croissanterie Lune funktioniert nur so gut, weil das Marketing perfekt war und ist. Irgendein Kritiker schreib über diese Bäckerei, dass sie die besten Croissants der Welt haben. Das zieht inzwischen die Touristen, vor allem aus dem asiatischen Raum an wie die Fliegen. Zudem kosten sie um umgerechnet 4,75€ das Stück. Ganz schön viel Geld für ein Hörnchen.
H. hat sie gekostet und meint, dass sie ganz ok seien, aber die besten der Welt wäre total übertrieben.

***

Wir drehten am Morgen ein Runde mit dem Fahrrad durch die angrenzenden Parks.

Anschließend ging es zu der Familie der M.

Ich bin schon seit Jahren nicht mehr so herzlich in einer Familie für Weihnachten empfangen worden. Sehr schön war das Verteilen der Geschenke an alle und vor allem die Kiddies die es kaum erwarten konnten. Es erinnerte mich sehr an meine Weihnachten als Kind.

Essen gab es draußen auf der Terrasse bei lockeren 24 Grad. Es war wunderbar. Und den Triffle hätte ich um nichts in der Welt missen wollen.

Draußen unter diesen hohen Bäumen im Schatten… mit wunderbaren Gesprächen und gutem Wein. Sommertraum zu Weihnachten.

Am späten Nachmittag fuhren wir weiter zu Freunden von H. und M. Und dort gab es den eigentlichen Höhepunkt des Tages:

Ein Swimmingpool!

Ja, ich wünsche euch auch schöne Weihnachten.

Melbourne: ein Tag und Heiligabend in Bildern

Bananabread getoastet mit Butter und ein Schinken/Käse Croissant zum Frühstück.

Ein Tag am Strand von St. Kilda, mit einem langen Spaziergang auf dem Pier. Wer die Fotos von vor zwei Jahren kennt, hat das alles schon mal gesehen.

Der alte aber sehr schöne Luna Park und das Palais Theatre.
Und so sieht das aus wenn vier gestandene Herren in Melbourne den Heiligabend begehen. Im australischen Trachtenlook. Shorts und Flip Flops.

Wir feierten auf der Dachterrasse mit einem sehr schönen kalten Buffet und sehr viel Wein.

Es war ein Freundespaar von H. und M. anwesend, sowie ein luxemburger Student samt Freundin der ein Auslandsjahr in Australien absolviert.

Melbourne: Ausstellung & Picknick

Wunderbar geschlafen.

Ich bloggte alles vom Vortag weg. Anschließend machten wir uns auf zur NGV ( National Gallery Victoria) zu einer Ausstellung die um nichtsi n der Welt hätte verpassen wollen. Bereits vor der Reise hatte der H. mir davon erzählt.

Wer mich kennt weiß dass ich einen Faible für Hearing habe

Toll an den beiden letzten Bildern ist, dass sie vor großen gegenüberliegenden Spiegeln standen, was es mir erlaubte mich einfach dazuzustellen. Ich musste mich sehr beherrschen, um nicht den großen Katalog der Ausstellung zu kaufen, doch da ich schon so viele Hearing-Bücher habe, ließ ich es bleiben. Stattdessen kaufte ich eine sehr schöne Tasse und zwei Teller, die ich extra gut verpacken ließ. Ich zeige sie bei meiner Rückkehr.

Gegen Mittag ein Picknick im Botanischen Garten

Dann machte sich bei mir ein wenig Müdigkeit breit und ich beschloss später noch ein Runde zu schwimmen. In diesem Zusammenhang zeige ich euch ein Bild :

Das Bild hängt bei H. zu Hause und hat ganz offensichtlich ein Fehler. Aqua schreibt man auf Italienisch Acqua.

Im Schwimmbad ist der Fehler auch. Demnach ist der Fehler kein Fehler und doch ist es einer.

Zudem befindet eine interessante Geschichte hinter der Schrift.

Melbourne, das Wiedersehen.

Großes Hallo am Flughafen. Obwohl ich schon kurz nach 6 Uhr gelandet war, hatte der H. versprochen, dass er mich abholt. Er hielt Wort. Ihr könnt euch noch erinnern, dass ich beunruhigt war wegen dem Koffer? Es war unbegründet. Er war die 20 Stunden über drei Flughäfen mitgeflogen.

Es war nach der großen Hitze am Freitag in Melbourne war es erstaunlich frisch. Doch wir frühstückten auf der Dachterrasse von H.s Haus.

Das erste was ich bekam waren… Kirschen! Die sind hier jetzt reif und man bekommt sie zu Hauf auf den Märkten.

Sorry, das Foto ist sehr verwackelt. Aber ich wollte H‘s Frau, die M. nicht noch einmal bitten die Kirschen rauszunehmen nur weil ich ein Foto machen wollte.

Anschließend ging es zum Queen Victoria Market, mit mehreren Markthallen in denen es wahrlich alles gibt. Ich legte mir eine australische Simkarte zu. Mein Anbieter aus Luxemburg, die Post, schickte mir eine SMS mit ihrem ‚tollen‘ Überseeangebot, aber die Preise sind astronomisch.

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Und dann wurde es mir langsam bewusst:

ICH…BIN…IN…MELBOURNE!!!! AAAAAH!!!

Die Aussicht von der Dachterrasse. Wenn ich mich noch ein wenig mehr über Geländer legen könnte, könnte ich mehr von der Skyline sehen.

Was mir aber auch bewusst wurde, ich hatte nur sehr wenig geschlafen während den letzten Flügen.

Also ging es nach dem Frühstück ins benachbarte Schwimmbad um wieder wach zu werden.

Ein sehr schöner Bau, für den sich das ganze Viertel vor etlichen Jahren eingesetzt hat, dass er bleiben soll und nicht abgerissen wird.
Ich schwamm meine Bahnen. Es half. Herrlich!

