Tage wie Glas 31

Aufgewacht mit den Liedern des Musicals Rapunzel in meinem Kopf. Das Musical das ich letztes Jahr zu Weihnachten hatte, kurz bevor ich nach Australien flog. Das Wasserproblem vor Vorabend erst mal ausgeblendet, weil das viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Stattdessen schnell alles vom Vortag verbloggt und dann…

Woch-en-markt!!! Die Stände wurden mit größeren Abständen über den ganzen Platz verteilt und alle müssen jetzt Masken anziehen.

Ich begegnete der D. und der A., die Pablo mit dabei hatte. Großes Hallo. Da der Wochenmarkt nicht alles hatte was ich brauchte, ging ich auch zum etwas größeren Supermarkt Alima der mitten in Zentrum ist.

Am Nachmittag nahm ich dann das Problem mit der Wasserpfütze in Angriff. Entweder kommt es von der Spülmaschine oder vom Spülbecken. Beide haben den gleichen Abfluss.
Doch um da ranzukommen musste ich eine Fußleiste der Küchenzeile entfernen, die mit zwei Schrauben befestigt ist. Ich stellte fest dass ich den Schraubenkopf nicht hatte.
Da ich ab und an den Nachbar unter mir werkeln höre, rief ich ihn an und fragte höflich ob ich seinen Schraubenzieher sehen könnte.
Er stellte sie mit vor die Tür, doch auch hier war keiner dabei. MIST! Doch er versprach mit er würde noch nach einer weiteren Kiste mit anderen Köpfen suchen, die irgendwo im Keller liegen würde, aber morgen erst wenn er kein Home Office hätte.

Da die Spülmaschine eh noch nicht voll war wollte ich sie auch nicht einfach so laufen lassen, und beschloss kein Risiko einzugehen und morgen danach zu schauen, denn ich habe das dumme Gefühl dass ich die Spülmaschine ganz raus ziehen muss.

Am späten Nachmittag dann die Rede des Premiers wie wir langsam alle aus den den Einschränkungen rauskommen. Die ersten Lockerungen sind am Montag.
Aber es wird dauern….
Im Detail hier zu lesen.

Interessant ist die Mundschutzpflicht, die eingeführt wird, an Orten wo es nicht möglich ist die 1.5 Meter Abstand einzuhalten. Diesbezüglich werden wir alle Masken vom Staat bekommen.

Allein schon der Gedanke dass wir, wenn auch sehr langsam wieder aus dem Dornröschenschlaf rauskommen, machte Mut.

Am Abend die Serie 7 Seeds auf Netflix angefangen. Ich nickte bei der vierten Folge auf dem Sofa immer wieder ein und legte mich vergleichsweise früh ins Bett.


Tage wie Glas 30 / Aus dem Familienalbum 27

Eine gewaltige Rolle rückwärts in meine Vergangenheit machte ich am Morgen. Ich erwachte wegen mehrere Textnachrichten der E., einer meiner langjährigen Freundinnen, die mir vor ein paar Tagen schon ein Bild von sich schickte das ich mal gemachte hatte. Ich fragte sie ob sie auch noch Bilder von mir hätte aus der Sturm- und Drangzeit.
Heute morgen kamen sie. Eins von mir und ein paar von Freunden.

Beim Bild oben musste ich grinsen, weil es neben der Kerzenständern auf dem Fenstersims aussieht, als ob es ein Foto der ersten Kommunion wäre, aber mit Kippe. Es gehört zur der Serie der Fotos die alle ein bisschen nach Fotomodell der 80er aussahen. Das Foto unten, das ich schon mal gepostet hatte, gehört auch dazu.

***

Am Morgen das Bett abgezogen und mehrfach die Waschmaschine geladen. Da die Maschine im Keller steht muss ich mir immer den Timer stellen, weil ich ja das Piepsen im dritten Stock nicht höre. Sie hätte zwar ein Funktion, bei ich sie irgendwie per WLAN über App u.s.w. aber WLAN im Keller ist nicht, also der gute alte Küchentimer.

Zwischendurch die Küche geputzt und gedaddelt

Dann einen Möhrenkuchen gebacken.

Den ganzen Tag über eigentlich viel Haushalszeug erledigt, das für gewöhnlich meine Putzhilfe macht. Am Abend mit Schrecken eine Wasserpfütze in der Küche festgestellt. Nachdem ich alles weggewischt hatte, geschaut wo das herkommt und festgestellt dass ich zwei Leisten entfernen muss bevor ich da irgendwas sehen kann.
Tief geseufzt und auf morgen verschoben.

Tage wie Glas 29 / Ostermontag

Was vom Vortag noch zu berichten bleibt:

Der J. schickte mir spät Abends ein kleines Werbevideo von Jean La Gaufre das mich sehr freute. Ich muss den Luxemburgern Jean la Gaufre nicht vorstellen. Es ist der Waffelproduzent schlechthin und eine Ikone sowieso, und das schon seit vielen Jahrzehnten. Er ist auf allen großen Jahrmärkten in Luxemburg anzutreffen und seine belgischen Waffeln sind Sünde pur.
Er hat jetzt eine App herausgebracht mit der man die Waffeln bestellen kann und zu einer selbstbestimmten Uhrzeit in Leudelange abholen kann. Es funktioniert wie ein Drive In. Man braucht also nicht auf „les meilleures gaufres du monde et des environs“ in Pandemiezeiten zu verzichten.
Großartige Idee.

***

Das Wetter etwas trüber und leicht kühler als gestern. Ich konnte trotzdem den Kaffee am Morgen in der Sonne genießen auf dem vorderen Balkon. Da ich nicht wirklich Lust auf groß was zu tun, daddelte ich eine Runde Runescape.

Gegen Mittag stellt ich mich in die Küche und beratschlagte mit mir selbst was ich den schönes kochen könnte.
Ich beschloss dass es ein spätes Frühstück werden sollte, mit Lemon Curd und allem Pipapo.

Heute wäre die alljährliche Emaischen gewesen doch zum ersten mal in ihrer Geschichte fällt sie aus.

Das Bild von letzten Jahr.

Am Nachmittag alle Father Brown Folgen, die ich aufgenommen hatte weggesehen.

Am Abend dann etwas einfaches gekocht, auch hinsichtlich dessen was unbedingt weg musste. Ich hatte mit ein wenig Hack gekauft weil ich mir vielleicht ein paar Bouletten braten wollte, um sie die nächsten Tage kalt zu essen mit Salat dazu. Ich briet es krümelig an und es wanderte in ein Glas Jamie Oliver Tomatensoße mit roten Zwiebeln. Ich hatte noch ein bisschen (zu viel) Piement d’Espelette hinzu getan, weil es so gar keinen Wums hatte.
Das sind so die Tage die, wenn ich keine Idee zum Kochen hätte, ein Restaurant aufgesucht hätte.
Es fehlt mir sehr…

Tage wie Glas 28 / Ostern

Ich hatte mir vorgenommen auszuschlafen. Ich wurde zwar wie gewohnt um halb sieben wach, drehte mich nochmal um schlief durch bin kurz vor neun.

Ich bekam am Morgen ein Video von der C. in dem mehrere Kollegen vertreten sind mit denen ich schon gearbeitet habe. Die Schauspielagentur Studlar wünscht frohe Ostern mit dem Hohenlied der Liebe aus dem 13. Kapitel des 1. Korintherbriefs des Paulus von Tarsus.
Ich bin ja alles andere als bibelfest, aber der Text hat was.

Das Motto das ich zu Anfang der Glastage predigte, sich selbst nicht verkommen zu lassen…tja es wird immer schwieriger sich daran zu halten. Alles das war mir zu Beginn der Einschränkungen vorschwebte, ich könnte das jetzt endlich mal in die Tat umsetzten,…allein der Gedanke daran macht mich schon müde.
Das einzige was ich die letzten Wochen fast konsequent umgesetzt habe, ist den riesigen Bestand an Weinflaschen, den ich von der Tante geerbt habe, in Angriff zu nehmen…indem ich ihn trinke! Keine Angst, ich trinke nicht jeden Tag und mit einer Flasche komme ich über mehrere Tage. Ich habe auch in letzten Jahren haufenweise der Flaschen verschenkt. Aber der Bestand ist immer noch riesengroß.

Etwas ganz anderes:
Ich merke seit ein paar Tagen schon, und ich hatte es auch schon angedeutet, dass meine Rollladenkästen ein willkommener Ort für ungebetene Besucher sind. Auf dem hinteren Balkon sehe ich immer wieder Wespen mit großer Neugier den Rollos vorbei fliegen.
Als ich hier einzog hatte ich im gleichen Sommer ein Wespennest im Kasten und es war schier unmöglich ran zu kommen. Ich musste dann notgedrungen ein Schädlingsbekämpfungsfirma antreten lassen, die das Nest ausräucherten. Es tat mir in der Seele weh, aber es gab keinen anderen Ausweg.
Gibt es ein Hausmittel, das ich präventiv sprühen könnte, das sie daran hindert es überhaupt erst zu versuchen ein Nest zu bauen?

Am späten Nachmittag ein virtuelles Apéro mit der N. auf dem Balkon. Sie hatte Riesling, ich Chardonnay. Ich hatte zu diesem Zweck extra das kleine Kamerastativ hervor gezogen auf den ich das Samrtphone stellen konnte.

Am Abend dann ein virtuelles Abendessen mit dem M. aus Münster, den ich schon sehr lange nicht mehr gesehen hatte. M. war sehr froh mich zu sehen. Wir tauschen die Neuigkeiten aus der letzten Monate aus.

Hier mein Ostermenü:

Ein Grillspieß mit Hühnchen, Tomatensalat mit frischem Basilikum, und ein Gratin Dauphinois
Meine Zubereitung des Gratin unterscheidet sich noch ein wenig von der klassischen. Ich schneide die rohen Kartoffeln auf der Mandoline* in sehr feine Scheiben und schichte diese mit Sahne, Salz und Muskat zwischen den Lagen bis zum Rand der Schüssel. Es kommt anschließend auch kein Käse darauf. Da ganze wandert dann in den Backofen für gute 40-45 Minuten bei 200 C°. Nach der Backzeit schalte ich noch kurz die Grillfunkton ein, damit eine knusperige Kruste entsteht.
* Mit Mandoline ist das Küchengerät gemeint, nicht das Musikinstrument. Gemüsehobel wäre das andere Wort.

***

Aus der letzten Spielzeit zeigt das Grand Théâtre das englische Stück Monsieur Linh and His child, mit dem hervorragenden Jules Werner in der Hauptrolle. Ich hatte das Stück verpasst als es lief, weil ich selbst viel Arbeit hatte. Schön dass ich es jetzt doch noch sehen konnte. Es bekam damals sehr gute Kritiken.

