Das New Chancelor Hotel in Auckland werde ich sicherlich nicht mehr als Unterkunft wählen. Das Zimmer war so an der Schwelle von Ok und Naja. Positiv war die kleine Küchenzeile, der Balkon und die Aussicht auf den Skytower. Das Frühstück aber war eine Zumutung. Ich werde zu Hause nochmal nachsehen was das extra gekostet hat.
Frühstück gab es somit an dem Morgen in einem Sierra am Hafen. Eggs Benedict.
Der C. hatte sich angeboten mich zum Flughafen zu fahren was ich dankend annahm.
Der Flug dauerte knappe 45 min. Ich sollte beim nächsten mal sehen ob es da nicht eine Zugverbindung gibt. ??? Das nächste Mal ??? Ja und das ziemlich sicher. Aber darüber schreibe ich wenn es in Planung geht.
Einchecken im Hotel und eine erste kleine Erkundung durch die Stadt. Ihr ist es um einige empfindliche Grade kälter als in Auckland. Die Runde fiel somit sehr klein aus.
Abendessen im Saigon, ein vietnamesisches Restaurant. Leider nicht so gut wie ich mir das vorgestellt hatte.
Das Huhn war fade, was ich schon recht erstaunlich fand, denn so aussehen tut es nicht.
Auckland war ganz genau ein Tag zu lang. Es ist an der Zeit dass ich morgen die Koffer packe und weiterziehe.
Was man mir schon vorab bestätigt hatte ist, dass Auckland nicht Neuseeland ist wie ich es denn jetzt die nächsten Tage kennenlernen werde.
Heute möchte ich heute noch über ein paar kleine Eigenheiten schrieben. So saß ich ja gestern im Restaurant mit dem C. und schaute auf die Speisekarte wo ich nur die Hälfte von dem Verstand was da geschrieben stand.
Chook ist chicken also Hühnchen. Dann gibt es hier Fischarten die man in unseren Breitengraden gar nicht kennt und die jedesmal googeln musste.
Ein anderes Beispiel das ich schon in Australien hörte, hier weitaus weniger, ist Brekkie für Breakfast, also Frühstück.
Eine Werbecampagne von Durex ließ mich auch staunen:
***
Am Mittag schaffte ich es dann doch zu Odettes Eatery die wieder geöffnet hatte.
Frito Misto mit einer Espelette Mayo und dazu Aubergine gegrillt mit Basilikum und ein paar frittieren Kichererbsen. Sehr gut.
Nachtisch, Berry Tart.
Ich hatte selten ein Törtchen bei dem der Mürbeteig so luftig war dass er augenblicklich im Mund zerbröselte, sich in Nichts auflöste und nur den Geschmack hinterließ. Sensationell! Doch beim Anblick des Törtchens dachte ich auch unweigerlich an das Fräulein…
Ich hätte noch ein Museum besichtigen können am Nachmittag, doch wirklich Lust dazu hatte ich nicht.
Ich flanierte noch ein wenig durch die Stadt die sich absolut nicht wie eine Millionenstadt anfühlt. Es ist alles so entspannt hier…
Den Rest des Nachmittages verbrachte ich damit schon mal vorab ein paar Besichtigungen in Wellington auszusuchen und zu buchen denn da gibt ein paar sehr schöne Sachen. Huiiiii!
Am Abend dann noch einmal zum Depot.
Ich hatte, weil es das letzte mal so gut war, noch einmal Skirt Steak.
Ein Stück Fleisch das man in Deutschland kaum kennt, Kronfleisch. In Frankreich und in Luxemburg heisst es bavette. Und die frittierten Zwiebeln sind Sünde pur.
Es gibt auch ein Kochbuch vom Restaurant, das ich wirklich gerne gekauft hätte. Aber ich habe schon eins gekauft und ich kann unmöglich noch mehr Bücher schleppen. Hier also die Daten des Buchs in der Hoffnung dass ich das bestellen kann.
Al Brown / Depot – Biography Of A Restaurant (with Recepies) 2014 / ISBN 978 177553 719 9
Ich muss morgen nicht so irre früh raus wie das letzte mal. Der Flieger geht erst um 14:00 und da es ein Inlandflug ist muss ich auch nur eine Stunde vorab da sein.
Erstaunlich und zugleich beängstigend, dass ich bis jetzt nicht einen Regentag hatte. Somit war gestern der perfekte Tag zum Wale sichten.
Ich bloggte am Morgen wie gewohnt alles weg und sichtete dabei alle Fotos durch. Die Fotos der Delfine waren sozusagen vorprogrammierte Schnappschüsse. Ich haderte ein wenig ob ich nun den Wal, denn ich nur auf Video habe, aus den endlosen Aufnahmen herausschneiden sollte und dabei noch eine weitere Stunde verbringen sollte oder nicht. Ich ließ es bleiben.
Draußen hatte der Himmel sich zugezogen und als ich loszog, fing es an zu nieseln. So einer dieser Sommernieselregen wie es sie bei uns sehr selten gibt. Sehr feine kleine Tröpfchen, aber auch sehr dicht. Meine Brille hätte Scheibenwischer gebraucht.
Ich flüchtete in ein Kaufhaus, durch das ich gestern schon einmal kurz aus reiner Neugierde hineingeschaut hatte. Es fühlt sich ein bisschen wie das KDW an aber kleiner. Das Café in der obersten Etage war gut besucht aber ich bekam Platz. Smith & Caughey‘s hat sogar in der obersten Etage Villeroy & Boch und das ‚Vieux Luxembourg’ steht dort in der Auslage.
In einem anderen kleinen Laden fand ich den bekannten Manuca Honig genau von der gleichen Marke wie ich ihn zuhause habe.
Am Abend dann ein letztes Abendessen mit den C. in Orphans Kitchen. Ein Restaurant das bei C. und seiner Freundin N. schon lange auf dem Programm stand und jetzt war meine Anwesenheit die richtige Gelegenheit das auszuprobieren. Ich habe es völlig versäumt Fotos zu machen.
Da ich seit Beginn der Reise auch wieder ein paar Fotos auf Facebook gesetzt habe, obwohl ich dort schon lange nichts mehr mache, kam heute eine Message, die mir bestätigte, warum ich Facebook wieder meiden sollte. Ich sollte doch bitte etwas über die armen verbrannten Tiere schreiben. Weder mein Blog noch meine Facebookseite sind der Ort für Berichterstattung über Themen, die von Journalisten bestens abgedeckt sind. Und wenn ich drüber schreiben würde, was ich zum Teil auch getan habe, dann über die Feuerwehrleute, die hier im Einsatz für andere ihr Leben gelassen haben. Über Menschen die bei lebendigem Leibe erstickt und verbrannt sind, weil sie nicht schnell genug waren. Über Menschen, die restlos alles verloren haben, denen nur noch Schutt und Asche als Erinnerung bleibt. Buschfeuer sind nichts Neues in Australien. Es gehen jedes Jahr sehr viele Tiere in der Wildnis daran zugrunde. Nicht nur in Australien, sondern auch in Afrika und Südamerika. Was mir sehr viel mehr Sorgen macht ist, dass diese Buschfeuer mit den Jahren immer größer werden und länger anhalten und immer größere Flächen roden. Auf der Fahrt nach Maria Island zum Ferry, bin an zahlreichen Stellen vorbeigefahren, wo man den Bäumen noch ansah, dass sie in den letzten Jahren im Feuer standen. Und das war ja in Tasmanien wo es zurzeit ruhig ist. „Aber wir haben ja kein Klimawechsel… gell ?!?!?“
So, können wir nun zur gewohnten Tagesordnung übergehen, bitte? Danke.
***
Am Morgen ging ich auf Empfehlung zu Odette, eine Frühstücksbar, die aber aus unerfindlichen Gründen geschlossen hatte. Da ich eh ein wenig getrödelt hatte mit bloggen und Blogs hinterher lesen, war es schon fast Zeit zum Waitemata Harbour zu gehen. Ich hatte eine Bootstour gebucht.
Und die Walewatching Tour war großartig. Wir sahen mehrfach Delphine und einen Brydewal.
Man erklärte uns, dass das Schiff nich nur ein Touristenboot, sondern auch ein Forschungsschiff ist. So wurde während der Fahrt der Planktongehalt des Wassers gemessen. Dazu wurde eine weiße Scheibe ins Wasser gelassen und man ließ sie soweit hinab bis sie zu dem Punkt, an dem sie nicht mehr sichtbar war. Diese Messung wird jeden Tag an der gleichen Stelle vollzogen und zeigt somit an wie die Schwankungen sind. Zudem wird die Farbe des Wasser angeschaut mithilfe einer Farbskala. Hat das Meer eine eher grünliche Farbe, ist der Planktongehalt hoch.
