Hinter den Kulissen

Ab heute wird das Theaterstück Schold a Schäin wieder gespielt und zwar für 3 Vorstellungen im Syrkus in Rodt/Syr.  Vorhin beim letzten kompletten Durchlauf der Wiederaufnahmeproben, ergab sich eine seltsame Situation.

Im zweiten Teil des Stückes ist vorgesehen, dass ein kleiner Chor zwei kurze Auftritte hat. Da das Stück ja nun nicht mehr in Mersch gespielt wird sondern in Rodt/Syr hat der Chor auch gewechselt. Somit war vor dem Durchlauf eine kurze Stellprobe für den Chor vorgesehen.

Anschließend fragte einer der Chordamen, ob der hiesige Dorffriseur für die Verschönerung der Schauspieler zuständig sei? Zugegeben für den Dorffriseur aus Rodt/Syr war es ein Riesenkompliment, aber mir gegenüber war es eine bodenlose Frechheit.

Ich muss gestehen, dass ich die Ignoranz des „gemeinen“ Fußvolkes zusehends schlechter ertrage.  Vor zwei,drei Jahren noch pflegte solche Fragen mit einer gewissen Coolness wegzustecken.

Sind das etwa die ersten Anzeichen von Altersstarrsinn?

Heute ist so ein Tag

Ich dachte an Ellen.

Ellen war eine Busenfreundin, als ich achtzehn war.  Irgendwann hatten wir mal versucht ein Paar zu werden, was aber gründlichst schief ging und die Annalen der Peinlichkeiten der Weltgeschichte gehört. Also werde ich auch nicht im Blog darüber schreiben.

An Tagen wie heute saßen wir manchmal zusammen und hörten Musik. Vorzugweise war es  AllanParsons Project  Tales of Mistery & Imagination.  Oft schwiegen wir was Ellen bisweilen schwer fiel.
„Wir sollten etwas bedeutendes tun“, sagte sie dann oft.
„Was denn?“, fragte ich.
„Jeder Mensch sollte mindestens eine bedeutende Sache in seinem Leben tun. Ein Haus bauen, ein Buch schreiben, ein Kind zeugen, oder ein Baum pflanzen.“

Nichts davon haben wir jemals in Angriff genommen. Ein paar Jahre später kaufte ich ihr ein Kastanienbaum, den wir gemeinsam im Garten ihrer Eltern pflanzten.

Ich sollte mal an ihrem Elternhaus vorbeifahren und sehen ob er immer noch steht.

Chinasmack

Ich habe schon einmal auf diese Seite hingewiesen: Chinasmack.
So wie es Regenbogen- und Revolverblätter sonstwo in der Welt gibt, ist diese Seite eine Mischung aus beiden und schreckt wahrlich vor nichts zurück. Die Seite wird aber nicht in China gehostet, dafür schlägt sie zu sehr über Stränge.

chinaSMACK is a daily-updated collection of translated internet content from the Chinese-language internet. These latest stories, pictures, videos, and topics have become very popular, spreading across China’s major BBS forums, social networking websites, or through email forwards sent between normal Chinese people everyday.

Der Großteil der Beiträge besteht hauptsächlich aus Bildern. So wird dort zum Beispiel über einen Obdachlosen Brother Sharp berichtet, der es durch seine Aufmachung auf die Titelseiten diverser Revolverblätter geschafft hat, und es scheint als ob der demnächst ein Laufstegmodel werden könnte. Die Bilderserie verheimlicht natürlich nichts. So sieht man den armen Kerl in Essensresten (die sehr danach aussehen als ob es ein Mageninhalt gewesen wäre) rumwühlen um seinen Hunger zu stillen.

Harmlos werdet ihr sagen; stimmt.

Die härtere Gangart von Chinasmack sieht man in diesem Beitrag über eine Hinrichtung, die ich nicht weiter kommentieren möchte.

D’Gëlle Fra

Seit ein paar Tagen wird nun schon heftigst über diese Frage diskutiert. Der Entschluss scheint jedoch den Berichten nach, wie in Stein gemeißelt.