Tage wie Glas 27

Ein wunderschöner Tag mit viel Sonne.

Es wird langsam grün.

Meine Marmeladenfrau, die über mehrere Wochen nicht da war, war heute endlich wieder da. Doch ihre Tage sind gezählt. Sie wird, vorausgesetzt der Markt bleibt bestehen, noch bis Ende Mai kommen und dann geht sie in Rente. Ich seufzte: Und wieder hat der Markt einen ein Stand weniger…
Ich kaufte mir wahrscheinlich das letzte mal ein Glas Lemon Curd. Sie hatte sechs Gläser dabei und es wären die Letzten, Danach würde es keinen mehr geben. Na gut, dann muss ich Lemon Curd wohl selbst herstellen. Denn so ganz ohne geht ja gar nicht. Hat jemand von meinen geschätzten Lesern ein erprobtes Rezept?

Ich traf die D. auf dem Markt und wir wechselten ein paar Worte. Es gesellte sich ein Regierungsbeamter dazu, den wir beide kennen. Ich kann hier nicht ausplaudern was er uns anvertraut hat, doch es wird, zumindest für mich, noch sehr lange dauern. Ich lag an meinem Matschtag vorgestern mit meinen dunklen Gedanken richtig.
Da es aber eine Bestätigung war, dessen was ich vermutete und keine Hiobsbotschaft, die mir aus heiterem Himmel auf den Kopf fiel, haute es mich auch nicht um.

Den Nachmittag mit mehreren Face Times verbracht, ansonsten gelesen und diverse YouTubes geschaut.

Am Abend Musik gehört.

***

Könnt ihr euch noch an die erste Folge von The Nanny mit Fran Drescher erinnern? Wenn nicht, alle Staffeln gibt es bei Amazon zu sehen. Vor wenigen Tagen kamen aller Darsteller der ersten Folge zusammen und machten eine sogenannte Lesung am Tisch aber virtuell.
Da ich nicht später als gestern per Zufall mir die erste Folge nach gefühlten 100 Jahren wieder ansah, war es schon sehr seltsam alle Protagonisten noch einmal zu sehen.

Tage wie Glas 26

Den Text gestern endlich fertig gestellt zu haben war eine unglaubliche Erleichterung. Deshalb waren heute die vier intensiven Stunden, in denen ich den ganzen Text noch einmal nach seltsamen Satzdrehungen und Tippfehler (meine Spezialität) durchsuchte, gar nicht so schlimm.

Ein kurzer Gang nach draußen zum Bäcker verschaffte mir ein spätes aber süßes Frühstück.

Rhabarber Kuchen. Andere mir bekannte Menschen würden jetzt schreiend davon laufen, aber ich liiiebe Rhabarber! Es gibt ihn ja nur für eine begrenzte Zeit so gut und frisch wie jetzt.

Den Nachmittag noch ein wenig in der Agatha Christie Biographie gelesen auf dem Balkon.

Am frühen Abend einen weiteren Ghibli Film auf Netflix. Der Mohnblumenberg. Was mich an diesen japanischen Anime Filmen so fasziniert ist die Sorgfalt und Genauigkeit mit der sie gezeichnet wurden

Früh ins Bett.

***

Verena Fiederike Hasel, eine deutsche Auswanderin erklärt den Neu Seeländern dass sie während der Covid-19 Zeit alles richtig machen, und warum es, obwohl von der Weltpresse sehr gelobt, es in Deutschland nicht so gut klappt.
NZ’s Covid-19 coronavirus response ‚extraordinary‘

Tage wie Glas 25

Erstmal danke für all die lieben Worte.

Aber nach dem Motto, dass alles alles Schlechte auch für etwas gut ist, folgte am Donnerstag ein guter Tag. Ich bekam endlich die zündende Idee für den Schluss des Textes und konnte ihn fertig schreiben. Ich war recht früh wach und setzte mich sofort an den Rechner, verbloggte schnell den Matschtag und legte los. Gegen Mittag war ich fertig. Mir fiel einen tonnenschwere Last von den Schultern. Endlich!
Es ist ja nicht zum ersten Mal dass ich einen Text außerhalb das Blogs schreibe, aber dass es mir so schwer fällt… Ich schieb das dem Umstand der Quarantäne zu.

Mehrere Telefonate geführt unter anderem mit dem R. der mir ein grausige Geschichte erzählte. Er und seine Freundin sind erst seit wenigen Monaten Eltern eines kleinen Jungen und alle drei wurden positiv auf das Virus getestet. Die Freundin kam sofort mit dem Baby in Quarantäne ins Krankenhaus und niemand durfte mehr zu beiden. Es wurden sechs lange Tage in denen sie nicht aus dem kleinen Zimmer raus durften. Doch es ging alles glatt für die beiden. Das Baby hatte nur einen einzigen Fieberschub (der sie ja veranlasste ins Krankenhaus zu gehen) und die Mutter zeigte gar keine Symptome. Für den R. verlief es aber etwas schwieriger, denn er hatte ein paar Tage Atemnot, doch auch er überstand es, ist beschwerdefrei und der letzte Test ergab dass keiner mehr das Virus in sich trägt.

Ein weiteres berufliches Telefonat verlief sehr erfreulich.

Den Megamond hatte ich verpasst. Doch am Morgen leuchtete er, wenn auch sehr schwach aber immer noch sehr groß am Morgenhimmel:

Zum sehr späten Frühstück gab es Gebäck das ich mir vom Wochenmarkt mitgebracht hatte und zur Zeit zu meinem Lieblingsgebäck mutiert. Pastel de Natas sind so verdammt lecker:

Am Nachmittag nebst den Telefonaten, die alles recht lange dauerten, weiter in der Biographie von Agatha Christie gelesen.

Am Abend eine Film ein weiterer Film von Hayao Miazaki von dm fast alle Film jetzt auf Netflix zu finden sind. Heute war es Whisper of the Heart, den ich vor sehr sehr vielen Jahren gesehen hatte, mich aber nicht daran erinnern konnte. Es ist die erste Geschichte in der der kleine Katzenbaron zum ersten mal vorkommt. Später widmete er der Figur noch einen weiteren Film mit The Cat Returns.

Tage wie Glas 24

Ein schlechter Tag. Ein matschiger Tag. Ein Tag an es mir wirklich nicht gut ging.

Es war ja Mittwoch und ich hatte mich gefreut zum Wochenmarkt zu gehen. Doch schon beim Aufstehen fühlte ich mich nicht fit und ich hatte schlecht geschlafen. Ich riss mich zusammen duschte, zog mich an und ging los. Es half auch ein wenig zu Anfang. Ich hörte unterwegs Musik von Abba, weil ich die ganze Nacht die Musik bereits im Kopf hatte wegen dem Musical, am Abend davor. Für gewöhnlich wenn ich einen Ohrwurm habe, höre ich mir die Musik noch verstärkter an und danach ist es weg.
Doch hier katapultierte mich zum ersten mal in ein Loch, dass ich, während dem ich durch den Park ging, am liebsten wieder umgekehrt wäre. Dabei war das Wetter strahlend schön, es war absolut nicht kalt, also wettermäßig hätte es für mich, der ja sehr wetterfühlig ist, alles gepasst. Ich kaufte mir ein paar schöne Dinge, sah mir die Blumen auf dem Marktstand und was ich mir eventuell kaufen könnte wenn ich den Balkon bepflanzen will. Ich ging wieder durch die leeren Straßen zurück.

Ich habe Zukunftsangst. Zum ersten mal in meinem Leben, das seit über 30 Jahren immer ein Drahtseilakt war, und der sich nie vor irgendetwas gefürchtet hat; ich habe Zukunftsangst. Machen wir uns nichts vor. Auch wenn jetzt schon über diskutiert und gemutmaßt wird, wir alle wieder aus der Quarantäne rauskommen und was als erstes wieder in Gang kommt, so wird meine Branche, also live Events, sei es Theater, Oper, Tanz, Konzerte als aller aller letztes wieder in den Normalzustand versetzt werden.
Ich rechne nicht mehr damit dass ich dieses Jahr noch Arbeit bekomme, denn Social Distancing ist genau das Gegenteil von dem was ich tue. Ich fasse Menschen an in meinem Beruf.

Ich komme mir sehr unnütz und unnötig vor.

…et demain est un autre jour.

Tage wie Glas 23

Viele Notizen genommen hinsichtlich des Umschreiben des Textes. Andere wären schon längst damit fertig, doch Schreiben ist mein Hobby, nicht mein Beruf.

Ein Foto von heute morgen früh und wenn ich noch eher wach geworden wäre hätte, hätte der Mond noch höher gestanden.

So lang waren die Seitenhaare schon seit etlichen Jahren nicht mehr:

Ich kramte in den Frisurbüchern, die ich zur Recherchearbeit habe, und fand die beiden Bände wieder, mit den ganz besonders hässlichen Ausrutschern der 70er und 80er Jahre. Ich werde auf das Coverfoto hinarbeiten möglichst in der gleichen Haarfarbe…

Apéro in der Sonne.

Ein Gin Tonic mit frisch gepresstem Zitronensaft, denn die Zitrone musste weg. Schmeckte sehr gut.

Zum meinem Erstaunen gemerkt, dass die alleinstehende Nachbarin vom Nebenhaus Besuch hatte. Der Angebetete saß zwar in gebührendem Abstand zu ihr im Hinterhof, auf den ich hinuntersehen kann. Aber so ganz richtig ist das nicht, obwohl ich sie ein wenig deswegen beneide. Zu meinem weiteren Erstaunen gemerkt dass ein alleinstehender Bewohner des gleichen Hauses später am Abend ebenfalls Besuch hatte. Nanu!!! Was ist denn hier gefällig???

Ich weiß nicht mehr bei wem ich das gelesen hatte, ich glaube es war Miriam, die eine Biographie von Agatha Christe las. Dann hörte ich im Büchermarkt auf DLF ein Interview mit der Autorin Barbara Sichtermann und lud mir das Buch herunter. Das erste und zweite Kapitel gelesen. Es liest sich hervorragend.

Am Abend ein wenig im Fernsehen rumgezappt und auf einem Spartensender in dem ersten Mama Mia! Film hängengebleieben. Ich hatte kaum bis gar keine Erinnerung daran. Aber ich verstehe jetzt warum der Film so erfolgreich war. Die Freude und Ausgelassenheit ist schon sehr ansteckend, auch wenn die Story sehr dünn ist und nicht viel hergibt. Die Musik von ABBA bringt viele Erinnerungen zurück.

Tage wie Glas 22

Lange über dem Text gebrütet der nicht fürs Blog ist. Darum wird der Eintrag heute spärlich.

Da ich irgendwann Hunger bekam und nicht irgendwas in mich hineinstopfen wollte, gab es etwas schnelles.

