Ein Feuer & Theatervorbereitungen

Tja, am Tag nachdem ich in der Brasserie Guillaume saß, brach dort am späten Freitag Nachmittag ein Feuer im Keller in einer Dunstabzugshaube der Küche aus und verursachte ein Vertikalbrand der zum vollen Ausmaß im Dachstuhl kam.

Fotos und Film davon könnt ihr hier sehen.

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Ich erledigte am Samstag Morgen ein paar Einkäufe die mich an der Brasserie vorbei führten und machte das Fotos oben. Von außen sieht man nicht viel, außer dass vorne der Dachstuhl ein wenig schwarz ist. Die Bürgermeisterin der Stadt sagte in einem Interview, dass der Schaden sehr hoch sei und die Brasserie für unbestimmte Zeit geschlossen sei. Es ist schon seltsam wenn eine Institution von einem Tag auf den nächsten plötzlich nicht mehr da ist.

Am Nachmittag packte ich mein Arbeitsmaterial zusammen und ich fuhr in die „alte Heimat“. Das luxemburgische Stück das im Oktober letzten Jahres Premiere hatte, wird (endlich) seine letzte Vorstellung im Trifolion haben.  Ich kenne die Spielstätte seit Jahren mit all ihren Unzulänglichkeiten und mir war bewusst, dass ich mich schon am Samstag darum kümmern müsste, obwohl die Vorstellung erst am Sonntag ist.

Die 35 Kilometer dorthin, waren wie jedes mal ein Sack voller Flashbacks, teils schön, teils bizarr und traurig.
Ich saß im Wagen, hörte DLF im Radio,  und mir war zumute wie vor dem Umzug an dem ich diese Strecke jeden verdammten Tag meines Lebens fuhr um zur Arbeit zu kommen. Der Regen hatte am späten Nachmittag aufgehört und sah die mir lange sehr vertrauten Nebelschwaden über den Feldern und Wiesen hochsteigen. Im Sonnenlicht verwandelten sie Landschaft in ein irrelas Märchen.
Vielleicht war mein Leben davor ein Märchen.. Ein Märchen das für mich, wie für viele Märchenfiguren, mit einem Alptraum beginnt…
Nur so ein Gedanke.

Ich hatte  vor gleich danach wieder zurück zu fahren, aber ich erinnerte mich an das chinesische Restaurant das ich immer dort aufsuchte, weil es eines der besten im Umkreis war. In der Stadt gibt es leider keines von diesem Kaliber. Ich ging hin. Der Besitzer schien gewechselt zu haben, denn die Frau des Hauses war nicht mehr da und es war komplett neues Personal. Man gab mir zu der üblichen Speisekarte noch zwei andere Karten dazu mit Sushi und thailändischen Gerichten, Die Art von vorgedruckten Karten auf denen die Speisen alle auf Fotos zu sehen sind, in irrelaen Farben. Mich schreckt das eher ab als dass es mich motiviert etwas davon zu wählen. Doch die eigentliche Karte hatte sich nicht geändert. Die Nems gab es immer noch und schmeckten auch so wie ich es in Erinnerung hatte.  Auch das anschließende Rindfleisch mit Zwiebeln war immer noch sehr lecker und schwamm nicht in einer dicken Soße, wie es nicht leiden mag.

Ich traf den B, wieder, ein Bekannter mit dem ich vor 20 Jahren zusammenarbeitete als ich in einer transitorischen Phase war und es mir noch nicht so klar war was mal aus mir werden sollte. Des B. sieht inzwischen zehn Jahre älter aus als ich obwohl er fast zehn Jahre jünger ist. In den paar Sätzen die wir wechselten, erfuhr ich etwas von Lungenentzündung, Herzproblemen und Dialyse.
Die Konsequenz das langjährigen Raubbau am eigenen Körper…

Und als ich zurück fuhr, wurde mir wieder einmal im vollen Ausmaße bewusst, was für ein irres Glück ich doch bis jetzt in meinem Leben hatte und dass ich instinktiv immer die richtigen Entscheidungen traf.

Calisson & Abendessen

In letzter Zeit schreibe ich etwas weniger über kulinarischen Ausflüge obwohl es die noch immer gibt, mehrmals die Woche. So war ich z.B. am am Abend nach meiner Rückkehr von Berlin in die Brasserie Guillaume, von der ich noch kurz vor meiner Abreise berichtet hatte. Es war das alljährliche Treffen mit mit Freunden die ich  nur einmal im Jahr sehe, weil sie ein Großteil des Jahres in Italien verbringen. Es sind gemeinsame Freunde der verstorbenen F. und mir.
Warum ich nicht mehr darüber schreibe hat zwei Gründe.
Erstens finde ich es mit der Zeit gähnend langweilig die Teller abzulichten wenn es nicht wirklich außergewöhnlich war.
Und zweitens sind meistens dritte Personen involviert, bei denen es immer schwierig ist sie im Blog unterzubringen.

Die A. war jedoch auch mit und brachte mir von ihrer Geschäftsreise nach Aix-en-Provence eine Kiste Calissons mit.

Ich kannte diese kleinen Schiffchen breits, hatte aber noch nie welche gegessen. Sie schmecken gut sind aber auch sehr süß.

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Kommen wir dann zum heutigen Tag.  Ich wurstelte viel in der Wohnung herum, und zwang mich ein wenig dazu Dinge zu erledigen die noch vor der Berlinreise liegen geblieben waren.
Am Abend dann ein Wiedersehen mit der D. und J. die spontan eingeladen hatte mit in die Hostellerie du Grünewald zu gehen. Ei sehr schöner Abend mit guten Gesprächen und dem für mich zur Zeit besten Essen der Stadt.

Aus dem Familienalbum 17 & Mitbringsel

Es ist eine Weile her dass ich Fotos aus dem Familienalbum gepostet habe. Folgendes ist nicht wirklich ein Foto sondern ein Hinweisschild.

Es war auf der zweiten „Nuits du Film Fantastique“ (ich weiß echt nicht mehr in welchem Jahr das war) Aber im Jahr davor war ich von einem belgischen Bodypainter gemalt worden und die Fotografin der Revue hatte mich abgelichtet. Im zweiten Jahr dann, hatten die Veranstalter das Bild genommen und daraus ein Plakat gemacht, dass der Makeup Stand für die Partygänger in der ersten Etage wäre.  Ja, das bin tatsächlich ich!

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Hier noch das gestern versprochene Mitbringsel:

Ja, ich habe einen Schuhtick! Aber ich kaufe nicht irgendwelche und sie müssen mir schon sehr gefallen. Zudem kann ich mit meinem hohen Spann bei weiten nicht alles anziehen. Viele Designer Schuhe sehen bei mir schrecklich aus. Aber Camper hat immer weider Modelle bei denen ich nicht widerstehen kann.

 

Re:publica: Tag 3

Ich war verhältnismäßig früh wach.

Gunter Dueck den ich schon vor zwei Jahren gesehen hatte referierte diesmal über etwas über Instinkt und wie schnell wir etwas als gut oder schlecht empfinden, was uns triggert und versuchte einen Bezug auf das Internet und seine Trolle zu ziehen. Das gelang ihm nicht so ganz aber in Teilen hatte recht. Aber Herr Dueck, ist immer eine Stunde wert denn er ist sehr unterhaltsam.

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Das neue Abnormal: wie man gegen Hass, Falschmeldungen und Mobbing im vorgeht. Dies war ein Media Convention Beitrag, den einzigen den ich dieses mal hatte.

Die Kaltmamsell hatte mich auf diesen Talk aufmerksam gemacht sonst hätte ich ihn nicht gesehen. Letztes Jahr war Richard Gutjahr ja hier und erzählte von seinem Krieg gegen den die Trolle und Haters.
Man erzählte nicht wirklich neues diskutierte jedoch auch die Frage ob man die Plattformen auf denen es passiert wie Facebook und Youtube in die Verantwortung nehmen soll. Das wird insofern nichts bringen denn die Plattformen haben ein völlig falsches Geschäftsmodell. Hate Videos und Beiträge erfreuen sich leider großer Beliebtheit und bringen durch die geschaltete Werbung sehr viel Geld ein. Solange man Plattformen werbefinanziert sind wird sich das nicht ändern.

