Links, zwei, drei, vier…Links!

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La bonne frite belge serait menacée par l’Europe

Die EU stört sich an der Art und Weise wie Pommes Frites hergestellt werden. In allen belgischen Pommesbuden werden frische, nicht eingefrorene Kartoffeln genommen und traditionsgemäß zweimal frittiert. Doch dabei entsteht ( wie in allen Lebensmitteln, die gebraten, frittiert und getoastet werden) der Stoff Acrylamid, der krebserregend ist.

Man befürchtet nun dass sie verboten werden. (Was totaler Quatsch ist, denn dann stünde uns der Exit von Belgien ins Haus, der Bexit, ohne ‚r‘.)

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Die Kaltmamsell im Interview

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Heike Langenkamp von Die im Wald lebt ist seit Wochen auf dem Low Carb Trip und tüftelt mit allen möglichen Brotsorten herum. Ich muss gestehen, dass manche Brote sehr lecker aussehen. Klickt euch einfach durch ihre letzten Beiträge. Ich werde demnächst das eine oder andere ausprobieren und berichten.

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In Kürze wird in Ungarn der Prozess gegen eine Gruppe von Schleppern eröffnet, die 71 Menschen, darunter auch Kinder und Babys, ermordet haben. In dem Zusammenhang interviewte der Falter den obersten Schlpperbekämpfer aus Österreich, der an Festnahme der Beschuldigten mitgearbeitet hat.

…Den Tag, an dem in Parndorf ein Lastwagen mit 71 Leichen gefunden wurde, bezeichnet er als den schrecklichsten Moment seines Lebens. Ein Gespräch über den europäischen Massenmord…

Ein nur sehr schwer zu ertragender Bericht.

(Via Kaltmamsell)

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Stephen Greenblatt schreibt darüber wie St. Augustin die Entstehungsgeschichte von Adam und Eva deutete und somit quasi den Sex erfand.

How St. Augustine Invented Sex / The New Yorker

 

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An einem Nationalfeiertag und dem Vorabend

Ich werde jetzt alle enttäuschen. Denn ich war am Vorabend nicht unterwegs. Wenn ihr etwas über die Aktivitäten die während der ganzen Nacht stattfanden, wissen wollt, schaut bei hiesigen Medien vorbei.

Ich hatte am Vortag arbeitstechnisch in Saarbrücken zu tun. Und wenn es in Luxemburg den ganzen nicht regnete (irgendwie zogen alle Gewitterfronten an uns vorbei) so war das in Saarbrücken nicht der Fall. Als ich am Mittag losfuhr, war eitel Sonnenschein, doch je näher ich an Saarbrücken kam, umso düsterer wurde es. Auf den letzten Metern der Stadtautobahn geriet ich einen Regen- und Hagelsturm, dass mir Angst und Bange wurde.

Es erinnerte mich schlagartig an den Anfang der 90er. Ich war ebenfalls auf den Autobahn ‚gefangen‘ und es fielen Hagel so groß wie Taubeneier. Ich fuhr Gott sei Dank hinter einem großen Laster der durch seine große Plane die Hagelbrocken abbremste bevor sie mir aufs Auto krachten. Aber ganz ohne Dellen im Lack, kam ich nicht davon. Zumindest war meine Frontscheibe nicht zerdeppert wie ich es bei vielen anderen Autos gesehen hatte.

Als ich endlich von Autobahn runter konnte, fuhr ich sofort in die Tiefgarage neben der Staatsoper und wartete bis das Schlimmste vorbei war.

Ich besuchte die B. , die beste Maskenbildnerfreundin der Welt. Wir kennen uns seit dem Film „Kreuzzug in Jeans“ den wir streckenweise gemeinsam bestritten. Sie wohnte damals noch in Leipzig. Kurze Zeit später übernahm sie den Posten der Chefmaskenbildnerin in Saarbrücken.

Wir hatten eigentlich anvisiert ein wenig durch Saarbrücken zu laufen. Stattdessen setzen wir uns auf eine überdachte Terrasse  und schauten bei Eistee dem Regen zu.

Ich wollte mir noch ein paar neue Sandalen besorgen, da die Alten vom letzten Sommer zwar bequem sind, sich aber seltsamerweise nicht so gut dafür eignen, einen ganzen Tag darin herumzulaufen. Fündig wurde nicht. Ich fand aber eine neue kurze Jeans.

Auf dem Heimweg versuchte ich Temperaturanzeige im Wagen abzulichten.

35,5° C

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Am Feiertag selbst, wachte ich dann doch recht früh auf. Es hatte gründlich abgekühlt. Satte 10 Grad weniger und ich öffnete das Fenster zu beiden Seiten groß um die Hitze aus der Wohnung zu bekommen.

Da Feiertage bei mir wie Wochentage sind, hatte ich einen Termin mit der Kostümbildnerin für das nächste große Freiluftstück, das Ende Juli stattfindet.

Die große Militärparade erschwert mir an dem Tag immer das Rein- und Rausfahren aus der Parkgarage. Doch ich hatte am Vortag den Parkwächter gefragt ob es ein Problem sei und dieser meinte dass es kein Problem sei um rauszukommen.  Ich merkte mir wie die einzelnen Straßen abgesperrt waren, und somit war es zum wieder reinfahren auch kein Problem.

Die Place de Paris ist wie jedes Jahr an dem Tag mit einer kleinen Kirmes belegt. Ich setzte mich ins Bistro de Paris und genoss ein Aperol Spritz.

Und als ich mich umsah und den Gedanken ein wenig freien Lauf ließ, wurde mir bewusst dass es die letzten Tage sind, die ich in diesem Viertel, dem Bahnhofsviertel verbringe. Die Menschen sind hier noch etwas bodenständiger und ethnisch bunter gemischt, als in dem Viertel in das ich bald ziehen werde.  Man sieht  Nutten, Landstreicher, Bettler, Neureiche die ihren Wohlstand nach außen hin sehr zum Ausdruck bringen, Touristen aller Couleur, 100 verschiedene Sprachen, und irgendwo dazwischen ein wenig luxemburgisch. Und es ist wunderbar!!!

Und obwohl es nur vier Straßen weiter ist, (zu Fuß knappe 15 Minuten) sind beide Viertel durch das Pertustal getrennt und das macht einen Riesenunterschied.  Ich werde es irgendwie doch vermissen, das weiss ich jetzt schon. Es waren fast fünf aufregende Jahre die ich hier verbracht habe.

Vorabend

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Ein Freibadbesuch, eine Stippvisite auf einem Wasserturm und ein neuer Drink

Die Hitze macht mir eigentlich nicht schaffen. Es geht mir sogar recht gut dabei. Und da ich ein paar Tage frei habe bevor ich das nächste große Freiluft Theaterstück habe, machte ich es mir am ersten Hitzetag in der alten Heimat im Freibad gemütlich.

Ich hatte schon einmal über Bollendorf geschrieben. Als ich dort kurz vor 14:00 ankam war es angenehm. Ich zog ein paar Bahnen durch das kühle Nass und dachte mir dass ich so den ganzen Nachmittag verbringen könnte, mit lesen und zwischendurch einer Abkühlung im Becken.  Aber gegen halb vier waren derart viele plärrende Kinder und  grölende Halbwüchsige im Bad dass ich es nicht mehr aushielt.

Um so ruhiger und idyllischer war es auf dem Rückweg vom Bad zum Auto.

Ein Blick von der deutschen Seite über die Sauer hinüber zu luxemburgischen Seite

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Da ich früher zurück fuhr als geplant, blieb mir Zeit für eine Stippvisite in Berdorf. Ich überlegte lange wann ich das letzte mal dort war. Es fiel mir nicht ein. Ich wollte dort schon immer einmal den neuen Wasserturm mit Aussichtsplattform besteigen. Den sogenannten Aquatower.

Er liegt am Ende des Dorfes in Richtung Consdorf.  Da Berdorf einer der höchst gelegenen Dörfer der Umgebung ist, brauchte es immer einen Wasserturm.

Dieser war davor in der Turmspitze der Kirche eingelassen, weil es das höchste Gebäude der Gegend war. Er reichte aber der wachsenden Gemeinde längst nicht mehr aus, und so wurde diese riesige Turm gebaut, der zugleich eine kleine Ausstellung und didaktische Infos über Trinkwasser enthält.

Hoch geht es mit einem Aufzug, obwohl ich mich innerlich auf Treppensteigen vorbereitetet hatte.

Berdorf von oben

Die Gegend sieht bei der Höhe fast flach aus obwohl sie sehr hügelig ist.

Die Windmühlen im vorne stehen in Luxemburg, die dahinter in Deutschland.

Ich fand auch die Siedlung in der mein Elternhaus steht.  Sie liegt im oberen Bild am Waldrand.

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Zurück in der Stadt saß ich abends im Annexe die mir ein neues Aperitif anboten.

Crémant mit Rabarbersaft, Minze und viel Eis. Herrlich!

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Ein wichtiges und richtiges Urteil in Sachen Vegan

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Ich hatte vor langer Zeit schon einmal darüber geschrieben, aber ich denke dass es wieder an der Zeit ist…

Vor ein paar Tagen las ich diesen Artikel im Tageblatt.
„Pflanzenkäse“ darf nicht Käse heißen

Veganer verzichten auf tierische Produkte. Doch was, wenn die Lust auf Käse kommt? Dann gibt es pflanzliche Alternativen, und zwar inzwischen ziemlich viele.Allerdings dürfen rein pflanzliche Produkte nicht unter Bezeichnungen wie „Milch“, „Rahm“, „Butter“, „Käse“ oder „Joghurt“ vermarktet werden. Das hat der Europäische Gerichtshof auf Kirchberg am Mittwoch entschieden.

Pflanzliche Butter zum Beispiel hat seit Jahr und Tag schon einen eigenen sehr geläufigen Namen: Margarine. Und das schon bevor es überhaupt ein vegane Bewegung gab. Oder veganes Leben hip wurde.

Es ist mehr als richtig, dass dieser Vermischung endlich Einhalt geboten wird. Letztens sah ich sogar bei Miss Flury, einer Volgerin, wie man Vegan Pulled Pork herstellt. Hallo? Geht’s noch? (Zudem schmeißt etwas zu viel mit dem Wort ‚Gesund‘ um sich, was auch sehr bedenklich ist)

Es gibt mehrere Dinge die mich an der veganen Bewegung sehr stören und das jeden Tag ein bisschen mehr.

1. Vegan heißt weder Bio noch Artgerecht. Vegan geht nur vom Prinzip aus dass nichts tierisches verarbeitet werden darf. Ob das Gemüse biologisch gezüchtet wurde, oder vollgepumpt ist mit Kunstdünger und mit Unkrautvernichtungsmittel zugespritzt wurde, ist nebensächlich.
2. Noch schlimmer finde ich all diese Ersatzprodukte, wie vegane Fleischwurst z.B. Ich will nicht wissen was da alles an chemischen Stoffen verarbeitet wurde damit es nach Fleisch schmeckt und trotzdem keines ist. (allein schon beim schreiben des Satzes schüttelt es mich)
3. Als Veganer würde es mich sehr stören dass die ganze Bewegung von der Lebensmittelindustrie wie eine Modeerscheinung und superhip verkauft wird, bei der man auf nichts verzichten muss. Es gibt schließlich für alles Ersatz.

