Nach dem Posting ein wenig Schreibarbeit hinsichtlich verschiedener Termine die nächsten Tage und eine größere Recherche für eine kommende Sendung.
Ich hatte vorgehabt mit der D. am späten Vormittag eine Runde spazieren zu gehen, doch das Wetter machte dem einen gehörigen Strich durch die Rechnung.
Kurz vor 15:00 bekam ich die erste Nachricht von J. der mich eindringlich fragte wo ich sei. Zuhause, wo sonst, antwortete ich. Ah ok, nicht in Trier. Nein, nicht in Trier. Die Nachfrage ob ich Trier sei kam mir sehr seltsam vor und schaute sofort in den Nachrichtenportalen nach, und mir wurde flau im Magen. Der Irre ist genau durch die Straßen gedonnert in denen ich auch meistens herumlaufe wenn ich in Trier bin.Es kamen noch ein paar weitere Anrufe, von mir nahestehenden Menschen, die wissen dass ich regelmäßig dort bin.
Ich hatte bei dem Wetter eigentlich vorgehabt mich auf einen schon länger liegengebliebenen Text zu konzentrieren. Doch damit war nach obrigen Nachricht Schluss.
Am Abend hatte ich Hunger auf etwas warmes und ich machte gegen meine Gewohnheit eine Suppe, obwohl ich eher ein Suppenkaspar bin. Ich hatte noch Gemüse im Kühlschrank das dringend weg musste und ein paar kleine Kartoffeln vom gestrigen Raclettegelage.
Sie war gar nicht so schlecht. Doch ein großer Fan werde ich nie von Suppen werden.
Ein Arbeitstag. Am Morgen den Blogpost geschrieben und viel häuslichses Zeug erledigt.
Gegen Mittag musste ich zu einer ersten Lesung am Tisch und Vorprobe eines Stückes das erst nächstes Jahr Ende März spielen wird. Das passiert mitunter wenn aus terminlichen Gründen ein Teil der Probenzeit vorverlegt werden muss. Aber die Probenzeit an sich wird dadurch nicht länger. Wie immer kann ich drüber nur sehr wenig berichten aber es ist ein großartiges Stück, in dem die Zuaschauer miteingebunden werden und Teil des Ganzen werden. Ich freue mich sehr darauf.
Am Abend kam die A. zu Besuch und es gab, ratet……
Richtig!
Dazu gab einen Riesling von Krier-Bisenius den die A. mitgebracht hatte. Sehr gut.
Leicht beschwipst ins Bett.
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Ich hatte es schon vor ein paar Monaten angekündigt. Der Fotorückblick 2020. Die Spielregeln findet ihr hier. Da es ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird aus all den Fotos eines Jahres die 24 besten auszusuchen wird ab jetzt ein kleiner Counter hier laufen. Es wäre schön wenn ihr mitmacht.
Das Posting schreiben vom Freitag dauerte dann doch länger als erwartet, zumal ich nicht gut geschlafen hatte und ich jedes dritte Wort verbessern musste, weil die Verbindung Kopf zu Fingerspitzen leicht hinkte. Also musste ich Gas geben um auf dem Wochenmarkt zu sein. Natürlich sind die anderen Samstagsbesucher auf dem Markt nicht dümmer als ich und es hatte sich eine lange Schlange gebildet vor der kleinen portugiesischen Stand der Pastel de Natas in süß und slazig und dazu Kaffee verkauft. Doch ich bekam meinen Becher Kaffee. Es war strahlend schönes Wetter. Ich sah kurz die D. und die K. Ich kaufte alles ein um am Wochenende die neue Raclettemaschine einzuweihen.
Zu Mittag aß ich zuhause eine mitgebrachte Feierstengszalot. Wortwörtlich übersetzt heißt es Feuersteinsalat und ist für mich eine der urtümlichen luxemburger Spezialitäten.
Am Abend schaute ich was ich nach was ich noch auf der Fernsehbox hätte, was ich dort gespeichert habe, bevor es sich nach sechs Monaten von selbst löscht. Es wird nicht mehr wie früher auf der Box selbst gespeichert wo es dann unbegrenzt haltbar war, sondern auf auf einem externen Server der des Anbieters. Früher konnte man es ein Jahr lang ansehen. Inzwischen haben sie diese Zeit auf sechs Monate verkürzt. Ich fand noch von Anfang des Jahres eine komplette Wiederholung in einer Nacht von der zweiten Staffel von Bad Banks, (ich stellte anschließend fest dass sie auch bereits auf Netflix gibt) und schaute sie in einem Wisch weg. Sehr viele mir persönlich bekannte Gesichter fand ich darin wieder, angefangen bei einer der weiblichen Hauptrollen bis hin zur Fernseh-im-Fernsehmoderatorin.
Danach war es 3:00 Uhr morgens und höchste Zeit ins Bett zu gehen, obwohl…es ist komplett egal wann ich ins Bett gehe, die nächsten zwei Wochen wird eh kein Hahn nach mir krähen.
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Am Sonntag dann logischerweise etwas später wach geworden. Der Himmel sah trüb aus. Ein Blick vom vorderen Balkon auf die Temperaturanzeige in der Straße verriet mir dass es nur +1 Grad war. Brrr. Wenn es so schön wie gestern gewesen wäre hätte ich nochmal einen Spaziergang gemacht. Aber die feuchte Kälte kriecht mir sofort in die Knochen. Dann eben nicht.
Frühstück: Ein Bottich Kaffee und ein Stück Stollen von der Fischerbäckerei der absolut nicht schmeckte. Ich erinnerte mich an den Dauner Stollen vom letzten Jahr den ich der Biobäckerei in Trier gekauft hatte. Der war richtig lecker.
Wie sind denn zur Zeit die Covid Spielregeln um nach Trier zu fahren? Es wäre mir schon einen Umweg wert, um den Stollen noch einmal zu bekommen, obwohl ich kein so großer Fan von Stollen bin. Sind das noch immer die gleichen wie vor ein paar Wochen? Ohne Test nur 48 Stunden und nur nach Rheinland-Pfalz und Saarland? Alles andere mit Test und Quarantäne?
Ich las weiter im Buch De Bicherbus. In den nächsten Tagen folgt eine Besprechung.
Am Abend gab es dann Raclette! Ich stellte das neue Maschienchen auf. Einen kleinen Fehler hat es jedoch. Zu der Seite wo das Heitzelement anfängt und wieder aufhört (denn das ist ja so eine Art Schlauch der eine Schlaufe bildet) wird es nicht so heiß. Ich habe einmal 2 Pfannen zeitgleich mit dem gleichen Käse hineingestellt und es macht einen Unterschied. Am Kopfteil schmilzt der Käse schneller als am Endteil. Ich überfrass mich wie vorgesehen.
Ich trat am späten Abend noch einmal kurz auf den Balkon und sah im Haus schräg gegenüber von mir bei dem spanischen Paar, dass sie bereits den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer aufgestellt hatten. „Was? Jetzt schon?“, dachte ich doch dann fiel es mir ein. Es war der erste Advent.
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Ich muss Paul Bocuse nicht vorstellen, ich glaube den kennt wirklich jeder. Doch habt ihr ihn schon einmal kochen gesehen? Die INA bringt schon seit einer Weile auf ihrem Kanal seine ersten Kochsendungen die er fürs Fernsehen machte. Zur Seite hatte man ihm die Schauspielerin Marthe Mercadier gestellt. Was er in diesem Video vorstellt ist ein recht einfaches Menü, das nur sehr wenige Zutaten braucht. Doch sind es die ganzen Tipps und Tricks wie man was putzt und schneidet. Auch wie er ein Hühnchen zerlegt und ausnimmt (was heute je niemand mehr von uns machen muss) denn es geht atemberaubend schnell. Ich hörte ihm so andächtig zu (wie früher die Krichgänger dem Pastor auf der Kanzel) Wenn ihr des Französischen einigermaßen mächtig seid schaut es euch an, ihr lernt wirklich was dazu.
Ich hatte mit der D. ausgemacht eine Runde um die Häuser zu ziehen. Als der Nebel sich einigermaßen gegen 10:30 verzogen hatte gingen wir los.
Wir gingen eine Stecke die ich schon einmal hier andersherum gegangen war und von der die D. den letzten Teil, sprich den Parc Laval in Dommeldange/Eich nicht kannte. Die eigentliche Idee war gewesen, bis nach Dommelgdange zum Bahnhof und von dort aus mit Zug zurück. Doch ich hatte irgendwo gelesen dass zur Zeit keine Züge von und nach Dommeldange fahren sondern nur hindurch. Also drehten wir schon kurz nach dem Park in Eich ab und nahmen den Bus zurück in die Oberstadt.
Wir setzten uns oben auf eine Parkbank neben den Kapuzienrtheater in die Sonne. Wir machten Kaffeepause, ich hatte zu dem Zweck eine kleine Thermosflasche Kaffee eingepackt.
