Braderie

Den Sonntag verbuchen wir unter ‚süßes Nichtstun‘ mit ein wenig Recherche für die Arbeit, ein wenig lesen, ein wenig YouTube und wenig Fernsehen.

***

Am Montag Braderie. Man könnte das als Straßenverkauf bezeichnen doch es mehr als das. In früheren Zeiten war dieser Tag gedacht um die Lager leer zu bekommen, damit die neue Winterware Platz findet. Als meine Großmutter noch das Damenbekleidungsgeschäft hatte, buchte sie jedes Jahr einen Stand auf der
Place d’Armes oder Place Guillaume und nahm sämtliche Winterware vom letzten Jahr mit um sie los zu werden.
Es ist zudem eine gute Gelegenheit um mal ein Schnäppchen zu machen in den Edelmarken die man sich sonst nicht kaufen würde. Ich war während den Friseurlehrjahren immer ganz versessen auf den Tag, das ich immer mir dann mal ein Teil von Versace, YSL, oder Gaultier zu einem sehr niedrigen Preis ergatterte, aber zu der Zeit investierte ich auch viel Geld in Kleidung.

Es war erschreckend ruhig als ich kurz gegen zehn losging. Ich wanderte ein klein wenig herum und setzte mich dann zu Namur auf die Terrasse zwecks Kaffee und Croissant. Ich kannte die Bedienung, die schon sehr viele Jahre dort arbeitet. Auch sie meinte dass es beängstigend ruhig wäre für den berüchtigten Braderie Montag.
Nun kann ich meine Beobachtungen nur von Teil der Oberstadt aus geben, im Bahnhofsviertel war ich nicht. Ich hatte zumindest damit gerechnet dass es dann doch ein paar Stände auf die Place Guillaume verschlagen würde. Nö.
Es standen ganz genau fünf Fressstände dort. Einer davon war der Metzger aus der Grand Rue, der mit dem Renert einen Deal gemacht hatte, da Küche des Renert nämlich geschlossen war.

Ich sah nach sehr langer Zeit zum ersten mal den D.D. wieder. (Ich muss den Namen so schreiben, dann weiß ich auch noch nach Jahren wer es ist)
Ich aß zu Mittag eine Portion Pommes die Käsesauce, die… nun ja…. nicht besonders schmeckte vor allem weil die Pommes nicht lange genug frittiert worden waren und die Sauce, die ganz o.k. war, machte es nicht nicht wett.

Kurz nach der Mittagsstunde ging ein mächtiger Wolkenbruch nieder.

Ich wanderte noch eine Weile danach durch die die Straßen, schaute kurz beim Optiker meines Vertrauens vorbei und verliebte mich ein wenig in ein neues Gestell.

Aber es ist noch nicht so ganz das was mir als nächstes Brillengestell vorschwebt. Ich habe da schon seit einer Weile eine gewisse Vorstellung, die ich aber nirgendwo finde.

Zuhaue machte ich mich an die Arbeit an einem Haarteil, das ich aber nicht so fertig bekomme und es muss bis morgen warten.

Am Abend schaute ich mir unter anderem eine kleine Doku über Audrey Hedburn an, vom Youtube Kanal Be Kind Rewind an:

Bei den Zwillingen

In der Nacht von einem seltsamen Mann geträumt, mit Ralonge Perrücke, aus der Zeit Ludwig XIV., der seinen Kopf nachts auf eine Katze bettet, weil die schön weich und kuschelig ist.
Nein, fragt nicht, ich habe keine Ahnung wo das nun wieder herkommt.

Zu fast einem blauem Himmel aufgewacht, nach einer sehr guten Nacht. Ich verbloggte schnell den Vortag, las ein wenig bei den Bloggerkollegen und machte mich auf zum Samstagsmarkt. Ich wollte mir noch eine Tasse Kaffee aus dem Vollautomaten ziehen, der sie standhaft verweigerte. Er wollte SOFORT einer kompletten Grundreinigung unterzogen werden. Na gut. Der Markt ja läuft nicht weg auch wenn ich erst eine Stunde später gehe.

Der Markt war sehr gut besucht. Ich sah nach mehreren Wochen die K. wieder. Doch ich musste zeitig wieder los, weil der A. mich in ein Restaurant außerhalb der Stadt eingeladen hatte.

Bei den Zwillingen gehört zur Golfanlage Beelenhaff in Junglinster. Ich kannte die Anlage überhaupt nicht, obwohl ich jahrzehntelang immer daran vorbei fuhr, weil sie auf dem Weg in die ‚alte Heimat‘ liegt.
Der A. war schon ein paar mal davor dort gewesen und war immer sehr begeistert.

Der Hof, der eher wie eine gediegene Villa aussieht, liegt mitten in der Anlage und man sieht sie von der Hauptstraße gar nicht. Man muss nicht Golfmitglied sein um im Restaurant speisen zu können und man bekommt dadurch einen guten Einblick in die Anlage die wunderschön und zugänglich ist. Vielleicht ist das auch mal in späteren Jahren ein Sport für mich. Wer weiß.

Die Speisekarte der Zwillinge könnt ihr hier einsehen. Es sind weitgehend Klassiker der französischen Küche aber ein paar asiatische Gerichte und Burger. Also nichts weltbewegendes, aber sehr gut und alles frisch.

Ich habe von den drei Gängen nur den Hauptgang abgerichtet, der sehr gut war. Ein Rindertartare von Hand geschnitten, sehr gut gewürzt mit einer ordentlichen Portion an Chillischärfe. Sehr sehr gut.

Am Nachmittag legte ich mich eine Weile hin für ein Nickerchen.

Später fing ich an die aufgenommenen Folgen der französischen Krimiserie Art of Crime anzusehen. Ich schaute mit drei Folgen der ersten Staffel an und sehr war gelangweilt, weil ich zwischendurch auch immer wieder meine Twittertimeline durchsah. Ich denke dass dass ich sie wieder von der Fernsehbox löschen werde.

***

A propos Twitter:
Dieser Tweet sorgte gestern für sehr viel Wirbel in meiner Timeline.

Ich habe mich gefragt ob sie das auch zu einer Frau mit sehr kurzen Hotpants sagt, wo der halbe Hintern raus hängt?

Regen, endlich

Ein Tag mit viel hin und her.

Meine Putzhilfe hatte sich aus Gründen schon für morgens 8 Uhr angekündigt. Ich musste mir den Wecker stellen. Da ich immer gerne verdufte wenn sie da ist, fuhr ich kurz nach 9 ins ‚Ausland‘.

Ich hatte bei Engbers ein Sakko im Internet gesichtet, das perfekt erschien. Da ich aber in punkto Kleidung nie etwas im Netz kaufe, weil ich Dinge einfach vorab anprobieren muss und will, fuhr ich diesbezüglich nach Trier. Das Teil war letztendlich nicht da, aber dafür ein anderes das mir besser gefiel als auf dem Foto im Netz. Was mich wieder darin bestärkte keine Kleidung zu im Imternet zu kaufen. Ok, ich habe mir vor ein paar Tagen die Kimonos bei Muji bestellt. Aber das auch nur weil ich die Größen und Schnitte vorab aus dem Geschäft kannte.

Ich bestellte das Sakko in meiner Größe, das ich wahrscheinlich am Dienstag abholen kann.

Wieder zurück, bekam ich Besuch vom R., mit seinem Sohn, dem kleinen acht Monate alten A. Ich hatte den R. schon lange nicht mehr gesehen. Wir diskutierten über viel berufliches, was sehr gut tat. Es eröffnete neue Perspektiven für eine wohlgemerkt immer noch unsichere Zukunft, aber es gibt ein klein wenig Hoffnung und gibt Mut. Zwischendurch verlangte der A. ein Fläschen und etwas später ein Windelwechsel, doch ansonsten war er sehr brav.

Nächster Termin war an einem Ort den ich gar nicht kannte an der Alzette, der sich jedoch fast mitten in der Stadt befindet. Dabei ist er so idyllisch, dass es einem fast die Sprache verschlägt. Über die Schläifmillen, werde ich demnächst einmal gesondert berichten.
Es war ebenfalls ein beruflicher Termin, der sich noch einmal als fruchtbar erweisen soll.

Und während wir dort draußen saßen fing es an zu tröpfeln. Da ich noch einen weiteren Termin mit dem Schriftsteller F. im Vis-à-vis ausgemacht hatte zum Apéro fuhr ich zurück ins Zentrum.

