Verstärkte Maßnahmen

Ist es nicht seltsam wie einem das eigene Gehirn manchmal Streiche spielt? Ich wachte auf und im Dusel dachte ich, dass ich heute doch nichts weiter vorhabe. Ich könnte doch mal wieder ins Kino gehen, oder wie wäre es mit einer Schwimmrunde? Ha ha ha!

Ich watschelte verschlafen auf den Balkon und hörte die Stille. Die Stille die ich zwar immer am Sonntagmorgen höre, doch heute hörte sie sich noch stiller an als sonst. Sogar das dumpfe weit entfernte Brummen der Autobahn was noch leiser als sonst.

Kaffee. Den Blogeintrag vom Vortag fertig schreiben, ein wenig Internet lesen.
Ganz ehrlich, was tun in einer Situation, in der all diese restriktiven Maßnahmen, den Spielraum einengen? Gestern Abend las ich diesbezüglich ein Twitterpost, an dessen Wahrheitsgehalt ich ein zweifele:

Ich lass, dass die Zahl der Infizierten sprunghaft jetzt auf 59 geklettert ist. Aber eigentlich wollte ich das gar nicht wissen…

Ebenfalls mit großen Bedauern las ich auf FB dass das Lokal Bei de Bouwen am 28. März* nach fünf Jahren seine Tür endgültig schließt. Dass es so abrupt nach fünf Jahren kommt, lässt nur auf zwei Dinge hin schließen. Entweder es wurden den Bouwen zu viel, oder der Mietvertrag läuft aus und wird kräftig erhöht, dass es finanziell nicht mehr machbar ist.
* diese Entscheidung wurde ihnen abgenommen, aber dazu komm ich noch

Am Nachmittag hielt mich nichts mehr drinnen. Ich verabredete mich mit der D. und wir spazierten durch das Petrustal.

Es tat gut draußen zu sein. Es war leicht kühl doch in der Sonne, die immer wieder hervor kam, ließ es sich gut aushalten.
Eines der nächsten großen Projekte für die kommenden Jahre im Tal ist Renaturierung des Flusses bzw. Bächleins Petrus. Es wurde vor ewigen Zeiten in ein Betonbett gelegt und da soll es wieder raus kommen. Zu diesem Zweck wurde schon ganz schön gewütet und es verschwanden viele Hecken und Sträucher und ein paar Bäume, die aber alles wieder nach und nach gepflanzt werden.

Eine Trauerweide neben dem Minigolf mit erstem zarten Grün. Der Frühling kommt!

Wir kehrten in Oscar’s Bar ein und saßen dort auf der Terrasse in draußen in der Sonne. Später stieß noch die V. zu uns. Wir vermuteten dass es wahrscheinlich das letzte mal für eine Weile sei, dass wir in einem Lokal wären.
Für 17:00 Uhr war eine außerordentliche Pressekonferenz angekündigt vom Premierminister. Zwischenzeitlich schauten wir immer wieder auf unsere Smartphones. Die V. erzählte uns von ihren beiden Jungs die noch in Innsbruck sitzen und erst am Dienstag heimkommen sollten, da die Uni eh geschlossen ist.
Und dann erschien die Nachricht dass Deutschland die Grenzen dicht macht. Die V. rief sofort die beiden an und bewog sie SOFORT abzureisen und auf dem Schnellsten Weg zurück nach Luxemburg zu kommen, ansonsten würden sie in dort festsitzen.

Als das alles geregelt war, machten wir uns auf den jeder von uns wollte die Pressekonferenz sehen, die allerdings um eine Stunde verschoben wurde.

Luxemburg ist dicht und wir stehen kurz vor dem kompletten Lockdown. Wir werden alle dazu angehalten die Wege draußen so kurz wie möglich zu halten. Gaststätten jeglicher Art und sämtliche Geschäfte mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Zeitungsgeschäfte, Drogerien und Apotheken bleiben bis auf weiteres geschlossen.

Es war nicht wirklich eine Überraschung und es war abzusehen dass so weit kommen würde. Doch wenn es dann Realität wird, erschreckt man innerlich doch.

Am Abend stieg die offizielle Zahl noch einmal an auf 77.

W wie Wochenmarkt & Weltuntergangstimmung

Ein Mitbringsel von der Reise. Erdbeben Strümpfe mit der original Geigenzählerbewegung aus Christchurch die ich dort im Earthquake Museum gekauft hatte.

Wochenmarkt.

Auch wenn alle öffentlichen Gebäude geschlossen sind, der Wochenmarkt nicht. Die müssen schließlich von was leben und ich unterstütze das so gut ich nur kann.

Ich kaufte ein bisschen Obst, ein paar Blümchen und schaute in ein Rezept von Carla was ich dafür brauche, denn den Nachtisch möchte ich unbedingt machen. Coffee-Creme-Caramel

Der Markt war für die gegebenen Umstände sehr gut besucht. Schon kurz nach Mittag hatte der Metzger so gut wie nichts mehr in der Theke liegen. Ich hatte für die Wetterlage ungewöhnlich lange im Renert gesessen und obwohl ich die dicke Winterjacke an hatte, fing ich allmählich an zu frieren durch das feuchtkalte Wetter.
Ich ging später zurück als gedacht. Und so gut gelaunt wie ich zum Wochenmarkt ging, so bedrückt kam ich zurück. Diese ‚Weltuntergangsstimmung‘ kann man bei den Leuten in der Straße regelrecht spüren. Zumindest bei den wenigen die unterwegs waren.

Am Abend dann Netflix. Ich wollte kein Fernsehen und schon gar nicht beim rumzappen auf irgendeine aktuelle Reportage stoßen die mir den Horror der augenblicklichen Situation vor Augen führt.
Ich briet mir Hühnchenstreifen mit grünem Paprikagemüse und Kirschtomaten, dazu etwas Kartoffelpüree.

Ich entschied mich für eine Doku über eine Sängerin die ich zwar kenne, von der ich aber nur sehr wenig wusste. Dolly Parton. Here I Am. Ich kannte ihren berühmten Ausspruch: „I spend a lot money to look that cheap.“, aber mehr wusste ich nicht von ihr. Die Doku wurde gedreht zum Anlass ihres fünfzigsten Bühnenjubiläums.
Ich wusste auch nicht dass der Welthit von Whitney Housten ‚ I will always love you‘ eigentlich von ihr ist und sie ihn schon 1974, also am Anfang ihrer Karriere sang.
Sehr interessante Aussagen gibt es von Jane Fonda und auch von Lily Tomlin, die beide mir ihr den Film drehten ‚From 9 to 5‘. Sie sahen sie nie ohne Perücke. Eine sehr schöne Doku über ein Frau die zeitlebens eine Feministen war, sich jedoch dazu nie äußerte, sie ließ immer ihre Songs für sich sprechen.

***

Ist schon etwas älter.
Wenn Männer mit Puppen spielen.

Staatlich verordnete Besinnung

Ich bloggte am Morgen alles vom Vortag weg, und war nicht wirklich in der Stimmung weiter an dem Text zu arbeiten, den ich fertig kriegen soll. ( Ich sollte später am Tag erfahren dass man mir diese Arbeit noch ein wenig erschwert hat.)

Ich fuhr am Nachmittag zu einer Probe die trotz aller Widrigkeiten nicht abgesagt worden war, weil die Darsteller aus verschiedenen Ländern kommen und man einfach jetzt durchkommen musste denn ab morgen sind alle wieder weg, denn es waren Vorproben.

Unterwegs dorthin sah ich folgenden Zettel im Bus: „Unsere BusfahrerInnen sind den ganzen Tag für Sie unterwegs. Um zu gewährleisten, dass alle unter den besten Umständen ans Ziel kommen, bitten wie Sie Abstand zu halten; für Ihre und unsere Sicherheit‘
Das heißt dass keiner mehr vorne einsteigen darf.

Der Durchlauf der Probe jedoch wurde auf einen späteren Zeitpunkt verlegt, weil eine der Darstellerinnen sehr unruhig war wegen ihrem kranken Kind Zuhause und nur noch weg wollte.

Ich fuhr zurück in die Oberstadt. Dabei sah ich dieses Plakat bei Sephora:

Trop, c’est à peine assez. / Zu viel ist kaum genug.

Solche Werbungen sind kontraproduktiv und ich der ja fast tagtäglich in dem Bereich arbeitet, finde solche Werbung zu kotzen. Ich hoffe inständig dass der Trend sich-pfundweise-Zeugs-in-Gesicht reinklatschen endlich aufhört.

Ich gönnte mir ein neues Spielzeug.

Ich war ehrlich gesagt baff, dass ich sie überhaupt bekam, weil ich noch vor wenigen Tagen auf der Homepage von Lineheart sah, dass sie keine hatten und ich sie vorbestellen wollte. Die neuen AirPods Pro. Ich hatte ja die AirPods der ersten Generation, die ich mir kaufte, weil ich mich nicht mehr mit dem Kabel plagen wollte, und immer in der Tasche ein Kabelsalat vorfand, den ich erst entwirren musste. Ich war sehr zufrieden und sie funktionieren noch immer einwandfrei.
Die Pro haben jetzt auch eine Noise Canceling Funktion, die ich auf der großen Reise sehr vermisste, weil es manchmal so laut um mich herum war dass ich, von einem Hörbuch z.B. einzelne Wörter nicht verstand, obwohl ich sie bis zu Anschlag aufgedreht hatte.
Ich probierte das sofort aus, zog sie an und ging an einer Baustelle mit Kompressor vorbei… Der Lärm war kaum noch wahrnehmbar. Sensationell!

Ich gönnte mit einen Kaffee im Renert und las den letzten New Yorker. Zwischendurch kamen immer wieder die neuesten Meldungen was alles geschlossen und abgesagt ist. Unter anderem ist die National Bibliothek und das Nationalarchiv geschlossen, was es mir um einiges erschwert an oben besagtem Text weiterzuarbeiten.

Am Abend hatte ich die D. eingeladen. Es gab Risotto mit Steinplizen und leider kein Foto davon. Die D. hatte Schampus mitgebracht. Fragt nicht nach Sonnenschein.

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Einen hab ich noch:

Drastische Maßnahmen

8.36 Ich schreibe das hier am Freitag morgen. Eigentlich poste ich ja immer das vom Vortag, doch da sich die Ereignisse jetzt in Luxemburg regelrecht überschlagen werde ich eher von der aktuellen Situation berichten. Gegebenenfalls werde ich später noch ein Update hinzufügen.