Dann später nahmen mich der H und die M, mich zu einem Dumpling Restaurant. Auf dem Weg dorthin machten wir noch halt in einer der ältesten Rooftopbars von Melbourne, gleich neben diesem herrlichen Park.

Dumplings bis ich nicht mehr konnte.

Mir geht es gut 🙂

Gegen 22 Uhr fielen mir jedoch die Augen zu.

Zwischenstop Singapur

Im Prinzip hätte es eine WLAN Verbindung im Flieger gegeben, aber Prinzip und Tatsachen sind zwei verschiedene Dinge.

Der Flug von Paris aus war holperig. Es gab heftige Turbulenzen unterwegs, so sehr dass die Fütterung für eine Weile gestoppt werden musste.

Ich musste im Flieger noch einmal eine Schmerztablette schlucken, denn die Kopfschmerzen gingen wieder los. Zwischendurch schaute ich mir die zweite Staffel von Little Big Lies an. Um einiges weniger spannend als die erste, aber Meryl Streep die in dieser Staffel als Großmutter und Mutter des tödlich verunglück-mordeten Sohnes auftaucht, ist wie immer gnadenlos gut.

So sah das über Calcutta aus als die Sonne aufging. Die ‚Sterne‘ sind übrigens die Reflexionen in der Scheibe von den Anschnallzeichen.

12 Stunden Flug. Der Hintern schmerzte anschließend.

In Singapur dann 32 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit. Drei Stunden Aufenthalt. Aber hier gibt es viel zu sehen und die vier Terminals werde ich sicherlich nicht schaffen. Aber auf dem Rückflug werde ich hier sechs Stunden rumhängen und dann ist die Abwechslung gut.

Durch den Immigrationservice musste ich dieses mal nicht.

Und so vergingen die paar Stunden schneller als gedacht und so lange ich noch das Flughafen WLAN habe geht dieser Post noch raus.

Wir lesen uns in Melbourne.

Abflug

So trist und trüb sah es um 9:00 Uhr aus und sehr viel heller wurde es den ganzen Tag nicht. Fazit: Ich hatten den ganzen Tag latente Kopfschmerzen.

Ich wuselte jedoch emsig zuhause rum und breitete alles vor. Ich merkte dass mir ein bestimmtes Kabel fehlte und flitzte dann gegen Mittag noch schnell in einen Elektroshop. Das ging so schnell dass ich noch Zeit hatte etwas zu essen, denn so schnell werde ich heute nichts mehr bekommen und wenn, dann sehr spät.

Hatte ich schon mal über das neue Ramen Restaurant auf der Place Guillaume berichtet? Ich war vor einer Weile mit der D. hier und wir waren sehr angetan. Als ich kam war es ruhig, doch dann füllte sich der Laden schnell. Dass unter den anderen Gästen sehr viele Asiaten waren wertete ich als sehr gutes Zeichen.

Die A. fuhr mich zum Flughafen. Beim Check-In riskierte ich das komplette Durchchecken des Gepäcks bis nach Melbourne. Da ich ja über Paris CDG fliege und dieser Flughafen dafür bekannt ist, dass das Gepäck irgendwo hängen bleibt riskierte ich das jetzt einfach mal.

Durch das Gestreike der Franzosen bei der Bahn und allen öffentlichen Verkehrsmitteln (ist ja eigentlich nichts neues) war der Flug, wie zu erwarten, brechend voll.

Das riesige Ungetüm CGD ist sehr unübersichtlich aber ich landete nach einer Busfahrt wie durch ein Wunder in der richtigen Halle und fand sofort das richtige Abfluggate.

Ich ass ein wenig Sushi in einem Yo! Sushi Laden und setzte mich dann in eine Warteecke, um seit langem mal wieder Internet zu lesen, was die Bloggerfreudinnen so treiben, was die letzten Wochen wegen dem intensiven Arbeitsaufwand nicht machbar war.

Stunde um Stunde vergingen. Und bevor während Stunden nichts mehr in Sachen Internet geht, lud ich diesen Post entgegen meiner Gewohnheit noch am gleichen Tag hoch.

Doppelt & Einfach & endlich Vorfreude

Langer Tag mit einer Doppelvorstellung.

Am Morgen ein schneller letzter Besuch beim Friseur. Es wird der letzte für dieses Jahr sein.

Bricole der Hund machte es sich,wie so oft, gemütlich auf meinem Schoß.

Dann eine Doppelvorstellung. Ich kenne das noch vom letzen Jahr und dem Jahr davor. Es ist ja nicht oft dass ich Märchen und Kinderstücke mache, inzwischen frage ich mich warum das so ist. Denn Kinderstücke sind anstrengend, bisweilen mehr als Erwachsenenstücke.

Früh im Bett weil am Donnerstag morgen eine letzte Schulvorstellung.

***

Den Wecker gestellt und er klingelte definitiv zu früh. Gähn.

Im Radio in dem Nachrichten über die schrecklichen Zustände in Sydney gehört. Da ich an Sylvester und Neujahr dort sein werde, mir Gedanken gemacht ob das überhaupt machbar sein wird. Ich denke dass ich das kurzfristig entscheiden werde.

Ein letztes mal hinter dem Inspitzentenpult:

Ein letztes mal in den Kulissen auf die Umzüge warten und dabei auf den Bildschirm starren was auf der Bühne vor sich geht:

Und als das Stück zu Ende war, ging es wie gewohnt bei der letzten Aufführung ans einpacken. Ich hatte die Tage davor bereits ein Teil des Zeugs mit genommen. Der Rest ging dann sehr fix.

Die kleine Abschlussfeier war… naja etwas enttäuschend. Ich fuhr zur Wohnung, lud den Wagen aus und legte mich eine Stunde hin.