Es ging ein Wolkenbruch hernieder wie die Natur ihn schon seit Wochen bräuchte. Als ich das Auto abstellte hatte es schon wieder aufgehört. Ich setzte mich ihr die Terrasse mit den großen Sonnenschirmen und wartete auf den F.

Mit dem Regen jedoch hatte es abgekühlt und es ging kurze Zeit später noch einmal ein Wolkenbruch nieder, und es wurde ungemütlich feucht. Da ich nur eine sehr dünne Jacke an hatte, fing ich an zu frieren und fuhr nach hause.

Aus dem Familienalbum 32

Vor Wochen schon fand ich den Schuhkarton in einem Schrank, den ich dort beim Einzug die Wohnung hingestellt und dann vergessen hatte. Die Fotos in dem Karton kann ich nicht richtig zuordnen weil sie Querbeet gehen und viele davon waren mir völlig unbekannt. Dass sich in dem Karton auch Fotos von Großmutter Marie befanden, lässt mich darauf schließen, dass es wahrscheinlich eine Kiste war, die wir bei ihr in der Wohnung gefunden als sie verstarb.

Die Bilder von Großmutter Marie sind ganz besonders faszinierend weil sich auch Fotos von meinem Vater als Baby und Jugendlicher dabei befanden. Ich dachte immer dass ich keine hätte.

Links, Großmutter Marie, ihre Schwester Alice und mein Vater in Kinderwagen

Wahrscheinlich wurden alle diese Fotos vom Großvater Camille gemacht.

Dem Datum nach, das auf der Rückseite vermerkt ist, muss mein Vater da 12 oder 13 Jahre alt gewesen sein.

Termine & ELA

Ich stand verhältnismäßig spät auf. Ich hatte für das Auto einen Wellnesstag gebucht, der aber die ganze Planung über den Haufen warf. Ich fuhr pünktlich ab um den Wagen zum Waschanlage zu bringen in der er innen und außen geputzt wird. Für gewöhnlich dauert die Prozedur ungefähr zwei Stunden. Terminlich hätte das auch geklappt, doch man sagte mit dass der Wagen erst gegen 16:00 Uhr fertig sei. Mist!

Also verschob ich einen Arbeitstermin auf Freitag und ging zum Wochenmarkt. Dort sah ich den B. und die Technikerin N. (nicht zu verwechseln mit der Darwin-N.) Wir sprachen viel über unsere Arbeit bzw. unsere fehlende Arbeit. Ich sollte bereits jetzt schon an einem Projekt arbeiten, an den die N. auch beteiligt gewesen wäre was, sich aber pandemiebedingt auf 2021 verschoben hat. Mir ist es immer noch lieber dass es verschoben wird als völlig abgesagt, was mir dieses Jahr so oft untergekommen ist, dass schon nicht mehr zählen mag.

Neben den Renert steht schon seit etlichen Monaten, das Colisée leer, aus schleierhaften Gründen. Jetzt hat sich das vegane Restaurant Beet dazu entschieden dorthin zu ziehen. Wir sahen einem Kollegen der N. beim Aufhängen der Buchstaben zu.

Am Abend ein Termin im ELA den griechischen Restaurant, von dem ich schon einmal kurz hier berichtet hatte. Ich hatte einen Tisch bestellt mit den Damen der 90er ( eine davon befindet sich auf Reisen) und so waren wir nur dritt.
Fotos fehlen leider.
Es tat gut sich mal wieder austauschen zu können, auch über Privates was man sonst nicht erzählt, was einem aber auf den Magen liegt.
Ich hatte die Trambahn genommen um hinzufahren und fuhr mit dieser auch wieder zurück.

Als ich an der Place de l’Étoile ausstieg, stoplerte ich und verstauchte mir den Fuß. Aua! Ich humpelte den Rest des Weges nach hause.

Migräne

Ich hatte mir vorsichtshalber den Wecker gestellt. Es gibt ja Tage wo ich wie ein Murmeltier schlafe. Ich brauchte ihn aber nicht denn ich war lange davor wach. Also trödelte ich rum was mir dann beinah zum Verhängnis geworden wäre, denn ich hatte Covid-Test Termin.

Es war wie das letzte mal. Es ging sogar noch schneller. Mit dem Auto ranfahren, Krankenkassenkarte abscannen, Maske aus, Mund auf, Stäbchen rein, fertig. Das ganze dauerte nicht mal 5 Minuten. Anschließend fuhr ich zum Mittagstisch in dir Oberstadt zu Namur.

Mit Schinken und Salbei gefüllter Braten, Tomaten/Gemüse Mousse, und Kartoffeln. Sehr lecker.

Am Nachmittag überfiel mich eine Migräne wie ich schon sehr lange keine mehr hatte. Es waren alle klassischen Syndrome die ich kannte. Ein Gewitter im Kopf das sich langsam ausbreitet und dann über die Stirn hinweg mir langsam auf die Augen drückt bis die Sicht eingetrübt wird. Grässlich. Zudem das beständige Gefühl als ob ich mich übergeben müsste. Es half nichts. Ich hatte mir vorgenommen an einem Text zu schreiben. Stattdessen schmiss ich 2000mg Dafalgan ein und legte mich ins Bett.

Zwei Stunden später erwachte ich fast ohne Schmerzen aber das Gehirn in Watte gepackt und mit Hunger. Ich überlegte auf was ich ich Lust hätte und vor meinem geistigen Auge ein Sushi schweben. Ich erinnerte mich an den neuen Sushistand im Cactus Howald und dass die sehr lecker ausahen. Also quälte ich mich aus dem Bett und fuhr hin.

Zwischenzeitlich machte ich ein Foto vom Himmel der genauso zerrissen aussah wie mein Kopf im Inneren.

Auf dem Rückweg rief die A. an die Lust auf Apéro hatte. Ich erklärte ihr die Sachlage und dass Apéro für mich heute nicht in Frage käme. Sie kam dann bei mir vorbei. Ich spendierte ihr einen Rosé den sie mir aus den Cevennen mitgebracht hatte. Wir saßen noch eine Weile auf dem Balkon und machten aber früh Schluss.

Kimono & Links,2,3,4

Am Morgen entfuhr mir ein kleiner freudiger Jauchzer als ich den Postkasten öffnete. Hurra! Meine zwei neuen Kimonos sind da.

Von Muji zu finden hier und hier

Ich liebe die Dinger heiß und innig, seit ich den ersten in Lissabon bei Muji gekauft hatte. Sie sind super bequem und sehen nicht wie ein Jogginganzug aus, die ich noch nie mochte. Nicht einmal zu der Zeit als sie total hipp waren und so aussahen.

Sehr viel häusliches Zeug erledigt. Wäsche, Bett ab- und neu beziehen.

Dieses Wochenende, wenn wir denn keine Pandemie hätten, hätte die Schueberfouer begonnen. Ich kann nicht sagen dass mir der Rummel fehlt, aber die Schäfferallée fehlt mir dann doch. Dort waren immer all die Stände untergebracht in denen es die neuesten und heißesten Erfindungen mit denen alles im Haushalt und überhaupt das ganze Leben, viel besser funktioniert. Mit Marktschreiern die die Produkte vorführten und anpriesen, als gäbe es nichts besseres auf der Welt. Manchmal gab es sogar tatsächlich das eine oder andere Ding das richtig gut war.
So entdeckte ich zum Beispiel vor über zehn Jahren die Kochblume, die ich immer noch habe und immer noch nutze.

Im gleichen Zusammenhang, möchte ich, ich mache es fast jedes Jahr, auf diese Fotoserie im Blog hinweisen, die mich immer noch fasziniert. Die Fotos müsste ich aber noch einmal neu einscannen, weil sie, dem damaligen Blogtheme geschuldet, etwas zu klein geraten sind.

***

Ein virtueller Rundgang durch die Galerie „Am Tunnel“ der Sparkasse, zeigt zur Zeit die Malerin Gillian Warzée. Sie malt hauptsächlich großflächige Porträts oft mit Augen die dich geradewegs aus dem Bild anstarren und durch Mark und Bein gehen.
Immersion von Gilliane Warzée

***

Und folgendes Video hat eine hypnotisierende Wirkung. Man sitzt da, starrt und sabbert… Man wird innerlich zum Kuchenstück.