Anschließend zeigte ich der D. in einem Laden was ich mir gerne selbst für Weihnachten schenken würde. Es ist eine größere Investition und ich bin sehr unschlüssig. Ich hätte die Idee nicht gehabt wenn ich nach St. Jean gefahren wäre. Es wäre sozusagen ein Trostpreis für den Verzicht. Ich diskutierte mit der D. hin und her und entschied mich dann dagegen. Es wäre ein Elektro-Roller gewesen. Vielleicht nächstes Jahr in Frühling….
Ich fand aber eine neue spannende Comic Serie.
Aldebaran ist ein Stern im Sternkreiszeichen Stier, des schon für Unmut, vor allem im deutschen Sprachraum sorgte, weil sich schon seit Jahrzehnten Verschwörungstheoretiker damit beschäftigen. Doch kam der Stern auch in zahlreichen Sience Fiction Serien vor u.a. auch bei Star Trek Enterprise. Ein erstes Durchblättern im Geschäft fesselte mich sofort.
Die D. verabschiedete sich. Das war ein Fehler, denn nun redete mir niemand mehr ins Gewissen. Ich ging zu Oberweis und kaufte mir eine Leckerei für den Nachmittagstee. Eine Eclair und ein Millefeuille.
Als ich zurück ging ging ich an der Gallerie Lafayette vorbei und erinnerte mich, dass ich letztes Jahr der N. einen schönen Hoodie aus Kaschmirwolle für Weihnachten dort gekauft hatte. Da ich ja schon seit letztem Winter meine schwarze Kaschmir Jacke nicht finde und sehr vermisse, trat ich ein.
Und ich hatte Glück. Ich fand eine die mir wie angegossen sitzt und sie war dank Black Friday auch noch um die Hälfte reduziert. Ein Schnäppchen über das ich mir sehr freute. Als ich wieder im Untergeschoss war, entdeckte ich in einer Ecke, dass sie sie die ganzen Sonderparfüms von Guerlain haben. Ich hatte mir schon weit vor der Pandemie eine Flasche Cuir Intense gekauft, das ich sehr mag. Ich fragte nach dem Preis, weil ich neugierig war, was die Flasche den bei Ihnen kosten würde. „Sie bekommen heute 30% Rabatt auf alle Düfte, auch auf die Sonderserien!“ Also schnüffelte ich mich durch die Sonderserie und schlug zu.
Merke: man soll mich an Tagen wie dem Black Friday nicht allein durch die Straßen ziehen lassen.
Zuhause hörte ich noch die letzten beiden Folgen des Totenwald Podcast, den ich wirklich nur empfehlen kann. Aber es ist frustrierend zu hören wie viele Fehler damals in den Ermittlungen passiert sind und dass es heute immer noch Vermisste gibt die sehr wahrscheinlich auf das Konto dieses Sereinmörders gehen. Doch ermittelt wird nicht mehr, denn das Gesetz schreibt vor dass gegen Tote nicht ermittelt wird. Die Hinterbliebenen werden wahrscheinlich nie erfahren was mit ihnen passiert ist.
Ungewöhnlich früh klingelte es an der Wohnungstür. Ich bekam ein Päckchen.
Ich habe dieses Mini Raclette Gerät von Tefal weit über 15 Jahre und es ist mehrfach mit mir umgezogen. Der letzte kleine Raclette Abend den ich hier hatte war zusammen mit der N. im Oktober. Doch die Antihaft Beschichtung bröselt an manchen Stellen von den Pfannen ab. Im Anschluss waren die Pfannen so verklebt dass nichts mehr ging. Die Beschichtung taugt nicht mehr, mal davon abgesehen dass es nicht gesund ist sie mitzuessen. Ich suchte nach Ersatzpfannen im Internet doch das Gerät ist inzwischen so alt, dass er schon einen Nachfolger hatte mit komplett anderen Pfannen und dieser wird inzwischen auch nicht mehr hergestellt.
Also musste ich mich schweren Herzens nach einem anderen Gerät umsehen. Meine Wahl viel auf ein Gerät von WMF aus der Küchenmini Serie. Ich habe bereits den Mixer aus der Reihe, als ich noch in der kleinen Wohnung lebte mit sehr kleiner Küche und alles aus Platzgründen klein sein musste. Heute kam das neue Gerät also an und sieht sehr edel aus.
Es hat zwei individuelle Pfännchen und eine Doppelpfanne, bei der sich mir nicht so richtig erschließt für was die gut sein soll. Dann gibt es zwei Pfannenuntersetzer, zwei Schaber und einen kleinen weißen Topf mit zwei Gabeln. Diesen kann man benutzen zum Schokoladenfondue, was jetzt nicht so mein Ding ist. Ich denke dass ich ihn erstmal ausprobieren werde ob ich darin auch ein kleines Käsefondue zubereiten kann, was ich schon sehr sehr lange nicht mehr hatte. Wenn ich mich recht erinnere war das letzte mal in Genf, *zurückblätter in Blog* im Mai 2008.
Auf die Frage warum ich jetzt, da ich ja mehr Platz habe kein größeres Gerät gekauft habe, kann ich nur sagen, dass ich Raclette öfters für mich alleine und ab und zu eine andere Person mache. Wenn ich wirklich ein Raclettegelage mit mehreren Gästen veranstalten will, habe ich genug Freunde und Bekannte die im Besitz eines größeren Gerätes sind.
Ein Sparziergang am Nachmittag.
Die Renaturierungsarbeiten haben begonnen. Das Bächlein Petruss kommt aus seinem künstlichen Kanalbett wieder raus. Was mich dabei sehr befremdete war, dass die erst vor ein paar Jahren kleine Fläche mit Trainingsgeräten unterhalb der Passerelle wieder verschwunden ist. Der Minigolf ist auch abgerissen.
Ich hörte derweil ein paar weitere Folgen des Podcasts von den Geheimnisse des Totenwaldes. Es ist eine Doku über die Göhrde-Morde von 1989. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber die Folge der Abschiedsbriefes hat mich sehr verstört, weil man fast Mitleid mit dem Massenmörder hat.
Am Abend noch mal ein wenig Büroarbeit. Anschließend las ich den neu erschienen sechsten Band von Les Vieux Fourneaux, die ich letztes Jahr in St.Jean entdeckt hatte. Sehr unterhaltsam, wie immer.
Einen allerletzten Kaffee auf der Terrasse im Renert. Ab morgen ist Schluss mit lustig. Ich hatte mich dort mit der D. getroffen um zu beratschlagen was wir bzw. ich für die Feiertage mache. Wir hatten ja schon vor längerer Zeit entschieden dass wir nach St. Jean wollten. Doch seit gestern sind auch die neuen Covid-Maßnahmen in Frankreich raus und es wird weitaus weniger gelockert als gehofft. Die Restaurants und Bars müssen vorerst noch bis zum 20. Januar 2021 ist Türen geschlossen halten. Ausgangssperre ist von abends 21:00 bis morgens 7:00. Ich habe nun schweren Herzens beschlossen, dass ich nicht hinfahre, denn alles was ich dort gerne mache ist verboten. Und ich bin eingesperrter dort als hier.
Als ich wieder in der Wohnung war stornierte ich schweren Herzens das Zugticket.
Das wird also das erste Weihnachten seit sehr langer Zeit das ich in Luxemburg verbringe. Ich hatte vor etlichen Jahren angefangen, als alle nahestehenden Familienmitglieder das Zeitliche gesegnet hatten, Weihnachten nicht mehr in Luxemburg zu verbringen. Ich hatte es im ersten Jahr versucht und es ging sehr schief. Das Jahr darauf verbrachte ich die Feiertage in Barcelona, was eine meiner besten Ideen seit langem war. Ich hatte darüber berichtet.
Dieses mal sind es aber völlig andere Bedingungen und nach den ersten Lockdown Anfang des Jahres weiß ich ja was auf mich zukommt und werde versuchen das beste daraus zu machen. Und so schlimm wird es dieses mal nicht sein, denn die Geschäfte sind noch alle offen.
Am Nachmittag ging dann endlich ENDLICH! die neue Homepage online weswegen ich und andere die letzte Zeit so viel am Rechner saßen. Welcome to Collateral Drama.
Am Abend dann ein letztes mal mit der A. und der N. im Bovary.
Ich war etwas früher dort, denn mein Sofa zuhause säuselte sehnsuchtsvolle Melodien, ich möge mich doch nur ein klein wenig hinlegen. Und ich kenne mich, wenn ich dem nachgebe, komme ich nicht mehr hoch, bis die nötige Bettschwere erreicht ist. Man hatte uns einen Tisch im Kaminzimmer gegeben. Ich las bis die A. und die N. eintrafen den neuesten New Yorker. Die Speisekarte war schon um einiges reduziert, doch ich bekam noch meine Saltimbocca a la Romana, die man hier im Umkreis eher selten auf Speisekarten findet. Am Ende sagten wir dem Personal Lebewohl und dass wir uns spätestens am 15. Dezember wiedersehen. Ich wollte die Stimmung nicht verderben und sagte nichts, denn jeder meint dass alles wieder am Stichdatum öffnen wird. Doch die Gast- und Kulturstätten werden erst dann wieder öffnen wenn die Zahlen signifikant zurückgegangenen sind, das muss nicht zwingend am 15. sein.