Und dann plötzlich wurde mir bewußt, dass es morgen losgeht. Und mit einem Schlag kam endlich die Vorfreude. Irgendwie war mir das gar nicht so richtig bewusst. Es war zugegeben die letzten Wochen sehr viel. Dass ich auf zwei Projekten zeitgleich arbeite, ist fast schon Alltag. Aber drei zur gleichen Zeit ist eher selten und ich bin dann mehr als ausgelastet, so dass ich kaum noch andere Gedanken führen kann.

Meine Putzhilfe kam heute später und ich gab ihr sämtliche Anweisungen was sie in der Zeit während meiner Abwesenheit alles zu tun hat.

Der Koffer lag schon seit Tagen bereit um gefüllt zu werden. Da ich noch recht gut vom letzten mal weiss was ich einpacken muss und was nicht, ging das Rauslegen und Aussuchen um einiges schneller.

Da ich nichts mehr im Kühlschrank hatte beschloss ich anderweitig zu essen. Ich ging ins Rooftop. Dort gibt zur Zeit nur ein Gericht:

Raclette.

Ist ja nicht zum ersten mal das ich dieses Jahr Raclette esse, aber mit Sicherheit zum letzten mal.

Ich trank noch in aller Ruhe ein letztes Glas Wein und ging nach hause.

Äddi N.

So früh aufstehen für eine Vorstellung im Theater kommt auch nicht oft vor. Aber Schulvorstellungen sind nun mal früh wobei ich mich, wenn ich andere Kollegen aus Deutschland höre, nicht beschweren kann. Unsere fand um 10:30 statt. Anderweitig sind die Vorstellungen schon um 9:00!

Es lief alles wie gewohnt ohne Zwischenfall. (Und selbst wenn etwas gewesen wäre, könnte ich nur bedingt davon erzählen. PS an mich: Es war wirklich nichts!)

Am Nachmittag dann die Totenfeier im Krematorium zu Gedenken des N. Ich wollte nicht hin. Ich war die letzten Jahre zu oft dort. Und wie immer bei solchen Dingen fange ich an alles mechanisch zu machen. Ich ging nach hause, zog mich für die Gegebenheit um, und fuhr mit dem Bus hin.

Die L., N’s langjährige Freundin hatte alle geladen die sie von N.’s Familie kannte, und das waren zwei weitere Cousinen und mich. Mehr gibt dieser Strang der Familie nicht mehr her.

Ich lernte N.’s uneheliche Tochter A. kennen mit der er erst seit wenigen Jahren Kontakt aufgebaut hat. Die L. hatte dafür lange auf ihn eingeredet, dass er der den Kontakt herstellt. Er hatte sogar in den letzten Jahren versucht die Cousinen, die er noch hatte, (eine davon, meine Mutter, war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr da) seiner Tochter vorzustellen. Doch wie so oft im Leben sollte man solche Vorhaben sofort ausführen. Er schaffte es nicht mehr… Die A. ähnelt dem N. sehr. Sie hat sein strahlendes Lächeln geerbt.

Die L. bat mich doch bitte mitzukommen zum sogenannten Leichenschmaus, damit die A. mich kennenlernen würde. Ich blieb eine Weile und lernte auch L.’s Familie kennen. Es war gut, dass ich eine Weile geblieben war.

N. hatte mir irgendwann einmal gesagt, dass er der letzte sei, der den Familiennamen trägt und mit ihm würde dieser Zweig zu Ende gehen.

Nein, N. auch wenn dein Name nicht weitergeht, du hast eine tolle Tochter mit zwei Enkeln.
Du hast alles richtig gemacht!

Der Trost Sonntag & Pasta Montag

Schlecht geschlafen. Kein Wunder. Ich war sehr früh wach, kurz nach 5, blieb aber im Bett liegen und guckte irgendwelche doofen Videos auf YouTube.
Ein Becher Kaffee, zurück ins Bett.
Noch ein Kaffee und irgendwann wurde es langsam hell.

Am frühen Nachmittag musste ich los zur zweiten Vorstellung. Ich bekam, schon am Vortag, sehr viele Komplimente für die Maske, was dann doch recht ungewöhnlich war, zumal ich hier die Maskenarbeit als nicht so herausfordernd empfand wie auf anderen großen Projekten.

Am Abend dann eine kleine Feier mit der A. und der N. bei dem Italiener vom Limpertsberg schlechthin, im La Torre. Es war das letzte mal sein dass wir uns zu dritt sehen bis nächstes Jahr.
Es ist schön dass ich Freunde habe, die mich verstehen die meine Sorgen und Ängste teilen und die meine Geschichte kennen…

Ich hatte Fussilli mit Steinpilzen und Ragout. Wun-der-bar!!!

***

Der Montag endlich ein Tag ohne Theater. Ich war früh wach und machte mich auf zum Reisebüro meines Vertrauens. Die K. , die beste Reiseverkehrskauffrau der nördlichen Hemisphäre, händigte mir sämtliche Papiere aus mit Erklärungen aus.

Wieder zu Hause überfiel mich die Müdigkeit derart, dass ich mich kurzerhand hinlegte, denn am Abend sollte ich noch die D., die V. und die N. sehen, meine drei 90er Jahre Damen.

Die Trattoria del Circolo war unser Ziel. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das Lokal gar nicht kannte und das letzte Mal muss vor mindestens 10 oder 15 Jahren gewesen sein.

Ich hatte eine Pastaart, die Tintenfischringen glich mit allerlei Gemüse. Sehr gut. Als Nachtisch ein Tiramisu der mich aber enttäuschte.

Ich bekam ein kleines Geschenk von der V. zum Abschied, das ich aber nicht mit auf die Reise nehmen werde. Eine Seife in Form des Berliner Turms am Alexanderplatz.

Zwischen Proben, Weihnachtsfeiern, Premieren & einer traurigen Nachricht

Proben, proben, proben.
So ist das nun mal.
Und dann täglich ein Blogosting zu schreiben ist leider nicht machbar.