Ein Besuch in der ‚Alten Heimat‘

Das was in der Überschrift steht, war so nicht geplant.

Ich bloggte gemütlich den Samstag weg als ich eine SMS der V. bekam dass wir uns doch nochmal treffen sollten mit der N. bevor ich … ups, jetzt hätte beinahe etwas verraten. Wir zurrten ein Datum für nächste Woche fest.

Die V. schrieb zudem dass sie in meine alte Heimat fahren würde zur Braderie. Na, das wäre doch die Idee für einen ereignislosen Sonntagnachmittag! Also beschloss ich das gleiche zu tun.

Erstaunt stellte ich fest dass die Straßen der kleinen Stadt mit sehr viel Publikum gefüllt waren. Ich ging zu dem Herrenbekleidungsgeschäft, in dem ich früher fast alles kaufte. Als ich das Geschäft betrat, sah es leerer aus als sonst. Der Besitzer erklärte mir, dass er pandemiebedingt sehr viel Lieferprobleme hatte und eigentlich schon die Winterware haben müsste, die aber noch in weiten Teilen fehlt.

Ich setzte mich im unteren Teil der Fußgängerzone in ein Café und schaute wie früher den Leute zu die vorbei spazierten. Lange bleib ich nicht da es zu voll war.

Ich sah auch die V. die mit ihrem Stand auf dem Marktplatz stand. Sie hat schon seit seit Jahren mit Freunden zusammen das kleine Unternehmen äddi a merci gegründet, für T-Shirts mit typisch luxemburgischen Wörtern oder Sprüchen. Ich kaufte mir zwei Stück.

Der Stand selbst war neben einem brandneuen Buchladen den Quaichlecker Bichereck . Ja es gibt Menschen, die in Zeiten wie diesen und allen Widrigkeiten zum trotz, ihren Traum leben und einen Buchladen eröffnen! Das Lokal selbst war sehr lange Zeit eine Apotheke, anschließend ein Kleiderladen und dann sehr sehr lange geschlossen.

Ich fuhr zurück.
Meine Stippvisiten in der alten Heimat sind ja spärlich gesät über das ganze Jahr. Ich hatte oft hier berichtet wie enttäuscht ich war, wenn ich wieder dort war und dass das Leben langsam aus der Stadt, die einst eine Touristenhochburg und gern gewähltes Ausflugsziel war, immer mehr entwich.
Doch es tut sich langsam was.

***


Der Bericht über das Dinner mit dem Chefkoch, über den ich ja am selben Tag hier etwas geschrieben hatte, ist jetzt auch online ohne Paywall in der Revue zu lesen.
Ein Chefkoch für zuhause.

Samstagsmarkt, Dogsitting & Bovary

Eigentlich will ich das gar nicht schreiben und mache es jetzt trotzdem.
Kennt ihr das Gefühl nach einem gewaltigen Klogang, dass ihr euch wie neugeboren fühlt, als ob ihr mit einem Sch…., alles Böse und Schlechte mitunter sogar schlechte Laune und Gedanken die Kloschüssel hinuntergespült habt?
Genau so fing mein Tag bereits kurz nach 7:00 Uhr an obwohl ich schon gegen 5:00 hellwach war.

Vorgestern bereits erhielt ich per Post eine weitere Aufforderung mich testen zu lassen. Also taktete ich nach dem Bloggen gleich mal den Termin per Internet ein für nächste Woche Dienstag. Das ganze System funktioniert übrigens einwandfrei und ich hatte schon einmal ausführlicher darüber berichtet.

Dusche, anziehen und mit der A. (nicht der D. , die verweilt zur Zeit in St. Jean) auf den Samstagsmarkt, der sehr belebt war. Die A. war nicht alleine sondern hatte jemand auf vier Pfoten mitgebracht.

Sie hatte ihrer Tante versprochen dass sie sich am Wochenende um ihren Hund kümmern würde.

Anschließend trennten sich unsere Wege weil die A. anderweitig Termine hatte und ich trottete wieder nach hause. Unterwegs kam ich am Chrono Stock vorbei, einer belgischen Pop-up Kette die sich auf kleine Haushaltsgeräte und Deko spezialisiert hat. Im Schaufenster sah ich einen Reiskocher und Dampfgarer von Moulinex. Da mein kleiner Reiskocher, den ich schon vor Jahren gekauft hatte von Anfang an eine Enttäuschung war, weil die Dampfdüse im Deckel keinen Dampf ablässt, sondern kochend heißes Wasser durch die halbe Küche spuckt, war das hier die Gelegenheit.

Am frühen Nachmittag Termin beim Friseur. Dieser staunte nicht schlecht als ich ankam und er die Wolle auf meinem Kopf sah. Dabei waren es nur drei Wochen und zwei Tage seit meinem letzten Besuch.
Jetzt sieht das wieder schick aus und ich buchte gleich den nächsten und übernächsten Termin.

Für den Abend musste ich ein wenig herum telefonieren, da man ja nirgendwohin kann ohne Voranmeldung. Spontan sich etwas vornehmen ist zur Zeit recht schwierig. Die A. und ich wollten eigentlich den kleinen geheimen Ort besuchen, von dem ich ihr bereits vorgeschwärmt hatte. aber das Wetter sah nicht ganz beständig aus. Zudem wollten wir richtig speisen, was man dort nur bedingt kann. Im Bovary bekam ich einen Tisch.
Zu essen gab es für mich asiatische Nudeln mit allerlei Gemüse und für die A. überbackene Auberginen, dazu eine Flasche Rosé de Provence.

Seilbahn & Buletten

Irgendwie fehlt hier ein Tag dazwischen, ich weiß. Es ist aber nichts weltbewegendes passiert das ich hätte aufschreiben müssen.

Den Vormittag, Mittag und den halben Nachmittag dem A. verbracht der extra aus der „alten Heimat“ angereist war. Wir hatten und auf einen Kaffee im Renert verabredet in den ich auch für Mittag einen Tisch bestellt hatte.
Zwischendurch machten wir einen Spaziergang durch die Stadt. Der A. kommt selten her und wenn dann nicht um zu flanieren. Also nahm ich mit ihm den schon fast traditionellen Weg mit dem Pfaffental Aufzug hinunter und am kleinen Bahnhof mit der Seilbahn wieder hoch. Dann in die Trambahn weiter bis zur neuen Staatsbibliothek um dort einen kurzen Blick hineinzuwerfen, denn besichtigen kann man sie zur Zeit nicht.

Im Renert gab es dann Mittagessen. Buletten mit Senfsoße auf Kartoffelpüree mit Salat. Irre einfach, irre lecker.

Wir redeten lange über den ganzen Papierkram der ein Todesfall in der Familie mit sich bringt und was da alles berücksichtigt werden muss. In diesem einen Fall auch noch ein sehr wahrscheinlicher Missbrauch von Schwäche, der eine gerichtliche Klage hinter sich ziehen wird.
Alles sehr schlimm…

Das Wetter war den ganzen Tag über sehr wechselhaft zwischen ein paar wenigen Regentropfen und der Sonne, die alles wieder sehr aufheizte.
Als ich später eine Weile lesend auf dem Bett lag, veränderte sich schlagartig das Licht und ich machte dieses Foto.

***

Seit Mittwoch schon hat das deutsche RKI Luxemburg von der Risikoliste genommen, das auswärtige Amt hat die restriktiven Maßnahmen aber noch nicht zurück genommen.
Nachtrag: Das hat es auch nicht müssen, dafür haben Rheinland-Pfalz und das Saarland selbst gesorgt und wir dürfen wieder ohne Negativ-Test oder Quarantäne über die Grenze.

Ein Artikel in der ‚Zeit‘ machte mich auch diesbezüglich ganz besonders fuchsig.
Achtung, hier herrscht Infektionsgefahr
Er steckt so voller Mutmaßungen, Spekulationen und wenig Fakten, dass ich der Verfasserin sehr gerne eine scheuern würde…

Aus dem Familienalbum 31

Die Tradition Kleinkinder auf dem Topf zu fotografieren. Das mag vielleicht ganz niedlich aussehen, aber wenn das heute jemand mit mir machen würde…oooooooooh!

Topftraining war im Jahre 1967 höchstes Gebot. Das wurde auch während langen Autofahrten nach Südfrankreich und dann mit der Fähre bis nach Korsika, emsig trainiert und fotografiert.
Woher die Unsitte stammt das im Foto festhalten zu müssen weiß ich nicht. Aber es scheint eine Familientradition zu sein.