Und jetzt die Fotos. Ich habe ungefähr an die 200 Stück gemacht. Tiere in der freien Wildnis zu fotografieren ist auch eine Glückssache. Den Brydewal habe ich nur auf Video aber das werde ich ein andermal zusammenschneiden.
Unterwegs begegneten wir der Neuseeländischen Crew des World Sailing Cup beim Training.
Delfine schwimmen sehr gerne mit den Booten mit, nicht weil sie neugierig sind, sondern weil sie durch den Antrieb des Bootes eine Freifahrt bekommen. Sie können dann nämlich so schnell wie das Boot schwimmen, ohne sich anzustrengen. Der Wasserdruck genügt.
Die große Aufregung kam als das wir dem Wal begegneten und dieser fast neben dem Boot schwamm. Plötzlich verfärbte sich das Wasser bräunlich rot. Und dann sahen wir die Crew herumwuseln und der Kapitän bremste das Schiff ab. Es näherte sich dem Fleck im Wasser, der sich schon langsam auflöste und man nahm eine Probe davon.
Stolz zeigte man uns den Behälter:
Das ist Wahlkot. Das letzte mal dass sie eine Probe bekommen hätten wäre vor über einem halben Jahr gewesen.
Da wir sehr weit rausgefahren waren, dauerte die Rückfahrt über eine Stunde. Und das ist die Skyline der Stadt:
Am Abend dann noch einmal ins Depot. Ich hatte wieder großes Glück und bekam sofort einen Tisch, obwohl das Lokal proppenvoll war. Später fiel ich todmüde ins Bett.
Ein wunderschöner sonniger Tag. Es ist immer noch ungewohnt, dass ich mit der Heimat 12 Stunden auseinanderliege. Ich erwarte mir nämlich immer prompt Reaktionen auf Posts, doch die sehe ich dann erst am Morgen wenn ich erwache.
Ein Ausflug nach Piha schlug der C. vor. Aber gerne doch!
Google Map
Wie man auf der Karte sieht ein wenig weiter draußen.
Der Sand ist schwarz, das Meer wild und der Strand riesig.
Es war herrlich im Meer zu toben. Mit den Wellen konnte man nicht schwimmen. Wenn man ein wenig rausschwamm wurde man augenblicklich von den Lifeguards (David Hasselhof läßt grüßen) zurückgepfiffen. Und im Gegensatz zur Bondi Beach in Sydney war das Wasser hier recht frisch aber nicht so eisig kalt wie dort.
Diese Blumen werden hier auch Weihnachtsblumen genannt, denn man sieht sie nur zu dieser Zeit. Wie sie genau heißen muss ich nochmal nachfragen.
Man bestaune auch bitte das satte blau des Himmels.
Am Abend ging ich auf Empfehlung in ein richtiges Neuseeländisches Resraurant, das Depot das nur wenige Meter vom meinem Hotel entfernt liegt. Gleich vorweg, das war sehr lecker!!!
Als Appetizer unten links ein bisschen Humus, dann oben das Flanksteak mit frittierten Zwiebeln und Tomatensalat und anschließend ein Triffle mit Pflaumen. Amen.
Es war dann doch sehr spät als ich im Bett war gestern. Ich war erst kurz nach 4:00 im Bett und dementsprechend spät wach. Frühstück ließ ich ausfallen. Ich bloggte alles vom Vortag weg und ließ den Tag sehr langsam angehen. Mit dem C. hatte ich ausgemacht, dass wir zur Insel Waiheke fahren würden. Doch beim C. hatte sich eine Planänderung eingestellt und wir verschoben die Unternehmung.
Ich beschloss mir ein wenig weiter die Stadt anzusehen, da ich ja nichts weiter geplant hatte.
Denmark Design hieß ein Teil der Exponate und beschreibt ziemlich gut die Geschichte des dänischen Designs.
Sehr interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass die Dänen es sogar schon in den 50er Jahren geschafft haben mit ihrem Stil bis nach Neuseeland vorzudringen. Den Plattenspieler zum Beispiel würde ich mir sofort zulegen, wenn man ihn noch herstellt.
Ein weiterer Künstler der ausgestellt war, war Colin Mc.Cahon, dessen Kunst sehr religiös ist ohne wirklich so zu wirken. Er ist eine der Nationalgrößen, weil er versuchte zum Teil auch einheimische Kunst in seine einfließen zu lassen. Bilder hab ich keine davon gemacht, weil nicht davon mich wirklich umhaute.
Im Café der Gallery las ich folgenden Spruch und er beschreibt eigentlich ganz gut die Stimmung der Stadt und wahrscheinlich des ganzen Landes.
Dann beschloss ich mir die Sky City anzusehen. Das ist der Turm den ich von meinem Hotelzimmer aus sehe und von dem ich bereits am ersten Abend ein Foto postete. Folgendes Foto kostete mich ein wenig Überwindung.
Gleich neben dem Fenster auf dem man stehen kann, gibt es außen ein Skyjump Plattform. Man wird angeschnallt und vom Turm gestoßen… Der Absturz wird zum aus verschiedenen Winkeln gefilmt. Ich… nein… oder? Mir wird heiß und kalt wenn ich daran denke, aber irgendwie kribbelt es dann doch es zu versuchen. Ich bin ja noch ein paar Tage hier. Vom Hotelzimmer aus filmte ich einen Abflug.
Neben dem Aufreger wird einem auch die Größe der Stadt bewusst.
Wie Sydney hat die Stadt auch eine Harbour Bridge.
Und das ist mein Hotel wo ich am Morgen oder an Abend auf dem Balkon sitze:
Es sind immer wieder kleine Hügel in der Stadt zu sehen. Das sind alte Vulkane. Den Mount Eden werde ich in den nächsten Tagen besteigen.
Was mich gestern ein wenig aus dem Konzept brachte war, dass ich mein Adapter für die Steckdose in Hobart habe liegen lassen. Glücklicherweise waren Rechner und Smartphone genug aufgeladen, dass ich posten konnte und mit der Powerbank konnte ich das Smartphone noch einmal aufladen.
Also war mein erster Gang heute Morgen, nach dem Frühstück, (das bis jetzt das rudimentärste ist, was ich auf der Reise hatte) zu einem Elektrohändler. Glücklicherweise fand ich ihn sofort und ergatterte ein Teil das mich jetzt erstmal für Australien und Neuseeland rettet. In Bali werde ich ein anderes brauchen. Vielleicht werde ich fündig am Flughafen.
Da ich ziemlich nah am Hafen bin, wanderte ich erstmal dort herum. Die Ecke erinnerte mich ein wenig an Luxemburg, denn sie dröhnt vor Baustellen…
Ein Teil des Nachmittags verbrachte ich mit Aufarbeiten von unerledigten Emails. Es weiß ja nicht jeder dass ich weg bin und verschiedene Sachen dulden nun mal keinen Aufschub.
Am Abend das große Wiedersehen mit dem C. und ich lernte seine Freundin N. kennen. Wir aßen in einem Neuseeländischen Restaurant unten am Pier, das den seltsamen Namen Euro trägt.
Es gab Austern. Ich glaube das letzte mal dass ich welche hatte war in Cannes als ich noch mit dem M. zusammen war.
Scorched beef tartare, smoked egg yolk, white soy, kumara and cocoa Line-caught market fish, crab & prawn ‘nduja’, preserved cherry tomatoes, summer herbs, war auf meinem Teller und in der Mitte waren extrem leckere Slender stem broccoli, blue cheese butter, toasted hazelnuts. Dazu gab es ein Neuseeländischen Pinot Gris. Caramel semifreddo vanilla ice cream, hazelnut panna cotta, caramel popcorn
Letztes Foto ist von der Belichtung her nicht mehr ideal da es schon spät war und wir draußen saßen.
Es wurden viel alte Geschichten aus der Vergangenheit ausgegraben und wie es diesem oder jenem so gehe. Ein wunderschöner Abend.
So langsam verstehe ich George Clooney in der Rolle von Ryan Bingham im Film ‚ Up In The Air‘. Man kann sich echt daran gewöhnen.
Um drei Uhr klingelte der Wecker und wenige Sekunden später hatte ich den bestellten Weckruf. Doppelt ge… ihr wisst schon. Ein Flug nach Melbourne. Es gab ein unangenehmer Sitznachbar der unentwegt schniefte und hustete, sich aber nie die Nase putze. Ich war froh dass der Flug nur eine Stunde dauerte, denn das grunzende Nasehochziehen trieb mich beinahe in den Wahnsinn.
Von Melbourne ging aus weiter nach Auckland ohne Zwischenfall. Dreieinhalb Stunden.
Im Flieger der ein ziemlich günstiges Wifi hatte, googelte ich mir mal alles zusammen was ich gleich zu Anfang in der Stadt brauche. Ich hatte mir zwei ziemlich coole Restaurants ausgesucht, die aber alle beide jetzt nach den Feierlichkeiten ein paar Tage geschlossen haben. Ich beschloss mir das an Ort und Stelle anzusehen.