Eine kleine Begebenheit von Donnerstag kann ich erzählen.

Es war die traditionelle Weihnachtsfeier im Mudam. Die D. war eingeladen und hatte mich als Gast mitgenommen. Wir stellten fest, als wir hin gingen, dass wir letztes Jahr genau um die gleiche Zeit auch dort waren und es uns nicht sonderlich gefallen hat. Der Crémant schmeckte gräulich und für den Rest war es eher eine ‚gesehen und geshen werden‘ Angelegenheit. Es war weniger eine Weihnachtsfeier als dass es Networking war.

Dieses Jahr hatte man sich ein bisschen mehr Deko einfallen lassen.
Wir nippten an unseren Gläsern mit dem Crémant der genauso scheußlich schmeckte wir das Jahr davor. Jemand vom Personal bestätigte mir auch dass es der gleiche sei. Nun ja…
Anstatt noch länger dumm herumzustehen gingen wir bereits nach knapp 20 Minuten und versuchten uns Glück im Tempo ob vielleicht doch noch einen Tisch frei wäre, so wie letztes Jahr. Wir hatten kein Glück.

Ich rief im Grünewald an. Ausgebucht.
Es scheint dieser Tage die Menschen dann doch sehr in die Restaurants zu ziehen. Mir viel ein altes Lokal ein das ich schon lange nicht besucht hatte, das Annexe. Das hatte wohl noch Tische frei, doch da ich das Auto mitgenommen hatte, weil ich es auftanken musste musste ich notgedrungen hinfahren.
Es war vom Kirchberg aus kurz vor 20:00 Uhr kein durchkommen in die Innenstadt. Auf dem Boulevard Royal den ich sonst fast immer meide ging es gar nicht voran und wir brauchten über eine halbe Stunde um nur mal in die Nähe des Boulevard Roosevelt zu kommen in den ich hätte fahren müssen. Es gibt dazu leider keine Alternative. Also schmissen wir die Pläne um und gingen ins Hotel Parc Belair, das zehn Gehminuten von meiner entfernt Wohnung liegt.
Wir bekamen sofort einen Tisch unangemeldet. Sehr gut. Ich hatte nach langen fleischlosen Tagen große Lust auf Entecôte mit Béarnaise. Es war genau das richtige.

***

Die Probe am Freitag lief sehr gut dass alle sehr zufrieden waren. Sogar der gewaltige Patzer der in Sachen Requisite passierte und von den Hauptdarstellern so elegant gelöst wurde dass es dem Testpublikum nicht auffiel, wurde nicht weiter zur Sprache gebracht. Das passiert einmal und nie nie wieder.

***

Am Samstagmorgen Wochenmarkt, obwohl ich nichts mehr brauche. Doch ein kleines Stück Winzernuss musste sein.
Ein kurzes Treffen mit der D. im Renert.

Für einen kurzen Augenblick schien die Sonne und ich zückte das Handy:

Der C. der mir gegenüber saß, musste mit aufs Bild.

Und dann sah ich einen Namen auf dem Display vom Telefon, der mich aufschrecken ließ. Ich atmete tief durch und hob ab. Und in der Tat hatte ich richtig vermutet. Der Cousin N. meiner Mutter, der ebenfalls Taufpate meines Bruders war, verstarb letzte Nacht.

Doch zum Innehalten blieb keine Zeit,ich musste los. Am frühen Nachmittag musste ich im Theater für die Premiere sein.

Ich ging nach hause, zog mich um für die Arbeit und nahm das Auto mit, weil schon ein Teil des Materials das ich nicht brauchte, wieder zurück transportiert werden musste.

Und dann blieb die Welt für ein Moment stehen.
Der N. den ich seit meiner Geburt kannte, spuckte mir im Kopf herum. Ich erinnerte mich an Familienfeste bei denen er anwesend war. Er war eigentlich ein Zwilling gewesen, doch sein Bruder verstarb als kleiner Junge bei einem Unfall. Er übernahm den Familienbetrieb, ein Umzugsunternehmen…

Die Premiere lief wie am Schnürchen. Es ging nichts schief. Doch zwischen der Aufregung, Spannung und Freude einer ersten Vorstellung und meiner innerlich tiefen Trauer um den letzten Menschen auf der Welt der mich von Kindesbeinen an kannte, wurde mir ein weiteres Mal bewusst, was der Spruch „The Show Must Go On“ bedeutet. Ich versuchte mich wirklich mit aller Kraft auf die Arbeit zu konzentrieren, doch irgendwann stand ich im Aufzug und heulte.

Es ist nicht zum erstem Mal dass Freud und Leid mich zur gleichen Zeit derart überfahren und dass die ganze Welt sich irreal anfühlt.

Ich war froh als alles vorbei war inklusive der Premierenfeier, denn ich wollte nur noch ins Bett.

Unerwartet frei

Ein seltsamer Tag, der damit begann dass ich schon vor acht Uhr vom Regisseur angerufen wurde mit dem ich zur Zeit arbeite.

Gegen Mittag kam dann die Nachricht dass die Probe heute ohne Maske sei. Also nutzte ich die Gelegenheit eine Menge bestelltes Zeug das nicht gebraucht wird wieder zurückzuführen. Ich fuhr dafür zuerst ins Theater, packte alles zusammen und dann per Zug nach Trier, was dem Verkehr nach offensichtlich meine beste Idee des Tages war.

Die beiden Dreiviertel Stunden der Hin- und Rückfahrt gaben mir die Zeit endlich mal einen Blick in die letzten beiden New Yorker zu werfen, die seit Tagen ungeöffnet auf der Kommode lagen.

Am Abend dann endlich noch ein paar weitere Folgen von Doom Patrol geschaut. Die Serie ist schon sehr schräg.