Bereits 1936 (so steht zumindest auf dem Foto hinten) wurde mein Vater (dessen Geschichte ich hier aufgeschrieben habe) bei der gleichen Beschäftigung abgelichtet.

Im Kino

Ein gewitteriger Tag, mit ein paar kräftigen Regenschauern. Ich hatte schon an Tag davor mit der D. entschlossen dass wir mal wieder ins Kino gehen sollten, was wir „früher“ quasi einmal die Woche taten.

Seit der Pandemie demnach zum ersten mal wieder in Kino gewesen. Die Kinosäle haben schon seit mehreren Wochen geöffnet, aber das Angebot ist immer noch spärlich doch so langsam kommen die neuen Filme.

So sah ich heute The Secret Garden, die Verfilmung eines englischen Kinderbuchklassikers. Es geht um die kleine Mary die aus Indien zu ihrem Onkel nach England geschickt wird, weil ihre Eltern an Cholera verstorben sind. Dort entdeckt Mary einen geheimen Garten, der scheinbar magische Kräfte besitzt.

Es ist eine opulente Verfilmung die viele CGI Effekte zu Hilfe holt. Doch sind sie aber nur zweitrangig. Die kleine Mary gespielt von Dixie Egerickx ist richtig gut in der Rolle und Colin Firth als ihr Onkel, kalt und distanziert, hätte keine bessere Wahl sein können. Ein Film den man Kindergedöns abtun könnte, doch er ist mehr als das.
Es ist Film der Mut macht und Hoffnung gibt in schlechten Zeiten wie diesen.

Sonntag & Montag

Ich hätte für den Sonntagspost noch einmal ein Hitzefrei senden können wie schon vor ein paar Tagen. Es war so heiß und feucht den ganzen Tag, dass ich zu nichts fähig war.
Erst in der Nacht zu Montag regnete es und es kühlte es endlich ab.

***

Montag morgen schwimmen mit der D. in einem fast leeren See.

Das Wasser war wärmer als die Außentemperatur, dass es sich in wie einer Badewanne anfühlte.
Wie üblich nach dem Schwimmen einen Bärenhunger gehabt, den wir in aber wieder in der Stadt bei Namur stillten mit einem „herausfordernden“ Mittagstisch. Linguine mit Salsiccia und Tomatensauce. Ich hatte ein weißes Shirt an.

Am Nachmittag ein paar häusliche Dinge erledigt und abends eine Doku über das Leben von Patrick Swayze auf Arte geschaut. Ich hätte einmal fast mit ihm gearbeitet, da der Großteil der Aussenszenen für diesen Film in Luxemburg gedreht wurden, doch ich arbeitete damals auf einem anderen Set.

Ich entdeckte ein ein paar neue Dinge auf meinem Smartphone. Es macht auch Nachtaufnahmen, bei denen man 3 Sekunden still halten muss, aber das Resultat sind spannend aus:

***

Nachtrag:
Das gibt es morgen in der Revue zu lesen. (Wahrscheinlich aber nur im Magazin selbst. Online hinter einer Paywall)

Das goldene Dingsda an der Wand kommt niemandem bekannt vor. 😉

Ausgebremste Tanzlust & Brasserie Guillaume

Es war insgesamt ein ruhiger Tag an dem ich selbstauferlegte Büroarbeit erledigte, eine Recherche hinsichtlich eine neuen Projektes anfing, obwohl ich da eigentlich noch gar nichts weiß, aber es ist immer gut sich ein paar neue Ideen zusammenzuklauben.
Fotos aus einem Schuhkarton eingescannt. Ich wusste gar dass in dem Karton so viele Fotos drin sind die ich gar nicht kannte. Unter anderen ein paar interessante Fotos von meinem Vater gefunden. Genug Stoff für die kommenden Blogposts der Familienalbum Serie für ereignislose Tage.

Am Abend Apéro im Dipso mit der D.

Ein DJ legte auf und ich hatte unbändige Lust zu tanzen. Aber gerade weil es verboten ist, ist die Lust um größer, und so wippte jeder in seinem Stuhl, oder ging-tanzte bis zur Toilette und zurück. Gute Laune bis zum Anschlag.

Ich hatte für 21:00 Uhr einen Tisch im der Brasserie Guillaume ergattert. die ja seit zwei Wochen wieder geöffnet hat.

Die Renovierung ist nach dem verheerenden Brand sehr schön geworden und man sitzt immer noch dort wie mitten in Paris. Es ist immer noch brechend voll und das jeden Abend. Und ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum.
Ok. es ist eine Institution die es schon sehr lange gibt und alles was Rang und Namen hat trifft sich dort um zu speisen. Aber die Preise sind noch irrsinniger geworden als davor. Die Gerichte, allesamt klassische Brasserie Gerichte, sind teurer als in einem Gourmet Restaurant das von Gault-Millau oder Michelin ausgezeichnet wurde.
So sehr ich das Lokal mag, aber werde ich es mir in Zukunft noch seltener gönnen.

***

Und zu der ausgebremsten Tanzlust hat Tracey Thorn eine schöne Kolumne geschrieben:
The thing I miss most is dancing: that rush of euphoria, all caught up in the thrill of the moment

Aus dem Familienalbum 30

Bevor wir zur Tagesrodung Tagesordnung übergehen habe ich eine Frage an die geschätzten Bloggerkollegen:
Hattet ihr auch das Phänomen im März /April/Mai während der Pandemie Einschränkungen, dass eure Leserzahlen in die Höhe schnellten und jetzt wieder runter gehen?

***

Heute mache ich mal was mit Hunden.

Mein Bruder Gilles

Ich hatte Raxy schon einmal vorgestellt. Sie wurde 11 oder eher 12 Jahre alt so ganz genau weiß ich das nicht. Meine Mutter hatte sie aus dem Tierasyl geholt und ich durfte mitgehen. Sie saß neben mir auf dem Rücksitz und kotze zweimal die Sitze voll. Doch bevor wir zuhause waren hatte sie alles wieder aufgefressen. Sie vertrug bis zum Schluss das Autofahren nicht. Sie war eine kleine abgemagerte Hündin als wir sie bekamen. Sie war eine vermutete Mischung aus einem Leonberger und wahrscheinlich einem kleinen Schäferhund, so ganz klar war das nie. Ich war 3 Jahre als wir sie bekamen. Meine ganze Kindheit und Jugend verbrachte ich mit ihr.

Etwas später kam ein Rüde dazu. Filou. Ein Streuner den meine Mutter in Südfrankreich gefunden hatte. Filou mochte Kinder nicht und und meinen Bruder und mich duldete er nur sehr bedingt. Er hat uns nie gebissen sondern knurrte uns nur an damit wir ihm aus dem Weg gingen. Die Fotos unten ist somit eine kleine Seltenheit, denn mein Bruder 4 oder 5 Jahre alt.

Das ist das letzte Foto von Raxy. Ich wusste das es zu Ende gehen würde. Ich war damals schon im Internat und nur am Wochenende zuhause. Ich wollte unbedingt ein letztes Foto mit ihr haben. Und ich war am Boden zerstört als sie starb.

Wiedersehen mir der A.

Ich schlief wie ein Murmeltier. Es hatte in der Nacht gut abgekühlt, die Temperaturen sanken bis auf 23 Grad. Uff. Und doch kam ich morgens nicht so richtig in die Gänge. Ich schleppte von der Küche ins Büro an den PC, zurück in die Küche, wieder zurück an den Schreibtisch…
„Et gouf kee Stèck.“

Kurz nach 10:00 rief ich die A. die gestern am späten Nachmittag erst zurück kam und nach der sechsstündigen langen Autofahrt keine Lust mehr hatte auf eine weitere Autofahrt, was ich durchaus verstehe. Ich hätte sie auch nicht.
Wir verabredeten uns in der Stadt, weil sie ihre neue Sonnenbrille abholen wollte, und ich meine Armbanduhr.
Anschließend gab es Mittagessen im Renert, die inzwischen einen neuen Koch haben der eine einfache Kost zubereitet aber dafür sehr lecker.