Der Donnerstag war übrigens ein ruhiger Tag, an dem ich ein paar Einkäufe tätigte. Ich fuhr zu Auchan, damit ich nicht in 10 verschiedene Läden rennen muss. Es war erstaunlich ruhig dort. Am Nachmittag kam meine Putzhilfe die F, die mir erzählte, dass sie am Donnerstagmorgen immer bei einer älteren Dame, die Anfang siebzig ist, im Haushalt hilft. Als sie dort durch durch das Vorratszimmer wischen wollte, staune sie nicht schlecht wie vollgestopft das Zimmer an Vorräten war. Mehl, Pasta und Konservendosen stapelten sich bis an die Decke.

Ich chattete kurz mit meiner Freundin C. aus Freiburg die ich im April besuchen wollte, und sie meinte nur, dass es keine gute Idee wäre. Ich hatte ja vor die von dort aus nach Basel zu fahren um mir die Edward Hopper Ausstellung anzusehen, doch die C. meinte dass ich das getrost vergessen könnte, denn die Grenze zur Schweiz sei so gut wie dicht.

Am späten Donnerstagnachmittag war dann eine weitere große Pressekonferenz vom Premierminister, in der er die Maßnahmen zur Eindämmung von Mittwoch auf Donnerstag noch einmal drastisch erhöhte. Dies käme vor allem weil die Zahlen der Infizierten von 7 (der letzte Stand von Mittwoch) auf 30 hochgeklettert sei. Hinzu kommen fast 100 Menschen die unter Quarantäne stehen.

Ich werde die einzelnen Maßnahmen jetzt nicht alle hier aufschreiben. Jede Zeitung und RTL haben einen Liveticker, was alles abgesagt wird. Zusammengefasst sind wir jetzt mehr oder weniger dort angelangt wo Länder wie Spanien und Italien, bereits vor einer Woche waren.

Am Abend rief die A. an und beklagte sich bitter, dass die N. ihr abgesagt hätte sie zu begleiten, um das Wochenende im Appartement ihrer Mutter an der belgischen Küste zu verbringen. Sie hätte dringend ein paar Tage Auszeit gebraucht.

Mir geht es soweit gut und ich versuche hier Dinge zu regeln die für die kommenden Tage, doch letztendlich kann auch ich nur reaktiv sein. Im voraus planen geht gar nicht.

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Mit Begeisterung sah ich, dass ein neuer Leonie Swann Krimi im Mai dieses Jahres kommt. Mord in Sunset Hall. Ich bin ja begeisterter Leser ihrer Krimis die immer etwas außerhalb der Norm eines klassischen Krimis angesiedelt sind. Auch wenn ich ihn sicherlich nicht über Amazon kaufe, so kann man hier schon vorab die ersten Seiten lesen und es beginnt mit einem Reptil, und Hände-die-Salat-hielten.

Zwei Tage & Coronavirus Diskussionen

Ich schaffe es einfach nicht jeden Tag ein Posting zu schreiben wenn ich schon über Stunden hinweg am Rechner gesessen habe. Zudem ist das Wetter seit Tagen sehr trüb und grau, mit Regen und heftigen Windböen und mir schlägt das sehr aufs Gemüt.

Den Dienstag weitgehend am Rechner verbracht und eine etwas zu lange Besprechung durchgestanden, aber für den Abend hatte ich mir eine wohlverdiente Belohnung in Aussicht gestellt. Ich ging mit der D. in die Skybar.

Für die D. oben: Souris d’agneau laquée aux pétales de fleurs. Für mich unten: Tournedos de lapin bio farci au homard et jambon paysan. Dazu gab es ein Pinot Gris von Bentz.

Fa-bel-haft!!!

Ich sah seit sehr langer Zeit zum ersten mal meinen Lieblingskoch, den R, wieder, und erkannte ihn kaum wieder. Er ist um die Hälfte in der Breite geschrumpft. Er hat über 35 Kilo abgenommen und sieht aus wie eine andere Person. Und doch ist es immer noch mein Lieblingskoch.

Als ich dann nach hause kam, viel ich wie ein Stein ins Bett und bloggen war mir schlicht egal.

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Am Mittwoch einen Termin sehr zeitig den ich nicht auf später verschieben konnte. Ein schnelles Mittagessen im Ramen Restaurant auf der Place Guillaume.

Ja, ich weiß, das sind keine Ramen sondern gebratene Nudeln. Waren aber sehr lecker und genau das auf was ich Lust hatte.

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Zur Diskussion: Zu dem Zeitpunkt an dem ich das hier schreibe haben wir in Luxemburg sieben Infizierte und ich prognostiziere mal, dass wir bis Ende der Woche das Dutzend voll haben. Eine Maskenbildnerin aus Berlin twittere gestern, dass sie bis Mitte April keine Theatervorstellungen mehr haben. Es wird auch hier, denke ich, eine Frage von Tagen sein bis die Theater schließen. Mich trifft das erst wieder wenn ich Ende April das nächste Theaterprojekt antrete, wenn sich bis dahin nichts tut. Bis dahin bin ich mit Vorbereitungsarbeiten versorgt und ein paar kleineren Aufträgen.

Am Nachmittag war die große Pressekonferenz vom Premierminister Xavier Bettel, mit den neuesten Vorgaben wie es weitergehen soll. Bis auf weiteres werden Veranstaltungen mit über 1000 Menschen abgesagt oder verschoben. Das trifft so gerade nicht das ‚Grand Théâtre‘ das mit seiner Kapazität des großen Saales just darunter liegt, doch in beiden Sälen des Hauses dürfen wahrscheinlich nicht mehr parallel Vorstellungen stattfinden.

Wie so viele andere auch muss ich Dinge vorplanen, die ich gerne planen würde, jedoch nur zögerlich in Angriff nehme, weil die Ungewissheit zur Zeit einfach alles im Griff hat.
So stehen zwei kleinere Ausflüge bevor. Für einen Ausflug im April werde das Auto nehmen und das wird, wenn wir bis dahin keine ausgewachsene Pandemie haben, kein größeres Problem sein. Zudem wäre er mit einem Arbeitsauftrag verbunden…
Für Mai ist eine Zugfahrt geplant, bei der ich jetzt so langsam das Zugticket buchen müsste (ein Flexiticket wohlgemerkt) doch ich bin mir sehr unschlüssig ob ich das überhaupt machen soll.

Wie handhabt ihr das zur Zeit? Nach welchen Kriterien nehmt ihr noch Reisen in Angriff oder lasst ihr es ganz bleiben?

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Nachtrag, weil ich den Link eben bei der Kaltmamsell fand:
Ein sehr gutes Podcast über das Coronavirus, das regelmäßig upgedatet wird ist von der NDR Wissenschaftsredaktion mit dem Virologen Chrstian Dorsten aus der Charité Berlin.

Vinaigrette

Montag an dem ich viele Dinge erledigte, die ich alle erfolgreich aufgeschoben hatte. Alles schaffte ich nicht, der Rest folgt am Dienstag.

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Am Sonntag fragte Christine in den Kommentaren nach meiner Vinaigrette die ich lange erprobt habe und eigentlich immer noch die gleiche ist wie die, die meine Mutter machte, allerdings immer wieder leicht abgewandelt, doch die Basis davon ist all die Jahre gleich geblieben.

Hierzu ein Spruch meiner Großtante Gréidi die immer sagte:
‚E Gäizhals am Esseg, e Verschwender am Ueleg, an e Geck fir ze réieren.‘
Ein Geizhals beim Essig, ein Verschwender beim Öl und ein Narr zum umrühren.

Joëls Vinaigrette

Basis:
Die Mengenverhältnis Essig zu Öl ist 1:4, also ein Löffel Essig zu vier Löffeln Öl.
Essig ist in letzter Zeit immer weißer Balsmaico. Wenn es sauerer sein soll ist es Apfelessig. (Bei Tomaten z.B.) Aber bei Apfelessig es ist auch weniger als ein Löffel.
Öl ist immer Olivenöl. Ganz früher war es eine Zeit lang Sonnenblumenöl oder noch neutraler, Erdnussöl.
Hinzu kommt der Emulgator Senf, ein gehäufter Kaffeelöffel (wenn die Löffelgröße von Essig und Öl der große Löffel vom Salatbesteck war, sonst weniger). Das ist meistens Moutarde de Luxembourg, doch ab und an kann es Coleman’s Mustard sein, wenn es schärfer sein soll, oder Dijon Senf.
Ebenfalls zur Basis gehört eine kleine ganze Zwiebel oder eine große halbe, feingehackt. Ich greife aber auch ab und an zu einer gefriergetrockneten Variante, wenn ich keine frische habe. Wenn das der Fall ist kommt auch ein wenig Knoblauch (gefriergetrocknet) dazu. Schalotten statt Zwiebeln geht auch, jedoch nicht bei allen Arten von Salat. Zu Tomaten passt es sehr gut, zu grünem Salat weniger.

Abwandlungen:
Wenn die Soße mir zu sauer ist, bekomme ich dass mit einem kleinen Schuss Sahne in den Griff, oder Wasser, oder was seltsamerweise noch effektiver wirkt, ist ein Eigelb.
Ein anderer kleiner Trick den ich in letzter Zeit sehr häufig anwende ist ein kleiner Schuss Teriyaki Soße, denn die leichte Süße gleicht die Säuere etwas aus.
Soya Sauce geht auch wenn es aus einem unerfindlichen Grund langweilig schmeckt, doch da dürfen es wirklich nur ein paar wenige Tropfen sein, sonst schmeckt alles nach Soja.
Getrocknete oder frische Petersilie ist auch oft und gern willkommen.

Was ich nie nehme:
Salz. Das muss mit all den anderen Zutaten die sehr viel Geschmack bringen wirklich nicht sein.
Pfeffer. Die Schärfe kommt ja durch den Senf, wenn ich sie will.
Maggi Würze. Für mich ein Unding in einer Vinaigrette.
Zucker. *Kopfschüttel* Geh gar nicht.

Das ist die Vinaigrette (ich habe das Wort Salatdressing ganz bewusst nicht genommen) die ich für ‚grüne‘ Salate nehme wie Blattsalat, krauser Salat, Feldsalat, Chicorée oder auch Tomaten, immer wieder in leichter Abwandlung.

Andere Salate wie Kartoffel, Nudel, Fleisch, Hühnchen, Bohnen, Kraut und dergleichen bekommen völlig andere Dressings.

Der sehr ruhige Sonntag

Ich hatte mir vorgenommen den Sonntag komplett zu vergammeln und das tat ich auch.