Wenn ich Veganer wäre, würde ich gegen die Lebensmittelindustrie in den Krieg ziehen, die Vegane Bewegung zu einem modischen Witz verkommen lassen. Warum schmeißt sich zum Beispiel die Werbeindustrie nicht ins Zeug und erfindet neue Namen? (Notgedrungen müssen sie es, denn Pflanzkäse und „Tofubutter“ geht nicht mehr.)

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich kein Veganer bin,(und wahrscheinlich auch keiner werde) doch mag ich vegane Gerichte sehr. Ich möchte auch noch einmal auf das tolle Kochbuch von Katharina Seiser verweisen „Immer schon Vegan„, das ich auch habe und regelmäßig benutze.

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RTL you und die Blogger/Vlogger Community

Gestern war also der Startschuss von RTLyou. Ich hatte den Aufruf schon vor Monaten gehört, dass RTL versucht etwas auf de Beine zu stellen mit Bloggern und Vloggern aus Luxemburg. Einer meiner Freunde Yaya van Chique, der ein Trend- und Modeblog für Männer betreibt macht ebenfalls mit.
Hier das erste Video von ihm.

Ich hatte mir lange überlegt ob ich mich melden sollte, doch funkte mir, wie so oft, der Job dazwischen. Zudem geht es hauptsächlich ums Vloggen, und das mache ich ja nicht. Nicht dass ich keine Ideen hätte. Es reicht einfach von der Zeit her nicht. Zudem musste ich mich in ein völlig neues Feld, dem Videoediting, einarbeiten. Ich müsste mir in meiner 25 Quadratmeterbutze ein eine Filmecke einrichten. Jedes Posting wäre mit den 100fachen Aufwand verbunden, als ein Posting im Blog.

Zudem, und das ist eine meiner Minderwertigkeitsanwandlungen, glaube ich nicht dass ich in das Format passe. Wenn ich die Alterspanne der verschiedenen Blogger/Vlogger sehe, liege weit drüber. Mein Blog ist und war immer etwas, das ich ganz allein zu verantworten habe und in dem ich, und nur ich der Chef bin. Wenn ich jetzt etwas auf einer fremden Plattform in Gang setzten würde, wäre ich nicht mehr mein eigener Boss…

Aber hey, Glückwunsch all denen die es geschafft haben dabei zu sein. Ich wünsche euch alles Gute und lasst euch nicht unterkriegen.

 

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Theaterfestival in Hermannstadt (Sibiu)

Ich bin nicht zum ersten mal hier. Das letzte mal war vor vier Jahren in Rumänien auf dem gleichen Festival in Sibiu.

Damals haben wir in einer alten Halle gespielt, die inzwischen aber in sich zusammengekracht ist.
Diesmal waren wir im Teartu National untergebracht in dem weitgehend alles zur Verfügung stand, was ein Theater zur Verfügung haben sollte.

Während der Fahrt als morgens die Sonne aufging

Die Fahrt und der Flug waren schrecklich. Da die Festivalleitung den vorangekündigten Flug über München schlichtweg verpasst hatte zu buchen, wurden wir morgens um 2:00 Uhr per Bus nach Stuttgart gefahren um anschließend mit dem Billigflieger BlueAir nach Sibiu zu kommen. An Schlaf war nicht zu denken, und so kamen wir in Sibiu völlig übermüdet an. Da die Vorstellung aber erst am Samstag war, hatten wir einen Tag Zeit wieder auf die Beine zu kommen.

Ich ließ mich also am ersten Tag durch die Altstadt treiben und von Festivalfieber anstecken. Es finden hier an die 50 verschiedene Shows pro Tag statt, sowohl in Räumen als auch auf den Straßen. Es wird also richtig was geboten.

Und hier ein Video das ich mit dem iPhone 7 machte. Ich bin völlig platt wie gut die Qualität der Aufnahmen inzwischen ist.

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Untergebracht waren wir im Hotel Imparatul Romanilor, was soviel heißt wie römischer Kaiser.  Ein ehemaliges Bonzenhotel, das es aber verpasst hat mit der Zeit zu gehen und jetzt ein Abklatsch dessen ist, was es einmal war. WLAN gab es, aber es war grottenlangsam oder gar nicht vorhanden.

Der Frühstücksraum und die Eingangshalle sehen fabelhaft aus, doch bei näherer Betrachtung, vor allem der Zimmer, bröckelt der Stuck und der Putz ab. In punkto Sauberkeit ist es…. okay. Ich hatte ein Zimmer bekommen das einigermaßen in Ordnung war. Andere der Truppe leider nicht.

Ein relativ gutes WLAN gab es im Theater und so konnte ich zumindest Teile dieses Textes vorschreiben.

Da  die Vorstellung bereits um 16:00 Uhr war, war es umso hektischer, alles bei Zeiten fertig zu haben. Die Beleuchter taten mir besonders leid. Sie hatten die ganze Nacht durchgeackert ohne Pause, ohne Schlafen um dann noch die Vorstellung zu fahren. Auch die drei Schauspielerinnen waren mehr als nervös weil sie nur Textproben in der Loge machen konnten und kein Durchlauf auf der Bühne. Zudem war der Premierminister von Luxemburg UND der von Rumänien bei der Vorstellung zugegen.
Und es war RTL eine Reportage wert.

Nach der Vorstellung ging es zur Casa Luxemburg, wo unser Premier zu einem Drink eingeladen hatte. Dann schlug das Wetter um. Es fing an zu regnen und es wurde schweinekalt. Ich kehrte abends noch in ein empfohlenes Restaurant ein, das aber ein ziemlicher Reinfall war.

Die Fahrt zurück  am Sonntag war noch ein wenig mühsamer, da wir ja ab Stuttgart, wieder in einem Bus saßen, der diesmal aber mehrfach in Stau stand.

Das hört sich alles viel Gejammer an. Aber Festival Vorstellungen sind Stress pur, im Gegensatz zu regulären Gastspielen, bei denen alles etwas gemächlicher von statten geht. Missen möchte ich diese Erfahrungen jedoch nicht. Es ist immer ein Abenteuer, ganz besonders wenn es mich in Länder führt in denen ich noch nie war.

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Mach doch mal was mit… Beziehung

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In der lockeren Reihe „Mach doch mal was…“ heute mal ein ganz anderes Thema. Beziehung.

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll, und wenn ja,was? Nun ist das so ein Thema, das leicht in mein sehr privates Privatleben ausufern kann, und gehört demnach nicht ins Blog. Ich lege zwar hier sehr oft meine seelischen Zustände dar, und so lange es nur mich betrifft, ist das okay. Doch wenn andere darin involviert sind, wird es komplizierter. Das Wort Beziehungen sagt es schon von sich aus; man nimmt Bezug auf eine weitere Person.

Hier wird es allerdings etwas anders sein. Ich werde ein bisschen herum philosophieren und ein wenig aus meinem eigenen Lebenserfahrungen berichten ohne dass es direkt Dritte miteinbezieht.

Ich bin nun seit zwei vollen Jahren solo. Nach dem Aus der letzten Beziehung hat es ein gutes Jahr gebraucht, bis die Wunden einigermaßen verheilt waren. Es war um so schlimmer, weil ich zum ersten Mal seit langem wieder dachte, dass ich wirklich jemand gefunden hätte, mit dem ich mit vorstellen konnte, alt zu werden. Aber nein, es sollte nicht sein.

Ich habe im Nachhinein versucht zu ergründen, an was es gelegen haben könnte. ICH bekam ja den Korb. Jetzt, mit der zweijährigen Distanz, habe ich meine eigene Theorie an was es scheiterte, und an was mein zukünftigen Beziehungen scheitern werden, wenn ich nicht darauf achte.

Es ist mein Job.

Ich lebe, atme und bin meine Arbeit. Sie füllt mich fast zur Gänze aus, macht mich glücklich und ich könnte mir nicht vorstellen etwas anderes zu tun. (Was so gesehen auch nicht mehr so ganz stimmt, doch solange ich keine andere lukrative Alternative dafür gefunden  habe, werde ich weitermachen) Als freischaffender Maskenbildner braucht es, wie in jedem freischaffenden Job, eine lange Anlaufzeit bis man endlich etabliert ist und die Aufträge einigermaßen regelmäßig kommen. Doch selbst dann, ist kein Auftrag eine Selbstverständlichkeit und die Zukunft ist immer ungewiss. Ich mache mir z.B. jetzt schon leichte Sorgen für das nächste Jahr und die nächste Spielzeit, da ich noch nicht genug konkrete Zusagen habe.

Ich lebe seit 18 Jahren mit diesem Damoklesschwert über meinen Kopf und man gewöhnt sich daran, doch es ist immer präsent. Wenn man erfolgreich sein will muss man das, und man sagt selten Nein zu einem Auftrag, immer aus Angst es könnte keiner weiterer folgen. Im Umkehrschluss hat mich das aber zu einem der meistbeschäftigten Maskenbildner des Landes gemacht, und es gibt Zeiten ich denen ich unter Last der Aufträge stöhne. (Es fällt mir schwer das zuzugeben, aus Angst es könnte einmal nicht mehr so sein)

Wenn ich den Job so ausführlich darlege, dann wegen dem was jetzt folgt.

Ich lebe/lebte immer nach dem Credo was da hieß, „Don’t fuck around in your job“ und das im sprichwörtlichen Sinn. Doch muss ich inzwischen feststellen, dass es dann sehr schwer wird, jemanden zu finden, der die Freiheit aber auch die Last eines Freischaffenden versteht.

Alle meine Beziehungen waren, bis auf eine Ausnahme, Angestellte und waren nicht im Entferntesten im künstlerischen Milieu tätig. Vor allem bei der letzten, war es mir sehr wichtig, dass er meinen Job versteht, und warum es zeitweise sehr stressig ist, und zeitweise gar nicht. Ich bezog ihn soweit es möglich war in meinen Job ein. Er konnte die ganze Atmosphäre und den Ablauf hinter der Bühne mitverfolgen.  Er lernte viele meiner Arbeitskollegen und Freunde kennen. Doch er verstand es nicht. Lange Trennungen, weil ich in Aufträgen feststeckte, verkraftete er nicht. Es schien immer so, als ob ich den Job meiner Beziehung vorzog…

Das war, neben der geographischen Entfernung, der Grund warum es in Brüche ging.

Fazit: Freischaffende und Angestellte, in einem regulären ‚9 to 5‘ Job, passen nicht zusammen. Ich habe lange nicht verstanden warum z.B. Filmschaffende weitgehend nur Beziehungen mit Partnern aus der gleichen Branche eingehen. Ganz einfach: weil es die einzigen sind, die den Job kennen und verstehen was es heißt,  über längere Zeit getrennt zu sein.

Nun sind dies meine ganz persönlichen Erfahrungen und es gibt ganz sicher 1000 Ausnahmen zur Regel. Und wenn dem so ist, können wir das gerne in Kommentaren ausdiskutieren.