Da die A. am Nachmittag arbeitsmäßig schon gleich wieder ran musste, verabredeten wir uns noch einmal für den Abend. Die A. hatte ein Restaurant in Monerich ausgesucht. Naga.
Sie hatte das Naga schon mehrfach besucht mit Freundinnen und war jedes mal begeistert. Es ist ein asiatisches Fusion Restaurant, das aber sehr in zur Japansichern Küche tendiert.
Als Vorspeise hatten wir ein paar Nigiri die gewaltig groß waren, was ich im Prinzip nicht mag. Man muss man dann davon abbeißen, was nicht ohne Sauerei von statten geht. Ich habe sie lieber wenn sie etwas kleiner ausfallen und nach dem Tunken in die Soße, mit einem Happs weg sind.

Der anschließende Thunfisch auf Tataki Art, also nur einmal ganz kurz angebraten, war eine Sensation.

Auch der Nachtisch, der aussah wir ein Ziegelstein, war eine luftigleichte Schokoladenmousse mit Estragon. Eine interessante Kombi die noch nie gegessen hatte.

Restlos überfressen (kein Wunder! bei zwei Restaurants an einem Tag) fuhren wir zurück.

Zuhause packte ich die Mitbringsel aus den Cevennen aus, von denen ich mir zwei Stück gewünscht hatte.

Das eine war ein Kiste Bio Roséwein von Weinhändler auf dem Wochenmarkt, das andere war kandierter Ingwer ( der kleinen Tüte)
Sie hatte mir ebenfalls ein Glas Confiture de Gratte-Cul mitgebracht ,was wortwörtlich übersetzt „Kratz-mich-am-Hintern-Marmelade“ bedeutet. Es ist aber Hagebutten Marmelade.
Das andere war ein Glas Kastanien-Schokoladen Püree.

***

Ich kann dieser Frau oder ihrer Mutter nicht helfen, ich bin kein Experte in der Materie. Doch verstehe ich ihre Verzweiflung und ihre Hilflosigkeit:

Hier geht es zum ganzen Thread.

Kurzurlaub

Am Morgen nachdem ich den fertig gebloggt hatte, schaute ich aufs Datum. Der 12 des Monats. Na gut, 12 Fotos machen. Doch irgendwie mit der Hitze erinnerte ich mich erst wieder am Abend daran. Also gibt es heute kein 12von12 sondern lediglich 3von12.

Der Mittwochsmarkt war sehr spärlich besetzt. Ich kaufte lediglich Brot beim Eifeler Bäcker und trank ein Kaffee mit der D und der C., die sich etwas später dazugesellte. Wir tauschten wie gewöhnlich den neuesten Klatsch und Tratsch aus.

Ich brachte meine Armbanduhr zum Juwelier,für eine neune Batterie weil sie gestern plötzlich ohne Vorankündigung den Geist aufgab. Das ist ungewöhnlich, den normalerweise wenn die Batterie zur Neige geht, tickt sie nur noch alle fünf Sekunden und der Zeiger springt von Zahl zu Zahl.
Morgen kann ich sie wieder abholen, oder wenn es war ernstes ist muss sie ins Werk gesendet werden.
Somit zog ich die Uhr an die ich in Bayonne gekauft hatte

Ich finde sie zwar wunderschön doch sie ist sehr viel schwerer.

Auf den Rückweg sah ich seit langem die J. wieder. Wir hatten uns das letzte mal gesehen kurz nach den ersten Lockerungen.

Am Abend hatte ich einen Tisch in dem Lokal bestellt von dem ich letzte Woche berichtet hatte, das ein Geheimtipp ist und auch belieben soll. Ich hatte die D. und die N. samt Darwin mitgenommen unter Mordandrohungen dass sie den Ort unter keinen Umständen verraten dürfen.
Beide waren sehr gespannt.

Und beide gaben mir absolut recht.
Es war ein wunderbar lauschiger Abend mit herrlichem Wein.

Schwimmen & eine wichtige Entscheidung

Da es wie die Tage davor irrsinnig heiß war, war Schwimmen die einzig richtige Option in den Tag zu starten.

Es war seltsamerweise auch nicht so voll am See wie die Tage davor, was sehr begrüßenswert war. Das Wasser ist inzwischen fast bedewannenwarm, was ich als unangenehm empfinde. Auch die D. meinte wir sollten das nächste mal Eiswürfel mitbringen.
Zu Mittag aßen wir nebenan in Chalet. Wir verspeisten bei einen riesigen Teller Salat.

Wieder zuhause legte ich mich eine Weile hin und schlief fast volle zwei Stunden durch weil ich in der Nacht kaum geschlafen hatte, wegen der Hitze.

Als ich erwachte muss es schnell gehen, denn ich hatte einen Termin mit dem Künstlerkollektiv. Wie immer kann ich nichts drüber berichten. Aber ich traf bereits während dem Meeting eine wichtige Entscheidung die gewissermaßen einen Schlussstrich unter einen Teil meiner Vergangenheit zieht. Ich schrieb schon während dem Meeting meine Kündigung auf dem Handy vor.
Wieder zuhause, setzte ich mich noch einmal ein volle Stunde hin um alle Formulierungen der Mail zu überprüfen, rief einer Person an, der ich sehr vertraue um ihr die Mail vorzulesen und mich zu vergewissern dass ich das richtige tue.
Der Gedanke mich von dem Künstelrkollektiv zu trennen habe ich nicht erst seit gestern. Die Gründe weswegen ich ausscheide sind weitgehend die gleichen, doch gesellten sich seit der Covid Krise ein paar neue dazu, die mich in der Entscheidung bestärkten.
Ich ließ die Mail jedoch noch eine Nacht lang liegen, weil ich auch einmal darüber schlafen wollte und sehen wir es mir damit am Folgetag geht.

Und jetzt da ich dieses Posting schreibe ist die Mail bereits abgeschickt…

Schwimmen & Testessen

Fangen wir wie vorgestern mal wieder mit einem Lied an, das der F. mir an Abend davor zu hören gab.
In den Staaten wurde Never Gonna Break My Faith von Aretha Franklin neu aufgelegt und mit einem neuen Video versehen. Und wenn man die rezenten Bilder zum Text sieht, bekommt er völlig andere Bedeutung. Ich hatte Gänsehaut.

***

Am Morgen nach Remerschen schwimmen. Herrrrrrrlich. Ich wollte nicht mehr aus dem Wasser raus. Und damit ich eine Ausrede drin zu bleiben schwamm ich bis zur anderen Seite und zurück. Die D. und ich hatten ein Plätzchen gefunden wo wir ruhiger lagen als die Male davor. Und weil es so gut getan hat, morgen gleich wieder. Aber immer nur in den Morgenstunden, danach wird es zu voll.

Wieder daheim verdunkelte ich die Wohnung noch ein wenig mehr und brachte die Küche auf Vordermann.

Dann hüpfte ich noch ein letztes mal unter die Dusche bevor die Gäste kamen.

Ich wusste schon eine ganze Weile dass es heute stattfinden würde. Der J. hatte mich schon vor längerer Zeit angerufen ob ich bereit wäre bei einem Testessen anderer Art mitzumachen. Das muss man mich nicht zweimal fragen. NATÜRLICH mache ich da mit!
Ich hatte schon einmal im Blog über die Seite Cartes Blanches berichtet. Die Formel ist nicht unbedingt neu, doch daraus eine eigene Geschäftsidee zu machen die jedermann zugänglich ist, schon. Man holt den Chefkoch für einen Abend zu sich nach hause.
Der J. hatte vor drüber für eine Zeitschrift zu berichten, trommelte dafür die Testesser zusammen und ich stellte meine Küche und Wohnzimmer zur Verfügung.

Pünktlich gegen 17:30 erschien der Chefkoch. Da es der Chefkoch aus dem Grünewald ist, dessen Küche ich schon seit Jahren kenne und über die Maßen schätze, war mir klar dass es zumindest essenstechnisch ein absolutes Highlight werden würde. Kurze Zeit später erschien der J. und die Fotografin und gegen eine gute Stunde später warn auch die zwei anderen Testesser da.

Ich hatte den Tisch bereits eingedeckt.

Huch… da steht ein Fotoojektiv auf dem Tisch!

Die Menükarte:

Der Chefkoch hatte auch die Weine zu dem Menü ausgesucht.
Der Hauptgang und der Nachtisch.

Es war eine herrliche Runde:

Der J. interviewte uns alle einzeln und mehrfach während des Abends und es wurden ein paar Porträtfotos gemacht. Mehr will ich nicht darüber berichten, das lest ihr dann nächste Woche in der Revue.

