Weltreise Tag 66: Abreise

Abreise

So sieht es aus hinter den Hotel, heute am letzten Tag vor meiner Abreise.

Ich möchte noch von einer neukaledonischen Eigenheit erzählen.

Wie im deutschen kann man auch im französischen siezen und duzen. Die Grenzen sind ganz klar wann man das eine oder andere macht.  Hier in Neukaledonien, ab einem gewissen Grad wechselt man ohne Ankündigung zum Du über. Es überraschte mich immer wieder, wie oft das passierte. Sogar heute die morgendliche Bedienung am Frühstücksbuffet, fing an mich plötzlich zu duzen, weil sie mich jetzt über all die Tage kannte.
Der erste Taxifahrer der mich zum ersten Termin in der Klinik fuhr, ging auf der Rückfahrt im Gespräch auf plötzlich ohne Ankündigung zu Du über. Es passierte mir noch ein paar mal und es irritierte mich immer wieder.
Doch so wie es scheint ist es ein Zeichen der Sympathie und Zuneigung und wahrscheinlich auch Respekt des Gegenüber. Ich tat mich schwer damit auch zum Du zu wechseln und dreht dann meine Sätze so dass darin kein direkte Anrede mehr vorkommt. Das Verrückte dabei war, dass es dabei nicht auf den Altersunterschied ankommt, wer damit anfängt.
Sehr seltsam.

Und das war es von der Weltreise. Gegen 21:00 werde  ich zum Flughafen gefahren und gegen 1:00 Uhr werde ich nach Tokio fliegen, von dort  aus weiter nach Amsterdam und nach Luxemburg.

Irgendwie kann ich es nicht richtig fassen, dass es zu Ende ist und dass so enden musste.  Dass mich die Reise verändern wird war klar, doch was letztendlich passierte, ….
Else Buschheuer, schrieb früher über solche Dinge, als sie noch bloggte, dass es eine Lektion in Demut sei. Vielleicht sollte ich es auch einfach solches annehmen, und den Rest der Reise nächstes oder übernächstes Jahr nachholen.

Wir lesen uns in Luxemburg.

Weltreise Tag 65: Ein Minispaziergang

Minispaziergang

Wenn man über das Restaurant den Hotelkomplex verlässt, kommt man direkt an den Strand von Anse Vata. Es wehte ein kleines fast frisches Lüftchen und da heute Sonntag ist und nicht viel Betrieb wie unter der Woche, beschloss ich einen kleinen Spaziergang zu wagen.
Direkt gegenüber der Bucht befinden sich zwei kleine Inseln. (Foto) Vom 4. Stock meines Zimmers aus sehe dass es zwei Stück sind. Die vordere heißt Ilot Canard, die hintere Ilot Maître.

Der Strand ist sehr sauber aber sehr schmal. Ich schaute mir ein wenig die Nachbarschaft an. Ein paar wenige Geschäfte, ein paar Restaurants. Nichts wirklich weltbewegendes. Wenn ich etwas Abwechslung wolle, dann müsste ich wahrscheinlich bis in die nördlichere Bucht wandern, die ‚Baie des Cirtons‚. Da ich keine Schmerzmittel mehr nehme, machte mein Bäuchlein den Wanderspaß aber nur eine kurze Weile mit, danach musste ich umkehren.

Ich merkte, dass die Entscheidung von Anfang an im Restaurant des Hotels zu speisen die richtige war. Es ist zwar immer nur Buffet, aber es ändert alles jeden Tag, und jetzt nach einer guten Woche merke ich erst dass sich die Gerichte wiederholen. Es ist alles super gesund mit vielen frischen Zutaten. Und selbst wenn es für ein Buffet dieser Qualität und für unsere Verhältnisse irre teuer ist, hätte ich was anderes nicht essen wollen.
Wenn man sich nur am Salatbuffet bedient, was ich die meiste Zeit tue, mit einer kleinen Flache Tafelwasser, habe ich jeden Abend für fast 28€. Wenn ich mir noch ein Glas Wein dazu gönnte, waren es je nach Wein direkt noch mal 10-15€ mehr. Dabei war nicht ein Wein davon wirklich lecker und ich ließ ihn dann weg. Wenn ich das komplette Menü nehme liegt der Preis bei ungefähr 85€!

Etwas anderes, das ich heute an mir feststellte, ist dieses „devenir mou“, dieses Weichwerden. Nicht nur körperlich sondern auch in Kopf. Ich nehme an dass es mit der beständigen Wärme zu tun hat und dem hohen Level der Luftfeuchtigkeit die nie auf ein „europäisches Niveau“ sinkt. Man wird immer ‚weicher‘ in den Bewegungen und im Denken. Es fühlt sich entspannt an, ist es aber nicht. Eine vom Körper erzwungene Entspanntheit. Ich weiß, es klingt widersprüchlich, aber anders kann ich es nicht erklären. Wer weiß, vielleicht hätte ich es genießen können wenn ich durch die OP nicht so ausgebremst worden wäre.

Ein Tag noch.

Weltreise Tag 64: Nicht der erhoffte letzte Tag

Tag

Ich würde diesem Abschied gerne etwas schönes oder gutes abgewinnen, doch ich kann es nicht. Ich habe die letzten Tage wirklich versucht so positiv wie möglich durchzukommen, und wenn man das Personal des Hotels fragen würde , war Herr Joel.lu  bestimmt ein sehr netter Mann.
Ich aber will nur noch weg.

Der Anruf gestern Abend von der Versicherung dass ich erst in der Nacht von Sonntag auf Montag hier wegkomme, verdarb mir das Abendessen. Ich hatte so sehr gehofft dass es schon am Samstag sein würde… Aber nein…. Zumindest konnte ich durchsetzen dass ich Business Class fliege. Mein armes  geschundenes Bäuchlein über 18 Stunden Flug in einem Economy Sitz eingeklemmt….nein!
Dann hätte ich meine Reiseagentur in Luxemburg machen lassen, die mir übrigens die gesamte Zeit mit Rat und Tat zur Seite stand zumal
„Vielen Dank K. du bist die absolut beste Reiseveranstalterin der nördlichen Heimsphäre, auch für gestrandete Weltenbummler mit geplatztem Blinddarm!!!“

Danke auch an die luxemburgische Post die sich plötzlich sehr besorgt zeigte ob der Telefonrechnung und mir eine SMS schickte ob etwas nicht stimmen würde.  Ja tut mir leid Post, das kann ich leider nicht ändern. Es sei denn ihr schleudert der kaledonischen Post ein nasses Handtuch um die Ohren, damit in Sachen digitale Kommunikation endlich den A…. bewegen.

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Und dann viel mir beim Aufwachen heute siedend heiß ein, dass ich die Weltreise ja in Berlin beenden wollte, auf der re:publica! Zur re:pupblica gehe ich auf jeden Fall, selbst wenn mir ein Krokodil noch ein Bein abbeißen sollte. Da muss ich also noch was ändern.

Als ich dann in die Mails sah, wurde nochmal alles um einen Tag verschoben…wegen der Streiks von Air France. Ich konnte mich nicht einmal darüber aufregen. Ich fliege also definitiv erst am 27.6 aber dafür sind die Zwischenaufenthalte kürzer und der ganze Flug insgesamt ist kürzer.

Wettermäßig ist es sehr bedeckt heute und das wird sich auch nicht ändern.

 

Also wird morgen nicht mein letzter Tag sein sondern erst übermorgen.

Weltreise Tag 63 : Blitze und Donner

Das Wetter schlug um.
Gleich nach den Abendessen ging ein tropischer Regenguss nieder, wie ich sie nur von hier kenne. Zuhause, selbst bei Sommergewittern, habe ich das so noch nicht erlebt. Während der Nacht schreckte ich mehrfach hoch weil sich ein Donnerwetter dazu gesellte, und die Einschläge der Blitze ziemlich nah waren.
Und doch, wie jeden Tag pünktlich um morgens um 5, erwachte ich ohne Wecker. Es ist dann noch stockdunkel aber man hört die ersten Vögel und in einer Stunde ist es taghell.
Der Tag versprach ob des nächtlichen Regens sehr feuchtheiß zu werden.

Ich habe mir bereits zusammengelegt was ich für die Reise anziehen werde. Lange Jeans, ein paar topmodische, hochelelgante weiße Kompressionsstrümpfe, zur Vermeidung von Reisethrombosen.  Für gewöhnlich ziehe ich so etwas nicht an. Doch jetzt nach der OP sahen mich alle im Krankenhaus an als ob es unter Strafe stehen würde, keine anzuziehen. Also füge ich mich. Zudem hat man mir noch eine Antithrombosen Spritze mitgegeben die ich mir vorher in den Oberschenkel jagen soll. Ich der immer eine gehörige Aversion gegen Spritzen hatte…. nun ja.
Ein Langarm Sweater den ich extra für die etwas kühleren Tage in Ushuaïa eingeplant hatte. Davon habe ich zwei Stück mit, von denen ich noch keinen angezogen habe. Dann wäre da noch meine Lieblings Angorajacke, die ich jeden Winter anhabe weil sie sehr dünn ist und doch unglaublich warm hält. Doch die wird vorerst im Rucksack verstaut und kommt erst in Europa zum Einsatz. Und dann die obligate Fließjacke.

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Was mich seit gestern am meisten mürbe machte, war das Warten auf eine Antwort. Das Warten auf einen Moment in der Zukunft in der es endlich weitergeht. Ich kann mich für gewöhnlich sehr gut beschäftigen und habe eigentlich nie Langeweile. Früher nannte man das in elitären Kreisen, sich in Muße üben. Doch gerade jetzt fällt es mir besonders schwer.

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Ich wollte noch erwähnen was ich zur Zeit lese. Den Margret Atwood Roman habe zur Seite gelegt, da ich nur sehr leichte Lektüre vertrage. (So wie mein Gedärm leichte Kost) Renée hatte mich in den Kommentaren schon vor einigen Wochen auf eine Krimiserie hingewiesen von Mario Giordano: Tante Poldi und
Ich habe den ersten Roman begonnen muss aber sagen, dass Giordano keinen besonders guten Schreibstil hat, der sich locker wegliest es holperig und stellenweise gequält lustig. Zudem ist mir seine Hauptprotagonisten Poldi nicht sehr sympathisch und die Beschreibungen von ihr sind widersprüchlich. Trübsinnig, depressiv, dem Alkohol verfallen einerseits, und dann wieder zielstrebig, emsig, lustig, Männerfressend. Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Nach drei Kapiteln habe ich aufgegeben.

Ich erinnerte mich an eine Serie die ich vor fast 20 Jahren gelesen hatte, als Katzenkrimis noch schwer in Mode waren. Rita Mae Brown mit Mrs.Murphy ist wahrscheinlich die bekannteste Schriftstellerin von diesem Genre. Doch die Schrifstellerin die ich meine heißt Lilian Jackson Braun mit ihrer 30- bändigen Serie: Die Katze die…
Soweit ich mich noch erinnern kann lasen die ersten 20 Bände locker weg, danach schwächelte die Serie etwas.