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Mag sein dass das nicht sehr erwähnenswert ist, aber ich habe heute endlich die SpOn App von Smartphone entfernt, nachdem ich sie über Monate hinweg nicht mehr benutzt habe. Was haben denn meine geschätzten Leser so als App von deutschen Zeitungen um auf dem laufenden zu bleiben? Also eine möglichst eine die nicht zu werbeträchtig ist.

Arbeit & Chatten

Technische Proben sind immer ein Kraftakt. Heute war so eine, doch im meinem Bereich lief alles bis auf einen größeren Patzer erstaunlich gut.

Da die Proben alle weitaus früher am Tag sind als für normale Theaterstücke, war ich auch schon kurz nach 20:00 Uhr fertig. Und so gönnte ich mir ein Chicken Satay beim Chinese King.

Und während ich auf die Bestellung wartete, chattete ich mit dem anderen Ende der Welt. Ich gab meine Uhrzeiten durch wann ich wo sein würde und der H. im Australien sowie der C. in Neuseeland freuten sich und ich erst recht. Inzwischen mache ich Listen von Dingen die ich noch erledigen oder in Voraus planen muss, wie immer mit einer fast krankhaften Akribie und immer der Angst im Nacken, ich könnte etwas wichtiges vergessen. Gelassenheit werd ich in den Dingen in diesem Leben wohl nicht mehr lernen…

Ich schrieb vor einigen Tagen hier dass ich das Licht am Ende des Tunnels erahne. Inzwischen sehe ich es flackern. Und die Vorfreude steigt…

Art Fair oder wie aus Deko Kunst wird

Ja, ich weiß. Der Titel ist provokant. Aber im Gegensatz zur Art Week von vor ein paar Wochen ist das hier eine komplett andere Liga.

Dabei sah das Plakat mit dem Kücken vielversprechend aus. Aber leider war es wie das letzte mal auch dass die Art Fair besuchte sehr enttäuschend. Nur sehr wenige Galerien hatten wirklich auußergwöhnliche Sachen. Das meiste waren Bilder und Objekte die man eher als Deko bezeichnen kann und sich sehr gut auf den Fluren oder in der Eingangshalle eines Hotels machen würden. Ein paar kleine Schätze gab es jedoch:

Eine Nomadengalerie Artgamma aus Frankreich die beständig tourt oder Popups macht. Sie zeigt ein Künstlerpaar deren Werke wirklich aus Masse herausstachen. Giancarlo Mustich und Alessandra Chiffi.

Ein anderer kleiner Privatverkäufer stellte die Werke von Alberto Bertoldi aus, die mir sehr gut gefielen, da er fotorealistische, fast surreale Wolken malt. (Und wer mich kennt und den Fotoheader hier im Blog, weiß wie faszinierend ich Wolken finde!)

Aber es gab auch Scheußlichkeiten zu sehen, z.B. ein Statement wie folgendes:

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Am Abend eine Generalversammlung der Künstlerkollektivs und die Verabschiedung einer langjährigen Mitarbeiterin. Dabei habe ich ein paar neue, wichtige Infos bekommen für diverse Projekte in der Zukunft, darunter eines das mich elektrisierte und Gänsehaut bescherte, was schon lange nicht mehr das Fall war, und bei dem ich augenblicklich meine Mitarbeit zusagte.

Der fast freie Tag

Alles was die letzten Tage passiert ist, ist nicht blogtauglich weil es viele dritte Personen involviert. Aber heute hatte ich einen fast freien Tag und und somit können wir wieder zur gewohnten Tagesrodung Tagesordnung übergehen.

Sehr tristes, dunkles, kaltes und regnerisches Wetter an einem Samstag. Will ich wirklich auf den Wochenmarkt? Eigentlich müsste ich schon hin, da es an vielen Dingen im Haushalt fehlt und der Kühlschrank läuft auch nur pro forma, denn wirklich was zum kühlen hat er nicht. Kurz vor 10 Uhr war ich immer noch unschlüssig.

Doch dann ging ich doch los. Ich traf die K. auf eine schnelle Tasse Kaffee im Renert und besorgte alles was ich für Haushalt brauchte. Ich gönnte mir ein Stück Winzerkuchen vom Eifeler Bäcker und trat den Heimweg an.

Vorstellung am Abend. Ein kleiner Exkurs in den Maskenbildneralltag gefällig? Bitteschön!

Dazu möchte ich ein Foto zeigen von einem ‚Gegenstand‘:

Links und rechts sind Haarnadeln an einer kleinen Sprungfeder an kleinen Schlaufen angebracht. Die Feder wird mit den Nadeln auseinander gezogen und, meistens bei Männer mit schütterem oder sehr kurzem Haar, angebracht. Das sieht dann so aus:

Damit erstellt man einen Fixierpunkt, der bombenfest ist und zum Halt einer Perücke dient. Dazu wird ein der besagten Haarnadeln durch die Perücke hinter die Feder geschoben. Das ziept manchmal ein bisschen ist aber eine sehr sichere Methode dass nichts runterfällt.

Zwischenzeitlich

Die Arbeitstage sind lang aber am Ende des Tunnels läßt sich ein kleines Lichtlein erahnen. In Sichtweite ist es noch lange nicht.

Ein schnelles Posting zwischendurch, weil ich da was fürs Blog abgelichtet habe.

Dauner Stollen. Ich hatte ihn schon letztes Jahr entdeckt in der kleinen Bäckerei die an den Biosupermarkt in der Saarstraße in Trier angeschlossen ist. Ich bin nicht so sehr der Stollenfan, aber den mag ich.

Und dann wäre die Decke in der Tiefgarage am Theaterplatz die ein wenig beunruhigend wirkt.

Ich denke nicht dass die Decke do schnell zusammenkracht, aber es ist ein Wasserschaden der irgendwann doch beseitigt werden muss. Ich frage mich zudem ob es nicht die nächste Tiefgarage sein wird die ein Komplettrenovierung erfährt.