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Anschließend ein Referat der TAZ das mich sehr interessierte. Durch Zufall stieß die Zeitung auf ein Dokument das sie stutzig werden ließ. Nach vielen Recherchen gruben sie langsam ein ganzes Netz aus Verschwörungen und Verstrickungen aus, die nicht komplett und explizit rechtsextrem sind, aber Teile davon sind es schon. Es geht vor allem darum den Staat zu untergraben. Schlüsselfigur der ganzen Aktion ist ein Mann der sich im Netz ‚Hannibal‘ nennt und eine Gruppe gründete die sich Uniter nennt.

Hochinteressant das ganze und durch die Verstrickungen, eine sehr weitgefächerte Organisation, die bis in die Freimaurer reicht und sogar in den Bundesverfassungsschutz.

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Und dann ging es so langsam auf das Ende zu. Meine letztes Panel war mit Sibylle Berg und zwei weiteren Damen die aus dem neuen Buch von Berg vorlasen; GRM – Brainfuck.

Ich habe schon so viel gutes davon gehört und gelesen, dass ich es mir nun wahrscheinlich doch kaufen werde.

Die Lesung bestätigte mir dass es ein sehr düsteres fast schon nicht mehr dystopisches Werk ist.

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Und damit sind wir schon am Ende. Die die sich erhofft hatten dass ich den Vortrag von Alexander Gerst höre ( ich selbst dachte das ja auch) werden enttäuscht sein, denn ich ging anschließend zurück ins Hotel. Ich hatte genug.

Dieser Beitrag ging auch ungewöhnlich spät online, da ich ihn erst am Tag danach morgens im Flieger schrieb und Zuhause dann noch die Fotos einsetzte.

Morgen zeige ich euch die obligaten Mitbringsel.

Auf den Youtube Kanal die re:publica sind schon jede Menge der Talks von den großen Bühnen hochgeladen dort könnt ihr sie euch ansehen.

Re:publica: Tag 2

Ich fing etwas später an, nahm aber eine Diskussion auf Stage 2,trotzdem noch so halb mit, obwohl mich nicht so sehr interessierte. Letztendlich war es auch nur eine Diskussion über politische Haltung und wie man damit Europa aus dem Dornröschenschlaf bekommt um den digitalen Vorreitern China und USA nicht das ganze Feld zu überlassen.

Das was dann kam interessierte mich sehr viel mehr.

In Cooperation mit dem ZDF der Talk „Lass uns reden“ aufgezeichnet. Thema: Das neue europäische Urheberrecht! Mit Jo Schück als Moderator und Marcus Beckedahl (dessen Referat ich gestern sah und schändlichst vergessen habe zu erwähnen) und DER Axel Voss mit all seiner herrschaftlichen Ignoranz. Der einzige was ihm zugute halten kann; er ist ehrlich und tut nicht so als ob was davon verstehen würde.

Ich möchte nicht weiter darauf eingehen denn der Talk wird in ein paar Tagen bei ZDF zu sehen sein. Ich werde ihn verlinken. Aber er ist sehenswert!

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Anschließend lauschte ich Bernhard Pörksen (den ich auch schon letztes Jahr gesehen hatte) über Dystopien.

Es stimmte mich sehr nachdenklich bezüglich der kommenden Projekte die ich in Luxemburg haben werde. Denn im Theaterbereich ( zumindest kommt es mir so vor) werden seit einer Weile massenweise Theaterstücke produziert die nur dieses eine Thema behandeln.

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Gleich im Anschluss erklärte uns Luca Hammer wie man Twitteranalysen macht und auswertet. Es war relativ technisch doch anhand von dem Beispiel von Nicole Dieckman und ihrem Shitstorm den ich gestern kurz erwähnte, konnte man es gut nachvollziehen.

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Danach musste ich ein bisschen an die frische Luft.

Da das Gelände der Re:publica über die „Berlin Station erweitert wurde und das angrenzende Technikmuseum miteinbezogen wurde, war das für mich ein völlig neues Areal das erkundet werden musste.

Dort befand sich ein Lufttaxi:

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Aber allein die frische Luft reichte nicht und ich bekam Kopfschmerzen. Ich fuhr zurück ins Hotel, warf eine Tablette ein legte mich für eine Stunde hin.

Im Nachhinein betrachtet war es das einzig richtige denn ich fühlte mich dann wie neugeboren.

Ich fuhr noch einmal zurück zur Station wegen der Twitterlesung. Jahrelang war sie von der Re:publica verschwunden. jetzt ist sie wieder da, und bleibt auch hoffentlich für eine Weile.

 

Ich habe sehr gelacht.

Re:publica 2019: Tag 1

Wer nicht nur die tägliche Zusammenfassung lesen mag sondern schneller wissen was ich hier so treibe, der folge mir bitte auf Twitter: @Joel_de_lux

Schlecht geschlafen, wegen dem letzten Espresso im Restaurant gestern Abend. Ich werde es nie lernen. Dementsprechend gerädert aufgewacht. Aber ich bin da.

tl;dr steht für too long; didn’t read. Das Bücherregal soll dazu anhalten alte Bücher (ja analoge Bücher) mitzubringen und ins Regal zu stellen und zu tauschen.

 

Großes Hallo mit meinen re:publica Damen, die C. und der Kaltmamsell.

Und dann schon gleich der erste kleine Dämpfer. Da der Bundespräsident Steinmeier gleich im Anschluss auch eine Rede hielt waren die Sicherheitsmaßnahmen um einiges höher als sonst. Und da wir uns ein wenig verquatscht hatten im Vorderbereich bekamen wir keinen Sitzplatz mehr und mussten stehen.

Gleich zu Anfang stellte er die Frage warum so etwas analoges wie ein Bundespräsident auf einer digitalen Konferenz verloren hat.

„Wir haben nur diese eine Demokratie.“ „Nicht die Digitalisierung der Demokratie sondern die Demokratisierung des Digitalen ist das Ziel.“

Der Mann ist Politiker und kann Reden halten. So viel ist klar. Aber mit vielen hatte er auch recht. Die Rede wird es sicherlich auch im Netz geben. Wenn ich sie finde trage ich sie nach.

Übrigens stellte ich am Abend fest, dass ich echt nirgendwo hingehen kann ohne dass es im Fernsehen kommt. Genau von der Stelle aus wo ich das Foto von Steinmeier machte,  wurde auch ich gefilmt und war dann Abends in der Tagesschau zu sehen.

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Humor in den politischen digitalen Debatten

Ingrid Brodnig erinnerte mich daran dass auch ich Humor habe, dass Humor mich schon so oft im Leben gerettet hat, weil es Situationen auch oft deeskaliert. Zudem referierte sie über Memes gute und schlechte und welcher Humor inzwischen nicht mehr lustig ist.

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Zwischenzeitlich ein Foto mit ….

MEINER Maus! Sie ist wieder da! Vielleicht sollte ich mal etwas über diesen großen allround Sympathieträger schreiben und warum ich die Maus so mag.

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Die Relevanz einer Nachricht, darüber diskutierten Florian Klenk, Georg Restle, Marietta Slomka und Vanessa Vu

Hier wurde über ein für mich erhellendes Beispiel gesprochen, dass zur Zeit im luxemburger Europawahlkampf der der ADR in Luxemburg ein großes Thema ist: Tierschutz und wie die damit verbundene „Tierliebheit“ angesprochen und ausgenutzt wird um Stimmen zu fangen.

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Ganz spannend auch: Wie Populisten uns auf Social Media vor sich hertreiben und was wir dagegen tun können.

Eva Horn zeigte hier ein paar Beispiele die auch mir aufzeigten wie ich auch schon  auf Hetze regelrecht hereingefallen bin oder sie mir selbst einhandelte.

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Das letzte Panel für den Tag von dem ich mir viel versprach war: Aufräumen im Trollhaus: Hetze und Gegenrede in den Kommentarbereichen.

Die Einleitung von Marc Ziegele war vielversprechend denn er referierte über Studie von Hass- und Hetzkommentaren im Netz und wie man dagegen angeht und welche Form das haben kann.

Auch Nicole Diekmann die Anfang dieses Jahres durch einen gewaltigen Shitstorm ging, berichtete sehr sachlich und fachlich darüber, wie sie damit umgegangen ist.

Der Moderator von der Online Kommentare von Phönix enttäuschte mich jedoch weil er sich (aus Gründen) strikt an die Netiquette hält und sich auch auf die beruft wenn es brenzelig wird und auch die Gründerin des Movemtens #ichbinda konnte mich nicht wirklich von Hocker hauen.