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Am späten Morgen rief die Versicherung an und versprach am frühen Abend sich noch einmal zu melden wegen der Details des Fluges. Den Rest des Tages verbrachte ich mit lesen des Krimis und mich nicht zu sehr draußen zu bewegen weil es wieder so irre feucht war.

 

Weltreise Tag 62: Blick in den Spiegel

Der größte blaue Fleck der während einer Blutabnahme entstand. Es gab noch viele andere, aber das war der spektakulärste. Ein bisschen weiter unten an Oberarm sieht man noch den letzten Rest der Vene die irgendwann den Katheter nicht mehr wollte.

Im Hotelzimmer habe ich drei große Spiegel hängen, die mir die letzten Tage sehr von nutzen waren wenn ich die Pflaster wechseln wollte. Der Bauch war immer noch geschwollen wegen der Gase und ich konnte nicht nach vorne bücken um zu sehen was ich da tat.
Als ich mich heute in einen von den besagten Spiegeln anschaute, entdeckte ich zum ersten mal Dinge an mir die einen alten Mann ausmachen. Es würde zu weit führen euch genau zu sagen was es war, aber der mir so vertraute Gesamteindruck, war anders.
‚Hirngespinste, dachte ich noch, doch jetzt da ich es niederschreibe… Ich werde es im Auge behalten.

Am Morgen hatte ich einen weiteren Termin in der Klinik. Es ging schon damit los, dass die Versicherung an Ort und Stelle das Taxi zur falschen Uhrzeit gebucht hatte. Also musste ich mir ein Taxi suchen und selbst bezahlen. Hinzu kommt dass die Taxifahrer keine Visa Karte nehmen, was dem Fehlen des 4G geschuldet ist. Also musste ich erst los und ein Geldautomaten suchen.
Natürlich war meine Chirurgin nicht da, natürlich stand sie im OP, natürlich war nicht klar wann sie Zeit für mich hätte und ob überhaupt. Die Sekretärin nahm die Sache dann in die Hand schrieb eine Erklärung vor, die die Ärztin zwischen zwei OP’s unterschrieb.

Und jetzt warte ich auf eine Antwort….
Wann geht’s nach hause?

Weltreise Tag 61: Room With A View

So ganz ohne Bild sehen die Einträge doch sehr fade aus, oder? Das hier ist der Blick vom Balkon in den Hinterhof vom Hotel, oder besser gesagt in den Vorderhof.  Es ist ein wenig verdreht. Der Haupteingang mit Parkplatz und großer Eingangshalle befindet sich in einer Seitenstraße, während die Hauptstraße und der Zugang zum Meer sich eigentlich den hinteren Teil der Komplexes ausmachen. Das hat den Vorteil, dass auf der Hauptstraße das Restaurant und die Bar des Hotels stehen, die, so wie ich das bis jetzt beurteilen kann, auch so manche Kunden von außerhalb anlockt.

Den Titel habe ich nicht nur wegen das Fotos gewählt. Room With a View ist immer noch einer meiner liebsten James Ivory Filme, den ich übrigens vor ein paar Tagen hier auf einem französischen Sender sah. Zudem ist Ivory ja dieses Jahr mit einem Oscar ausgezeichnet worden für das beste adaptierte Drehbuch. Die Kaltmamsell hat sich den besagten Film Cal Me By My Name angesehen und schreibt darüber. Und ich freue mich darauf wenn ich ihn mir zuhause ansehen kann.

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Über FB erreichte mich ein Foto aus den Staaten:

Der Musiker S. der eine längere Auszeit nimmt zusammen mit seiner Frau S. sind gerade in Florida unterwegs und schickten mir dieses Foto, wahrscheinlich aus einem Restaurant.

Lustigerweise ist zur Zeit mein Lieblingsweißwein, Sauvignon Blanc. Nur der Name ist, wie soll ich sagen… für mich etwas zu hoch gegriffen?
Ich sah mich noch nie als höheres Wesen das verehrt wird.

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Gesundheitlich bin ich fast wieder ganz hergestellt. Der Bauch fühlt sich  jedoch immer noch so an als ob er mit viel Liebe behandelt werden muss.  Ich versuche mich so gesund wie nur möglich zu ernähren und ihm nur Sachen zu geben die nicht schwer verdaulich sind. Milchprodukte lasse ich zur Zeit ganz weg, weil ich auch schon davor Probleme hatte und erst vor einem Tag aufgehört habe Antibiotika zu schlucken. Beides verträgt sich nämlich gar nicht.
Morgen ist der Tag der Entscheidung. Aber das erzähle ich euch dann.

Weltreise Tag 60: Regenzeit

„Es ist Regenzeit hier, sagte die Bedienung gestern am Frühstücksbuffet. Nicht weiter ungewöhnlich“
In der Nacht ging ein heftiger Wolkenbruch nieder.
Dafür war es am Nachmittag dann wieder fast so schwül wie am ersten Tag an dem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde.

Dieses Hin und Her mit der Versicherung bereitete mir eine schlaflose Nacht. Ich telefonierte heute morgen noch einmal und dann war einiges klarer. Ich erspare euch die genauen Details, denn je mehr ich darüber nachdenke, je wütender macht es mich. Das hat alles nichts mehr mit Entspannung und Vorbereitung für die lange, sehr lange Heimreise zu tun.

Zudem fühle ich mich eingesperrt. auf mehrfache weise. Da ich immer noch mehrmals am Tag immer wieder eine Stunde oder mehr wegnicke, mag ich mich nicht zu weit vom Hotel entfernen. Zudem ist Neukaledonien richtig, aber so richtig richtig teuer. Ich hatte ja schon Sydney als teure Stadt erwähnt. Neukaledonien schlägt die Stadt um Längen. Das heißt so kleine Shoppingfluchten, sind finanzieller Selbstmord. Was mich aber am meisten stört ist der Rückständigkeit puncto Internet. Ich hatte bereits hier darüber geschrieben.

Weltreise Tag 59: Parallelwelt

Kennt ihr das, wenn mein eine schwerwiegende Entscheidung getroffen hat und darauf wartet sie eintritt und die Zeitspanne bis dahin zieht sich wie Kaugummi in die Länge?

Ich fange an mich wie in einer Parallelwelt gefangen zu fühlen. Ich könnte noch ein wenig mehr herum wandern und  das eine oder andere erkunden. Doch muss ich vorsichtig sein, denn mein Darm ist noch nicht so zuverlässig wie er es mal war, und ein Klo in der Nähe ist immer willkommen.  Zudem habe ich nicht wirklich Lust mir jetzt noch viel anzusehen. Ich habe beschlossen dass Schluss ist, also IST jetzt Schluss.

Am Morgen hatte ich noch einmal ein Termin im Krankenhaus wegen der letzten drei Klammern die noch im Bauchnabel steckten. Nur um mir dann noch einmal ein Termin verpassen zu lassen, beim Arzt diesmal, den ich wirklich nicht brauche und dieses Fit to FLy Dokument zu kriegen ohne dass mich die Versicherung nicht fliegen lässt. Der letzte Stand war dass die Versicherung den zweiten Termin beim Arzt nicht bezahlen will.
Wie gut dass ich in der Hinterhand noch meine Reiseagentur habe die mich auch nach Hause fliegen wird, ohne diesen Zettel.

Es ist gerade ein bisschen Murks mit Versicherungen angesagt.  Ich hab ja sonst nichts zu tun!

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Frau Gröner vertwitterte einen Artikel über jemanden der im Netz des Hartz 4 regelrecht gefangen ist und nicht herauskommen kann.

https://twitter.com/ankegroener/status/975321640832720896?s=21

 

Weltreise: Mobiles Internet – Ein Fazit

Diesen Post habe ich in Bali angefangen weil ich mir dachte dass, wenn ich dies alles erst am Ende zusammenschreiben muss, vergesse ich die Hälfte. Es geht vor allem um Zugänge zum Internet. Ich habe habe schon oft auf Reisen gemerkt, dass es nicht immer so einfach ist. Nun hat sich das ja innerhalb Europa drastisch geändert seitdem das Roaming aufgehoben wurde.
Hier also nun Schritt für Schritt für alle Etappen der Reise, bis Neukaledonien.

1. Singapur
Am Flughafen fand gleich beim Ausgang ein Stand mit Internet Sim Karten fürs Handy. Man tauscht sie gegen die eigene Karte aus (die man NICHT wegwirft, sondern sehr sorgsam aufbewahrt!!!), und sofort ist man internetfähig. Der Nachteil: man kann nicht mehr über die eigene Handynummer angerufen werden. Das hielt ich für ein Problem zumal wegen Whats App, da es ja mit der Handynummer funktioniert.
Dem ist nicht so, zumindest nicht mit dem iPhone. Öffnet man die Whats App merkt sie sofort, dass da eine neue Karte drinsteckt und fragt dich dann ,ob sie ein neues Konto eröffnen soll oder mit der alten Nummer weiterfahren soll. Natürlich fährt man mit der alten Handynummer weiter. Man kann dann auch problemlos über Whats App anrufen oder angerufen werden. Die Verbindung ist übrigens von sagenhaft guter Qualität.
Eine Karte für 10 Tage mit sagenhaften 150 GB kostete 30 Singapur Dollars, was ungefähr 20.-€ sind. Es gibt mehrere Anbieter von solchen Karten.
Singapur ist auf den neuesten Stand und man hat überall 4G.

2. Bali (Indonesien)
Die gleichen Internet Karten gibt es auch in Bali für 165.000 Rupien (9.90€) für 15 GB, was völlig ausreichend ist, für die Zeitspanne von 8 Tagen in denen ich dort war. Allerdings fand ich sie nicht am Flughafen selbst. Es gibt aber kleine Internet- und Handyläden wie Sand an Meer. Das Netz ändert hier beständig zwischen LTE (also 4G) und 3G.
Was das Dating angeht, ist es hier ein bisschen kniffelig. Es sind eine Menge Apps und Internet Seiten gesperrt, weil sie gegen moralische Regeln verstoßen. Die Gay Romeo Seite geht z.B. nicht. Man muss sie mit dem anderen Namen Planet Romeo aufrufen. Eine ganze Reihe von bekannten Dating Apps sind auch gesperrt. Doch gibt es auch hier Wege mit Proxi Apps es zu umgehen.

3. Australien
In Australien funktioniert es nicht anders als in Bali und in Singapur, mit dem Unterschied dass ich hier auch eine Telefonnummer habe. 15 GB für 10 Australische Dollar. Da ich aber über ein Monat hier bin muss ich verlängern, denn die Karte verliert nach 28 Tagen ihr Gültigkeit.  Und die Verlängerung wird dann richtig teuer im Vergleich zu den läppischen 10 Dollar davor. Da ich hier aber richtig davon Gebrauch mache, weil das WLan in verschiedenen Hotels (vor allem Ibis Brisbane) nicht besonders ist, lasse ich auch den PC über das Datenvolumen vom Smartphone laufen.