Grüne Macaronccini

Der Tag begann damit dass ich kurz vor einem Heulkrampf stand. Jetzt beim Schreiben kommt es mir fast doof vor. Doch es passiert meistens dann wenn ich den Überblick verliere und es ist keine Hilfe in Sicht. Das mit der Hilfe anfragen ist auch so ein Ding das ich mit meinem 53 Jahren noch immer nicht gelernt habe, weil ich im Prinzip immer alles im Alleingang mache. Aber das ist ein anderes Thema…

Es half alles nichts, ich musste los. Dazwischen plagten mich Gedanken dass ich mit tödlicher Sicherheit in den nächsten Tagen krank werde, was ich mir als Freischaffender nun partout nicht erlauben kann…. (ihr seht wo dieses Blogposting hinführt?)

Ich musste nach Trier zum Perückenladen meines Vertrauens. Doch die Frau T., bei der ich nie viel erklären muss, die immer sofort weiß was ich will, war nicht da. Und dann ließ, seltsamerweise, meine Anspannung los. „Ich kanns nicht ändern. Es ist wie es nun mal ist.“

Ich kaufte ein Geschenk das mit auf die Reise geht, ließ mich in der Apotheke beraten hinsichtlich einer Reiseapotheke und gönnte mir ein Mittagessen in Osteria ( in der Brasserie Trier war alles ausgebucht)

Grüne Mini Macaronccini mit Pilzen und Speck. (sehr gut!) und dazu, weil es jetzt eh egal war, ein Glas Chardonnay und vorab ein Negroni.

Anschließend musste ich raus aus der Stadt, denn Trier platzte von Menschenmassen. Der Alkohol tat im Übrigen seine Wirkung und ich fuhr gegen halb drei entspannt mit dem Zug zurück. (Dass es ein Posting gestern und heute gab ist übrigens dem Zug geschuldet weil ich dann fast eine Stunde zum Nichtstun verdonnert bin.)

Gegen 17:00 Uhr fuhr ich los in den Norden des Landes zu einer letzten Vorstellung des Hobbykellers. Und damit ist eine „Baustelle“ zu.
Uff!
Eine weniger!

Vierfach Schalter

Eines gleich vorneweg. Es wird die nächsten Tage etwas ruhiger werden hier. Das soll aber niemanden beunruhigen. Ich habe etwas zu viel Arbeit im Moment und wenn ich dann noch mein Blog bedienen soll, was ein sehr zeitaufwendiges Hobby ist, droht mir der Kopf zu platzen. Und das kann doch niemand wollen, oder?

Das Foto machte ich schon vorgestern. Die rue des Capucins mit Sicht auf den Weihnachtsmarkt auf der Place d‘Armes.

Der Freitag war lang, zu lang. Ich merke dass ich für solche Tag inzwischen wesentlich mehr Kraft aufwenden muss als früher. Da ich zur Zeit zwischen, nicht zwei, sondern drei verschiedenen Projekten springe, müsst ihr euch das vorstellen wie ein vierfach Schalter im Kopf. Drei Positionen für Arbeit und eine kleine Zwischenposition fürs Private.

Durch den Verkehr, den ich inzwischen regelrecht hasse, wurde ein Materialtransport von einem Theater in ein anderes zu eine Geduldsprobe, doch ich hatte mir genug Luft nach hinten gelassen, dass ich nicht in Bedrängnis kam.

Am Abend dann eine Vorstellung außerhalb der Stadt, im Norden des Landes. Es war sehr schön und die Arbeit machte Spaß. Beizeiten Schluss machen ging nicht, da ich so vielen Bekannten begegnete die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Nach der anschließenden Rückfahrt fiel ich wie ein Stein ins Bett.

Aus dem Familienalbum 24

Das Foto fiel mir beim Aufräumen des Schreibtisches in die Hände. Ich hatte es schon vor Monaten rausgesucht um für diese Serie einzuscannen.

Ich muss so sieben oder acht Jahre alt sein. Was mich vor allem daran fasziniert ist der Hintergrund mit der nicht so ganz aufgeräumten Kommode.

Da wäre zum Beispiel das alte graue Telefon mit Wählscheibe. Es war aus schwerem Bakalit. Eine kleines Souvenir davon habe ich am Kopf weil mir mein Bruder einmal den Hörer auf den Kopf knallte. Der Hörer blieb heil, aber ich hatte eine heftig blutende Wunde am Kopf.

Dann wäre da die Lavalampe, von der ich nicht weiß wo sie verblieb. Irgendwann waren die Dinger nämlich außer Mode, und meine Mutter hat sie, glaube ich, entsorgt. Schade, denn sie würden sich heute hervorragend in meinem Wohnzimmer machen.

Die Bilder an der Wand sind von Großmutter Marie. Ein paar davon habe ich noch. Doch den Großteil davon aber habe ich bei Auflösung des Hauses verschenkt oder verkauft.

Auf der linken Seite sieht man etwas was Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger schwer in Mode kam. Eine sogenannte Durchreiche. Dieses Loch in der Wand zum Druchreichen der Speisen und Geschirr wurde nachträglich eingebaut. Doch viel genutzt wurde sie dann in ab den neunziger Jahren nicht mehr.

Die zwei Flaschen Martini sollten eigentlich unten im Apéroschrank stehen. Aperitif gab es bei uns immer wenn Besuch da war. Und wenn es ein Foto von mir gibt war offensichtlich Besuch da.

***

Tagebuchtechnisch war es wieder so ein Tag von dem ich nicht viel berichten kann. Zuhause saß ich hauptsächlich vor dem Rechner und zermarterte mir den Kopf über ein Projekt das es erst in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres stattfindet.

Klamotten, Brille & Rossini

Wettermäßig war der Tag zum vergessen. Es stürmte und regnete den ganzen Tag hindurch und ich wurde auch mehrfach nass.