D’Gëlle Fra plënnert fir 6 Méint op d’Weltausstellung

Und die Aufregung darüber ist in den Umfragen groß. Nun finde ich die Idee, etwas aus Luxemburg zur Weltausstellung zu schicken, das urtypisch für das Land und seine Weltansichten steht, nicht schlecht. Doch wäre etwas anderes als ausgerechnet die Gëlle Fra nicht besser gewesen?
Zudem haben die Dänen ja die gleiche Idee, indem sie ihre Meerjungfrau nach Shanghai schicken.

Was käme als Alternative dafür in Frage?

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Gestern Abend in Köln:

Es war großartig !!!!!

Zweieinhalb Stunden Spaß am Stück. Die Musik, die ja voll an die fünfziger und frühen sechziger Jahre angelehnt ist, geht ins Ohr, ins Bein und lässt dich nicht mehr los.  Der ganze Saal stand nach der Aufführung. Lustig war am Schluss dass man ältere Damen im (sehr) fortgeschrittenen Alter, mit Gehstock, aus der Show kommen sah und versuchten so gut es ging die Hüften schütteln.

„Wer danach noch keine gute Laune hat,  sicher, dem ist nicht zu helfen“
Financial Times Deutschland

Stimmt!

„Einfach irre! Da bleibt kaum Zeit zum Luftholen“
Bild

Stimmt!

Hairspray in Köln

Und wer wissen will, was Ultra Clutch ist schaut mal hier nach 😀

Im Kino

Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr ins Kino zu gehen und dabei die Umwelt zu schonen, in dem ich nicht das Auto nehme, sondern zu Fuß von mir aus ganze 5 Minuten laufe und ich bin im Ciné Sura. Ihre Programmierung ist sehr ansprechend weil sie nicht nur die großen Hollywood Produktionen spielen, sondern auch eine Reihe haben die sich Kunstfilm nennt. Das Wort Kunstfilm klingt ein bisschen abschreckend, da es mich an Regisseure erinnert wie Jean-Luc Godard oder Leo Carax, die niemandem mehr zuzumuten sind. Man müsste ein anderes Wort dafür finden. Ich schweife ab…

Gestern Abend lief Guy Richie’s Sherlock Holmes. Es scheint fast so als ob Richie nach seiner Trennung von Madonna wieder zu seiner alten Form zurückgefunden hat. Filme wie Lock, Stock and Two Smoking Barrels, war als ich ihn zum ersten mal in einer Sneak Preview sah eine echte Überraschung.
Das er Sherlock Holmes und Dr. Watson zu Actioncharakteren umgewandelt hat funktioniert hauptsächlich dadurch, dass er dafür zwei grandiose Schauspieler gewinnen konnte. Denn die Geschichte bewegt sich immer am Limit zur Farce und zum Kitsch, das aber durch Robert Downey Jr. und Jude Law verhindert wird. Somit bleibt der Film, der streckenweise ein wenig langatmig ist, doch immer unterhaltsam. Unterhaltsam, aber mehr auch nicht. Das Ende des Films ist so angelegt, dass er förmlich nach einem zweiten Teil schreit. Und der ist ja IMDB zu Folge schon in Arbeit.

Heute Abend bin ich übrigens wieder im Sura anzutreffen denn es läuft London River.

Wie Arsch auf Eimer

Der Titel ist bewusst provokant gewählt.

Diese beiden Logos findet man inzwischen zu Hauf in den Blogs wieder. Sitzen dort rum wie Arsch auf Eimer und bedeuten eigentlich dreifach Arbeit.  Man bloggt das Gewitterte, twittert das Gebloggte und facebookt alles einmal durch in News und zur Sicherheit in Events. Gut, ich weiß dass es inzwischen für sowas tonnenweise Apps und Plug-ins gibt,aber muss das sein?
Bloggen reicht mir.

Dabei möchte ich noch einmal ein Video posten das sich schon vor fast zwei Jahren damit beschäftigte und es auf eine sehr lustige Weise parodierte.

Neues Theme

Ich war das andere zwar nicht unbedingt leid, aber ich wollte was einfacheres haben, das besser lesbar ist und mir mehr Platz einräumt, zumal wenn ich Videos poste die über die Breite 425 Pixel hinausgehen und ich sie nicht jedes mal per Hand verkleinern muss.