PS: Diesen Post habe ich vorgeschrieben und er wird erscheinen, wenn ich auf dem Weg nach Rumänien zu einem Theaterfestival bin. Ob ich von dort aus blogge, hängt wie gewöhnlich vom WLAN ab. Wenn nicht, folgt ein großer Bericht am Montag

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Neues von der Baustelle 1

Mein ganzes Umfeld weiß es bereits und ich hatte es hier einmal kurz erwähnt.
Ich werde umziehen, …bald. Wenn alles glatt geht, im August.
Ich werde mich vergrößern, vom 25 m² auf 110 m².
„Du wirst Google Maps in der Wohnung brauchen, Joël, sonst verläufst du dich“, ist zur Zeit der Running Gag.

Die Wohnung selbst ist ein 6er im Lotto, weil sie so gut gelegen wie selten eine andere. Ich habe keine 2 Minuten zu Fuß entfernt zwei Bäcker, ein Supermarkt, eine Bank, eine Apotheke und ein Metzger, also alles für den täglichen Einkauf. Desweiteren befinden sich am gleichen Ort ein Teppichhändler, ein Inneneinrichter, ein Dönerladen, ein Zeitungsladen, zwei Kneipen und ein zwei Restaurants.

Die Umbauarbeiten haben sich jedoch in die Länge gezogen, da ich Anfang des Jahres dachte, ich könnte mich bereits im Juni auf dem Balkon räkeln. Doch die neuen Fliesen fürs Balkon wurden erst am Montag fertig verlegt. Es war eine größere Aktion die Fliesen, aus Italien nach Luxemburg zu bekommen und die Verzögerung machte mich mürbe. So entstand ein Stillstand auf der Baustelle von fast zwei Monaten.

Doch seit zwei Wochen geht es endlich weiter. Hier ein Pano Foto des Badezimmers.

Die Möbel sind auch alle bestellt und das Farbkonzept für die Wände ist auch unter Dach und Fach.

Nächste Woche fängt der Anstreicher an mit den falschen Decken, den Tapeten und Farben und anschließend werden die Parktettböden verlegt.

Es geht voran.

 

 

Visite: Hostellerie du Grünewald

© by hdg.lu

Ich war am Freitag bereits dort, doch weil gestern viel Privates nicht Blogbares anstand, schreibe ich erst heute darüber.

Die A. und ich sollten schon länger hin, doch es klappte termintechnisch nie. Am Freitag war es dann endlich soweit. Die Cousine der A., Aline, hat zusammen mit ihrem Mann die legendäre Hostellereie du Grünewald übernommen. Davor war es für kurze Zeit umgetauft worden in „Brigitte“. Ich hatte mehrfach bei anderen Bloggern darüber gelesen.

Doch die neuen Betreiber wollten den Namen nicht beibehalten und  gingen zurück zum alten Namen.

Ich kenne die Hostellereie solange ich denken kann. Der Vorort Dommeldange, wo die Hostellerie angesiedelt ist, hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Großmutter Thérèse besaß 30 Jahre lang quer gegenüber ein Bekleidungsgeschäft, und ich habe ein Großteil meiner Kindheit und Jugend dort verbracht. Da es für mich heute keinen zwingenden Grund gibt dort hinzugehen, war auch eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit.

Nach einem aufgezeichneten Mal, (Ich hatte Boeuf Black Angus mit Kartoffelpüree mit Trüffeln) zeigte Aline uns das Hotel. Es gibt noch so einiges was gemacht werden muss, aber das Hotel hat jetzt schon einen modernen, schlichten Charme.  Es wird somit in der nächsten Zeit das Hotel werden, das ich empfehle, wenn ich Bekannte und Freunde aus den Ausland unterbringen muss. (Letzterer Satz ist mit einem kleinen Augenzwinkern nach München)

Unser Tisch auf der Rückseite des Hauses in einem wunderschönen Hof, in dem Weinreben angelegt wurden.

Die Servietten mit Logo

Die Bar

Die Eingangshalle

Das Hotel ist ebenfalls interessant für alle, die etwas länger in Luxemburg verweilen, da es ein Gemeinschaftraum mit Küche gibt, wo man sich abends selbst etwas kochen kann.

Die Hotelzimmer. Die Fotos sind etwas zu dunkel geraten, weil es schon spät war, und ich sie ohne Blitz aufnehmen wollte. Doch es wird bezüglich der Beleuchtung  auch noch etwas unternommen werden in den nächsten Wochen.

Das Restaurant (der Flamingoraum) habe ich nicht abgelichtet, da er noch voll mit Gästen saß und ich mir keinen Rüffel einhandeln wollte.

 

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Netflix: The Keepers

Keepers

In der Doku The Keepers von Netflix versuchen zwei alte Freundinnen den Mord an ihrer Lehrerin, der Ordensfrau Cathy Cesnik aufzuklären, die eines Tages im Jahr 1969 spurlos verschwand und 2 Monate später ermordet in einem Wald aufgefunden wurde.

Ich habe die siebenteilige Serie schon vor über einer Woche beendet und musste sie erst einmal sacken lassen, bevor ich drüber schreibe.  Die Geschichten die die einzelnen Protagonisten erzählen sind bisweilen so haarsträubend, dass man sich wundert dass sie (vor allem eine Frau) überhaupt noch klar denken können.

Schwester Cathy unterrichtete an einer Mädchenschule und war bei den Schülerinnen sehr beliebt. Doch in dieser Schule regierte auch der Priester und Rektor Maskell, der viele Mädchen der Schule zusammen mit einem anderen Priester nach Strich und Faden missbrauchte.  In der Dokumentation geht man davon aus, dass Schwester Cathy davon wusste, und versuchte es zu stoppen, jedoch mit dem Leben dafür bezahlte…

Priester Maskell wurde späterhin der Prozess gemacht, wegen sexuellem Missbrauch, doch es kam nie zu einer Verurteilung.

Zugegeben die Serie ist langatmig und  fünf Folgen a 60 Minuten hätten gereicht es genauso detailgetreu zu erzählen. (Aber wir sind nunmal in den Staaten und man muss alles mehrfach erklären)

Was mir dabei schon ziemlich zu Anfang auffiel war, dass der Mord an der Nonne und die Missbrauchsfälle an der Schule zwei völlig verschiedene Geschichten sind. Die einzige Zeugin die beides miteinander verstrickt, ist eine der Schülerinnen die fast täglich von den Priestern missbraucht wurde. Als sie einen der Priester nach der Nonne fragte, zeigte der ihr wo sie im Wald lag und drohte ihr, dass es ihr, der Schülerin, genauso ergehen würde wenn sie den Mund nicht halten würde. Diese Schülerin, heute ein ältere Frau behauptet es weiterhin steif und fest, dass sie Schwester Cathy zuletzt als Leiche gesehen habe.

Doch es werden auch weitere Hintergründe aufgedeckt, die darauf schließen lassen, dass die Nonne vielleicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, oder ihr Mord ein völlig anderes Motiv hatte, als sie zum Schweigen zu bringen.

Die Dokumentation ist trotz der Widersprüche und der Langatmigkeit absolut sehenswert. Vor allem wenn man sieht, wie es heute noch manchen Leuten im Kopf herumspukt und manche Zeugen vor der Kamera ganz offensichtlich lügen oder schweigen.

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Kino am Mittag: The Mummy

Nein, der Film ist keine weitere Folge der Mummy Verfilmungen mit Brandon Frasier von 1999, 2001  und 2008, sondern etwas völlig neues. Und wenn die ersten beiden Folgen recht witzig und spannend waren, (die dritte war ein Schuss in den Ofen), so ist der neue Mumien Film mit Tom Cruise ein selten schlechter Flop.

Man fragt sich warum Hollywood wieder das ausgeleierte Thema der ägyptischen Mumien ausgräbt. Doch ich war von meiner Freundin und Kinokritikerin, der D., vorgewarnt worden. Als wir uns nach wochenlanger Abstinenz wieder einmal zu einer Mittwoch Mittag Kinosession verabredeten, sagte sie schon, dass uns wahrscheinlich Schlimmes bevorstünde.

Nick Morton (Tom Cruise) und Chris Vail (Jake Johnson) sind zwei kleine Schatzjäger die Gräber plündern und die Schätze dann auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Eines Tages stoßen sie auf eine kleines Dorf mitten in der Wüste und endecken dort eine verschollene Grabstätte in der die ägyptische Prinzessin Ahmanet in einem !Quecksilber! See begraben liegt… Der Sage nach hat sie sich mit de Gott des Todes Seth verbündet um Unsterblichkeit zu erlangen doch ihr Plan ging schief, und sie wurde (jetzt kommt’s!) LEBENDIG mumifiziert!

Als dieser Satz in einer Vorgeschichte (damit auch jeder Doofman mitkommt) rauskam, konnte ich den Rest des Films nicht mehr ernst nehmen.  Die D. und ich hatten einen Lachanfall.

Der Rest der Geschichte erspare ich euch. Ich konnte streckenweise die völlig flachen und einfallslosen Dialoge von vornherein in bedeutungsschwangere Momenten vorsagen, und ich hatte jedes mal recht. Das ist, so gesehen, recht lustig, macht dem Film aber um keinen Deut besser. Tom Cruise ist so schlecht wie immer, und hier noch ein wenig schlechter als sonst. Sehr schön, wenn auch sehr schlecht, ist die Schauspielerin Annabelle Wallis als Arecheologin Jenny Halsay, die mit den platten Dialogen gar nicht klar kommt, und man glaubt ihr keine einzige Zeile.

Streckenweise will der Film auf die witzige Schiene steigen, weil es das einzige wäre, was ihn noch retten könnte, doch auch hier versagen die Dialoge.

Völlig absurd wird es dann mit dem Erscheinen von Russell Crowe als Dr. Jekyll, der sich immer wieder mit einem absonderlichen Instrument ein Serum in die Hand spritzen muss, damit er sich nicht in Mr. Hyde verwandelt, was dann irgendwann doch passiert, und er Tom Cruise gehörig die Fresse poliert. (Das ist dann wiederum eine innerliche Genugtuung, denn man kann Tom Cruise gar nicht genug vermöbeln)

Der Schluss ist dann nur noch eine große Peinlichkeit, und das Ende des Films schreit geradezu nach einem Mummy Teil 2.

Mit einem Budget von 125 Millionen Dollar, fragt man sich, ob die anderweitig nicht besser angelegt worden wären. Zugegeben, es sind ein paar schöne Spezial Effekte und Action Szenen dabei, doch der Großteil wurde aus den ersten Mummy Filmen abgekupfert.

Fazit: Sehr enttäuschend und absolut keine Empfehlung.

PS: Verrisse schreiben, macht übrigens Spaß twisted

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Heartland

My Urban Piano ist ein Projekt von David Ianni das quer durch Europas Kulturhauptstädte geht. Dort wird jeweils ein Musikvideo gedreht immer mit dem alten Urban Piano. Die Stadt Esch-sur-Alzette und die Umgebung sind dabei eine kleine Ausnahme, da sie erst 2022 Kulturhauptstadt wird. Das Lied was David spielte und verfilmt wurde, heißt Heartland.

Ich war doch ein klein wenig nervös, nach so vielen Jahren wieder an einem Filmset zu stehen. Das letzte mal war vor vier Jahren.

Doch es war schön und nach den ersten Einstellungen und einem Location Umzug, war ich wieder so angefixt wie davor. Es waren ein paar richtig spektakuläre Orte dabei. Und wenn ich davon heute ein paar Fotos zeigen kann, dann weil David es mir ausdrücklich erlaubt hat.