4. Neukaledonien
Ich fühlte mich 10 Jahre zurückversetzt. Es gibt hier nur einen einzigen Netzanbieter, der allem hinterherhinkt. So gibt es zum Beispiel auf der ganzen Insel kein 4G. Da hier noch alles auf 3G Basis funktioniert, gibt es auch kein Grund extra Sim Karten herauszubringen die sich auf mobiles Internet konzentrieren. Die meisten Hotels bieten gratis WiFi an aber mit einer Begrenzung vom Datenvolumen von 250MB pro Tag. So war es in dem beiden Hotels in denen ich einquartiert war.  Wenn man mehr will wird es teuer. 7000 Francs CFP (59€) muss man für 5GB zahlen.

 

Weltreise Tag 58: Stillstandstag

An diesen Stillstandstagen, oder white noise days wie man sie heute nennt trotzdem was im Blog zu haben ist eine der kleinen Herausforderungen denen ich mich der nächsten Tage stellen werde.

Gesundheitlich geht es bergauf. Der Bauch ist stellenweise immer noch etwas hart und wenn ich in den Spiegel schaue ist diese enorm aufgeblasene Wampe fast ganz weggeschrumpft. Das Kissengerüst das ich mir gebaut hatte konnte ich ebenfalls soweit abbauen. Doch die ganze Batterie an Pillen die ich morgens noch schlucken muss, machen gleich nach den Frühstück wieder schläfrig.

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Als mich das Shuttle Taxi zum Hotel fuhr fuhren wir an einer Fabrik vorbei. Der Fahrer meinte es sei die rote Lunge Neukaledoniens. Eine Nickel Mine. Es ist eine der Haupteinskommenquellen auf der Insel. Nicht schön.

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Im Dashboard meines Blog sah ich dass jemand einen 12 Jahre alten Beitrag angeklickt hatte. Ich musste lachen als ich das Foto von Beitrag sah.

Das Foto ist gute 5 Jahre älter als der Beitrag. Es war zu einer Zeit in der ich viel zwischen Berlin und Luxemburg pendelte, weil ich dort eine Liebelei am laufen hatte. Die Luxair flog noch Tempelhof an und es reichte dicke wenn man 40 Minuten vor Abflug am Schlater war.  Es war zu einer Zeit als die recycelten Taschen aus LKW Planen schwer in Mode kamen. Ich MUSSTE eine haben, als ob es um Leben oder Tod ginge. Nicht irgendeine Tasche es MUSSTE die aus der Schweiz der Gebrüder Freitag sein. Und das war sie! Ich habe diese Tasche übrigens immer noch. Alle anderen die später folgten habe ich vor ein oder zwei Jahren weiterverkauft.

Weltreise Tag 57: Unerträgliche Hitze

Selten beschwere ich mich darüber, dass es zu warm ist.  Doch auch die Einheimischen klagen seit zwei Tagen und die Luftfeuchtigkeit ist ungewöhnlich hoch. Hinzu kommt, dass ich mit Antibiotika & Co. vollgepumpt bin und auch nur bei der geringsten Anstrengung einen Schweißausbruch habe.

Diese schweren Hitzetage sind, so erklärte man mir, die Nachwehen des Sturmtiefs und absolut nicht ungewöhnlich.

Also bleiben wir mal hübsch drinnen bei Klimaanlage und 24 Grad.

Ich baute mir gestern im Bett mit allen Kissen vom Sofa und Bett eine etwas seltsam aussehende aber angenehme Rückenlage, damit ich schlafen kann. Waagerecht liegen geht noch nicht, da ich dann immer die Tendenz habe mich auf den Bauch zu legen, und das geht noch gar nicht. Also schlafe mehr schlecht als recht halb aufrecht sitzend.

Genau einer Woche nach der OP funktioniert der ganze Dramtrakt übrigens wieder perfekt.

Gegen Abend jedoch wurde es merklich besser und die Luftfeuchtigkeit ging zurück…uff

***

Schönes Interview meiner Innerarchtektin Do Demuth im Journal: Die Seele der Substanz. Sie stand mir das ganze letzte Jahr mit Rat und Tat zur Seite für die neue Wohnung. Das kleine Studio davor hatte sie auch konzipiert.

Alles, was vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, zeugt richtig von Liebe zum Detail. Da gibt es wunderschöne Dekorelemente, tolle Zierleisten an den Decken und Türen mit Ornamenten. Nach dieser Zeit ging es vor allem darum, schnell und billig zu bauen. Heute ist das leider auch so… Im Privatbereich … herrscht Monotonie, man fühlt sich wie in einem Käfig oder einer Kiste, und es ist eigentlich egal, wo man mit der Kiste steht. Meiner Meinung nach hat dies auch einen Einfluss auf die Moral und das Leben…

 

Weltreise Tag 56: An Tröpfen hängen!

tröpfen

Ich sitze hier, lächele und denke daran, dass ich gestern noch im Bett des Krankenhauses lag und plötzlich sah, dass es auf dem Fernseher mit Touchscreen der vor mir schwebte, wie früher beim Friseur die Tockenhauben, auch ein Browser eingebaut ist! Ich hatte ihn all die Tage total übersehen. Es war aber so ein sehr veralteter Browser, bei dem Webseiten zum Mails abrufen z.B. laut aufschreien, und dich nicht reinlassen, da sie glauben du bist ein Virus. Irgendwie schaffte ich es doch mit sehr viel Geduld mich in die Homepage einzuloggen und die drei Sätze von gestern zu schreiben.

Übrigens vielen Dank für all die Genesungswünsche!
Es mich sehr gefreut, da ich mich die letzten Tage oft sehr einsam gefühlt habe.

Aber der Reihe nach.

Wir waren beim angekündigten Zyklon stehengeblieben. Der Zyklon kam, doch er hieß einwöchiger Wolkenbruch. Auf anderen Inseln vor Neukaledonien hatte er bisschen was überflutet, aber nichts was der Rede wert gewesen wäre. In Noumea war es erst mal drei Tage hintereinander fast stockdunkel mit Dauerregen und Wind.

Und jetzt beim schreiben und nachlesen merke ich erst, dass es da ja noch ein Mietauto gab, das ich nie abgeholt habe.
Am Donnerstag Nachmittag überfielen mich leichte Bauchkrämpfe die sich aber anfühlten als wäre es wieder eine leichte Magenverstimmung. ‚Nicht schon wieder!, dachte ich noch. Ich legte mich mit einer selbst gebastelten Wärmeflasche aus einem heißen nassen Handtuch in einer Plastiktüte hin, und schlief ein, weil das ganze Gedärm ein wenig entkrampfte. Doch als ich dann später aufwachte, war es so schlimm, dass ich den Koffer fluchs wieder zusammenpackte und in die Rezeption ging just schließen wollte. Man orderte mir ein Shuttle Taxi, da für akute Bauchschmerzen die sich schon sehr nach Blinddarm anfühlen hier KEIN KRANKENWAGEN KOMMT!!! Zum Glück kam ein paar Minuten später ein Bekannter der Frau am Empfang und ich wurde sofort in das einzige aber dafür sehr große und brandneue Krankenhaus der Insel in die Notaufnahme gefahren.  Es war gottlob ruhig und ich kam sofort dran.

Die Versorgung im Krankenhaus lief dann wie am Schnürchen. Gewaltige Mengen an Schmerzmitteln verschafften dann endlich ein bisschen Linderung. Die Perfusionsbeutel auf dem Foto oben sind tatsächlich meine und es waren zu einem Zeitpunkt sechs verschiedene.  Ein Ultraschall bestätigte, dass es der Blinddarm sei, doch der Scanner zeigte, dass es sehr ernst ist. Er war geplatzt und bildete schon Nekrosen.
Ich erspare euch den Rest, da ich ihn auch gerne vergessen will. Nur so viel. Ich erwachte in der Reha und bekam nicht richtig Luft. Man hatte mich intubiert, da ich durch das Bauchaufblasen mit Gas wegen Mikrochirurgie, plötzlich an Sauerstoffmangel litt. Es ist eines der ekeligsten Gefühle das ich je hatte, wenn du aufwachst und einatmen willst aber eine Maschine hindert dich daran weil sie ihren eigenen Rhythmus vorgibt.

Jetzt heißt es nur noch warten dass der Darm, der es gar nicht mag, wenn man ihn anfasst, sich langsam wieder von selbst bewegt und die Gase ableitet. (das muss ich jetzt nicht erklären, oder?)

***

Heute wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, in ein anderes Hotel gefahren, das die Versicherung ausgesucht hat. Wie es hier so ist werde ich morgen schreiben.

In diesem Zusammenhang möchte ich meinen Luxlesern wirklich die CMCM ans Herz legen. Da hat alles geklappt, doch man muss zwei Dinge wissen. Im Prinzip steckt die IMA Benelux dahinter. Und Krankenhäuser rufen die Nummer die auf der Mitgliedskarte steht, nicht von selbst an. Es ist ein Auslandsgespräch und es könnte Geld kosten!!! Letzter Satz ist ein Unterstellung aber ich wette dass sie es deswegen nicht versucht haben. Darum wenn es nur irgendwie geht, während der Einlieferung unbedingt selbst anrufen!

Ich habe beschlossen die Reise hier zu beenden.
Die Chirurgin hat mit mir sowieso eine direkte Weiterreise absolut nicht angeraten sondern erst wieder in 8 Tagen in einen Flieger zu steigen. Und es wäre unverantwortlich mich jetzt in weitere Länder und Orte zu begeben, von denen ich jetzt schon weiß, dass sie gesundheitstechnisch sehr viel unterversorgter sind, als Neukaledonien. Und wenn ich ehrlich bin habe ich nach dieser gewaltigen Ausbremsung, nicht gleich wieder die Kraft so weiterzumachen als ob nichts gewesen wäre.
Einerseits ist es eine bittere Enttäuschung, die mich schon ein paar Tränen gekostet hat, weil da noch ein paar Orte gewesen wären, die mir auch emotional sehr viel bedeutetet hätten.
Doch wenn ich mir dann vorstelle weiterzumachen, schreit alles in meinem Körper NEIN.

Also wird es wieder von hier zurück nach Luxemburg gehen, aber erst in acht Tagen.

 

Weltreise Tag 46: Ein Zyklon?

Und während ich den Text von gestern schrieb, fragte ich mich nach dem Kosten/Nutzen Faktor.  Wenn ich hier auf der Insel wirklich etwas sehen und erleben will, wird es sehr teuer werden. Für gewöhnlich macht es mir nicht aus. Doch auf der anderen Seite frage ich mich ob es mir das hier Wert ist.

Ich wachte gründlich verschwitzt auf und fühlte mich aber wesentlich besser als am Tag davor. Ich bloggte ausführlich über den Tag davor und zog dann am späten Morgen erst los.

Mann muss hier echt ein bisschen nachhaken um die Info zu bekommen die man braucht. Ich fragte an der Rezeption nach der Post. Es dauerte eine Weile bis die eine Rezeptionistin sich dazu aufraffte mir das zu erklären. Die Post befindet sich eigentlich keine Minute von Hotel entfernt in einer kleinen Einkaufspassage. Doch sie war wegen „Arbeiten“ an was auch immer geschlossen und öffnet erst wieder am Montag. Na gut, dann gibt es KEINE Sim Karte hier! Dann muss das Internet im Hotel ausreichen.