Außerdem finde ich das ich jetzt nach einem Jahr Wortgefecht den Look wechseln sollte. Böse Zungen behaupten übrigens, dass es sogar Blogger geben soll, die ihre Themes öfters wechseln als ihre Unterwäsche….

Ach ja, die RSS Feeds klappen zum ersten Mal einwandfrei…ha!

Schöne neue Welt im Mudam

Schöne neue Welt oder Le Meilleur du Monde heißt die neue Ausstellung im Mudam und hat mich wahrlich nicht vom Hocker gerissen. Es ist, wie man schon vom Titel her ahnen kann, ein wahlloses Sammelsurium zweitklassiger Kunstgegenstände und Videos. Ausnahmen sind das Video gleich vorne im der Großen Halle in dem man ein Männerchor die Internationale singen sieht, wobei sie das Lied dann sogleich  vergackeiern.
Und dann gibt es noch oben im ersten Stock ein Raum mit Tüchern das ich im Video unten festgehalten habe.
Alles andere kann man getrost vergessen. Silberne Palmen, ein Brunnen mit Schwarzer Tinte, das alles hat den faden Beigeschmack von beliebig billiger Deko.


Musik im Video: Mindthings – Atificial World (CC Licence)

Seufz

Zur Zeit ist bloggen eine eine Angelegenheit die ich aus Zeitgründen schmerzlich vermisse. Aber das Theater hat mich kräftigst in der Mangel noch bis zum Wochenende, wegen einem Stück das ich absolut nicht berauschend finde und ich wünschte mir, heute wäre schon die letzte Vorstellung.

Und wenn ich zum Fenster hinausschaue und den gemächlich rieselnden Schnee siehe…na ja. Es wird mich der Verkehrslage nach, wie ich grad im Radio höre, Stunden kosten stadteinwärts zu fahren. Aber alles Jammern hilft nichts….

Herrgott, wie ich das alles hasse…

Sternzeit

Es gibt eine Rubrik in der Sendung „Forschung aktuell“ im Deutschlandfunk, die jeden Tag am Schluss kommt . Sie heißt Sternzeit. Sie befasst sich nicht, wie man leicht annehmen könnte, mit Astrologie und Horoskopen, sondern mit Astronomie. Es gibt es ein eigenes Podcast RSS Feed dafür und in den Archiven findet man die Sendung sogar bis Anfang 2009.

Für mich ist das Podcast zum Einschlafpodcast geworden. Die einlullenden Klänge im Hintergrund, die Stimme des Sprechers (ich hab noch immer nicht herausgefunden wer das ist) und diese seltsame Art von Fernweh nach den Sternen zu reisen, die sich durch die unüberwindbaren Entfernungen nie erfüllen wird, lassen mich ruhig werden. Und um es mal etwas poetissch, fast kitschig auszudrücken; in meinen Träumen reise ich zu Sternen.

Gestern im Supermarkt

So wie ich ja schon seit Jahr und Tag im Blog stehen habe, dienen Schreibfehler der Unterhaltung.

Heute im Angebot:

An der rechten Seite unten hängt das Schild auch, aber da liest man:

…,voraus man schließen kann dass man sich in Luxemburg in einer französischen Supermarktkette befindet.

Paris

Gestern in Paris, morgens hin, abends zurück. Ein beruflicher Shoppingtrip. Ich saß vor allem lange in der Metro.
In Gare de l’Est hingen diese Plakate:

…wobei ich mir die Frage stellte, warum Google grade jetzt massiv für Chrome wirbt. Ist der Browser in Frankreich erst kürzlich erschienen?  Ziemlich unvorstellbar.

Öffentlich & privat

Als ich vor gefühlten 100 Jahren mit bloggen anfing, stellte ich mir damals schon die Frage, wie gläsern das Leben sein soll das ich im Internet führe. Damals war es noch keinem so richtig bewusst, dass das Internet wie ein Schwamm alles aufsaugt und für immer allen zugänglich macht.  Seit dem verstärkt darüber diskutiert wird wer wie viel über wen wissen darf, habe ich mich mal auf die Suche nach mir selbst gemacht. Ich wollte herausfinden was das Netz alles über mich weiß.