Sogar am Rechner war ich recht wenig, obwohl ich hätte müssen…ich prokrastinierte alles erfolgreich auf Montag.

Zum Frühstück gab es Bananenbrot von Tag davor aus dem Toaster.

Wenn ich noch ein wenig Clotted Cream dafür gehabt hätte, wäre es Dekadenz pur gewesen.

Doch halt, ich dekorierte den goldenen Rahmen im Büro um! Ich hatte den zum 50.Geburtstag bekommen und dort hingen sehr lange all die kleinen Polaroid Fotos der Gäste an dem Abend.

Jetzt hängen dort die Postkarten der Ausstellung Japan Supernatural

Am Abend schaute ich mir eine Folge Father Brown auf NEO an. Zu Anfang fand ich die Serie ja recht gut, doch inzwischen ist so voll mit Slapstick und unglaubwürdigen Figuren…
Aber vielleicht funktioniert sie für mich auch nur auf englisch, genau wie Big Bang Theory, die ich mir nur in englisch ansehen konnte. Auf deutsch ging das gar nicht.

Wochenmarkt & Kochen

An einem recht sonnigen aber kalten Samstag wie gewohnt zum Wochenmarkt. Gemüse gekauft, Brot vom Eifeler Bäcker, ein Glas Lemon Curd von der Marmeladenfrau, und die fehlenden Zutaten für dieses Bananenbrot von Carla aus dem B.A. Kitchen:

Das Rezept findet ihr hier. Es gibt ein paar Alternativen hinsichtlich der „nassen“ Zutaten. Ich nahm griechischen Joghurt.

Auf dem Weg zum Markt die A. von V. getroffen, die ich schon seit lager Zeit nicht mehr gesehen hatte, obwohl wir fast Nachbarn sind. Im Café Cathedrale eingekehrt und wieder alle Geschichten der Reise erzählt.
Den restlichen Einkäufe fürs Wochenende gemacht und mir dabei überlegt was ich kochen könnte, denn die N. hatte sich für den Abend angemeldet.

Eine Menge Termine beruflicher Art für nächste Woche festgezurrt. Und ich hatte noch vor ein paar Tagen die unbegründete Angst, dass es mir an Arbeit fehlen würde…

Und so sah das Bananenbrot aus:

*Schrieb er und mampfte ein Stück davon*
Streng genommen ist es kein Brot sondern ein Rührkuchen, aber mit dem Rezept wird er außen knusprig und innen fluffig weich. Das hält aber nur so lange vor wie der Kuchen warm ist. Später kann man dann die Scheiben kurz toasten bevor man sie buttert (und in Frieden mit sich und Welt sterben)

Am Abend kochte ich Filet mignon vom Schwein mit Cognac flambiert und gebratenen Champignons. Dazu ein Salat aus krauser Chicoré mit Tomatenwürfeln und meiner seit Jahrzehnten erprobten und unschlagbaren Vinaigrette.

Die N. hatte dazu einen italienischen Wein mitgebracht, der perfekt passte.

Ein wunderschöner Abend, der sich noch ein wenig verlängerte als die N. gegangen war, da im oberen Stockwerk eine Party gefeiert wurde. Ich surfte eine wenig wahllos durch meine Musiksammlung als ich dieses Album von George Michael wiederfand, das ich seit meiner Philo’soff‘ Zeit nicht mehr gehört hatte.

Gerüche, Geschmäcker und Musik können manchmal Erinnerungen in mir hervorrufen, dass es mich umhaut. Hier war es so. Mein Bruder Gilles, der vor über 20 Jahren starb, war mit einem Schlag so gegenwärtig wie schon lange nicht mehr. George Michael war nicht seine Musik die er hörte, doch es gibt auf diesem Album ein paar Leider die ich damals sehr mit ihm verband.
Manchmal frage ich mich was aus ihm geworden wäre, würde er noch leben…

Zwei Tage Fotoshooting

Der F. hatte mich schon letzte Woche angerufen, als ich noch mit der Oper beschäftigt war, ob ich nicht für die zwei Tage frei wäre für ein Fotoshooting. Es ginge vor allem um historische Frisuren Anno 1850 für drei Modells.
Ich bin nicht der Oberexperte in Sachen historische Frisuren, doch ich habe in meiner Laufbahn so manche Frisurenperiode durchgemacht, und weiß was mehr oder weniger was gefordert ist. Da es sich hier aber um ein Werbefototshoot handelt und Neues mit Altem vermischt wird, um ganz bewusst einen Anachronismus ganz hervorzurufen, schaute ich mir zuerst die Recherche von F. an und was er im Sinn hatte.
Zudem hatte ich darauf bestanden, alle Modells vorab im Kostümfitting zu sehen, damit mir selbst ein Bild machen könnte was technisch überhaupt möglich sei. Solche Fittings sind sehr wichtig um anschließend böse Überraschungen zu vermeiden, nicht nur fürs Kostüm, sondern auch für mich.

Und was soll ich sagen. Es hat richtig Spaß gemacht seit ewigen Zeiten mal wieder ein Werbeshooting zu machen, zumal es sich um Backwaren handelt und ich den ganzen Tag von Süßkram umgeben war, das irre lecker aussah (und schmeckte!!!) . Die Tage waren sehr lang aber wir haben auch viele verschiedene Szenerien abgelichtet und es war intensivste Arbeit. Ich entdeckte zudem ein neues Talent in mir. Ich kann Blumen stecken und binden und meiner Meinung nach gar nicht mal schlecht. Und da es sich ja um eine Werbekampagne handelt kann ich euch auch das Endresultat zeigen, sobald es publik ist. Das wird in wenigen Tagen sein.

Zwischendurch sah ich ein Schockladenosterei, das ich sensationell fand.

Ein Steampunkei.

***

Am Abend einen kurzen Abstecher zum Rooftop, denn ich hatten den F. (ein anderer F. als oben) seit meiner Rückkehr nicht gesehen.

Ein Rausschmiss & eine Lieferung

Am Morgen ein neues Sicherheitsprogramm im Rechner installiert, was mir aber alle meine Einstellungen, vor allem im Browser gründlich über den Haufen schmiss. Es installierte mir aus Sicherheitsgründen die neueste Firefox Version, ohne aber die alten Einstellungen mitzunehmen. Vor allen die ganzen Wörterbücher schmiss es raus was mich sehr fuchsig machte. Ich schreibe nun mal tagtäglich in Deutsch, Luxemburgisch, Englisch und Französisch und damit ich da nicht zu sehr durcheinander gerate, habe ich für jede Sprache ein Plug-in. Zudem mochte es meinen Feed Reader nicht setzte auch den vor die Tür.
NONDIKASS!

Am frühen Nachmittag dann eine hocherfreuliche Lieferung. Ich hatte ja schon seit sehr langer Zeit eine Figur von Hannes Helmke im Sinn, die mich nicht mehr losließ. Und immer wenn ich wieder in den Katalog sah, versetzte sie mich in ein Gefühl, das zugleich fremd und sehr vertraut war. Ich weiß das kann nicht gegensätzlicher sein, aber anders ist es nicht zu beschreiben.
Auf der letzten Art Week war die Gallerie wieder da die ihn vertritt. Und was soll ich sagen, ich hab zugeschlagen. Und jetzt endlich ist sie da!

Am späten Nachmittag ein Fitting für ein Fotoshooting das morgen stattfindet. Das ist ein bisschen sehr kurz in der Zeit um da noch etwas vorzubereiten. Aber gut, wir werden sehen. Und es wird, der Arbeit nach zu urteilen ein sehr langer Tag der sehr früh anfängt. Wenn morgen kein Beitrag kommt wisst ihr warum.

Der ruhige Montag & emsige Dienstag

Den Montag weitgehend am Rechner verbracht, was für mich eher ungewöhnlich ist. Doch ich muss einen Text für vorbereiten und da ich mich damit auf neues Territorium begebe, möchte ich das sehr bedacht und richtig machen…
Mehr kann ich im Augenblick nicht sagen.

Am Abend die letzten Staffeln von Big Bang Theory geschaut. Schöner Schluss für die Serie die so lange gedauert hat.

Ich wusste ja dass Netflix mit den Ghibli Studios ein Abkommen hat sämtliche Filme zu zeigen, und klickte mich durch die Liste. Da sind aber einige dabei die gar nicht mehr in Erinnerung habe und welche die ich noch nie gesehen habe. Genug Stoff für die kommenden theaterlosen Abende. Ich sah mir noch einmal Chihiro an, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Es ist noch immer einer der schönsten Ghibli Produktionen.

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Ja das Foto sieht etwas wahllos und nichtssagend aus. Aber genauso fühlt sich die Stadt zur Zeit an mit all ihren endlosen Baustellen. Irgendwann soll es besser werden, irgendwann…

Am Dienstag früh wach geworden. Es war kalt und feucht draußen. Also arbeitete ich am Morgen nochmal kräftigst im Büro, weil der oben beschriebene Text in den nächsten Wochen fertig sein muss.
Kurz vor Mittag zog ich los zwecks ein paar Einkäufe. Nebst den Einkäufen, ging es ebenfalls zur Krankenkasse um die australischen Rechnungen abzugeben. Ich ging auch kurz in den Nationalarchiven vorbei wo man mich freundlichst empfing und mir sofort alle richtigen Dokumente aushändigte zwecks oben beschriebenen Textes. Ich kann also die nächsten Tage loslegen. Ich fuhr ebenfalls hinaus zum großen Hobbyzentrum um eine neue Stange für die Monstera Pflanze zu kaufen, die alte brach nämlich während meiner Abwesenheit durch. Entweder ein Konstruktionsfehler oder sie war schon im unteren Teil morsch.

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Seit dem 29. Februar ist der öffentliche Nahverkehr in Luxemburg kostenlos. Das war dem ZDF eine Reportage wert. Und das Verkehrsministerium Reihnland-Pfalz kriegt auch sein Fett weg.

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Ich weiß nicht ob ich das gut finden soll. Die Gemeinde Diekirch erhöht die Grundsteuer um das 20-fache für unbebaute Flächen im Zentrum der Stadt. So will die Stadt gegen die Wohnungsnot vorgehen. Erste Gegenstimmen werden schon laut über diese diktatorischen Maßnahmen.

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Und wem das alles zu viel wird und sich nach Ruhe und Genuss sehnt, der schaue sich bitte folgendes Video an, bei dem mir das Wasser im Mund zusammenläuft, vorausgesetzt man mag Schokolade.

Weltbewegendes

Mit diesem weltbewegenden Ereignis begann der Tag.