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Danach machte ich Schluss und ließ Sascha Lobo, der ja jedes Jahr dort ist, sausen.

Da ich zum Frühstück nicht viel gegessen hatte und sich inzwischen leichte Kopfschmerzen bemerkbar machten, fuhr ich zurück ins Hotel zog eine weitere Jacke an, ( es war inzwischen empfindlich frisch) und ging Essen.

Mittagessen im BG & Abflug

Die D. ist seit gestern aus St Jean zurück und wir wollten uns doch noch einmal kurz sehen bevor ich re:publicanisiere.

Ich telefonierte ein wenig herum weil Sonntag und Mittagessen gestaltet sich in Luxemburh ein wenig schwierig. Das BG hatte einen Tisch frei. (BG steht für Brasserie Guillaume) Ein Traditionhaus in das ich früher oft ging, das ich aber jetzt weitgehend meide, weil die Preise nur noch zum Staunen sind für das was auf dem Teller ist. Außer den Kindertellern, gibt es keine Speise unter 20€. Der Großteil liegt im 30-40er Bereich. Dabei ist es keine gehobene Gastronomie, sondern Brasseriekost.

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Am späten Nachmittag holte mich N. ab und fuhr mich zum Flughafen. Und während der Warterei und der leichten Verspätung des Fluges kam ich endlich dazu rp19 App herunterzuladen und mir alle Talks und Vorträge anzusehen und in Ruhe auszusuchen.

Ziemlich voller aber unspektakulärer Flug nach Berlin.

Das Hotel ist seit drei Jahren immer das gleiche. Das Lindner Hotel. Und dieses Jahr habe die Punkte die ich in den letzten Jahren gesammelt habe auf den Kopf gehauen und habe zwei Tage der vier für lau bekommen.

Und was soll ich sagen; ich bin wieder in meiner europäischen Lieblingsstadt und morgen auf der re:publica 2019!

Eiskalt & traurig

Luxemburgs Innenstadt stand am Samstag irgendwie still. Die Beisetzungsfeier von Großherzog Jean fand statt. Die Zeitungen und das Fernsehen waren voll mit allen Infos von den weiträumigen Absperrungen und den hohen Sicherheitsmaßnahmen, da sehr viele gekrönte Häupter da waren. Der Wochenmarkt war bereits auf Freitag verschoben worden. Da so vieles abgesperrt war und viele Geschäfte sich dazu entschlossen gar nicht erst zu öffnen, blieb ich zu hause und kaufte nur das Allernötigste im kleinen Supermarkt bei mir an der Ecke. Zudem war schweinekalt. Es schneite, hagelte, regnete und zwischendurch schien die Sonne. Die Eisheiligen lassen grüßen.

Ich verfolgte ein wenig am Fernseher die Zeremonie.  RTL spielte zu auch viele alte Filme ein (siehe Foto)
Eine sehr schöne und sehr traurige Feier. Man sah viele traurige Gesichter, denn Jean war sehr beleibt. Wie sehr habe ich hier beschrieben.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit rumwurschteln weil es zu kalt und wechselhaft war um irgendetwas draußen zu tun. Also bereitete ich weitgehend alles vor um am Sonntag nach Berlin zu fliegen.
It’s re:publica time !

Warenkunde & Kassendienst

Kleine Warenkunde:
So sieht Kreppwolle aus wenn sie geliefert wird.

Ich sprach vor ein paar Tagen von ein Perücke die ich für ein Stück anfertigen muss das ich allerdings nicht weiter betreue. Wir erinnern uns.
Ich fuhr am Morgen die Wolle nach Trier abholen. Zum Glück habe ich dort einen Laden meines Vertrauens, zu dem ich sämtliches Material liefern lassen kann und es kostet dann nur 7€ Versand anstatt 20€, ein paar Kilometer weiter nach Luxemburg! Es ist schlichtweg Wucher was da verlangt wird!

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Am Abend dann hatte ich Kassendienst. Wenn man Mitglied eines künstlerischen Kollektivs ist, und dazu auch im Vorstand, fallen auch Arbeiten an die nicht vergütet werden. Gestern tat ich meinen Beitrag.
Des Stück Kafkas Cave von Maskénada spielt in den langen gewölbten Gängen der Weinkellerei der Cave St.Martin in Remich. Nebst dem Empfang an der Kasse war es meine Aufgabe die Zuschauer während der Vorstellung zu begleiten, damit niemand sich verläuft und im Notfall vorzeitig aus den Kellern nach hinaus zu führen.

Ich werde keine Werbung dafür machen, denn es ist restlos ausverkauft.

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Heute auf den Tag wäre Keith Haring 61 Jahre alt geworden. (Tweet via Anke Groener) Nachdem seine Strichmännchen ein wenig verpönt waren und er in den 90er Jahren zu sehr vermarktet wurde, ist er seit ein einiger Zeit wieder in Mode. Es nicht noch gar nicht so lange her, da besuchte ich eine Galerie die eine Retrospektive von seinen Werken zeigte, die sich in privater Hand befinden und noch nie öffentlich zu sehen waren.
Auch Lacoste brachte dieses Jahr eine limitierte Serie auf den Markt mit seinen Männchen.

Das Monopol Magazin veröffentlichte bereits 2013 einen sehr schönen persönlichen Bericht von Oliver Koerner von Gustorf .

Alles, was Haring je geschaffen hat, ist Teil einer viralen, visuellen Sprache, deren größtes Anliegen es ist, wirklich mit jedem zu kommunizieren, sich im Bewusstsein aller einzunisten.

Und bei mir sitzt er tief drin… ganz tief, ohne das ich es weiter erläutern mag.

Hufeisen, letzte Ehre & Vernissage

Es war ein Tag mit viel Abwechslung.

Gestern hatte ich kurz angedeutet, dass Dalton nun endlich auf die Weise kommt den ganzen Sommer über. Davor hatte er seinen Freilauf im Paddock.  Wenn Pferde sich über die Wintermonate nur von Stroh ernährt haben und dann im Frühjahr wieder auf die Wiese kommen, sind sie bei dem frischen grünen Gras kaum zu bremsen. Dalton ist da das beste Beispiel; er frisst wie ein Scheunendrescher. Aber Pferde bekommen bei einer zu schnellen Umstellung gerne Koliken und man muss sie langsam über mehrere Tage hinweg angrasen lassen, immer nur für ein paar Stunden. Das tat die A. auch mit viel Geduld und gestern konnte er sich dann zum ersten mal sich richtig auf der Weide austoben, und alles ging glatt vonstatten. Zu glatt…
Heute als ich dort war und die A. ihn von der Weide nahm, sah sie, dass Dalton sich einen kräftigen Hieb eingehandelt hat von einem anderen Pferd, das zudem hinten mit Eisen beschlagen war, Man sah deutlich die Nägel Abdrücke in der halbmondförmigen Wunde. Na Klasse! Pferde die zusammen auf der Weide stehen und ihre Rangordnung erst finden müssen, sollten grundsätzlich (wenn es sich um Wallache oder Hengste handelt) hinten nicht beschlagen sein, denn die Verletzungsgefahr ist zu groß. (Bei Stuten müssen es die vorderen Eisen sein)
Ich lerne jeden Tag dazu.

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Am Abend fragte mich die N. ob ich keine Lust hätte sie zu einer Vernissage begleiten. Sie hatte eine Einladung zu Vernissage von zwei Künstlern.

Als wir dorthin gingen mussten wir am Palais vorbei bei dem eine sehr lange Menschenschlange stand um ein letztes mal dem Großherzog Jean die Ehre zu erweisen, der dort noch bis Freitag aufgebahrt ist. Am Samstag wird die Beerdigung sein.

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In der Galerie Galerie Nosbaum Reding dann entdeckten wir zwei Künstler von denen ich die eine bereits kannte.

 

© Nosbaum Reding

Damien Deroubaix (oben) gefiel mir nicht so sehr wie die zweite Künstlerin Aline Forçin (unten) von der ich ein Werk (Foto unten) wirklich sehr mochte.

Es kommt leider auf dem Foto nicht zur Geltung, doch das Bild hat eine unglaubliche Dreidimensionalität, und man sieht plötzlich Formen und Bewegungen und es werden immer mehr je länger man es betrachtet.

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Zum Schluss noch ein kleines Video, das ich heute fand.

Die Show Luzia vom Cirque du Soleil gastiert zur Zeit in New York und bei der Wendy Williams Show trat der wohl biegsamste Schlangenmensch auf den ich je gesehen habe. Hat der überhaupt Knochen?