Wieder daheim hörte ich als Betthupferl den ersten Teil einer Podcastserie Geheimnisse des Totenwaldes, aus der ARD Audiothek.
Das Herumgeeiere und Warten am Morgen machte mich wahnsinnig. Wann kommt denn endlich das Resultat? Kurz vor Mittag kam die erlösende SMS dass mein Test negativ ist. Uff.
Der Rest des Tages verbrachte ich weitgehend am Rechner und am Telefon mit Terminen umlegen und neu koordinieren. Eine gute Nachricht kam jedoch dabei heraus. Das Weihnachtsmärchen, das ich schon letztes Jahr betreut hatte und dieses Jahr in die Wiederaufnahme geht, wird so oder so stattfinden, selbst wenn die Theater noch geschlossen sein sollten. Es wird dann live gestreamt.
Den Rest des Tages, der wirklich grausig schlechtes Wetter mit sich brachte, denn es war sehr kalt, sehr trüb und sehr feucht, verbrachte ich in der Wohnung.
Am Abend schaute ich YouTube.
Die sehr aufwendige Restauration eines Einarmigen Banditen. Manchmal frage ich mich wie er bei der Menge an kleinteiligen Schrauben und Hebel anschließend noch weiß, wo was hingehört.
Zwei bzw. drei interessante Protraits. Ingrid Bergman und wie sie ihre Liebe zu Rosselini als gewaltigen Faux-Pas von Hollywood angerechnet bekam.
Zwei Frauen die Schauspielerinnen waren und gleichzeitig Regie führten. Barbra Streisand und Ida Lupino (letzte war mir völlig unbekannt)
Nun ist es offiziell. Ab Donnerstag 23:00 Uhr werden , Restaurants, Bars, Kinos und Fitnesszenter vorerst mal bis zum 15. Dezember geschlossen. Die wenigen Einschränkungen, die wir hatten haben hinsichtlich der Zahlen ein paar kleine Früchte getragen, aber weitaus nicht genug. Deshalb werden die Schrauben jetzt fester angezogen. Ob die Theater auch schließen ist zu diesem Zeitpunkt, da ich das hier schreibe nicht ganz klar. Zu Anfang hieß es ja, aber im Pressebriefing am Montag Nachmittag wurden die Theater nicht mehr erwähnt.
Ich derweil, hatte auch sämtliche Symptome. Am Sonntag Morgen hatte ich ein leichtes Kratzen im Hals und eine Schniefnase, später kamen Kopfschmerzen dazu. Zudem war mir kalt. MIST! Ich zog zwei Pyjamas übereinander, wickelte mich in den flauschigsten Morgenmantel und legte noch eine zweite Decke auf das Bett. Vor dem Schlafen nahm ich mein altbewährtes Lemsip. Ich schlief tief und fest wachte aber recht früh auf. Die Sypthome waren weniger, aber doch noch alle da. Also fuhr ich in das neue Zentrum, das erst vor wenigen Tagen geöffnet wurde und man kein Termin braucht. Ich ging erst am frühen Nachmittag was eine gute Idee war, denn ich musste nur 20 Minuten warten. Das Resultat bekomme ich in ungefähr 24 Stunden. Ich werde einen Nachtrag im Posting einsetzen.
Am Abend war mir nicht nach lesen zumute. Ich schaute einen der allerersten Miyasaki Filme auf Netflix, Das Schloss des Cagliostro. Immer noch sehenswert.
Ein sehr ruhiger Sonntag mit sehr miesem Wetter. Außer Häuslichem gibt es nicht sonderlich viel zu berichten. Am späten Nachmittag schaute ich mir die Serie Upload auf Amazon an. Eine recht lustige Serie, mit jedoch einer interessanten Lösung die Unsterblichkeit zu erlangen. Man lässt sein Gehirn kurz vor dem Tod uploaden, und existiert unendlich virtuell weiter. Ziel der Forschung ist es einen Körper zu erstellen in dem die ganzen Daten wieder eingefügt werden können. Das bietet allein von Idee her ganz schön viel philosophischen Stoff zum Nachdenken. Das wird, wenn auch nur kurz, in der Serie behandelt. Ansonsten ist es eine Mischung aus einer Liebeskomödie und einem Cyber Krimi, die recht gut gelungen ist.
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Sehr gebeutelt hat es dieses Jahr vor allem Musiker die keine Konzerte geben durften. Artists for Artists is ein Weihnachtsprojekt mit einer neuen Weihnachts CD.
Steven Pitman & Lata Gouveia have come up with an idea on how to bring some much needed Christmas spirit into peoples lives/homes and, at the same time, create some financial support for the artists involved.
Artists for Artists
Man kann die CD auf dem Link oben vorbestellen und ab Anfang Dezember gibt es die CD in jedem Cactus und Cactus Hobbi.
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Caitlin Doughty erzählt uns etwas über die Beulenpest in San Francisco Anfang des 20. Jahrhunderts. Und gewisse Parallelen mit unserer Pandemie sind nicht von der Hand zu weisen. Vor allem wenn es um Männer mit Macht geht und um Vertuschung. Das Wort Fake war damals auch sehr in Mode.
Friseurtermin am Samstagmorgen. Das ist eher ungewöhnlich und auch der Friseur J.-P. meinte, dass es seltsam sei mich am Samstag im Laden zu sehen. Da er aber nächste Woche nicht da ist, nahm ich den letzten verfügbaren Termin bevor er ein paar Tage Urlaub macht.
Ich kam daher sehr viel später zum Smastagmarkt als sonst und der war zu gut besucht. Ich setzte mich kurz auf die Terrasse im Renert.
Das Wetter strahlend blaue Himmel mit eisigen Temperaturen, so sehr dass ich es nicht allzu lange dort aushielt ohne mich zu bewegen. Ich traf die M., die ältere Schwester meiner verstorbenen Freundin Chantal. Nun muss ich gestehen, dass zufälligen Zusammentreffen mit ihr immer ein wenig seltsam sind. Ich mag nicht jedesmal mit ihr über die C. reden. Einerseits schmerzt es die M. noch immer sehr und ich merke, dass sie mit den Tränen kämpft, anderseits haben wir sonst nicht wirklich Dinge über die wir reden können, da wir uns kaum kennen.
Ich sollte am Abend ein Dinner im Grünewald haben, doch ich bekam einen Anruf dass es wegen einem „Verdacht “ besser wäre nicht zu gehen.
Also beschloss ich dann etwas mehr einzukaufen als üblich, denn ich muss ja ohne zu verhungern übers Wochenende kommen.
Den Abend allein zuhause verbracht (ich täte gut daran mich für die nächsten Wochen wieder daran zu gewöhnen) Wer übrigens die neueste Ausgabe von NO ART noch nicht gesehen hat:
Noch später bekam ich eine SMS der L., die Frau des letztes Jahr verstorbenen Cousins meiner Mutter, der auch Patenonkel von meinem Bruder war. Ich hatte davon berichtet.
Sie schrieb dass sie mich in der Sendung gesehen hätte. “ Deine Mutter wäre stolz auf dich.“ Ich nahm das Kompliment als solches an, obwohl es keines ist. Das einzige mal dass meine Mutter tatsächlich sagte, dass sie stolz auf mich war vor etlichen Jahren als RTL mir eine ARTBOX Sendung widmete. Da verstand sie erst was mein Job ist und was ich eigentlich mache und dass es einem Fernsehsender eine komplette Sendung wert ist.
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Folgendes Video ist schon etwas älter. 30 Tage Zeitraffer in zehn Minuten auf einem Containerschiff. Ich sah es mir auf dem Fernsehbildschirm an, da es in 4K ist. Atemberaubend schön. Einen der Häfen an dem es anlegt kannte ich. Singapur.
Den Donnerstag verbuchen wir unter „Bäh-pfff-tzz-abersowasvonscheißegal“ Tag.
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Dafür war der Freitag um einiges erfreulicher.
Ich stand recht früh auf und machte mich fertig um alles für den Käseabend einzukaufen. So wie es aussieht, wahrscheinlich einer der letzten für eine Weile. Da man uns ja schon beim letzten Regierungsbriefing angedroht hatte es würde noch mehr Einschränkungen kommen, wenn die Zahlen nicht runtergehen. Am Montag wissen wir mehr.