Kurz mit dem Gedanken gespielt zum benachbarten Schwimmbad zu gehen das am Sonntag geöffnet hat und wieder verworfen.
Ausführlich Internet gelesen und dieses Posting angefangen.

Ich daddelte ein wenig und fing bei Runescape mein erstes Dinosaurier. Sehr aufwendige Prozedur.

Auf Netflix dann endlich die letzte Staffel von Big Bang angefangen. Eigentlich müsste ich mir sie nicht mehr ansehen aber ich würde gerne wissen wie es zu Ende geht.

Am Abend dann mit der N. und der A. ins Athena, eines der seltenen Restaurants in der Stadt das Sonntags geöffnet hat. Wir munterten die A. auf, die just aus einem Projekt kommt, das weniger schön war.
Ich trank zwei Gläser Retsina die ich mir nicht so gut bekamen, warum auch immer.
Auf dem Rückweg wurden wir pitschnaß, da es wieder in Strömen regnete und keiner hatte eine Regenschirm eingepackt.

Später dann schaute ich mir im Fernsehen den neuseeländischen Krimi Brokenwood an. Allein schon der Umstand dass ich dort war, ließ mich ihn ansehen. Ein bisschen enttäuscht war ich dass er nicht im Zwei-Kanal-Ton lief. Ich hätte gerne wieder das neuseeländische Akzent gehört. Der Plot der Story war übrigens nicht schlecht.

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Ein kleines großartiges Filmchen von 1912 über die Stadt Luxemburg.
Damals gab es eine Traumbahn die mitten durch die Stadt führte am großherzoglichen Palast vorbei.

Wochenmarkt & letzte Vorstellung

Wenn ich folgende Fotos vergleiche mit denen die ich vor zwei Wochen und mehr gemacht habe, ich würde Äpfel mit Birnen vergleichen.

Es ging zum Wochenmarkt. Von dem angekündigten Sturm war am Morgen nichts zu sehen. Die Sonne schien doch der Himmel kündigte durch seine seltsame Farbe Böses an.

Im Renert, in dem ich mit großem Hallo begrüßt wurde (letzte Woche hatte er geschlossen) war es wunderbar für den, wenn auch nur kurzen Moment auf der Terrasse zu sitzen

Ich kaufte beim Eifeler Bäcker und sah mich anch der Marmeladenfrau um, doch die war nicht da.
Ich kaufte ein paar Tulpen.

Später dann ging es noch fix zu Santos für ein Pfund Kaffee. Jetzt nach der langen Reise lerne ich den Kaffee hier von meiner kleinen Rösterei erst richtig schätzen. Mit Ausnahme von den Kaffee den ich bei H. trank sind alle Kaffees in Australien und Neu Zeeland säuerlicher als unsere. Mich persönlich stört das nicht so sehr. Aber jetzt da ich wieder hier bin merke ich doch wie sehr Santos mir gefehlt hat.

Am Nachmittag dann brach der Sturm für ein knappe Stunde los, war aber dann auch schon wieder vorbei und ich konnte ohne Probleme zur Arbeit fahren.

Am Abend dann schon die letzte Vorstellung der Oper. Es waren viele Bekannte da und nach der Vorstellung musste ein wenig bleiben um kurz und knapp zu berichten wie es denn in Australien gewesen sei. (Es lesen ja nicht alle hier mit) Unter den Zuschauern befanden sich auch zwei Blogleser die sich mir vorstellten. Die eine Dame kannte ich bereits da ich ihr auch schon auf dem Wochenmarkt begegnet war, der andere ist der Vater eines ehemaligen luxemburger Blogger der ersten Stunde, der meine ganze Reise nach Down Under verfolgt hatte. Es ist schön von den Kommentierern auch mal ein Gesicht zu sehen…
Kurz vor Mitternacht war ich zurück.

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Es war eine Frage der Zeit. Am Samstag Abend kam die Meldung.
Éischte Fall vu Coronavirus zu Lëtzebuerg confirméiert

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Da wir ja zur Zeit weltweit damit Schlagzeilen machen, so wird jedoch auch hier über den Umstand, dass der öffentlich Verkehr ab heute in Bus, Tram und Bahnfahrten 2.Klasse kostenlos ist, viel diskutiert. War es eine gute Idee? Was kostet das den Staat? Wie viele Einnahmen gehen verloren? Eine dreiteilige Serie darüber gibt es in der WOXX

Zweite Vorstellung

Pixabay

Wenn ich eines gelernt habe in den letzten Wochen und Monaten (aber ich wusste es auch schon vorher) dann, dass ich nicht gut mit Kälte umgehen kann. Schnee, Nässe und vor allem Kälte sind absolut nicht mein Ding.

Ich wurstelte den ganzen Tag zu hause herum und obwohl ich noch Besorgungen hätte machen müssen, baute ich heute mal einen Tag ein an dem ich nicht wirklich viel tat.

Zweite Vorstellung der Oper. Alles lief wie am Schnürchen. Die D. war mit im Publikum und obwohl sie kein Opernfan ist, fand sie das sehr schön. Vor allem gefiel ich die Tatsache dass es fast ausschließlich Sänger aus Luxemburg waren die den ganzen Abend bestritten hatten.

Später dann noch einen Abstecher zusammen mit der D. ins Bovary. Es war zum ersten mal das wir beide Zeit fanden uns über die letzten Wochen richtig auszutauschen. Wir schmiedeten teilweise Pläne für die kommenden Monate, jedoch vorausgesetzt dass uns das Virus keinen Strich durch die Rechnung macht.

Und wen wir schon beim Thema sind:
Eine Nachricht bezüglich des Coroanvirus die ich (vor)gestern in der Sendung Forschung aktuell hörte, beunruhigte mich zutiefst. Link zum nachlesen. In Japan gibt es jetzt den ersten Fall einer Frau die sich mit den Virus angesteckt hat, davon ganz gesundete und jetzt wieder davon befallen ist. Das bedeutet dass man nicht zwingend Antikörper gegen das Virus entwickelt. Sehr beunruhigend.

Hinsichtlich der Pläne schmieden habe ich übrigens eine Entscheidung für dieses Jahr getroffen. Ich werde nicht nach Berlin zur Republika fahren. Ich werde mir einen Teil der Panels im Livestream ansehen, und mich dann selbst ins Hinterteil beißen, weil ich nicht dort bin…

Premiere & Schnee

Ich könnte euch das gleiche Foto zeigen wie das von gestern, doch es scheint heute morgen dann doch etwas schöneres Wetter zu sein. Ich versuchte davor den Rauch der Kamine auf den hinteren Balkon einzufangen der leicht rosa schimmerte durch die aufgehende Sonne, aber auf dem Foto sah man es nicht.

Früh am Morgen eine Besprechung wegen einem Fooshooting nächste Woche. Ich hatte schon lange kein Fotoshooting mehr. Da kann ich euch auch das Resultat zeigen wenn es publik gemacht wird, denn es ist für eine Werbekampagne.
Die Besprechung war im dem neuen Einkaufszentrum auf der Cloche d’Or, das ich persönlich ja nicht mag. Es wird auch von den Einwohnern nur sehr zögerlich angenommen. Die meiste Zeit herrscht dort gähnende Leere.

Als ich dann zurück fuhr (ja ich hatte den Wagen genommen, da es von meinem Viertel aus keine gute Anbindung zur Cloch d’Or gibt) fing es an heftigst zu schneien.

Ich beschoss dann bereits kurz nach 16:00 lozufahren um rechtzeitig in der Maske für die Oper zu sein. Das sollte sich auch als sehr weise herausstellen, denn ich brauchte volle anderthalb Stunden, wo ich sonst nur knappe 20 Minuten brauche.
Es ist lächerlich. Ein paar Zentimeter Schnee und Luxemburg befindet sich im totalen Ausnahmezustand…

Foto der Hauptprobe im LW.

Die Premiere scheint gut beim Publikum angekommen zu sein, zumindest habe ich nichts Schlechtes im Anschluss auf der Premierenfeier vernommen.

Ich fuhr jedoch zeitig heim weil ich todmüde war und der Jetlag mir immer noch das Leben ein wenig erschwert, obwohl ich mir das nicht mehr eingestehen will. Ich bin morgens immer noch gegen 5:00 Uhr wach.

Zwei intensive Arbeitstage & Coronavirus

Und mit dem Titel ist eigentlich schon alles gesagt.
Der Jetlag ist soweit ausgestanden. Ich habe meinen normalen Schlafrhythmus fast wieder.

Arbeitsmäßig war es intensiv die beiden letzten Tage, aber es macht Spaß und ich habe keine Schweißausbrüche, weil es zu viel wäre oder zu kompliziert. Es geht seinen gewohnten Gang.
Donnerstag ist Premiere.

Ein Foto habe ich noch.

Schnee.
Und ich dachte, wenn ich von Down Under zurück wäre, hätte Luxemburg das ganze Schneegedöns bereits hinter sich sich. Denkste….

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Durch den Beitrag der Frau Brüllen über Realität und Fakten auf der einen Seite und Panikmache von selbsternannten Experten auf der anderen, wollte ich auch meinen Schäuflein hinsichtlich der Realität beitragen , weil ich vor ein paar Tagen etwas näher dran war.

  • Bereits vor drei Wochen fragte man mich als ich von Perth nach Bali flog, ob ich in den letzten zwei Wochen in China gewesen sei.
  • Bei der Einreise in Indonesien musste ich einen gelben Zettel ausfüllen, in dem ich bestätigen musste, dass ich nicht China war, und musste den Zettel permanent in Pass dabei haben.
  • Als ich ein paar Tage später nach Melbourne flog über Jakarta, liefen dort sehr viele mit Mundschutz herum. Da Jakarta auf Java liegt und muslimisch ist, im Gegensatz zu Bali, sahen viele Frauen noch verhüllter aus als sie es eh schon sind.
  • Ein paar Tage später als ich dann von Melbourne über Singapur nach Paris flog, (ich bloggte live darüber) hatten sämtliche Flugbegleiter von Singapore Airlines Mundschutz, was sehr befremdlich war.
  • In Singapur selbst am Flughafen durchschritt ich eine Schleuse von Wärmebildkameras, die zugegeben sehr diskret war, aber ich sah sie trotzdem. Links und rechts saßen Männer mit Mundschutz und sahen sich die Menschen im Bildschirm an, ob da niemand Fieber hätte. Da wurde die Bedrohung für mich zum ersten Mal sehr real und löste ein mulmiges Gefühl aus.