Gebratene Champignons, scharf gewürzt mit Orecchiette.

Ansonsten ein sehr ruhiger Tag, wie all die anderen Tage auch.
Ich schaute mir einen kleinen Film von Alan Benett an, den ich vor langer Zeit auch einmal hier verlinkt hatte, weil ich dachte, er mir eventuell ein paar Inspirationen für den Text liefern würde. A Woman with no Importance mit Patricia Routledge ist ein Monolog für eine Schauspielerin, das ein Teil einer Serie von mehreren Monologen war. In Deutsch würde man es als Kammerspiel bezeichnen.
Ich werde es hier noch einmal verlinken, doch möchte ich auch darauf hinweisen, dass es für die, die wie ich, ganz allein zu hause sind, keine gute Idee ist sich das anzusehen. Nicht das es schlecht wäre, es ist eine großartige Schauspielerin in einer sensationellen Rolle, aber es ist sehr sehr traurig.

Am Abend war Restessen angesagt, und schaute mir einen Krimi von Agatha Christie an den ich noch nicht gesehen hatte. Julia Mc Kenzie in der Rolle von Miss Marple in Die blaue Geranie.

Später dann hatte ich noch ein langes Telefonat mit jemandem der für das Projekt verantwortlich ist für das ich den Text schreibe. Und weil es immer noch nicht abzusehen ist ob der Text je zum Einsatz kommt, einigten wir uns auf eine andere Form.Und da kam mir die zündende Idee für den Text die mir die ganze Zeit gefehlt hat! Uff!

Ich ging mit vielen Ideen und Sätzen die sich schon im Kopf formten, ins Bett.

***

Der Cirque du Soleil hat für die Tage eine Zusammenstellung von verschiedenen Shows als einstündiges Spektakel aus seinem YouTube Kanal. Ganz besonders toll finde ich die erste Show, die auch einer ihrer letzten Kreationen ist. „Kurios“ bewegt sich im Steampunk/1900 Milieu mit wunderschönen Kostümen. Die anderen Shows „O“ und „Luzia“ hatte ich bereits gesehen.

Tage wie Glas 21

Spät wach geworden, obwohl ich gestern früher im Bett lag.

Lange gegrübelt wie ich am Text weitermache der nicht fürs Blog ist und Notizen geschrieben. So gesehen ist es schon gut dass ich noch etwas mehr Zeit dafür habe.

Eine Reihe von Telefonaten mit nahen Freunden und fernen Bekannten geführt. Wie die meisten Telefonate endeten auch diese mit den Spruch, „…und wenn das alles vorbei ist, fressen wir und durch die Menükarte eines Sternerestaurants“, oder so ähnlich.

Angeregt durch die Kaltmamsell die vorgestern Fondue machte, erinnerte ich mich an eine Soße die meine Mutter immer zu Fleisch Fondue machte, bestehend auf einer Basis von selbstgemachter Mayonnaise und dann immer wieder diversen Kräutern und Gewürzen verfeinert. Diese eine Soße war auf einer Basis von Wooster Sauce mit Pfeffer einem längs und quer durch den Eierschneider gedrückes Ei. Es war die Soße die immer in einer größeren Portion gemacht werden musste, weil sie reißenden Absatz fand.
Ich rührte sie gestern aus reiner Neugierde an, weil ich einfach wissen wollte, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Da ich aber aus Mangel an normalem Öl, Olivenöl nahm, wurde sie geschmacklich nicht so wie ich mir das in Erinnerung hatte. Ich verfeinerte sie dann aber mit ein paar Kräutern verflüssigte sie etwas mit ein wenig Wasser und gab ihr einen Schuss Essig. So wurde es für heute das ideale Dressing zu den Tomaten.

In der Abendsonne…

Dazu gab es Feierstengszalot die ich gestern beim Metzger auf dem Wochenmarkt gekauft hatte. Also gab es zwei Salate. In der Abendsonne MIT einem Glas Wein. Herrlich!

***

Zur Zeit kursiert ja die Challenge Kinderfotos von sich zu posten. Da ich das schon vor langer Zeit gemacht habe, hier ein Rückblick auf die Fotos die es von mir bereits in Blog gibt:

Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und ich 1966

***

Die fabelhafte Emmy von Emmy Made in Japan, die ich ja schon öfter verlinkt habe, hatte während ihrer Zeit in Japan in einer Sendung mitgewirkt. Hier besichtigt sie unter anderen eine Wasabi Farm.

Tage wie Glas 20

Ich hatte mir den Wecker gestellt damit ich zeitig auf dem Wochenmarkt wäre., den Samstags ist mehr Betrieb als Mittwochs.

Der geschlossene Spielplatz
Die Gleise für die Trambahn am Bouvelvard Royal, die dieses Jahr mit Sicherheit nicht fertig werden wird.

Auf dem Heimweg dem Nachbar unter mir begegnet. Es erzählte mir, dass das Ehepaar vom ersten Stockwerk inzwischen getrennt lebt. Ich hatte davon berichtet dass ich die Kinder bis zu mir ins dritte Stockwerk habe schreien hören. Das waren aber nicht die Kinder, das war die Frau…
Das sind die anderen hässlichen Auswirkungen der Bewegungseinschränkung.

Wieder zu hause gab es ein spätes aber schönes Frühstück auf den vorderen Balkon, mit einem Croissant von Oberweis.

Ich konnte nicht zu lange sitzen bleiben, denn die Sonne war so stark dass ich fühlte wie die Haut im Gesicht langsam ‚brutzelte‘.

Am Nachmittag mehrere Telefonate und Facetime Gespräche mit Freunden geführt. Es geht allen soweit gut. Die D. gab mir den Tipp mich doch einmal vom Grünewald verwöhnen zu lassen. Das Hotel und das Restaurant sind geschlossen aber die Küche ist geöffnet. Man bestellt per Telefon und Abends zwischen von 5 bis 7 Uhr kann man das Essen abholen. Werde ich nächste Woche machen.

Am Abend schaute ich mit den ersten Teil eines Dreiteilers an von „A very British Scandal“ an Mit Hugh Grant in der Hauptrolle des Abgeordneten Jeremy Thorpe. Mehr darüber wenn ich sie am Sonntag zu Ende geschaut habe.

Tage wie Glas 19

Die Glas Tage werden sich noch lange hinziehen. Die Schulen z.B. werden in Luxemburg voraussichtlich bis zum 4. Mai geschlossen bleiben.

Vom Vortag bleibt noch zu berichten, dass ich am Abend den Fehler machte und in meine Twitter Timeline schaute. Das machte mich wieder so wuschig und ließ mich lange nicht einschlafen, dass ich beschlossen habe Twitter erstmal zu meiden.
Frau Brüllen bringt das übrigens sehr gut auf den Punkt.

Dabei stelle ich wieder einmal fest, wie wichtig seriöser Journalismus ist, der sich auf Fakten beschränkt und keine sensationsheischenden Meldungen in die Welt setzt. Das ist die einzige Nachrichtenquelle auf die ich mich zur Zeit verlasse. Ich blättre jeden Tag meine Tageszeitung durch und schaue einmal pro Tag auf die Online Seite von rtl.lu. Was mich dort inzwischen ein wenig fuchsig macht, ist die Grafik der steigenden Zahl der Infizierten und der Todesfälle. Man könnte auch noch eine dritte Skala einführen, nämlich die Anzahl der Personen die die Infizierung überstanden haben und geheilt sind. Damit meine ich absolut nicht, dass ich die Pandemie nicht ernst nehme oder sie relativiere. Aber jede noch kleine positive Meldung ist genau so wichtig wie alle anderen.

Den Text der nicht fürs Blog bestimmt ist, ist fertig, doch muss ich ihn, nach einer Konslutation mit einer engen Freundin und Schriftstellerin, nochmal umarbeiten und dazu hatte ich heute keinen Nerv. Zudem ist es noch immer nicht klar ob er überhaupt gebraucht werden wird…

Ich flüchtete am Morgen in die Daddelwelt Runescape. Ich levelte das brandneues Skill „Archeologie“ hoch auf 33.

Am Nachmittag unterzog ich den Kaffevollautomaten einer längst überfälligen Tiefenreinigung. Ich mache das nur ungern, weil es mit einer Riesensauerei verbunden ist, aber noch schlimmer wäre, wenn ich es nicht machen würde und die Maschine gäbe jetzt den Geist auf. Nicht auszudenken….
Morgen unterziehe ich sie einer Entkalkung. Das Entklakungsprogramm dauert ungefähr ein Stunde, das ich starte bevor ich zum Wochenmarkt gehe.

Essentechnisch trat ich heute auf die Bremse. Der Rhabarber/Erdbeerkuchen hatte nämlich ein Riesenerfolg, dass heute schon nichts mehr davon übrig ist. Wenn es mich packt kann ich so was von verfressen sein…

Es war sehr bewölkt den ganzen Tag, bis :

Am Abend kurz bevor die Sonne unterging. Es waren nur wenige Minuten.

Tage wie Glas 18

Pixabay

Am Morgen überlegt ob ich die Überschrift aus „Tage wie Glas“ nicht in „Tage wie Panzerglas“ umwandeln soll. Die Idee wieder verworfen.

Langsam geht es ans Eingemachte…
Es erinnert mich ein wenig an eine spezifische Situation am Filmset. Wenn eine Szene in einem fahrenden Auto gedreht wurde, machten wir die Darsteller morgens zurecht, diese wurden ins Auto gesetzt, und das Setup der Kameras und der Beleuchtung rundum aufgebaut. Es gab dann für mich keine Chance mehr noch einmal an den Darsteller ranzukommen weil alles voll mit Kabel und Gestänge war. Ich erinnere mich ganz speziell an einen Film in der der Hauptdarsteller ein Taxifahrer spielte. Wir nannten es Autotravelling-Tage.
Dann hieß es warten, warten, und warten, und das solange, dass ich anfing mir existenzielle Fragen zu stellen. „Was mache eigentlich hier? Bin ich auf die Welt gekommen um mein Leben lang zu warten? Ich hätte was Gescheites lernen sollen!“
Wirklich etwas anderes während der Warterei machen ging nicht, denn ich musste ja auf Abruf bereit sein.
Himmel, was habe ich diese Tage verflucht…

***

Kommen wir zur Tagesberichterstattung.
Später wach geworden als sonst. Mein Schulterbereich grunzte bei jeder Bewegung. Ich muss wohl in einer verdrehten Stellung geschlafen haben.