Es war ein strahlend schöner sonniger Tag. Ich hatte mich mit der D. im Renert auf der Terrasse verabredet zum Mittagessen. Die hatte nämlich gestern Geburtstag und ich hatte ihr selbstgemachte Trüffel mitgebracht. Es ist zu ersten mal dass ich sie machte, nach einem Rezept meiner Mutter, das ich noch so ungefähr im Kopf hatte. Sie machte sie immer im Winter um Weihnachten und mein Vater liebte sie heiß und innig. Irgendwann entschloss sich meine Mutter dazu sich die Schokolade abzugewöhnen wie das Rauchen. Sie hörte auf Schokolade zu essen. Und damit waren die Trüffel auch verbannt.
Großes Lob von der D., sie wären sehr lecker.
Die Weihnachtsdeko der Stadt, dieses Jahr ohne Weihnachtsmärkte:
Zwischenzeitlich fing ich an das Buch De Bicherbus zu lesen. Und ich muss sagen nach den ersten drei Kapiteln bin ich schon sehr begeistert.
Am Abend dann das große Käsefressgelage mit der A. und der N. So sah der gedeckte Tisch aus.
Zwei verschiedene Blauschimmelkäse. ein St.Augur der andere weniger scharf mit Schafs- und Kuhmilch. Gauda mit Kümmel. Brie de Meaux. Qutschkéis, ein luxembuger Käse mit Pflaumenschnaps. Zwei kleine Cabecou. Tome de Savoie. Ein Glas Feigenconfit mit Trauben.Vuilly Suisse, Gouda mit Trüffel, Baskischer Schafskäse. Ein Glas Apfelconfit mir salziger Butter.
Tischgespräch: Wir sind uns alle sicher, dass nächste Woche mehr Einschränkungen kommen, dass vor allem die Restaurants, Cafés und Bars schließen müssen. Ob die Theater schließen, war noch nicht so ganz klar.
Völlig überfressen wankten die A. und die N. nachhause und ich fiel rülpsend ins Bett.
Ja, mir geht das auch gegen den Strich, dass ich nicht täglich poste. Aber am spät am Abend mag ich nicht mehr schreiben, da ich das morgens bevor ich es hochlade wieder lösche oder komplett umschreibe, weil es mir nicht gefällt. Und wenn der Tag schon mit viel Getöse losgeht, bleibt keine Zeit dafür.
Ich hatte am Dienstag sehr schlecht geschlafen. Ich musste doch etwas früher als gewöhnt los, da ich eine Galerie besuchte. Wie, wo und was, erfahrt ihr am Samstag.
Anschließend fuhr ich nach langer Zeit mal wieder den großen französischen Supermarkt. Ich kaufte andere Dinge als sonst.
Am Nachmittag bereitete ich mich auf die No Art Sendung von Mittwoch vor.
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Der Mittwoch dann begann mit dem Wochenmarkt, wie üblich und obwohl es sehr nebelig und düster aussah, hatte man und im Laufe des Morgens Sonne versprochen, die sich auch zeigte.
Die Weihnachtsdeko schlägt langsam aber sich zu. Bei Cartier haben sie einen riesigen Panther von der Tür hängen.
Ich flitze zurück um mich umzuziehen und ging anschließend zu Fuß zum Tramsschapp, wo zur Zeit die CAL Ausstellung stattfindet. Dort sollte die Aufzeichnung der Sendung sein.
Es machte wie immer einen Heidenspaß dauerte jedoch länger als sonst weil es ein komplett neuer Ort war. Da brauchen Licht- und Kameraeinstellungen doch etwas länger. Das Resultat könnt ihr am Samstag sehen.
Nach der Aufzeichnung lud die C. mich und die beiden anderen Moderatoren zu einem kleinen Umtrunk ein um uns ihr brandneues Buch zu überreichen. Es ist der erste Roman den sie geschrieben hat.
Jetzt weiß ich auch was ich am Wochenende machen werde; das neue Buch lesen!
Am Abend eine sehr lange Besprechung mit der neuen Theatertruppe die sich im Sommer gegründet hat. Wir hatten sie ins Bovary verlegt. Bevor ich los fuhr, machte ich ein Foto von zwei Planeten und einem Trabant. Saturn, Jupiter und der Mond.
Ich war insgeheim zum ersten mal froh dass wir eine Sperrstunde haben, denn so mussten um 22:00 Schluss machen. Mir rauchte breites nach den ersten zwei Stunden intensiver Gespräche der Kopf.
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Heute gibt es ein Sado-Maso Rezept, zumindest für den der Schokoladen Brownies mag. Die Wartezeiten dazwischen sind schier unerträglich. Der 100-Stunden Brownie. So cremig wie er in der Mitte ausschaut ist es wohl die Mühe Wert.
Ein ruhiger Montag mit Vorbereitungen für die nächste NO ART Sendung.
Ich hatte euch den Marsupilami versprochen. Das Tier stammt aus der Comic-Reihe Spirou und Fantasio und wurde vom Zeichner André Franquin erfunden.
Nun kam im Oktober aus einem der dem größten Comic Verlage, Dupuis eine Art Spinoff heraus, der erste Band einer neuen Reihe, mit dem Titel La Bête. Zeichner und Texter sind Zidrou und Frank Pé. Es ist ein völlig anderer Zeichenstil als bei Franquin und es ist weitaus düsterer und grauer. Die Anfangssequentz, die sehr der Eröffnung eines Films ähnelt, lässt das Tier in einem völlig anderen Licht erscheinen. Ich dachte beim Lesen zuweilen an King Kong und Nosferatu. Die Geschichte spielt zu Anfang in Antwerpen um dann in eine kleines Dorf unweit der Küste verlegt zu werden. Da die menschliche Hauptfigur ein kleiner Junge ist, ist die Geschichte dann nicht so gruselig wie erwartet. Es endet mit einem gewaltigen Cliffhänger und ich bin gespannt auf den nächsten Band.
Wer ein Interview mit dem Zeichner sehen möchte:
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Am Abend schaute ich auf Netflix eine Empfehlung der A., der D. und noch ein paar weiteren. The Queens Gambit, ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches aus den 80er Jahren von Walter Tavis. Es ist eine limitierte Serie, was glücklicherweise bedeutet dass es keine weiteren Staffeln geben wird als nur die sieben Folgen. Die Geschichte spielt in den fünfziger und sechziger Jahren was es von den Kostümen und Bauten her schon sehr sehenswert macht. Auch die Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy wird der Hauptfigur Elisabeth Harmon absolut gerecht. Es dreht sich alles um Schach und ich hätte nicht gedacht dass man aus diesem Stoff einen so genialen fast siebenstündigen Film machen kann. Eine Absolute Empfehlung von mir.
Und wer sie schon gesehen hat oder sehen will Jodie Foster zum ersten mal ein Interview moderiert mit den Hauptdarstellern der Serie und dabei zum einen totalen Fan mutiert:
Ein sehr ruhiger Sonntag. Ich las La Bête aus, das ich vor ein paar Wochen in der FNAC entdeckt hatte. Darüber schreibe ich morgen. Zudem The Queen’s Gambit angefangen. Eine sehr schöne Serie über ein Schachwundermädchen in den 60ern. Allein schon der Kostüme und der Deko wegen ist sie sehenswert.
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Ein eingeschlafener Joël auf dem elterlichen Sofa. Dem Licht auf dem Foto nach im Vergleich zu weiteren Fotos, die auch im Wohnzimmer gemacht wurden, muss im Winter um Weihnachten gemacht worden sein.
Ich kann mich sehr gut an diese Hose erinnern, die ich über alles liebte. Sie war aus Kunstleder und mit Pelzfutter und sehr weich. Ich war sehr unglücklich als ich sie nicht mehr anziehen konnte, weil ich rausgewachsen war.
Den Freitag begann ich sehr ruhig und ohne Hektik. Ich bloggte erstmal den Vortag weg und erledigte allerlei häusliche Dinge die sich während den letzten Tagen nicht von selbst erledigt hatten. (Ich überlege dabei was sich denn tatsächlich von selbst erledigen könnte.)
Dann am späten Nachmittag erhielt ich die Nachricht dass die Vorstellung am Abend (in einem anderen Theater als gestern) wegen einem positiv Fall abgesagt wurde. Rums! Nun muss ich zum Glück nicht Quarantäne, denn den letzten Kontakt mit der Person hatte ich Ende Oktober und ich hatte nur indirekt mit ihr zu tun. Mich schüttelt das jedes mal wieder ein wenig durch, wenn es so bedrohlich nahe rückt.
Da ich ja nichts anderes vorgesehen hatte und jetzt zuhause bleiben würde, brauchte ich Ablenkung. Ich schaute die letzten vier Folgen von Ratched und blieb auch dran. Vom Aufwand her muss die Serie ein Vermögen gekostet haben. Die Kostüme, die Ausstattung, es sieht alles sehr edel und nigel-nalgel-neu aus, was der Serie etwas irreales verleiht. Das ist bei all den grausigen Dingen die passieren sehr passend, denn als Zuschauer behält man eine gewisse Distanz dazu. Ich war dann doch überrascht wie sehr ich letztendlich die Serie mochte.