Zwischendurch meldete sich der C. den ich über 10 Jahre nicht gesehen hatte und der in Auckland wohnt. Er bot mir mich am Flughafen abzuholen. Großes Hallo am Flughafen.
Das übliche Ritual folgte dann. Im Hotel einchecken, Wäsche aussortieren, Wäsche Service anfragen.
Da mir nochmal zwei Stunden abgeknabbert wurden war es plötzlich schon spät ohne dass mir das bewußt war. Ich fand in der Nähe ein kleines Sushirestaurant.
Das ist übrigens die Aussicht von meinem Fenster.
Als ich dann zurück kam stellte ich fest dass mir der Adapter für den Stecker abhanden gekommen ist. Mist.
Meine Aussicht am Morgen vom 8. Stockwerk des Hotels.
Ich muss gestehen dass ich heute sehr faul war.
Zudem bekam ich heute mit Verspätung eine Mail, die wahrscheinlich ein ganzes Projekt samt meiner Arbeit zunichte macht. Mich macht sowas wahnsinnig wenn nicht von Anfang an klare Ansagen gemacht werden und ich fische im Trüben und kann letztendlich kann ich NICHTS von meiner Vorarbeit gebrauchen. Ich war echt stinksauer.
Aber gut. Ich bin nicht hier im mir wegen anderer Leute Dummheit den Urlaub vermiesen zu lassen.
Ich hatte mir für den letzten Tag nicht wirklich etwas vorgenommen. Da ich morgen sehr früh raus muss weil mein Flieger um 6 Uhr startet, wollte ich mir für heute kein Programm aufhalsen.
Ich gönnte mir jedoch ein schönes Abendessen im Drunken Admiral, das in Hobart eine Institution ist. Ein uriges Fischrestaurant das sehr gut besucht war. Aber ich bekam einen Platz an der Theke. Der Barman umsorgte mich perfekt.
Schwertfisch mit ein Glas Sauvignon.
Als Nachtisch ein One Legged Tom.
Als Absacker ein Espresso Martini. DAS Getränk schlechthin, das ich vor zwei Jahren hier kennen und lieben lernte und das ich mit diesem Kontinent verbinde.
Das wars vorerst mal mit Australien. Morgen geht weiter nach Neuseeland. Und jetzt beginnt das Abenteuer erst richtig, denn dort war ich noch nie.
Ich hatte mir vorgestern einen Sonnenbrand im Gesicht eingehandelt, da ich die Sonnencreme vergessen hatte. Und obwohl es kühl war, brannte die Sonne ganz schön.
Foto creme und gel
Ich kaufte mir gestern also von der gleichen Marke wie die Gesichtscreme, (von der ich inzwischen schwer überzeugt bin) das Aloevera Gel und trug mehrfach über den Tag hinweg dicke Schichten auf. Es wirkte Wunder.
So sieht mein Frühstück fast jeden Tag aus. Obst, meist Melone in verschiedenen Sorten, mit Brichermüsli und ein wenig Kelloggs Gedöns darüber gestreut damit es knuspert. English Brekkie hängt mir zurzeit zum Hals raus. Wenn ich morgens schon den gebratenen Speck nur rieche…
Kurze Zeit später machte ich mich auf den Weg zum Hafen, um das erste Speedboat zu nehmen zum ‚Museum Of Old And New Art‚ zu nehmen. Da ich gehört hatte, dass es die Tage davor brechend voll gewesen war, hatte ich Angst ich müsste mich durch Menschenmengen quälen. Doch zu meinem Glück waren weitaus weniger Menschen unterwegs als die Tage davor.
Ich habe reichlich gefilmt und fotografiert, aber eigentlich nicht fürs Blog.
Was ich euch aber Zeigen kann, ist das feudale Mittagessen im The Source.
Das Essen war ausgesprochen lecker und der Tisch, ein grüner Teppich. Es bleibt übrigens erstaunlicherweise auf dem Tisch alls stehen und liegen wie es soll. Nichts rutscht oder fällt herunter. Und während ich speiste (ich weiß nur noch dass der Hauptgang ein Kombi von Hühnchen und Jakobsmuscheln war) hörte ich ein Konzert von der Wiese.
Und so gegen 4:00, nachdem ich nochmal eine letzte Runde durch das Museum gemacht hatte, fuhr ich mit dem Boot zurück.
Ach ja. Ich habe noch nicht die neuen Treter gezeigt, die bereits in Sydney gekauft hatte. Dafür bleib das Paar das ich mitgebracht hatte und das eh nicht mehr richtig am Fuß hielt, dort im Mülleimer.
Ich ließ mir heute etwas mehr Zeit. Späteres Frühstück. Was ich nicht bedacht hatte war dass ich nochmal ein Frühstück bekomme. Der G. den ich an Weihnachten bei H. in Melbourne kennengelernt hatte, war ebenfalls in Hobart und wir verabredeten uns in Battery Point in einer sehr netten Bäckerei die ich sicherlich nochmal aufsuchen werde.
Jackman & McRoss scheint ein alteingesessener Betrieb zu sein, bei dem es zugeht wie in einem Bienenstock.
Da ich mir eh vorgenommen hatte das Viertel zu erkunden kam das gerade recht. Es ist zum größten Teil ein reines Wohnviertel durch das aber ein Reihe von Wegweisern führen in denen erklärt wird wie das Viertel entstand. Hoer stehen unter anderem ein paar der ältesten Häuser der Stadt. Eines davon fand ich ganz besonders schön.
Ich ging bis zum nördlichsten Ende des Viertels zur Sandy Beach um dort enttäuscht festzustellen dass es kein Badestrand ist. Schade. Ich hatte extra das Badetuch eingepackt. Unterwegs entdeckte ich jedoch dieses Schild:
Ich wußte nicht dass Erol Flynn gebürtiger Tasmanier war.
Den Rest des Tages ließ ich ruhig ausklingen. Es muss zwischendurch auch solche Tage geben. Morgen mache ich wieder eine größere Tour.
Doch gleich vorab mal was zur aktuellen Situation. Auch wenn ich hier nur wenig darüber schreibe, ich bekomme das von den Buschfeuern hier schon ziemlich hautnah mit. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht das schreckliche Schicksal der Menschen im Fernsehen oder in der Zeitung sehe. Gestern Abend sprach ich mit einer Australierin, die in der Nähe von Sydney wohnt und ein paar Tage hier Urlaub macht um den Rauchschwaden zu entgehen. Die Buschfeuer sind nicht allzuweit von ihrem Haus entfernt. Ich fragte, ob sie sich keine Sorgen machen würde. „Doch, klar!“, antwortete sie. „Aber was soll ich machen. Wenn sie näherrücken kann ich nichts daran ändern. Ich kann nur hoffen, dass es mein Hab und Gut nicht erwischt. Ich bin jetzt mal froh hier zu sein und nicht beständig ein Kratzen im Hals zu fühlen wegen dem Rauch.“
***
Es war ganz schön frisch am Morgen als ich auf den Bus wartete der mich zum Boot fahren sollte. 12 Grad. Brrr.
Zu dieser Insel sollte es gehen. Maria Island wird seltsamerweise Mariah (wie die Diva) ausgesprochen. Alle bestätigten mir dass Maria eigentlich die richtig Aussprache wäre aber warum das anders ist wusste niemand.
Auf dem Weg dorthin machte der Bus kurz Halt in Richmond einem kleinen sehr gut erhaltenen Dorf.
Das sieht schon sehr nach England aus.
Nach einer knappen Stunde waren mit den Bus am Hafen des Ferrys zum Übersetzen zur Insel.
Die Insel war einst eine Strafkolonie. Man bekam hier schon 10 Jahre aufgebrummt, wenn man nur ein Taschentuch gestohlen hatte. Das diente aber auch dazu, dass man die Arbeitskräfte für die Insel ‚anzuheuern‘, weil hier Ziegelsteine hergestellt wurden. Außerdem wurde hier emsig Wahlfang betrieben. Zudem wurde in späteren Jahren um 1920 eine Zementfabrik errichtet. Alles Dinge die diese Insel ziemlich unattraktiv erscheinen lassen.
Doch inzwischen sind von diesen Fabriken nur noch geringe Überreste zu sehen und die Insel ist ein Tierreservat ganz besonders für die Tasmanischen Teufel. Man versucht hier auf der Insel eine neue Population hochzuziehen die nicht von der schrecklichen Krebsart befallen sind die zur Zeit in Tasmanien ganze Bestände ausrottet.
Legen wir mal mit den Fotos los:
Eine tasmansiche Gänseart. Sehr viel größer als unsere Gänse mit sehr langen Beinen. Wenn sie rennen hat das irgendwie etwas von einem Dinosaurier.
Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass alle Tierfotos von Tieren in freier Wildbahn sind.