Maske & Neues vom Patenpferd

Am Morgen probierte ich eine neue Tuchmaske aus. Speziell für Männer (also größer) schwarz und mit Kohleextrakt für fettigere Haut, von Garnier. Das sah dann so aus.

Und wer sich jetzt fragt wie ich das Foto gemacht habe… durch den großen Spiegel hinter mir auf der Tür, also ein Foto durch zwei Spiegel.

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Am späten morgen führ ich dann zum Pferdegestüt in dem Dalton mein Patenpferd untergebracht ist. Heute war der große Tag wo er zum ersten Mal auf die große Wiese zu den andern Pferden durfte und es sollte spannend werden ob er sich mit ihnen verträgt.  Es ging soweit gut. (Dalton ist der kleine Pechschwarze)

Morgen mehr davon. Bin leider sehr im Stress zur Zeit.

Der Bagger der durch die Luft flog & Gedanken

Ihr müsst mir das jetzt einfach glauben dass in der Nachbarstraße dieser Riesenkran einen Bagger über das Dach hievte und hinterließ. Mit dem Foto war ich leider nicht schnell genug und der Bagger hinter der Mauer breites wieder verschwunden.

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Der Besuch in der alten Heimat vom Vortag ließ mich lange nicht los.
Da es ja regnete war mir nicht so sehr nach flanieren. Und doch begegnete ich machen Leuten die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte und alle fielen quasi um den Hals. Wie schön dass man mich auch mal wieder sieht, außer im Fernsehen. (Ach so, daher die Überschwänglichkeit…)

Als ich zurück fuhr dachte ich lange darüber nach was gewesen wäre wenn ich dort geblieben wäre. Wie wäre mein Leben weiter verlaufen wenn ich nicht vor sechs Jahren in die Hauptstadt gezogen wäre? Wie wäre es mir ergangen mit alldem was anschließend passierte? Wie hätte ich die drei Sterbefälle verkraftet der drei letzten Familienmitglieder die noch übrig waren? Wäre ich in tiefe dunkle Löcher versunken aus denen ich nie wieder herausgekommen wäre? (Davon abgesehen dass ich damals eh an einer Depression vorbeigeschlittert bin, die ich aber glücklicherweise mit ein wenig Hilfe in den Griff bekam)   Würde ich überhaupt noch leben?

Ein Sonntag in der „Alten Heimat“

Mich würde ja nichts mehr dorthin ziehen, wenn nicht einer meiner langjährigen Freunde dort wohnen würde.
Der A. seine Lebensgefährtin J. und ich  hatten uns zum Spargelessen verabredet.

Im Brostloapseekelchen (einmal Zuge brechen, bitte) trafen wir uns zum Apéro. Ein irisches Pub mit einem total unirischen Namen. Brostloapseekelchen heißt soviel wie Einstecktuch und ist ein altertümlicher Begriff der auch nur in der Gegend meiner alten Heimat verwendet wurde.

Spargel gab es dann im Petit Poete, ein Garant für gute Küche.

In Wohnung vom A. machte ich dieses Foto:

Tja, es war halt sehr trist an dem Tag und regnete immer wieder zwischendurch. Dass das Wetter aber auch anders kann beweist ein Foto vom A. aus der gleichen Perspektive:

Der Himmel brannte.

Am späten Nachmittag fuhr ich zurück, las ein wenig, netflixte ein wenig und machte einen Plan für die nächsten Tage.

 

Nackt! – Plakeg! – Nu!

Die Villa Vauban ist noch immer einer meine liebsten Museen der der Stadt, weil es auch mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden ist. So sah ich dort im  zarten Alter von 14 Jahren eine Ausstellung von Salavador Dalí, den ich gar nicht kannte. Ich war im Internat und hatte mich allein auf den Weg gemacht mir das anzusehen.  Ich sah brennende Giraffen und zerfließende Uhren und verstand die alptraumhaften Bilder nicht…
Etwas später dann entdeckte ich dort eine Werkschau von Marc Chagall mit dem ich gar nichts anfangen konnte. Doch es hielt mich nicht ab weiter in Museen zu gehen und mir Kunst anzusehen.  Es wurde damals zu meinem Hobby und ist es heute noch.

Es war kälter als die Tage davor. Nicht wirklich ein Tag um draußen zu flanieren. Also beschloss ich  die Villa aufzusuchen in der zur Zeit viel nackte Haut zu sehen ist.
Plakeg! Der Akt um 1900.

 

Interessanterweise geht es gleich zu Anfang mit diesem gesichtslosen Plakat los…

…das vor dem großherzoglichen Palais aufgenommen wurde.  In der Ausstellung gibt es dann noch ein paar mehr.

Die Ausstellung in  Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Hannover entstanden und zeigt sehr viele Bilder von Lovis Corinth, dessen Werke das Hauptmerkmal sind.

 

Interessanterweise werden im Text sehr viele große Impressionisten der Zeit genannt (Edgar Degas, August Renoir, und Auguste Rodin) die aber nur die Inspiration geliefert haben, von denen selbst keine Werke zu sehen sind. Schade eigentlich, denn die Idee deren Werke mit auszustellen hätte der Ausstellung noch ein paar schöne Hightlights verpasst.

Ganz versteckt in einer Schublade findet man ein Foto einer Nackten in einem Wasserbottich. Ein sehr schönes Foto was aber damals unter unter Hand gezeigt wurde und unter Schmuddelfoto lief.

Es gibt auch einen Raum mit einer Reihe von Fotos von Edward Steichen sowie ein Raum der den luxemburgischen Maler der Zeit vorbehalten ist.

 

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Leider bleib mir nicht sehr viel Zeit mir die Bilder genauer anzusehen, denn ich hatte im Anschluß noch einen beruflichen Termin…

Verordnete Trauer & Naturmuseum

Die Fahne auf den Palais

Was bedeutet eigentlich Staatstrauer?
In Deutschland zum Beispiel gibt das gar nicht weil der Bund den Ländern per Gesetz keine Trauertage vorschreiben kann.

In Luxemburg kann sie ausgerufen werden, wie jetzt bei dem Ableben des Großherzogs. Ich weiß noch als seine Frau Großherzogin Josephine-Charlotte starb, wurde eine Staatstrauer von 3 Tagen ausgerufen, dass ich damals ein Theaterstück im Kasemattentheater betreute und die Vorstellung am Tag des Begräbnisses ausfiel. Darum war ich skeptisch, ob die Premiere des Stückes auf das ich gestern hinwies, überhaupt stattfinden würde. Stattgefunden hat sie.
Aber was ist denn erlaubt an Trauertagen und was nicht?
Was bedeutet Staatstrauer und wie ist das geregelt? (lux.)

Halbmast auch vor der Abgeordnetenkammer.

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Am Mittwoch, dem Tag nach der „3 Schwestern“ Premiere ging es mir nicht gut. Ich muss etwas gegessen haben was nicht in Ordnung war.  Ich blieb den Tag über Zuhause und obwohl die mich eingeladen hatte zum Mittagessen blieb ich fern. Ich hätte keinen Bissen hinunter bekommen.  Zudem schlug das wette von schön auf Regen um und ich verkroch mich unter der Bettdecke. am Abend ging es dann endlich einigermaßen.

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Als die Putzhilfe am Donnerstag erschien machte ich einen Abgang und ließ sie gewähren. Ich erinnerte mich an ein Interview des Kurators des Naturmuseums, der über eine neue Ausstellung über die Nacht sprach im Radio und die noch bis August zu sehen ist.

Auf dem Weg dorhin im Tunnel zum Aufzug vom Plateau St. Esprit gibt es immer wieder Ausstellungen. Diesmal sind es angehenede Künstler die sich alle auf das Thema des „Kubismus“ in der Fotografie geeinigt haben. Nicht unbedingt weltbewegend neu, aber gut umgesetzt.  Eines der Fotos zeigt meine alte Schule ich der ich 10 lange Jahre war. (Die Meisterbrief Jahre mit eingerechnet)

Noch immer ein scheußlicher Bau aus den 70er Jahren.

 

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Ich machte mich also auf ins Naturmuseum, das ich noch nie komplett von innen gesehen hatte. Ja, Schande über mich. Es ist im Prinzip gestaltet wie jedes andere Nautrmuseum auch, mit vielen Tieren, Tafeln und kleinen Experimenten und taktielen Bildschirmen.