Kostüme. Das ist wohl das Wort das den Tag am besten beschreibt. Es war eine fast endlose Angelegenheit und ich war am Ende ziemlich groggy. Jedoch bin ich froh alles gesehen zu haben was in den nächsten Wochen auf mich zukommt. Jetzt bin ich gefragt. Es gab eine Brille die es mir sehr angetan hatte.

Die Gläser lassen alles derart rot erscheinen dass man glaubt man sei in einer völlig anderen Welt. Wenn man sie dann auszieht braucht es eine Weile um sich wieder an der normale Licht zu gewöhnen.

Zwischendurch hatte ich noch einen anderen Termin der mich sehr runterzog, aber was soll man machen…

Am Abend war ich mit der D. verabredet und wir gingen in die Skybar. Es war üblich wow!!! Der Koch Renaud hat ein Gericht auf die Menükarte gesetzt das er früher auch immer Annexe gekocht hat. Jetzt da dort der Besitzer und der Koch gewechselt haben, kann er es wieder kochen.

Thunfisch Rossini.
Ich wusste gar nicht wie sehr ich den Geschmack seiner Rossini Soße vermisst hatte.

Montag GP, Dienstag PR

Montag Generalprobe. Dienstag Premiere. So könnte ich die beiden letzten Tage zusammenfassen. Und wie immer kann ich dann nur wenig berichten.

Der tödliche Unfall mit dem Kleinkind auf dem Weihnachsmarkt machte weltweit Schlagzeilen. Und es erschütterte das ganze Land dann doch eine wenig in seinen Grundfesten. So war es am Montag Abend sehr ruhig in der Stadt und alle Weihnachsmarktstände blieben geschlossen. Sehr traurige Geschichte…

Die Mutter einer meiner Arbeitkolleginnen ist hier eine eifrige Leserin (und wird sich jetzt auch wirdererkennen) So berichtete sie ihrer Tochter brühwarm, dass ich Premierengeschenke gekauft hatte, aber sie würde ihr nicht verraten was. Tja, ich muss echt aufpassen was ich hier preisgebe.

Das sind die Plätzchen.

Die Premiere lief gut obwohl alle ziemlich Lampenfiber hatten. Und ich heimste auch ein paar Komplimente ein.

Ein Sonntag in Bildern

Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht.

Das Wetter ist einem Sonntag angemessen.
8 Grad bei Sonnenschein
Eines der neuen Gebäude auf dem Boulevard Royal in das unter anderem eine FNAC und eine Gallerie Lafayette kommt.
Eine Trambaustelle
NOCH eine Trambaustelle
Die fertig frisierte Perücke für die Probe. Wartet sozusagen auf ihren Auftritt.
Ein Teil der Kostüme für die Umzüge.

Auf der Hinterbühne hörte man die Geräusche von der Place du Théâtre. Es hatte sich wieder eine Schlange an Autos gebildet die alle ins Parkhaus wollten. Es ist schließlich das erste Wochenende vom Weihnachtsmarkt und alle wollen mit dabei sein. Ich war froh dass ich zu Fuß unterwegs war.

Nach der Probe rief die A. mich an ob ich Lust hätte auf einem Absacker im Grünewald. Hatte ich. Es war wunderbar ruhig dort und wir konnten endlich mal in aller Ruhe unser beider Arbeitsalltag Revue passieren lassen. Zudem, und da bin ich ein ganz klein wenig stolz auf mich, gab ich ihr eine Idee mit auf den Weg, die wenn sie umsetzbar ist, eine Reihe von Dingen erleichtern wird.

Später am Abend las ich diese schreckliche Nachricht vom Weihnachtsmarkt.

Video, Arbeit & Sendung

Der Baum mit den Geschenkpackungen gegenüber der Place du Théâtre. Letztes Jahr hingen die Geschenke weit bis in den Februar hinein, als der ganze Rest der Weihnachtsdeko schon längst wieder abgebaut war.

Ein kleiner Exkurs in die Kosmetikwelt:
Da ich mich tagein tagaus damit beschäftige, sollte ich auch auf dem laufenden sein was es neues an Produkten gibt. Nebst der Beauty Messe in Düsseldorf (die ich aber seit 2 Jahren nicht besucht habe) und der ganz großen Beauty Messe in London, gibt es aber auch die ganzen sogenannten Influencer, die Produkte testen.
Es ist schon klar dass das nicht ohne Drama vonstatten geht. „The drama in the beauty community“ ist fast ein geflügeltes Wort.
Einer der Global Player in dieser Welt ist Jeffree Star mit seiner Marke. Der letzte große Start von einer neuen Serie an Lippenstiften und Lidschatten von Jeffree wurde von YouTuber Shane Dawson begleitet der seinen Namen und die Ideen auch dafür lieferte.
Ich hatte mir die ersten Episoden der Serie The beautiful World of Jeffree Star über die letzten Wochen angesehen und lernte dabei so einiges über Produktentwicklung hinzu. Am 1. November war der Verkaufsstart und aus reiner Neugier schaute an dem Tag im Shop von Jeffree Star vorbei. Die Seite stand still. Ich konnte mir nicht einmal die Produkte ansehen, und wenige Stunden später war alles ausverkauft.
Gestern erschien die Episode vom Verkaufsstart und obwohl ich ja wusste dass das Internet kollabiert war, hatte ich allein beim Zuschauen Herzrasen als alle am Tisch saßen und deswegen durchdrehten.

Am frühen Nachmittag dann ab ins Theater. Und während ich hinter der Bühne saß, überlegte ich mir was ich danach tun könnte da der Kühlschrank nicht viel hergibt um mir zu hause was zu kochen.