Die Schauspielerin Brigitte Urhausen auf einer Brücke der sogenannten Gebläsehalle auf Belval. Man geht nur auf Gittern durch die man hindurch sehen kann. und geht es gute 30-40 Meter in die Tiefe. Ich habe an sich kein Problem damit, doch es gab auch für mich Momente, an denen ich merkte, dass ich nicht so ganz schwindelfrei bin.

 

David am Piano am gleichen Ort, aber unten auf festem Grund und Boden. Neben ihm das Regie- und Kamerateam, das nur aus Frauen bestand. Mit im Bild, die Kamerafrau.

***

Am zweiten Tag wurde es dann fast surreal. Wir drehten an der seit langem geschlossenen Eisenhütte in Schifflange.

Heartland

Der erste Ort war ein leerer Wasserturm in den dieses Foto entstand.

 

Unendlich weite Hallen, so groß dass man nicht von einem Ende zum anderen sieht.

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Später am Nachmittag des zweiten Tages drehten wir noch im Haus der Großmutter von David. Dort entdeckte ich etwas, das mich augenblicklich über 40 Jahre in der Zeit zurück katapultierte.

Ein Telefunken Radiowecker. Mein Bruder bekam ihn zu seiner ersten Kommunion geschenkt und ich bekam ihn im selben Jahr zu Weihnachten. Er ist an der Rückseite mit einem Batteriefach ausgestattet. Im Falle eines Stromausfalls, lief er trotzdem weiter und weckte wie gewohnt mit der Lieblingsradiostation. Er begleitete mich lange Jahre durch meine Internatszeit. Er hatte an der Seite eine Kopfhörerbuchse, die sehr nützlich war, wenn ich spät abends Radio hören wollte und nicht mehr durfte, weil ich ja schlafen sollte. An der Vorderseite war er mit einem Lichtsensor ausgestattet. Wenn das Licht im Zimmer ausgeschaltet wurde, dimmte sich auch die Leuchtanzeige der Uhr.

Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich ihn sogar noch in meiner ersten eigenen Wohnung. Als nach mehr als 20 Jahren die Leuchtanzeige kaputt ging, fand ich keinen mehr der so einen guten Klang hatte die der Telefunken. Es sollte lange dauern bis endlich die Internet Radiowecker erfunden wurden, die eine gleichwertige Tonqualität besaßen.

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Eine Delle, ein Geburtstag & skurriler Modegeschmack

Da ich am Donnerstag Nachmittag besseres zu tun hatte, (ich musste sonnenbräunen und im Freibecken planschen) musste ich am Freitag Nachmittag mein ganzes Arbeitsmaterial vom Theater zurück fahren. Und so kam es, dass mir jemand, mitten auf dem Pont Adolphe, während der Rush Hour, auf die hintere Stoßstange knallte. Resultat: eine Delle. Ich war sehr sauer.

Delle

Am Samstag abend wurde ich spontan zu einem Geburtstag eingeladen. Die T. wurde 50. Es war eine schöne Feier in einem wundervollen Garten mit Rosenbüschen.

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Am Samstag Morgen auf dem Wochenmarkt entdeckte ich diese skurrile Modeerscheinung. Aua!

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Das war alles vor Pfingsten. Über die Feiertage hinweg stehe ich seit 4 Jahren mal wieder auf einem Filmset. Aber davon berichte ich am Dienstag.

 

Freibad? In Luxemburg Stadt? Nicht so richtig!

Wer schon etwas länger hier mitliest weiß, ich liebe meine Stadt heiß und innig. Doch ein Mackel hat sie. Man hat hier sehr wohl eine schöne Auswahl an Schwimmbädern. Die Badeanstalt in der Oberstadt z.B., mit Saunabereich und Masseur und diversen Whirlpools. (Obwohl das Bad zur Zeit für einige Wochen wegen Renovierungen geschlossen hat) Das Olympia Bad, das nur wegen seiner olympischen Ausmaße den Namen trägt. (Olympiade gab es noch keine in Luxemburg) Dann gibt es eins Bad in Bonnevoie, mit der gleichen Ausstattung. Und es gibt noch ein kleineres Becken im Val St.-Croix, das aber nur am Wochenende fürs Publikum geöffnet ist.

Was fehlt ist ein schönes großes Freibecken. Und jetzt höre ich schon manche schreien, dass es doch ein Becken in Dommeldange gibt. Stimmt. Es gibt eins aber das ist in privater Hand und an ein Hotel angeschlossen. Man kann es von Juni bis August besuchen. Zudem ist es nicht besonders groß und an Wochenenden ziemlich überfüllt.

Es fehlt ein richtig öffentliches Freibad. Oder warum nicht ein Schwimmteich der ganzjährig geöffnet ist? Letztens las ich von einem solchen in London, bei Journelle im Blog, und war ganz begeistert davon. Ich weiß sogar, dass in meiner alten Heimat ein Schwimmteich/see angedacht war/wird/wurde. Warum also nicht in der Hauptstadt?

Doch ich will JETZT in ein Freibecken, möglichst für mich alleine und ohne schreiende Kinder. Und dann ist es schön wenn man Freunde hat, die ein solches besitzen.

Wenn ihr also wissen wollt was ich gestern den ganzen Nachmittag gemacht habe,…

Freibad

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Links, zwei, drei, vier! Links!

Mit sehr viel Liebe gesteht Katharina Seieser ihre Schwäche zum Toast Hawaii. Beim Lesen kamen augenblicklich alte Bilder einer WG in Trier hoch, zu der ich für einen Spieleabend eingeladen war. Zwischendurch gab Toast Hawaii den ich als so gerade noch essbar empfand, aber nicht unbedingt noch einmal haben müsste. Doch nach Katharinas Bericht werde ich dem Klassiker noch einmal eine Chance geben.

toast hawaii – (m)ein rezept

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Via Anke Gröner den Bericht vom Guardian Me and my penis: 100 men reveal it all entdeckt.  Sehr lesenswert. Ach ja, wer keine Penisse sehen mag, sollte die Seite nicht anklicken. Es gibt sehr viele in allen Formen, Größen und Farben zu sehen.

A lot more men feel a sense of shame or anxiety about their size, or an aspect of their performance, than I ( the author) would have thought. What really moved me is how much that shame and inadequacy had bled into different parts of their life.

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Die Kaltmamsell verlinkte einen höchst kuriosen Artikel über Trump. Anhand von Interviews sieht man, dass er sich früher viel besser und gewählter ausdrücken konnte, als heute. Die Schlussfolgerung wäre eine langsam fortschreitende Demenz (und glaubt mir, darin kenne ich mich aus, denn meine Tante Gritty litt daran)

Trump wasn’t always so linguistically challenged. What could explain the change?

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Absolutely Fabrice

Fabrice

Das hier wird ein etwas längerer Beitrag werden. Ich hatte ihn schon teilweise geschrieben bevor ich nach Berlin musste.

Es fiel mir am Mittwoch Abend auf, dass ich noch nie etwas über Fabrice geschrieben habe. Dabei kenne ich ihn schon so lange und zähle ihn zu meinen besten Freunden.

Fabrice ist mit Leib und Seele Barmann. Seit kurzem arbeitet er in einem Restaurant, das eine kleine sehr gemütliche Bar im ersten Stock eingerichtet hat. Die Idee dahinter ist, dass man dort zuerst gemütlich sein Apérértif zu sich nimmt, um anschließend im Restaurant etwas zu verspeisen.

Man kann aber auch in der Bar bleiben und ein paar sehr leckere Tapas ordern. Es sind kleine Häppchen die aber nur den Namen nach mit den original spanischen Tapas etwas gemeinsam haben. Sie sind eher an die französische Küche angelehnt. Das Restaurant heißt „La P’tite Maison“ und befindet sich an gleicher Stelle an der sich das legendäre Opéra befand. Nun hat im ersten Stock die Bar eröffnet und hier regiert Fabrice.

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Als ich ihn vorgestern besuchte, war es wie in alten Zeiten…

Fabrice sah ich zum ersten mal in einer Bar am Boulevard Royal, Anfang der 90er, als es noch kein großes Loch und eine unendliche Baustelle war. Sehr viel später sah ich ihn dann wieder als er seiner erste eigene Bar eröffnete. Wir wurden Freunde. Ich hatte schon begonnen vom alten Beruf zum Maskenbildner umzusatteln, und ich ging regelmäßig nach den Sommervorstellungen des Kasemattentheaters dorthin. Als in der Oberstadt vom damaligen Bürgermeister entschlossen wurde, dass keine Bar mehr länger als 1:00 Uhr nachts geöffnet sein dürfte, brach es ihm finanziell das Genick und er musste schließen.

Kurze Zeit später wurde er mein Nachbar in der alten Heimat.

Es war zu einer Zeit in der ich schon länger Maskenbildner war und quasi jeden Tag in die Hauptstadt fuhr zum Arbeiten. Ich pendelte zwischen zwei Welten von der die eine nie richtig die meine gewesen war, und die andere war so nah und doch 35 km entfernt. Ich hatte zu der Zeit wenig Freunde, und die, die mir in der alten Heimat geblieben waren, sah ich kaum noch.

Und plötzlich war Fabrice da und riss mich aus meinem Alttagestrott, aus allem was trist und langweilig war. Ich lernte seine engsten Freunde kennen und er nahm mich mit zu den wildesten Partys. Und plötzlich gab es wieder, wie in meinen wilden 20ern, durchtantzte Nächte bis zum Morgengrauen. Dezente morgendliche Kater, die gepflegt werden mussten.  Ich hatte das Gefühl ich würde wieder leben.

Ich lernte einen anderen Fabrice kennen.

Ich kann mich an ein Weihnachten erinnern, an dem er in meinem Elternhaus zu Gast war. Meine Mutter war noch gesund. Die PSP Krankheit hatte schon Anlauf genommen, (wir sollten erst viel später erfahren dass es sich um diese Krankheit handelte) doch sie konnte noch alles selber regeln. Sogar Autofahren ging noch. Sie machte ihren legendären Lammbraten. Es war das letzte Mal dass sie ihn machte…

Fabrice brauchte ein paar Jahre um wieder finanziell auf die Beine zu kommen, doch er schaffte es. Es ging langsam aber sicher bergauf.

Er verhalf dem Banana’s zu neuem Glanz und plötzlich lief die Bar wieder wie geschmiert. Dort entstand das Konzept von der Bar in der Bar. Und die Bar in der Bar, für die Fabrice verantwortlich war, war an manchen Abenden besser besucht als die eigentliche Bar.

Fabrice ist überhaupt als Barmann ein Phänomen. Er hat eine treue Anhängerschaft an Freunden und Bekannten die ihm bedingungslos überall hin folgen. Es war somit kein Wunder, als die Side Bar ihn einstellte, diese plötzlich nur so brummte und jeden Abend zur Apéro Zeit gerammelt voll war. Es waren schöne Jahre und ich denke gerne an die Side Bar Zeit zurück.

Die Side Bar wurde jedoch an einen anderen Besitzer verkauft, und ab da ging stimmte die Chemie nicht mehr. Fabrice ging und die Bar schloss für lange Zeit.