Nachgeschaut ob sich das Posting von selbst veröffentlicht hat. Hat es. Manchmal klappt das aus unerfindlichen Gründen nicht.
Blogtechnisch hat sich was verändert. Seit gestern habe ich die neue Version 5.4. von WordPress, bei der jetzt beim Schreiben eines Postings alles ausgeblendet wird. Die Leisten links und oben sind weg. Man muss sie jetzt extra wieder einschalten. Mich persönlich haben sie nie gestört, im Gegenteil. Auch der neue Spotlight Modus ist so eine Spielerei die ich nicht nicht wirklich haben muss. Für alter Blogadel wie mich, der mit WordPress seit der Version 2.0 arbeitet und damals noch die einzelnen Postings mit handgeschriebenertippter html formatierte, ist das alles Pipifax.

Ein Foto von mir und zwei Darstellern macht zur Zeit die Runde in den sozialen Medien. Bohumil, der Hausfotograf des Theaters, machte es während dem ersten Fotoshooting für das Plakat eines neuen Stückes. Letztendlich war es viel Arbeit für die Katz, denn ein paar Wochen später machten wir das Shooting nochmal mit anderem Outfit und völlig anderer Maske.

Auf dem vorderen kleinen Balkon immer wieder Wespen und noch größere Kollegen der gleichen Art beobachtet, die alle verdächtig nahe an Fenster vorbei schwirren, so als ob sie ein Nest im Rollladenkasten gebaut hätten, was sie ja schon mal auf den hinteren Balkon getan hatten vor Jahren. Bitte nicht! Bitte nicht jetzt wo ich nichts dagegen tun kann! Ich werde das im Auge behalten und die nächsten Tage den Rollladen immer wieder bis zum Anschlag öffnen und schließen.

Den Rabarber den ich gestern auf dem Wochenmarkt kaufte, in eine Torte umgebaut. Mit Erdbeeren und einer Skyr/Sahne Creme. Damit drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn es ist fürs Auge, fürs Gemüt und die Hüfte.

Abendessen war dieses Rezept, das ich vor vielen Jahren mal als Werbepostkarte in einem Käse Fondue Restaurant in Nantua gefunden hatte.

Casse-croûte de copains aux morilles et Comté

***

Einer meiner Lieblingssongs mit einem Glas Wein in der Abendsonne auf dem Balkon, oder auf dem Sofa, Hauptsache Füße hoch, mit geschlossenen Augen. Und Titel passt auch wie die Faust aufs Auge für die Zeit der Glastage.

Tage wie Glas 17

Haare selber schneiden.

Erstes Gebot was für ALLE folgenden Tipps gilt:
Immer dem Gefühl nach weniger wegschneiden als man eigentlich will. IMMER! Man kann immer noch nachschneiden wenn es nicht kurz genug ist!

Ein gutes Video hab ich schon mal hier gefunden wenn der Pony zu lang ist. Sie macht es genau richtig, was das Kürzen angeht. Ich würde jedoch auch die Seitenhaare mit einer Haarklemme oder Clip hoch oder zurück nehmen, damit sie nicht im Weg sind. Auch anschließende gerade wegschneiden einzelner Haarspitzen ist optional, aber das sagt sie auch im Video.
Achtung, dieses Kürzen des Ponys ist nur bedingt für einen sehr fransigen durchgestuften Pony gedacht! Das Fransige wird dadurch nicht nachgeschnitten. Aber es ist auch für den Pony ein gute Notlösung bis die Friseure wieder geöffnet sind.
(Sind sie in Deutschland immer noch geöffnet oder haben sie da jetzt auch geschlossen?)

Um einen kurzen aus der Form geratenen fransigen Haarschnitt wieder einigermaßen in Form zu bringen braucht ein bisschen mehr Geschick. Ich verlinke euch zwei Videos der gleichen Frau, die ein bisschen was davon versteht, mir aber insgesamt zu viel quasselt und nicht auf den Punkt kommt. Influencer Geschwafel halt. In dem Video ‚Wie man Haare fluffig schneidet‚ erklärt sie sehr umständlich aber schon richtig, wie man die Spitzen „ein“schneidet.

Das andere Video gilt nur wenn ihr euch irgendwann mal eine Modellierschere gekauft habt.
Aber da suche ich noch was besseres.

***

Ein paar Fotos auf dem Weg zum Wochenmarkt. Ich bin so froh dass es den noch gibt und unterstütze die Händler so gut ich kann indem ich alle verfügbaren Produkte dort kaufe und nicht im Supermarkt.

Was mir seit ein paar Tagen sehr gut tut ist Musik hören. Fabrice aus dem Rooftop versorgt mich fast täglich mit Neuem, seien es live Sessions, Podcasts oder YouTubes.
Gestern schickte er mir Giolí & Assia. Die beiden Mädels sind großartig! Sie elektrisierten mich sofort, vor allem das erste Lied. Ich setzte die Kopfhörer auf, drehte voll auf, tanzte mir den ganzen Frust aus den Leib und es ließ mich für einen Moment die ganze Corona-Scheiße vergessen.
Merci Fab!

Tage wie Glas 16

Was ich anfänglich als Scherz in die Welt setzte:

…scheint sich immer mehr zu einer konkreten Nachfrage zu entwickeln. In FB wurde ich die letzten Tage mehrfach verlinkt, wenn Hilfe gewünscht wurde.
Aber Haarschnitte sind nun mal so individuell wie der Mensch der ihn hat und ich müsste demnach Einzelberatung per Skype machen. Video Tutorials wäre die andere Idee, doch ich bin im Editing ein sehr blutiger Anfänger, oder besser gesagt ich habe Null Ahnung davon.

Was ich aber die Tage machen werde (bitte nicht heute!!), ist ein Reihe von Links zusammenstellen zu Anleitungen, die aus meiner Profisicht wertvoll sind. Und vielleicht noch ein paar zusätzliche Erklärungen meinerseits wenn etwas nicht klar sein sollte. Alles was darüber hinaus geht, ist für mich zur Zeit zu viel.

***

Der Kran steht seit meiner Rückkehr. Da ja die Baustellen auch alle geschlossen sind kann er nicht gefahren werden. Und doch bewegte er sich in den letzten Tagen durch die Windstöße. Jetzt steht er zum Balkon genau in dem Winkel als ob die Seitenarme abgebaut worden wären.

Ansonsten war es ein ruhiger Tag, an dem ich noch einmal lange am Rechner und an dem Text arbeitete, der nicht fürs Blog ist.

Die D. rief am späten Nachmittag an und spät abends hatte ich ein längeres Gespräch mit der N., die ja Schriftstellerin ist und mit der ich die erste Rohfassung des Textes durchging.
Und was sie mir zum dem Text sagte, war genau das was ich auch beim ersten mal laut vorlesen empfand. Ich muss da nochmal ran…puh.
Dialoge schreiben ist einfacher…

Übrigens das gestern angekündigte virtuelle Kaffeekränzchen fiel aus. Wird nachgeholt.

Else Buschheuer retweetete vor Tagen schon die Frage auf Twitter wie viel Menschen man kennt die den Corona Virus haben. Ich war dann doch sehr überrascht wie wenige.

Ich kenne fünf Menschen die es erwischt hat und zur Zeit in Quarantäne sind. Einer ist schon auf dem Weg der Besserung und hat seit ein paar Tagen keine Symptome mehr. Wenn er nächste Woche immer noch nichts hat, ist für ihn die Chose vorbei.

Vor ein paar Tagen schon beim rumzappen einen Sender im Fernsehen wiederentdeckt von ich gar nicht mehr wusste, dass ich ihn hätte. TCM (Turner Classic Movies)
Als ich noch in der Alten Heimat wohnte schaute ich mir oft Filme darauf an, am liebsten alte Klassiker die ich noch nicht kannte. Gestern Abend war es ein Film mit Joan Crawford. Mildred Pierce

Tage wie Glas 15

Früh am Morgen eine traurige Nachricht aus Neuseeland bekommen. Die Hochzeit zu der ich nächstes Jahr eingeladen war, ist bis auf weiteres verschoben. Seit Mittwoch haben sie dort auch Quarantäne und die Einreisebestimmungen wurden für die nächsten 18 Monate so drastisch verschärft, dass quasi niemand mehr rein oder raus kann.
Ich frage mich ob ich je wieder nach Down Under komme…

Frühstück war ein großes Stück Möhrenkuchen.

Ein virtuelles Kaffeekränzchen für morgen Nachmittag organisiert. Drauf freue ich mich riesig.

Heute fand ich endlich die Kraft und die Inspiration um weiter an dem Text zu arbeiten, der nicht fürs Blog bestimmt ist. Und ich muss sagen, ich kam ein gutes Stück weiter, weiter als gedacht. Schreiben ist blogtechnisch mein Hobby und ich kann das auch in jeder Gemütslage. Aber wenn es andere Texte sind, muss ich in der richtigen Stimmung sein.
Wenn ich mich jetzt die nächsten Tage ranhalte wird er endlich fertig. Doch sollte ich dieser Hinsicht keine Prognosen mehr machen.

Dass ich so viel an dem Text gearbeitet habe hat aber als Konsequenz, dass es nicht viel zu berichten gibt was alles häusliche angeht. Also auch wenig fürs Blog.

Ich machte mir aber ein Liste mit all den Dingen die morgen erledigen muss/soll/könnte.

Abendessen: Champignon Toast mit Chicoreesalat.

***

Den Fotograf Nadar kannte ich bis dato nicht und doch kannte ich viele seiner Bilder.
Hier wird auch erklärt wo das Gerücht herkommt, dass man bei jedem Bild das von einem gemacht wird ein kleines Stück der Seele verschwindet. Honoré de Balzac hat es in die Welt gesetzt:
Jeder Körper besteht aus einer Überlagerung von Spektren und jede Fotografie löst eine Schicht davon ab und beraubt das Modell eines Teils seiner Seele.

Tage wie Glas 14

Gestern Abend dachte ich noch, dass ich mich so langsam an die Situation gewöhne und ich es ein wenig entspannter sehe. Und dann heute morgen zum ersten mal mit der Angst aufgewacht, die ich bis jetzt erfolgreich zu unterdrücken wusste. Es ist nicht die Angst, dass mich das Virus erwischen könnte, wenn ich es denn nicht schon hatte und nichts davon gemerkt habe, denn nah genug dran war ich ja die letzten Monate. Es ist diese Unsicherheit dass niemand weiß wie das hier ausgeht und es uns zeigt, wie wenig stabil doch alles ist und es für rein gar nichts eine Garantie gibt. Ich weiß nicht ob das jemand versteht…
Es hat schon seinen Grund warum ich mit keine Nachrichtensender mehr ansehe und nur noch einmal am Tag die Tageszeitung durchblättere.

Dann erstaunt festgestellt dass die Uhr umgestellt wurde.
Sommerzeit. Sonst die Jahre war es ein Grund mich zu freuen. Heute war es mir egal.