Als wieder herauskam regnete es schon wieder in Strömen und  ich nahem den Bus aus dem Grund hoch in die Oberstadt. Durch den Feierabendverkehr dauerte es eine Ewigkeit bis ich oben war und ich wäre wahrlich schneller zu Fuß gewesen. Doch ich saß wenigstens trocken und entdeckte zwischen den Bäumen einen neugierigen Raben.

Trauertag: † Großherzog Jean †

© nostalgie.lu

Trauriger Tag hier. Großherzog Jean ist gestorben. Er wurde vor einer guten Woche ins Krankenhaus eingeliefert mit einer Lungenentzündung. Zwischenzeitlich wurde aber bekanntgegeben, dass er auf den weg der Besserung sei. Doch letztendlich war es nur ein kurzes Aufbäumen. Er verstarb gestern morgen.

Er war sehr beliebt in Luxemburg. Wie sehr konnte ich einmal selbst miterleben.
Ich war zur Feier für den 25. (oder 30.?) Hochzeitstages von Großherzog Henri mit Großherzogin Maria-Theresia angeheuert worden, Désirée Nosbusch zurecht zu machen, die zu dem Zweck einen großen Galaabend moderierte. Der Saal des Großen Theaters war randvoll und viele Königshäuser der Welt waren durch ein oder mehrere Mitglieder vertreten. Es herrschte eine riesige Aufregung.
Désirée begrüßte alle Anwesenden im Saal und jeden einzelnen gekrönten Häupter.  Und dann entschuldigte sie sich gleich vorab bei Henri und Maria-Theresia, es sei schließlich ihr Hochzeitstag, doch sie möchte auch „ihren“ Großherzog mit sie groß geworden sei begrüßen. „Gudden Owend Grand-Duc Jean.“
Es folgte eine augenblickliche Standing Ovation die minutenlang anhielt.
Und ich stand beim Inspizientenpult in einer Seitengasse der Bühne und hatte Gänsehaut…

© Cour Grand-Ducale

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Ich fuhr nach Trier zum Perückenladen meines Vertrauens um Material für das Teil zu kaufen das ich mir hatte aufschwatzen lassen. Morgen kaufe ich den noch den Rest und werde loslegen.

Am Abend dann eine Premiere eines Theaterstückes auf dem ich nicht gearbeitet habe, von dem ich aber die ganz Crew kenne.
Drei Schwestern von Anton Tchekhov zum ersten mal auf luxemburgisch.

 

Ostermontag

Ich erwachte später als gewohnt und musste Gas geben denn ich war mit der K. verabredet.

An Ostermontagen findet in der Altstadt und in einem kleinen Dorf Namens Nospelt der alljährliche Ostmontagmarkt statt, genannt Éimaischen was übersetzt soviel wie Emmausfest bedeutet. Wer mehr darüber wissen will, kann das hier nachlesen.

Ich war die letzten Jahre jedesmal da obwohl ich nie einen der berüchtigten Péckvillercher kaufe.

Wir tranken Kaffee nicht wie gewohnt im Renert, sondern nebenan im Kaempff-Kohler. Ein kleiner Spaziergang über den Markt machte mich dann aber schon kribbelig, denn es waren schon früh große Menschenmassen unterwegs. Der anschließende Kaffee bei Lea Linster im Laden schmeckte wesentlich besser als bei Kaempff-Kohler und die Madelaines sind sowieso unschlagbar.

Zum Mittagessen machte  ich mir Spargel mit Lachs und einem Elsässer Riesling den ich noch von einer Feier davor hatte.

…und anschließend gab es ein wenig von selbstgemachten Erdbeereis.

Das Eisrezept das ich ja schon vor einigen Tag verlinkt hatte, werde ich beim nächsten mal aber nach meiner Façon noch einmal umändern und die Erdbeeren zuerst mal einkochen lassen. Es wurde nämlich nach dem richtigen Einfrieren bröselig und verlor seine ganze Cermigkeit. Ein Zeichen dass zu viel Wasser in der Mischung war.

Am Nachmittag dann Perückenalarm. (Ganz ehrlich, manchmal hasse ich meinen Job, weil Feiertage nicht berücksichtigt werden) Ich ließ mich (aus bestimmten Gründen) dazu breitschlagen eine Perücke herzustellen, nur anhand von Fotos und Maßen die ich nicht selbst nehmen kann. Da ich eine solche Perücke schon einmal selbst erstellt habe, aber noch nie in der Größenordnung, wird es für mich auch eine Herausforderung zumal ich die Endanprobe nicht selbst durchführen kann, sondern die „Maskenbildnerin“ vor Ort. ( Ob es wirklich eine Maskenbildnerin ist, wage ich jetzt mal zu bezweifeln) Mehr kann ich nicht darüber schreiben…

Ich ging spät ins Bett, weil ich lange im Kopf nicht zur Ruhe kam.

Das Osterwochenende

Bloggen ist immer dann eine Herausforderung, wenn die Tage sich in ihrem Ablauf sehr ähneln, und es dann so zu beschreiben, dass es nicht langweilig wird. Oder wenn denn Dinge passieren die nichts ins Blog gehören.

Mit letzterem war zum Beispiel der Samstag angefüllt.  Ich musste meinen heiß geliebten Wochenmarkt sausen lassen, weil ich ein sehr langes Brainstorming hatte über neue Strategien und Wege des Künstlerkollektivs, zu dessen Vorstand ich ja gehöre.  Als ich aus dem Meeting kam brummte der Kopf und ich fühlte mich leer.

Am Abend dann eine Geburtstagsfeier. Die A2 hatte eingeladen. Da das Wetter mitspielte konnte die Feier auf der großen Terrasse stattfinden, für die ich sie jedes Jahr beneide.

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Ich erwachte früh am Sonntag, gammelte etwas rum und machte mir ein Osterfrühstück.

 

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Der Osterspaziergang führte mich nach ewig langer Zeit mal wieder ins Petrustal, in das ich, als ich noch im Bahnhofviertel lebte, viel öfter ging. Wir erinnern uns.

 

Satte 27 Grad. Nicht schlecht für Ostern.

 

Ich ging entgegen meiner Gewohnheit durch die rue de Semois hinunter, wo ich diesen Ausblick fand.

 

 

Der Pont Adolphe im Pano Format.

 

Für mich einer der schönsten Brücken Europas

 

 

 

Das kleine heimtückische Rinnsal Petrus, das dem Tal seinen Namen gibt. Wehe man fällt hinein. Es gab schon tragische Fälle in denen Menschen darin ertrunken sind.

 

Gegenüber vom Minigolf, fast schon im Pfaffental, sah ich heute seit langer Zeit mal wieder den Minizug fahren. Er fährt nur sehr selten.

 

Für den Abend ging ich dann seit langer Zeit zurück in mein altes Viertel zur Place de Paris. Da ich seit langer Zeit zum ersten mal wieder dort war, kann ich nur bestätigen dass sich das Viertel doch sehr anders an fühlt als die Oberstadt.  Die Menschen sind um einiges bodenständiger und weitaus weniger abgehoben. Die A. die den ganzen Tag im Theater verbracht hatte wegen den Endproben eines Stückes das am Dienstag Premiere hat, gesellte sich zu mir, und wir tranken einen letzten Absacker, bevor es sehr kühl wurde.

Sonniger Karfreitag & Links 2,3,4

So mittelprächtig geschlafen.
Ein Anruf aus einem Theater ließ mich dann früher den Tag beginnen als gewollt. Es herrschte Perückenalarm. ein lösbares Problem aber per Telefon war es nicht aus der Welt zu schaffen. Also fuhr ich hin und die ganze Aufregung löste sich binnen fünf Minuten in Nichts auf. Es sind die kleinen Gefallen die alles ausmachen und bewirken dass man auch in Zukunft für größere Projekte auf mich zurückgreift.

Ich fuhr, da ich ja das Auto dabei hatte, zur Concorde und kaufte weitgehend alles für das Osterwochenende ein.

Den Nachmittag verbrachte ich lesend auf meinem Balkon.