An einen sehr traurigen Tag möchte ich noch erinnern, an dem ich ihm sehr dankbar bin, dass er für mich da war. Es war das Begräbnis meiner Großmutter. Als sie urplötzlich starb war ich nicht da. Ich war in Recklinghausen und mit einem Theaterstück beschäftigt. Ich fuhr noch in der gleichen Nacht zurück um alles zu regeln, doch etwas hatte ich übersehen. Als der Tag des Begräbnisses kam, hatte ich kein Lokal vorgesehen. Doch waren so viele gekommen, dass ich nach dem Gottesdienst etwas unternehmen musste. Fabrice kümmerte sich in Windeseile um alles und organisierte uns einen großen Tisch nicht all zu weit vom Krematorium entfernt in einem Restaurant. Es waren viele Freunde mitgekommen.
„Was trank Oma denn gerne?“, fragte er.
„Protwein.“
Und als die erste Runde an Getränken kam stand in der Mitte vom Tisch, ein kleines Glas Portwein und alle prosteten der Großmutter zu. Es war in mitten all der Trauer, der Tränen und der innerlichen Leere, ein Lichtstrahl der alles erhellte. Ich glaube es hätte Großmutter gefallen.

Merci Fabrice. ♥

Nachtrag zur Blitzvisite Berlin

Diese schnellen Reisen hin und her, ohne richtigen Aufenthalt, fühlen sich bisweilen doch sehr irreal an. Ich will nicht wissen wie es sich für Manager oder ähnliches anfühlt, jeden Tag in einer anderen Stadt zu sein. Im Prinzip mag ich ja reisen, aber Blitzvisiten sind beschwerlich und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck.

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Die nächtliche Fahrt zurück mit anschließender Vorstellung morgens früh, gab mir den Rest. Ich arbeitete mechanisch alle Akteure ab, die mich, Gott sei Dank ohne Groll, darauf hinwiesen, wenn ich etwas vergessen hatte. (Augenbrauen nachziehen, Schnauzer ankleben…) Und irgendwie saß gestern die Perücke von Göhring ganz leicht schief…. nun ja.

Der Rest des Tages verbrachte ich schlafend auf den Sofa und im Bett.

Daher kommen erst jetzt die versprochenen Bilder, die auf dem Weg zwischen dem Deutschen Theater und dem Augustinenhof machte. Sprayerkunst an alten Gemäuern, bisweilen sehr alte Sachen, aber immer noch schön und von einer Art, wie man sie nur in Berlin findet.

 

Folgende Fassade habe ich schon oft gesehen. Sie ist in der Oranienburgerstraße. Mit all den Bauarbeiten ringsum, riskiert jedoch bald zu verschwinden.

 

Und dann war noch diese sehr schöne verwitterte Fassade, die auf den ersten Blick ein wenig verschwommen aussieht, als wäre es ein altes Gemälde, oder ein Foto, das man mit einem Blurry Filter bearbeitet hat. Hier ist es ein „analoger“ Filter. Die Fassade ist mit einem Netz überzogen. Ganz besonders schön finde ich Löwenköpfe.

Eine nächtliche Fahrt von Berlin nach Luxemburg

Es ist 23:00 Uhr.

Das hier wird ein live Blogging durch die Nacht, weil ich nicht weiß was ich sonst tun soll.

Wir sind seit ungefähr einer Stunde unterwegs. Der Schauspieler S. und ich haben morgen um 10:00 eine Vorstellung in Luxemburg. Wir sitzen in einer sehr komfortablen Limousine die uns zurückfährt. Ich wusste ja dass mir das blühen würde und niemand vom Rest der Truppe, die in Berlin zurückgeblieben sind, beneidet uns deswegen. Aber jetzt, so wie ich hier sitze, mit freiem WLAN, Minibar und Knabberzeug, komme ich mir verdammt wichtig vor.

Mann sieht nicht viel. Es ist stockfinster draußen.

Und da es nichts zu sehen gibt werde ich mir jetzt den Rest des Hörspiels anhören, das ich auf dem Flug mach Berlin angefangen hatte.

‚Fünf tote alte Damen‘ von Hans Gruhl.

Wenn ich es aus habe und währenddessen nicht eingeschlafen bin erzähle ich euch nachher etwas darüber,,.

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2:40 Uhr

Nein, es war nicht der Gärtner. Ein etwas langatmiges Kriminalhörspiel von etwas mehr als 5 Stunden. Zumindest bin ich drangegblieben. Und jetzt versuche ich zu schlafen. Zumindest ein bisschen.

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5:30 Uhr

Vor 5 Minuten sind wir über die Grenze gefahren. Willkommen in Luxemburg. Ich habe vielleicht knappe 2 Stunden geschlafen.

Nun ja.

Später gibt es noch ein paar Fotos.

Blitzvisite im Ausland mit Panoramafotos

Das wird ein Tag in Panoramafotos und ihr dürft raten wo ich bin.

Flughafen Luxemburg

Die Gepäck Bänder eines anderen Flughafen.

Und jetzt dürfe es nicht mehr allzu daher sein.

Ich bin in Berlin. Schon wieder. Es wurde mir kurzfristig angeboten. Ich habe die Maske für ein Stück übernommen, das ich schon einmal vor 2 Jahren gemachte hatte.  Es ging alles ganz schnell und ich nicht viel Zeit zum nachdenken. Ich sagte zu.

Aber so schnell ich die Zusage machte, so schnell packte ich auch die Koffer am Freitagabend. Und als ich merkte, dass ich das doppelseitige Toupet Tape vergessen hatte wurde es eng.

Der Kryolan Laden schließt Samstags bereits um 15:00 und es war 20 Minuten vor Ladenschluss. Ich nahm kurzentschlossen ein Taxi von Mitte nach Charlottenburg, und feuerte den Fahrer quasi mit der Peitsche an.  Als zusätzliches Hindernis war die Stadt voll mit Fußballfans, was die Chose nicht erleichterte. Doch der Fahrer kannte die Straßen wie seine Westentasche und ich kam 5 Minuten vor Schließung an. Uff. Und das war mir satte 5 € Trinkgeld wert.

Die Vorstellung lief in den Kammerspielen vom Deutschen Theater. Das ist nebst der Komödie am Kuhdamm und dem Berliner Ensemble, das dritte Theater in Berlin indem ich gearbeitet habe.

Die Vorstellung lief gut und wir saßen anschließend noch im Vorhof des Theaters, wo ich dieses Panoramafoto machte.

Panoramafotos

Ein wunderschöner lauer Abend.

Für Sonntag ist noch eine Vorstellung vorgesehen. Und dann werde ich zusammen mit einem Schauspieler in einem Taxi über Nacht nach Luxemburg in Windeseile zurückgefahren, weil wir am Montag schon um 10:00 Uhr morgens eine Vorstellung haben. Ein Höllenritt also, aber davon berichte wenn ich ihn hinter mir habe.

Untergebracht bin ich im Augustinenhof, das an sich ein sehr schönes Hotel ist,mit tollem Frühstück u.s.w. aber das WLAN ist eine einzige Katastrophe. Langsam wie ein altes 56k Modem und nicht in jedem Zimmer empfangbar. Nicht zu empfehlen für datenabhängige Nomaden wie ich. Ich zahle gern etwas mehr um gutes WLAN zu haben, aber das scheint in diesem Hotel noch nicht angekommen zu sein.

Ces enfants bizarres / Crachés dehors comme par hasard*

Angeregt durch zwei sehr schöne Blogeinträge von Kitty Koma und Frau Modeste, möchte ich heute schreiben was mir aus „dieser“ Zeit in Erinnerung geblieben ist. Eines gleich vorweg. Es wird nicht schön.

Zeit

In World War II the average age of the combat soldier was twenty-six
In Vietnam he was nineteen
Paul Hardcastle- 19

Als das Lied 1985  ein Hit wurde, wurde ich im September 19.

Und wenn ich Fotos von mir aus der Zeit anschaue, (es gibt leider nicht sehr viele) sehe ich einen pickeligen Jungen, der sich immer zu dick fand und der sein Leben gerne anders gestaltet hätte. Ich war wollte tanzen, schauspielern und singen. Das alles durfte ich nicht. Ich durfte bei der Pantomimentheater Gruppe in der Schule mitmachen. Das war alles.

Irgendwie sollte nichts so kommen wie geplant. Ich sollte Krankenpfleger werden. Die ersten zwei der paramedizinischen Schuljahre hatte ich hinter mir. Doch am Ende versagte ich wegen einem Fach, das ich hasste, und von dem ich bis heute nicht einsehe, was es in den Vorjahren für einen medizinischen Pflegeberuf zu suchen hat. Mathematik. Und das nebst den Sprachen, als eines der Hauptfächer.

Ich durfte nichts bis zu dem Tag an dem es zwischen mir und meinem Vater gehörig schepperte. „Du brauchst dich nicht zu wundern wenn deine Koffer eines Tages vor der Tür stehen!“, schrie er. Ich kannte den Satz. Es war die ultimative Drohung, die ich über Jahre hinweg immer wieder gehört hatte. „Du musst dich nicht bemühen, Ende des Monats ziehe ich aus.“, entgegnete ich eiskalt. „Umso besser!, schrie er, und knallte die Zimmertür zu als er ging. Das war Mitte Oktober. Und ich war 19.

Später am Abend hörte ich durch die Tür meine Mutter wie sie weinte. Für sie war es, als ob Vater mich in den Krieg geschickt hätte.

Ich machte die Drohung wahr. Ich zog zwei Wochen später aus und machte eine Lehre als Friseur.

Ab da begann der jahrelange Kampf mit Richtungen und Dingen die sich allesamt falsch anfühlten, doch in die ich breites so verstrickt war, dass nicht zurück konnte. Es waren 13 lange Jahre, von denen ich heute nur sehr wenig weiß.

Ich suchte Fluchtwege in allen möglichen Formen. Zusätzlich zur Lehre, in der ich nur einen Hungerlohn verdiente, kellnerte ich nachts in Diskotheken bis morgens vier Uhr um dann um acht wieder im Salon zu stehen. Es war die Zeit des zu dick aufgetragenen Make-ups und der kräftigen Solariumbräune, und das war gut so. So sah man mir die Müdigkeit nicht all zu sehr an.

Es war auch die Zeit in der mein Vater und ich uns kaum noch sahen und sich unsere Vater/Sohn Beziehung in Rauch auflöste. Das was wir an Beziehung hatten, waren nur Konflikte gewesen. Als die verschwanden blieb nichts mehr übrig. Er war mein Erzeuger, mehr nicht.

Drei Jahre später nachdem ich ausgezogen war, starb er. Es war wie eine Erlösung. Ich fühlte mich frei. Und obwohl ich weiß, dass man nicht schlecht über Tote sprechen soll, kann ich nichts Gutes von ihm erzählen.

Und wenn ich heute zurückdenke, sind es immer die Momente gewesen, in denen ich mich zur Wehr gesetzt habe, in denen ich mich über Konventionen hinweg setzte, und genau das Gegenteil von dem tat was man von mir erwartete, in denen es mir anschließend besser ging.