Ich ging zurück und fand die Bedienung des Restaurants von gestern Abend auf der kleinen Terrasse hinter den Hotel. Sie grüßte freundlich und wir redeten übers Wetter.

Sie sagte, dass der Zyklon der im Anmarsch ist. Nichts Ungewöhnliches für die Einwohner. Sie meinte von den letzten Satellitenbildern her, fegt er unweigerlich auf die Insel zu.

Rot eingekreist mit dem dunkelblauen großen Fleck, der Zyklon. Unten Nouméa, wo ich bin.

Ich stellte mich also im Kopf schon mal auf zwei volle Tage Hotelzimmer ein.

Aber ab Freitag soll es besser werden. Und so buchte ich mir gleich neben dem Hotel ein Auto in einer kleinen Vermietung, die es mir dann noch billiger gab als erwartet. Für die 4 Tage bezahle ich jetzt 190.-€ was recht günstig ist.

Den Rest der Nachmittags verbrachte ich im Zimmer mit ausführlichem Lesen und ein wenig Schlafen.

Weltreise Tag 45: Von Sydney nach Neukaledonien

Ich hatte diesen Beitrag schon einmal angefangen und dann nicht abgespeichert. Wenn das Internet im neuen Hotel sich abschaltet springt auf der erst beliebigen offenen Seite die Einlog Seite wieder auf. Fazit: Der Text war weg. 🙁

Ich wollte nur noch raus aus dem Hotel und machte dabei einen Fehler. Ich vergaß den Weltadapter für die Stecker. Ich merkte es erst als ich am Flughafen war. Ich suchte sofort nach Ersatz in den Shops fand aber keinen der wirklich geeignet war. Neukaledonien hat Gott sei dank die gleichen Stecker wie Frankreich. Demnach ist der Adapter für das Notebook nicht nötig. Uff
Alle Stecker der Welt kann man hier bei Steckdosen der Welt nachsehen. Aber für Neuseeland brauche ich wieder einen. Tja, das muss ich dann dort einen besorgen.

Am Flughafen lernte ich ein älteres Ehepaar kennen. Die Frau hatte sich in Australien einer OP unterzogen, (ich nehme an, es war eine Unterleibsoperation, denn obwohl sie sonst sehr gesprächig war, wollte sie darauf nicht weiter eingehen) Ihr Mann hatte sie begleitet. Später im Flieger von AirCalin begegnete ich noch ein paar älteren Leuten mit Verbänden oder im Rollstuhl, die sich alle in Australien behandeln ließen, was darauf schließen lässt, dass in Neukaledonien, viele ärztliche Maßnahmen nicht durchgeführt werden können und man dafür nach Australien muss.

Das Ehepaar erklärte mir, dass es zur Zeit politisch in Neukaledonien sehr viel gestritten wird. Es gibt hier eine Nationalbewegung, die die Unabhängigkeit von Frankreich fordert.  Zudem hätte die Kriminalrate sehr zugenommen. Wenn ich ins Meer schwimmen gehe, solle ich nichts am Stand liegen lassen. (Wie ich das allein machen soll…na gut, dachte ich…schwimmen ist gestrichen.) Ich solle sämtliche Fenster fest geschlossen halten und nichts in den Zimmern liegen lassen. Man würde nachts in die Wohnungen einsteigen. Autos würde sehr viele geklaut werden. Man fände sie dann später irgendwo ausgebrannt auf der Insel wieder. Wenn ich mir ein Auto mieten würde sollte ich auf keinen Fall anhalten wenn ich Verletzte sehe, das wäre meistens eine Finte um das Auto zum Halten zu bringen und zu klauen.

Das alles hatte man mir binnen fünf Minuten reingedrückt. Zudem hatte sie mich seltsam belächelt als ich ihr sagte dass ich hier Urlaub machen wolle. Doch sie merke auch dass ich langsam anfing zu zweifeln ob ich wirklich dahin will. „Weißt du, (sie dutzte mich von Anfang an) wenn ich dir das erzähle, dann nur damit du aufpasst. Wir leben ja schließlich dort und es ist ok.“

Der Flug von AirCalin verlief einwandfrei, und wir wurden rundum versorgt wie ganz früher der bei Luxair. Mit Aperitif, Digestiv, Wein und einem kompletten Menü. Der Flug dauerte zweieinhalb Stunden.

Die Wetter App hatte gesagt, dass es nicht schön werden würde. Wir hatten viele Turbulenzen unterwegs, und als ich ankam, konnte ich noch so gerade die Bergspitzen in Wolken verwinden sehen. Das Shuttle Taxi das mich anschließend zum Hotel brachte, brachte ebenfalls das Ehepaar das ich vorab kennengelernt hatte nach hause. Sie konnte wirklich kaum laufen. Da das Ehepaar näher wohnte, bekam ich noch eine kleine Landschaftour der Insel bevor es ins Hotel ging.  Der Fahrer war sehr nett, aber es war jemand, bei dem der H. aus Melbourne gesagt hätte: More tatts then teeths. Er erklärte mir wo ich ein OPT Laden morgen finde, um mir eine Sim Karte zu besorgen.

Und dann rieselte ein Dämpfer nach dem anderen auf mich ein.

-An der Rezeption erklärte man mir wie ich waschen könnte und dass es dafür Jetons an der Rezeption gäbe. Je ein Jeton für Waschen und Trockenen kämen auf 3000 Francs was einer Summer von 25€ entspricht. Plus Waschmittel wären wir bei ungefähr 40€!  Es gäbe aber auch eine Wäscherei, bei der man mir nicht sagte ob die jetzt billiger oder teurer sei.
-Abends im Restaurant zahlte ich dann aber einen teuren aber jetzt nicht heftigen Preis für ein Gericht und ein Glas Wein.  5000 Francs.
-In einer Werbung sah ich dass was ein Auto im Angebot pro Tag Vermietung kostet. Das ist im „Angebot“ schon nicht günstig und ich frage mich ob ich das nicht erst in Anspruch nehmen soll, nachdem nun folgenden letzten Dämpfer.
-Neukaledonien macht sich auf einen Wirbelsturm gefasst. Da Wirbelstürme sehr unberechenbar sind weiß man nur dass er von der Entfernung her am Donnerstag kommt, wenn er denn kommt. Bis dahin sei das Wetter trüb und regnerisch.

Am Abend fühlte ich mich schlapp und die Nase ging wieder zu. Irgendwo hatte ich dann doch wieder eine Klimaanlage abbekommen.

Weltreise Tag 44: Letzter Tag in Sydney

Die Nacht war nicht lustig. Ich hatte Schüttelfrost und erwachte schlussendlich mit einer Erkältung. Ein bisschen Schnupfen, mächtig Halsweh und Kopfschmerzen.

Kein Hunger, keine Lust raus zu gehen in das heute leicht regnerische Sydney.
Und da ja heute Oscar nicht Nacht, sondern Tag war, (hier fangen sie gegen Mittag an) lag ich im Bett mit der Decke bis zur Nasenspitze und guckte nach langem einmal wieder Oscars.  Zwischenzeitlich las ich das Live Blogging der Kaltmamsell. Ich konnte mich aber beim besten Willen nicht selbst dazu aufraffen auch was zu schreiben. Das Theater hatte eine sehr schöne Deko. Und die Damen waren nicht wie auf den anderen Galas in den letzten Monaten alle schwarz gekleidet, sondern trugen auch mal wieder Farbe. Einer der Filme der für das beste Set Design den Preis bekam, The Shape of Water, will ich unbedingt sehen wenn ich wieder zu hause bin.
Ganz lustig auch als Jimmy Kimmel die Hotdogs in einem Kino nebenan verteilte.
Zwischenzeitlich ratzte ich manchmal weg, und las dann bei der Kaltmamsell nach was passiert war.

Und während ich so da nieder lag passierte das gleiche wie schon zwei Tage davor. Der Alarm ging los! Ich hatte bis jetzt nicht darüber berichtet, weil ich die schlechten Ereignisse ein wenig außen vor lassen wollte. Doch irgendwie stapeln sie sich regelrecht in diesem Hotel, dass ich nur froh bin, wenn ich morgen hier wegkomme. Wenn es das gleiche ist wie das letzte Mal, dann ist es die Klimaanlage die den Alarm provoziert.
Die Klimaanlage!
Wegen der ich krank bin!
Und genau das war es dieses Mal auch wieder!
Das Zimmer liegt im letzten 12 Stock.
Wenn, dann könnte ich gar nicht mal so schnell aus dem Gebäude kommen!

Apropos Zimmer: Das Zimmer an sich ok. Aber das Badezimmer ist bis jetzt das schlimmste das ich hatte. Vor allem die Dusche hätte ganz dringend ein Upgrade nötig. Putzen wäre auch noch eine willkommene Alternative! Es kostet mich jeden Tag Überwindung in die Dusche zu steigen. Dabei habe ich schon ein anderes Zimmer bekommen.

Als ich am ersten Tag meine Wäsche abgab, bekam ich am Abend einen Damenanzug mit dazu. Ich brachte ihn aber erst am Morgen danach an die Rezeption, ein wenig absichtlich.
Das Frühstück kostet satte 24 AUD und ist nicht mal die Hälfte wert. Da war das Frühstück das ich in Brisbane im Ibis hatte, noch besser. Und da hatte ich schon das Gefühl wir wären am unteren Limit!  Aber schlimmer geht immer!

Es sind noch so viele kleine Dinge die in diesem Hotel nicht klappen, und dabei ist es eines der teuersten von der ganzen Reise. Aber das ist dem dem Namen der Stadt Sydney geschuldet. Und das ist er ganz ehrlich nicht wert, da war Melbourne um Längen besser.

***

Ein paar Dinge die ich über Australien gelernt habe, sinnvolles und sinnloses.

In Europa sieht man Australien immer als das Land an in den alle super sportlich sind und schlank. Das stimmt nur zum Teil. Australien hat hinter den USA einer der größten Dichte an Fettleibigen.
Gutes gesundes Essen ist nicht billig. Wenn ich meine Restaurantrechnungen sehe, wird mir schwindlig. Was ich aber auch festgestellt habe ist dass günstiges Essen hier auf Fastfood heraus läuft. KFC und Hungry Jack’s (Burger King) gibt es an jeder Ecke. Und es ist erschreckend wie billig die sind.

Ich habe hier zeitweise auch fern gesehen. Der Sender den ich am meisten sah war, ABC, der ohne Werbung auskommt. Und dann gibt es eben wie überall eine Menge Webesender.  Über eine Werbung musste ich immer wider den Kopf schütteln. Diese hier:

Das Zeug gibt es tatsächlich! Ich hatte es im Drugstore entdeckt.
Die Schauspielerin kriegt nie eine Rolle im Charakterfach.

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Und damit schließe ich erst mal hier.
Ich blogge weiter wenn ich Neukaledonien bin.
Morgen habe ich einen Reisetag vor mir.