Yasni.de ist eine eigens dafür kreierte Suchmaschine, und ich muss sagen es gibt so einiges über mich, auf den seltsamsten Seiten. Eben fand ich mich in einer polnischen Filmdatenbank wieder… Dann gibst es immer noch diesen mir schon seit Jahren bekannten Fehler aus der Yahoo Filmdatabase der locker weiterkopiert wird und sich inzwischen auch in der New York Times befindet. Ich soll angeblich im Jahre 2003 auf dem Film Seabiscuit gearbeitet haben, was nicht stimmt.

Die kurioseste Seite ist die Klassierung des 11ème Rallye Régional Plan de la Tour wo ich mich auf Platz 16 wiederfinde in einem Renault Clio Ragnotti.

Ein  lustiger Zufallsfehler, zumal ich nichts vom Rallyefahren halte und der Sport mich nicht die Bohne interessiert.

Dieses und jenes

Der Arbeitskalender ist prall gefüllt und im Blog komme ich zu nichts mehr.

Gestern sprach mich einer Arbeitskollegin hinsichtlich meines definitiven Abgangs bei Facebook an. Wenn man es über Facebook selbst macht, dauert es volle 2 Wochen bis das  Konto gelöscht wird. Über die von mir hochgelobte Suicidemachine, habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft, da ich fortwährend zu jeder Tages und Nachtzeit die Meldung bekomme, dass die Seite angeblich überlastet ist. Na ja….

Bei Pianocktail gibt es äußerst positive Kritik über den Kirschgarten der mich ja diese Tage sehr auf Trapp hält.

Paris und Köln stehen auch die nächsten Tage an, aber davon schreibe ich wenn es soweit ist.

Am Morgen gelacht

Lady Gaga

Entweder man mag sie oder man hasst sie, ich glaube dazwischen gibt es nichts. Als der erste Song Pockerface von ihr überall in den Radio Stationen und im Internet rauf und runter nudelte, dachte ich, na ja, wieder so ein gecastetes Plastikprodukt dass so schnell verschwinden wird wie es gekommen ist. Und dann sah ich die inzwischen legendäre unplugged Version von Pokerface und musste zugeben, dass dass die Plastikpuppe doch sehr ordentlich singen kann. Auch in Interviews kommt sie sehr nüchtern und aufgeräumt rüber. Ihr Styling ist alles andere als tragbar und erinnert mich teilweise an Marlyn Manson, bei den es auch eher eine Kunstform ist.

Inzwischen gibt jede Menge neue Songs der Dame unter anderem auch Bad Romance. Und dann fand ich von dem Song eine geniale Parodie von Sherry Vine. Ich habe mir fast in die Hosen ge…..

Werbung

Bevor ich es vergesse, sollt ich vielleicht noch ein wenig Werbung machen, für das aktuelle Stück an dem ich arbeite. Der Kirschgarten von Techov läuft ab morgen im Kapuzinertheater und ist eigentlich schon recht gut verkauft, aber Plätze gibt es immer noch. Und da sie für heute Abend einen Schneesturm vorausgesagt haben, habe ich mir vorsichtshalber einen Schlafplatz nicht weit vom Theater gesucht; ich werde also nicht mehr vor der Premiere bloggen können.

Gestank

Ich habe ein Problem, das heißt,…nein, ich habe KEIN Problem. Ich weigere mich eins zu haben. Es sind die anderen. Aber das ist mal wieder typisch für mich das Problem bei mir zu suchen, anstatt bei den anderen. Nur komme ich mir dann immer ein wenig spießig vor, wenn ich das mache. Schließlich sollte man weltoffen sein und jeden so sein lassen wir er es möchte. Aber alles hat seine Grenzen und das hier geht definitiv zu weit.