Das alles gab es auf dem südlichen Teil der Insel zu sehen. Anschließend gab es ein Picknick in Darlington (so heißt die winzig kleine Ansammlung an Häusern gleich unten beim Anlegepier., bevor wir loszogen die nördliche Insel zu erkunden. (Hieß der Lord in „Was vom Tage übrig blieb“ nicht auch so?)
Die Überreste der Ziegelfabrik
Und dann kam eine Aussicht, die euch nur mit einem Video zeigen kann. Eigentlich gibt es solche Klippen hier nicht. Es war atemberaubend.
Dann ging es zurück zum Pier und ich wurde mit Niedlichkeit belohnt. WOMBATS!
Im Video ist ein älteres Tier, das Foto ist ein Baby. Die sind sooooooooo süüüüüüß. Wenn es nicht besser wüsste, hätte ich einen mitgenommen.
Dann war es nach 4 Stunden Wanderung war es Zeit um zurückzufahren.
Es war äußerst frisch den ganzen Tag, doch sie Sonne kanllte ganz schön. Resultat: Ich habe mir einen leichten Sonnenbrand im Gesicht.
Am Morgen erstaunt festgestellt, dass ich ein paar Shorts in Sydney im Hotel vergessen habe. Aha, deshalb zeigte die Gepäckwaage am Flughafen weniger an! Ich hatte mich schon gewundert. Ich hatte mir ebenfalls eine neue Gesichtscreme in der kleinen dort Apotheke mitgenommen. Als ich dann am Morgen einfach so ein Selfie von mir machte, sah ich, dass die Creme nicht ideal für mich ist. Ich sah aus wie eine Specknudel.
Nach dem Frühstück auf zum Salamanca Market. Wenn ich hier wohnen würde wäre das mein Wochenmarkt.
Ab einer gewissen Stunde war es ein irrsinniges Gewühl an Einheimischen und Touristen.
Von weitem hörte ich ein Gitarrenspiel das mir sofort bekannt vorkam. Cary Levincamp. Ich hatte schon mal über ihn berichtet, das jedoch sehr viel später nachdem ich dort gesehen hatte, den ich fand erst viel später seine Visitenkarte wieder. Ich wollte damals seine CD nicht kaufen weil ich ja dachte dass ich mindestens zwei Monate noch unterwegs sei und sie dann mitschleppen müsste. Ich fand jedoch all seine Alben auch auf iTunes wieder und lud allesamt runter.
Ich erzählte ihm von unserer ersten Begegnung und dass ich seitdem seine Musik regelmäßig höre. Zumal dann wenn ich sehr lampenfieberige Darsteller schminken muss, bringt seine Musik sie augenblicklich runter. Ich kaufte für den Abend eine Karte für sein Samstagskonzert.
Da ich ja am morgen erstaunterweise festgestellt hatte dass mir eine Hose abhanden gekommen war, zog ein wenig durch die Straßen um eine neue zu finden. Ich fand sie in einem Sportsladen. Dünn und strapazierfähig, ideal für morgen.
Ich rechnete nochmal durch wann ich das letzte mal beim Friseur war, denn es fühlte sich so an als ob ich wieder müsste. Ich suchte per Google einen aus der mir gefiel um dann vor einem geschlossenen Laden zu stehen. Dann erinnerte ich mich dass ich am Tag davor einem Barber vorbeigelaufen war und suchte den auf.
Es ist ein bisschen mehr Rockabillie als sonst, sieht aber sehr ordentlich aus.
Am frühen Abend orderte ich nach ein paar Startschwierigkeiten per App ein Taxi um zum Konzert von Cary Levincamp zu kommen.
Nach einer Begrüßung einem Glas Wein und ein paar Häppchen ging es in sein Studio wo die zehn Gäste ein informales Konzert geboten bekamen. Cary spielt so wie ich mir das erwartet hatte. So wie seine Musik scheint er auch er zu schweben. Zwischendurch beantwortete er Fragen und erzählte aus seinem Leben. Ich fragte ihn warum er keine Filmmusik schreibt. Er meinte, er würde nir darauf warten dass ihn jemand fragt für einen Film die Musik zu komponieren. Vielleicht hilft es ja wenn ich es hier schreibe…
Anschließend zeigte er uns sein Atelier in dem er seine Gitarren selbst baut und auch Intensivkurse im Gitarrenbau gibt.
Es ist schon toll jemanden zu erleben der seine Bestimmung im Leben gefunden hat und der darin voll und ganz aufgeht.
Als ich zurückfuhr und auf das Taxi wartete, sah ich im Nachbargarten:
Es soll Glück bringen wenn ein Marienkäfer auf einem landet.
Flug von Sydney nach Hobart ohne Zwischenfall , aber sehr früh. Ich musste mir den Wecker auf 4:30 stellen. Verständlicherweise gab es kein Frühstück. Am Flughafen ein irrsinniges Gewühl und mein Flug wurde früher aufgerufen als ich erwartet hatte. Ein kleiner Anflug von Panik, doch es ging alles gut.
Gegen 9:30 war ich dann schon im Hotel. Das Zimmer war noch nicht fertig. Also gleich los zur ersten Erkundung.
Ich fand auf Anhieb den Handyladen wieder in dem ich mir vor zwei Jahren das Flipcase gekauft hatte, das aber jetzt seinen Dienst getan hatte. Und siehe da, sie hatten das gleiche Model immer noch und sogar in verschiedenen Farben.
Es ist so schön wieder hier zu sein. Ich hätte nie gedacht dass ich je wieder den Weg hierher finden würde.
Der nächste Gang war, wie oben auf dem Foto zu sehen, hinunter zum Hafen. Ich buchte dort schon mal gleich die Tour weswegen ich hauptsächlich hergekommen war, zu MONA, und eine weitere zu Maria Islan Ich bin also die nächsten Tage zur Genüge beschäftigt.
Im Hotel hatte man beim Einchecken gesagt, dass zu Zeit das Taste of Tasmania Festival stattfindet. Ein Foodfestival mit allen Spezialitäten die man in Tasmanien findet. Das muss man mir verfressenem Schweinchen nicht zweimal sagen!
Es kommt nicht oft vor, doch hier war ich überfordert. Es gab so viel zum verkosten dass ich nicht wusste wo ich anfangen sollte. Ganz toll waren auch all die Weinstände. Es wird beachtlich viel Wein hier angebaut.
Und wieder einmal, und während ich das schreibe habe ich Gänsehaut, wurde mir die ehrliche Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen hier bewusst, die ich so noch nirgendwo erlebt habe. Da ist nichts aufgesetzt oder vorgespielt, das würde ich merken.
Ich gönnte mir ein Valhalla Tassie Eis.
Eine Mischung aus Orangen- und Schokoladeneis. Sehr lecker und cremig und erstaunlicherweise nicht zu süß.
Irgendwann war es dann doch Zeit für etwas handfestes. Ein Glas Wein z. B.
Es wird hier mit einer Vorbildlichkeit Müll getrennt und recycelt, die ich noch nicht einmal in Europa so vorgefunden habe. Man sieht kaum Plastik. Das Glas oben bekommt man gegen Pfand von 8 AU$. Aber es ist so schön dass ich es mitnehmen werde. Alles andere wird entweder auf Papptellern (unplastifizierte) oder Holzbrettchen serviert mit Holzbeszeck. An denn Tischen läuft immer wieder jemand mit einem Korb vorbei und sammelt alles Wiederverwertbare ein.
Zu essen gab Gerichte aus allen möglichen Ländern aber mit Tassie Produkten hergestellt. Tassie wird übrigens Täässie ausgesprochen. Und es ist in keinster Weise herablassend gemeint. Denn die Tasmanier nennen sich selbst so. Ich probierte ein Glas Riesling der sehr mineralisch schmeckte und ebenfalls ein Glas Blanc de Blanc der atemberaubend gut war.
Ich ass unter anderem auch ein Indonesisches Gericht das ich schon so lange nicht mehr hatte und das ich sehr mag. Mie Goreng, ein Klassiker. Dann hatte ich noch zwei taiwanesische Buns, die auch sehr lecker waren.
Gegen 3:00 rollte ich kugelrund vollgefressen den Berg hoch zum Hotel zum Einchecken und fiel aufs Bett. Ich ratzte weg…
Den Abend ließ ich dann ruhig in der Hotelbar ausklingen.
Der Tag versprach bewölkt zu werden und so zog ich eines der neuen Hemden an, das ich vorgestern in dem Laden gekauft hatte in dem ich schon mal vor zwei Jahren war.
Letztendlich wurde es dann doch sehr heiss und ich zog mich nich einmal um. Ich beschloss einen Strandtag einzulegen etwas weiter draußen und südlicher von Zentrum.
Congwong Beach ist einer der schönsten und ruhigsten Strände in Sydney und ich tankte nochmal gründlich Vitamin D.
Das Licht war während der letzten Tage sehr seltsam. Sogar auf dem Bild oben bei dem ich das Gafühl hatte, die Luft wäre klar und nicht mit Staub erfüllt schien immer alles etwas gelblich.