*Die Überschrift ist aus dem Lied „Christine“ von Christine And The Queens

Und hier auch das Video von Paul Hardcastle „19“

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Von Blumen, Vorstellungen und geschlossenen Läden

Blumen

Am Samstag bei doch recht trübem Wetter ein paar Blumen au dem Wochenmarkt für die Wohnung gekauft.

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Ein Foto von der einzigen Schauspielerin gemacht die bei Ashcan dabei ist. Es ist ja ansonsten einer Männerrunde. Gintare Parulyte spielt eine Doppelrolle. Hier hat sie bereits das Make Up für die Rolle der Claire Waldorf. (aber noch keine Perücke)

Das ganze Wochenende über Vorstellungen von Ashcan gefahren, inklusive heute morgen um 10:00 Uhr für Schulklassen. Eine ungewohnte Uhrzeit für eine Vorstellung. Für gewöhnlich arbeite ich nur Abends, oder Sonntags auch mal eine Nachmittagsvorstellung. Aber 10:00 Uhr ist zu früh. Denn ich muss ja für die Maske noch früher da sein.

Heute Morgen stand übrigens ganz im Sinne des Stückes ein alter amerikanischer Jeep von 1944 vor der Tür.

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Die frühe Vorstellung verhalf mir aber zu einem freien Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein, und ich fuhr mit offenem Verdeck nach Trier. Entsetzt stellte ich fest, dass ein Geschäft, das ich sehr mochte, nicht mehr da ist.

Der Signum Store ist weg. Es ist eine der seltenen Marken die wirklich zu mir passt. Super günstig ist die Marke nicht, aber die Hemden hielten jahrelang. Erst vor kurzem habe ich ein Hemd das über 10 Jahre alt war, in Berlin entsorgt. Im Storefinder der Homepage habe ich gesehen, dass ich schon recht weit fahren muss, um eine anderen Shop zu finden der auch die Hemden hat. Und online bestelle ich keine Klamotten. Ich muss die Sachen vorab anprobieren. Sehr schade.

Auch im Schuhladen meines Vertrauens fand ich nichts was mir zusagte. Die Shoppingausbeute war ein paar neue Kissen für das Sofa und ein T-shirt.

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Und ich merke beim Schreiben der dieses Textes, dass mich die Tastatur im Stich lässt. Das ‚F‘ will nicht mehr. *seuftz*

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Fotoausbeute & Wenn zwei sich streiten freut sich…keiner

Erst mal die Bilder

streiten

Variation eines Themas. Dunkler regenverhangener Himmel mit einer Sonne, die sich immer nur ein paar Sekunden zeigte.

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Das obligate Gruppenfoto nach der Generalprobe von Ashcan. Ich stehe irgendwo ganz weit hinten.

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Ihr kennt das wenn man zwischen zwei Streithähnen sitzt.  Besser gesagt zwei Streithennen.

Die A. und die N. haben sich gefetzt. Und das, nach N.’s Meinung, nicht zu knapp. Die N. erzählte mir vor ein paar Tagen davon. Nun kenne ich die N. relativ gut und weiß, dass sie emotional  über sehr hohe Berge und durch sehr tiefe Täler fahren kann, manchmal mehr als angemessen. Ich möchte mich jetzt in kleine Details verstricken, doch hat die A. ein paar sehr unschöne Dinge gesagt, die die N. so schockiert haben, dass diese beschloss, nicht mehr mit der A. zu sprechen. Die Ausmaßen sind weitreichend, aber dazu komme ich gleich.

Die A. hingegen, klagte über die N, dass sie ihr gründlich den Kopf gewaschen hätte, hinsichtlich einer anderen Geschichte, bei der die A. eigentlich Zuspruch und Trost gebraucht hätte. Doch die N. meinte, die A. würde nur auf hohem Niveau jammern, und sie solle endlich mal wieder mit den Füßen auf den Boden der Realität zurückkommen.

Zuerst dachte ich, beide würden über den gleichen Vorfall reden, bis merkte dass es zwei verschiedene Dinge sind, und beide blenden aber jeweils einen Vorfall mir gegenüber aus. Vor allem die A. hat noch mit keinem Wort den Streit erwähnt, weswegen die N. so außer sich ist.

Nun steht demnächst eine größere Feier an. Die N. feiert ihren runden Geburtstag und hat bereits vor Monaten ihren ganzen Freundeskreis das Datum blockieren lassen. Doch sagte die N. mir auch, bei unserem letzten Zusammentreffen, dass sie nicht vor hat, die A. einzuladen.

Nun sah ich heute die A., weil sie unbedingt etwas mit mir besprechen wollte, nämlich über ein Geburtstagsgeschenk für die N. Ich habe der A. nicht gesagt, dass die N. sie ausgeladen hat. Beide sprechen ja seit einer Woche nicht miteinander. Stattdessen verwies ich auf die Schwester der N. und sie solle das auch mit ihr besprechen…

Ich bin der A. gegenüber nicht ganz ehrlich gewesen und habe das Thema elegant umschifft. Denn egal wie ich es angehe, wenn ich versuche einzugreifen, werde ich mir nur die Finger verbrennen…oder?

Codename Ashcan

Es war mit lange nicht klar ob ich etwas darüber schreiben soll, oder nicht. Wenn ich nicht selbst darin involviert wäre, wäre es leichter. Aber so ist es wieder diese Gratwanderung, die ich schon einmal hier beschrieben habe und der Grund warum ich dann meistens nichts schreibe.

Hier ist es etwas anders. Es geht um ein Stück luxemburgische Geschichte, die weitgehend unbekannt ist.

In der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges, 1945, wurden eine ganze Reihe von Nazi Größen nach Luxemburg gebracht. Sie wurden in ein Hotel in Mondorf einquartiert, das Palace Hotel, das es heute nicht mehr gibt. Das Ganze lief unter strengster Geheimhaltung der Amerikaner. Deshalb erhielt das Hotel auch einen Codenamen; Ashcan. Dort sollten die Herren während Monaten verhört werden bevor sie nach Nürenberg gebracht wurden, wo ihnen dann der Prozess gemacht wurde. Unter andrem waren dabei Hermann Göhring, Franz von Papen, Juluis Streicher, Frank Hans und viele mehr.

Nun ist aus all diesen Unterlagen die man zusammengetragen hat, ein Theaterstück entstanden, das zusätzlich von einer Filmcrew begleitet wird, zwecks eines Dokumentarfilms.

Ich habe letzte Woche die erste Durchlaufprobe gesehen. Und heute war bereits die zweite Hauptprobe. Das Stück ist keine leichte Kost. Aber es lohnt sich, da es ein Reigen grandioser Schauspieler ist.

Ashcan
Die Perücke von Göhring

Codename Ashcan im TNL

Der erste Trailer zum Dokumentarfilm und zum Theaterstück

Nachtrag: Die Premiere ist restlos ausverkauft aber für alle anderen Vorstellungen gibt es noch Karten.

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An einem Sonntag: Bettwäsche, Trauriges, ESC und ein Spaziergang

Sonntag ist Bettwäsche Tag.
Vielleicht interessiert das ja jemand.
Da ich heute den Matratzenschoner mitgewaschen habe, dauerte es länger.

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Es gibt immer wieder kleine Meldungen, die mich traurig stimmen, wie diese hier, die ich gleich am Morgen las, nachdem ich Sonntagsrätsel von Deutschlandfunk Kultur gelöst hatte:

D’Librairie Alinéa mécht zou (Die Buchhandlung Alinéa schließt endgültig)

Es ist nun leider so, dass auch ich nicht unbedingt dazu beitrage, dass es dem Buchgeschäften in Luxemburg besser gehen würde. Was ich mir in den letzten Jahren weitgehend abgewöhnt habe ist, Bücher, die ich in fester Form haben möchte, online zu kaufen. Sollte übrigens jeder tun, der ein Herz für Buchhändler hat.

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Nein, ich habe kein ESC geschaut. Vor etlichen Jahren in der alten Heimat habe ich mal live Blogging gemacht. Das übernimmt ja heute Twitter und Snapchat, und letzeres habe ich nicht. Am Morgen habe ich mir kurz das Lied von Portugal angehört, das gewonnen hat, (ich mag es nicht sonderlich). Bei der Suche auf den Link ESC 2017.org geklickt, etwas völlig anderes vorgefunden, und laut gelacht.

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Nebenbei bemerkt: Bei mir übernimmt Suche im Netz seit einer Weile schon DuckDuckGo und nur noch in ganz seltenen Fällen Google. DuckDuckGo verfolgt mich nicht, wenn ich mal eine Suche über ‚Putzfrauen umbringen‚ machen sollte.

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Mein Spaziergang führte mich, wie fast immer, durch das Petrustal. Oben ist einer von mehreren Weidenbäumen, die immer bis zum Stumpf zurückgeschnitten werden. Ich bin jedesmal entsetzt darüber, und frage mich, ob überhaupt noch mal etwas rauswächst. Ja, alle Jahre wieder.

Natürlich bin ich neugierig wie es mit den Bauarbeiten voran geht. Die blaue Brücke ist bis zur Hälfte wieder abgebaut.

Und endlich sieht man wieder den Pont Adolphe. Ich werde, wenn das Gerüst ganz weg ist, ein Foto von vor ein paar Jahren raussuchen und dann ein vorher/nachher Vergleich machen. Schließlich wurde die komplette Brücke ja Stein für Stein auseinander genommen, gereinigt und wieder zusammengesetzt. Da sollte man schon einen Unterschied sehen.

Jetzt sieht man auch endlich die ominös angekündigte Brücke unter der Brücke die aber noch nicht geöffnet ist, und die ich mir spektakulärer vorstellt habe.

Hier ein Foto der Sankt Quirin Kapelle, die sich fest an den Felsen schmiegt und von weiten sehr malerisch aussieht. Aus der Nähe betrachtet, ist es aber eine Ruine. Schade eigentlich. Sie ist übrigens auch ein Pokéstop. Das habe ich durch das ganze Tal hindurch gespielt, und jede Menge Pokémon gefangen inklusive drei neue Tierchen die ich noch nicht hatte.

Als ich dann zum Minigolfplatz kam, änderte sich das Wetter schlagartig.

Der Wind peitschte plötzlich durch die Bäume und ein gewaltiger Wolkenbruch ging hernieder. Ich war heilfroh dass ich bis zum Golfplatz geschafft hatte und mich dort unterstellen konnte, denn ich hatte keinen Schirm mit. Es dauerte gute zehn Minuten und es war wieder vorbei. Als ich dann Minuten später mit Aufzug oben beim Gericht wieder herauskam, schien schon wieder die Sonne.

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Die Tage nach re: & Donnerwolken

Ein bedrohlicher Himmel mit Donnerwolken über der Stadt.

Donnerwolken
© by C.
© by C.

Beide Fotos machte die C. von Limpertsberg aus.

Bei mir vorm Fenster sah es vor einer halben Stunde noch trüber aus.

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Eine sehr unangenehmes Ereignis widerfuhr mir, als ich ziemlich müde gegen 10 Uhr Abends endlich vor meiner Haustür stand.
Der letzte Tag in Berlin war sehr gemütlich gewesen. Ein bisschen herum gewandert, einen Bekannten zum Kaffee getroffen, auf Terrassen gesessen und den letzten New Yorker ausgelesen. Der Flieger war auf die Minute pünktlich.