Ich bloggte den Vortag weg und stellte mich dann in die Küche. Sonntagsfrüstück kurz vor Mittag. Es gab 6-Korn Brot mit Käse und Schinken, dazu ein weiches Ei und den Rest der Erdbeeren.

Vom Vortag bleibt noch zu berichten, dass nun auch der zweite kleine Ventilator im Badezimmer den Geist aufgab. Der erste streikte bereits als ich von der langen Reise zurückkam. Ich werde mich darum kümmern wenn die Glastage vorbei sind.

Ach ja. Ich hatte Tulpen auf dem Markt gekauft. Wie immer die Gelben, weil die aus einem unerfindlichen Grund immer länger halten als andere Farben:

Am Nachmittag backte ich Kuchen. Ich brauche schließlich Nachtisch für die kommende Woche. Es wurde ein Möhrenkuchen nach dem Rezept der Kuchenfee Lisa.

Ich hatte nur vier Eier und reduzierte alle Mengenangaben um ein Fünftel. Zudem hatte ich nicht genug Haselnüsse und mahlte mir noch ein paar Pekannüsse dazu.
Währenddessen hörte ich den letzten Teil des Hörspiels Ödön von Horwarth: Der ewige Spießer Ein erbaulicher Roman in vier Teilen aus der ARD Audiothek. Und erbaulich ist er! Ich musste mehrfach sehr laut lachen.
Nach 50 Minuten den Kuchen aus dem Ofen gezogen.

Die ältere Dame, die über mir wohnt rief an und fragte was ich denn gebacken hätte. Es würde sehr gut im Treppenhaus riechen.

Es ist einer der luftigsten Kuchen die je gebacken habe und durch die Möhren ist er trotzdem sehr saftig geworden. Es gab am Abend reichlich davon. Die Puderzuckerbestreuung habe ich weggelassen.

Kalter wolkenverhangener Tag, den ganzen Tag.

Am Abend hatte die Fernsehbox der Post ein Update gemacht und alle meine favorisierten Sender rausgeschmissen. Also setzte ich sie wieder in mühevoller Kleinarbeit ein. Ich zappte ein bisschen herum zwischen Kanälen ohne mir wirklich etwas anzusehen.

***

Ein Artikel in der SZ via die Kaltmamsell gelesen:
Bohenseiche Plörre.

Darin stellt die Autorin eine These auf, die wahrscheinlich für Wien richtig sein mag. Starbucks hat der Kaffeekultur in Wien gut getan.

[…Das, was man in Form eines kleinen Braunen, einer Melange oder eines Einspänners bekommt, ist entweder sauer oder bitter oder abgestanden oder alles zugleich….] [ Das hat viele Ursachen. Um Geld zu sparen, wird oft der günstigste, industriell geröstete Robusta-Kaffee verwendet, den man in Maschinen zubereitet, die nicht fachgerecht gepflegt werden. Ausgerechnet in der Stadt der Kaffeehauskultur wird wenig Wert auf Kaffee gelegt…]

In Luxemburg ist das wohl etwas anders. Starbucks ist hier ein Unding. Ich mag ihre Kaffeesorten nicht und er ist überteuert. Zudem gibt es in jedem anderen Café, Bistro, Gastahus, Restaurant und Konditorei guten Kaffee. Hier schlug Starbucks also in eine Nische die schon seit Jahren gut besetzt ist. Zudem ist kein einziger Starbucks in der Innenstadt vertreten. Es gibt ein paar Coffeefellows, (ich schrieb vor Jahren darüber) aber die luxemburger Kaffeekultur haben sie nicht verändert.

Tage wie Glas 13

Ich hatte mir den Wecker gestellt weil ich früh zum Wochenmarkt wollte. Inzwischen ist nämlich die Aufwachzeit ein wenig nach hinten gerutscht. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich die nachmittäglichen Nickerchen zu vermieden versuche und abends gegen Mitternacht erst im Bett liege. (Ja, es gibt nichts schöneres als Nickerchen, aber sie können bei auch schon mal in mehrere Stunden Schlaf ausarten, wenn ich mir den Wecker nicht stelle. Und wenn das passiert, ist der Tag gelaufen und ich bin nicht mehr zu gebrauchen)
Was vor allem sehr angenehm ist, sind die spürbar längeren Tage. Wie wichtig doch die kleinen Dinge in dieser Zeit werden…

Nach den Aufwachen ein mittelgutes Podcast-Feature über Hölderlin auf DLF gehört. Nicht verlinkenswert.
Duschen, Kaffee, Anziehen und los.

Er fehlt mir sehr.

Auf dem Markt die A. und die D. gesehen. Ich kaufte Obst und Gemüse für die Woche. Ich werde allerdings nächste Woche noch früher losgehen, denn es waren mir schon fast zu viele Menschen dort.
Es gibt einen kleinen Pastel de Nata Stand der auch ein Espresso dazu anbietet. Wenn der Renert schön nicht geöffnet hat…

Den Nachmittag zum Teil auf dem Balkon verbracht. Es gibt in der Nachbarschaft Balkone auf denen ich noch nie ein Mensch sah und jetzt herrscht dort plötzlich emsiges Leben.

Am Abend zwei Dokumentationen über Historischens. Einmal über Schrumpfköpfe aus Ecuador. Eine andere über den Fund von über 80 Skeletten die größtenteils enthauptet worden waren, im englischen York.

***

Warum hat mir niemand gesagt dass Christine and the Queens neue Songs herausgebracht hat?
Man muss ihre Musik nicht unbedingt mögen, aber das Video ist schon ziemlich genial, weil es seit langem mal wieder eines ist das, bis auf wenige Momente, auf epileptisch schnelle Schnittfolgen verzichtet und es sieht nicht „instagramig“ und nachbearbeitet aus. Zudem hat die Frau keine Angst sich hässlich zu zeigen. Großartig die Sequenz in der sie der Tonangel hinterher kriecht.

Tage wie Glas 12

Jeden Tag wenn sie Zahl der Tage in der Überschrift sich um eins erhöht, frage ich mich wie hoch die Zahl werden wird. Ich lese und höre inzwischen keine Nachrichten mehr. Ich lade mir täglich die abonnierte Zeitung aufs Handy. Das muss reichen. Alles andere macht mich nur wuschig.

Das ‚Saufgelage‘ vom Vortag hatte seltsamerweise keine Auswirkung auf den heutigen Tag. Ich fühlte mich fit.

Morgens ein paar Bürodinge und ein paar Telefonate die inzwischen alle immer um die 20 bis 30 Minuten dauern, denn jeder hat ja Zeit zum Reden.

Vielen lieben Dank an alle die sich für die Masken gemeldet haben. Einen ganz lieben Gruß geht dabei an Biene.

Bett abziehen? Nein, morgen erst. Heute ist der Rest der Wäsche dran. Lustigerweise vermeide ich es möglichst Dinge anzuziehen die gebügelt werden müssen.

Zum Mittag gab es:

Ja, das IST ein Glas Wein, und bei dem einen Glas blieb es auch.

Eine rote und gelbe Paprika die weg mussten mit Frühlingszwiebeln, Thunfisch und Reis. Zum Nachtisch ein Schälchen Magerquark, Erdbeeren und einem Schuss Ahornsirup.
Mit Strickjacke auf dem Balkon gesessen und gespeist. Herrlich!

Ich bin froh dass ich meine Kaffeebohnen auch online bestellen kann. Sie kamen heute an.

Am späten Nachmittag zog ich nochmal eine kleine Überraschung aus Briefkasten. Vielen lieben Dank an die C., die schon seit meinen ersten Gehversuchen am Theater kenne und eine Leserin meines Blogs ist.

Am Abend keine Lust auf Fernsehen, also daddelte ich eine Runde.

***

Ich habe schon öfters Videos von Bon Apétit Magazin verlinkt. Wer sie noch nicht kennt, dort gibt es hunderte von Stunden an Videos übers Kochen. Nun ist die gesamte Crew an Köchen eingeschränkt wie wir alle, jeder bei sich Zuhause, und doch wird Content produziert. Hier das erste Video.

Tage wie Glas 11 / Aus dem Familienalbum 26

Hat einer meiner geschätzten Leser Ahnung von Nähen? Ich kann vieles, doch das kann ich nicht. Knopf annähen ist das höchste der Gefühle. Alles was darüber hinaus geht ist für mich schon Haute Couture.
Könnte mir jemand eine Maske nähen? Ich hatte versucht mir eine zu basteln, (ich hatte sogar das DIY Video dafür verlinkt) doch ich scheiterte daran weil ich keine Gummibänder hatte. Als ich dann welche hatte, riss sie nach 2 Minuten bereits ein…
Ich weiß, dass ist kein Allheilmittel, doch mit der eisigen Kälte draußen, bekomme ich immer sofort eine Schniefnase und ich möchte den Mitmenschen, denen ich bei den kurzen Touren draußen begegne, keinen offenen Nieser vorführen.

***

Aus dem Familienalbum 26

Auf der Rückseite des Fotos steht gedruckt dass es im September 1985 entwickelt wurde. Ich kann mich wage daran erinnern. Es war ein Picknick.
v.l.n.r unten: Großmutter Thérèse, Großtatnte Greidi, meine Mutter.
oben: Ich, mein Bruder Gilles, mein Vater.
Ja, ich hatte Locken, Dauerwelle. Es waren schließlich die 80er.
Es war einer der sehr seltenen Momente, in denen wir etwas gemeinsam als Familie taten, was außerhalb von Mittag- oder Abendessen war. Wenn das Foto nicht wäre, wüsste ich nicht, dass mein Vater mit dabei gewesen wäre, denn er hielt sich von solchen Aktionen immer fern. Es war ein Picknick in der Nähe von Vianden im Wald. Warum Tante Greidi den großen Eimer und Bottich mitgeschleppt hatte, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich um irgendwelche Beeren zu sammeln.
Unten habe das Foto ein wenig zugeschnitten, weil man das Autodach sah. Vater hatte den Apparat wahrscheinlich aufs Dach gestellt und das Foto mit Selbstauslöser gemacht.

***

Kommen wir zu Tagesordung:
Einmal kurz vor halb sechs wach geworden. Seltsam. Seit meiner Rückkehr aus Australien, hat es sich das erste Wachwerden auf diese Uhrzeit eingependelt. Dann weiter geschlafen bis um kurz nach acht.

Wieder ein strahlend schöner sonniger Tag.

Mein Grünzeug gedeiht prächtig.
Diese beiden damals Minipflanzen hatte mir die A. letztes Jahr geschenkt und sie sahen noch sehr mickerig aus als ich nach Australien fuhr. Als ich zurückkam, waren sie nicht wiederzuerkennen.