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Der Samstag fing mit strahlendem Wetter an.
Auf dem Wochenmarkt kaufte ich für den Abend eine Flasche Wein, beim Winzer meines Vertrauens. Ich kenne ihn schon recht lange und es ist eine der seltenen Weinbauern in Luxemburg der sich traut auch mal neue Dinge auszuprobieren. So hat er dieses Jahr den lang vergessenen Verjus herausgebracht. Ich hatte davon berichtet. Er hatte einen Standplatz angemietet und bekommen als wir den ersten Lockdown hatten, der Markt jedoch immer geöffnet bleib. Jetzt bekam er von der Gemeinde einen Brief, dass sie ihn dem Platz wieder wegnehmen. Ab nächster Woche darf er nicht mehr kommen. Das Argument war dass der Place Guillaume eine neuen Belag bekommt und es für den Markt weniger Platz geben wird. Das ist lächerlich! Die Bauarbeiten beginnen erst im JANUAR!
Zum Mittagessen war mit einem Arbeitskollegen verabredet. wir wählten das kleine Ramenrestaurant auf der Place Guillaume. Es wurde eine längere Sitzung denn gab viel zu besprechen.
Am Abend traf ich mich mit den 90er Damen, denn eine von ihnen hatte Geburtstag. Durch die Sperrstunde war es jedoch ein kurzes Vergnügen. Als ich gegen 22:30 mit der D.los fuhr , die ich ebenfalls zurück brachte, brach eine Rushhour aus. Die Straßen waren voll mit Autos wie an einem hellen Nachmittag und jeder versuchte noch vor der Sperrstunde daheim zu sein.
Da ich am Abend davor ja so kurz vor knapp vor der Sperrstunde zuhause ankam, war ich (auch durch die Premiere) recht aufgedreht und direkt ins Bett und schlafen ging nicht. Dann merkte ich dass ich in der Aufregung das Smartphone hatte liegen lassen. Aber wo? War es mir im Auto vom Sitz gerutscht? Nein, die Radar App auf dem Tablet zeigte an dass es im Theater im Maskenraum liegt. Na gut. Dort bin ich ja gleich wieder morgen früh.
Der Wecker klingelte um 6:00. Ich watschelte verschlafen durch die Wohnung und machte mich fertig um kurz nach 8:00 wieder im Theater zu sein. Das Smartphone lag noch an der gleichen Stelle. Uff.
Ich absolvierte die Vorstellung fast mechanisch und packte alles ein, während das Stück lief. Kurz nach Mittag war ich zurück.
Ein schneller Einkauf im Supermarkt.
Anschließend legte ich mich kurz hin. Doch aus dem Kurz wurde ein Lang und ich schlief volle zwei Stunden. Danach war ich wieder einigermaßen ich selbst.
Am Morgen war es recht trüb und dunkel, doch der Himmel klarte am Nachmittag auf und bescherte mir am Abend einen orange-rosa farbenen Himmel.
Am Abend schaute ich zwei weiter Folgen Ratched auf Netflix. Was für eine seltsame Serie! Keiner der ganzen Hauptprotagonisten ist auch nur im Ansatz ein Sympathieträger und wenn, dann nur aus Mitleid. Noch bleibe ich dran. Aber so richtig geflashed bin ich nicht.
Als ich erwachte zeigt der Wecker 6:28 an und hatte nicht geklingelt. Huch!
Aber da ich eh immer morgens mindestens eine Stunde bis anderthalb einrechne war genug Zeit um wach zu werden.
Erste Vorstellung um 10:00
Und da ich keine Umzüge hatte schrieb ich derweil schon ein wenig im Blog vor. Nach der Vorstellung gleich zurück in die Wohnung und ich legte mich für eine Stunde hin, denn am Abend war ja nochmal eine Vorstellung für normales Publikum vorgesehen.
Zweite Vorstellung dann um 20:00
Da es die eigentliche offizielle Premiere war, gab es anschließend auf der Hinterbüne einen schnellen Umtrunk. Da auch von mir ein paar Bekannte da waren, wurde es dann doch etwas später als gedacht und ich musste danach richtig Gas geben um vor Sperrstunde zu hause zu sein.
Es klappte so kurz vor knapp und ich fuhr fünf Minuten vor 11:00 Uhr in die Garage. Wenn ich zu spät gekommen wäre und ich hätte kein Passierschein vom Theater gehabt, hätte das mich bei einer Kontrolle 150€ gekostet.
Und morgen wieder Vorstellung um 10:00. Kinder- und Jugendtheater kann so verdammt undankbar und anstrengend sein.
Und während ich dieses Blogposting über den Tag hin vorschreibe, weil am Abend bekomme ich keinen gescheiten Satz mehr zusammen, dachte ich daran, dass ich eigentlich dankbar sein müsste.
In Luxemburg sind noch immer alle Theater offen und es finden Vorstellungen statt. Gut, es gibt recht drastische Vorschriften. Maske immer und überall, mit Ausnahme der Darsteller auf der Bühne. Es werden jede Woche Tests gemacht, die freiwillig sind, doch es geht jeder hin. Auch die Zuschauerzahlen sind drastisch heruntergefahren worden. Egal wie groß der Raum ist, mehr als 100 dürfen es nicht sein. Mit den ganzen Abstandsregeln werden es dann automatisch noch weniger. Auch im Zuschauerraum gilt Maske immer und überall.
Aber all diesen Einschränkungen zum Trotz bin ich dankbar. Solange nicht alles geschlossen wird gibt es Arbeit.
Generalprobe am Mittag.
Anschließend legte ich Zuhause los und kochte die Quitten zu Dulce ein nach dem Retzept das ich bei Anke gefunden hatte. Sie warnt übrigens zu recht dass es böse spritzt und brennt. Aua!
So ungefähr sieht der Laib aus wenn ich davon scheibenweise in St. Jean beim Käsehändler kaufe. Mein einzige Sorge ist dass es vielleicht nicht fest genug wird dass man es schneiden kann. Er steht jetzt im Kühlschrank, wir werden sehen.
Am Abend ging ich mit der A. ins ELA. Die A. hatte ein paar Mezze und ich ein gewaltiges Thunfischsteak.
Früh zu Bett.
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Der Wecker klingelte sehr früh. Ich musste schon um 8:00 morgens im Theater sein. Vorstellung um 10:00. Ob ich müde bin fragte mich jemand. Nun ja, mein Körper war im Theater, der Rest lag Zuhause im Bett.
Es lief jedoch alles ohne Zwischenfall.
Anschließend nach hause für ein kleines Nickerchen.
Am Abend schaute ich mir eine weitere Folge von Ratched auf Netflix an.
Wieder sehr früh ins Bett, denn morgen gibt es eine Doppeltvorstellung.
Ein sehr gemütlicher Morgen mit ausschlafen, anschließend ein Kaffee vor dem Rechner und das Blogposting fertig schreiben.
Am Mittag schob ich die Gemüsequiche in den Ofen, die ich gestern beim Dinkelbäcker gekauft hatte und war nur mittelmäßig überzeugt. Der Teig war großartig, so habe ich den selten hinbekommen, aber die Füllung, sorry da ist meine um einiges herzhafter.
Am Nachmittag hatte ich zusammen mit der D. und der K. einen Besuchsslot gebucht, um mir die neue Ausstellung von Sandrine Ronvaux anzusehen, von der ich bereits ein Bild besitze. Die Ausstellung ist seit heute in Burglinster in der Burg selbst zu sehen.
Sie hat weiter an den Bildern über die ID , bzw. dem Fingerabdruck gearbeitet und ihre Technik weiterentwickelt. Inzwischen arbeitet sie mit Plexiglas was mit der Beleuchtung sehr spannende Effekte erzeugen kann.
Anschließend fuhren wir in meine alte Heimat, die nicht so weit entfernt ist und Sonntags immer noch ein Magnetpunkt zum Flanieren ist und tranken gönnten uns ein Eiskaffee.
Abends früh ins Bett, denn morgen muss ich sehr früh los.
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Bei der quirligen Emmy lernte ich heute etwas neues. Man findet häufig auf Bioschwämmen eine Rubbelmaterie, von der gesagt wird dass sie aus Loofa besteht . Was ist Loofa? Emmy hat es diesem Sommer angepflanzt und zeigt uns was sie geerntet hat.
Wieder ein wunderschöner herbstlicher sonniger Tag.
Der Hahn der Kirchturmspitze von Belair glänzte in der Sonne.
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Nach einer Tasse Kaffee das Blogposting rausgeschossen und noch ein wenig rumgesurft. Dabei eine sehr befremdliche Aussage gefunden.