Weltreise Tag 43: Ein klein wenig malade

Aber zumindest nichts was wir nicht mit ein bisschen Paracetamol wieder in Griff bekämen. Aber der Reihe nach.

Nach dem ich die Manschenmassen nicht mehr aushielt gestern ging ich auf Umwegen zurück in die Pitt Street. Gleich gegenüber vom Hotel befindet sich ein Italiener, bei dem man noch richtig bedient wird. Das ist hier leider, wie in vielen anderen Großstädten, ein Service den man immer weniger findet. Mann wird nicht mehr am Tisch bedient. Die Kantine und das Mc Donald System machen sich immer mehr breit. Ich schweife ab…
Ich hatte Ziege. Es ist schon sehr lange her dass ich Ziegenfleisch gegessen hatte. Es war sehr lecker aber eine gewaltige Portion.  Anschließend orderte ich ein dopio Espresso, auch als solches auf der Karte vermerkt. Der Kellner verschwand und es passierte lange Zeit nichts. Bis der Barmann erschien und mich fragte was ich denn wolle. Einen doppelten Espresso, was soll daran so kompliziert sein? Er fing an zu lachen und zeigt mir den Zettel den vom Kellner bekommen hatte. „Tokyo Esp.“  und unter Cocktail vermerkt.

Und dann beging ich den Fehler warum es mir heute nicht so besonders geht. Ich vergaß die Klimaanlage auszuschalten. Als ich dann heute morgen erwachte hatte ich Kopf- und Gliederschmerzen und der Hals tat weh.  Wie schön, dachte ich, der Anfang einer Erkältung. Wunderbar!!!
Nein, ich werde nicht den ganzen Tag im Hotel verbringen. Da ich noch vor hatte mir das Museum of Modern Art, unten am Circular Quai, anzusehen fuhr ich hin. Das heißt ich schleppte mich hin. Bis auf eine Videoinstallation die ich nicht schlecht fand war nichts ausgestellt was mich vom Hocker gehauen hätte.

Ich machte zwei Fotos von der Harbour Bridge von denen ich eine massiv vergrößern konnte.

Man kann für an die 300 AU Dollars und mehr, ganz noch oben auf die Harbour Bridge klettern. Vielleicht wird jetzt ersichtlich wie groß die Brücke tatsächlich ist. Ha, das wäre was für mich, da hoch!!!

Weltreise Tag 42: Mardi Gras

Da ich gestern Abend nicht im Restaurant essen wollte, weil ich ja die Show hatte, dachte ich mir auch vorab eine Kleinigkeit kaufen könnte und im Kühlschrank verstauen könnte. Gesagt getan. Ich hatte schon vor Tagen einen Supermarkt im Keller einer Einkaufspassage entdeckt. Doch dann beging ich wieder den gleichen Fehler wie vor ein paar Wochen. Ich hatte ein Müsli auf Joghurt Basis gekauft, und es ging prompt schief. Ich schlief zwar die Nacht durch aber morgens war mir nicht wohl.  Ich blieb im Zimmer und bloggte vom Tag davor, las und sah fern.

Am Abend ging es dann endlich besser. Da ja die Nacht der Nächte angesagt war, bzw. Mardi Gras mit dem großen Umzug durch die Oxford Street, dachte ich dass ich mich ja irgendwo hinstellen könnte und mir die Parade ansehen könnte. Denkste.

Ich wollte die Liverpool Street hochlaufen bis zum Anfang der Oxford, doch ich wurde schon gleich zu Anfang umgeleitet drei Kreuzungen weiter. Als ich dort ankam war schon so rappel voll dass ein Durchkommen unmöglich war.

Ich habe noch nie eine Stadt so seine sehr seine Schwulen und Lesben feiern sehen wie Sydney. Sogar Berlin, wo ich ja schon auf dem CSD war, ist ein Mückenschiss, im Vergleich. Man kann ja jetzt endlich auch in Australien heiraten und der Mardi Gras feierte seinen 40. Geburtstag.
Überall sah man die Regenbogenfahne mit 40 Years / We did it!
Hier ein paar Eindrücke bevor es mir zu viel wurde und ich die Menschenmassen nicht mehr ertrug.

 

Mardi Gras

 

Sogar bei Google Maps war die Stecke eingezeichnet

Weltreise Tag 41: Limbo Unhinged

Am Freitag Morgen schlug das Wetter hier ein wenig um ich beschloss mich ein wenig um die nächste Etappe der Reise zu kümmern. Neukaledonien.

Ich wollte eine Etappe in der Reise haben, die ein wenig abseits von allem ist und nicht unbedingt ein touristisches Reiseziel. Die Agentur hatte auch ihre Mühe überhaupt ein Hotel dort zu finden.  Ich muss zur meiner eigenen Schande gestehen dass ich mir auch noch keine große Gedanken gemacht hatte was es denn da zu sehen gibt.

Das erste was ich heraus fand war, dass der internationale Flughafen „La Tontouta“ fast eine Stunde Autofahrt von der Hauptstadt Nouméa entfernt liegt. Ein Taxi kam bei den Preisen die ich gesehen hatte, nicht in Frage. Also suchte ich nach einer anderen Möglichkeit, z.b. ein Auto mieten. Doch dann fand ich eine Reihe von Shuttle Firmen die anbieten dich für 25 € in die Stadt zu fahren und ich schreib eine davon per Mail an ob ich ein Shuttle buchen könnte. Heute kam die Bestätigung per Mail. (Uff, das wäre schon mal gesichert.)

Dann versuchte ich die Freundin einer Bekannten per FB zu erreichen, die sich vor ein paar Jahren dort niedergelassen hatte. Sie gab mir ein paar Tipps was ich mir ansehen sollte und vielleicht auch ein paar kleine Inseln besichtigen sollte. Vom Tonfall her war sie aber recht kühl und mir war jetzt nicht wirklich danach sie eventuell kennenzulernen. Zudem hatte die Bekannte mir erzählt dass sie in einer Schildkrötenbesamungsanstalt arbeiten würde, was mich natürlich sehr interessierte. Doch verneinte sie nur kurz und knapp dass sie dort nicht mehr arbeite. Punkt.
Ich bedankte mich und versprach ihr dass ich mich noch einmal melden werde, wenn ich dort wäre (oder auch nicht)

***

Limbo

Für den Abend hatte euch ja schon das Eintrittsticket gezeigt für das Opera House Studio. Ich hatte gar nicht so viel über die Show gelesen. Eine Art Cabaret Show hieß es, mit Akrobatik. Das war auch was ich was ich auf einem Foto entdeckte. Doch was es genau war wollte ich gar nicht wissen.

Limbo Unhinged ist extrem sexy und stellenweise sehr lustig. Es ist Strampunk Vaudeville. Einer der Darstellerinnen Heather Holliday ist Fakir- und Feuerschluckerin und ist dabei so hinreißend sexy dass es mich sehr verwirrte.

©Mark Shelby Perry Photography

 

Wenn ihr im März „zufällig“ in Hobart sein solltet, dann sichert euch Karten für das Speigelzelt. Die Show ist dann dort zu sehen. Ansonsten schaut euch die Fotos ihrer Homepage an.

Anschließend setzte ich mich noch vor die Oper wo es zahlreiche Bar und Restaurants gibt. Ich lernte eine ganze Gruppe an Leuten kennen die einen Geburtstag  feierten. Sie bestätigten mir dass ich unbedingt morgen große Mardi Gras Parade in der Oxford Street nicht verpassen soll.

Weltreise Tag 40 : Blue Mountain

Ich musste mir sicherheitshalber den Wecker stellen, denn es ging früh los.

Es war dem australischen Fernsehen übrigens gestern und vorgestern eine Meldung wert, dass es in Europa zur Zeit so verdammt kalt ist.

Ich hatte eine Fahrt in die Blue Mountains gebucht. Richtige Mountains, also richtige Berge sind es dann doch nicht, eher sehr große Hügel. Doch der Name bürgerte sich ein, weil man einen Aufhänger für die Gegend suchte, und das schon im 19.Jahrhundert. Die Farbe Blau, kommt wegen der vielen Eukalyptusbäume, deren Blätter bisweilen blau schimmern und die Berge bläulich erscheinen lassen.

Und meine leichte Schwindelunfreiheit wurde auch wieder auf die Probe gestellt.

In der Scenic World wurden wir zum ersten Aussichtspunkt mit einer Seilbahn gefahren,  wo der Boden unterwegs durchsichtig wurde und man starrte über 200 Meter in die Tiefe.

Und während wir hinüber fuhren sah ich zum ersten mal die „drei Schwestern“

Die drei Schwestern sind diese drei Felsformationen die der Legende nach der versteinerte Schwestern sind. Die Aboriginals habe auch mehrere Legenden drüber wie sie zustande kamen. Eine davon wird hier erzählt (deutsch), die andere hier (englisch).

Die Scenic World besteht aus mehreren dieser Seilbahnen von denen zwei hinunter ins Tal fahren und dich dort in eine Dschungelwelt entlassen.

Das Video ist übrigens von mir!!! Ich hab da nicht irgendwas verlinkt, gell?

Anschließend ging es weiter auf die andere Seite der Schlucht, näher zu den omniösen drei Schwestern, wovon man über eine Brücke auf die erste Schwester steigen kann.

Allein wenn ich daran zurückdenke, frage ich mich welcher Teufel mich geritten hat da hinunter zu steigen aber seht euch die Fotos an, dann versteht ihr warum.

Da ging es noch.
Seht ihr hier die winzig kleine Brücke die zur ersten „Schwester“ führt?

 

Da unten stand ich  und konnte dann aber kein Foto mehr machen, weil ich mich einfach sehr zusammennehmen musste um nicht zur Salzsäure zu erstarren.

Nein ich habe keine Höhenangst…nein…üüüüberhaupt nicht.

In einem Aborignal Laden gleich neben den „Schwestern fand ich dieses sehr schöne Bild. Nein, ich habe es nicht gekauft. Ich überlege noch.

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Die dritte Station hätte nicht unbedingt sein müssen. Aber wenn schon…

Es war ein weiterer Sanctuary für bedrohte Tierarten, nicht nur für Koalas wie ich ihn in Brisbane gesehen hatte. Der Ibis zum Beispiel ist nicht bedroht, die fliegen hier so herum.

Äh…ja?

 

Dann endlich mal ein Wombat die nicht verschlafen in einer Ecke lag.