Doch dann stand ich vor der Wohnungstür und der Schlüssel dreht sich nicht im Schloss. Ich wusste augenblicklich was passiert war. Während meiner Abwesenheit war die Putzfrau hier. Sie hatten den zweiten Wohnungsschlüssel innen nicht ganz eingesteckt sondern nur zur Hälfte und man kann den Schlüssel auf der anderen Seite dann nicht mehr drehen. Alles Wehklagen half nicht. Ich musste einen Schlüsselnotdienst rufen. Es kostete mich satte 200 Euro.
Himmel war ich sauer!
Wäre die Putzfrau dagewesen, ich hätte sie in der Luft zerrissen!

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Neues von der Weizenfront:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es der Weizen und vor allem die Hefe ist, die ich nicht vertrage. Auf der re:pbulica hatte ich am letzten Tag ein Teller Spagetti verdrückt. Schlecht wurde mir nicht, aber ich flatulierte und rülpste den ganzen Nachmittag vor mich hin. Am Tag der Abreise hatte ich weiter nichts gegessen als morgens zum Frühstück ein Schüssel Joghurt mit frischen Früchten, und als ich im Flieger saß, hatte ich dann doch ziemlich Hunger. Ich hoffte auf ein bisschen Obst, doch es gab ein Sandwich wahlweise mit Schinken oder Käse. Ich nahm das Schinkensandwich. Als ich dann später nach der Schlüsselhavarie zu Hause war, ging das Gegrummel im Bauch los und mir wurde schlecht. Das bestärkt mich in der Annahme, dass es auch die Hefe sein muss, die mir zu schaffen macht.
Ich werde weiter testen.

re:publica Tag3

Nicht so gut geschlafen wie ich es mir gewünscht hätte.

Als ich am Frühstückstisch die Vortragsliste für den dritten Tag durchsah, viel mir auf den großen Bühnen nichts auf was mir zugesagt hätte, außer:
“My God; what if’…!” – Science Fiction ist Geisteshaltung von Katja Böhne.

Katja ist seit etlichen Jahren für Marketing und Kommunikation bei der Frankfurter Buchmesse verantwortlich. Was mich an ihr so faszinierte war ihre Aufgeregtheit und dass sie über ihr privates absolutes Lieblingsthema sprechen durfte. Es war ein bisschen ein Gathering von SciFi Nerds und alle hatten (ich inklusive) Dauergrinsen im Gesicht. Das ist übrigens ein Thema was ich noch nie verblogt habe, ich und SciFi…. Kommt noch…

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Strategies for Critical Internet Cultures in the Age of Trump von Geert Lovink

Der Vortrag dauerte eine halbe Stunde und war etwas zu sehr, eine Werbeveranstaltung für ein Lab in Amsterdam. Obwohl Herr Lovink durchaus die richtigen Prognosen stellte, wie z. b. dass das Zeitalter in dem wird den Content bei Facebook und Google mit unseren gesammelten Daten bezahlen, bald vorbei sein wird, so verriet er nur sehr wenig an was das Lab für die Zukunft bastelt. Eine Idee fand ich gut und das war ein neues soziales Netzwerk, das auf Peer to Peer Basis läuft…

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Notes from an Emergency von Maciej Ceglowski

Wie geht es weiter, jetzt nach Brexit und Trump? Das war einer der Fragen viel und oft gestellt wurden. Was Herr Ceglowski sehr schön aufzeigte waren die Zusammenhänge der Globalplayer wie Google und Co. und wie wenig sich eigentlich gewehrt haben, als Trump mit seiner restriktiven Einwanderungspolitik kam. Es war einer der klügsten Beiträge der #rp17 und sein Schlusswort war: regulate, regulate, regulate.

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A Robot Psychiatrist and a Battle-Robot builder walk into a bar- and talk mit Lisa Winter und Joanne Pransky als Roboter.

 

Sehr schönes Zwiegespräch zwischen Berlin und L.A. in dem der Robter die junge Frau Lisa interviewte die seit ihrem 10. Lebensjahr Kampfroboter baut.

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Your Pictures are Looking at You… von Trevor Paglen.

Das war eine der beängstigsten Vorträge und ich brauchte danach eine Pause. Herr Paglen, seines Zeichens Fotokünstler, erklärte, wie man es fertiggebracht hat, dass Computer Gesichter wiedererkennen und dass wir die Bilder nicht ansehen sondern sie uns. Denn die meisten Bilder die irgendwo von einer Überwachungskamera aufgenommen werden, werden nicht mehr von Menschen gesichtet sondern von Maschinen.  Es ist gut dass es hier in Europa noch eine Gesetzgebung gibt, die es verbietet und das hoffentlich noch sehr lange, sich diese  öffentlichen Bilder per Maschine zu Nutze zu machen.
Und jetzt wo ich darüber nachdenke läuft es mir immer noch kalt über den Rücken.

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Ich wanderte durch die Halle in der die Stände aller Couleur standen, dort wo ich das Foto mit der Maus und Trump machte. Eine Mitarbeiterin von Terre des Hommes animierte mich zu einer Challenge, und ich sollte doch eine aus dem großen Glas ziehen. Auf dem Zettel stand ich solle für 10€ sammelen und dafür ein Kinderlied singen, und an Facebook senden. Ich machte den Spaß mit, und wir bekamen tatsächlich 10 Euro zusammen. Also gab ich ihr mein Smartphone in die Hand und sie sollte mich dann filmen. Ich sang aus voller Seele ein luxemburgisches Kinderlied. Ich versprach dass ich es online stellen würde. Als ich dann später das Handy checkte war NICHTS aufgenommen.
Tja, ich hätte es ja gerne gepostet aber die Dame hat nicht aufs rote Knöpfchen gedrückt… *sagte er und  wischte die Schweißperlen von der Stirn*  Das ist soooo schade, denn ihr werdet es nie zu hören bekommen.

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Und dann kam das hier, von dem mir alle gesagt hatten, dass ich den Vortrag auf keinen Fall verpassen soll.

Update: Die Kunst des Liebens von Felix Schwenzel. Es ging um das berühmte Buch von Erich Fromm, das ich in einer Zeit las, als ich nicht einmal die Hälfte davon verstand.

Und das habe ich ich anschließend getwittert.

Selbstsucht≠Selbstliebe

Genau der Satz traf mich so sehr und wühlte alte vergessene Dinge so sehr in mir auf, dass ich noch eine Weile brauchte bis ich wieder klar denken konnte.

Denn gleich anschließend folgte die Abschlusszeremonie.

 

Fazit: Ich bin sehr froh hier gewesen zu sein. Und in Gegensatz zum letzten Mal, wo ich völlig überfordert war und absolut nicht vorbereitet, weil ich keine Ahnung hatte wie groß das Angebot ist, so konnte ich dieses Mal die re:publica richtig genießen. Ich habe viele neue BlogerInnen kennengelernt, manche davon lese ich schon seit Jahren und war froh sie endlich mal persönlich kennenzulernen. Und wenn es terminlich irgendwie machbar ist, gehe ich nächstes Jahr wieder hin.

Zwei Vorträge habe ich nicht verbloggt. Einer davon war ein total Reinfall,  und das von Herr Häusler selbst, dem Erfinder re:publica, und ich hätte dafür lieber etwas anderes gesehen. Ein anderer war über eine Stadt in China, bei ich den Kopf so weit abgeschaltet hatte, dass ich nicht einmal die Hälfte mitbekam.

Wenn ihr eine andere Sicht der Dinge haben wollt, schaut einfach bei der Kaltmamsell vorbei, sie hat nämlich die beiden letzten Tage andere Vorträge besucht als ich. Es gibt nicht viele Überschneidungen.

In den nächsten Tagen versuche ich so viele Beiträge wie möglich zu verlinken mit den Videos.

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re:publica Tag2

11:19 Uhr

Da ich heute zwischen den einzelnen Vorträgen auch ein wenig Leerlauf habe, (weil mich da kein Thema interessiert) schreibe ich mal ein bisschen vor.

Flachsinn – über gute und schlechte Aufmerksamkeit, wie man sie bekommt, wer gewinnt und wohin alles führt.

Was für ein Titel!
Gunter Dueck referierte über Filterblasen und die Aufmerksamkeitsspanne im Netz. Fazit: Ein Shitstorm, mitunter die einzige Form die heute noch Aufmerksamkeit erregt, dauert nicht länger als 7 Minuten. Trump z.B. bedient diese Form von Kommunikation sehr gut, und hat fatalerweise damit Erfolg.
Herr Dueck hat schon eine spezielle Art und Weise sich dem Thema zu nähern. Ich hielt aber bis zum Ende durch.

Link zum Video

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13:42 Uhr

Zwischendurch etwas zum Auflockern. Ich und die Maus.

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Online Radicalisation – Myths and Reality mit Peter Neumann

Soweit einer spannendsten Vorträge, weil ich hier zum ersten mal Zusammenhänge erkannte, die mir davor nie bewusst waren. Herr Neumann recherchierte jahrelang über ISIS und wie die Radikalisation funktioniert. Was mich bei seiner Einführung erstaunte war, dass das Netzwerk und das Suchen nach Gleichgesinnten nicht anders war, als ob Liesschen Müller nach Gleichgesinnten fürs Klöppeln sucht. ISIS gebrauchte genau die gleichen online Tools wie alle anderen auch. Die Rdikalisation aber fand hauptsächlich offline statt.
Der Schlüssel dazu, und das ist in allen radikalen Gruppen, ist es dich auf einen einzigen Nenner herunterzustufen. „Du bist Moslem/Arier/Katholik und das ist alles was zählt“
Beängstigende Vorstellung.

Link zum Video

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16:47

Kleine Pause. Hunger. Tafelspitz mit Reis und Gemüse. Schmeckte gut.

 

republica

Eine etwas zu kurzer aber prägnanter Vortrag war:
The human story behind the last big scoop in tech news: Ahmed Mansoor

Er passte gut zu dem was ich davor von Peter Neumann gehört hatte, und zeigte auf wie die arabischen Emirate mit Friedensaktivisten verfahren am Beispiel Ahmed Mansoor.

Ich hatte mir diesen Vortrag aber rausgesucht weil im gleichen Saal anschließend über die europäische Digital Charta diskutiert wurde, und da Sascha Lobo mit in der Runde war, riskierte ich keinen Platz zu bekommen. So saß ich dann in der ersten Reihe.

Es gibt bereits einen Vorentwurf über den gestern und heute in anderen Gesprächsrunden diskutiert wurde, und der aus 23 Punkten besteht.

Da ich diese Runden zugunsten anderer Vorträge nicht gesehen hatte, stand ich hier ein wenig auf dem Schlauch. Diese Charta soll auf einer Art Meta Ebene, Regeln für die digitale Welt zu erstellen. Ein langes und schwieriges Thema und bevor ich da mehr darüber schreibe muss ich mich einlesen.

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Kübra Gümüşay: Die Emanzipation der Gutmenschen
Wer Kübra nicht kennt: bitte schön. Ihren Vortrag vom letzten Jahr hatte ich verpasst, konnte ihn aber hier nachholen. Er war sehr bewegend.