„Jede Person im Land, die Covid-19 hat und stirbt, wird als Covid Toter gezählt. Ob das Virus die Todesursache ist oder nicht spielt dabei keine Rolle. Eine internationale Konvention sieht das so vor.“
Mir ist schon klar dass alles andere eine gewaltige Ursachenforschung mit Autopsie und dergleichen hinter sich her ziehen würde. Es leuchtet mir auch ein, dass es hier nicht von Nutzen ist, denn es steckt ja nicht zwangsweise ein aufzuklärendes Verbrechen dahinter. Aber ein Suizid z.B. oder ein Unfall, wie ein Sturz von der Leiter mit Genickbruch im eigenen Heim eines Menschen der in Quarantäne saß, sind aus meiner Sicht keine Covid Toten. Somit ist die Anzahl derer die tatsächlich daran sterben auch relativ zu sehen.
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Ich hatte gestern versprochen, dass ich etwas zeigen würde was die C. mir im Chat gezeigt hat und ich unbedingt auch haben wollte. Denkste! Und obwohl es den Laden in Luxemburg gibt haben sie genau das was ich suchte NICHT im Sortiment. Na gut! Dann muss ich wohl wieder im Internet. Das nervt inzwischen. Bei Benetton haben sie eine Kollektion von Keith Haring T-Shirts, Hoodies und Jacken herausgebracht. (Und für den Benetton Online Shop gibt es Luxemburg wieder wie es Bielefeld gibt. Na dann behaltet euren Sch…!)
Ich kaufte eine vielversprechende Gemüsequiche bei meinem Dinkelbäcker. Gekostet wird sie erst morgen.
Zurück vom Wochenmarkt rief die N. an und fragte ob ich nicht Lust hätte mit ihr die neue Ausstellung von Bertrand Ney im Espace H2o anzusehen. Sie würde sich noch nicht trauen mit ihrem Auto zu fahren, weil sie noch ein klein wenig unsicher auf dem operierten Fuß sei. Also fuhr ich mit ihr hin.
Der Espace H2o ist eine Ausstellungshalle in Differdange, die etwas abseits gelegen, in einem alten Wasserwerk beheimatet ist. Die Räume sind im früheren Wasserspeicher.
Bertrand hatte sich für seinen 65. Geburtstag eine Retrospektive seiner Werke als Ausstellung gewünscht. Zu sehen sind viele seiner Skulpturen aus mehr als 30 Jahren Schaffenszeit. Auf den Fotos die ich gemacht habe zeige ich nur eine kleine Auswahl.
Am Abend dann ins Theater. Die Hauptprobe verlief ohne Zwischenfälle. Die Sorge dass ich nicht vor der Sperrstunde zuhause sei, war unbegründet.
Und dann gibt es Tage an denen alles läuft wie am Schnürchen ohne große Aufregung.
Ich musste nicht früh raus und konnte mir Zeit lassen. Ich wickelte mich in den extra dicken Bademantel ein und eine Decke, setzte mich auf dem Balkon und trank dort den ersten Kaffee des Tages in der klirren kalten Luft mit strahlend blauem Himmel und Sonne. Das war schon sehr schön.
Anschließend wartete noch ein wenig Papierkram auf mich den ich nach einer Nachfrage sofort in Angriff nehmen musste. Meine Viersprachigkeit war mir wieder sehr von Nutzen, obwohl ich für ein paar Satzkonstruktionen dann doch Google zu Hilfe nehmen musste.
Nach einem längeren Telefonat machte ich mich auf, ein ganzes Dossier pünktlich abzuliefern.
Ich überlegte kurz. Ja warum eigentlich nicht? Ich ging wieder ins Renert zum Mittagstisch. Gestern war es lecker, doch heute war es sensationell!
Mit Olivenöl gebratene Dorade mit vielen Kräutern innen und außen, dazu Polenta und ein Allerleisalat mit Artischokenherzen. Boah!!!
Am späten Nachmittag im Theater
Der Maskenraum sieht zwar um einiges schicker aus, doch von der Beleuchtung her ist er nicht optimal.
Und während ich darauf wartete dass der Durchlauf ein Ende findet, chattete ich mit der lieben C in Freiburg. Und sie zeigte mir etwas was ich gleich morgen haben MUSS.
Ein sonniger Tag an dem nichts bloguntaugliches passierte und somit ideal um beim monatlichen Aufruf von Frau Brüllen mitzumachen. Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag.
Es hatte in der Nacht gründlich abgekühlt. Ich brauchte dafür nicht auf die Temperaturanzeige zu schauen, ich sah es beim ersten Blick zum Fenster hinaus.
Das Nachbardach hatte den ersten Frost.
Dann kam die erlösende SMS. Ich bin negativ. Uff. Das schöne Wetter und die gute Nachricht vom Test verleitete mich dazu ein Blumenhemd anzuziehen.
Friseurtermin um 11 Uhr. Jetzt sieht das wieder schick aus.
Anschließend, da ich gestern den Mittwochsmarkt nicht aufgesucht hatte, ging ich zum Renert, der seit letzter Woche Samstag wieder geöffnet hat, zum Mittagstisch. Und wie der Zufall es wollte, waren die D. und der B. auch da. Es gab Wildschweinragout mit viel Gemüse und viel Polenta. Sehr gut. Und da ich weiter keine wichtigen Termine hatte gönnte ich mir ein Glas Riesling.
Auf dem Rückweg sah ich kurz in der FNAC vorbei. Ich hatte die letzten Tage nach dem Parasite auf allen Streamingplattformen gesucht die mir zur Verfügung stehen und wurde nicht fündig. In der FNAC auch nicht. Dann bleibt wohl nur das Internet. Ich kaufte bei Namur eine Rieslingpastete für abends.
Wieder in der Wohnung sah ich, dass ein neues Ehepaar in den ersten Stock einzieht. Ich sah ein paar Kisten mit Spielzeug vor der Tür stehen. Also mit Kleinkind.
Um halb vier hatte ich einen Termin in der Autowerkstatt für die Sommerreifen gegen die Winterreifen auszuwechseln. Der Termin sollte eine Stunde dauern, doch ich bereits nach 30 Minuten wieder draußen. Ich schrieb derweil bei einer Tasse Kaffee den Großteil dieses Posting vor.
Wieder zuhause machte ich es mir gemütlich. Ich aß die Rieslingpastete und zappte ein wenig herum was ich mir auf Netflix ansehen könnte. Ich hatte noch Ratched in der Liste stehen. Ich schaute die Pilotfolge. Das scheint nicht schlecht zu sein, doch ich wollte für den Abend etwas anderes.
Ich fand die Doku über ägyptische Ausgrabungen Die Geheimnisse der Grabstätte von Sakkara. Und die fesselte mich von Anfang an. Nicht weit von der ältesten Pyramide, der Stufenpyramide fand man 2019 ein neues Grab eines Priesters, dessen Geschichte jedoch einige Ungereimtheiten aufzeigen. Auch ein Katzenfriedhof brachte ein paar spektakuläre Funde hervor. Zum Ende des Films geht es Schlag auf Schlag und sie faden fast täglich neue großartige Funde am selben Ort. Sehr schöne Doku ohne Effekthascherei.
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Dieser Twitterthread trieb mir ein wenig die Tränen in die Augen.
Dad’s ability to improvise and compose beautiful melodies on the fly has always amazed me.
Tonight, I gave him four random notes as a starting point.
Although his dementia is getting worse, moments like this bring him back to me. pic.twitter.com/dBInVCTmfF
Es fällt mir seit ein paar Tagen sehr schwer mich jeden Morgen hinzusetzen und zu bloggen. Zudem sind die Tage mit nicht blogtauglichen Dingen angefüllt. Darum auch heute nur sehr kurz.
Am Morgen zum Covid-Test. Ich weiss inzwischen nicht mehr der wievielte. Am Abend hörte ich kurz im Radio dass man sich erste kleine Hoffnungen macht, dass die Zahlen nicht noch weiter explodieren, sondern stagnieren. Auch durch die tägliche Analyse des Klärschlamms hat man bereits gemerkt dass die Zahlen langsam wieder runtergehen müssten.
Anschließend Theater.
Am Abend mit der K. Abendessen im Grünewald. Wir hatten einen Tisch in der letzten Ecke der Bar bekommen. Sorry Fotos gibt es keine.
Der Montag wurde von einem nicht blogbaren Ereignis überschattet. Doch so wie ich das jetzt, in diesem Moment empfinde, wird sich dieses Ereignis sich nicht wiederholen und somit ist es auch nicht im Detail erwähnenswert.
Von einer anderen Begebenheit kann ich jedoch berichten. Ich lernte einen jungen Mann kennen, der sich mit einem sehr typischen luxemburger Namen vorstellte. Im Verlauf der Unterhaltung gestand er mir, dass er von seinem Vater her arabischer Abstammung ist, jedoch vor ein paar Jahren seinen arabischen Vornamen in einen französischen Vornamen umändern ließ und den luxemburger Familienname seiner Mutter annahm.