Mehr kann und will ich mich nicht dazu äußern. Lest Posting von Frau Brüllen, damit ist alles gesagt.

Arbeitstag

Um 5 Uhr wach geworden. Mit dem Rhythmus werde ich wahrscheinlich in zwei Tagen die Zeitverschiebenung los sein.

Andererseits ist es gut, dass ich mich gleich wieder mit vollem Elan in die Arbeit schmeißen musste, so kam ich wenigstens nicht dazu mich über das mise Wetter zu beklagen. Seit zweit Tagen ist es nur kalt, regnerisch und stürmisch. Keine Sonne.

Die Arbeit macht Spaß und meine langjährige Erfahrung zeigte mir, dass ich mit allen Maskenentscheidungen für die Oper richtig lag. Bis auf ein paar kleine Änderungen, war alles zur Zufriedenheit aller.
Die erste Hauptprobe war jedoch zu den Originalzeiten und er Tag wurde dementsprechend sehr lang.
Ich war froh als ich kurz vor 23:00 Uhr Zuhause war.

Hallo Jetlag

Ich dachte noch, dass wenn ich den alten Schlafrhythmus einmal durchbreche indem ich ihn übergehe (so ähnlich wie eine Nacht durchfeieren?) und mich dann zu meiner alten gewohnten Zeit schlafen lege, würde das schon klappen. Denkste.
Um 4:00 Uhr morgens saß ich kerzengerade im Bett und bekam kein Auge mehr zu. Mist.
Ich lungerte rum, schaute Youtube Videos im Bett, ganz besonders die von denen ich weiß dass sie mir Abends beim Einschlafen helfen. Half nichts. Also aufsehen.

Und weil die Arbeit wieder mit voller Wucht zuschlug und mich diesbezüglich ja etwas bedeckt halten muss, werden die Einträge auch wieder um einiges kürzer. Da ich ja die Reise um ganze fünf Tage verlängert habe, fehlen diese mir jetzt in der Vorbereitung und ich muss doppelt so schnell ran wie sonst. Ich kann nur soviel sagen; es ist eine Oper von Henry Purcell die einzige richtige Oper die er je geschrieben hat, Dido and Aeneas. (Der Rest sind Singspiele)

Es war ein langer Tag, bei dem ich immer hoffte das er mir nicht Verhängnis wird und ich irgendwann am Nachmittag völlig in den Seilen hänge. Doch es ging alles glatt und die erste Maskenprobe verlief erstaunlich gut, obwohl ich ja überhaupt nicht vorbereitet war. (20 Jahre Bühnenerfahrung zahlen sich irgendwann doch aus!)

Am Abend dann mit der A. und ihrer Cousine und deren Mann, in einem mir unbekannten Restaurant in Clausen: Bistro Le Duc
Die Internetseite gibt noch nichts her. Es ist ein kleines feines Lokal mit einer bodenständiger Küche und vielen Luxemburger Spezialitäten. Sehr lecker und gemütlich. (Fotos folgen wenn ich nochmal hingehe)

Als ich mit der A. zurück fuhr (es regnete in vollen Strömen) hatte wir das Auto in den benachbarten Parkhaus abgestellt. Für 2 Stunden und 16 Minuten zahlt man dort satte 6€ Parkgebühren. Das ist doppelt und dreifach so teuer wie die Parkhäuser im Zentrum.

Ich fiel wie ein Stein ins Bett in der Hoffnung dass ich nicht schon wieder so früh wach werde. (Spoileralert: ich war sehr früh wach wenn auch nicht so früh wie am Morgen davor)

***

Der H. schickte mir noch eine interessanten Artikel über die Ausstellung Crossing Lines, die ich ja gesehen hatte.
‚We were all a little bit punk‘: Haring, Basquiat and the art that defined 80s New York

Wochenmarkt, erster Arbeitstag & Mitbringsel

Sehr traurige Nachricht am frühen Nachmittag über die vermisste Mutter eines Freundes, von der ich schon vor ein paar Tagen berichtet hatte. Sie haben sie am Tag meiner Heimkehr gefunden. Leider zu spät.

***

Fangen wir dort an wo ich am Tag davor aufgehört habe. Die D. holte mich vom Flughafen ab. Große Wiedersehensfreude.
Als ich den Koffer zu hause abgestellt hatte, (als ich nach zwei Monaten zuerst wieder die Wohnung betrat, kam sie seltsamerweise vertraut/unvertraut vor) gingen wir zu Fuß ins Zentrum, denn die Sonne schien, doch es war schweinekalt. Zumindest fühlte es sich so für mich an. Wir aßen eine Kleinigkeit bei Oberweis.
Ich nahm sofort die Bankangelegenheiten in Angriff, hinsichtlich der gesperrten Karten und konnte binnen fünf Minuten alles zu meiner Zufriedenheit lösen.
Ich kaufte noch ein paar Dinge für den Kühlschrank ein und zu hause und fiel wie ein Stein aufs Bett.
Ich erwachte mit einem Riesenschreck kurz nach 9 Uhr abends. Ich hatte Treffen mit der D. , der A. und dr N. völlig verpennt. Ich rief die D. an und im Hintergrund hörte ich sie N. lachen. Sie waren noch alle drei im Bovary wo ich selbst den Tisch bestellt hatte. Ich zog mich fix um und fuhr hin.
Es war ein schönes Wiedersehen.

***

Da ich verständlicherweise voll im Jetlag hänge, war ich sehr früh wach. Ich ging kurz nach acht schon auf den Wochenmarkt. Der war jedoch sehr leer. Es waren viele Stände nicht da, was wahrscheinlich dem Fastnachtsferien geschuldet ist.
Gegen 10:00 war ich bereit in einer Kulturstätte etwas außerhalb der Stadt. Und gleich der erste Tag schmiss mich sofort wieder in den Arbeitamodus, so als ob ich nie Urlaub gewesen wäre.
Der Tag zog sich insgesamt in die Länge wie ein Kaugummi und mein Körper teilte mir immer wieder mit dass er eigentlich müde sei aber nicht so richtig etwas damit anzufangen weiß.
Am Nachmittag dann wieder zu hause. Ich lud ein paar Waschmaschinen, hing aber sehr in Seilen für den Rest des Tages. Doch etwas Produktives wollte ich noch machen. Ich machte ein paar Fotos fürs Blog mit den Mitbringseln:

Ein Katalog mit den bedeutendsten Werken die im MONA ausgestellt wurden über die letzten Jahre und die Biographie von David Walsh, dem Gründer des Museums.

Von der Ausstellung Haring & Basquiat aus Melbourne zwei Teller und ein Tasse. Und ich bin sooo happy dass nichts davon zu Bruch ging während der Reise.

Von dem H. und der M. bekam ich zu Weihnachten ein Kochbuch vom Fernsehkoch Adam Liaw, der die Welt bereiste und Kochrezepte aus Australien, Neu Zeeland, China, Singapur und noch ein paar anderen Ländern sammelte.

Wieder daheim

Nur ganz kurz. Ich landete ohne weitern Zwischenfall in Luxemburg. Uff. 22 Stunden reine Flugzeit ohne die Wartezeiten. Ich warte darauf dass jemand das beamen erfindet.

Und dann ging es schon Schlag auf Schlag, weil die Arbeit ruft. Der Rest der Berichterstattung folgt morgen.

Live Posting bis Luxemburg (hoffentlich)

Melbourne /10:00 Dieses Posting werde ich live schrieben und updaten so oft es eben geht. Ich hoffen sehr, dass keine böse Überraschung mehr kommt. Die Aufregung von gestern ließ mich noch lange wach bleiben und ich schlief erst weit nach Mitternacht ein. An dieser Stelle möchte ich noch einmal sagen wie dankbar ich dem H. und seiner Frau M. bin. Wenn ich die beiden hier in Melbounre nicht gehabt hätte, ich hätte auf Parkbänken geschlafen.

Ich hatte mir den Wecker auf 7:00 Uhr gestellt. Ich war schon weitaus davor wach. Ich packte meinen Koffer um damit er mit all den Mitbringseln nicht zu schwer wird. Jetzt ist mein Rucksack etwas schwerer aber ich denke den bekomme ich noch so durch. Zur Vorsicht wog ich alles noch einmal und stellte dabei erfreut fest dass ich abgenommen habe. Es sind mindestens 2 oder 3 Kilo weg. Hurra!

Melbourne / 12:30 Ich war viel zu früh hier. Der Schalter zum Einchecken geht erst um 13:30 auf. Ich hatte aber vorab schon bei Virgin Airlines (weil die immer sehr nett sind) vorgefühlt. Und am Service Desk meinte man das dürfte kein Problem sein. Mein Emergency Travel Dokument sollte einwandfrei klappen.

Melbourne 14:20 Pünktlich wie die Maurer stand ich am Check in. Es war kein Problem alle meine Boarding Passe zu bekommen. Es dauerte nur etwas länger. Durch den Security Check ging auch fix. Im Boarder Force war der Mann sehr nett und alles klappte wie es sollte. UFF. Jetzt sollte nichts mehr schief gehen.

Melbourne 16:10 Bye bye Australia.

Singapore 22:50 7 Stunden Flug später. Ich musste fast rennen um zeitig am Gate zu sein um wieder einzuchecken. Ohne Probleme konnte ich den Flieger besteigen. Und jetzt sind es nich einmal 14 Stunden und dann bin ich fast da.

Paris 7:14 Fast geschafft. Jetzt fehlt noch der letzte Flug nach Luxemburg. Es ist schade dass der Aufenthalt in Singapore so kurz war. Doch die Wege sind dort sehr lang und ich musste Has geben. Es bLieb nicht einmal Zeit für einen Kaffee.

Nebst den ganzen Unannehmlichkeiten die ich die letzten Tagen hatte, habe ich aber auch etwas hinzugelernt. So nett das Personal von Airfrancr auch ist; das was man in der Premium Economy Klasse geboten bekommt ist weniger als in der Economy Klasse von anderen Fluggesellschaften. Für kurze Flüge durch Europa ist das sicherlich genug aber auf Langstreckenflügen reicht das nicht. Sie hinken damit sogar den indonesischen Fluglinien hinterher. Merke: nie wieder Airfrance auf Langstrecke.

Jetzt habe ich noch zwei Stunden Leerlauf und dann bin ich da.

Melbourne: Kleine Lichtblicke & ein weiterer Hammerschlag.