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Ich beschäftige mich schon seit einer Weile mit Bodyshaming und wie weit das auch mich betrifft.
Jameela Jamil, die Schauspielerin aus der Serie „The Good Place“ (übrigens absolut sehenswert) und Aktivistin, startete eine massive Kampagne gegen dubiose  Detox Pillen und vermeintliche Gesundheitsshakes, und fettverbrenner Tees, die von machen Promis wie zum Beispiel den Kardashians (kann mir mal jemand erklären für welche großartigen Dinge die überhaupt berühmt sind?) massiv beworben werden.

https://twitter.com/jameelajamil/status/1067581908949721088

Ihre Twitter Timeline ist sehr spannend und brachte auch mich mehrfach zum Nachdenken.

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Und dann wäre da noch der Streich von Kate Beckinsale. Es sind auch noch andere zu hören, das Video fängt jedoch bei Beckensale an.

Sonniger Donnerstag

Dem Mittwoch hätte ich verbloggen können wenn ich nicht so müde gewesen wäre.
Ich hatte den Abend mit den 90er Damen verbracht und wir waren im Al Grappolo, ein kleines feines italienisches Restaurant in meinem alten Viertel, das ich sehr mag. Mann muss halt nur zeitig reservieren denn es ist klein und die Tische sind schnell weg. Ich berichtete schon einmal darüber als ich mit der N. dort war. Wir erinnern uns.

Darum gönnte ich mir einmal lange ausschlafen.

Ich beschloss Zuhause tu bleiben und den ganzen Papierkram der letzten beiden Wochen abzuarbeiten. Es gibt doch immer wieder Dinge die liegen bleiben und ein Opfer der Prokrastination werden.

Später dann machte ich eine Runde durch die Stadt.

Da die Oberstadt jetzt mit Baustellen übersät ist, ist jetzt auch in der Freienzeit die Hölle los. Die Avenue Monterey war am Nachmittag so vollgestopft mit Bussen, dass nichts mehr ging. Dann hilft nur noch zu Fuß gehen.

Auf der Place d’Armes entdeckte ich den Künstler Sumo, der dabei war die Bretterwand einer Hausbaustelle zu verschönern. Was es an der Seite mit dem Notre Dame Foto aus sich hat werde ich mir die Tage genauer ansehen.

Am Abend rief die N. an und wir verbrachten den ersten Abend seit sehr langer Zeit auf  der Terasse im Bovary. Bei dem schönen Wetter musste man das ausnutzen.

 

Für Freunde kochen

Der Tag fing sonnig an und endete mit Dauernieselregen.

Termin beim Friseur. Meine Haare wachsen zu Zeit wie Unkraut. Manchmal habe ich das Gefühl als ob sie noch schneller wachsen als je zuvor.

Besorgungen für den Abend für die eingeladenen Gäste. Die A. und die N. kamen, denn wir hatten uns schon länger nicht gesehen. Ich backte eine Gemüsequiche mit Lauch und Zwiebeln. Anfänglich sollte es es ein Zwiebelkuchen werden, doch da ich den immer als sehr mächtig und stopfend empfinde reduzierte die Zwiebeln und gab Lauch dazu. Als Gewürze gab ich Salz, Petersilie, rote Pfefferbeeren, tasmansichen Pfeffer und ein kleiner Schuss Trüffelöl in die Eiermischung mit rein. Schmeckte ganz hervorragend.

Für den Nachtisch hatte ich Eis vorgesehen. Ich machte frisches Erdbeereis mit französischen Gariguette Erdbeeren, die etwas kleiner sind aber dafür umso mehr Geschmack haben. Ich hatte lange nach einem Rezept gesucht und entschied mich dann für dieses hier.
Ich wandelte es aber ein wenig um. Ich nahm braunen Zucker statt weißen und 20 Gramm davon ersetzte ich durch Glukose, dann wird es cremiger. Ich sollte mir unbedingt einem selbstgemachten Invertzucker herstellen. Dadurch soll es noch besser werden.
Zu trinken gab es eine Flasche weißen Vin de Merde. Wer schon länger mitliest kennt ihn bereits. Wir erinnern uns.

Die N. hatte Schokolade aus Nancy mitgebracht wo sie das Wochenende über war.

Vollgefressen aber glücklich machten wir beizeiten Schluss.

Links 2,3,4

StockSnap / Pixabay

Nicht viel Neues hier. Die ersten Tage nach einer Reise sind immer mau und nicht sehr aufregend.
Also gibt es ein paar Links.

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Via Anke Gröner

Wunderschöner  Twitterthread.
Made my day.

https://twitter.com/laurenthehough/status/1116204557015691264

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Interessante Ansicht zur der Frage wie wir in Zukunft Informationen konsumieren wollen. Frei und mit viel Werbung oder per Abo ohne Werbung? Oder gibt es noch eine dritte Möglichkeit? Wie wäre es mit einem Online Kiosk? Cosmin-Gabriel Ene kommt zum Schluss dass das vermeintlich alte aber effektive Kiosk Modell vielleicht die Rettung sein könnte.

Die gesellschaftlichen Folgen von Paywalls: Sind wir auf dem Weg zur Informationselite?

Und kaum hatte ich es verlinkt stand auch schon der Erste auf der Matte der den Verfasser kritisiert, der ganze Artikel sei lediglich Eigenwerbung.

Dabei finde ich den Grundgedanken des Artikels absolut  Wert dass man ihn weiterverfolgt.

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via Kaltmamsell

Warum die Baumwolltaschen nicht besser sind als Plastik Tüten und Biobaumwolltaschen noch schlimmer sind.

Das hat mich dann doch sehr überrascht.
Ich scheine aber mit meinen kleinen faltbaren Beuteln die ich seit etlichen Jahren benutze, dann wohl doch nicht so schlecht zu sein.

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Eine schöne Story.
Ein Hund der ab dem zweiten Tag des Marathon des Sables einfach mitlief bis zu Schluss. Im Ranking bekam der den 52. Platz. Die Läufer kümmerten sich um ihn und gaben ihm Wasser. Sie gaben ihm den Namen Cactus. Letztendlich stellte sich heraus dass der Hund ausgebüchst war und einer Frau in Morokko gehörte. Eigentlich heißt er Diggity.

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Kleiner Nachtrag:
Notre Dame brannte ab. Ich sah sie noch am Tag davor als wir mit dem Taxi durch Paris zum Bahnhof fuhren.
Es macht mich traurig.

Ankommen

Der extra sonnige Vortag bescherte mir ein leicht krebsrotes Gesicht. (das ich euch aber nicht zeige, denn inzwischen ist es schon wieder abgeklungen und ich sehe nur sehr gebräunt aus)
Zudem hatten wir ein neues Restaurant am letzten Abend ausprobiert. L’Essentiel ist in der Tat sensationell und dazu auch noch sehr günstig. Es scheint sich auch schon herumgesprochen zu haben, denn es war komplett ausgebucht.

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Ich schlief die Nacht jedoch schlecht und musste schon um 6 Uhr aus den Federn denn der Zug fuhr kurz nach halb acht. Koffer fertig packen und letzte Handgriffe und Putzaktionen in der Wohnung, bevor die D. in ein paar Wochen wieder herkommt. Es ging alles ruckzuck und ohne Hindernisse und wir standen pünktlich am Bahnhof.

Da mein Koffer so prallvoll und schwer war, hatte ich vorgeschlagen dass wir in Paris ein Taxi nehmen von der Gare Montparnasse bis zur Gare de l’Est. Es gibt eine direkte Metro Verbindung, doch vom Montparnasse hinunter in die U-Bahnstation ist ein Unding mit einem bleischweren Koffer. Ich hatte ihn ja bereits auf dem Hinweg durch die Metro gewuchtet und jetzt mit der schweren Schale und den Büchern wollte ich mir nicht antun.
Und es ging an einem Sonntag erstaunlich gut! Der Taxifahrer hatte leichte Bedenken hinsichtlich des Pariser Marathon der die Metropole in zwei Teile spaltete, doch über die Cité ging alles glatt, da die Läufer an der Seine entlang unter der Brücke hindurch liefen.

Die beiden Zugfahrten verliefen ruhig und ohne Zwischenfall, kamen uns jedoch sehr viel länger vor als auf dem Hinweg. Es ist aber schon fabelhaft dass wir mit dem TGV mit einer reinen Fahrtzeit von etwas mehr als 6 Stunden einmal Frankreich quer von Süd/West nach Nord/Ost ganz durchfahren haben. Ich brauchte das erste mal als ich nach St.Jean fuhr mit dem Wagen zwei Tage dafür. Wir erinnern uns.

Ich hatte euch noch ein Foto der Schale aus San Sebastian versprochen. Nicht ganz billig aber dafür schwer, wunderschön und aus Calcit und stammt aus diesem Geschäft.