Hitzepause

Sorry ihr alle. Heute fällt das Posting wegen Hitze aus.

Ich versuchte ein paar kleine Haushaltssachen zu erledigen, doch allein beim Gedanken hatte ich schon Schweissausbrüche. Das Wetter war unbarmherzig heiß und schwül und es wehte nicht das geringste Lüftchen. Sogar mit Verdunklung ist die Wohnung inzwischen auf beständiger Temperatur eines Dörrautomaten.

Morgen geht es weiter.

Der Samstag der alles wieder wett machte

Mit Rückenschmerzen aufgewacht. Kein Wunder so verwurschtelt wie ich auf dem Bett lag mit Kopfkissen und einer zerknüllten Decke.

Ich atmete tief durch, machte mir eine Tasse Kaffee und schreib den kurzen Blogeintrag von gestern, weil ich keine Lust hatte den ganzen Wust der mir im Kopf herumspuckte noch einmal heraufzubeschwören.

Let‘s begin with a song, shall we?
Ich hatte ihn zum ersten mal in Knokke gehört, als ich mit der A dort war. Hier im Radio hab ich ihn noch gar nicht gehört. Es ist mein Sommerhit dieses Jahr. Ganz laut auf den Kopfhörern durch die Stadt wippend. Die Sängerin Nomcebo Zikode hat eine atemberaubend schöne Stimme und sieht wunderschön aus.

***

Wochenmarkt.

Es war nicht so voll, wie es auf dem Foto im ersten Moment aussieht. Auf der Terrasse des Renert war es irre kalt heiß. Zum Einkaufen hatte ich nicht die geringste Lust, weil ich mich schon das ganze Zeug nach hause schleppen sah und allein bei dem Gedanken wurde mir noch heißer.

Der F. rief an, der kurz an der Terrasse vorbeigehuscht war und lud mich für den Abend ein neues Lokal zu besuchen. Er hatte einen Tisch bestellt nebenan in der Brasserie Guillaume die seit letztem Samstag wieder eröffnet hat, seit dem verheerenden Brand vor über einem Jahr.
Ich werde versuchen nächste Woche dort einen Tisch zu bekommen.

Ich kaufte noch schnell das Geschenk das ich vorgestern auf dem Blog verlost hatte und schrieb diesbezüglich auch eine SMS wegen… Nein, ich verrate es nicht, die Dame liest ja hier mit.

Wieder zuhause verdunkelte ich die Wohnung komplett. Ich las ein wenig und überlegte mir wie ich die ganze Putzerei angehen soll am Sonntag, da ich am Montag Gäste habe.

An Abend bekam ich eine SMS von F. ich könnte ihn von der Arbeit abholen für die Fahrt hinaus.

Und was dann kam, war eine so schöne und freudige Entdeckung eines Ortes, das ich fast nicht gewillt bin, viel darüber zu berichten, vor allem nicht WO es ist. Die Gaststätte hat erst seit wenigen Wochen geöffnet und ist eigentlich noch ein Geheimtipp und ich wäre froh wenn dem so bleiben würde.
Ja, ich weiß, das ist nicht fair den Besitzern gegenüber, denn die müssen ja auch von etwas leben. Sie haben einen magischen Ort geschaffen, in dem man eintaucht und sich sofort fühlt wie im Urlaub weit weg von Luxemburg, und ich habe keine Lust „Jenni a Menni“ dort vorzufinden.

Wir saßen mit F.’s Mann und seinem Neffen neben einem plätschernden Brunnen zu Füßen eines Weinberges und den Riesling den wir tranken war just von diesen Reben. Man konnte also dem Folgewein beim Wachsen zusehen, während man den Vorgänger trank.

Am Himmel entdeckte ich zwei Sterne Planeten sehr nah beieinander.

Darf ich vorstellen: Saturn und Jupiter.

Es wurde spät, sehr spät….

Freitag

Ich kann mich erinnern dass ich während dem ersten Lockdown im März und April mindestens einen richtigen Matschtag pro Woche hatte. Meistens war es der Donnerstag.

Diese Woche kündigte er sich am Donnerstag an und schlug dann so richtig am Freitag zu. Alles was zur Zeit nicht klappt, alle Unsicherheiten, alle Dinge die ich nicht regeln kann, jegliches Vertrauen in die Welt und in mich selbst, hatte sich für den Tag verabschiedet. Das fing am Morgen schon mit Alpträumen an aus denen ich schweißgebadet erwachte. Es funktionierten weder Ablenkung wie Buch oder Fernsehen noch irgendeine aktive Tätigkeit.
Auch die schwüle Hitze die ich für gewöhnlich gut vertrage, machte es nicht besser.

Also vergessen wir mal schnell den Tag und halten dieses Posting kurz.

In diesem Moment

Mit sehr viel Traurigkeit wach geworden.
An meinen Bruder gedacht, der schon so lange nicht mehr da ist.
An den M. gedacht der letztes Jahr einfach urplötzlich weg war.

* „Und wenn ich sicher bin, dass ich es nicht mehr aushalten kann, dann mache ich noch einen Moment weiter. Dann weiß ich, dass ich fähig bin, alles zu ertragen“

???

In dem Sinne hörte ich dieses Lied.

Ich fuhr zu den Baggerweihern schwimmen.

Ich fuhr eine knappe halbe Stunde später los als sonst, und das war schon fast zu spät, denn als ich ankam, war der Strand schon reichlich belegt. Ich schwamm meine Runde und fühlte mich wesentlich besser. Ich legte mich an eine völlig andere Stelle und nicht in den Schatten was mich es weniger lang aushalten ließ. Dabei entdecke ich wilde Brombeeren

Einziger Pluspunkt war, dass niemand eine Musik Beschallung ausgepackt hatte.

Wie üblich überkam mich nach dem Schimmen der große Hunger. Eigentlich hatte ich beschlossen nach Schwimmrunde zurück zu fahren und mir eventuell etwas vom Metzger mitzunehmen für den Grill. Doch es da das letzte mal so lecker gewesen war im Chalet gleich nebenan, ging ich dorthin. Und diesml machte ich Fotos:

Auf der Fahrt zurück hielt ich kurz im Supermarkt in Remich an. Es ist einer der größeren Cactus Supermärkte und ich hoffte dort ein paar Dinge zu finden die ich für gewöhnlich nicht in meinem kleinen Markt an der Ecke finde.

Am Zeitungsstand sah ich eine Frau mit ihrem kleinen Jungen von vier oder fünf Jahren. Die Mutter legte sämtliche Zeitschriften auf die Theke und der Junge legte einen Lutscher dazu.
Mutter: „Nein, es gibt jetzt nichts mehr.“
Knirps: „Doch!“
Mutter: “ NEIN! du hast schon genug Süßzeug gehabt. Leg den Lutscher wieder zurück!
Knirps: „Na gut, dann nehm ich was anderes.“
Er schnappte sich eine Packung Tuc Kekse.
Die Mutter nahem sie ihm aus der Hand und legte wieder zurück.
Mutter: „NEIN; ES REICHT JETZT! DU BEKOMMST NICHTS MEHR!“
Der Knirps stampfte mit dem Fuß auf und heulte los.
Knirps: „DU BIST GAR NICHT LIEB!“
Mutter: “ Ja, ich weiß das, und darum bin ich deine Mutter.“
Die Verkäuferin und ich konnten uns das Lachen nicht verkneifen.

***

Ach ja, die Hanky-Codes. Die habe ich auch noch mitgemacht. Das waren noch Zeiten, zumal wenn jemand sich das Tuch einfach so in die Tasche stopfte, weil er meinte dass es trendy aussieht.

***

* Und der erste der den Spruch oben kennt und weiß aus welchem Film/Buch er stammt bekommt was von mir geschenkt.

WMDEDGT im August

Einmal im Monat möchte Frau Brüllen es ganz genau wissen. Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag. Also gibt es das was ich eh jeden Tag hier schreibe nur ein wenig ausführlicher.
Alle anderen Teilnehmer findet ihr hier.

Da es ein Mittwoch war, war Mittwochsmarkt. Seit der Covid Krise lasse ich keinen der zwei Märkte (Mittwoch und Samstag) mehr aus. Sie sind nicht mehr ganz so wichtig wie zu Anfang, als die Einschränkungen bis Anschlag hochgeschraubt waren, doch sie geben mir noch immer den Rhythmus der Woche vor, denn arbeitsmäßig ist ja nicht viel.