Mal davon abgesehen, dass mir hier das Wetter gerade vorführt was mich in Luxemburg erwartet, denn hier ist es stürmisch und es regnet immer wieder, gab es heute den ersten kleinen Lichtblick.
Ich schrieb gestern meine Bank an und erklärte ihr die augenblickliche Situation. Heute morgen erhielt ich die Nachricht, das es klappen sollte und ich konnte die neue Kreditkarte, in Apple Pay installieren, die ich noch gar nicht habe. Hurra! So brauche ich zumindest nicht mehr für jede kleine Ausgabe auf das Geld zurückzugreifen das ich mir von H. geborgt habe.

Daraufhin, ging ich zu der Croissanterie Lune, von der ich schon einmal hier berichtet hatte und kaufte mir eines der berüchtigten Croissants. Der Bäckerei geht es zur Zeit etwas weniger gut, da ja sämtliche Fluge mit chinesischen Touristen gestoppt wurden, und die langen Menschenschlangen ausbleiben. Grad bei Chinesen ist die Bäckerei besonders beliebt. Ich ging also rein und wurde sofort bedient.

Das ist also eines dieser vermeidlich weltbesten Croissants.
Ich kann nur sagen dass sie gut sind. Aber das beste Croissant dass ich je gegessen habe ist es bei weitem nicht. Sie sind wohlgemerkt sehr blätterig und auch nicht zu fettig, aber es fehlt ihnen an „Feinheit“. Diese feinen, sehr dünnen inneren Teigschichten die ich auch nicht in Luxemburg in den Croissants vorfinde, sondern nur in Frankreich, fehlen auch hier. Aber gut zumindest hatte ich jetzt einmal eines dieser ominösen Teile…

Gegen 10:30 kam die erlösende SMS dass DHL die Fotos in der Botschaft abgeliefert hat. Uff. Eine Sorge weniger. Jetzt ist es denen den Emergency Pass so schnell wie möglich auszustellen und mir zurückzuschicken. Wie sie das anstellten war mir egal. Ich musste ihn morgen Vormittag haben.

Little did he know!!!

***

Jedoch sorgenvolle Nachrichten aus der Heimat schon seit ein paar Tagen. Eine Rentnerin, die auch die Mutter eines guten Bekannten ist, wird schon seit etlichen Tagen vermisst. Ich bin in einer Whatsapp Gruppe des Bekannten die anfänglich dazu gedacht war, kleine Feiern und Apéro’s zu organisieren, jetzt ist sie zur Suchgruppe umfunktioniert worden und ich bekomme sämtliche Hilfeaktionen hier mit. Hier der Aufruf in der Zeitung.

***

Und dann kam der nächste Hammer. Ich dachte ich hätte alle hinter mir. Man rief mich von der belgischen Botschaft an,dass ich mich selbst darum kümmern müsste dass der Pass nach Melbourne geliefert wird zu dem Honorarkonsul. Da ich morgen fliege, musste es ein Expressdienst sein. Ich telefonierte mehrere Kurierdienste durch inklusive DHL. Dieser Honorarkonsul wohnt aber so weit außerhalb von Melbourne, dass kein Expressservice dorthin liefert. Irgendwann packte mich die Wut, weil ich auch von der Konsulin am Telefon wie der letzte Verbrecher behandelt wurde. Ich buchte für den Nachmittag einen Flug nach Canberra mit einem Rückflug am gleichen Tag zurück. Kostenpunkt 1200 Dollar. Denn wenn ich noch länger hier bleibe, ist in Luxemburg ein Auftrag weg, und ich muss den Langstreckenflug noch einmal umbuchen, was mich bereits beim ersten mal ein Vermögen gekostet hat.

Also saß ich am späten Nachmittag in einem Flugzeug nach Canberra. Glückwunsch!, dachte ich im Flieger. Jetzt habe ich definitiv ALLE Bundesstaaten in Australien durch, was nicht jeder Australier von sich behaupten kann.

Im Eilverfahren dann mit dem Taxi zu belgischen Botschaft. Gott sei dank ist hier nie viel Verkehr und ich war in knapp 10 Minuten dort, denn der Flieger dorthin hatte ebenfalls Verspätung.

Die Konsulin war dann wie ausgewechselt als sie mich empfing. Sie entschuldigte sich für all die Unannehmlichkeiten. Sie wollte noch ein wenig plaudern, doch mal davon abgesehen dass ich dazu nicht aufgelegt war, musste ich auch den Flug zurück erwischen. Sie bestellte mir ein Taxi das sofort da war und ich brauste zurück. Ich kam 10 Minuten vor Boarding an. Uff.

Wieder in Melbourne nahm ich diesmal dem Bus zur City und anschließend ein Taxi für ein paar Dollar. Kurz nach 22:00 Uhr war ich bei H.

Und ich merke grad dass ich Canberra nicht ein einziges Foto gemacht habe…

Und morgen geht es hoffentlich zurück nach Luxemburg. Es bleibt weiterhin spannend.

Melbourne: Noch ein bisschen Alptraum weil es so sch… war

Gewaltiger Dämpfer am Morgen. Mein Pass wurde von Luxemburg aus bereits gesperrt und ich kann nichts mehr damit anfangen. Ich brauche also doch einen Emergency Pass.

Und schon war ich wieder in der gleichen Anspannung wie vor zwei Tagen. Die Dame von der Botschaft meinte dass sie das in der Form für Luxemburg noch nie gemacht hätte, aber so oder so muss ich nach Canberra zur Botschaft kommen. Sie würde in den nächsten Stunden nochmal zurückrufen. Und Verzweiflung kochte wieder hoch.

Wenn ich wirklich nach Canberra muss, muss ich das an einem Tag erledigen. Das wäre an und für sich kein Problem wenn ich noch meine Kreditkarte hätte. Aber so muss ich bei H. anfragen ob er mir das Geld leiht. Und er und seine Frau tun schon so viel für mich. Zudem wird es ein kleines Vermögen kosten so kurzfristig zwei gescheite sichere Flüge zu finden.

Ich wartete also auf den Rückruf der Botschaft damit ich endlich weiß voran ich bin. Gegen 14:30 kam dann der erlösende Anruf ich müsste nicht kommen, sondern sie schicken mir alles über ihren Honorarkonsul hier in Melbourne. Dafür müsste ich aber zwei Passfotos nach Canberra schicken und das noch heute mit Express per DHL damit sie am Morgen ankommen. Ich flitze also zur Post die Fotos machen. (Ja Passfotos werden hier in der Post gemacht!!) Von dort aus mit dem Taxi zu nächsten DHL Stelle am Melbourner Hafen. Ja, das geht, sagte man mir, die Fotos seien vor Mittag dort. Uff… Eine Sorge weniger.

Mit all dem hin und her hatte ich inzwischen irrsinnige Kopfschmerzen, weil ich einfach vergessen hatte Wasser oder Tee oder irgendetwas zu trinken. Selber schuld.

Abends kochte ich gemeinsam mit der M. ein herrliches Risotto mit Steinpilzen.
Essen kann manchmal so tröstlich sein.

Und morgen ist ein neuer Tag mit neuen Aufregungen.

Melbourne: Victoria State Library

Ich wollte mir die Bibliothek schon das letzte mal ansehen, da ich sie in der RTL Reihe ‚Luxemburger im Ausland‘ vor über einem Jahr gesehen hatte als sie einen Bericht über den H. brachten.

Ich ging zu Fuß hin denn die Tram fuhr nicht wegen einem Streik. Ja, Streik können sie auch hier. Europa macht es ja oft genug vor.

Das ist der Dome der Bibliothek mit dem Lesesaal, was aber nur den geringsten Teil des ganzen Gebäudes ausmacht. Es gibt so viele andere Säle dass ich mich fast verlaufen hätte. In einem der Säle ließ ich mich nieder und schrieb den gestrigen Blogeintrag fertig.

Dann wanderte ich ein wenig durch die Stadt die, weil gar kein Verkehr, wie eine gewaltige Fußgängerzone wirkte. Doch kurz nach 14:00 fuhren die Trambahnen wieder und ich fuhr zurück.

Ich ging in das Aqua Profonda Schwimmbad zusammen mit H.

Es war sehr voll aber tat Schwimmen tat gut.

Am Abend dann Essen auf dem Rootop von H.s Haus.

St.Kilda & Fitzroy

Beides sind Viertel in Melbourne. Heute zog ich von einem in das andere.

Am Morgen jedoch blieb ich noch eine Weile in St.Kilda und ging a Meer entlang. Ich legte mich auf eine große grüne Wiese nicht weitab vom Luna Park und lass ein der letzten New Yorker, den ich Jarkarta am Flughafen gekauft hatte, der aber mit dem Rucksack ebenfalls verschwunden war. Vor mir hoch oben fuhr die alte Achterbahn. (Foto oben) Ich wollte und konnte nicht schon wieder einfach darauf los rennen nachdem was die letzten Tage war.

Ich sah wieder den kleinen Sonntagsmarkt an der Uferpromenade, wo ich mir vor zwei Jahren das feste Parfüm gekauft hatte. ( das ich aber nie hier erwähnt habe, denn ich wollte es jetzt verlinken…) Es war schön zu sehen dass der kleine Fabrikant noch immer da ist und sein Sortiment auch ausgebaut hat mit Bartölen und einer Duftserie für Frauen.

Am Nachmittag zog ich dann mit einem sehr schweren Koffer um nach Fitzroy zu H. und seiner Frau M. Wenn ich die beiden nicht hätte, würden die nächsten Tage sehr happig werden.

Es war ein wunderschöner Abend mit lustigen Gesprächen und einer oder auch zwei Flaschen Wein.

Ein Foto bin ich noch schuldig:

Da hatte ich ihn just wieder und hatte die Tränen weggewischt.

Von Denpasar über Jakarta nach Melboune & ein Alptraum

Dass ich drei Tage nichts geschrieben habe, kommt daher dass ich wieder ein Lektion in Demut erhielt…

Aber der Reihe nach.

Ich flog dorthin zurück wo ich letztes Jahr meine Reise begonnen hatte. Zurück nach Melbourne aber mit einem Abstecher zur indonesischen Hauptstadt.

Bali bescherte mir an meinem letzten Tag doch noch einen schönen Sonnenuntergang, den ich von der Terrasse vom Flughafen aus sah. All die anderen Abende waren entweder verregnet oder so bewölkt, dass ich Hoffnung bereits aufgegeben hatte.

Obwohl mein Flug erst Abends startete, fuhr ich zeitig los, denn in Bali weiß man nie was einen auf den Straßen erwartet. Entweder kommt man durch oder man hat einen unendlichen Stau. Ich brauchte mit dem Taxi für die 11km fast eine Stunde.