Wen man mich jetzt fragt was denn jetzt meine Lieblingstiere hier sind.
1.Wombat
2.Kookaburra (lachender Hans)
3.Koala

Zurück ging es mit einem Speedboat über den Fluss.
Und zum Abschluss des Tages die wunderschöne Skyline von Sidney und die gewaltige Harbour Bridge

Weltreise Tag 39: Chinesen, UGG und Haarschnitt

Komm wir reden mal über Touristen.
Ich bin ja selbst einer, mindestens einmal im Jahr und jetzt über drei Monate am Stück.
Ich dachte nie dass ich mal ein ganzes Volk als sehr nervig empfinden würde.
Hier in Australien sind es die Chinesen. Nein, ich spreche nicht von den Chinesen die schon sehr lange hier eingebürgert sind, es sind die Chinesen die durch den finanziellen Aufschwung sich eine Reise leisten können und anfangen die Welt zu bereisen. Sie treten immer in Horden auf und reden bisweilen sehr laut. Australien ist voll davon. Und sie sind wie Dampfwalzen, donnern durch die Straßen, wissen nicht was es heißt sich in eine Schlange stellen, und springen dir vor die Kamera, weil sie nichts und niemanden beachten und keine Rücksicht nehmen. Ich habe inzwischen angefangen ganz bewusst und vor allem etwas lauter sie darauf hinzuweisen.
Zudem schnauzte ich gestern eine ältere Chinesin an die mir fast ein gewaltigen Rotz auf die Füße gespuckt hätte.
Ich weiß das ist nicht schön und ich gelobe Besserung aber sie nerven einfach ungemein.

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Als ich heute morgen aufstand und die Vorhänge aufzog hatte da jemand ’42‘ in den Himmel geschrieben.

Ich kann nicht sagen ob da noch mehr stand. Ein Geburtstag?

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Ich war beim Friseur. Und bei folgendem Foto müsst ihr mir jetzt einfach glauben dass diese Bar in einem Friseursalon ist.

Der Salon an sich befindet sich links von der Bar. Und wer es mir nicht glaubt kann auf der Homepage nach sehen.

Ich bin dieses mal sehr zufrieden mit dem Haarschnitt. Es ist besser als von dem Barber in Cairns. Aber er war auch drei mal so teuer.

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Ich aß in einem kleinen indischen Restaurant in Darling Harbour.  Ich fragte mich heute was so toll an diesem Harbour sein soll. Er ist recht groß und es stehen zwei Kriegsschiffe dort, aber das ist nicht so ungewöhnlich, denn oben bei der Oper auf der anderen Seite ich gestern noch eines liegen. Ich machte ein paar Fotos, aber ich fand si  jetzt nicht so berauschend dass sie ins Blog gehören.

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UGG sagt euch bestimmt was. Es sind Schuhe und Stiefel made in Australien. Ich weiß dass für die kalten Tage in Luxemburg heiß begehrt sind, und ziemlich teuer sind. Hier werden sie an fast jeder Straßenecke angeboten.

Allerdings ist UGG nicht gleich UGG und es gibt viele Imitate. Man sieht es schon oben an den Schildern die nicht gleich sind.

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Als  ich heute Nachmittag auf die Wetterapp sah, wunderte ich mich dann doch sehr. ‚
-10 Grad in Luxemburg! Ich laufe hier in Shorts mit T-shirt.

Weltreise Tag 38: Sydney erste Erkundung

Nach einem sehr vollen aber sehr unspektakulären Flug von Hobart nach Sydney der nur zwei Stunden dauerte, machte ich dann doch noch einen Einkauf am Flughafen. In Hobart hatte ich ja am Tag davor eine Kiste voll mit Zeug aufgegeben. Jetzt muss ich das wahrscheinlich noch einmal tun, da ich ein Buch fand (seuftz). Ich bin mal gespannt ob ein Buch im Versand nicht billiger wird.

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Das Hotel in dem ich einquartiert bin ist so mitten im Zentrum, dass ich alles zu Fuß machen kann. Ich denke dass ich nicht mal eine Metro Karte brauche.

Als alles ausgepackt war, zog ich los. Das Hotel liegt am Ende de Pitt Street, die, wenn ich sie bis ganz zum anderen Ende durchgehe, am Fluss, am Circular-Quai endet. Dazu braucht man wenn man einen flotten Schritt drauf hat, eine gute halbe Stunde.

Die Stadt ist voll mit diesen Fahnen für den Mardi Gras, das große Schwulen und Lebsen Fest.

Ich habe noch nie eine Stadt erlebt, die ihre Gay Community so feiert.

One of the wildest, most colourful nights on Sydney’s cultural calendar

Sogar die großen Shopping Galerien, wie Myer zum Beispiel (ist ungf. gleich wie Karstadt aber noch ein Ticken edler) dekoriert seine Fassade mit anderen Fahnen extra um:

Im Fernsehen laufen seit Tagen Werbespots für den großen Umzug an 3. März, den ich miterleben werde. (Und ihr natürlich hier auch)

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Unten am Quai angekommen entstanden folgende Fotos:

Die Harbour Bridge und die Oper
Das Teddy Foto

 

Die Skyline von Sydney und ein bekanntes Kreuzfahrtschiff, die Queen Elisabeth.

Ich war sehr bewegt als ich die Oper sah, eines der berühmtesten Gebäude der Welt…

…hach, das hat schon was.
Und dann entdeckte ich das Schlid ‚Box Office‘ und ich versuchte mein Glück.

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Ich habe einen einzelnen Platz in der ersten Reihe bekommen. Und als ich wieder draußen stand liefen mir plötzlich die Tränen übers Gesicht. Ich dachte an meine Mutter die auch in Sydney war. Es war eine Reise die sie im Jahr nach dem Tod meines Bruders gemacht hatte.  Sidney ist die erste Station die ich jetzt, 18 Jahre nachdem sie hier war, besuche.
Und es wird nicht die letzte Station auf dieser Reise sein, die wir gemeinsam haben.

Weltreise Tag 37: MONA

Bevor ich über MONA schreibe, muss ich hier etwas klar stellen. Ich schreibe über diese Reise, weil ich darüber berichten WILL, weil mir das Spaß macht, nicht weil ich MUSS!
Es kostet mich zwar fast jeden Tag eine bis zwei Stunden. Fotos raussuchen, runterskalieren, hochladen, Text schreiben, mehrfach überlesen…und dann sind oft immer noch Fehler drin. Ich könnte noch wesentlich mehr schreiben, denn wenn ich mir am Ende des Tages alle Fotos anschaue die ich gemacht habe, würden die Einträge doppelt und dreifach so lang werden. Doch ich bin froh wenn ich 300 Wörter zusammenbekomme.
Mir geht es gut! Ich weiß ganz genau wann ich die  Handbremse ziehen muss. Es werden schon noch Tage kommen an denen ich NICHT jeden Tag schreibe. Es werden Tage kommen, an denen ich einfach entspanne und nichts tue außer lesen und in den blauen Himmel starren. Doch im Moment macht es einfach ein Heidenspaß und es ist gut so wie es ist.
Zudem gibt es Joël, und Joël von joel.lu.  Der eine ist online, der andere nicht.  🙂

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Und nun zu MONA!

Es war der richtige Tag um hinzufahren. Die Sonne schien:

Gestern sprach ich kurz über die Invasionen von Touristen die mit Kreuzfahrtschiffen unterwegs sind. Heute stand so ein Riesenschiff in Hafen.

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Wenn jemand wie ich, der sich gerne moderne Kunst ansieht, MONA besichtigt und sich nicht ein wenig vorbereitet hat, dann sprengt es einem den Schädel vor Begeisterung und Eindrücken.

Ein Wim Delvoye Kunstwerk.

Die Rezeptionistin des Hotels wollte mir die Cloaca Maschine von Wim Delvoye als Highlight des Skurrilen verkaufen. Dabei wusste sie nicht, dass ich bereits zwei Ausstellungen vom Wim gesehen habe in Luxemburg und die Kotmaschienen immer vertreten waren.

Cloaca

David Walsh ist überhaupt ein großer Fan von Wim Delvoye.

Doch MONA ist so viel mehr als das.

MONA wurde von David Walsh gegründet. Ein Playboy, Exentriker, Spieler, Lebeman und Kunstliebhaber. Er entwickelte eine Methode wie man in Casinos beim Kartenspielen gewinnen kann. Und er gewann riesige Summen. Es machte ihn zum Millionär…

Man fährt mit dem Ferry von Hobart direkt zum Museum da es auf einer kleinen Halbinsel oberhalb der Stadt liegt.

…und wenn man will, kann man auf einem Schaf Platz nehmen.

Man wirdauf dem Schiff vorgewarnt dass man 100 Stufen hochsteigen muss, bevor man in das Museum kommt. Ich persönlich fand das nicht so schlimm, da sich die ersten 70 Stufen sehr bequem hochsteigen lassen. Die 30 die am Ende sind etwas beschwerlicher.

Das Museum selbst ist schon ein Kunstwerk.

Das Foto bedarf einer Erklärung. Der Mann der da sitzt heißt Tim. Tim ist ein Kunstwerk das nicht ganz unumstritten ist. Er wurde von Wim Delvoye 2006 tätowiert. Wim hatte davor schon einmal Schweine tätowiert, die später, als sie starben, ausgestopft und dann ausgestellt wurden. Ebenfalls nicht ganz unumstritten. Ich hatte die ausgestopften Schweine letztes Jahr in Luxemburg im MUDAM gesehen. Tim lebt noch und ist nun sein Leben lang ein Kunstwerk. Ob darüber hinaus, bleibt rechtlich und ethisch zu klären.

Ich hatte bereits von Tim gehört und gelesen und war froh das lebende Kunstwerk einmal zu sehen, denn  er ist nur selten ausgestellt.

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Der H. hatte mir noch nachträglich geschrieben, dass ich mir das Restaurant “ The Source“ im MONA nicht entgehen lassen soll.

Ein Espresso Martini, King Prawns, Prok Belly und ein deconstructed Cheese Cake.
Auch die Tische im Restaurant waren mit Kunst ‚gefüllt‘

Daneben gibt es noch das ‚Museum of everthing‘ das allerdings so voll ist, dass man sich gar nicht alles in Ruhe ansehen kann. Wenn ich gewusst hätte dass es so viel ist hätte ich mir 2 Tage Zeit genommen.

Ich muss gestehen dass ich so ein tolles Museum hier in dieser etwas verschlafenen Hafenstadt gar nicht erwartet hätte.

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Und das war es schon von Tasmanien und Hobart. Morgen geht es weiter nach Sidney.

Weltreise Tag 36: Farm Gate Market & Tasmanien Museum and Art Gallery

Ich weiß, in Luxemburg ist es auch alles andere als schnuckelig warm. (hab ich das richtig gelesen -6 Grad???)
Aber hier sind es auch nur maximale 16 Grad. Vor einer guten Woche hatte ich noch 35 Grad.

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Ich ging heute morgen zum Farm Gate Market  Es gibt dort nebst viel Obst und Gemüse auch alles um zu frühstücken, was eine schöne Abwechselung zum Hotelfrühstück war. Kaffee kochen können die Australier. Ich habe bis auf zwei Ausnahmen überall guten Kaffee getrunken.
Der Farm Gate Market ist viel kleiner als der Salamanka gestern ist aber umso familiärer und herzlicher.

Er befindet sich in der gleichen Straße wie das kleine Playhouse Theater, das  von außen allerliebst aussieht, in dem aber an den vier Tagen an denen ich nur hier bin, keine Vorstellung läuft. Schade.

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Ich besuchte nach dem Markt das Tasmanian Museum and Art Gallery

Anders als in Melbourne legte man hier weniger Wert auf die Dinosaurier und mehr auf inselspezifische Dinge.