So zog ich los. Ganz in weiß, mit einem Blumenstrauß, denn das Wetter versprach hochsommerlich heiß zu werden.

Ich traf die D. im Renert.
Ich hatte dem H. in Australien versprochen dass ich ihn anrufen würde. Melbourne hat jetzt für die nächsten 6 Wochen einen vollen Lockdown, schlimmer als der erste, mit abendlicher Ausgangssperre ab 20:00. Ich weiß wie sehr ich bei dem ersten Lockdown gelitten habe und ich glaube für ihn und seine Familie ist jede Abwechslung sehr willkommen, und sei es nur ein Videocall aus Luxemburg.
Ich rief ihn von der Terrasse des Renert aus an. Es war ein freudiges Wiedersehen, da H. auch ein paar der Gesichter neben mir kannte.

Ein Kaffee und ein Croissant

Aus dem Markt kaufte ich Obst, Gemüse und Brot und zum ersten mal Marmelade an einem anderen Stand, da meine Marmeladenfrau, ja vor einigen Wochen in Rente ging. Ich fand eine Orangenmarmelade mit Lavendel. Ich schaute auch kurz im Alima vorbei für Joghurt, Käse und Butter. Anschließend ging ich zurück.

Seit ein paar Tagen, vor allem am Dienstag als wir schwimmen waren, hatte ich gewaltige Rückenschmerzen. Es war zu einem Moment so heftig dass ich mir die Frage stellte, ob ich überhaupt Auto fahren könnte. Der ganze Schulterbereich war wie aus einem Block gegossen. Das legte sich nach dem Schwimmen ein wenig, doch ganz weg war es nicht.
Es tat heute immer noch weh. Ich beschloss also mir in der Apotheke schlichtes Aspirin zu holen, weil es das einzige Schmerzmittel ist, das bei mir in dem Moment wirkt.

Zuhause nahm ich dann eine Dosis ein legte mich kurz aufs Bett, was ein Fehler war, denn ich schlief sofort ein. Ich erwachte zwei Stunden später und es kam mir vor als ob ich eine ganze Nacht geschlafen hätte und es wäre ein neuer Morgen.

Zwischenzeitlich hatte mit die A. ein Foto von einer kleinen haarigen Knutschkugel geschickt. Bei so viel Niedlichkeit kann man doch nur schwach werden:

Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr Mitte September.

Ich hatte geplant am späten Nachmittag in die ‚Alte Heimat‘ zu fahren. Doch als ich dort ankam landete ich in mitten einer familiären Tragödie… mehr möchte aus Gründen nicht darüber erzählen.
Da ich leider nichts für niemanden tun konnte, fuhr ich wieder zurück.

Ich schrieb den Großteil dieses Postings vor und schaute mir anschließend noch zwei Folgen Umbrella Academy an.
Gegen Mitternacht zu Bett.

Ein … Tag

Die Überschrift ist ein Insider Witz, den ich aber nicht erklären kann. Nehmt ihn einfach mal so an.

Ich stand früh auf und bloggte schnell alles weg, was sich dann ob des Themas nicht so einfach erwies. Die gestrige Berufsberatung, war echt nicht einfach gewesen, da sich die Kleine sehr pubertär und daneben benahm und ich schon ein paar mal tief durchatmen musste. Im Austeilen von gepfefferten Antworten, bin ich nämlich auch nicht schlecht, doch das wäre hier nicht angebracht gewesen.

Die D. hatte Tickets fürs Schwimmen gebucht.

Wir waren heute zu dritt und lange Zeit die einzigen Gäste am hinteren Strand.

So ganz allein waren wir nicht. Gänse waren auch da, siehe Foto.

Ein Sonnenbad zum trocknen und dann stellte sich der übliche gewaltige Hunger bei uns allem ein. Den Spruch dass ich ein halbes Schwein auf Toast verdrücken könnte kommt immer noch an. Wir versuchten heute zum ersten mal das Restaurant Chalet das gleich neben dem See liegt. Die K. hatte uns schon vor Wochen einmal empfohlen es dort zu versuchen, da es höchst anständig sein soll.

Und ich muss sagen es wir nicht zum letzten Mal dass ich dort war. Die Karte ist einer französischen Brasserie nachempfunden und klassisch, aber sehr gut. Für den Hunger den wir mitgebracht hatten waren die Teller reichlich gefüllt. Fotos hatte ich keine gemacht da ich zu viele Köpfe hätte wegretuschieren müssen. aber hier gib es ein paar sehr schöne Aussichten von der Terrasse und vom Inneren.

Am Nachmittag ein paar Haushaltsarbeiten.
Ich werde nicht ersticken im Dreck wenn meine Putzfrau nicht da ist, aber was ich absolut nicht gerne mache und ich richte zur Zeit schon meine Kleidung danach, ist Bügeln. Ich kenne welche die das total entspannt und hören Podcast dabei, mich nervt es auf höchstem Niveau. Ich ziehe zur Zeit nur Zeug an das entweder gar nicht gebügelt werden muss, oder Hemden die mit dem Spezialprogramm der Waschmaschine, quasi wie gebügelt wieder herauszukommen.

Am Abend zwei Folgen der neuen zweiten Staffel, The Umbrella Academy angesehen, bei der ersten Staffel war ich schon sehr begeistert.

Eine Begegnung der anderen Art

Ich sollte für Tage wie diesen an denen wirklich nicht viel blogtaugliches passiert, mich ein wenig vorarbeiten und die Familienalbum Serie weiterführen. Aber dafür muss ich erst mal die alten Alben herauskramen die noch immer in einer Umzugskiste stehen…

Das Foto machte ich am Tag des langen Spaziergangs vom Riesenrad aus. Mein Viertel mit dem sehr spitzen Kirchturm.

Ein Ereignis hatte ich jedoch. Ich bekam gestern schon per Messenger eine Chatanfrage von einer völlig unbekannten Frau. Sie frage mich ob wir uns treffen könnten, es handele sich um ihre Tochter die unbedingt gerne „MUA“ werden möchte. Da ich solche Anfragen schon öfters hatte, auch zu der Zeit als ich noch für die Filmschaffenden auf dem Stand der Studentenmesse war, willigte ich ein.

Wir sollten uns am Nachmittag treffen und wir einigten uns auf eine Terrasse auf der Place d’Armes. Die Frau war dafür extra aus dem hohen Norden Luxemburgs mit ihrer Tochter angereist.
Die Tochter voll in der Pubertät und alles besser wissend, erklärte mir klipp und klar sie wolle MUA werden. Für alle die, die Abkürzung nicht kennen: MUA heißt MakeUp Artist. Das Mädchen ist 15.
Ich fragte sie was sie denn so fasziniere an dem Beruf.
Die Umwandlung, meinte sie und dass man nachher immer so schön aussehen würde.
Ich ahnte langsam woher der Wind weht.
Wo sie denn den Begriff MUA aufgeschnappt hätte.
Auf YouTube. Sie würde sich sehr viele Tutorials angucken und Produkttests.
Ihr Lieblings YouTuberin wäre Nikkie Tutorials.
Für Unwissende: Nikkie ist eine großen Stars der Szene und spielt inzwischen in der obersten Liga mit.
Da ich mich nicht auf eine Diskussion einlassen wollte wie toll Nikkie sei und wen sie sich noch alles ansehen soll, fragte ich sie andere Dinge.
Na ja, meinte ich, wenn sie sich so sehr für den Beruf interessiere, ob sie sich denn so selbst schminken würde und ab in ihrer Freizeit mal einen Nachmittag vor dem Spiegel verbringen würde und Sachen ausprobieren würde was sie so von Nikkie sieht. Ein Eyeliner zum Beispiel, oder mit Lidschattenfarben herumexperimentieren.
Ja, sie hätte ein paar Sachen von ihrer Mutter bekommen aber das wäre nicht das Zeug was Nikkie benutzen würde und dann würde das auch nicht so aussehen.
Ich erklärte ihr dass es gar nicht um das Zeug das Nikkie anpreist, gehen würde. Es gehe um Talent und viel Übung.
Maskenblidnerei ist ein handwerklicher und künstlerischer Beruf und das lernt man in einer Ausbildung.
Die Göre stöhnte auf, sie wolle keine Ausbildung machen, sondern das was Nikiie macht. Wenn sie so früh wie Nikkie anfangen würde (Nikkie machte tatsächlich ihre ersten Videos mit 14 Jahren) dann müsste das doch klappen.
Aha, dachte ich, es geht darum YouTuber zu werden.
Also lenkte ich mal das Gespräch darauf was es heißt YouTuber zu sein. Was man dafür alles braucht und dass man sich in Schneidprogrammen auskennen muss und so weiter.
Aber das macht Nikkie doch nicht, antwortete sie.
Ja woher die ganzen Videos denn herkommen? fragte ich.
Wer filmt das denn?
Wer schneidet das zusammen?
Und von da an wurde sie hellhörig. Uff.
Zum Glück wusste ich dass Nikkie erst vor kurzem ein Video über ihr neues Aufnahmestudio gepostet hat, das die Göre seltsamerweise nicht kannte. Ich schickte es ihr und sie schaute es sich noch an Ort und Stelle an.