St. Jean-de-Luz: Der letzte Tag in Bildern

Schwimmen war leider nicht drin, obwohl ich ein paar wirklich Hartgesottene sah, die sich trauten. Aber am Morgen mit den Füßen war Freude pur.

 

Eine Wiese voller Gänseblümchen. Bis das bei uns der Fall sein wird dauert es noch eine Weile.

 

Am Nachmittag ein Ausflug ins Nachbardorf nach Guethary…

 

… mit Apéro … (ja das Foto ist von mir!!!)

 

…von der Ilunabar.

 

Und für diese Wellen ist dieser Landabschnitt ‚Côte de Gascogne‘ auch bekannt. Es sind die höchsten in ganz Europa und sehr beliebt bei den Surfern. Und wenn ihr ganz genau hinseht könnt ihr auch einen Surfer entdecken.

 

Tschüß Baskenland. Bis zum nächsten Mal!

 

Das Meer durch ein Fischauge

Ich schloss den gestrigen Beitrag mit „…den der Tag war lang genug.“ So lange war er dann doch nicht, aber eines der Gläser Wein war zu viel und schlecht. Wir hatten zu Anfang einen Roséwein, der verdächtig gefärbt aussah. Und ich glaube dass es auch der war, der mir im Nachhinein zu schaffen machte.
Ich bin leider etwas empfindlich in diesen Dingen.

Das hatte zur Folge das ich den Freitag etwas durchhing.
Die D. ist ja immer voller Tatendrang und war topfit.
Ich nicht.

Ich las die mitgebrachten New Yorker Ausgaben der letzten Wochen durch. Ich wanderte am Meer entlang, doch mir war elend. Am Nachmittag legte ich mich noch mal eine Stunde hin und ich war wie neugeboren.

Für den Abend hatten, das es ja der vorletzte Tag ist, hatten wir uns noch einmal für die Boëte entschieden. Der Koch, der uns kennt, hatte uns ein Überraschungsmenü vorgeschlagen. Aber gerne doch!
Ich habe keine Fotos davon gemacht, da ich es schlichtweg vergessen habe.

Wir bekamen ein sechs Gänge Menü das es absolut mit einem Sternerestaurant hätte aufnehmen können.
– Seehecht mit Avocadocreme mit frischen Tomatenstreifen und eigelegtem Paprika
– Schellfisch mit einer luftigen Mascarponecreme und kleinen frischen Mangowürfel
– eine kleine Langoustine mit einer fabelhabft leckeren Soße aus brauner Butter und ein paar geheimen Gewürzen
– Tartare vom Adlerfisch mit eingelegten Möhrenstreifen aus einem kräuterigen Sud und einer kleinen Kugel Honigeis. Dieses süß/saure war der absolute Hammer!
– Barschfilet gegrillt mit allerlei kleinem Gemüse, grünen Spargeln und Mangobutter.
– Zum Nachtisch gab es dann ihre traditionellen Nachtische die sie immer haben, aber als Trilogie auf einem Teller.
Als Wein hatten wir ein Bio Musacdet „Les Bêtes Curieuses“

Das ganze Menü zu einem Preis der mehr als angemessen war.

Die Deco war an dem Abend ebenfalls neu. Der Künstler Ledoeufre hat neue Bilder für das Restaurant gemalt.

© La Boëte

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Da Samstag der letzte Tag sein wird und ich, wenn ich noch fit genug im Kopf bin, den Blogbeitrag meistens vorschreibe, ansonsten geht er etwas später am darauf folgenden Tag online (so wie heute), werde ich ihn wahrscheinlich erst im Zug auf dem Nachauseweg schreiben, denn am Sonntag Morgen geht es sehr früh los.

Eine Wanderung nach Sokoa, Kino und Pintxos

Ich war letztes Jahr auch dort. Es  ist der südliche Teil der Bucht von St. Jean-de-Luz wo man auch auf der Deichmauer spazieren kann, wenn das Wetter es denn zulässt.  Wir erinnern uns.

Doch der Reihe nach. Um nach Sokoa zu gelangen kann man entweder den Bus nehmen oder man geht über Ciboure zu Fuß dorthin. Das Wetter war heute eher durchwachsen. Viele Wolken aber kein Regen.

Ich entdeckte einen kleinen versteckten Garten.

Von der Ciboure Seite aus ist der Leuchtrum ganz besonders schön und mit dem Winkel in ich das Foto schoss, glaubt man fast er würde auf einer Insel stehen.

Es war windig und frisch, aber Seeluft ist nun mal Seeluft und man ist voller Energie.

Auf dem Deich dann konnte man heute nicht hinaus gehen. Ich hätte zwar über die Absperrung steigen können, doch eine kräftige Böe und ich wäre im Meer gelandet.
Stattdessen stellte ich mich vorne beim Fort hin…

und machte ein Video vom Wellengang.

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Mittagessen im SocoWa

Frisch gerillte Anchovis mit Olivenöl und Knoblauch.  Bei uns eine Seltenheit. Herrlich!

Anschließend Calamar vom Grill mit Reis und Salat.

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Am Nachmittag dann eine Runde Kino:

Royal Corgy ist ein Zeichentrick wie ihn sich die Engländer und die Amerikaner nicht trauen würden zu produzieren. Doch die Belgier schon. Er läuft auch schon England.  Es geht um die Corgis der Queen und wer die Nummer 1 unter ihnen ist. Sehr lustig und kurzweilig und zumindest auf Französisch funktioniert er sehr gut.

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Am Abend gingen noch fast den gleichen Weg aber nur bis nach Ciboure. Jeden Donnerstag Abend haben alle Bars Pintxos und man kann die Runde durch die Bars machen. Wir blieben im Maitenia hängen bis kurz vor 22:00 und damit war der Tag lang genug.

Eine Comicempfehlung & sich der eigenen Ohnmacht bewußt werden

Das letzte mal ich in St.Jean war hatte ich in der Comicabteilung des kleinen aber sehr gut sortieren Buchladen ein Buch entdeckt das ich hier besprochen hatte.
Dieses mal geht es um eine ganze Reihe. Le retour à la terre, ist die zum Teil autobiografische Geschichte von Manu Larcenet, der zusammen mit seiner Frau entschließt, aufs Land zu ziehen. Beide kommen aus der Großstadt und ziehen in ein winzig kleines Dorf mit dem Namen Les Ravenelles.
Als ich den ersten Band durch hatte, war ich so angefixt, dass ich prompt alle anderen auch kaufte. Auslöser war der 6 Band der erst vor kurzem erschien und sehr gute Kritiken bekam und ebenfalls eine Buchempfehlung des Ladens war.
Ich gebe zu, ich saß hier die letzten Tage und quietsche vor Vergnügen bei machen Passagen. Das machte die D. natürlich neugierig und sie liest sie jetzt auch.

Ein sehr große Empfehlung von mir:  Le retour à la terre von Jean-Yves Ferri und Manu Larcenet

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Ich versuche so weit es geht dritte Personen immer aus meinem Blog raus zu lassen, denn es führt nur zu Komplikationen. Aber um über folgendes zu schreiben kann ich das nicht ganz einhalten.

Ich bekam heute einen sehr verzweifelten Anruf einer Person die sich um eine Familienangehörige kümmern muss die langsam aber sicher von der Alzheimerkrankheit dahingerafft wird.

Diese Person war mir vor Jahren eine sehr große seelische Stütze als ich das gleiche Schicksal zu erleiden hatte mit meiner Tante. Doch im Umkehrschluss hat sie nichts von mir gelernt und begeht genau die Fehler, auf ich sie schon vor Monaten hingewiesen habe.

Hinzu kommt dass diese Person vom Gemüt her nicht proaktiv, nicht einmal reaktiv ist, sondern die Dinge geschehen lässt und dabei zusieht wie alles den Bach runter geht.

Sie erkennt aber langsam dass ich recht hatte und wollte von mir einen Rat was sie denn jetzt tun könne, denn man kann die zu pflegende Person nicht mehr alleine lassen. Das war aber schon vor etlichen Monaten vorauszusehen und ich hatte ihr dringend geraten sich nach einem Heim umzusehen, denn eine Pflegekraft die sich rund um die Uhr kümmert kommt finanziell und aus Platzgründen nicht in Frage. Eine andere Lösung wäre wenn die Person nur noch teilweise arbeiten würde und sich den Rest der Zeit die verwandte Person pflegen würde. Doch selbst mit einer Ausgleichszahlung würde es finanziell nicht hinhauen.