So ist zur Zeit eine Sonderausstellung über den Tasmanischen Teufel zu sehen. Er ist im Emblem der Insel zu sehen und überhaupt der Stolz der Insel.  Aber er ist vor dem Aussterben bedroht, zum einen weil er viel auf Straßen nachts überfahren wird, zum anderen wegen einer Seuche. Die DFTD (Devil Facial Tumour Disease) rafft zur Zeit die Tiere nur so dahin, und die Tassies machen sich große Sorgen. Die Tiere stecken sich mit dem Virus gegenseitig an wenn sie Kämpfe austragen und sich beißen. Denn so possierlich wie sie auch aussehen, so kampflustig sind sie. (Man sagt nicht umsonst Teufel) Man geht übrigens davon aus dass sie früher fast doppelt so groß waren wie heute.

Es wird ebenfalls kein Hehl daraus gemacht dass der Mensch den Tasmanischen Tiger ausgerottet hat.

Das hier ist ein ausgestopftes Modell, das in der Vitrine steht. Es läuft ebenfalls ein Film in dem die letzten Tiere zu sehen sind. Der letzte Thylacine starb 1936 im Zoo von Hobart.

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Ich lernte einen Produzenten der ABC kennen (Austalien Broatcasting Company) der hier in den Studios von Hobart arbeitet. Das ist das Tolle an Australien, man kann hier sehr schnell sehr viel Leute kennenlernen. Er erzählte mir dass Tasmanien zur Zeit mit zu vielen Touristen kämpft, vor allem wenn die großen Kreuzfahrt Schiffe anlegen und mit Ruck 4000 Menschen mehr auf der Insel b.z.w. in der Stadt sind. Eine andere Eigentümlichkeit der Insel ist, dass sie die größte Dichte an Forschungseinrichtungen Australiens und quasi der Welt hat. Das hat vor allem mit der dem noch sehr angenehmen Klima der Insel zu tun und der Nähe zur Antarktis.

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In diesem Zusammenhang machte ich ein Foto im Museum, das mich sehr faszinierte.

Auf der Karte ist Tasmanien zu sehen (schwarzer Punkt unten rechts) und zwei weitere Orte wo ich demnächst sein werde.
Der eine liegt links daneben; Neuseeland.
Der andere liegt fast gegenüber in Südamerika und ist dem Südpol noch ein Stück näher. Ushuaia.

Weltreise Tag 35: Salamanca Market

Ich speiste gestern Abend so so la la im Hotel Restaurant. Es war ok, aber mehr auch nicht. Ich könnte höchstes heute Abend noch die Pizza probieren, die aus einem Steinofen zu kommen scheint.

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Ein kleiner Nachtrag zu der Geschichte mit Robbe von gestern. Die Robbe ist bekannt und ist eine Art Maskottchen für die Stadt. Sie heißt Sammy. Es gibt sie an machen Stellen auch als Stofftier zu kaufen. Er ist immer nur während den Sommermonaten hier. Danach verschwindet er wieder. Doch er ist sogar regelmäßig den Medien ein Meldung wert.

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“ Klage nicht! Du hattest bis jetzt großes Glück was das Wetter angeht. Wenn du heute durch einen Tag Regen durch musst, dann ist das nicht zu ändern!“

Ich erwachte vom Prasseln des Regens auf dem Vordach unter meinem Fenster. Ich beschloss erst mal eine Ladung Wäsche zu waschen bevor ich los gehe. Es musste einfach sein, weil ich sonst nichts mehr zum anziehen hätte, oder zumindest nichts passendes. Also verbrachte ich den Morgen im Waschraum des Hotels und am Bügelbrett.  Da es regnete war eh nicht so schlimm. Kurz nach 11:00 war ich fertig und ging los. Es regnete doch irgendwann ging mir die Regenjacke derart auf die Nerven dass ich die Fließjacke wieder anzog und einen Regenschirm kaufte.

Der Salamanca Market ist jeden Samstag in Hobart und etwas ganz besonderes. Zum einen ist er riesig.

Zum anderen besteht er vor allem aus Kunsthandwerkern. Da ich heute das Postamt gefunden habe, habe ich beschlossen jetzt einmal zuzuschlagen und am Montag eine Ladung an Zeug nach Luxemburg zu schicken.

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Den neuen Roman von Bernhard Schlink ‚Olga‘ ausgelesen. Was man Schlink einfach lassen muss, er hat einen wunderbaren Schreibstil. Die Geschichte von Olga und Herbert, die sich weit über ein Jahrhundert zieht, da sie mehrere Generationen beeinflusst, hat zum Hauptthema die Sehnsucht und das Fernweh, das Olga gerne verstehen möchte und Herbert nicht erklären kann. Es ist schon seltsam, dass ausgerechnet ich das Buch auf meiner Weltreise lese, und ob mir das Universum damit etwas mitteilen will…

Sehr sorgfältig nach einem nächsten Buch gesucht und gefunden.
Margaret Atwood „Der Blinde Mörder“ von dem ich mehrfach gelesen habe, dass er neben „Handmaid’s Tail“ zu ihren besten Werken gehören soll.

Weltreise Tag 34: Von Melbourne nach Hobart

Regnerisch und wolkenverhangen war es in Hobart als ich ankam. Der Flug dauert nur etwas mehr als eine Stunde. Hobart ist die Hauptstadt von Tasmanien und gehört zu Australien.

Es riecht anders hier als drüben auf dem Kontinent. der Mix dessen was hier wächst ist nicht der gleiche.  Auf den ersten Blick von den was ich mit der Taxifahrt  sah, sehen die Häuser hier sehr anders aus als in Melbourne. (Bei uns ist das nicht anders. Eine Stunde von Luxemburg entfernt liegt Nizza mit dem Flieger, und die Häuser sehen auch sehr anders aus)

Die Wettervorhersage hat mit mir Regen bis Sonntag versprochen. Na gut. Dann eben mit Regenjacke, die ich jetzt erst wieder auspacke nachdem ich sie einen Tag lang in Brisbane brauchte.

Am Montag werde ich erst MONA besuchen das mir jeder an Herz gelegt dem ich davon erzählt habe dass ich nach Hobart fahre.

Ich machte einen kleinen Rundgang durch dir Stadt.

Dass dieser Baum gelbe Blätter hat, hat damit zu tun dass es hier langsam Herbst wird.

 

Kodak. Wegen der gelben Fassade und weil es Kodak nicht mehr gibt.

Hobart

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Und hier die Teddy Geschichte:

Teddy machte heute Bekanntschaft im Hafen mit einer Robbe. Einer richtig großen männlichen Robbe.

Das Restaurant das auf diesem Schiff ist, hatte frischen Fisch geliefert bekommen. Die Robbe wartete mehr oder wenig geduldig dass da irgendetwas für sie abfallen sollte.

Es fiel nichts ab, aber die Robbe gab nicht auf.

Weltreise Tag 33: Letzter Tag in Melbourne

Es geht so schnell. Und wieder ist ein Punkt auf der Landkarte abgehackt. Morgen ist wieder ein Flugzeugtag.

Das Wetter sah heute morgen sehr besch…aus. Ich ging zum ersten mal durch den Queen Victoria Market, von dem ich mir wünschen würde, es gäbe ihn auch in Luxemburg. Ich hätte ihn gleich am ersten Tag besuchen sollen, denn er ist gleich neben meinem Hotel. Nur gut dass ich es nicht tat. Er ist reisen groß und hat wirklich „alles“. Vor allem am unteren Ende der gewaltige Frischmarkt…
Ich musste mich echt zusammennehmen um nichts zu kaufen.

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Doch für heute hatte ich mir noch etwas anderes gegönnt. Ich war im Theater und habe mir ein Musical angesehen. Die Stadt hängt voll mit Plakaten davon, und wenn man schon mal in Australien ist, und das Musical auch noch hier spielt.

Priscilla Queen of the Desert, läuft in seinem 10 Jahr und um das zu feiern machte das Musical noch einmal die Runde  durch die großen Städte Down Under. Mir hat damals der Film sehr gut gefallen und ich war einfach neugierig wie sie es als Musical umgesetzt haben.

Der erste Teil bis zur Pause ist sehr gut, aber danach rutscht es leider ab und wird langatmig. Die besten Nummern der Stückes sind durch und es kommt  bis auf eine Nummer keine Überraschung mehr. Das ist schade, denn die Performance der Darsteller ist bemerkenswert.
Es tut mir aber nicht leid dass ich es gesehen habe. Denn bei manchen Gags bog sich der Saal vor Lachen, was der nun mal der Heimvorteil mit sich bringt.

Eines hat mich jedoch sehr fasziniert, wie schnell die Drag Make up’s drauf und wieder runter waren. Das geht nur mit Schablonen, b.z.w. Masken. Und ich hatte recht in einer Szene sah man ganz leicht den Rand der Augenmaske. Der Glitter jedoch musste immer neu aufgetragen werden.

Und morgen geht es nach Hobart, in Tasmanien.

Weltreise Tag 32: Ein Strandspaziergang, Pufflets und Philippe

Da ich gestern mit der Völlerei sehr übertrieben hatte war mir heute nach einem Tag an ich es etwas gemütlicher angehen lasse.

Ich fuhr noch einmal zur St.Kilda Beach und machte einen langen Spaziergang über die Esplanade und den Strand. Das Wetter war durchwachsen, mit kräftigen Windstößen und die Sonne sah man nur kurz.

Es war auch an der Zeit ein bisschen über diese Reise nachzudenken und über die Tatsache welch ein großes Glück ich habe und wie privilegiert ich bin, diese Reise überhaupt machen zu können. Was mich ab und an ein wenig traurig macht ist, dass ich es zwar mich euch allen teilen kann, aber eigentlich allein bin. Es macht vor allem dann traurig wenn ich an Orten bin, die so atemberaubend sind dass ich es gerne sofort mit jemandem teilen möchte.
Ich merke aber auch wie es mich langsam verändert…

***


Ich lese zur Zeit von Bernard Schlink „Olga“, die Geschichte einer Frau, der ich mich stellenweise sehr nahe fühle. Doch auch ihr Freund Herbert ist mir sehr nahe und seine Träume die nie Wirklichkeit werden. Ich fand eine kurze Kritik im Wort letzte Woche und lud mir das Buch herunter. Wenn ich es aus habe werde ich berichten.

***

Um Puffelts zu erklären muss ich ein wenig ausholen.
Als ich in Bali war und die Kaffeerösterei besuchte, die den Luwak Kaffee herstellt, ging man mit mir auch durch einen Garten in dem man mir ein paar schöne ungewöhnliche Dinge zeigte. Darunter war auch ein Durianbaum. Ich kenne die Durian Frucht eigentlich nur von Else Buschheuer, die vor ungezählten Jahren immer wieder darüber in ihrem Blog schrieb als sie noch in New York lebte und die Früchte nur so wegfutterte. Da sie mich und ich sie auf Twitter verfolge, hatte ich ihr ein Foto des Baumes geschickt und sie gefragt ob sie noch ab und an Durian isst.