Früh ins Bett denn ich musste am Tag danach sehr früh raus.
So wie in vielen anderen Städten auf dieser Welt ist der erste Januar auch in Sydeny ein Feiertag. Doch ihr erinnert euch, dass man mich vorgewarnt hatte, ich solle bitte beizeiten am Frühstückstisch sein? Nun, da ich nicht recht wusste wie viel am ersten Januar geschlossen oder geöffnet ist und was ich sonst zu essen bekäme, beschloss ich dem Rat zu folgen und stellte mir den Wecker.
Da ich keine Lust hatte schon wieder das Zentrum zu erkunden, obwohl es hier noch so einiges gibt, das ich nicht kenne, fuhr ich mit den Ferrieboot hinaus zum Taronga Zoo. Das Tolle am Circular Quai ist, dass er wie ein Bootsbahnhof funktioniert. Boote fahren quasi im Minutentakt ein und aus. So gelangte ich auch vorgestern zu Watson Bay.
Dieser Zoo ist sehr schön aber auch herausfordernd, weil er komplett in einen Hang gebaut ist. Das machte es ebenfalls zur Herausforderung ihn behindertengerecht zu gestalten, doch ist denke ich ganz gut gelungen.
Zootiere zu fotografieren ist, das habe ich hier Blog schon mehrfach ausgeführt, eine Herausforderung. Manchmal gelingen ein paar Fotos, manchmal kein einziges.
Ich würde die Philosophie von den australischen Zoos gerne besser verstehen. Haben die Zoos auch hier den Anspruch, wie in Deutschland zum Beispiel, bedrohte Tierarten zu schützen, und wenn möglich zu züchten? Werden sie von Staat unterstützt oder ist es ein reines Profiunternehmen?
Was die eigene australische Fauna und Flora angeht, gibt es ja sehr wohl Programme Tierarten zu erhalten. Das hatte ich ja schon damals in Brisbaine gesehen. Ich denke, dass es von den einzelnen Bundesstaaten abhängt. New South Wales hat eine andere Gesetzgebung wie Victoria oder Queensland.
Man konnte sich beim Eingang aussuchen wie man den Zoo besichtigen will. Man fährt entweder gleich mit der Gondelbahn ganz noch oben und durchläuft den Zoo von oben nach unten. Oder man macht es so wie ich und läuft gegen den Strom und muss nicht ewig lange Schlange stehen und nimmt dann eine Gondel zurück nach unten.
Ich hatte Glück und bekam nach nur 10 Minuten gleich eine Ferrie zurück zum Zentrum.
Am Nachmittag dann überfiel mich die Müdigkeit, weil ich auch nicht genug Schlaf von der Nacht davor hatte. Und ich machte beizeiten Schluss.
Im australischen Fernsehen sah ich, dass die Feuersbrünste bei weitem noch nicht ausgestanden sind. Manche Orte in Staat Victoria sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Sie zeigten einen Bauern der seine große Kuhherde retten konnte, doch sein ganzer Hof ist mit den Ställen und dem Heuschober sind völlig abgebrannt. Und obwohl die Kühe überlebt haben, weiß er nicht was er ihnen jetzt zu fressen geben soll, da nichts mehr da ist, weder auf den Weiden noch im Stall. Eine Spendenaktion die während den Feierlichkeiten von NYE (new years eve) lief, brachte mehr als 2 Millionen AU$ ein, die aber auch viel kritisiert wurde. Man hätte das Feuerwerk absagen sollen und stattdessen das Geld spenden.
Das hier war sonst immer der letzte Post des Jahres. Diesmal wird es der erste des neuen Jahres sein.
Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen und bis in den Winter hinein gehalten. Jetzt über die letzten Weihnachtstage und der Fresserei wegen, ist sicherlich ein wenig dazu gekommen, aber das geht auch wieder weg.
Haare länger oder kürzer? Gleichgeblieben.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Keine Veränderung, soweit ich das beurteilen kann. Es ist nur wenn ich lange auf einen Bildschirm starre oder im Kino sitze oder vorm Fernseher. Es verschwimmt manchmal so sehr, dass die Brille es nicht mehr ausgleicht.
Mehr bewegt oder weniger? Definitiv mehr im Sinne von zu Fuß gehen. Der irrsinnige Verkehr in Luxemburg hat also auch sein gutes.
Mehr Kohle oder weniger? Mehr verdient als das Jahr davor. Aber insgesamt bleibt es im Durchschnitt über die Jahre hinweg gleich, auch wenn es mal wie im Jahr davor schwankt.
Mehr ausgegeben oder weniger? Gleichgeblieben
Der hirnrissigste Plan? Ich würde ihn nicht als hirnrissig bezeichnen. Andere hätten das vielleicht nicht getan. Doch ich wollte es noch einmal wissen und habe mich noch einmal auf die große Reise begeben, auf der ich ja jetzt bin.
Die gefährlichste Unternehmung? Da fällt mir nichts ein.
Die teuerste Anschaffung? Das Einrahmen der Vivian Meier Bilder. Da hab ich echt geschluckt.
Das leckerste Essen? Hostellerie du Grünewald. (immer noch)
Das beeindruckenste Buch? Die Biografie von da Vinci
Das enttäuschendste Buch? Es gab keines
Der ergreifendste Film? Es gab dieses Jahr keinen der mich so von Hocker gehauen hat. ‚Jocker‘ möchte ich fast sagen, doch ihn als Lieblingsfilm zu bezeichnen wäre nicht richtig.
Die beste Musik? Jonathan Jeremiah – Good Day Vendredi Sur Mer – Premiers Émois
Das beste Theater? In Luxemburg habe ich mir wenig angesehen. Wenn dann wäre es ‚Chicago‘ in Melbourne.
Die meiste Zeit verbracht mit…? Der A. der N. und der D.
Die schönste Zeit verbracht mit…? Der D. in St. Jean. Das stand schon letztes Jahr hier und auch ist für dieses Jahr der Fall. Aber die Zeit jetzt am Ende in Melbourne mit dem H. und er M. war auch sehr sehr schön.
Vorherrschendes Gefühl 2019? Mit der eigenen Kraft neu und anders haushalten
2019 zum ersten Mal getan? Da fällt mir spontan nichts ein.
2019 nach langer Zeit wieder getan? Eine innerliche Bilanz gezogen und so manches das ich immer für wichtig und unumstößlich hielt wieder infrage gestellt. Weiter kann ich es nicht ausführen, weil sich so noch nichts geändert hat. Doch wenn diese Veränderungen kommen sollten, lasse ich sie zu.
Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Den Tod des Cousins meiner Mutter, der N. und einer meiner letzten Verwandten. Das war definitiv zu früh. Und das tragische Ende von Sophie.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Alles etwas gelassener angehen und nicht gleich schon innerlich den Motor von Null auf Hundert binnen wenigen Sekunden hochfahren.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Das klingt jetzt seltsam, aber das waren ein paar Ohrringe und ein Kaschmir Hoodie.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Das hier:
2019 war mit 1 Wort…? Reflektiert.
Vorsätze für 2020? Dass ich Dinge zulassen werde, die ich sonst nie zugelassen hätte. Vielleicht öffnet das ja neue Türen…
Am Frühstückstisch erklärte man mir schon vorab freundlichst, dass ich, wenn ich morgen frühstücken wolle, doch bitte VOR 8:00 Uhr erscheinen möge, da es danach sehr voll und ziemlich unmöglich wird einen Tisch zu bekommen. Nun ja… wir werden sehen.
Am Frühstückstisch versuchte ich Vegemite. Ähnlich wie Marmite aber aus Grünzeug und nicht süß, sondern salzig. Die Australier lieben das Zeug. Ich hätte es schon in Melbourne kosten können, den die M. hatte ein großes Glas davon. Es schmeckt grau-en-voll! Es hat einen so ekelhaften synthetischen bitter-salzigen Nachgeschmack, als ob man auf eine Pille gebissen hätte. Als ich dem H. das simste meinte er nur: I TOLD YOU SO!!!
Nach einer Runde Bloggen fuhr ich los zum bekanntesten und größten Strand von Sydney. Bondi Beach. (Bondi wird übrigens ‚Bondai‘ ausgesprochen)
Schwimmen war hier leider nicht drin, den der Wellengang war sehr hoch und das Wasser in Gegensatz zu was man vermuten könnte, sehr kalt. Ich brauchte lange bis ich ganz eintauchen konnte.
Am späten Nachmittag zog der Himmel zu und es wurde stürmisch mit einem empfindlich kalten Wind. Ich fuhr zurück zum Hotel, zog mich um und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Circular Quai, dort wo sich eine Million Leute einfinden sollten, um dem Spektakel zuzusehen.
Ich ging die Geroge Street hinunter und ich war nicht der einzige. An einem gewissen Punkt drehte ich mich um und machte das Foto oben.