Ich flog wieder mit Garuda Airlines die ich beeindruckend gut finde, obwohl sie hier als ‚billig‘ verschrien sind. Ich sagte dem Taxifahrer der mir das weismachen wollte, er solle doch nach Europa kommen und dort mit so lustigen Fluggesellschaften wir Rayan Air oder Air Balitca oder gar Blue Air (bis heute die schlimmste mit der je geflogen bin) fliegen.

Ohne weiteren Zwischenfall nach Jakarta. Beeindruckend großer Flughafen. Von der Stadt habe ich ja logischerweise nichts gesehen. Weiter dann nach Melbourne. Es war eine sehr kurze Nacht die in punkto Dunkelheit

Letztendlich war ich doch die ganze Nacht wach, auch wenn ich ab und an einschlummerte. Ich kam in Melbourne an, sehr übermüdet, und dann passierte der reinste Albtraum und jetzt, da ich es schreibe und die Chose fast vorbei ist, kommt es mir vor, als wenn mich jemand mit Vorschlaghammer auf den Kopf geschlagen hätte und ich wäre über zwei Tage hinweg bewusstlos gewesen und hätte sehr schlecht geträumt.

Als ich auf den Skybus wartete der mich direkt zum Stadtviertel St. Kilda bringen sollte, fuhr ich im Kopf auf Sparflamme wegen der Müdigkeit und passte nur auf dass ich den richtigen Bus nahm.

Als ich dann im Bus saß und auf meinen Koffer starrte war mein Rucksack verschwunden und es war unmöglich den Bus anzuhalten und zurückzurennen, da wir bereits auf der Autobahn fuhren.

Ich fragte den Fahrer ob er nicht per Funk in der Abfahrtstation anfragen könnte ob sie keinen Rücksack gefunden hätten. Tat er. Nichts. Kein Rucksack. Ich fragte ihn ob ich sofort mit ihm zurück fahren könnte. Doch in St Kilda musste er die Uhrzeiten einhalten und mir dauerte das zu lange. Jede Sekunde fühlte sich wie eine Minute an. Mir wurde plötzlich bewusst dass ich zwar außer dem Koffer sonst alles verloren hatte. Meine ganzen Papiere, Brieftasche, Pass, Laptop und und und, aber nicht mein Iphone! Das hatte ich in die Hosentasche gesteckt weil sich dort das Busticket darauf befand.

Ich sprang aus dem Bus sammt Koffer und orderte ein Uber Taxi das binnen 30 Sekunden da war, bezahlte per Apple Pay und fuhr zurück zum Flughafen.
Im Lost and Found Büro wurde jedoch nichts abgegeben. Langsam schwammen alle Hoffnungen davon. Ich gab eine genaue Beschreibung an, schrieb eine Mail, und hinterließ meine Nummer, wenn der Rucksack auftauchen sollte.
Ich hatte noch eine Fahrt auf den Handy, die Rückfahrt die ich aber auch zum Hinfahren zu Hotel in St.Kilda gebrauchen konnte. Ich fuhr zurück zum Hotel und checkte im Hotel ein, was sich wieder als schwierig erweisen sollte, denn ich konnte mich nicht ausweisen. Das machte mich verdächtig. Doch ich konnte die 100 Dollar mit dem Handy zahlen, das inzwischen auf den letzten Prozent der Batterie nagte. Ich flitzte zum nächsten Convenience Shop und kaufte ein Charger und ein Stecker, bezahlte noch einmal mit Apple Pay und ging zurück ins Hotel .
Zwischenzeitlich hatte ich dem H. Bescheid gegeben. Er meinte ich sollte doch bei ihnen vorbeikommen und mich erst einmal beruhigen, wenn alle Stricke reißen, könnte ich die nächsten Tage immer noch zu ihm seiner Frau der M. kommen.

Ich besorgte mir eine neue Tramkarte und fuhr hinaus nach Fitzroy. Wieder mit Apple Pay bezahlt. Ich war in meinem Leben noch nie so froh ein Smartphone zu haben wie jetzt. Und alle die, die es immer verteufeln, mir hat es schlicht das Leben gerettet.

Es war ein schöner Abend an dem ich aus verständlichen Gründen zu viel Wein trank, was mich über die Nacht rettete, denn ich hätte eine weitere Nacht nicht geschlafen, vor lauter Sorge. Doch ich musste für den folgen Tag einen klaren Kopf haben und Punkt für Punkt alle Möglichkeiten durchgehen.
Das letzte was ich an dem Abend dachte war, wie oft mich mein Smartphone an dem Tag gerettet hatte.
Ich schlief traumlos tief und fest, war aber kurz nach 5 Uhr morgens schon wieder wach.

***

Den folgenden Morgen verbrachte ich am Telefon. Ich rief mehfach das Lost an Found Büro an. Nichts.
Ich meldete meinen Rucksack mit sämtlichem Inhalt bei der Polizei als vermisst, insbesondere meinen Pass.
Da Luxemburg keine Botschaft in Australien hat, sondern nur einen Honorarkonsul, der schlicht mal gar nichts für mich tun kann, war schon der erste große Dämpfer. Ich sollte mich bei der belgischen Botschaft melden die auch für Luxemburg zuständig sei.
Da mir aber sämtliche Papiere fehlten schickte ich eine Nachricht an meine Reiseagentur die alle meine Papiere hatte und die auch sofort alles per Mail schickte. Ich konnte somit alles in die Wege leiten. Auf der belgischen Botschaft sagte man mir, dass es mindestens vier Tage braucht um die Papiere für ein Emergency Pass anzufordern. Also musste ich den Heimflug verlegen.

Am Abend war ich H. eingeladen, der sowieso ein Barbeque für den Abend für Freunde und extra für mich organisiert hatte. Es war schön für ein paar Stunden das ganze Drama zu vergessen. Da meine australische Simkarte eine Blockade hat in Bezug auf Auslandsanrufe, konnte ich auch die ganze Zeit die Kreditkarte nicht blockieren. Ich tat das dann an dem Abend mit H.’s Handy. Ich fragte die Dame in Luxemburg sie sollte bitte die letzten Bewegungen der Karte kontrollieren, und ich zählte ihr alle Dinge auf die ich noch mit der Karte per Handy bezahlt hatte. Es war genau das und es sonst keine verdächtigen Bewegungen auf der Karte dabei.

Das ließ mich wieder hoffen dass der Rucksack doch am Flughafen sei. H. schlug vor mich am nächsten Morgen in aller Früh zum Flughafen zu fahren damit dort noch mal an Ort und Stelle fragen könnte.

***

Als wir am Flughafen waren schaute ich als erstes im ‚Lost and Found‘ vorbei, die mir aber nur sagen konnten, dass sie nichts für mich hätten, aber wenn mein Pass dabei gewesen wäre, hätten sie ihm beim Border Force abgegeben. Ich sollte dort nachfragen. Der H. wurde leicht blass um die Nase als er Border Force hörte, den mit denen ist nicht zu spaßen. Doch die Frau am Schalter war sehr nett. Es war auch die erste die mir die richtigen Fragen stellte, z.B. ob ein Tag oder ein Label an meinem Rucksack gewesen wäre, was ich bejahte. Ich hatte eines bekommen das ich an den Rucksack hängen musste damit ich es mit die Flugkabine nehmen konnte. Sie meinte, dass es dann auch bei den Gepäckstücken in einem anderen Büro sein könnte und sagte mir wo ich das finden könnte.
Ich trat dort ein fragte nach dem Rucksack….und da stand er!
Die ganze Anspannung fiel mit einem Schlag von mir ab und mir rannten die Tränen übers Gesicht, ich konnte es nicht verhindern.

Ich fuhr zurück zum Polizeibüro und die Vermisstenanzeige rückgängig zu machen. Dann schickte ich eine Mail zur Botschaft in der Hoffnung, dass die ganze Prozedur der Emergency Passport noch rückgängig zu machen ist. Aber das erfahre ich erst am Montag.

Zurückfliegen werde ich so oder so erst am Donnerstag.

Letzter Tag in Bali

… was aber nicht ganz richtig ist. Morgen fliege ich nach Malbourne aber erst sehr spät. Gut finde ich das nicht, dann stehe ich lieber früh auf, als morgen die Nacht hindurch zu fliegen. Aber ok.

Lieber kein Frühstück als ein schlechtes. Statdessen schaute ich am frühen Nachmittag noch einmal im Cafeorganic vorbei.

Unter diesem kleinen Kunstwerk versteckt sich eine halbe Kokosnuss. Gefüllt mit einem Smoothie Müsli. Wer da nicht schwach wird…

Den Nachmittag gelesen, geschwommen und ein paar Videos geschaut.

***

Schlechte Laune? Kein Problem, kuckt euch ein Video der fabelhaften Emmy made in Japan an. Sie probiert ja alles Mögliche rund ums Essen aus. Hier stellt sie Original Willy Wonka Schokolade her mit einem 70er Jahre Bastelkit und freut sich wie ein Rohrspatz. Übrigens habe ich zum ersten mal richtig verstanden was das mit dem Temperieren der Schokolade auf sich hat und warum man das machen muss.

Ein ruhiger Tag fast ohne Regen

Zumindest regnete es nicht mehr. Auch die Hitze ist nicht mehr so heftig wie am Einreisetag.

Ich rief die N. am frühen Abend vom Vortag an, da ich gelesen hatte dass Luxemburg zur Zeit wegen dem Orkan im Ausnahmezustand ist. Es wurde die ‚Alerte rouge‘ ausgerufen. Die Schulen sind am Montag alle geschlossen. Ich bat die N. doch bitte in der Wohnung vorbei zu schauen und die Balkonmöbel reinzunehmen. Tat sie auch.

Das Frühstück im Hotel ließ ich ausfallen denn so toll war das bis jetzt nicht. Dem ganzen Tag über las ich immer wieder wie es in Luxemburg aussieht. Zwischendurch organisierte ich ein paar kleine Dinge für meine Heimkehr und für die zwei letzten Tage in Melbourne.

Ein Runde Schwimmen. Sehr angenehm, denn ich hatte den Pool für mich.

Zwischendurch macht sich immer wieder das schlechte Gewissen breit, dass ich hier nicht geschäftiger bin und mehr tue. Aber ich bin jetzt mit ein paar wenigen Ausnahmen fast jeden Tag unterwegs gewesen und habe mir Dinge und Tiere angesehen. Die Tage in Bali waren zum Entspannen gedacht, also nutze ich sie auch dafür und renne nicht wieder rum.