Und nun das  Foto:

Das ist ein sogenanntes Puffelet mit Durian Eis gfüllt. Ein Puffelet ist eine Art Waffel mit Blasen, die ein wenig an das Füllmaterial erinnert mit dem zerbrechliche Gegenstände eingepackt werden.
Dass es ausgerechnet Durian Eis  ist, war eher Zufall. Der Eisladen befindet sich direkt neben meinem Hotel.  Ihr musst mir jetzt einfach glauben, dass das Durianeis ist. Man es mir extra davor auf einem Löffel zum kosten gegeben, weil es halt sehr für europäische Zungen gewöhnungsbedürftig ist. Es schmeckt butterig und süß und käsig zugleich. Hier hatte man noch ein wenig Korn Flackes darüber gestreut und in der Spritze befand sich ein bisschen Durian Saft.

***

Der H. hatte mir noch eine Adresse mit gegeben. Philippe Reataurant. Das sollte ich unbedingt probieren.

Es war sehr gute französische Küche.
Der Chef, Monsieur Philippe, selbst hatte mich auch mehrfach bedient.
Als die Kellner herausgefunden hatten dass ich französisch kann, war kein Halten mehr. Doch es war sehr ungewohnt nach all der Zeit französisch zu sprechen.
Es war sehr lecker aber, (ich bitte das inständigst nicht als abgehoben anzusehen) für jemand aus Europa der französische Küche gewöhnt ist, nichts ungewöhnliches.

Da Philippe Mouchel, der Besitzer jahrelang der Präsident des Baucuse Clubs Australien war, war er auch vor kurzem in Paris zu Beisetzung, weil Paul Baucuse ja kürzlich verstorben ist. Als ich ihm sagte dass ich aus Luxemburg käme, kam sofort der Name Lea Linster (die bis heute noch immer die einzige Frau ist, die den Baucuse d’Or gewonnen hat)
Philippe gestand mir auch, dass es nach 25 Jahren Australien, gerne wieder zurück nach Frankreich möchte.

Ich ging gemütlich von der Collins Street in der sich das Rataurant befindet zurück ins Hotel.

 

Weltreise Tag 31: Yarra Valley

Der Fluss der durch Melbourne fließt heißt Yarra. Es gibt auch das Yarra Valley und dort wird Wein angebaut.
Der H. fragte mich ob ich Lust hätte mitzukommen, weil er gemeinsam mit seinem Bruder, dem J.-P. einen Tag im Valley verbringen und ein paar Winzer besuchen wolle.
Natürlich wollte ich!
Ich hatte diesen Ausflug zu Weingütern wegen Zeitmangel in Adelhaide sausen lassen! Das war die Gelegenheit es nachzuholen!

Ich hatte dem H. erzählt dass ich ein großes Faible für zeitgenössische Kunst habe und es zeigt mir 2 Graffiti in seinem Viertel die von keinem geringeren sind als von Keith Haring.

Beide wurden schon mehrfach restauriert, weil es eben immer wieder ungeblidete Sprayer gibt, die sie verschandeln.

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Wir fuhren gegen 11 Uhr los. Die Weinberge in der H. uns führte waren ungefähr eine Autostunde von Zentrum entfernt.

Das erste Gut das wir besichtigten war, TarraWarra Estate.

Wir probierten uns durch eine Reihe von Chardonnay, Shiraz, und Pinot Noir.

Der H. kaufte eine Reihe von Flaschen und ich informierte mich über die Möglichkeiten wie ich eventuell Wein bestellen könnte und nach Luxemburg verschicken lassen könnte.

Im zweiten Weingut das wir besichtigten, die Yering Station, war ein Restaurant angeschlossen in den der H schon einmal gespeist hatte. Es sollte sich als ein absoluter Volltreffer erweisen.

Wir hatten Lammschulter  ‚for pulling‘ mit seehr viel Knoblauch.

Es war großartig! Prost!

Wir besichtigten noch ein drittes Weingut in dem der H. ebenfalls noch einmal zuschlug und einkaufte.
Eines was ich jetzt mit Sicherheit bestätigen kann ist, die Australier können richtig guten Wein machen!

Am Abend trafen wir uns noch mit einem befreundeten Paar von H. und seiner Frau M. und wir gingen nochmal essen (obwohl ich schon kurz vor dem Platzen stand) zu einem Japaner im Northcombe Viertel. Da sich das Viertel auf einer Anhöhe befindet konnte ich endlich ein gutes Foto der Melbourner Skyline machen, die ich euch von Anfang an zeigen wollte.

Die kleinen Spitzen auf manchen der Wolkenkratzer sind Krane. Das heißt, es wird noch kräftig in die Höhe gebaut und in einem Jahr wird die Skyline nicht mehr so aussehen.

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Der H. und sein Bruder J.-P. sollen am darauf folgenden Tag nach Neuseeland zum Fischen reisen. Wir sagten uns Lebewohl und versprachen uns, dass wir nicht mehr Jahrzehnte verstreichen lassen werden, bevor wir uns wiedersehen. Und ich versprach dass ich nicht zum letzten Mal in Australien war.

Danke H!
Ich weiß dass du hier mitliest! Ohne dich hätte ich mit Sicherheit diese tollen Weingüter nicht besichtigen können oder die St Kilda Beach gefunden. Hab viel Spaß in Neuseeland!

 

Weltreise Tag 30: Melbourne Museum

Von der White Night her war ich ja schon in den Carlton Gardens, aber eben bei Nacht. Ich war neugierig ob das Gebäude das durch das Lichtspiel aussah als würde es atmen, tagsüber auch so ausschaut oder nochmal anders.

Es ist das gleiche…

Dahinter befindet sich ein moderner Bau in dem das Melbourne Museum untergebracht ist. Das Geschichts- und Kunstmuseum. Wer mich kennt, weiß dass ich solche Museen liebe.

Aber im Gegensatz zu dem Museen in Brisbane und Adelhaide wo der Eintritt frei war, kostet er hier 15 AUD.

Ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich noch nie in einem Museum war, das Dinosaurier ausgestellt hat.

Australien war lange Zeit was die Paläontologie angeht ein weißer Fleck auf der Landkarte. Man hatte wahrscheinlich nie an den richtigen Stellen gesucht. Doch dann machte man ein paar richtig spektakuläre Funde.

Sehr spannend ist auch die jüngste Geschichte von Australien.

Es ist  seltsam dass man in Europa so wenig über diesen Kontinent weiß.

Beim Druchschlendern der Ausstellung der Haushaltsgegenstände aus den 50ern und 60ern schien es mir bisweilen so, als ob es eine Parallelwelt zur unseren wäre. Es sieht alles ähnlich aus wie bei uns und ist es doch nicht:

Diese farbige Dosen würden sich übrigens sehr gut in meiner Küche machen.

Hier verstand ich auch zum erstem Mal warum es so viele Chinesen hier gibt und warum deren Kultur so fest in Australien verankert ist. Es fing mit dem Goldrausch an, der viele Chinesen herlockte.
Der größte Drache der je gebaut wurde für Neujahr ist im Museum zu sehen.

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Als ich aus dem Museum kam hatte sich das Wetter gebessert.

Ich schlenderte ein wenig durch die Straßen vom Zentrum. So langsam habe ich den Dreh raus welche Tram Bahn wohin fährt. Ich fand eine Shopping Galerie  in einer kleinen Seitenstraße in der es fast ausschließlich europäische Marken gab. Unter anderem einen Edelladen mit ausschließlich Birkenstock Latschen.

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Für den Abend hatte der H. mich spontan eingeladen, doch den Abend mit ihm seiner Frau, seiner kleinen Tochter und seinem Bruder zu verbringen, der ebenfalls aus Europa angekommen war.
Es wurde ein sehr lustiger Abend.
Da die Tochter von, H. morgen ihren 5. Geburtstag hat, muss die die Kleine morgen etwas mit zur Schule bringen, was natürlich an der Mutter hängen bleibt. Muffins mit einem Erdbericing hatte man bschlossen.

Ich sollte das Icing auftragen, weil das sonst niemand konnte. Das sah auch mehr oder weniger ok aus. Ich dekorierte alles noch mit ein paar Erdberstückchen, damit die Fehler nicht so sehr auffallen.

Und dem H. drückte ich anschließend ein halbers Pfund Icing in den Rachen 🙂

Weltreise Tag 29: St Kilda Beach

Ich kann es nicht glauben dass ich schon 29!!! Tage unterwegs bin. Die Tage fliegen nur so vorbei!

Nachdem ich gestern wie ein Stein ins Bett fiel, stand ich heute morgen auch später auf. Ich bin wieder in einem Ibis Hotel mit all seinen Vorzügen und Nachteilen. Zumindest weiß man worauf man sich einlässt. Ich hatte kein Frühstück bestellt und ging einfach drauf los.

Ich fand ein kleines Coffee Dingsda das geöffnet hatte. Ich trank den bis jetzt schlechtesten Kaffee in Australien.  „Ach was solls, dachte ich, dann fahre ich eben jetzt nach St. Kilda und schaue ob ich dort ein schönes Lokal finde.“ Gesagt getan.

Quizzfrage: Wer ist der/die heilige Kilda???? Es gibt schließlich schottische Inseln die so heißen und jede Menge Straßen und Plätze, sowie eben auch dieser Vorort von Melbourne, der am Meer liegt.
Anwort: Es gibt kein Heilige/r mit diesem Namen. Irgendjemand musste das im Laufe der Jahre wohl falsch verstanden haben. Siehe hier und hier

Es ist zum ersten Mal dass ich einen kleinen Vergnügungspark am Meer sehe.

KIlda

Der Luna Park ist ein kleines Juwel und es gibt ihn schon seit 1912. Der Eingang sieht großartig aus.

Ich fuhr zum ersten Mal in einer Holzachterbahn in der noch ein Fahrer bei jeder Fahrt mitfährt und die Bremse bedient:

Es ist schön zu sehen dass solche alten Attraktionen noch in Schuss gehalten werden.

Neben dem Luna Park befindet sich aber noch ein weiteres Gebäude bei dem mir wohlig warm wurde, weil es soooo schön aussieht und eigentlich meine Arbeitsstelle ist / sein sollte.  Gerne hätte ich es auch von innen gesehen. Doch es hatte leider geschlossen.

Das Palais Theatre gibt es schon seit 1924 und eines der seltenen Theater das noch aus der Zeit besteht.  Es übrigens mit  seinen 2896 Sitzplätzen das größte Haus der Insel.

Heute werden hauptsächlich Konzerte dort abgehalten. Dita von Teese wird sich demnächst dort ausziehen. Und eine andere Dame wird am 26. Februar dort auftreten die ich wirklich gerne einmal live erlebt hätte weil ich sie seit ihren Anfängen in den 80er sehr mag. Doch leider bin ich dann nicht mehr hier.

Grace Jones. Mist!

Ich fand an der St. Kilda Beach ein geniales kleines Frühstücksrestaurant mit Namen Rococo.

Je nachdem werde ich morgen wieder hingehen. Denn die Eggs Benedict mit Lachs (die ich nicht abgelichtet habe) waren himmlisch.