Polizei zu Pferd im Schinenbeet der Tram die seit dem frühen Nachmittag schon nicht mehr fuhr.
Ich erwischte einen einigermaßen guten Platz für das erste Feuerwerk, das für die jüngsten Zuschauer ist, die anschließend ins Bett müssen.
Das war schon recht ansehnlich und dauerte eine ganze Weile. Im Anschluss daran folgte eine Bootsparade, die ich nicht sah. Derweil versuchte ich mein Glück um auf eine andere Stelle zu gelangen, da ich befürchtete, dass ich vieles wahrscheinlich nicht mitkommen würde. Ich bugsierte mich über eine Stunde lang durch gewaltige Menschenmassen und kam irgendwann beim botanischen Garten an, der ein gutes Stück höher liegt. Zwischendurch verließ mich manchmal der Mut und ich wäre am liebsten zurück zum Hotel gelaufen. Doch schließlich bin ich ja extra wegen dem Feuerwerk hier. Noch ein Video machen ging von der Stelle aus nicht. Ich versuchte es mit hüpfen und die Kamera dabei sehr hoch halten:
Ich wünsche all meinen geschätzten Lesern ein frohes neues Jahr und zugleich neues Jahrzehnt. Und wenn es sich auch wegen Klima und Politik nicht so anfühlt; es wird ein großartiges Jahrzehnt werden! Das hoffe ich, das wünsche ich mir und ich bin davon überzeugt.
Ich war früh wach. Und Hurra! Ich habe Schnupfen wegen der Klimaanlage. Hatte ich das nicht auch letztes mal? Ach nein, stimmt, das war kein Schnupfen,das war Blinddarm.
Zu meiner großen Freude sah ich dass das Hotel in der obersten Etage ein Schwimmbad hat. Zu meiner großen Enttäuschung pikste der Chlor mir schon in den Augen allein beim Betreten der Halle. Zudem war das Wasser trüb. Ich schwamm trotzallem ein paar Runden, doch dann musste ich aufhören.
Ich bin nicht so der Fan von japanischer Kunst, doch die Ausstellung Japan Supernatural, war dann doch sehr spannend. Es ging dabei um die mythischen Wesen aus den alten japanischen Sagen und Geschichten und wie sie dargestellt werden und welchen sie Einfluss sie auf die modernen Geschichten von heute insbesondere Manga und Animé haben.
Es ist schon erstaunlich wie Künstler heute noch auf diese alten Geschichten zurückgreifen, ohne es wirklich zu wissen.
Eine weitere extra Ausstellung galt einem australischen Künstler, den ich gar nicht kannte der eine sehr eigene Handschrift und Technik hat. Ben Quilty Ich habe noch nie jemanden gesehen der so viel und so dick Farbe aufträgt. Das Bild der alten Frau ist so schlicht und doch fast fotorealistisch.
Am Nachmittag fuhr ich dann noch einmal weiter raus mit einem Ferry zur Watson Bay. Und dort konnte ich das „perfekte“ Foto machen, um euch zu zeigen was in der Luft hängt.
Es ist ziemlich trüb und gelblich.
Letztes Foto hatte ich bereits auf Instagram gepostet, wobei es mir zu Anfang gar nicht so auffiel, dass es aussieht, als ob ich einen gelb-brauen Filter darüber geschoben hätte. Erst im Vergleich mit den Bildern in Melbourne wurde mir das bewusst.
Abendessen in Chinatown im Food Court Capital Square. Hier war es jedoch ganz offensichtlich Thai Küche. Im @Bangkok war auch reger Andrang und das auch von sehr vielen Asiaten.
Nach so viel Gerenne an einem einzigen Tag überfiel mich die Müdigkeit und lag beizeiten flach.
Ein letztes mal im Aqua Profonda schwimmen. Ich nahm mir vor unbedingt in Sydney nachzuschauen ob ich nicht auch in Fußnähe ein Schwimmbecken habe.
Die M. gab mir ein paar Tipps wo ich schwimmen könnte.
Es war dieses mal noch schöner als vor zwei Jahren als ich hier war. Melbourne hat dieses magische ‚Laid Back‘ das ich sehr schätze. Und dass es so schön war, verdanke ich auch dem H. und der M. bei denen ich die ganze Zeit wohnen durfte. Wenn Melbourne nicht so verdammt weit weg wäre würde ich öfters herkommen.
Und als ich dann in Sydney landete, wurde mir schlagartig die Situation dort bewusst. Wir flogen beim Anflug durch eine dunkelgelbe, fast braune Wolke und wenige Sekunden später roch es auch im Flieger nach Rauch.
In der Stadt selbst ist es aber ok. Auch am Flughafen war nichts davon zu spüren. Google Maps lieferte mir dann folgendes Bild:
Copyright Google Maps
Der Flugroute nach flogen wir über das südlich gelegene Buschfeuer. Es war bewölkt in der Stadt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Wolken oder Rauchwolken waren. Es riecht zumindest nicht nach Rauch in der Stadt. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass ich gestern Abend in den Nachrichten sah, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ob das berühmte Feuerwerk überhaupt stattfindet. Die Polizei die in diesem Fall das letzte Wort hat, noch vor der Gemeinde Sydney, sagte, dass sie bis zum 31. die Situation im Auge behalten wird, und so traurig das auch wäre im Falle von zu viel Unsicherheit das Feuerwerk absagt. Nun ist dabei nicht klar wie viel politisches Kalkül damit verbunden ist. Tatsache ist aber, dass sehr viele Menschen eigens dafür nach Sydney kommen. Es schauen jedes Jahr 1 Million Menschen dem Spektakel zu. Es gibt aber auch Städte in NSW, die ihr Feuerwerk abgesagt haben und das Geld der Feuerwehr spenden.
Im Flughafen angekommen, entdeckte ich ein Ex Change Schalter und ich versuchte wieder mein Glück. Und diesmal klappte es! Man nahm mir endlich die 11.000 Francs CFP aus Neukaledonien ab, die seit zwei Jahren in der Schublade liegen hatte. Immerhin bekam ich dafür 112 AUD $ Als ich damals von dort zurückkam und versuchte das Geld auf der Sparkasse in Luxemburg zu wechseln, wollten sie es nicht. Sogar in Melbourne an den Ex Change Schaltern wollten sie es nicht. Erst hier in Sydney wo es ein Direktflug zu Insel gibt. Alles sehr seltsam.
Im Gegensatz zum letzten Mal, habe ich diesmal ein Hotel bei den ich mich nicht ekle, wenn ich ins Badezimmer komme.
Ich sprach gestern von den grünen Sternen mit den Weihnachtskugeln die aussehen wie Kirschen.
Gell?
Ich hatte für ein den letzten Tag eine kleine Überraschung für die M. Ich hatte Karten für das Musical Chicago gekauft. Der H. der da nicht so gerne mitgeht, hätte sich das nicht angesehen. Doch die M. war begeistert.
Ein Pre-Show Dinner im Taxi Kitchen. Ein Restaurant mit genialer Aussicht über den Yarra River.
Ein Martini Espresso den ich ehrlich nirgendwo besser getrunken habe als in Downunder.
Und ich weiß dass jetzt schon, dass wenn ich folgendes Bild poste, ich eine Polemik auslöse, aber das ist mir grad mal egal. Ich wollte das immer einmal probieren, hatte aber nie die Gelegenheit dazu.
Das ist ein Häppchen Känguru Fleisch. Es ist rotes Fleisch, sehr zart und fettarm und hat wenig Eigengeschmack im Gegensatz zu Rindfleisch. Es schmeckte zwar wegen der Zubereitung sehr lecker, aber es ist jetzt nichts was ich regelmäßig essen müsste.
Ich hatte Chicago schon zwei mal in London gesehen vor weit über zehn Jahren. Es war, ist und bleibt einer meiner Lieblingsshows, weil sie von der Aufmachung her sehr schlicht ist und doch die Geschichte von Roxy und Velma so gut erzählen kann. Fotos davon gibt es verständlicherweise nicht.
Noch ein paar nächtliche Impressionen der Stadt:
Das wars von Melbourne, eine der schönsten Städte der Welt. Morgen ziehe ich weiter.
Wenn man sich so auf meinen Bauch setzt und dann ganz ganz leise schnurrt, kann alles von mir haben:
Es war ein ruhiger Tag. Eine kleine Aufregung gab es jedoch. Ich löste mein Weihnachtsgeschenk an H. ein. Ich machte Riesling Pastete.
Am Teig kann man noch Arbeiten, denn er wurde am Ende rissig, obwohl ich 2 große Tassen Wasser mit in den Ofen gestellt hatte. Hier seht ihr übrigens das Einfüllen der Gelatine. Wie sie schmeckt, erfahrt ihr morgen.