Am frühen Nachmittag machte sich dann ein leichtes Hungergefühl bemerkbar und ich ging nebenan ins:

Cafeorganic.

Sensationell lecker und um Längen besser als das was es an Frühstück im Hotel gibt.

Das hatte ich dort vor zwei Tagen am späten Nachmittag.

Ein kleines feines Fühstückslokal, das sehr viel Auswahl hat, vor allem im veganen Bereich. Veganer würden hier platzen. Es werden Früchte in rauen Mengen verarbeitet. Ich saß neben der Theke und konnte zuschauen wie eine Mango nach der anderen fast im Sekundentakt verarbeitet wird.

Am Abend dann, weil ich mich zu spät entschieden hatte und keinen Tisch mehr zur gewollten Zeit in anderen Restaurants fand außer im Mera Putih, in dem ich schon vorgestern war, und begeistert wieder herauskam. (Der Satz davor hat Schluckauf aber ich lasse ihn jetzt so) Das Restaurant ist wirklich eine Wucht und mehr. Die Kellner erinnerten sich an mich.

Ich aß ein großartiges Lammcurry, wenn nicht das beste das ich je gegessen habe.

***

Wer sich ein wenig in der koreanischen Küche auskennt, dem müsste Maangchi ein Begriff sein. Maangchi ist eine koreanische Köchin aus New York mit Youtube Kanal. Folgendes Video ist schon etwas älter und dauerte in seiner Herstellung ein ganzes Jahr. Wie man Sojapaste und Sojasoße selbst herstellt. Ich war überrascht wie aufwendig der ganze Prozess ist und welche ungewohnten Dinge man dafür braucht wie zum Beispiel eine Heizdecke.

Kerobokan: Ein Regentag

Was man wissen sollte: Die Regenzeit in Bali ist von September/Oktober bis April/Mai. Das Gewitter das mich die Nacht davor kaum schlafen ließ, ging in einen Dauerregen über, der fast den ganzen Tag anhielt. Also blieb ich am Morgen in der Hotelanlage und las.
Irgendwann am späten Nachmittag hörte es langsam auf, es bleib aber bedeckt.

Ich tat Dinge die ich sonst hier nie erwähne weil es Alltagsdinge sind. Ich durchforstete den Koffer. Ich habe gemerkt dass man mit quasi nichts reisen kann. Die drei Tage in Alice Springs ohne Koffer waren darin eine lehrreiche Erfahrung. Klamotten z.B. könnte ich noch mehr reduzieren. Ich habe zu viel mitgenommen. Ich merke es vor allem an ein paar Teilen die ich bis dato noch nicht einmal an hatte. Ich werde also nochmal entsorgen, denn wenn ich sie jetzt auf der Reise nicht an hatte, ich werde sie unter Garantie nicht Zuhause anziehen. Weg damit. Auch Unterwäsche wird überbewertet. Ich habe Schwimmshorts dabei die auch als normale Shorts durchgehen. Darunter braucht man z.B. keine Unterwäsche. Zudem hatte ich Alice Springs gar keine Wechselmöglichkeit, also ließ die Unterwäsche ganz weg. Das mag für viele ein No Go sein, ich fand das gar nicht schlimm.
Auch der Kulturbeutel könnte nochmal um einiges schrumpfen. Das meiste wird in den Hotels eh zur Verfügung gestellt. Ich habe auf der gesamten Reise eine kleine Reiseflasche Shampoo nicht zur mal Hälfte gebraucht, obwohl ich jeden Tag Haare wasche. Dazu muss man wissen dass man in Australien immer nur ein Minitropfen braucht, weil das Wasser sehr weich ist. Sonst wird man den Schaum nicht los. Die zweite kleine Flasche die ich mit hatte war überflüssig.
Es ist auch eine Frage der persönlichen Bedürfnisse. Doch man sollte gut vorab überlegen was man wirklich braucht und bei allen Dingen bei denen man schon „im Falle von“ sagt, zwei mal überlegen.

Am Nachmittag unter bedecktem Himmel dann noch eine kleine Schwimmrunde, weil ich mich so gar nicht bewegt hätte. Und dann las ich weiter auf der Terrasse.

Kerobokan: kleine Erkundung & Merah Putih

Kerobokan ist ein Viertel von dem berüchtigten Kuta, das aber sehr abseits von dem „ugly“ Kuta liegt.
Dazu muss man ein paar Dinge wissen. Es gibt hier wie in Palma de Mallorca ein Viertel, in dem die Australier billig abfeiern und morgens kotzend am Straßenrand stehen. Ich hatte mir dieses Viertel vor zwei Jahren angesehen und es ist…brrr.
Da ich aber auf der Westseite der Insel sein wollte um den Sonnenuntergang zu sehen (was wahrscheinlich wetterbedingt nicht der Fall sein wird) hatte ich mir etwas weitab ein Hotel gesucht.

Tonys Villas and Resort liegt etwas abseits einer belebten Straße von der man aber gar nichts mitbekommt. Allerdings liegt es „in zweiter Reihe“ zum Strand und man muss erst durch ein anderes Hotelareal, wenn man keinen riesigen Umweg machen will, um ans Meer zu kommen.
Was ich am Tag davor schon erfreut feststellte, die Straßen sind sauberer als noch vor zwei Jahren. Mit Smartphone Karte bewappnet schlenderte ich also am Morgen durch die Straßen um zu mit einem Weg zum Strand zu suchen, und ging durch Areal eine großen Resorts, des W Seminayk.

Dort läuft man erstmal durch ein Bambustunnel, der kein Ende zu nehmen scheint. Dann kommt man am Tor an und wird erst einmal durchsucht, was ich recht seltsam fand.

Dann läuft man noch einmal eine Weg entlang durch einen irrsinnig schönen Garten, schließlich durch die Hotelanlage und dann endlich ans Meer.

Das Meer jedoch war sehr aufgewühlt und an Schwimmen war nicht zu denken. Ich watete ein wenig im Wasser und ging ein ganz Stück am Strand spazieren. Ein sehr schöner sehr weitläufiger Strand der erstaunlich sauber war, bis mir dann doch ein paar Tüten im Meer entgegen schwammen…

Für den Abend hatte ich mir ein Restaurant in der Nähe ausgesucht in das etwas gehobener schien. Merah Putih Und tatsächlich…

…wow!

Zu essen gab es:

Ein kleines Currysüppchen vorab. Dann King Prwan mit viel Gemüse und einer raffnierten Soße. Dazu ein Teller mit allerhand Gemüse und einem anderen Sud. Ich fühlte mich absolut nicht untergemüsiert* .

Kaum war ich wieder im Hotel, ging ein Gewitter los das sich schon über die letzten Stunden hinweg mit unbarmherzig erdrückender Hitze angekündigt hatte. Es regnete wie aus Kübeln bis weit nach Mitternacht. Da mein Zimmer im ersten Stock (also unter dem Dach) ist, hörte ich den prasselnden Regen in einer ungewohnten Lautstärke, was das Schlafen unmöglich machte. Also schaute ich mir im Hotelfernsehen auf einem HBO Kanal einen Dokumenterfilm an, von den schon mal im Ansatz etwas gehört hatte. Mommy Daed And Dearest.
Ein Film der mich sehr umhaute, wie weit ein Münchhausen by Proxy Syndrom gehen kann. Auch interessant das Interview mit der Dokumtarfilerin Erin Lee Carr über dem Film.
Es gibt inzwischen auch eine Miniserie über den Fall von Hulu. The Act.

Ich schlief sehr spät ein.

*eine Wortschöpfung die nicht auf meinem Mist gewachsen ist, sondern bei der Kaltmamsell.

Von Perth nach Denpasar

Gegen halb vier wachte ich von selbst auf. Wenn ich mir am Tag davor im Kopf genug Stress aufbaue aus Angst, ich würde den Flieger verpassen, brauche ich mir im Prinzip keinen Wecker zu stellen. Kennt das noch jemand oder ist das eine Joel’sche Verschrobenheit?

Ich flog zu ersten mal mit Garuda Airlines. Sehr angenehm. Außer man hat ein Kleinknirps im Sitz vor sich der nicht ruhig sitzen kann… Nun ja. Da ich eh noch sehr müde war, schlief ich den größten Teil des Fluges.

In Denpasar dauerte dann die Zollkontrolle sehr lange. Alle liefen mit Mundschutz herum und ich musste noch ein extra Papier ausfüllen in dem ich bescheinigte dass ich in den letzten drei Wochen nicht in China gewesen bin.

Willkommen in Bali.

Der Innenhof des Hotels.

Es ist weitaus wenig heiß als in Perth oder in Alice Springs, aber die Luftfeuchtigkeit macht das hier sozusagen wieder wett. 28 Grad mit 80% Luftfeuchtigkeit. Puh.

Im Hotel überfiel mich die Müdigkeit, die wahrscheinlich dem Wetter geschuldet ist, noch einmal und ich legte mich eine Weile hin.

Ein Runde Schwimmen in einem der beiden Pools des Hotels. Morgen versuche ich den anderen Pool.

Als ich in Restaurant des Hotels saß, fing es an zu regnen.

Ich hatte ausnahmsweise mal nicht meine balinesische Leibspeise Mie Goreng sondern Hühnchen das im Bananenblatt gekocht war mit einer curryähnlichen Soße und Reis dazu. Da ich das Handy auf dem Zimmer gelassen hatte, gibt es leider kein Foto davon.

Ich las noch die letzte Ausgabe des Wort aus Luxemburg. Darin ein Artikel über die Aufarbeitung des Archivs des luxemburger Geheimdienstes. Ich merkte dabei, das die Alltagsrealität mich langsam wieder einholt. In ein paar Tagen ist Schluss. Nach Bali geht es noch einmal für zwei Tage nach Melbourne von wo aus ich den langen Flug zurücknehme.
Ich habe lange darüber nachgedacht was dieser Urlaub mit mir gemacht hat. Wer schon länger hier mitliest, weiß dass ich vor zwei Jahren eine Weltreise unterbrochen hatte. Immer wenn ich er erwähnte, war die erste Frage, ob da weitermache wo ich das letzte mal aufgehört habe. Nein. Ich habe lediglich ein Land nachgeholt das mir sehr am Herzen lag. Neuseeland. Alle anderen die da noch folgen sollten, vor allem Argentinien, Chile, und Brasilien ließ ich weg, weil es dort inzwischen zu unsicher geworden ist.

Wenn ich noch einmal so eine lange Reise antrete, dann eine die richtig lange dauert von einem halben Jahr wenn nicht länger.

Doch jetzt genießen wir erst einmal Bali.