Und während sie in das Video vertieft war, bedankte sich die Mutter bei mir dass ich da ein paar Dinge klar gestellt hätte, das sie nicht gekonnt hätte, da sie davon nichts versteht. Dass ich ihre Tochter dort abgeholt hätte wo es nötig gewesen wäre.

Wir diskutierten noch anschließend ein wenig über YouTube und nicht mehr über Nikkie. (Uff)
Sie will also YouTuberin werden …
Na denn, viel Glück.

Die Mutter bedankte sich noch einmal und wollte mich unbedingt zum Essen einladen, doch ich lehnte dankend ab.

Sonntag mit Spontanauftrag

Ich ging dem Morgen sehr langsam an.

Zum Frühstück gab es unter anderem Kirschtomaten aus eigenem Anbau. Jetzt hängen noch fünf Stück am Strauch, die noch reifen müssen und das wars dann auch. Insgesamt ein lohnendes Experiment, das die Aussage meiner Tante, der vordere Balkon eigene sich gut zur Tomatenzucht, bestätigte und das ich vielleicht nächstes Jahr wiederholen werde.

Ich schreib gemütlich den Blogeintrag als ich eine um Hilfe bittende SMS bekam. Ob ich kurzfristig am Nachmittag einen Job übernehmen könnte. Es würde auch nur eine Stunde dauern. Ich hatte nichts konkretes für den Nachmittag geplant, außer eventuell einer Visite in in den Rotondes, die ihre alljährlichen „congés annulés“ haben. Doch das ließ ich bleiben und gab dem Hilferuf nach. Unter Berufskollegen ist das, zumindest in Luxemburg, ein ungeschriebenes Gesetz.
Wie, wo und was genau das war, drüber muss ich schweigen.

Ich fuhr am späten Nachmittag zurück und verbrachte ihn mit der J. und der D. auf der Terrasse vom Bazaar, die zwar recht schön ist aber die Klientel ist eher von der Sorte ‚gesehen & gesehen werden‘. Das ist nicht so meins, aber andererseits umso interessanter, da man wunderbare Beobachtungsstudien am lebenden Objekt betreiben kann, was wir ausgiebig taten.

Ein bisschen Lesen ein bisschen Daddeln und ich ging früh zu Bett.

Post & Links 2,3,4

Bevor ich zum Samstagsmarkt ging, musste ich zur Post, ein Paket abholen. Das ging während dem ganzen Lockdown und danach recht gut und alle Paket wurden immer an meiner Tür abgeliefert, da ich oft zuhause war. Doch dieses hier hatte ich verpasst. Ich nahm das Auto mit, denn ich wusste dass es ein wenig klobiger sein würde.
Das Hauptpostamt befindet sich am Bahnhof und ist nicht mehr vorne im alten Accinauto Gebäude, (das vor einem Jahr so aussah) sondern zwei Straßen weiter hinten ins Viertel umgezogen, was es zu einer Herausforderung macht, dort ein Paket abzuholen zumal wenn es groß und schwer ist. Die Straße ist eng und Einbahn und es gibt kaum bis gar keine Möglichkeit dort anzuhalten. Auch der Parkplatz an dem man immer eine Stelle fand um schnell etwas in der Post abzuholen, ist mit den Buastellencontainern der Trambaustelle voll gestellt. Somit bleibt keine andere Möglichkeit, als am Bahnhof im Langzeitparkhaus. Das ist in sofern schon noch angenehm da die ersten 30 Minuten kostenlos sind, Doch auch hier musste ich die Einfahrt suchen, da sie durch die Trambaustelle kaum noch sichtbar ist. Ich will nicht wissen wie es in der Woche hier zugeht!

Der Wochenmarkt war sehr ausgedünnt und es waren noch weniger Stände da als am Mittwoch.

Ansonsten war es ein häuslicher Tag.

***

Die schon länger hier mitlesen wissen dass ich ab und an daddele und das schon seit Jahren, und es ist trotz Mediensucht etwas aus mir geworden. (Voriger Link via Kaltmamsell)
Das MMORPG Runescape, spielte ich schon in der alten Heimat. Man hat, wie in den meisten Spielen ein Avatar, den es gilt in unterschiedlichsten Skills zu leveln und man kann, ja nach Level und bestandenen Aufgaben auch Quests, also Abenteuer spielen.
Eines dieser Abenteuer, Miscellanias Thron, spielte ich vor ein paar Tagen durch. Hier geht es nicht um Kampf, sondern mit Diplomatie und Geschick den Thron zu erklimmen, der allerdings an die Bedingung gekoppelt ist, dass man die Prinzessin oder den Prinz bezirzt und heiratet.
Ich wollte die Prinzessin nicht, ich wollte den Prinzen!
Und das klappte!

„Wie geht es dir mein Liebling? Hast du meinen Vater schon überzeugt?
“ Noch nicht, mein Liebling.!

In einem späteren Dialog:

„Hallo Liebling.“
„Hallo. Hast du schon einen Priester für unsere Heirat gefunden?“

Das Quest endet damit, dass der Prinz einen Priester suchen muss. Die Hochzeitszeremonie ist nicht mehr drin. Trotzdem schön dass das Spiel es zulässt.

***

Hallo Peter,
Ich habe deine Videos vor Jahren schon auf YouTube gefunden. Gestern hast du dich nun definitiv von dort verabschiedet und genießt deinen Ruhestand. Es war schön dass du deinen erlernten Beruf als Konditor mit uns allen geteilt hast. Sehr schön fand ich immer die alten Rezepte von Kuchen und Torten die man nur noch selten in der Auslage einer Konditorei findet.
Ich wünsche dir alles Gute!

Heisser Tag

Ein klein wenig geschlaucht von gestrigen Abend aufgewacht, aber nichts was mich die Schlemmerei in der Aptikt hätte bereuen lassen.

Ich Ich fotoskalierte eine Runde und versuchte das Menü noch einmal gedanklich zusammenzukriegen.

Bis zum Abend blieb ich häuslich, da es draußen sehr heiß war.

Am Abend ein Termin mit dem J. (und der J. die aber nicht kommen konnte) im Bovary.
Es war seit langer Zeit dass wir uns einmal alleine sahen und wir diskutierten über Begebenheiten aus der Vergangenheit und über die C., die schon seit etlichen Jahren verstorben ist und eine Freundin von uns beiden war.
Man hatte uns auf der Terrasse einen Tisch in einer erweiterten Ecke gegeben, die zu Anfang noch sehr sonnig und heiß war.

Zu essen gab es Salat mit Hühnchen, Tomaten und Mozzarella und ein Rosé Piscine. ein leichter Roséwein aus der Provence auf viel Eis.

***

Ihr könnt euch erinnern, dass ich vor ein paar Tagen ein Video postete über die wahre Geschichte die hinter Moby Dick steckt? Sie kam vom YouTube Kanal Ask a Mortician, aka Catlin Doughty, die von Beruf Totengräberin ist. Auf ihrem Kanal dreht sich alles und den Tod in all seinen Formen und Farben.
Ihr könnt mich jetzt für morbid halten, aber diese Totengräberin ist großartig und sehr lustig! So fand ich heute ein Video über die viktorianische Sitte die Verstorbenen zu fotografieren. Catlin stellt eine Fotografin vor, die noch nach dem alten Prozedere Fotos auf Glas- oder Metallplatten herstellt, das mit einem irrsinnigen Aufwand verbunden ist.