Er hätte früher nur Probleme gehabt mit seinem Vornamen, wäre gehänselt worden und in seiner Jugend dadurch sehr aggressiv gewesen. Er wäre nie ernst genommen worden. Und immer wenn er sich irgendwo mit seinem Namen vorstellte für eine Arbeitsstelle konnte er sicher sein dass sie ihn ablehnten. Als er dann den anderen Namen und Vornamen annahm, hörte das alles auf.
Ich war sehr betroffen und bedrückt als ich das hörte. Was sagt das über unsere ach so ‚offene‘ luxemburger Gesellschaft aus? Ich dachte noch lange darüber nach, auch über mein eigenes Tun und Handeln.
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Am Dienstag war ich recht früh wach und werkelte ein wenig zuhause herum bis es Zeit war zum Theater zu fahren.
Hier werde ich nun nicht weiter erwähnen wo ich war und an was ich arbeite. Nur so viel. Es liegt sehr viel im Argen und es wird alles andere als ein Ausflug in die Sommerfrische.
Als ich die Probe verließ wollte ich nicht sofort nachhause, ich wollte ‚Comfort Food‘. Ich ging zu dem kleinen chinesischen Restaurant meines Vertrauens, dem Chinese King. Ich erwähne es nicht immer wenn ich hingehe oder mit etwas von dort mit nach hause nehme. In der ‚Lindenstraße‘ ist es der Grieche, bei mir ist es der Chinese.
Ich hatte die 308. eine Spezialität des Chefs, die ich noch nie probiert hatte und sehr lecker ist.
Zum Nachtisch hatte ich gebackene Bananen.
Das Restaurant war spärlich besucht, was mir recht war, denn allein schon ob der ‚Situation‘ die über unser allen Köpfen schwebt, wollte ich auch keine Menschen sehen.
Da das Wetter trüb, grau und trist war und ich nicht die geringste Lust hatte über Häuslichkeiten zu berichten, weil sie eh immer gleich sind, machte ich das was in der Überschrift steht.
Ich habe nie einen klassischen Allerheiligentag beschrieben, den ich über Jahre hinweg immer mitgemacht habe aus anerzogenem Pflichtgefühl und weil Großmutter Thérèse es so wollte.
Dieses Ritual zog sich über Jahrzehnte hinweg und so lange wie Tante Greidi lebte war es ein noch größerer Zeitaufwand. Wir mussten ALLE an Allerheiligen zum Familiengrab. ALLE. Ausnahmen gab es nur für meine Mutter weil sie ja Krankenschwester war und oft an dem Tag arbeiten musste. Inzwischen lebten auch alle in mit Ausnahme von Tante Gritty in der ‚Alten Heimat‘ und es war glich jedes mal einer Pilgerwanderung.
Alle schmissen sich in Schale. Der Klassiker war der Pelzmantel und Krokodilleder Handtasche. Es wurde sich herausgeputzt wie für eine Modenschau, was es letztendlich auch war. Vor allem Großmutter Thérèse war in dem Punkt oberpingelig. Wenn sie an dem Tag nicht jedes Outfit von jedem mitbestimmen und begutachten konnte, war sie ungehalten. Loriot hätte einen fabelhaften Sketch daraus gemacht.
Ich sollte vielleicht erklären dass die ‚Alte Heimat# 35 km von der Hauptstadt entfernt liegt. Und da der Friedhof mitten im Stadtteil Bonneweg liegt und es dort nur sehr wenige Parkplätze gibt, fuhren wir immer fast zwei Stunden vor der Gräbersegnung damit wir gleich beim Eingang der Friedhofs einen Parkplatz bekamen, damit Tante Greidi nicht so weit laufen musste. Das brachte dann mit sich, dass wir oft fast über eine Stunde vor der Segnung da waren und im Wagen warten mussten. Und es kam wie es kommen musste, es brach ein Streit aus. Dann standen wir meistens viel zu früh am Grab, weil Großmutter Thérèse nach der Devise ’sehen und gesehen werden‘ fuhr. Man grüßte hier und schüttelte dort eine Hand. Es war fast wie auf einem mondänen Event.
Doch bis die Messe und die Segnung dann endlich los ging, waren wir alle gründlich durchgefroren und durchnässt und Tante Greidi fing an zu zetern, weil sie nicht so lange stehen wollte. Doch wollte sie aber auch nicht vor der Segnung wieder zurück zum Auto, das hätten doch ALLE auf dem Friedhof mitbekommen! Also blieb sie stehen und giftete leise ihr Schwester Thérèse an…
Und so wurde jedes Jahr aus einer Aktion, die man hätte in knapp zwei Stunden durchziehen können ein Ritual das sich manchmal auf vier Stunden hinzog.
Ich hasste Allerheiligen.
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Großes Rabenevent am späten Nachmittag in der Nachbarschaft.
Ich lernte vor kurzem bei der geschätzten Kaltmamsell dass Fotos mit Käse Herbstlaub überbacken immer besser sind. Und wenn sie an einem sonnigen Samstag gemacht wurden sind sie fast perfekt.
Und doch trügt diese Idylle über die aktuelle Krise nicht hinweg. Unsere Zahlen sind…sprechen wir nicht davon.
Auf dem Wochenmarkt kaufte ich noch einmal Quitten um Dulce de Mambrillo, oder auch noch Fromge de coin herzustellen. Bei Anke Göner fand ich das Rezept dazu. In St-Jean im Baskenland gibt das bei jedem Käsehändler, das ganze Jahr über. Ich kaufte auch frische Spagetti für Sonntag. Da das wetter nämlich, nicht wie heute strahlend sonnig zu werden, sondern wieder trist und trüb, habe ich genug Zeit mit ein paar häusliche Dinge anzutun.
Ich war sehr gespannt gewesen, was es mit den hängenden Gärten auf sich hätte, da ich sie ja schon einmal kurz davor gesehen hatte. Ich war dann doch sehr baff, wie sehr sich das in den paar Wochen noch einmal verändert hatte. Arny Schmit hat versucht auf Karton Pflanzen zu züchten was ihm auch weitgehend gelang.
Am Nachmittag legte ich mich für eine Stunde hin und verbrachte den Rest des Tages mit häuslichem.
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Der H. aus Melbourne schickte mir folgende Reportage aus der NYT, die ganz gut das beschreibt was er die letzten Monate mitgemacht hat. 111 Tage Lockdown! Ein bisschen raus durften sie jedoch. Der H. konnte täglich auf dem Rad ein paar Runden um den Block drehen. The Lockdown That Felt Like It Might Last Forever Has Finally Ended
Gleich vorneweg: es nieselte und war grau den ganzen Tag, was nicht zur Erheiterung beitrug.
Es fing mit der banalsten Haushaltsarbeit, der Spülmaschine ausräumen. Ich nahm ein Glas hervor und stellte bestürzt fest, das es Schrammen und Abreibungen hatte, die ich vorher nie gesehen hatte. Ich habe jedoch noch immer die gleichen Tabs und im Prinzip hat sich nichts geändert, bis ich merkte was für ein Glas es war.
Ich hatte schon mal vor langer Zeit über diese Gläser berichtet und wie sehr ich an ihnen hänge. Ich hatte lange gesucht um die gleichen nochmal zu finden doch eine Bekannte wurde fündig. Dieses eine Glas allerdings ist noch ein letztes Original aus dem elterlichen Haushalt. Es hat schon viele Spülgänge in vielen verschiedenen Maschinen überlebt. Und plötzlich sah ich mich das gleiche Glas aus der Maschine in der Küche in meinem Elternhaus ausräumen und in den Schrank stellen, und die Vergangenheit war wieder so präsent, dass sie schmerzte…
Später erfuhr ich dass eine Bekannte ihren Job verloren hat.
Eine gute Nachricht dann: die N. wurde heute entcyborgt. Aus dem gebrochenen Fuß von vorletztem Jahr wurde die Metallschiene entfernt.
Und dann kam so kurz vor knapp eine SMS dass die Vorstellung heute bereits eine Stunde früher anfängt, sonst wird es wegen der Sperrstunde um 23:00 eng werden für die Zuschauer um nach hause zu kommen.
Die Vorstellung verlief ohne Zwischenfälle.
Noch später bekam ich eine SMS dass gute Freundin von mir es jetzt erwischt hat.
Nein ich bin noch immer da. Aber irgendwo fehlen mir die Zeit zu bloggen.
Am Mittwoch war die Premiere eines Stückes,das ich aus terminlichen Gründen von einer Kollegin übernommen habe. Und seit sehr langer Zeit hat mich zum erstenmal wieder ein Schauspieler aus der Fassung gebracht. Mehr kann und will ich hier nicht darüber schreiben zumal es noch jemand ist, der einen gewissen Bekanntheitsgrad im deutsche Sprachraum genießt. Die nächsten Vorstellungen werden voraussichtlich kein Spaß werden. Nun ja… Am Ende der Vorstellung hat es sich aber (halbwegs) bei mir entschuldigt.
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Am Donnerstag erwachte ich ein wenig gerädert auf. Ich war sehr spät eingeschlafen.