„Komm rein“, sagt er.
„Schön dass du gekommen bist. Ich bin H.“
Ich betrete einen Flur, der alles andere als einladend ist. Er ist hell gestrichen, aber irgendwie sieht er schimmelig aus. Als ich den ersten vollen Atemzug durch die Nase nehme richt es nach nassem Hund. Den Geruch kenne ich noch von meiner Kindheit her. Er stört mich eigentlich nicht weiter. Ein Hund richt nach Hund. Und kaum das ich den Geruch wahrgenommen habe kommt ein kleines zartes Etwas und die Ecke getänzelt. Ein Mischling aus unzähligen verschiedenen Rassen noch ziemlich jung und tollpatschig.
Der Hund kanns nicht sein oder gibt es Welpen de schon so stark riechen, denke ich noch einen Moment lang. H. tritt näher an mich heran und gibt mir die Hand. Der Geruch wird stärker und steigert sich zum Gestank.
„Himmel, dachte ich, H. ist es der so riecht.“ Unweigerlich weiche ich leicht zurück.
„Komm in die Küche, dort steht der Ofen, da ist es wärmer als hier im Flur“, sagt H. und lotst mich durch zur Küchentür.
Die Tür geht auf und der Gestank verzehnfacht sich. Am Küchentisch sitzt jemand der sich als J. vorstellt. Die Küche und das angrenzende Wohnzimmer sind spärlich eingerichtet, doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass monatelang nicht saubergemacht wurde.
J. kommt näher. Sein Gestank nimmt mir den Atem. Es ist eine Mischung aus Käse und nassem Hund mit einer Note von sauer gewordener Rinderbrühe.
Es sind die Klamotten die er anhat, denke ich. Alles wochenlang nicht gewaschen.
„Setz dich“, sagt H.
„Möchtest du einen Kaffee?“
„Gerne,“ sage ich vollautomatisch, das mir aber nachdem ich es ausgesprochen habe, schon leid tut.
Als ich mich setze springt der Mischling an mir hoch. Ich kraule ihn das weiche Fell. Wie selbstverständlich führe ich die Hand, die den Hund eben kraulte an der meiner Nase vorbei.
„Der Hund riecht überhaupt nicht“, stelle ich fest, es sind H. und J.!!!“
Man stellt mir eine Tasse, die ich sofort mit den Augen, wie ein Nacktscanner, nach Flecken durchleuchte. Doch sie scheint sauber zu sein.
Nach einer, von mir gewollt, recht belanglosen Unterhaltung, kommt eine SMS, die ich als Vorwand nehme, den Rückzug anzutreten. Im Geiste danke ich der SMS Schreiberin, der ich in nächster Zeit einmal einen duftenden Strauß Blumen schenken werde.
„Oh! Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Sorry, aber ich muss los. Das kann ich nicht aufschieben.“
Zum Abschied nehmen mich H. sowohl als J. in den Arm. Ich konnte es nicht vermeiden. Ich versuche durch den Mund zu atmen. Der Gestank ist zum Steinerweichen.
Als ich vor die Tür komme, atme ich tief die eiskalte Luft ein. Im Wagen auf dem Rückweg jedoch rieche ich es immer noch. Es ist als ob der Gestank an mir festkleben würde.
Kaum dass ich zuhause die Tür aufgeschlossen habe, reiße ich mir sämtliche Kleider vom Leib,stopfe sie in die Waschmaschine, gehe unter die Dusche und bringe gleich anschließend den Mantel zur Reinigung.

Ich möchte und will weder kleinlich noch pingelig sein. Ich bin Körpergerüche, schon von Berufswegen her, gewohnt. Aber die beiden…

Nein, ich habe kein Problem.

Winzig kleine Schneeflocken

Eingekuschelt in ein zwei dicke Daunendecken, sehe ich den winzig kleinen Schneeflocken zu die draußen langsam herunter rieseln. Man hört kein Geräusch. Nur selten fährt ein Wagen vorbei und stört dieses Bild. Ein Bild, in dem langsam alles unter einem eiskalten Weiß verschwindet, so als ob es nie dagewesen wäre. Die Welt ist still und hat aufgehört zu atmen. Um die Melancholie perfekt zu machen singt Sade in Hintergrund. Und ich sehe mich vor über zwanzig Jahren in meinem alten Zimmer auf dem Bett sitzen zum Fenster hinausstarren auf eine triste Garageneinfahrt und eine trostlose Betonmauer. Die gleiche Musik, die gleiche Melancholie.

Ich lebe nicht, aber ich fühle noch.