Ich aß später zu Mittag, weil ich mir gedünstete Chicorée machte. Die meisten kochen sie ja zuvor kurz in Wasser ab. Ich nicht. Ich lege sie halbiert mit etwas Butter und Salz in die Pfanne und lasse sie gaaaanz langsam gar werden. Das kann mitunter, je nachdem wie dick sie sind, bis zu 40 Minuten dauern. Dazu gab es Minirouladen und davon leider kein Foto. Das nächste mal. Versprochen.
Dazu gab es ein Glas Wein während dem Kochen, zwei Gläser Wein während den Essen und ein Glas Wein zum Nachtisch; das letzte Stück vom selbst gemachten Orangencake.
Und ehe ich mich versah war ich beschwipst…

Ich telefonierte mit der A., die mir bestätigte dass ihr das gestern auch passiert sei… nun ja.

Damit war der Rest des Tages in punkto kreativer Arbeit hinfällig. Ich daddelte noch ein wenig räumte die Küche auf und haute mich vor den Fernseher.

***

Eine Methode für Rührei entdeckt, die ich bis dato nicht kannte und zwar völlig ohne Butter und trotzdem cremig. Probiere ich die Tage zum Frühstück aus und berichte.

Tage wie Glas 10

Sehr früh wach geworden.

Der Wochenmarkt ist zweimal in der Woche. Und wenn ich sonst ’normalen‘ Zeiten, immer Samstags gehe, wollte ich heute mal am Mittwoch hin. Es ist zum ersten mal seit Beginn der Glastage, dass ich wieder ins Zentrum der Stadt ging. Und die Trostlosigkeit der leeren Straßen ist zum heulen.

Auf dem Markt sehr wenige Stände, doch ich bekam was ich wollte. Ich war sehr froh dass mein Eifeler Bäcker da war.

Unterwegs hörte ich über die neuen Kopfhörer das Album von den Pet Shop Boys – Hotspot. Es ist schon seltsam wie manche Textstellen in den Songs eine völlig andere Bedeutung bekommen wenn man sie auf diese Tage bezieht.

Happy People,
Living in a sad world…

I don’t wanna go out,
I don’t wanna go dancin‘


I hope there’s a dreamland,
In another world far away,
They say it’s a free land,
And they welcome everyone to stay,

I’m so tired of my homeland,
When I fall asleep, you lead me the way…

Den Nachmittag mit lesen und häuslichem verbracht.

Den Abend vor dem Fernseher mit zwei Episoden von Father Brown an und ein Hercule Piortot. Ich ging erst nach Mitternacht ins Bett.

Ich trat kurz bevor ich ins Bett ging noch einmal auf den Balkon.
Totenstille…

Tage wie Glas 9

Die Überschrift muss ich jetzt nicht wirklich erklären, oder?
Da hat nämlich jemand, den ich nur entfernt über FB kenne, danach gefragt. Aber gut, ich hab ja sonst nichts zu tun… 🙂
Erstmal kommt der Satz nicht von mir sondern vor Croco, die ihn als letzten Satz in einem Posting stehen hatte. Aus Glas weil die Tage zerbrechlich sind. Mit Glas geht man behutsam und mit Respekt um, sonst geht es kaputt. So sollte man zur Zeit mit seinen Mitmenschen umgehen. Und selbst wenn ‚Social Distancing‘ (ich mag das Wort nicht) gefragt ist, so ist das nur im körperlichen Sinne. Im geistigen Sinne müssen wir näher als je zuvor zusammenrücken und alle gemeinsam aufpassen, dass dieses Glas nicht zu Bruch geht.

***

Ich war wie gewöhnlich früh wach und bloggte den Vortag weg. Dann dachte ich, dass es vielleicht besser wäre gleich in der Frühe zum kleinen Supermarkt an Ecke zu gehen. Das war auch gut so denn wir waren nur drei Kunden im Laden.

Ich kaufte alles ein um meinen Orangencake zu backen, und setzte das nach meiner Rückkehr in die Tat um. Davor noch kurz zum Bäcker. Ich hatte Lust auf ein Croissant zum Frühstück und kaufte ein Körnercroissant, das, wie ich feststellte erstaunlich lecker ist wesentlich mehr Geschmack hat als das normale, ohne aber wie Pflasterstein im Magen zu liegen.
Die richtig guten Croissants von Oberweis sind zur Zeit ein bisschen sehr weit weg, und ich muss ja nichts übers Knie brechen.

Dann hatte ich Telefonate mit der A. der K. und mehrere Chatts per Internet. Alle erzählen mit kleinen Unterschieden das gleiche, weil auch jeder zur Zeit quasi das gleiche erlebt.

Später legte ich in der Küche los und backte mir einen Klassiker:

Orangencake. Erst später dachte ich daran, dass ich den ja wohl komplett selbst essen muss. Damit ist der Nachtischbedarf wohl für die nächsten Tage abgedeckt.

Eine sehr traurige Nachricht war der Tod der Zeichners Uderzo, der Vater von Asterix und Obelix. Mein Bruder und ich durften schon als kleine Knirpse darin herumblättern und später lesen, da mein Vater sie selbst gerne las und alle Alben hatte.

Am späten Nachmittag ließ es sich sehr gut für mehrere Stunden auf dem Balkon aushalten.

So lange es Reislingpastete gibt…und Wein.

Tage wie Glas 8 / Aus dem Familienalbum 25

Am Morgen in der Zeitung die gestrige Pressekonferenz der Gesundheitsministerin nachgeholt.
Die Situation ist stabil.
Bei Lesen des Artikels, hatte ich zum ersten mal das Gefühl dass Luxemburg das schaffen könnte.

Da ich heute sehr viel an einem Text gearbeitet habe der nicht fürs Blog bestimmt ist, kommt hier mal etwas anderes, altvertrautes:

Aus dem Familienalbum 25

Ein Foto mit Seltenheitswert. Es ist das einzige das ich habe, wo ich zusammen mit Großtante Gréidi allein zu sehen bin. Es war, wenn ich mich richtig erinnere ein verlängertes Wochenende, an dem meine Mutter entschieden hatte, dass sie Großmutter Thérèse und ihre Schwester Gréidi für ein paar Tage an die belgische Küste fahren würde. Ich kam wegen der Arbeit später nach. Das Foto hatte meine Mutter nach einem Spaziergang am Meer gemacht. Für gewöhnlich trug Gréidi immer ein unsichtbares Haarnetz, das die Frisur einigermaßen zusammen hielt. Doch es war während dem Spaziergang weggeflogen und sie sah wie ein Staubwedel aus. Am meisten musste sie selbst darüber lachen. Gréidi war Anfang 90.

***

Das ganze Nudelzeug von gestern hatte ich nur mittel gut vertragen, wobei ich auf die Käsesauce tippe und vor allem die Menge die gemacht hatte, hätte auch gut für drei Esser gereicht. Ich muss überhaupt in letzter Zeit ein wenig aufpassen auf Milch- und/oder Weizenprodukte. Es gibt Phasen da macht es mir nichts aus und dann kommen wieder Wochen in denen mein Verdauungstrakt da nur viel ‚Wind‘ und Gegrummel mitmacht.
Also machte ich heute mal ein Pause von alledem.
Zu Mtittag gab es selbstgemachte Fleischbällchen mit Feldsalat und Kirschtomaten und kein Foto.

Am Abend mit leichtem Fernweh dem einsamen Flieger im Himmel nachgeschaut:

Noch später am Abend mit dem H. in Melbourne gechattet. Sie haben jetzt auch Bewegungseinschränkungen. Er schickte mir ein atembebraubendes Foto von seiner Dachterrasse vom Abend davor:

Tage wie Glas 7

Am kreativsten bin ich am Morgen fürs Blog. So wie andere Menschen in normalen Zeiten morgens aufstehen und sich fragen, ‚Was soll ich anziehen?‘, oder ‚Was soll ich heute kochen?‘ frage ich mich seit Anfang der Glastage, ‚Was soll ich schreiben?‘ Denn es passiert ja nicht wirklich was.
Es erinnert mich ein wenig an meine Zeit in Neukaledonien, als ich aus dem Krankenhaus kam und in ein anderes Hotel verlegt wurde. Es war kurz nach dem Orkan und es war nicht nur heiß draußen sondern unmenschlich feucht. Ich hatte ein recht großes Zimmer mit Balkon den ich aber kaum nutzte. Da ich die Hitze und das feuchtwarme Wetter einfach nicht ertrug nach der OP, saß ich tagelang im Zimmer, las E-books oder sah fern. Damals war es selbstgewählt weil ich mich sehr matschig fühlte.
Jetzt ist es nicht selbstgewählt und das ist der kleine aber feine Unterschied, der entscheidend ist. Damals wusste ich, dass das Warten ein Ende haben wird.

Was ich damals nicht getan habe, ist im Blog meine Gemütszustände mit einer proustschen Akribie aufzuschreiben. Erstens glaube ich dass das niemanden interessiert und zweitens wird das so rüberkommen als ob ich nicht alles Tassen im Schrank hätte.

Was ich aber die nächste Zeit hier machen werde, ist auch aufschreiben wenn es mir nicht gut geht. Ich bin wie viele andere, allein zu hause. Ich habe keinen Partner, keine Kinder, kein Haustier und Familie habe ich schon lange nicht mehr. Also werde ich das euch, meinen geschätzten Lesern, erzählen.

***

Zurück zur Tagesordnung:
Es sollte es ein…

… werden. Und ich tat alles dafür dass es den Missmut vom Vortag ausgleichen sollte.

Ich duschte, zog mehrere Lagen Kleidung, denn ich hatte auf der Temperaturanzeige in der Straße nur 2 Grad gelesen.
Ein kleiner Spaziergang durch den Park.

Menschenleere Straßen. Ich konnte die, denen ich begegnete, an zwei Händen abzählen. Es war kalt. Doch die Sonne macht alles wett. Und es tat gut ein wenig draußen zu sein.

Ich hörte, wieder zu hause, ein Podcast über Tolstoi / Szenen einer Ehe, aus der Sendung ‚Aus den Archiven‘ vom Dlf Kultur. Achtung der Link geht direkt zur MP3. Es geht um eine Sendung von 1989 in der man versuchte, die Tragbucheintragungen von Tolstoi gegenüber der von seiner Frau Sofia zu stellen. Sehr interessant, da sich sich beide auch gegenseitig ihre Einträge regelmäßig zu lesen gaben und welche Spannungen es dadurch gab.

Zu Mittag gab es einen Klassiker:

Mac & Cheese nach diesem Rezept.

Die N. rief am Nachmittag an und wir beide hatten die gleiche Idee auf dem Balkon in der Sonne zu sitzen.