So sah sie vor der Färbung aus.
Ich kämpfte den halben Morgen und den gesamten Nachmittag mit einer Perücke die ich versuchte umzufärben. Ich hatte schon im Vorfeld Bedenken, da die Echthaare sich nicht so anfühlten, als ob sie alle von einer Person wären. Es es sollte sich leider bewahrheiten. Die Farbe griff sehr unregelmäßig. Mist.
Dann kam ein Anruf der wieder alles in Frage stellte. Ein relativ wichtiger Termin den ich am Freitagmorgen haben sollte, verschob sich auf nächste Woche wegen einem Covid Verdacht. Doch wenn der sich bewahrheiten sollte, fällt ein ganzes Projekt ins Wasser. Mist.
Am Abend Vorstellung ohne weitere Vorkommnisse. (Auch keine vom Tag davor oben beschriebenen.) Früh ins Bett und ausgeschlafen.
Der Dienstag begann mit einer Durchlaufprobe die ich mir ansehen wollte, damit ich wenigstens ein bisschen Beschied weiß. Ich hätte das nicht unbedingt gemusst, doch wenn ich mich engagiere, dann richtig.
Das hatte zur Folge dass ich keine Mittagspause hatte und gleich nach der Probe unterwegs war für ein paar Einkäufe.
Der Hunger aber trieb mich in ein Schnellrestaurant, das ich nicht kannte. Es gibt den Laden schon seit einer Weile und die Werbung besagt dass sie die besten Hamburger machen die von einer Kette hergestellt werden. Five Guys befindet sich im Bahnhofsviertel in der Avenue de Gare. Und was soll ich sagen, es schmeckt besser als bei den großen Konzernen doch lecker ist es nicht. Es ist vor allen unglaublich fettig. Am Ende war ich wütend über mich selbst dass ich es überhaupt versucht hatte.
Wieder im Theater merkte ich dass ich eines der wichtigsten Utensilien vergessen hatte und musste binnen zehn Minuten noch einmal fix nach hause.
Da ich keine großen Umzüge habe außer einem sehr spät im Verlauf des Stückes, schrieb ich den Großteil des Postings auf dem Smartphone vor.
Auch im Theater drehten sich alle Privatgespräche um die schwindeleregenden Zahlen. Und auch ich muss gestehen, dass mir nicht sehr wohl dabei ist.
Die Probe am Abend lief wie am Schnürchen, doch ich war froh als ich zuhause war.
Der Sonntag war ein Ruhetag. Es passierten jedoch ein paar Dinge die nicht blaugtauglich sind und die mich ein wenig ratlos und enttäuscht zurück ließen. Vielleicht schreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt darüber…
Vielleicht noch so viel zum Ruhetag, weil es mich sehr am Montagmorgen sehr aufregte. Es gibt Menschen die in ihrer Unverantwortlichkeit und Unverschämtheit dem Fass den Boden ausschlagen. Sie benehmen sich hinsichtlich der ‚Situation‘ wie kleine Kinder und halten sich die Hände vor die Augen. Wenn sie es nicht sehen ist es auch nicht da! Es fällt mir dann sehr schwer nicht die Hand zu heben und ihnen eine schallende Ohrfeige zu verpassen! Ich könnte hier jetzt in aller Ausführlichkeit erzählen was passiert ist, aber es wird nicht helfen. Merke: Es gibt Menschen deren IQ schlicht nicht mehr zu leveln ist!
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Der Montag dann, war vollgepackt mit Terminen und Erledigungen.
Ich erwachte mit dem Gedanken, dass ich alles für das Jahresende vorbereitet habe, was ich vorbereiten könnte. Doch das wichtigste, die Zugfahrt, hatte ich vergessen. Also setzte ich mich gleich hin buchte das Ticket. Ich hatte jedoch im Hinterkopf immer den Gedanken dass, ich „situationsbedingt“ eventuell auch nicht fahre.
Zwischendurch chatte ich mit dem H. in Australien der mir dieses Bild schickte.
Davon sind wir in Europa weiiiiit von entfernt. Jedes mal wenn ich mit ihm chatte oder telefoniere überkommt mich Fernweh und ich wünschte mir, ich könnte mich mal fluchs hinbeamen und den Winter in Europa und all den restlichen Wust hinter mir lassen. Aber das wird bis 2021 nicht möglich sein.
Fix nach Trier gefahren wegen einem Perückenretour und der neuen Hose die noch ein wenig gekürtzt wurde. In der Trier Brasserie habe ich mir einen unglaublich leckeren und feudalen Lammrücken mit Polenta und Grillgemüse gegönnt. Punkt! Dazu ein Glas Riesling! Nochmal Punkt! Das musste sein nachdem mir der Groll wegen dieses einen Menschen noch immer zu schaffen machte.
Wieder in Luxemburg zwecks einer Umfärbung noch Farbe im Friseurladen meines Vertrauens gekauft. Als ich dann zuhause war schlug die Müdigkeit mit den Vorschlaghammer zu und ich legte mich für eine halbe Stunde hin.
Als ich erwachte schien die Sonne.
So schön, nach nach fast drei Tagen dunkler Brühe am Himmel.
Das Umfärben von Haarteilen ist mit einem gewissen Risiko behaftet weil das Haar sich meistens nicht so verhält wie vorgesehen. Also machte ich vorab erst mal eine Farbprobe mit zwei verschiedenen Farben wo es nicht allzu sichtbar ist. Morgen sehe ich mir dann das Resultat genau an und werde entscheiden.
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Adele war letztes Wochenende bei SNL. Ihr erster Auftritt seit Jahren und sie ist kaum wiederzuerkennen. Sie ist um der Hälfte geschrumpft. Hier ihre Eröffnungsrede der Show:
Und hier einer der Sketche in denen sie mitspielte und beinah einen Lachkrampf bekam:
Ein sehr langer Tag und am Ende hatte ich Rückenschmerzen und heute mal ausnahmsweise ohne Foto
Ich wachte mit Kopfschmerzen auf. Der kleine Hypochonder in mir schlug natürlich sämtliche Alarmglocken. Das ist doch ein Anzeichen von…! Doch ich brachte mich selbst zur Räson. Das Wetter hatte während der Nacht nämlich umgeschlagen und die Temperaturen waren am Morgen sehr viel kälter als am Tag davor, und da ich ja ein wetterfühliges Dingsbums bin… Ich nahm eine Paracetamol Tablette und ich hatte für den Rest des Tages Ruhe.
Ich ging zum Samstagsmarkt, sah kurz die D, den B. und die K. und trank einen Kaffee mit ihnen im Renert.
Ich kaufte ein paar wenige Dinge denn für Sonntag habe ich einen Restaurantbesuch auf dem Programm, also brauchte ich nicht so viel.
Am frühen Nachmittag eine Fahrt in den Süden zwecks einer Perückenanprobe, in der ich strategisch etwas falsch machte. Man sollte nie den Ferrari zeigen wenn sie bereits mit einer Citroën Ente zufrieden sind. Doch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und setzte der Darstellerin das sehr viel kostspieligere Teil auf den Kopf. Alle verfielen natürlich in Aah-s und Ooh-s und ‚Nein die ist viel besser!‘ und damit schrumpfte das Budget um ein paar hundert Euro mehr. Doch insgeheim war ich froh dass ich mit allen mitgebrachten Optionen richtig lag.
Von dort aus zurück ins andere Theater zur letzten Vorstellung das Gastspiels von den ich die letzten Tage ein paar Fotos hinter der Bühne gezeigt hatte. Und wie immer wenn es die letzte Vorstellung ist, heißt es im Anschluss auch alles wieder in großen Kisten einpacken und möglichst nichts vergessen was mitgeliefert wurde. Da ich das Stück ja nicht alleine machte, sondern zusammen mit einer Kollegin, teilten wir uns auf und sie packte währendem das Stück noch lief, alle abgespielten Teile wieder ein und wir waren nur eine knappe halbe Stunde später als sonst fertig.
Im Stück selbst läuft in voller Lautstärke das Lied von The Avener- Fade Out Line in dem eine Textzeile vorkommt, die meine unterschwellige Stimmung des ganzen Tages beschrieb.
It’s creeping in sweetly It’s definitely here There’s nothing more deadly Than slow growing fear
Unsere Infiziertenzahlen sind sehr beunruhigend und ich befürchte, dass alles für ein paar Wochen in Luxemburg komplett dicht gemacht wird. Doch bin ich ebenfalls der Meinung dass unsere Regierung richtig handelt. Wir testen ja hier auf Teufel komm raus um so weit alle vorhanden asymptotischen Fälle zu isolieren. Ich bin überzeugt dass unsere Zahlen wieder schneller runter gehen als anderswo.
Als ich dann zuhause war, bekam ich diese Nachricht aus dem Renert, dass es vorerst mal bis Allerheiligen seine Türen geschlossen haben wird.