Ja, man kommt sich elend und schrecklich vor wenn man eine Person quasi wie wegsperren muss weil es nicht mehr geht. Ich selbst hatte Alpträume in der Zeit, als ich es mit meiner Tante tat. Zudem kommt, dass ich gerade weitab in St.Jean bin und nichts selbst tun kann.

Diese Ohnmacht nichts tun zu können beschäftigte mich über Stunden hinweg, doch letztendlich muss ich Abstand davon gewinnen. Ich habe, soweit ich das konnte, mit guten Ratschlägen zur Seite gestanden, doch mehr kann und will ich auch nicht tun. Handeln muss die Person selbst.
Das mag jetzt hart klingen, doch es gibt auch noch andere Umstände, die ich hier nicht weiter ausführen möchte dass ich so handele.

¡Hola! ¿Qué hay? San Sebastián

Da es keine Züge gibt die von Frankreich durchgehend nach Spanien fahren, (wegen der verschiedenen Spurgrößen) gibt es von Hendaye (die nächstgrößere Stadt in Richtug Spanien von St. Jean aus) einen sogenannten Topo der bis nach San Sebastian fährt. Doch man braucht fast anderthalb Stunden für eine Fahrt. Die D. hat das schon mehrfach gemacht und so versuchten wir heute etwas anderes.
Es gibt auch den OUIBUS (die französische Antwort auf den Flexibus) der mit einer Zwischenhaltestelle bis nach San Sebastian fährt für lächerliche 5 € in 30-40 Minuten. Schneller geht es auch nicht mit dem Auto.

Es war fast durchgehend schönes Wetter.

Wir schlenderten durch die bekannten Gassen und ich bekam ( wie sollte es auch anders sein) einen leichten Shoppinganfall. Ich kaufte ein paar neue Schuhe bei Camper, die zudem heruntergesetzt waren.

Gegen Mittag verspürten wir beide einen gewaltigen Hunger. Wir sind im Baskenland zudem auch noch in Spanien. Dann isst man keine Tapas sondern Pintxos!

Ich habe so wie das letzte mal auch schon noch nie soooo leckere Pintxos gegessen wie hier. Das hat nichts mit den Tapas zu tun die man sonst irgendwo bekommt. Sie geben sich hier richtig Mühe und alles sehen so irre lecker aus. Hier ein paar Fotos vom letzten Jahr:

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Ich kaufte noch eine sehr schöne Schale aus Calcit die ich euch aber erst zeigen werde wenn ich wieder Zuhause bin. Sie ist sehr gut eingepackt und muss die Reise zurück überstehen.

Nach und nach zogen Wolken auf und es war auch schon fast Zeit wieder zurückzufahren.

Ich kann den Ouibus nur empfehlen. Durch einen kleinen Stau in Hendaye dauerte die Fahrt ein klein wenig länger aber einfacher und billiger kommt man nicht hin und zurück.

Am Abend aßen wir die Sachen wir noch morgens früh auf dem Markt gekauft hatten und lasen.
Was ich gerade lese zeige ich euch morgen.

St. Jean-de-Luz – Was hier anders ist

Da ich nun schon zum dritten mal hier bin, dachte ich mir dass ich euch heute mal ein paar konkrete Dinge zeige, die hier grundlegend anders sind als in Luxemburg.

Fangen wir mit der Sprache an. Im Baskenland das sich von Frankreich bis weit hinein nach Spanien zieht spricht man Baskisch. Eine Sprache von der man nicht so genau weiß wo sie herkommt, da sie zu keiner anderen Sprache einen Bezug hat. Die Wörter sind völlig anders und kommen weder aus den Lateinischen oder aus den Angelsächsischen oder dem Germanischen. Die Wurzeln sind bis heute ungeklärt, doch man vermutet dass es sich um eine sogenannte ‚primitive‘ Sprache handelt deren Ursprünge sehr viel älter sind.

Als ich das erste mal hier war brach ich mir die Zunge um verschiedene Wörter auszuspechen. Hier ein zwei Beispiele:

Ausgesprochen Txoko „Tschoko, was soviel bedeutet wie „Bruderschaft“. Man nimmt dass es in dieser Gegend früher ein Matriarchat  gab und diese Txoko ins Leben gerufen wurden, damit die Männer hier unter sich sein konnten. Inwiefern dies belegt ist kann ich aber nicht sagen.

Etxe sagt man Etsche, was „Haus“ bedeutet.

Manchmal habe ich versucht auf Tafeln auf denen der Text auf Französisch und Baskisch steht, im baskischen Text irgendwie zu erkennen welches französische Wort dem baskischen zuzuordnen sei. Geht nicht! Man kann es von Satzkonstruktion her nur erraten, da diese ebenfalls komplett anders ist. Irgendwie setzt man im baskischen das wichtigste Wort immer an den Schluss des Satzes.

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Wenn ich etwas sehr mag an St. Jean, dann dass die Gentrifizierung im Herzen der Stadt kaum bis gar nicht vorhanden ist. Die meisten Geschäfte werden noch von richtigen Inhabern geführt und sind keine anonymen Ketten. Es gibt zum Beispiel  Geschäfte wie dieses hier:

…bei dem ich immer noch nicht so genau weiß was sie denn nun wirklich verkaufen. „Un Barbu et une Blonde“, ist vom Look her ein Vintageladen, von dem man aber nicht so richtig weiß was er denn nun verkauft oder was letztendlich nur Deko für den Laden ist. Es ist ganz offensichtlich ein Conceptstore dessen Konzept sich mir nicht so richtig erschließen will.

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Dann gibt es alte eingesessene Läden mit langer Tradition, wie zum Beispiel Pariès:

Ein Konditor dessen Hauptgeschäft die bekannten baskischen Kuchen sind. Ich sprach schon öfters über den Gâteau Basque. Die D. brachte mir von ihrer letzten Reise sogar einen mit.

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Die Basken sind ebenfalls für ihre Stoffe bekannt. Es gibt hier große Webereien, die den berühmten baskischen Stoff herstellen:

Der Stoff ist sehr robust und ist auf seine sehr eigene Weise gewoben, dass man ihn sofort wiedererkennt, egal welches Streifenmuster er besitzt.Es gibt in St. Jean mehrere Geschäfte die alles mögliche aus diesem Stoff verkaufen. Kissenbezüge, Schürzen, Tischests, Handtücher, Badetücher…

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Etwas was man hier auch kann ist Regenwetter so wie an diesem Morgen:

Das hat aber den Vorteil dass alles hier in der Natur sehr grün ist und auch über den Sommer weitgehend bleibt.

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Am Abend jedoch klärte sich das Wetter und wir gingen ins Restaurant Txalupa (noch so ein „tx“ das „tsch“ ausgesprochen wird) und hatten einen herrlichen Ausblick auf den Hafen mit feudalen Wolken:

St. Jean – Der zweite Tag

Wir fielen am Vortag dann doch wie Steine ins Bett.

Der Morgen danach wettertechnisch eher Luxemburg Wetter, also Regen, aber nicht so kalt wie dort. Wir machten ein paar Besorgungen. Der Besitzer des Boëte hatte uns erzählt, dass an dem Morgen ein kleiner Designer Markt in in hinteren Räumen eine japanischen Restaurants stattfinden würde. (Ja das muss man wirklich wissen sonst hätten wir das nie besucht) Die Schmuckdesignerin Azénor, deren Arbeiten ich schon seit einer Weile auf Instgram bewundere, war dort. Ich fand einen sehr schönen Ring, den ich auch schon auf Fotos gesehen hatte, er war allerdings nicht in meiner Größe vorhanden. Sie wird mir einen anfertigen in den nächsten Wochen.

Am Nachmittag besserte sich das Wetter und ich machte ein paar Fotos.

Ich kann auch Bob Ross, aber in Fotos. 🙂

 

Wir wanderten bis hoch zur St.Barbe Spitze wo die meisten Fotos entstanden.

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Für den Abend, da wir zu Anfang befürchteten dass es den ganzen Tag so trüb und trist bleiben würde, hatten wir beschlossen, dass wir in das kleine aber sehr feine Kino Select gehen würden. Wir sahen und Shazam! an.
Kurzweilig, lustig, ein bisschen zu amerikanisch, aber eigentlich ganz ok.