Kurz danach legte ich mich aufs Bett und ratzte für volle vier Stunden weg. Huch! Ich erschrak ein wenig als ich auf die Uhr sah, denn es war bereits kurz nach 19:00! Ärgerlich, dachte ich, jetzt werde ich bis spät in die Nacht kein Auge zu tun…

Nach ein lesen und daddeln ging ich kurz vor Mitternacht ins Bett.

Tage wie Glas 6

Gestern 20 Grad! Ich wusste aber auch, dass es nicht von Dauer sein würde, dass eine Kaltfront über Luxemburg ziehen würde und die Temperaturen sinken würden. Aber gleich Schnee???

kurz nach 7:00

Das ließ mich meine Pläne auf den Wochenmarkt zu gehen ‚auf Eis‘ legen. (Der Witz ist so schlecht dass er schon fast wieder…nein, doch nicht)

***

Was von gestern noch zu berichten bleibt: Ich hatte ja schon mehrfach hier angedeutet, dass ich an einem Text schreibe, der aber erfordert, dass ich auch einige Recherchen im Staatsarchiv sowie in der National Bibliothek machen muss. Das geht ja nun an Ort und Stelle nicht mehr.
Anke Gröner drückt das so aus:

Gestern nach dem Erdbeertörtchen fand ich auch endlich den Mut wieder mich an den Text zu setzen.
Und obwohl ich den Vorschlag von Anke befürworte, muss ich erstmal das brauchbares Material finden.
Ich wurde aber durch einen Tipp von dem R. fündig. Ich suchte nach einer Todesanzeige aus den Jahr 1918. Die Anzeige selbst fand ich nicht, aber eine Notiz im Luxemburger Wort und ein Nachruf im Escher Tageblatt, da die Person nicht unbekannt war. Alle Zeitungen die nicht per Mikrofilm archiviert wurden (das war für LW z.B ab 1950) wurden säuberlich hoch eingescannt und in einem online Archiv zur Verfügung gestellt. Da sie auch eingelesen wurden, stehen alle Texte, wenn auch manchmal etwas sehr holperig, digital zur Verfügung. Das machte die Recherche dann sehr einfach, weil ich das Sterbedatum wusste.
Zu finden ist alles bei eluxemburgensia.lu

***

Ich bloggte am Morgen alles vom Vortag weg. Sich nicht verkommen lassen! Den Satz werde ich die nächste Zeit, jeden Morgen wie ein Mantra vor mich hinmurmeln. Dabei fiel ich beim Verlinken noch einmal in die Seiten des LW auf eluxemburgensia und las mich in den Werbeanzeigen fest. Man bekommt fast nostalgische Gefühle.

Ich wartete bis halb zehn, ob das Wetter sich nicht doch bessern würde. Letztendlich ging ich nicht weil es einfach zu kalt war. Und da ich ja mit Kälte nicht gut umgehen kann…

Was dann tun? Ich kann nicht den ganzen Tag lesen, den ganzen Tag vor der Glotze hängen, den ganzen Tag kochen (wer soll das alles essen?). Es ist alles geputzt, gewaschen, gebügelt. Zum Keller ausmisten, der nicht geheizt ist, war es mir zu kalt. Was tun? Bekam ich jetzt nach den wenigen Tagen schon einen Koller?
Ich blätterte zurück im Bolg nur um zu sehen ab wann das richtig angefangen hat. 17. März als die Restaurants schlossen? Ich war auch schon davor vorsichtig geworden, also sagen wir 15. März, damit es einfacher ist zu rechnen.

Ich sah in die Nachrichten rein. Die Regierung war dabei abzustimmen ob sie den Krisenmodus um drei Monte zu verlängern. Ich schaltete wieder ab. Ich sollte es noch früh genug erfahren.

Unser Haus ist nicht unbedingt hellhörig, aber wenn ich die Kinder aus den ersten Stock bis ins dritte Stockwerk schreien höre… Es hörte sich als ob die Kinder auch einen Koller hatten. Lautstarke Zurechtweisungen folgten…

Überhaupt war es ein Tag des Missmutes. Ein paar Telefonate bewiesen mir aber, dass ich mit dem Gefühl nicht alleine war. Wahrscheinlich ist auch dem Wetter geschuldet, das uns die letzten Tage zu sehr verwöhnt hat.

Ich wühlte meine DVD’s durch und fand eine Serie die ich nicht mal zur Hälfte angesehen hatte. Waiting for God. Sie lief vor etlichen Jahren bei BBC Entertainment. Dort hatte ich nur wenige Folgen gesehen, die mir aber sehr gut gefielen.
Ich schaute mir heute die komplette zweite Staffel an.

Ich ging früh zu Bett.

Tage wie Glas 5

Sich nicht verkommen lassen! Das war die Devise die ich mir für heute vorgenommen hatte. Ich hatte seit 14 Tagen den Bart nicht gestutzt. Weg damit! Und obwohl ich den ganzen Tag im Kimono rumlaufe und zumindest am Morgen nicht vor hatte einzukaufen, spürte ich Eau de Toilette.
Haarmäßig werde ich nach der Quarantäne wahrscheinlich aussehen wie ein Hair Hopper. Wenn es dann noch vorzeigbar ist mache ich ein Foto.

618 . Die Zahl ist irreal. Wir sind inzwischen auf 618 Fällen und haben damit bald Italien in der Dichte pro Quadratkilometer überholt.
Es ist bedrückend. Und jedes mal wenn ich die Sirene des Krankenwagens in der Ferne höre, ….

Ich entschloss mich letztendlich in den etwas weiter entfernten Cactus Merl zu fahren, weil er einfach mehr Auswahl hat, ich alles an einem Ort bekomme, und ich mich dann nicht noch länger als nötig draußen aufhalten muss.

Unterwegs sah ich Jogger! Gehts noch…? Wohlgemerkt mit Abstand zu allem, aber genau wegen solcher uneinsichtigen Trottel werden wir wahrscheinlich den kompletten Lockdown bekommen.

Beim Supermarkt war eine Schlange vor der Tür. Wohlgemerkt alle mit Abstand, um dann tröpfchenweise reingelassen zu werden. Doch es ging recht fix. So alle 20 bis 30 Sekunden wurde jemand rein gelassen wenn jemand raus kam.
Ich sah im Regal neben dem Brot etwas, das mich unweigerlich an jemand erinnerte, aber dazu unten mehr. (Foto)

Heute sollten es 20 Grad werden. Ich dankte auf Knien dass ich ein Balkon habe.

Dann las ich später die dass die Zahl der Infizierten wieder runter ging auf 484. Da scheint es ein Missverständnis gegeben zu haben zwischen dem Gesundheitsministerium und der Presse.
Uff. Demnach verdoppelt sie sich nicht mehr jeden Tag. Ich deute das mal als ein gutes Zeichen.
In der Pressekonferenz vom Premierminister gegen 14:00 gab er die Zahl der Tests pro Tag bekannt. Es sind um die 750 pro Tag. Das sind mehr pro Einwohner als in jedem anderen europäischen Land. Darum sind die Zahlen bei uns auch wahrscheinlich so hoch und in anderen Ländern nicht hoch genug.

Am Nachmittag:

Auf dem Balkon ein Erdbeertörtchen. Die schon länger hier mitlesen. wissen, an wen ich dabei dachte…

Und als ob ich es gewusst hätte, kam heute ein Video von チョコレートカカオ (Chocolate Cacao) für die ultimative Erdbeertarte. Die Sorgfalt mit der er jeden einzelnen Schritt in diesem Rezept ausführt, ist bemerkenswert. Sogar die Mehlbestäubung des Nudelholzes erfolgt mit dem Haarsieb.

Am Abend im Fernsehen den hervorragen Rowen Atkinson als Kommissar Maigret nachgeholt, der vor wenigen Tagen im WDR lief.

Tage wie Glas 4

Ein seltsamer Tag, oder besser gesagt ein sehr unproduktiver Tag.

Ich merke dass es mir gut tut nicht alle naselang über die neuesten Nachrichten Bescheid zu wissen. Auf der anderen Seite will mein Hirn trotz allem gefüttert werden.

So tat ich etwas das ich schon lange nicht mehr tat. Ich daddelte mich den ganzen Morgen durch ein Abenteuer von Runescape. Da es eines der Wichtigen war verschaffte es mir Zugang zu neuen Modi und Funktionen.

Strahlend schönes Wetter den ganzen Tag. Am Morgen jedoch zu kühl um auf dem Balkon zu sitzen, darum daddeln.

Ich verspürte große Lust mich „ungesund‘ zu ernähren. Für gewöhnlich achte ich darauf dass alles etwas ausgewogen ist. Doch heute war es mir schlichtweg egal. Ich ging zum Supermarkt um die Ecke und zum Bäcker und stellte fest, dass der kleine Zeitungskiosk geschlossen hat. Auf dem Zettel an der Tür stand, der Kiosk an der Place de Nancy und in der Avenue Pasteur würden übernehmen und das ausnahmsweise nur am diesem Samstag. Demnach sind alle geschlossen.

Ich kaufte mir mein ein Paris Brest, das von Namur meine Leiblingsleckerei ist. Hier jedoch ist er von der Bäckerei Jos a Jean-Marie. Er schmeckte gut kommt aber bei weiten nicht an den von Namur heran.
Beim Verlinken von Namur habe ich gesehen, dass der neue Katalog mit den Osterspezialitäten online ist. Es gibt ihn hier zum Herunterladen. Das Cover davon ist übrigens das Fotoshooting von vor ein paar Wochen von dem ich berichtet hatte.

In Büro einen schwarzen Marienkäfer entdeckt und nach wieder nach draußen befördert. Ich hatte schon seit Jahren keinen schwarzen mehr gesehen.

Ich chattete mit dem H. in Australien und mit dem C. in Neuseeland. Dabei ein bisschen Fernweh verspürt.
Ich blicke überhaupt schon die ganzen Tage sehnsüchtig auf die großen Cargoflieger die am Himmel vorbeiziehen…

Am Abend gab es die restlichen Kartoffeln vom Vortag als Salat mit Würstchen. Dazu ein Glas Riesling.

Tage wie Glas 3

Mir wäerten den Artikel 32.4 vun eiser Verfassung invoquéieren an den Etat de Crise zu Lëtzebuerg deklaréieren.
De Message vum Premier Minister Xavier Bettel en Dënschdeg e Mëtteg  an der Chamber war kloer. „Bleift doheem. Kee soziale Kontakt.“ Et wier elo net, fir sech Rendez-vous ze ginn, fir matenee spadséieren ze goen oder mateneen ze Picknicken, well d’Wieder sou lackeleg ass. Dat wär genee de Contraire vun deem, wat elo gefuerdert wier, sou de Premier.