So in der Art sehen hier die Straßen in Fitzroy (Brunswick Street) aus. Das ist doch schon sehr anders als bei uns. Bei der heutigen kleinen Wanderung dachte ich noch, dass ich mich sehr gut hier eingewöhnen könnte, wenn ich wollte/müsste, wenn…
Sonnenuntergang auf dem Dach von H.s Haus.
Morgen ist bereits der letzte Tag hier. Es ging so schnell vorbei, schneller ich dachte. Am Sonntag geht es weiter nach Sydney, wo ich schon sehr gespannt bin was mich da erwartet. Sydney war vor zwei Jahren die vorletzte Station bevor sich der Blinddarm dazu entschied zu platzen. Die ganzen Buschbrände in der Umgebung der Stadt scheinen jedoch weniger geworden zu sein, denn man liest hier viel weniger in der Nachrichten darüber als noch vor ein paar Tagen. Als ich in Melbourne ankam, hatte ich beschlossen, dass wenn es gar zu schlimm in Sydney sein sollte, eine Planänderung zu machen. Doch den Wettervorhersagen nach scheine ich Glück zu haben und ich muss nicht umbuchen.
Nachtrag: Ich sollte noch eines erwähnen was ich die letzten Tage als sehr angenehm empfunden habe. Die Australier (zumindest hier in Melbourne) übertreiben es nicht mit der Weihnachtsdeko. Im Gegenteil, das ist alles recht dezent gehalten. Ein paar wenige Straßen haben Girlanden hängen mit grünen Sternen und roten Weihnachtskugeln die aber eher an Kirschen erinnern. Auch Weihnachtsbäume sind man hier nicht an jeder Straßenecke stehen und es gibt keine privaten Häuser, die mit Lichterketten zugekleistert sind.
Ich hatte es vor Tagen schon auf Twitter getan. Ich wollte euch Molly, die Hausdamekatze vorstellen:
Molly ist schon zwanzig Jahre alt und eine der adrettesten Katzendamen die ich kenne. Auf allen Fotos die ich von ihr machte wirkt wie ein Supermodel.
Auch solche Meet and Greet Fotos absolviert sie mit Eleganz und Anmut:
Der Tag begann langsam. Ich hatte nicht so gut geschlafen. Ein langer Spaziergang durch die Stadt würde mir gut tun und tat es auch. Ich ging zum höchsten noch Gebäude der Stadt und bestieg das Eureka Skydeck in Londsdale Street sich in diesem Gebäude befindet:
Wenn ich das noch höchste Gebäude schreibe, wegen dem das nebenan gebaut wird. Es überragt es jetzt schon:
Der Yarra RiverDas Stadion
Den Abend dann zusammen mit dem H., der M. und der kleinen R. in einem sehr schönen Restaurant in St. Kilda verbracht, dem Stockehouse.
Das war das Dessert, eine ‚Bomb‘!
Und während draußen langsam die Sonne unterging machten wir nach dem Essen noch einen kleinen Spaziergang über den Pier.
Um das mit der Bäckerei zu verstehen zeige ich euch ein Foto:
Diese Schlange gab es auch am Weihnachtsmorgen, wo man allerdings Croissants nur zu diesem Guckloch hinaus verkaufte. Das Geschäft an sich war geschlossen. Es befindet sich im Viertel Fitzroy, nicht weit von H’s Wohnung entfernt. Die Croissanterie Lune funktioniert nur so gut, weil das Marketing perfekt war und ist. Irgendein Kritiker schreib über diese Bäckerei, dass sie die besten Croissants der Welt haben. Das zieht inzwischen die Touristen, vor allem aus dem asiatischen Raum an wie die Fliegen. Zudem kosten sie um umgerechnet 4,75€ das Stück. Ganz schön viel Geld für ein Hörnchen. H. hat sie gekostet und meint, dass sie ganz ok seien, aber die besten der Welt wäre total übertrieben.
***
Wir drehten am Morgen ein Runde mit dem Fahrrad durch die angrenzenden Parks.
Anschließend ging es zu der Familie der M.
Ich bin schon seit Jahren nicht mehr so herzlich in einer Familie für Weihnachten empfangen worden. Sehr schön war das Verteilen der Geschenke an alle und vor allem die Kiddies die es kaum erwarten konnten. Es erinnerte mich sehr an meine Weihnachten als Kind.
Essen gab es draußen auf der Terrasse bei lockeren 24 Grad. Es war wunderbar. Und den Triffle hätte ich um nichts in der Welt missen wollen.
Draußen unter diesen hohen Bäumen im Schatten… mit wunderbaren Gesprächen und gutem Wein. Sommertraum zu Weihnachten.
Am späten Nachmittag fuhren wir weiter zu Freunden von H. und M. Und dort gab es den eigentlichen Höhepunkt des Tages:
Bananabread getoastet mit Butter und ein Schinken/Käse Croissant zum Frühstück.
Ein Tag am Strand von St. Kilda, mit einem langen Spaziergang auf dem Pier. Wer die Fotos von vor zwei Jahren kennt, hat das alles schon mal gesehen.
Der alte aber sehr schöne Luna Park und das Palais Theatre.Und so sieht das aus wenn vier gestandene Herren in Melbourne den Heiligabend begehen. Im australischen Trachtenlook. Shorts und Flip Flops.
Wir feierten auf der Dachterrasse mit einem sehr schönen kalten Buffet und sehr viel Wein.
Es war ein Freundespaar von H. und M. anwesend, sowie ein luxemburger Student samt Freundin der ein Auslandsjahr in Australien absolviert.
Ich bloggte alles vom Vortag weg. Anschließend machten wir uns auf zur NGV ( National Gallery Victoria) zu einer Ausstellung die um nichtsi n der Welt hätte verpassen wollen. Bereits vor der Reise hatte der H. mir davon erzählt.
Wer mich kennt weiß dass ich einen Faible für Hearing habe
Toll an den beiden letzten Bildern ist, dass sie vor großen gegenüberliegenden Spiegeln standen, was es mir erlaubte mich einfach dazuzustellen. Ich musste mich sehr beherrschen, um nicht den großen Katalog der Ausstellung zu kaufen, doch da ich schon so viele Hearing-Bücher habe, ließ ich es bleiben. Stattdessen kaufte ich eine sehr schöne Tasse und zwei Teller, die ich extra gut verpacken ließ. Ich zeige sie bei meiner Rückkehr.
Gegen Mittag ein Picknick im Botanischen Garten
Dann machte sich bei mir ein wenig Müdigkeit breit und ich beschloss später noch ein Runde zu schwimmen. In diesem Zusammenhang zeige ich euch ein Bild :
Das Bild hängt bei H. zu Hause und hat ganz offensichtlich ein Fehler. Aqua schreibt man auf Italienisch Acqua.
Im Schwimmbad ist der Fehler auch. Demnach ist der Fehler kein Fehler und doch ist es einer.
Großes Hallo am Flughafen. Obwohl ich schon kurz nach 6 Uhr gelandet war, hatte der H. versprochen, dass er mich abholt. Er hielt Wort. Ihr könnt euch noch erinnern, dass ich beunruhigt war wegen dem Koffer? Es war unbegründet. Er war die 20 Stunden über drei Flughäfen mitgeflogen.
Es war nach der großen Hitze am Freitag in Melbourne war es erstaunlich frisch. Doch wir frühstückten auf der Dachterrasse von H.s Haus.
Das erste was ich bekam waren… Kirschen! Die sind hier jetzt reif und man bekommt sie zu Hauf auf den Märkten.
Sorry, das Foto ist sehr verwackelt. Aber ich wollte H‘s Frau, die M. nicht noch einmal bitten die Kirschen rauszunehmen nur weil ich ein Foto machen wollte.
Anschließend ging es zum Queen Victoria Market, mit mehreren Markthallen in denen es wahrlich alles gibt. Ich legte mir eine australische Simkarte zu. Mein Anbieter aus Luxemburg, die Post, schickte mir eine SMS mit ihrem ‚tollen‘ Überseeangebot, aber die Preise sind astronomisch.
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1GB für 14 Tage für 90 €? Ich habe jetzt für 10 australische Dollar 15GB für eine Woche. Zudem kann man mich anrufen per Whats app über die luxemburgische Nummer.
Und dann wurde es mir langsam bewusst:
ICH…BIN…IN…MELBOURNE!!!! AAAAAH!!!
Die Aussicht von der Dachterrasse. Wenn ich mich noch ein wenig mehr über Geländer legen könnte, könnte ich mehr von der Skyline sehen.
Was mir aber auch bewusst wurde, ich hatte nur sehr wenig geschlafen während den letzten Flügen.
Also ging es nach dem Frühstück ins benachbarte Schwimmbad um wieder wach zu werden.
Ein sehr schöner Bau, für den sich das ganze Viertel vor etlichen Jahren eingesetzt hat, dass er bleiben soll und nicht abgerissen wird. Ich schwamm meine Bahnen. Es half. Herrlich!