Ein sehr schöner Beitrag , doch die Gute spricht sehr schnell und ich hatte Mühe nicht ganz abzuschalten, denn es war inzwischen 17:30. Ich erinnere mich an ihr Schlussantwort auf eine Frage. Sie vermisst Räume in denen man nicht ständig besonnen und reflektiert sein muss, in denen man auch Fehler machen kann und nicht immer Gutmensch sein muss.

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Für mich das richtige Schlusswort des Tages, denn anschließend hatte ich genug, und fuhr zurück nach Charlottenburg wo ich auf dem Kuhdamm bei Kempinski ein Rindertartare verdrückte und eine halbe Flasche Riesling, gefolgt von einer Mousse au Chocolat.
Vom Gutmensch zum Genussmensch…

Bis morgen.

Soweit es mir möglich ist, werde ich die einzelnen Vorträge verlinken wenn ich sie als Video finde.

re:pubilca Tag 1

„Nicht mein Bett“, sagte mein Körper.  Und dementsprechend trotzig verhielt er sich auch. Ich wachte bereits kurz nach 5 Uhr auf. Also schreib ich den Beitrag vom Tag davor zu Ende.

Kurz vor 9 Uhr war ich an der Station und war sooo froh wieder hier zu sein. Ein klein wenig Schlange stehen und ich hatte mein obligates Armband, das Umhängeschlid und die Stofftasche mit sämtlichem Werbezeug.

Das Foto postete ich bereits heute morgen per Twitter und Facebook. Ich hatte mich eigentlich gar nicht mit Slogan auseinandergesetzt bis ich ihn dort auf der Treppe sah. Ich sollte ihn aber noch etwas ausführlicher später erklärt bekommen, aber dazu komm ich noch.

Wiedersehen mit der Kaltmamsell und ich lernte jede Menge neue Blogger und Leute aus dem Netz kennen.

Dabei entstand dieses Foto, ganz im Sinne von Love out Loud, obwohl ich dem richtigen Herren wahrscheinlich ein scheuern würde.

Irgendwann öffneten sich das die Türen zur Stage 1 und der Saal wurde brechend voll.

Und dann standen sie da. Tanja Haeusler, Johnny Heausler, Markus Beckedahl und Andreas Gebhard und erklärten die 11. re:publica für eröffnet.

Und dann kam der Vortrag für den das Herkommen allein sich schon gelohnt hat. Reflextion: Love out Loud von Carolin Emcke.  Ein Vortag über Liebe und Empathie, on-und offline.  Wenn ich den Vortrag als Stream finde, werde ich ihn verlinken.  (Nachtrag: hier ist er, aber leider mit englischer Voice over Übersetzung) Zum Zeitpunkt als ich das hier schrieb, gab es ihn noch nicht.

Sehr interessant auch die Diskussion über das Darknet.  Es zum einen ein Tummelplatz für Drogendealer und Waffenhändler. Auf der anderen Seite ist es ein Zufluchtsorts für Dissidenten oder kritische Journalisten die aus diktatorischen Ländern berichten. So schilderte ein Staatsanwalt Andreas May anhand von Beispielen wie die Polizei trotzdem an manche Waffen und Drogenhändler kommen. Der syrische Fotograph und Journalist Ahmad Alifaee erzählte davon, wie ihm das Darknet das Leben rettete, und er trotz allem aus dem Land berichten konnte ohne dass man ihm auf die Spur kam, bis 2011 flüchtete.

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Ich hätte nicht gedacht dass ich einmal dem größten Schachweltmeister, Menschenrechtler und Putin Kritiker Garry Kasparov begegnen würde.

Doch er war hier zu einer Diskussionsrunde „Hacking Democracy“ Macht und Propaganda im Digitalen Zeitalter. Er zeigte klipp und klar auf warum Putin eigentlich überhaupt gar keine Macht hat, und wie er mit allen möglichen Mitteln der digitalen Ära versucht Propaganda zu machen. Ich bewundere den Mann, der absolut keine Angst hat und dazu ein brillanter Redner ist.

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Anschließend machte ich Schluss, denn der Kopf wollte nicht mehr.
Morgen mehr.

Ach ja, das Umhängeschlid… hier bitte.

Zwischen Luxemburg und Berlin

Als ich aus dem Flieger stieg und das Smartphone aus dem Flugmodus herausholte, sprang sofort die Eilmeldung vom französischen Wahlergebnis aufs Display.

Uff. Aber wirklich nur Uff. Juchhu ist nicht angebracht. Wir werden sehen…

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Der Transitbereich im Flughafen Luxemburg war brechend voll als ich ankam. Ich bekam nur knapp einen Sitzplatz.

Der Flug war pünktlich und mit einem leichten Zwischenfall versehen. Ich hatte eine Frau neben mir die Flugangst hatte. Als der Flieger auf der Flugbahn an Tempo zulegte ging es los. Ihr kullerten unentwegt die Tränen hinunter und saß derart verkrampft im Sessel, dass sie später wahrscheimlich Muselkater hatte. Dabei entschuldigte sie sich beständig, sie könne nichts dagegen tun. Auf längeren Flügen würde sie Tabletten nehmen, aber bei knappen 80 Minuten Flug lohne es sich nicht. Ich beschloss sie irgendwann nicht mehr zu beachten, stöpselte die Kopfhörer ein und lauschte einem Hörbuch.

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Ich habe dieses mal in einem anderen Hotel eingecheckt, da das Hotel gegenüber dem Messegelände der re:publica lächerlich teuer ist. Fazit: ich bin in einem besseren Hotel zu einem kleineren Preis, mitten auf dem Ku’damm.

Somit war es kein Wunder dass ich noch im Reinhard’s landete um zu Abend zu essen.

Es gab Bœuf bourguignon.

Sehr lecker, aber auch sehr gut bezahlt. Nun ja. Aber preislich ist Berlin dabei aufzuholen.

 

Vorbereitungen, Befürchtungen und andere blogrelevante Dinge

Heute mal ein Kessel Buntes an Vorbereitungen…

Das Theaterstück wegen dem ich vor ein paar Tagen in Kaiserslautern war, fängt an Wellen zu schlagen in hiesigen Medien.
RTL brachte eine größere Reportage schon vorab darüber. Und hier im Quotidien.
Für mich ist das Stück soweit vorbereitet und ich warte darauf, dass es in die Endproben geht.

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Vorbereitungen

Zwischenzeitlich werde ich aber mal eben kurz nach Berlin verduften zur re:publica und bin dafür voll in den Vorbereitungen. Ich habe seit ein paar Tagen diese App mit allen Uhrzeiten und Veranstaltungen, habe auch schon ein bisschen was rausgesucht, werde es aber in Berlin mit den BloggerkollegInnen abgleichen. Ich freue mich so sehr…hach. Kann das jemand nachvollziehen? Denn in meinem Bekanntenkreis versteht das keiner so richtig.

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Was mich die letzten Tage mehr beschäftigt, ist die Präsidentenwahl in Frankreich. Alles zeigt drauf hin, dass es die Le Pen nicht werden wird, doch es wird knapp werden. Denn wenn ja, dann wird es in Europa ein Erdbeben geben… Ich hatte diesbezüglich gestern ein Termin, bei dem es weitgehend davon abhängt was jetzt in Frankreich passiert, und was ich danach zu tun gedenke. Das klingt jetzt sehr geheimnisvoll, aber mehr möchte ich darüber nicht sagen. Hier fängt sozusagen die unsichtbare Grenze an, von dem was ich im Blog preisgebe und was nicht.

Ich schweife ab…

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Was man aber im Zusammenhang mit Marine Le Pen machen kann, vorausgesetzt man ist gläubig, ist zur Muttergottes Oktave zu pilgern und eine Kerze anzünden. Deshalb möchte ich euch das Plakat zeigen, mit dem Spruch der diesjährigen Oktave, der sehr unglücklich gewählt ist. Mein Freund C. postete das auf Facebook und ich musste sehr lachen.

Wer des Luxemburgischen nicht mächtig ist, hier die Erklärung:

Zéi eraus, soll so viel heißen wie „Zieh hinaus“. Eine sehr schlechte Übersetzung ins Luxemburgische. Wenn man es etwas anders ausspricht könnte man auch sagen, „Zéí e raus“, also „Zieh ihn raus!“. Den Rest überlasse ich eurer Fantasie. Nur soviel: der erste Kommentar auf FB war, das man sich sofort an die einzige Verhütungsmethode der katholischen Kirche erinnert fühlt. Und je mehr ich drüber nachdenke, des so mehr bin ich davon überzeugt, dass es Absicht war.

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Ein kleines feines Café findet man in dem Vorhof des Alima Boures. Mir ist schleierhaft warum ich noch nicht darüber geschrieben habe, denn ich dort ziemlich häufig anzutreffen.

Das Casa del Caffé hat für meinen Geschmack den besten italienischen Kaffee der Stadt. Wenn man ihn richtig stark und schwarz mag, mit ganz viel Geschmack , dann sollte man ihn hier trinken. Zudem bieten sie kleine süße Köstlichkeiten an, die perfekt dazu passen. Die Besitzer sind sehr zuvorkommend und freundlich.

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Und jetzt geht es ans Kofferpacken.

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Ein 3. Mai in Bildern

…und ein bisschen Text.

Auf dem Weg zum Friseur meines Vertrauens ging ich an einer Kletterpflanze vorbei. So ähnlich wie Efeu aber mit Beeren. Weiß jemand was das ist?

Kann man das essen? Ich hab es nicht versucht. Ich wollte nicht während dem Haareschneiden tot umfallen.

Apropos Haareschneiden:

Währdend ich darauf warte, dass J-P hinter mir mit der anderen Kundin fertig wird, hat sich da etwas in meiner Armbeuge versteckt. Es ist der Hund des B. , ein weiterer Friseur des Ladens. Er erkennt mich inzwischen wieder und hopst gleich fröhlich an mir hoch, wenn ich in den Laden komme. Wenn er dann bis auf meinem Schoß sitzt, ist er brav wie ein Engelchen. Aber eben AUF dem Schoß.

Ich machte ein Foto einer kleinen aber sehr robusten Haarschneidemaschine von Wahl, die zudem sehr retro und schick aussieht.

Ich werde sie mir zulegen,… demnächst.

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Anschließend war wieder eine Fahrt in die alte Heimat fällig, aber dieses mal wegen der Arbeit. Das Musical, von ich schon mal an Rande berichtet hatte, geht für eine Vorstellung morgen ins Trifolion. Doch wollte ich schon heute alles vorbereiten.  Auf dem Weg dorthin, sahen die Wolken sehr düster aus.

3. Mai

Auf dem Rückweg, war mir nach Bovary zu mute aus zwei Gründen. Ich hatte Lust auf einen Apérol Spritz. Und im Bovary gibt es den besten Apérol Spritz aus ganz Luxemburg! Zum anderen fand ich heute morgen sehr zu meinem Unmut gleich zwei Ausgaben des New Yorkers im Briefkasten, die ich lesen wollte.

Wieso bekommt jedes mal nach ein paar fetten Feiertagen, wie Weihnachten oder Ostern, die Auslieferung des Magazins ein Schluckauf? Es nervt ein wenig. Passend dazu ein Spruch.

Hab ich was vergessen? Ach ja, die Frisur!

Es ist dieses mal richtig ratzekurz auf den Seiten und im Nacken.

Und das wars für den 3. Mai !