RTL.LU

Das war die Hiobsbotschft von gestern. Und obwohl ich für meinen Teil ja schon in diesem Kriesenmodus bin, ist es nochmal wie ein Hammerschlag wenn es jetzt Realität wird. Er wird wenn ich dem Glauben schenken soll, für drei Monate ausgerufen.

Ich habe aber auch den Rat der C. befolgt und alle Pushnachrichten der Newsapps im Smartphone ausgeschaltet. Ich werde mich nur ein oder zweimal am Tag informieren. Das reicht.

Hinsichtlich dieses Umstandes bin ich mehr als dankbar, dass ich nicht mehr in der kleinen Wohnung lebe die nur ein großes Fenster hatte. Ich habe einen Balkon. Hier im Haus hat jeder Balkon, außer die Wohnung im Erdgeschoss und die sind bis auf wenige Wochen im Jahr nie da. Ich bedauere die Nachbarn die keinen haben. Ich würde sie ja gerne einladen bei mir zu sitzen, doch das ist nicht Sinn der Sache.

Mein erster Gedanke heute morgen war aber auch dass ich für diese Zeit ein Rhythmus entwickeln muss, einen Ablauf des Tages mit Dingen die nützlich sind. Und es fielen mir gleich mehrere Dinge ein. Abgesehen von dem Papaierkram, wäre der Keller schwer von Nöten und mit ihr das große Regal in der Garage. Wird die nächsten Tage in Angriff genommen.

Ansonsten bin ich selbst gespannt wie ich diese Zeit überstehen werde.

Meine Putzhilfe kam heute wahrscheinlich zum letzten mal. Sie splittet ihre vier Sunden bei mir immer in zwei, was mich nicht weiter stört. Sie soll nochmal am Freitag für 2 Stunden kommen doch ich glaube nicht recht daran.

Am Abend gab es im Hause Joel.lu Raclette!

Ich liebe Raclette! Und da ich mich immer wieder daran hoffnungslos überfresse und die Nacht über nicht besonders gut schlafen kann, so war es mir heute schlichtweg egal. Dann rulpse ich eben morgen über vor mich hin. Es blieb übrigens nicht bei dem einen Glas Wein.

Am Abend schaute ich:

Ich habe die BA Test Kitchen schön öfters verlinkt. Neben Clair Saffiz, die versucht Gourmet Versionen von industriell gefertigten Snacks und Süßigkeiten herzustellen, gibt aus auch Chris Morokko der allein durch riechen und schmecken ein Gericht nachkocht.
Es ist immer wider erstaunlich wie nahe er den original Gerichten kommt.

Seit Tagen sehe ich jeden Abend die Venus.

Tage wie Glas 2

Was ich bei vielen feststelle (und zum Teil auch bei mir): Wir haben verlernt uns mit uns selbst zu beschäftigen. Sich mal wieder hinsetzen und ein Buch zur Hand nehmen, einen Zeitungsartikel ganz und gründlich zu lesen und nicht quer. Dinge wieder bewusster anzugehen und nicht schnell ,schnell.
Sich vielleicht mal mit Dingen beschäftigen die man immer aufgeschoben hat. So habe ich z. B. einen blinden Fleck im Auge entwickelt der konsequent den Stapel an unerledigtem Papierkram im Regal ausblendet. Hat jemand eine Idee wie man diese Krankheit nenne könnte?
Ich selbst ertappe mich seit Tagen dabei, wie ich überlege was ich tun könnte und meine Gedanken schweifen immer auf Dinge die NICHT tun kann. Ich würde zur Zeit nichts lieber tun als meine Bahnen durch ein Schwimmbad zu ziehen…

Genug davon!
Jetzt gibt es Coffee-Crème-Caramel:

Gut war dass ich die Eier schon vorher besorgt hatte. Gestern bei der Einkaufsrunde fand ich keine.

Das Rezept gibt es hier.
Ich hatte schon vor einer Weile die Cups gekauft, weil ich es leid war immer wieder die Umrechnungen zu machen von Cups au Milliliter. Den Mörser für den zerstoßenen Kaffee habe ich mir vor ewigen Zeiten mal im IKEA zugelegt, als ich die kleine Wohnung einrichtete und von der Alten Heimat wegzog.
Die Vanille Stangen hatte noch noch St.Jean-de-Luz. Nicht ganz billig, aber dafür irre aromatisch und luftdicht verpackt.
Ich muss gestehen, dass es zum ersten mal ist, dass ich Karamell mache. Ich hatte einmal mitbekommen dass meine Mutter nicht aufpasste und die Küche anschließend zwei Tage lang nach verbranntem Karamell stank…

Et voilà:

Es fiel mir sehr schwer nicht gleich mit dem Löffel reinzustechen. Doch nach dem Backen muss er noch eine Stunde im Wasserbad abkühlen und dann nochmal für vier qualvolle Stunden in den Kühlschrank. Warum mir die Haut an der einen Stelle gerissen ist, ist mit ein Rätsel. Wahrscheinlich hat sich dort eine Luftblase langsam von unten hochgearbeitet.

Ganz abgekühlt und gestürtzt sah er dann so aus:

Aber so richtig kann ich ihn nicht weiterempfehlen, denn es war keine richtige Creme. Entweder waren zu viele Eier drin, oder mein Ofen war zu heiß. Ich tippe auf letzteres, denn es ist nicht zum erstem mal dass etwas nicht gelingt. Die Creme soll stocken und nicht kochen, was sie aber ganz offensichtlich tat. Man sieht es auch außen am Rand.

Zwischendurch sah ich auf mein Smartphone, was ich nicht mehr tun sollte. Wir sind bei 140 Infizierten für das kleine Luxemburg. Die Zahl hat sich also binnen zwei Tagen zweimal verdoppelt. Das darf nicht so weiter gehen!

Zwischendurch rief die C. aus Freiburg an. Wir telefonierten lange, weil wir uns auch schon eine Ewigkeit nicht gesehen hatten. Sie gab mir einen Tipp hinsichtlich der Krise und wie ich das für mich in den Griff kriege. Ich sollte nur noch einmal am Tag Nachrichten schauen, woran ich mich schon nach einer halben Stunde nicht gehalten habe und dabei wieder die nächste Hiobsbotschaft sah…

Am Nachmittag ein schnelle Einkaufsrunde zum Supermarkt um die Ecke. Ich wollte Salat haben.

Am Abend zwei Folgen Father Brown von gestern geschaut die ich mir aufgezeichnet hatte.

Zu essen gab es dann letztendlich nur zwei Scheiben Brot mit Käse und Kaffee und ein großes Stück von der Creme.

Tage wie Glas

Ich gebe zu ich habe die Überschrift bei Croco geklaut, aber es trifft es dermaßen was in den letzten Tagen geschah und geschehen wird.

Ich fühlte mich am Morgen mies und etwas schüttelfrostig.
Der erste Gedanke war natürlich das ich mir DAS eingehandelt hätte. Doch dann ließ ich die Vernunft walten und überlegte, nach dem System das ich bei Frau Klugscheisser im Blog las:

Wir sammeln Fakten, wägen ab, planen neu, entscheiden und überprüfen die Ergebnisse. Im Fachkreis heißt das Modell FORDEC – facts, options, risks, decision, execution, check

Was hatte ich gestern alles gegessen? Es waren unter anderem zwei Scheiben gekochten Schinken dabei, die weg mussten, die mir aber schon beim dem Verzehr nur mäßig schmeckten. Später hatte ich dann Bauchgrummeln und zudem leichte Kopfschmerzen die ich aber dem Glas Wein zuschrieb, das ich mit der D. im Oscar’s getrunken hatte.

Nach der Dusche und dem Klogang fühlte ich mich ausgewechselt. Es ist erstaunlich wie man sich selbst verrückt machen kann.

Bei dem ganzen Gehibbel stellte ich fest, dass mein Fieberthermometer keinen Mucks mehr von sich gibt. Erstaunlicherweise hatte ich eine Ersatzbatterie, doch es regte sich nichts mehr. Also beschloss ich dass ich, wenn ich später raus muss, kurz zur Apotheke gehen werde um mir ein neues zu besorgen.

A propos Apotheke: Wer gerne einen Mundschutz hätte, an denen es ja überall mangelt, hier ein DIY bei Youtube.

Ich hatte am Tag davor meine Nachbarin (wir erinnern uns an den Hund) über mir angerufen, ob es ihr gut geht, ob sie gut versorgt ist, ob sie was braucht was ich ihr eventuell besorgen könnte. Da sie keine sehr stabile Gesundheit hat, hat ihr Sohn ihr strengstens verboten auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzten. Sie war ganz gerührt und versprach mir sie würde sich melden, wenn etwas fehlen würde.

Heute morgen rief sie dann an und gab mir eine kleine Liste durch, u.a. ein Fieberthermometer bei dem ich innerlich lachen musste.

Strah-lend schö-nes Wetter!
Das gibt Hoffnung, Mut und Zuversicht für die kommenden Wochen, mehr als alles andere, bei mir zumindest.

Ich fuhr los. Ich hatte nämlich auch einen Termin für den TÜV, (oder Sandweiler wie wir das hier nennen). Doch ich hatte dieses mal keinen Termin bei der staatlichen Prüfstelle genommen sondern bei einer privaten Firma die viel näher ist. Ich hatte vorsichtshalber angerufen ob geöffnet ist. Ja, haben sie. Und es ging erstaunlich schnell. Die Kontrolle war binnen 20 Minuten abgeschlossen.
Dann weiter zu Cactus Merl, der gut besucht war aber nicht übervoll. Im Supermarkt traf ich eine Sekretärin eine Theaters, die just aus einer Versammlung war und mir sagen konnte dass ich keinen Auftrag Ende April habe. Er ist in die nächste Spielzeit verlegt. Tja…

Ich stelle der Nachbarin oben die Einkäufe vor die Tür und rief sie an, dass ich alles bekommen hätte, nur das Thermometer nicht.

Ich tätigte mehrere Anrufe, organisierte Dinge, das heißt ich entorganisierte sie…

Im Briefkasten lag die bestellte DVD Box einer Serie von der ich bis dato nie gehört hatte. Ich hatte während der großen Reise mich auch wieder mit Agatha Christie beschäftigt und herausgefunden, dass auch ihre Romane von Tommy und Tuppence Beresford, einem Ermittlerduo, bereits in den frühen 80er Jahren verfilmt wurden.

Ich nahm mir sie für den Abend vor und schaute die Pilotfolge und noch drei weitere Folgen.
Man merkt gut dass die Reihe in den 80er gedreht wurde. Es sind eine wenig chaotisch angelegt und die Fälle an sich sind durchschaubar, aber es macht Spaß sie zu sehen und von allem anderen abgelenkt zu werden.

Zwischendurch kochte ich mir drei Schafsbuletten mit Salat.

Kurz nach Mitternacht war ich im Bett.