Der Grünewald war ausgebucht. Zum lange rumlaufen oder fahren hatte ich aber auch keine Lust. Außerdem war es schon nach acht. Also ging ich seit ewigen Zeiten mal wieder in die Brasserie du Cercle. Früher war das eine der seltenen Adressen bei denen man auch noch nach 22:00 was zu essen bekam und war somit eine gern genommene Gaststätte für Premierenfeiern. Das hat sich inzwischen geändert, denn die Feiern von Theaterpremieren werden von Theater selbst organisiert.

Ich hatte Glück und bekam einen Tisch, weil ich alleine war. Es wurden nach mir sehr viele Leute abgewiesen die fast im Minutentakt fragten ob noch ein Tisch zu bekommen sei. Ich hatte seit ewigen Zeiten mal wieder ein Cordon bleu, das aber nur mittelmäßig schmeckte. Abgelichtet hatte ich es nicht.

Am Tisch neben mir nahm zwei Paare Platz mit einem Kind. Die eine Frau kannte ich. Sie war eine der Nachbarskinder aus meiner Straße in der Alten Heimat. Ich kannte sie nicht besonders gut weil sie gute 15 Jahre jünger ist als ich. Ich kannte ihre ältere Schwester besser.

Und wieder einmal rieselten Erinnerungen auf mich ein wie dichter Schnee…

Sie wohnten in einer Doppelhaushälfte, der einzigen die es in der Straße gab. Das ganze Haus war in all den Jahren mehrfach verkauft worden. Die Gründe dafür weiß ich ich nicht mehr. Alle anderen aus der Straße hatten selbst gebaut und wohnten noch immer im Eigenheim. Somit waren sie die Außenseiter…

Und immer wieder laufen Bilder in meinem Kopf vorbei die bisweilen sehr verstörend sind und mich an lang vergessene Geschichten erinnern, die nicht die meinen sind, von denen ich doch irgendwie ein Teil war.

***

Ich bin euch noch den Link der letzten Sendung NO ART ON AIR schuldig die bereits am Donnerstag ausgestrahlt wurde und in der ich mitgewirkt habe.

Viele kleine Lichter

Am Morgen eine größere Umänderung an einer Schauspielerin. Mehr kann ich drüber nicht schreiben.

Am Nachmittag Arbeit im Theater die kein Getrödel duldete. Aber es ging alles gut und machte Spaß.

Das Foto oben ist übrigens mein kleiner Maskentisch hinter der Bühne. Hier noch sehr voll beladen, weil noch nicht ganz klar war was ich wirklich brauchen würde. Morgen wird das weniger sein.

Nach der Probe taute ich mich was:

Seit gestern steppt der Weihnachtsmannmarkt. Ich wollte dothin, weil es das einzige Mal im Jahr ist ,dass der Marseille Seifenstand hier ist und ich nicht im Internet bestellen muss. Letztes Jahr schon kaufte ich all meine Seifenstücke dort und das reichte für das ganze Jahr.

Ich kaufte ein paar Seifen und sah dass sie inzwischen Shampoobars haben. Ich werde morgen früh nochmal hingehen wenn es etwas ruhiger ist und den Stand leerkaufen…

Anschließend ging es zum Rooftop wo ich schon lange nicht mehr war.

Auf Fotos gibt die Bar schwer was her. Es war ruhig gestern und so jetten der F. Und ich seit langem einmal wieder Zeit zum plaudern.

Grässliche Besinnung

Ich wachte mit Kopfschmerzen auf. Der Grund war simpel. Ich hatte mir am Abend davor beim Chinesen ein viertel Wein bestellt das der Kellner beim servieren der Speisen über den Tisch schüttete, als ich es etwas mehr als über die Hälfte leergetrunken hatte. Er entschuldigte sich und brachte ein neue volle Karaffe. Somit hatte ich fast einen halben Liter Wein intus der, leider nicht der Beste war.

Telefonate und Mails hielten mich den Rest des morgens gehörig auf Trab. Doch eigentlich hatte ich Lust rauszugehen, obwohl es kalt und feucht war.

Also zog ich gegen Mittag los. Da ich keine Lust hatte ins Auto zu steigen, nahm ich, wie in letzter Zeit fast immer, den Zug und fuhr nach Trier. Ich kaufte die Premierengeschenke für kommende Woche. Ich bin darin in den letzten Jahren etwas einfallslos geworden. Es werden meistens für jeden eine Tüte Plätzchen der Konditorei Mohr.

Und während ich darauf wartete dass die Bestellung fertig wird, sah ich eine Frau mit Rock und Mantel, vobei der Rock unter dem Mantel hervorschaute:

Meine Großmutter die jahrelang ein Bekleidungsgeschäft führte, hatte dafür einen Spruch auf luxemburgisch. „D‘Vesper ass mei laang wéi d‘Houmass.“ (Die Vesper ist länger als das Hochamt.) Gibt es den Spruch auch im Deutschen?

Als ich wieder am Bahnhof war sah ich auf der Anzeige dass mein Zug gestrichen war. So hatte ich fast eine Stunde zum rumtrödeln.

Und wieder kreisten meine Gedanken um Dinge aus der Vergangenheit. Manchmal macht mich das wahnsinnig. Es sind kleine Begebenheiten, Anekdoten immer im Zusammenhang mit lange verstorbenen Menschen aus meinem Umfeld, immer so als ob ich zurückkatapultiert werde, als ob mein Leben nicht weitergegangen wäre, als ob ich steckenbleiben würde. Für gewöhnlich schreibe ich es der Jahreszeit zu. Wenn die Tage kürzer werden, die Nächte länger und die grässliche ‚besinnliche‘ Zeit anfängt, habe ich immer diesen Hänger. Doch dieses Jahr empfinde ich ihn als besonders schlimm.

Im Zug fing ich an das Blogposting vorzuschreiben. Eigentlich hätte ich mich am Abend mit der A. treffen sollen doch sie hatte schon was vor. Also ging ich sofort nachhause.