Dann später nahmen mich der H und die M, mich zu einem Dumpling Restaurant. Auf dem Weg dorthin machten wir noch halt in einer der ältesten Rooftopbars von Melbourne, gleich neben diesem herrlichen Park.
Im Prinzip hätte es eine WLAN Verbindung im Flieger gegeben, aber Prinzip und Tatsachen sind zwei verschiedene Dinge.
Der Flug von Paris aus war holperig. Es gab heftige Turbulenzen unterwegs, so sehr dass die Fütterung für eine Weile gestoppt werden musste.
Ich musste im Flieger noch einmal eine Schmerztablette schlucken, denn die Kopfschmerzen gingen wieder los. Zwischendurch schaute ich mir die zweite Staffel von Little Big Lies an. Um einiges weniger spannend als die erste, aber Meryl Streep die in dieser Staffel als Großmutter und Mutter des tödlich verunglück-mordeten Sohnes auftaucht, ist wie immer gnadenlos gut.
So sah das über Calcutta aus als die Sonne aufging. Die ‚Sterne‘ sind übrigens die Reflexionen in der Scheibe von den Anschnallzeichen.
12 Stunden Flug. Der Hintern schmerzte anschließend.
In Singapur dann 32 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit. Drei Stunden Aufenthalt. Aber hier gibt es viel zu sehen und die vier Terminals werde ich sicherlich nicht schaffen. Aber auf dem Rückflug werde ich hier sechs Stunden rumhängen und dann ist die Abwechslung gut.
Durch den Immigrationservice musste ich dieses mal nicht.
Und so vergingen die paar Stunden schneller als gedacht und so lange ich noch das Flughafen WLAN habe geht dieser Post noch raus.
So trist und trüb sah es um 9:00 Uhr aus und sehr viel heller wurde es den ganzen Tag nicht. Fazit: Ich hatten den ganzen Tag latente Kopfschmerzen.
Ich wuselte jedoch emsig zuhause rum und breitete alles vor. Ich merkte dass mir ein bestimmtes Kabel fehlte und flitzte dann gegen Mittag noch schnell in einen Elektroshop. Das ging so schnell dass ich noch Zeit hatte etwas zu essen, denn so schnell werde ich heute nichts mehr bekommen und wenn, dann sehr spät.
Hatte ich schon mal über das neue Ramen Restaurant auf der Place Guillaume berichtet? Ich war vor einer Weile mit der D. hier und wir waren sehr angetan. Als ich kam war es ruhig, doch dann füllte sich der Laden schnell. Dass unter den anderen Gästen sehr viele Asiaten waren wertete ich als sehr gutes Zeichen.
Die A. fuhr mich zum Flughafen. Beim Check-In riskierte ich das komplette Durchchecken des Gepäcks bis nach Melbourne. Da ich ja über Paris CDG fliege und dieser Flughafen dafür bekannt ist, dass das Gepäck irgendwo hängen bleibt riskierte ich das jetzt einfach mal.
Durch das Gestreike der Franzosen bei der Bahn und allen öffentlichen Verkehrsmitteln (ist ja eigentlich nichts neues) war der Flug, wie zu erwarten, brechend voll.
Das riesige Ungetüm CGD ist sehr unübersichtlich aber ich landete nach einer Busfahrt wie durch ein Wunder in der richtigen Halle und fand sofort das richtige Abfluggate.
Ich ass ein wenig Sushi in einem Yo! Sushi Laden und setzte mich dann in eine Warteecke, um seit langem mal wieder Internet zu lesen, was die Bloggerfreudinnen so treiben, was die letzten Wochen wegen dem intensiven Arbeitsaufwand nicht machbar war.
Stunde um Stunde vergingen. Und bevor während Stunden nichts mehr in Sachen Internet geht, lud ich diesen Post entgegen meiner Gewohnheit noch am gleichen Tag hoch.
Am Morgen ein schneller letzter Besuch beim Friseur. Es wird der letzte für dieses Jahr sein.
Bricole der Hund machte es sich,wie so oft, gemütlich auf meinem Schoß.
Dann eine Doppelvorstellung. Ich kenne das noch vom letzen Jahr und dem Jahr davor. Es ist ja nicht oft dass ich Märchen und Kinderstücke mache, inzwischen frage ich mich warum das so ist. Denn Kinderstücke sind anstrengend, bisweilen mehr als Erwachsenenstücke.
Früh im Bett weil am Donnerstag morgen eine letzte Schulvorstellung.
***
Den Wecker gestellt und er klingelte definitiv zu früh. Gähn.
Im Radio in dem Nachrichten über die schrecklichen Zustände in Sydney gehört. Da ich an Sylvester und Neujahr dort sein werde, mir Gedanken gemacht ob das überhaupt machbar sein wird. Ich denke dass ich das kurzfristig entscheiden werde.
Ein letztes mal hinter dem Inspitzentenpult:
Ein letztes mal in den Kulissen auf die Umzüge warten und dabei auf den Bildschirm starren was auf der Bühne vor sich geht:
Und als das Stück zu Ende war, ging es wie gewohnt bei der letzten Aufführung ans einpacken. Ich hatte die Tage davor bereits ein Teil des Zeugs mit genommen. Der Rest ging dann sehr fix.
Die kleine Abschlussfeier war… naja etwas enttäuschend. Ich fuhr zur Wohnung, lud den Wagen aus und legte mich eine Stunde hin.
Und dann plötzlich wurde mir bewußt, dass es morgen losgeht. Und mit einem Schlag kam endlich die Vorfreude. Irgendwie war mir das gar nicht so richtig bewusst. Es war zugegeben die letzten Wochen sehr viel. Dass ich auf zwei Projekten zeitgleich arbeite, ist fast schon Alltag. Aber drei zur gleichen Zeit ist eher selten und ich bin dann mehr als ausgelastet, so dass ich kaum noch andere Gedanken führen kann.
Meine Putzhilfe kam heute später und ich gab ihr sämtliche Anweisungen was sie in der Zeit während meiner Abwesenheit alles zu tun hat.
Der Koffer lag schon seit Tagen bereit um gefüllt zu werden. Da ich noch recht gut vom letzten mal weiss was ich einpacken muss und was nicht, ging das Rauslegen und Aussuchen um einiges schneller.
Da ich nichts mehr im Kühlschrank hatte beschloss ich anderweitig zu essen. Ich ging ins Rooftop. Dort gibt zur Zeit nur ein Gericht:
Raclette.
Ist ja nicht zum ersten mal das ich dieses Jahr Raclette esse, aber mit Sicherheit zum letzten mal.
Ich trank noch in aller Ruhe ein letztes Glas Wein und ging nach hause.
So früh aufstehen für eine Vorstellung im Theater kommt auch nicht oft vor. Aber Schulvorstellungen sind nun mal früh wobei ich mich, wenn ich andere Kollegen aus Deutschland höre, nicht beschweren kann. Unsere fand um 10:30 statt. Anderweitig sind die Vorstellungen schon um 9:00!
Es lief alles wie gewohnt ohne Zwischenfall. (Und selbst wenn etwas gewesen wäre, könnte ich nur bedingt davon erzählen. PS an mich: Es war wirklich nichts!)
Am Nachmittag dann die Totenfeier im Krematorium zu Gedenken des N. Ich wollte nicht hin. Ich war die letzten Jahre zu oft dort. Und wie immer bei solchen Dingen fange ich an alles mechanisch zu machen. Ich ging nach hause, zog mich für die Gegebenheit um, und fuhr mit dem Bus hin.
Die L., N’s langjährige Freundin hatte alle geladen die sie von N.’s Familie kannte, und das waren zwei weitere Cousinen und mich. Mehr gibt dieser Strang der Familie nicht mehr her.
Ich lernte N.’s uneheliche Tochter A. kennen mit der er erst seit wenigen Jahren Kontakt aufgebaut hat. Die L. hatte dafür lange auf ihn eingeredet, dass er der den Kontakt herstellt. Er hatte sogar in den letzten Jahren versucht die Cousinen, die er noch hatte, (eine davon, meine Mutter, war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr da) seiner Tochter vorzustellen. Doch wie so oft im Leben sollte man solche Vorhaben sofort ausführen. Er schaffte es nicht mehr… Die A. ähnelt dem N. sehr. Sie hat sein strahlendes Lächeln geerbt.
Die L. bat mich doch bitte mitzukommen zum sogenannten Leichenschmaus, damit die A. mich kennenlernen würde. Ich blieb eine Weile und lernte auch L.’s Familie kennen. Es war gut, dass ich eine Weile geblieben war.
N. hatte mir irgendwann einmal gesagt, dass er der letzte sei, der den Familiennamen trägt und mit ihm würde dieser Zweig zu Ende gehen.
„Nein, N. auch wenn dein Name nicht weitergeht, du hast eine tolle Tochter mit zwei Enkeln. Du hast alles richtig gemacht!„